V/0101/2016
Schülerhaushalt
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Berichtsvorlage
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V/0101/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Schülerhaushalt Beratungsfolge 23.02.2016 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 02.03.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 16.03.2016 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Bericht: Ausgangslage Mit Beschluss zur Vorlage V/0880/2014/1 „Modellprojekt Schülerhaushalt in Münster“ hat der Rat der Stadt Münster entschieden, ein Modellprojekt „Schülerhaushalt“ an einer auszuwählenden städtischen Schule durchzuführen. Das von der Bertelsmann-Stiftung unterstützte Projekt verfolgt das Ziel, in einem selbstbestim m- ten Verfahren der Schülerschaft über die Verwendung der zur Verfügung gestellten Finanzmittel zu entscheiden. Im Rahmen dieses Verfahrens sollen mehr Möglichkeiten zur Gestaltung und Mitbestimmung am Schulort eröffnet und dabei demokratische Prozesse erlebbar gemacht we r- den. Der Schülerhaushalt soll dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zu politischer Beteiligung zu motivieren, demokratisches Handeln durch eigenes Erleben zu lernen, politische Prozesse anhand eines konkreten Beispiels kennenzulernen, die Ausstattung der Schulen stärker an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszurichten, die Verbundenheit mit der Schule durch Mitverantwortung über ihre Ausgestaltung zu stärken und eine Brücke zwischen Politik, Verwaltung und den Kindern und Jugendlichen zu bauen. Um diese Ziele zu erreichen, sollten sowohl die Organisation als auch die Durchführung des g e- samten Verfahrens hauptsächlich von der Schülerschaft und begleitenden Kontaktlehrern/ -innen getragen werden. Die Verwaltung hat lediglich unterstützende und insbesondere zum Projektstart initiierende Funktion. Vorlagen-Nr.: V/0101/2016 Auskunft erteilt: Herr Wimmer Ruf: 492-4050 E-Mail: WimmerWo@stadt-muenster.de Datum: 03.02.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0101/2016 Für dieses Modellprojekt sind aus Restmitteln des Bürgerhaushalts 3.000,00 € zur Verfügung gestellt worden. Das Projekt ist im Rahmen einer Bachelorarbeit am Institut für Politikwisse n- schaft wissenschaftlich begleitet worden. Auswahlverfahren Die Schule, die das Modellprojekt umsetzen sollte, ist in einem Losverfahren ausgewählt worden. Alle weiterführenden städtischen Schulen wurden in einem Schreiben über das Projekt umfa s- send info rmiert und unter Bestätigung der notwendigen Teilnahmebedingungen gebeten, eine formlose Bewerbung an die Verwaltung zu richten. Insgesamt 7 Schulen haben sich um eine Teilnahme beworben, das Los fiel auf das Schillergy m- nasium. Projektverlauf Die aus Vertretern der Schülerschaft, des Kollegiums und unterstützend der Verwaltung best e- hende Steuergruppe einigte sich auf eine Verfahrensorganisation, die nach einer in der Schulzeit organisierten Informationsveranstaltung für alle Schülerinnen und Schüler eine Vorschlags -, eine Diskussions- und eine Entscheidungsphase vorsah. Die Details der jeweiligen Phasen wurden von den Schülerinnen und Schülern, unterstützt durch die Kollegienvertretung, entwickelt. In der Vorschlagsphase konnten von allen Schülerinnen und Schülern Vorschläge gemacht und schulweit veröffentlicht werden, sofern mindestens 5 Unterstützer den Vorschlag mittragen, M a- ximalkosten von 2.000, 00 € je Vorschlag nicht überschritten wurden (bzw. eine entsprechende Mitfinanzierung aus dem Schuletat vorgesehen war). Die Vorschläge wurden von den Initiatoren mit Kurzbeschreibungen und groben Kostenschätzungen versehen und gesammelt. Eine Thema- tisierung des Modellprojekts in Schulstunden sollte die Bereitschaft Vorschläge zu entwickeln, unterstützen. Die innerschulische Kommunikation zu diesen Vorschlägen wurde über ein eigens dafür eingerichtetes „schwarzes Brett“ sichergestellt. Die Verwaltung hat a uf Basis der Vorschläge soweit möglich eine Vorprüfung zur Umsetzbarkeit vorgenommen und die Ergebnisse der Schülerschaft mitgeteilt. In der Diskussionsphase sollte den Schülerinnen und Schüler neben dem Austausch in Pausen und Freizeiten auch in Unterrich tsstunden Gelegenheit gegeben werden, Vorschläge zu beraten und zu diskutieren, um zu einer persönlichen Entscheidungsfindung zu kommen. In der Entscheidungsphase konnten dann aus einer vorausgewählten Liste mit insgesamt 6 Vo r- schlägen gewählt werden; im Ergebnis sollten die Vorschläge in der Reihenfolge der meisten Stimmen umgesetzt werden, bis das zur Verfügung stehende Budget ausgeschöpft ist. Für den Wahlvorgang hat die Verwaltung Wahlkabinen und Wahlurnen zur Verfügung gestellt. Die meisten Stimmen entfielen auf die Vorschläge zur Anschaffung einer Musikanlage für die alte Turnhalle, von Sitzmöglichkeiten im Gebäude Gertrudenstraße sowie von Movingheads für die Bühnentechnik. Das Projekt ist in einem Abschlussgespräch mit allen Beteiligten evaluiert worden. Das gesamte Projekt hat sich ohne die Umsetzung der gewählten Vorschläge über einen Zeitraum von knapp 6 Monaten erstreckt. Die Umsetzung der Vorschläge wird in Abstimmung mit der Schülerschaft durch die Fachverwa l- tung vorgenommen. 3 V/0101/2016 Fazit Das Pr ojekt wurde im Sinne der gewünschten Selbsterfahrung weitgehend in Eigenregie der Schülerschaft mit Unterstützung von Kollegienvertretung und der Verwaltung umgesetzt. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung sind Schülerinterviews geführt worden, um zu überprüfen, ob und in welchem Maß die gewünschten Zieleffekte durch das Modellprojekt e r- reicht worden sind. Die Ergebnisse lassen sich dahingehend zusammenfassen, dass zwar eine r- seits die Durchführung des Projektes und die Möglichkeit, selbstbestimmt über die Vergabe von Mittel entscheiden zu können, von Schülerinnen und Schülern befürwortet und positiv aufg e- nommen wurde, die organisatorische Umsetzung und insbesondere die Einbindung in das Schul- leben allerdings als verbesserungswürdig bewertet wurde. Die von Schülerseite geäußerten Kritikpunkte am Verfahren können zu weiten Teilen der erstm a- ligen Umsetzung des Schülerhaushaltes zugerechnet werden und bei einer erneuten Umsetzung des Schülerhaushalts am Schillergymnasium behoben werden. Eine dauerhafte E inführung des Schülerhaushaltes in Münster an allen weiterführenden städt i- schen Schulen aller Schulformen würde, selbst wenn an jeder Schule nur alle 3 Jahre ein Sch ü- lerhaushalt durchgeführt wird, jährlich 10 Schülerhaushalte bedeuten. Abgesehen von den dafür jährlich bereit zu stellenden Haushaltsmitteln, werden dadurch erhebli- che Verwaltungsressourcen bei der Begleitung der Projekte gebunden, die einen zusätzlichen Stellenbedarf auslösen würden. Vor diesem Hintergrund hält die Verwaltung eine Umsetzung des Schülerhaushalts in der im Mo- dellprojekt erprobten Organisation und Durchführung nicht für flächendeckend oder auch nur in einer gewissen Breite umsetzbar. Die mit dem Projekt verbundenen Ziele, Demokratieverständnis, demokratische Verfahren und die Bedeutung der Beteiligung des Einzelnen jungen Menschen auch bereits vor dem aktiven Wahlrecht nahe zu bringen, sind auch aus Sicht der Verwaltung uneingeschränkt zu befürworten. Die im Schulgesetz verankerten Mitwirkungsrechte der Schülerschaft sind dafür ein guter Ansatz, der in allen Schulen grundsätzlich zur Verfügung steht. Im Sinne der Projektziele plant die Ve r- waltung, durch geeignete Maßnahmen und Angebote die bereits seit vielen Jahren bestehende Unterstützung der Schülervertretungen auszuweiten un d ihnen die Anwendung ihrer Rechte und die mögliche Einbindung der gesamten Schülerschaft aufzeigen. Im Dialog mit der Bezirkssch ü- lervertretung und dem Jugendrat soll erkundet werden, welche praktikablen Wege begangen werden können. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Gertrudenstraße
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Details
- Aktenzeichen
- V/0101/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.02.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37