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1682/2022

Betreff: Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen vom 07.02.2022; Anfrage: Verkehrsentwicklung und Klimaschutz im Planungsgebiet Mülheim Süd

Mitteilung BV 20.05.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 13.06.2022, TOP 7.1.2

Mitteilung BV

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Mitteilung BV

11221 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/613 
613 Pörs Az 
Vorlagen-Nummer 
 1682/2022 
Freigabedatum 20.05.2022  
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 13.06.2022 
 
Betreff: Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen vom 07.02.2022;  
Anfrage: Verkehrsentwicklung und Klimaschutz im Planungsgebiet Mülheim Süd 
 Anfrage: Verkehrsentwicklung und Klimaschutz im Planungsgebiet Mülheim Süd  
 
Im Mülheimer Süden entsteht ein neues Quartier. Diese Entwicklung bietet der Stadt Köln die Chan-
ce, innovative Verkehrskonzepte in Innenstadtnähe einzuführen und so lebenswerte Viertel mit einer 
klimagerechten Stadtentwicklung zu verbinden. Die zu erwartende hervorragende Anbindung an den 
öffentlichen Personennah- und Fernverkehr (Bahnhof Messe/Deutz; Rhein-Seilbahn; neue Stadt-
bahntrasse; perspektivisch Fährverbindungen) spricht insbesondere dafür, autofreie/ 
autoarme Quartiere zu errichten, in denen der begrenzte öffentliche Raum den Menschen zur Verfü-
gung steht. Auch ist eine so betriebene konsequente Verkehrswende ein entscheidender Baustein, 
um Köln entsprechend den geltenden Ratsbeschlüssen bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen.  
 
Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen gebeten:  
 
Frage 1 
Existiert ein ganzheitliches Verkehrskonzept für alle Quartiere der Baugebiete im Mülheimer 
Süden mit Zielkennzahlen zu den Anteilen einzelner Verkehrsarten (Modal Split)?  
 
Antwort der Verwaltung: 
Es wurde ein ganzheitliches Verkehrskonzept für den Mülheimer Süden erstellt. Detaillierte Angaben 
finden sich in der Beschlussvorlage Nr. 3245/2018, hier insbesondere in den Anlagen 9 (Zusammen-
fassung Verkehrsuntersuchung) und 10 (Mobilitätskonzept). Auf Basis der verschiedenen Maßnah-
men wurde auch die Reduzierung der Stellplatzanzahl im Gebiet um 50% abgeleitet und festge-
schrieben. 
 
 
 
 
Frage 2 
Wie ist der Sachstand der Anbindung ans Straßenbahnnetz der KVB? Wann ist mit der Fertig-
stellung zu rechnen?  
 
Antwort der Verwaltung: 
Die Vorplanung und Variantendiskussion zur Stadtbahnanbindung Mülheimer Süden stehen kurz vor 
dem Abschluss. Parallel werden derzeit interdisziplinär die erforderlichen Leistungsbilder zur Vergabe 
der folgenden Planungsphasen vorbereitet. Für 2024 wird angestrebt, die Maßnahme bei der Bezirks-

2 
 
regierung Köln zur Planfeststellung anzumelden. In der Genehmigungsphase übernimmt die Bezirks-
regierung Köln die Verantwortung für den Prozess. Aktuell wird hier von einer Dauer von mindestens 
2,5 Jahren ausgegangen. Die nachfolgenden Planungs - und Bauphasen können an dieser Stelle 
dementsprechend nur prognostiziert werden. Gegenwärtig angestrebter Baubeginn soll 2028 sein. 
Die Verwaltung wird im Rahmen formeller und informeller Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung 
regelmäßig über Inhalte und den Sachstand der Maßnahme informieren. Zunächst steht für das dritte 
Quartal 2022 der erweiterte Planungsbeschluss in den politischen Gremien an. 
 
 
Frage 3: 
Ist die Errichtung autofreier / autoarmer Stadtquartiere geplant?  
 
Antwort von der Verwaltung: 
Im Bereich Mülheimer Süden sind keine autofreien Quartiere geplant. Im Hinblick auf die derzeitige 
Trendentwicklung im Mobilitätsverhalten und der Kapazität des Straßennetzes im rechtsrheinischen 
Köln wird aufbauend auf die vorhandenen Verkehrs- und Mobilitätskonzepte für den Gesamtbereich 
Mülheimer Süden ein innovativer Umgang mit dem Thema Mobilität angestrebt. Konkretes Ziel ist es, 
ein Quartier mit gemischter Nutzungsstruktur von Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe mit möglichst 
geringer PKW-Nutzung zu schaffen. 
Zukunftsorientierte alternative Mobilitätsformen sollen etabliert und gefördert werden. Ziel ist es, die 
Flächen in den Plangebieten für den motorisierten Individualverkehr, auch den ruhenden Verkehr, 
möglichst gering zu halten und die Aufenthalts-, Freiraum- und Grünqualitäten im Quartier deutlich zu 
stärken und ein qualitätsvolles und gesundes Wohn- und Arbeitsumfeld zu schaffen. 
Das Mobilitätskonzept macht Vorschläge, welche Maßnahmen zur Förderung des Umweltverbundes 
und der Nahmobilität in den einzelnen Plangebieten umgesetzt werden können, um damit das Ver-
kehrsaufkommen insgesamt deutlich zu reduzieren. Hierunter fallen unter anderem Maßnahmen wie 
die Verbesserung der ÖPNV-Anbindung, Carsharing, Fahrrad-Verleihsysteme, adäquate Fahrradab-
stellanlagen und Mobilstationen.  
In diesem Zusammenhang wird auch die Senkung des Stellplatzschlüssels für den Mülheimer Süden 
auf einen Faktor von 0,5 verfolgt, um anstatt der einseitigen Nutzung des öffentlichen Raums durch 
den ruhenden Verkehr, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten der zur Verfügung stehenden Flächen zu 
ermöglichen. 
 
Mit der Idee der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, des Ausbaus des ÖPNV (neue 
Busverbindungen und Stadtbahnanbindung) der Schaffung von neuen Mobilitätsformen, des Ausbaus 
der Fuß- und Radwegeverbindung und der Schaffung qualitätsvoller Grün- und Freiflächen wird in 
den Quartieren ein wichtiger Beitrag zur Umverteilung des öffentlichen Raumes im Mülheimer Süden 
geschaffen. 
 
 
Frage 4 
Wie wird im Übrigen sichergestellt, dass das Planungsgebiet Mülheim Süd ein klimaneutrales 
und klimawandelangepasstes Quartier wird?  
 
Antwort der Verwaltung: 
Vor dem Hintergrund der Klimanotstand-Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Köln 2019 und 
dem Bekenntnis zum klimaneutralen Köln, ist die Zielvorgabe eine möglichst klimagerechte und kli-
maschonende Planung und eine Minimierung der dadurch resultierenden klimatischen Auswirkungen 
(Klimawandelfolgen).  
Entsprechende klimatische Minderungsmaßnahmen, wie zum Beispiel eine intensive Dachbegrü-
nung, Neupflanzung von Bäumen oder die Freihaltung von Freiflächen zur Durchlüftung von Bebau-
ung, werden im Rahmen der einzelnen Bebauungsplanverfahren berücksichtigt. 
Die Entsiegelung der großflächig versiegelten Flächen innerhalb des Plangebiets und die Schaffung

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von neuen Grün- und Freiflächen verbessert zusätzlich die kleinklimatische Situation im Gebiet. 
 
Ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung eines Quartiers mit reduzierten Treibhausgasemissionen ist 
die Anwendung der neuen „Leitlinien zum Klimaschutz in der Umsetzung nicht-städtischer Neubau-
vorhaben in Köln“ vom 24.03.2022. Ziel der Leitlinie ist die Reduzierung der CO2-Emissionen im ge-
samten Gebäudebetrieb. Gebäude sind zukünftig so zu planen, dass ein möglichst geringer Energie-
bedarf entsteht. 
Die Kernanforderung ist ein hoher baulicher Standard von Wohn- und Nichtwohngebäuden in Verbin-
dung mit einer möglichst vollständigen Versorgung mit lokal verfügbaren regenerativen Energien und 
konsequenter Nutzung von Photovoltaik. Grundsätze sind dabei, Minderung des Energiebedarfs, effi-
ziente Bereitstellung des verbleibenden Energiebedarfs und der Einsatz von erneuerbaren Energien 
zur Bedarfsdeckung. 
Empfehlungen sind die solarenergetische Optimierung des städtebaulichen Entwurfs, passive Maß-
nahmen zur Sicherstellung des Schutzes vor sommerlicher Überhitzung, Einsatz von Dach- und Fas-
sadenbegrünung (Dachbegrünung und eine PV-oder Solarthermie-Dachanlage können sich sinnvoll 
ergänzen), Mobilität in geeigneten Konzepten in der Bauleitplanung. 
Die Klimaschutzleitlinien finden in allen neuen Bebauungsplanverfahren Anwendung, in denen die 
förmlichen Beteiligungen nach § 4 Abs. 2 BauGB zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses noch nicht ein-
geleitet worden sind. Dies betrifft im Bereich Mülheimer Süden, bis auf den bereits rechtskräftigen 
Bebauungsplan „Euroforum Nord“, das „Deutz-Areal“ und das „Lindgens-Areal“ alle übrigen Bebau-
ungsplanverfahren. Derzeit befinden sich zusätzlich zu den vorgenannten Plänen die Bebauungsplä-
ne „Windmühlen-Quartier“, „Südlich Grünzug Charlier“, „Euroforum West“ und „Otto-Langen-Quartier“ 
in Aufstellung. 
 
Der Umgang mit der prognostizierten zukünftigen sommerlichen Hitzebelastung als Folge des Klima-
wandels erfordert eine zusammenhängende Durchgrünung des Plangebietes. Das bereits im Rahmen 
des „Werkstattverfahrens Mülheimer Süden incl. Hafen“ 2013/2014 erarbeitete Gesamtkonzept zur 
Freiraumplanung berücksichtigt bereits vernetzte Grün- und Freiflächenstrukturen, die entweder be-
reits hergestellt (Rheinboulevard und Grünzug Charlier) oder in den Planungen der einzelnen Teilge-
biete aufgegriffen wurden (u.a. Grünkorridore im Deutz-und Lindgens-Areal, Freiflächen im Otto-
Langen-Quartier). 
 
Als Mindeststandards sind die Vorgaben aus dem Kooperativen Baulandmodell bzw. des Amtes für 
Landschaftspflege von 10 m² öffentliche Grünfläche pro Einwohner plus 2 m² für öffentliche Kinder-
spielplätze pro Einwohner anzusetzen. 
 
Die wachsenden Anforderungen der Überflutungsvorsorge erfordern einen veränderten Umgang mit 
den Niederschlagsabflüssen, der sowohl die zusätzliche Flächenversiegelung durch Neuerschließung 
als auch mögliche Veränderungen des Niederschlagsgeschehens infolge des Klimawandels berück-
sichtigt. Neben dem Objektschutz gilt es, integrierte Maßnahmen an der Oberfläche zu ergreifen, mit 
denen künftige Beeinträchtigungen durch Starkregenniederschläge vermieden bzw. abgemildert wer-
den können. 
Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB AöR) Köln ein 
Fachbeitrag „Niederschlagsentwässerung und Starkregenvorsorge“ (MUST, Köln, 30.08.2014) zum 
Planungskonzept „Mülheimer Süden inklusive Hafen“ erarbeitet. Der Beitrag formuliert Planungshin-
weise für eine „wassersensible“ Stadtgestaltung, die – im Gegensatz zum bisher verfolgten Ansatz 
einer möglichst schnellen Ableitung in die Kanalisation – das Ziel verfolgt, zunächst nach ortsnahen 
Lösungen zur Versickerung, Verdunstung, Nutzung sowie Speicherung und gedrosselter Ableitung 
von Regenwasser zu suchen.

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In den Bebauungsplan-Verfahren sind in Abstimmung mit den Stadtentwässerungsbetrieben (StEB, 
AÖR) Überflutungsnachweise für ein 30-jähliches und ein 100-jährliches Starkregenereignis zu führen 
und die Flächen zur Retention nachzuweisen. 
 
Weitere Informationen zum Thema „Schwammstadt“ liefert: Stadtentwässerungsbetriebe Köln - Leit-
faden für eine wassersensible Stadt- und Freiraumgestaltung in Köln.  
Ganz aktuell haben die Stadtentwässerungsbetriebe eine Broschüre zum Thema: „Strategiekonzept  
Wasserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung“ veröffentlicht. 
 
Neben dem Erhalt und der Neupflanzung von Bäumen und die Festsetzung von Vegetationsflächen, 
sorgen auch Festsetzungen zur Dach - und Tiefgaragenbegrünung für eine Minderung der klimati-
schen Auswirkungen und eine Verbesserung der kleinklimatischen Situation innerhalb der Plangebie-
te. Insgesamt kann das Stadtklima, das durch eine hohe Versiegelung und damit einhergehende hö-
here Temperaturen bestimmt ist, verbessert werden. Die Funktion der Dachbegrünung als Filter für 
Staub und Schadstoffe wirkt sich ebenfalls positiv aus.  
Zusätzlich dienen begrünte Dachflächen als Wasserrückhaltung. Große Teile des Niederschlags wer-
den verdunstet, was mit einer Entlastung der Entwässerungsanlagen und dem Verbleib des Wassers 
im ökologischen Kreislauf einhergeht. 
 
 
Anlage: 
Anfrage Bündnis90/Die Grünen vom 07.02.2022

Anlage

2375 Zeichen

Anfrage                                                                                         
            07.02.2022 
Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, 
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Bezirksvertretung Mülheim bittet Sie, die nachfolgende 
Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzung aufzunehmen. 
Anfrage: Verkehrsentwicklung und Klimaschutz im Planungsgebiet Mülheim Süd 
 
Im Mülheimer Süden entsteht ein neues Quartier. Diese Entwicklung bietet der Stadt Köln die Chance, 
innovative Verkehrskonzepte in Innenstadtnähe einzuführen und so lebenswerte Viertel mit einer 
klimagerechten Stadtentwicklung zu verbinden. Die zu erwartende hervorragende Anbindung an den 
öffentlichen Personennah - und -fernverkehr (Bahnhof Messe/Deutz; Rhein -Seilbahn; neue 
Stadtbahntrasse; perspektivisch Fährverbindungen) spricht insbesondere dafür, autofreie/autoarme 
Quartiere zu errichten, in denen der begrenzte öffentliche Raum den Menschen zur Verfügung steht. 
Auch ist eine so betriebene konsequente Verkehrswende ein entscheidender Baustein, um Köln 
entsprechend den geltenden Ratsbeschlüssen bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen. 
 
Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung um Beantwortung folgender Fragen gebeten: 
 
1. Existiert ein ganzheitliches Verkehrskonzept für alle Quartiere der Baugebiete im Mülheimer 
Süden mit Zielkennzahlen zu den Anteilen einzelner Verkehrsarten (Modal Split)? 
2. Wie ist der Sachstand der Anbindung ans Straßenbahnnetz der KVB? Wann ist mit der 
Fertigstellung zu rechnen? 
3. Ist die Errichtung autofreier / autoarmer Stadtquartiere geplant? 
4. Wie wird im Übrigen sichergestellt, dass das Planungsgebiet Mülheim Süd ein klimaneutrales 
und klimawandelangepasstes Quartier wird? 
 
gez. Jonas Höltig gez. Winfried Seldschopf 
Gleichlautend an: 
 
Herrn Bezirksbürgermeister 
Norbert Fuchs 
- Stadtbezirk Mülheim- 
 
Frau Oberbürgermeisterin 
Henriette Reker 
-Rathaus- 
 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 
in der Bezirksvertretung Köln-Mülheim 
Wiener Platz 2 a, Zimmer 642 
51065 Köln 
Telefon: (02 21) 221 99 309 
Fax: (02 21) 221 99  486 
Mail:         www.gruenekoeln-muelheim.de 
 
Annika Hilleke 
Winfried Seldschopf 
Marianne Böttcher 
Sabine Ulke 
Jonas Höltig 
 
  
 
 
Buchforst I Buchheim I Dellbrück I Dünnwald I Flittard  
Höhenhaus I Holweide I Mülheim I Stammheim

Beratungsverlauf (1)

13.06.2022 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 7.1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1682/2022
Typ
Mitteilung BV
Datum
20.05.2022
Erstellt
17.05.2022 16:46