AN/0198/2020
Grüner Wasserstoff zur Erreichung der Klimaneutralität
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GUT Anfrage nach § 4
4321 Zeichen
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 31.01.2020 AN/0198/2020 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 06.02.2020 Grüner Wasserstoff zur Erreichung der Klimaneutralität Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, unsere Ratsgruppe GUT bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 6. Februar 2020 zu setzen. Spätestens seit dem Ausrufen des Klimanotstandes hat sich die Stadt Köln auferlegt, sämtliche Investiti- onen und Maßnahmen auf deren Klimarelevanz zu prüfen und hat das Ziel „Klimaneutralität“ ausgeru- fen. Klimaneutralität erreicht sich nicht von selbst, sondern erfordert teilweise disruptive Veränderun- gen und Maßnahmen, die CO2-Emissionen in den Bereichen Energie, Verkehr, Wohnen und Industrie reduzieren. International wird immer häufiger „grüner Wasserstoff“, also CO2 neutral erzeugter H2, als eines von mehreren notwendigen Instrumenten genannt, um CO2 zu reduzieren und die Energiewende zu schaf- fen. Grüner Wasserstoff entsteht z.B. dann, wenn er per Elektrolyse aus Wind- und Solarenergie, sowie Wasserkraft erzeugt wird (Power-to-Gas) oder Biomasse als Grundlage dient (hier sind sogar ggf. negat i- ve Emissionen möglich). Versuchsanlagen erzeugen sogar schon grünen H2 aus Sonnenlicht ohne Strom (direkte solare Wasserspaltung) Grüner Wasserstoff kann unter anderem: als Energiespeicher für die fluktuierenden erneuerbaren Energien (Wind, Sonne) dienen. CO2neutrale Mobilität besonders dann gut bewerkstelligen, wenn es um hohes Fahrzeuggewicht und/oder große Reichweiten geht (FCEV wie LKW, Busse, PKW, nicht elektrifizierte Bahnstrecken, Schiffe, und zukünftig vermutlich sogar Flugzeuge) Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Köln Tobias Scholz, MdR Thor Zimmermann, MdR Referent*innen: Aline Damaske Karin Preugschat Thomas Schmeckpeper Laurenzplatz 1 -3, Zi. 512 50667 Köln Tel.: 0221/221-22176 gut@s tadt-koeln.de www.dieguten.k oeln - 2 - CO2neutrales Heizen ermöglichen (dies mit H2tauglichen Thermen und/oder Brennstoffzellen. Letztere können auch zur privaten Stromerzeugung Anwendung finden.) die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien unterstützen (Stahl, Dünger, Zement …). Aus oben genannten Gründen wird Japan die diesjährigen Olympischen und Paralympischen Spiele nut- zen, um den Weg hin zu einer sog. Wasserstoff -Gesellschaft aufzuzeigen: Strom und Warmwasser des olympischen Dorfes werden ausschließlich mit Wasserstoff erzeugt und die Athleten werden mit H2- Brennstoffzellen-Fahrzeugen emissionsfrei befördert. Deutschlandweit werden bereits CO2 neutrale Wohnviertel geplant (z.B. Königspark in Wusterhausen, Krampnitz in Potsdam oder das Hafenquartier in Cottbus). In Hamburg speist Greenpeace Energy bereits grünen Wasserstoff in das Gasnetz ein. Dort wird der weltgrößte Elektrolyseur zur Erzeugung von grü- nem Wasserstoff errichtet. Grüner Wasserstoff wird absehbar ein fester Bestandteil der Energiewende sein. Vor diesem Hintergrund möchten wir wissen, wie die Stadt-Köln grünen Wasserstoff auf dem Weg zur Klimaneutralität in ihre Planun gen mit einbezieht. Unsere Fragen: 1. Ist das Kölner Erdgas-Netz bereits wasserstofftauglich (Stichwort Stadtgas)? Falls nicht, gibt es Pläne zur Ertüchtigung? 2. Ist es beabsichtigt, den Grünstromanteil der RheinEnergie durch Zuhilfenahme von Wasse r- stoff/Wasserstoffspeichern zu erhöhen und gibt es Pläne den städtischen Versorger RheinEner- gie anzuweisen, dem Erdgas 9% – idealerweise selbst erzeugten – grünen H2 beizumischen? 3. Gibt es Pläne in Köln für ein CO2 neutrale Wohnquartiere unter Einbeziehung von Wasserstoff und sind hierbei städtische H2-Großspeicher angedacht, die auch mit grünem H2 aus den städti- schen Kläranlagen und/oder Biomasse gefüllt werden könnten? 4. Gibt es Pläne, H2-BZ Fahrzeuge in städtischen Fuhrparks (Stadt-Köln, KVB, AWB) zu testen, sind dazu Wasserstoff-Tankstellen mit 350bar Technologie (Nutzfahrzeuge) und 700bar (PKW) auf städtischen Betriebshöfen und dem Stadtgebiet geplant? 5. Bewerben sich Stadtverwaltung und Stadtwerkekonzern für H2-Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene? gez. Tobias Scholz und Thor Zimmermann Bild: Brennstoffzellen -Hybridbusse der RVK | Regionalverkehr Köln GmbH
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Orte (1)
- Laurenzplatz 1
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0198/2020
- Typ
- GUT Anfrage nach § 4
- Datum
- 31.01.2020
- Erstellt
- 31.01.2020 12:16