3818/2023
Jahresbericht 2022 der Feuerwehr Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle I/37 Vorlagen-Nummer 20.11.2023 3818/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 21.11.2023 Jahresbericht 2022 der Feuerwehr Köln Der Gesundheitsausschuss wird jährlich über das vielfältige Einsatzspektrum, die Leistungen, Herausforderungen und Entwicklungen der Feuerwehr Köln informiert. Der Jahresbericht 2022 ist als Anlage beigefügt. (Die Anlage kann im Ratsinformationssystem der Stadt Köln eingesehen werden) Gez. Blome
Anlage - Jahresbericht 2022 der Feuerwehr Köln
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Feuerwehr Köln Jahresbericht 2022 150 Jahre • 1872–2022 1 01. Einsatzjahr 2022 .......................................... 7 Sondereinheiten ......................................... 60 02. #StandwithUkraine ....................................... 68 03. Drei Jahre Corona – eine Bilanz............................ 94 04. 150 Jahre im Einsatz für Köln ............................. 104 05. Rettungsdienst .......................................... 140 06. Freiwillige Feuerwehr Köln ............................... 156 07 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr .......... 180 08. Bau .................................................... 196 09. Ausstattung ............................................ 212 Meldungen ............................................. 224 10. Technik ................................................. 228 11. Veranstaltungen ........................................ 234 12. Kommunikation ......................................... 244 13. Strategie ............................................... 258 14. Feuer- und Rettungswachen ............................. 266 15. Aus den Stabs stellen und Abteilungen .................... 272 16. Zahlen und Daten ....................................... 292 2022 Stadt Köln Stadtbezirke 9 Stadtteile 86 Stadtgebiet 40.499 ha Rheinbrücken 8 Größte Ausdehnung/km Ost-West 27,6 km Nord-Süd 28,1 km Gesamtumfang des Stadtgebietes rund 130 km Rheinufer Rheinuferlänge linksrheinisch 40 km Rheinuferlänge rechtsrheinisch 27,3 km Einwohner (31.12.2022) Einwohnerzahl 1.092.118 Einwohnerzahl linksrheinisch 689.268 Einwohnerzahl rechtsrheinisch 402.850 Einwohnerzahl je Hektar 27 Straßen Straßennetz gesamt 3.161 km längste Straße/Militärringstraße 21,3 km kürzeste Straße/Tipsgasse 16 m Höchste Gebäude Colonius-Fernmeldeturm 268 m Kölner Dom 157 m Axa-Hochhaus 155 m MediaPark KölnTurm 148 m Alarmierungen Feuerwehr 16.607 Alarmierungen Rettungsdienst 212.371 Notrufe 408.889 durchgeführte Reanimationen 807 Wasserrettungen 75 Alarmierungen Luftrettung 2.573 Alarmierungen zu Bränden 5.891 Heimrauchmelder alarmierungen 509 ATFEinsätze 35 Alarmierungen Höhenrettung 114 gerettete Menschen 765 Alarmierungen Löschboote 101 Tier in Not 592 27 Löschgruppen 1 Löschbootstation 17 Rettungswachen 1 Hubschrauberstation 11 Feuer und Rettungswachen2 3 Einsatzrekord im Jubiläumsjahr 228.978-mal rückten Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst im Jahr 2022 aus – ein neuer Rekord in unserer 150-jährigen Geschichte. Aus 48 Männern im Jahr 1872 sind 3.451 Frauen und Män - ner, Mädchen und Jungen geworden, die sich haupt- und ehrenamtlich für ihre Stadt engagieren, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Die Ende 2021 beschafften 18 einheitlichen Hilfeleistungslöschfahrzeuge haben im Laufe des Jahres ihren Dienst auf den Feuer- und Rettungswachen und den Gerätehäu- sern aufgenommen, Bauvorhaben wurden vorangetrieben und die neue Brandschutz - bekleidung eingeführt. Und auch baulich geht es weiter: Nachdem der Neubau der Feuer- und Rettungswa- che 1 beschlossen wurde, steht seit Ende des Jahres der Gewinner des Planungswett- bewerbes fest. Ein großer Schritt auf dem Weg zum Neubau unserer zentralsten und einsatzstärksten Wache. Neben vielen großen und kleinen Einsätzen hatten wir auch Grund zu feiern: die Berufs - feuerwehr Köln wurde am 2. Juni 2022 stolze 150 Jahre. Dieses Jubiläum fand sich in vielen über das Jahr verteilten Aktionen wieder – in der Feuerwehrbahn, Plakat- aktionen, dem großen Tag der offenen Tür oder dem Festakt mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ministerpräsident Hendrik Wüst. Dies und vieles mehr finden Sie im vorlie - genden Jahresbericht. Ich wünsche Ihnen eine spannende und kurzweilige Lektüre! Ihr r. Christiiller Leiter der Feuerwehr Köln 150 Jahre Engagement für Köln 2022 ging das dritte Corona-Jahr zu Ende und mit ihm kehrte ein Stück weit die Nor- malität nach Köln zurück. Das öffentliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben in unserer Domstadt ist wieder präsent – bunt, vielfältig und lebendig. Es gab in diesem Jahr viele Grün de zu feiern, unter anderem auch 150 Jahre Berufsfeuerwehr Köln. Mit 112 Prozent Leidenschaft ist die Berufs- feuerwehr seit dem Jahr 1872 im Einsatz für Köln. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feu- erwehr Köln bildet sie unsere feste Stütze der Gefahrenabwehr. Das haben die haupt- und ehrenamtlichen Frauen und Männer auch Anfang März bewiesen, als es galt, hunderte Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine nach Köln geflüchtet sind, erstzuversorgen, willkom- men zu heißen, ihnen Zeit zum Durchatmen zu verschaffen. Dazu wurde zu Beginn am Breslauer Platz eine Anlaufstelle errichtet. Dort wurden die Ankommenden auf Corona getestet, erhielten Essen und wurden durch das Wohnungsamt in Köln untergebracht bzw. landesweit auf Einrichtungen verteilt. Unterstützt wurde die Feuerwehr dabei von zahlreichen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer*innen, die oft auch für die Vermitt- lung von Informationen auf Ukrainisch und Russisch sorgten. Als Stadtdirektorin bin ich stolz, dass sich Köln auf seine haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen verlassen kann. Sie stehen immer bereit, um zu helfen. Damit sie auch künftig effektiv helfen kön - nen, haben wir im Jahr 2022 einige Mei - lensteine erreicht: So wurde im Dezember vom Rat der Stadt Köln der Brandschutzbe - darfsplan beschlossen, der die strategische Ausrichtung der Feuerwehr Köln bis 2027 umfasst. Der vorliegende Jahresbericht zeigt das vielfältige Einsatzspektrum, die Leistungen, Herausforderungen und Entwicklungen im Feuerwehrjahr 2022. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen! Ihre Stadtdirektorin © Rheinisches Bildarchiv / Sabrina Walz 4 5 © Lars Jäger Einsatzjahr 2022 © Lars Jäger 9 Einsatzjahr 2022 8 Feuerwehreinsätze gesamt 16.607 Einsätze 2019 2020 2021 2022 Brandschutz 2.051 2.030 1.685 2.218 Fehlalarm 2.996 2.320 2.931 3.673 Technische Hilfe 8.667 7.564 9.109 7.641 Fehlalarm 2.730 2.141 3.072 3.075 gesamt 16.444 14.055 16.797 16.607 Einsatzaufkommen Technische Hilfe 2022 Einsatzaufkommen Brandschutz 2022 10 Einsatzjahr 2022 11 © Lars Jäger © Lars Jäger 12 Einsatzjahr 2022 13 7. Januar 2021 Brand in der Altstadt Gegen 19.30 Uhr meldeten Anrufer*innen eine Rauchentwicklung in der Greesbergstraße. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte es in einer Zwischendecke im zweiten Obergeschoss eines dreige - schossigen Wohnhauses. Durch die Rauchentwicklung waren eben - falls Wohn- und Geschäftshäuser in der näheren Nachbarschaft betroffen. Aufgrund der Bauweise konnte eine weitere Ausbreitung in die Nachbargebäude nicht ausgeschlossen werden. Zur Brandbekämpfung wurden die Zwischendecke geöffnet und Dämmstoffe sowie dort gelagerte Gegenstände entfernt. Während des Löschangriffes wurden die Nachbargebäude und der Dach - bereich kontrolliert. Die im Dachgeschoss aufgefundenen Katzen konnten in der Wohnung verbleiben. Zur Sicherheit stand ein Tiertransportfahrzeug bereit. 1. Januar 2022 Bilanz Silvesternacht Zum Jahreswechsel 2021/2022 gab es zwischen 21 und 6 Uhr ins- gesamt 291 Einsätze, davon 248 für den Rettungsdienst. Zu den Einsatzschwerpunkten im Brandschutz zählten brennende Müllton - nen und ausgelöste Brandmeldeanlagen. Einsätze 21 bis 6 Uhr Rettungsdienst 248 Feuer1 7 Feuer2 1 (Stichworterhöhung aufgrund des Hochhauses) Müll 9 (brennende Mülltonnen oder ähnlich) BMA 6 (Auslösung einer Brandmeldeanlage) Sonstiges 20 (Technische Hilfeleistung, Fundtier etc.) © Lars Jäger 14 Einsatzjahr 2022 15 26. Januar 2022 Feuer mit Menschenrettung in Holweide Anrufer*innen meldeten gegen 10 Uhr Rauch im Treppenhaus und einen ausgelö- sten Heimrauchmelder in einem mehrge - schossigen Mehrfamilienhaus in Holweide. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte bestä - tigten den Brand im Dachgeschoss und meldeten außerdem eine vermisste Person. Sofort gingen zwei Trupps zur Menschen- rettung sowie ein Trupp zur Brandbekämp- fung in das Haus. Einer der Trupps konnte die vermisste Person aus der Brandwoh- nung retten und an den Rettungsdienst übergeben. Die Schwerverletzte wurde unter Reanima - tion ins Krankenhaus transportiert. Mittels Innen- und Außenangriff wurde das Feuer anschließend schnell unter Kontrolle gebracht und gelöscht. Bei den Löscharbei - ten wurde ein Feuerwehrmann leicht ver- letzt und zur weiteren Beobachtung in ein Krankenhaus transportiert. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde die Einsatzstelle an die Polizei zur Brand- ermittlung übergeben. 50 Kräfte von Feuer- wehr und Rettungsdienst waren mit 16 Fahr- zeugen im Einsatz. 11. Januar 2022 Feuer mit Menschenrettung in Müngersdorf Gegen 11.55 Uhr wurde die Feuerwehr Köln zu einem Brand in die Wendelinstraße im Stadtteil Müngersdorf gerufen. Da die Anrufer*innen eine vermisste Person meldeten, wurden mit dem Stichwort „Feuer mit Menschenrettung“ direkt zwei Lösch - züge der Feuerwehr samt Führungsdiensten sowie mehrere Fahrzeuge des Rettungs- dienstes zum Einsatzort entsandt. Vor Ort brannte es im zweiten Oberge - schoss eines mehrstöckigen Wohngebäu- des. Sofort gingen zwei Angriffstrupps unter Atemschutz ins Gebäude vor und konnten eine Person aus dem verrauchten Trep- penhaus retten und an den Rettungsdienst übergeben. Da zwischenzeitlich vermutet wurde, dass sich noch weitere Personen im dritten Obergeschoss befinden, wurden sicher- heitshalber zwei weitere Rettungswagen zur Einsatzstelle alarmiert. Glücklicherweise konnten nach der Kontrolle aller Etagen keine Personen gefunden werden. Nach circa zwei Stunden war der Einsatz beendet und die Einsatzstelle wurde an die Polizei übergeben. Insgesamt waren 43 Kräfte im Einsatz für Köln. © Lars Jäger © Lars Jäger 16 Einsatzjahr 2022 17 2. Februar 2022 Fußgängerin von KVBBahn erfasst Gegen 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall in die Aachener Straße / Ecke Universitätsstraße alarmiert. Dort war eine Fußgängerin mit ihrem Hund unter eine Straßenbahn geraten. Um die Frau zu befreien, musste die Bahn angeho - ben werden. Nach etwa einer halben Stunde konnte die Eingeklemmte befreit wer- den. Die Frau verstarb noch am Unfallort, der Hund konnte verletzt gerettet werden. Der KVB-Fahrer wurde vom Rettungsdienst transportiert. Zwei Jugendliche, die den Unfall beobachtet hatten, wurden zunächst vom Rettungsdienst und anschließend von Notfallseelsorger*innen betreut. Die KVB-Bahn wurde durch den Feuerwehr - kran zurück ins Gleisbett gesetzt und der Einsatz wurde gegen 15.30 Uhr be endet. Im Einsatz waren 40 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mit 14 Fahrzeugen. © Lars Jäger © Lars JägerIm Rahmen ihrer Ausbildung für den gehobenen und/oder höheren Dienst absol- vieren Auszubildende anderer Berufsfeuerwehren regelmäßig Einsatzabschnitte in der Feuerwehr Köln – so wie hier Einsatzkräfte der Feuerwehren München und Stuttgart. Umgekehrt absolvieren Kölner Feuerwehrkräfte ebenfalls Abschnitte in Berufsfeuerwehren bundesweit. 18 Einsatzjahr 2022 19 18. bis 21. Februar 2022 Sturmtief „Zeynep“ über dem Stadtgebiet Köln Ab dem frühen Freitagnachmittag am 18. Februar zog das Sturmtief „Zeynep“ über das Kölner Stadtgebiet. Von 15 Uhr bis 15 Uhr am Folgetag arbeiteten 390 Einsatz- kräfte insgesamt 493 Alarmierungen ab. Eingesetzt waren alle Einheiten der Freiwil- ligen Feuerwehr, alle Berufsfeuerwehrwa- chen, die Leitstelle und der Führungsdienst der Feuerwehr Köln. Bei den Einsätzen han - delte es sich vorwiegend um umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, beschädigte Dächer, heruntergefallene Fassadenteile sowie umgestürzte Schilder und Bauzäune. Ein Feuerwehrmann der Freiwilligen Feu- erwehr erlitt bei Sägearbeiten eine leichte Augenverletzung. Er konnte nach ambu- lanter Behandlung die Fachklinik noch in der Nacht verlassen. Am Abend wurde das Löschfahrzeug der Feuer- und Rettungswache Lövenich auf dem Weg zu einem Einsatz durch einen umgestürzten Baum aufgehalten, der auf eine Stromleitung gestürzt war. Die Leit- stelle alarmierte zu dem Einsatz sofort ein anderes Löschfahrzeug. Mit Unterstützung durch den Rüstzug der Feuer- und Ret- tungswache Marienburg wurde der Baum von der Stromleitung entfernt. Am Morgen des 19. Februar erlitt ein Baumkletterer bei Sägearbeiten in etwa 30 Metern Höhe einen internistischen Notfall. Noch bevor das alarmierte Löschfahrzeug und die Höhenretter an der Einsatzstelle eintrafen, konnte der Baumkletterer selbstständig herunterklet- tern, wurde am Boden vom Rettungsdienst in Empfang genommen, vor Ort behandelt und in ein Krankenhaus transportiert. Am 21. Februar wurde eine Drehleiter in die Liebigstraße nach Neuehrenfeld zu einem losen Dachteil alarmiert. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass es sich um eine größere Einsatzstelle als vermutet handelte: Ein circa 40 Quadratmeter großes Flach- dach hatte sich in größerer Höhe gelöst und drohte herabzustürzen. Sofort wurden unter anderem die Höhen - rettungsgruppe, ein Rüstwagen und im weiteren Verlauf auch ein Kranwagen an die Einsatzstelle nachalarmiert. Mithilfe der Höhenretter*innen und des Feuerwehrkrans konnte das Dach abgetragen, sicher zu Boden gebracht und so weiterer Schaden verhindert werden. © Lars Jäger 20 Einsatzjahr 2022 21 24. Februar 2022 Gebäudeeinsturz in Zündorf An Weiberfastnacht wurde die Feuerwehr um 11.11 Uhr mit dem Stichwort „Einsturz“ zu einer Baustelle nach Zündorf alarmiert. In einem Rohbau war eine Treppe eingestürzt, zwei Arbeiter wurden unter den Trümmern eingeklemmt. Neben einem Großaufgebot an Einsatzkräften, die mit Lösch- und Rüstzug, Sonderfahrzeugen für die technische Rettung sowie Pati - entenversorgung vor Ort waren, wurde zusätzlich auch die Höhen - rettungsgruppe der Feuerwehr Köln sowie das Technische Hilfswerk (THW) alarmiert, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Der erste Schwerverletzte konnte nach 20 Minuten befreit und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Rettung des zweiten Schwerverletzten, der sich in etwa 2,5 Metern Tiefe befand, gestaltete sich schwierig, da die Einsatzstelle akut einsturzgefährdet war. Mit schwerem Gerät wurden die tonnen- schweren Trümmerteile gesichert, um den Zugang zum Patienten zu ermöglichen. Nach etwa 80 Minuten konnte auch der zweite Schwerverletzte befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden. Im Anschluss an eine erste Versorgung an der Einsatzstelle wurde er mit dem Rettungshubschrauber „Christoph Rheinland“ ins Krankenhaus transportiert. Die Feuer- und Rettungswache 7 in Porz wurde während des Ein- satzes durch die Löschgruppe Urbach besetzt. Zusätzlich wurde auch das PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) entsandt, um die Augenzeugen sowie die Einsatzkräfte psychologisch zu betreuen. Im Einsatz waren rund 70 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Kräfte des THW. © Lars Jäger 22 Einsatzjahr 2022 23 11. März 2022 Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person Gegen 12 Uhr wurde die Feuerwehr Köln zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf die Autobahn 1 alarmiert. In einem umgestürzten LKW sollte sich dessen Fahrer noch in der Fahrerkabine befinden. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte fanden einen auf der Seite liegenden Sattelzug vor, der mit dem chemischen Lösungsmittel Butylacrylat beladen war. Hierbei handelt es sich um eine entzündbare und gesundheits - schädliche Flüssigkeit. Aufgrund dessen wurden das Einsatzstichwort auf „CHEMIE“ erhöht und so weitere Kräfte (unter ande- rem Spezialkräfte der Feuerwache 8) zur Einsatzstelle nachalarmiert. Der Fahrer befand sich noch in der Fahrer- kabine, konnte durch die Rettungskräfte aber über die Dachluke gerettet und anschließend schwerverletzt ins Kranken - haus transportiert werden. Geringe Mengen des Gefahrstoffes waren ausgetreten und wurden durch die Feuer- wehr mittels Bindemittel aufgenommen. Ein weiteres Austreten konnte glücklicherweise nicht festgestellt werden. Zur Unterstützung wurde das Transport-, Informations-, Unfall- und Hilfeleistungs- system der chemischen Industrie (kurz TUIS) zur Unterstützung nachgefordert. Die Werkfeuerwehr des Chempark Leverkusen nahm die notwendigen Umpumparbeiten des Gefahrstoffs vor, sodass der LKW im Anschluss von einem Bergungsunterneh- men aufgerichtet und abtransportiert wer- den konnte. 27. Februar 2022 Mehrere brennende PKW in einer Tiefgarage in Köln-Zündorf Um 14.21 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einer Tiefgarage in Zündorf alarmiert: In der Tiefgarage eines mehrge - schossigen Wohnhauses waren drei PKW in Vollbrand geraten. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte drang starker, tiefschwarzer Rauch aus allen Zugängen und Belüftungs - öffnungen der Tiefgarage. Im Einsatzverlauf wurde die Alarmstufe bis auf „Feuer 3“ (Feuer mit drei Löschzügen der Berufsfeuerwehr und umfangreiches Aufgebot an Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr sowie Sonderfahrzeugen) erhöht. Die Bewohner*innen des Wohnhauses konnten das Gebäude selbstständig ver- lassen. Im Laufe des Einsatzes wurden alle Wohnungen des Gebäudes und der Nach- bargebäude kontrolliert. Zur Brandbekämpfung wurden mehrere Trupps unter Atemschutz über verschiedene Zugänge zur Tiefgarage eingesetzt. Für die umfangreichen Belüftungsmaßnahmen wurde neben mobilen Lüftern auch das LUF (Löschunterstützungsfahrzeug) der Lösch- gruppe Strunden eingesetzt. Bei dem Einsatz wurde eine Person leicht verletzt und ins Krankenhaus transportiert. Insgesamt waren mehr als 100 Kräfte der Feuerwehr Köln von verschiedenen Feuer- und Rettungswachen sowie mehrere Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. © Lars Jäger © Jan Ohmen 24 Einsatzjahr 2022 25 13. März 2022 Bewusstlose Person im Südturm des Kölner Doms Um 12.56 Uhr wurde die Feuerwehr Köln über eine bewusstlose Person auf der Besucherplattform im Südturm des Kölner Doms informiert. Da sich die Einsatzstelle in etwa 75 Metern Höhe befand, entsandte die Leitstelle neben einem Notarzteinsatzfahrzeug und einem Rettungswagen auch ein Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie die Höhenrettung. Auf der Besucherplattform fanden die Einsatzkräfte die bewusst - lose Person mit Kreislaufstillstand vor. Der Rettungsdienst leitete sofort die Wiederbelebung und eine umfassende medizinische Versorgung ein. Die Maßnahmen zeigten bereits nach kurzer Zeit Wirkung und die Person konnte stabilisiert und mit Unterstützung der Höhenrettung schonend über die Treppe zu einem Bauaufzug der Dombauhütte transportiert werden. Über diesen Aufzug wurde die Person zum Rettungswagen gebracht und im Anschluss in ein Krankenhaus transportiert. 28. Februar Friedensdemo statt Rosenmontag 2022 war erstmals in der Corona-Lage karnevalistisches Treiben – natürlich coronakonform – wieder möglich. Dann begann am 24. Februar, Weiberfastnacht, der Krieg in der Ukraine. Das Festkomitee entschied daraufhin, den geplanten Rosen - montagsumzug im RheinEnergieSTADION abzusagen und in eine Friedensdemo umzuwandeln. Die Demo führte über rund 4,5 Kilometer vom Chlodwigplatz bis zur Mohrenstraße durch die Innenstadt. Etwa 250.000 Men - schen nahmen an einer der größten Kölner Friedensdemos in Nachkriegszeiten teil. Auch der nordrhein-westfälische Minister- präsident Hendrik Wüst lief mit. Viele der Teilnehmer*innen waren kostü- miert, viele in die Farben der Ukraine gekleidet, Kamelle gab es keine. Trotz der Menschenmassen verlief der Demonstra - tionszug ohne Zwischenfälle – ein starkes Zeichen der Solidarität. Dies sind mehr Einsätze als an einem nor- malen Tag, aber nicht so viel wie an einem regulären Rosenmontag. Einsätze der Feuerwehr Köln Rettungsdienst 614 Brandschutz 61 Gesamt 675 26 Einsatzjahr 2022 27 17. März 2022 Zwei Verletzte nach Feuer in Deutz Die Feuerwehr Köln wurde gegen 10.20 Uhr zu einem Gebäudebrand in die Gummers - bacher Straße alarmiert. Anrufer*innen mel- deten, dass sich noch mehrere Personen im Gebäude befänden. Die Leitstelle entsandte daraufhin zwei Löschzüge der Berufsfeu- erwehr, die Freiwillige Feuerwehr und den Rettungsdienst zum Einsatzort. Es brannte in einer Wohnung im zweiten Obergeschoss einer Obdachlosenein - richtung. Die Einsatzkräfte konnten eine Person aus der Brandwohnung retten. Der Mann wurde schwerstverbrannt an den Rettungsdienst übergeben und ins Kran - kenhaus gebracht. Eine Schwangere wurde aus einem verrauchten Flur gerettet und ebenfalls an den Rettungsdienst übergeben. Außerdem wurden 24 Bewohner*innen aus dem Haus geführt und durch den Rettungs - dienst gesichtet – von ihnen musste nie - mand ins Krankenhaus transportiert werden. Anfangs wurden weitere Personen im Gebäude vermisst, woraufhin weitere Trupps zur Menschenrettung vorgingen. Nach Kontrolle aller Wohnungen wurden glücklicherweise keine weiteren Personen gefunden. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Eingesetzt waren rund 50 Rettungskräfte verschiedener Feuer- und Rettungswachen und der Freiwilligen Feuerwehr. 15. März 2022 Feuer im Regenwaldhaus des Kölner Zoos Gegen 18.20 Uhr meldeten mehrere Anrufer*innen dunklen Rauch über dem Kölner Zoo. Im Zoo, der bereits geschlossen war, brannte es im Untergeschoss des Regenwaldhauses. Dort war unter ande - rem Futtermittel in Brand geraten. Der Brandherd war schnell gefunden und abgelöscht. Allerdings fanden sich noch zahlreiche Glutnester in der Zwischendecke, die umfängliche Löscharbeiten erforderten. Um 20.45 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Menschen wurden nicht verletzt. Das Gebäude wurde entraucht, um die Tiere, soweit es möglich war, zu schützen. Ein erster Rundgang ergab, dass einige Vögel durch den Brand umgekommen waren, die restlichen Tiere schienen wohlauf zu sein. Wie der Kölner Zoo später mitteilte, sind trotz aller Bemühungen 132 Tiere verstorben. © Lars Jäger © Lars Jäger Im Einsatz waren rund 50 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst. 28 Einsatzjahr 2022 29 7. Mai 2022 Starke Rauchentwicklung durch Müllcontainerbrand in Sülz Am Samstag ging um 20.11 Uhr ein Notruf in der Leitstelle ein, in dem ein Passant einen brennenden Müllcontainer mit starker Rauchentwicklung meldete. Der Contai - ner stand unmittelbar an einem Wohn - gebäude in Sülz. Die Leitstelle entsandte daraufhin zwei Löschzüge zur Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte fanden einen Brand mit starker Rauchentwicklung vor, bei dem der Rauch auch in das Gebäude zog. Mehrere Bewohner*innen machten sich an ihren Wohnungsfenstern bemerkbar. Sofort wur- den ein weiterer Löschzug sowie zusätzliche Kräfte des Rettungsdienstes nachalarmiert. Die Rettung der eingeschlossenen Per- sonen und die Löschmaßnahmen wurden unverzüglich eingeleitet. Die Bewohner*innen wurden über Dreh- leitern, tragbare Leitern sowie mittels Fluchthauben aus dem Gebäude gerettet. Das Feuer war schnell gelöscht. Die Entrau- chung und Kontrolle des Gebäudes waren hingegen langwierig. Durch den Brand wurden außerdem Installationsleitungen beschädigt, sodass im gesamten Gebäude sowohl Wasser als auch Strom abgeschal- tet werden mussten. Das Haus war somit nicht mehr bewohnbar. Ein Großteil der Bewohner*innen kam bei Verwandten und Freunden unter, 24 Personen wurden vom Wohnungsversorgungsbetrieb vorläufig in einer Notunterkunft untergebracht. Insgesamt wurden 11 Patient*innen durch den Rettungsdienst betreut, glücklicher- weise mussten keine Bewohner*innen ins Krankenhaus transportiert werden. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht wäh - rend des Einsatzes und wurde vorsorglich ins Krankenhaus transportiert. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 82 Kräften und 25 Fahrzeugen im Einsatz. Der Einsatz konnte erst gegen 0.45 Uhr beendet werden. 28. April 2022 Brand in einem Restaurant in Eil Um 10.07 Uhr wurde die Feuerwehr Köln zu einem mutmaßlichen Küchenbrand in einem Restaurant im Stadtteil Eil alarmiert. Das Feuer eines Grillkamins im Restaurant hatte sich auf den Dachstuhl des Gebäudes ausgebreitet, sodass die ersteintreffenden Einsatz - kräfte die Alarmstufe erhöhten und im weiteren Verlauf zwei weitere Löschzüge zum Einsatz kamen. Um umliegende Gebäudeteile zu schützen, bauten die Einsatzkräfte eine sogenannte Riegelstellung auf. Der Dachstuhlbrand wurde sowohl von innen als auch von außen mittels zweier Drehleitern bekämpft. Gegen 11 Uhr war das Feuer schließlich unter Kontrolle. Die letzten Einsatzkräfte konnten die Einsatzstelle gegen 15 Uhr verlassen. © Lars Jäger © Lars Jäger Rund 50 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren im Einsatz. 30 Einsatzjahr 2022 31 29. Mai 2022 Lagerhallenbrand in KölnMülheim Um 18.06 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer brennenden Lager - halle in der Deutz-Mülheimer-Straße in Mülheim alarmiert. Vor Ort stand eine ca. 250 Quadratmeter große, mit Reifen und Fahrzeugen gefüllte Halle in Vollbrand. Durch eine massive Brandbekämpfung konnte das Feuer innerhalb von zwei Stunden gelöscht werden. Aufgrund der starken Rauch - entwicklung musste zwischenzeitlich eine Warnung für das Stadt - gebiet Köln über die Warn-App „NINA“ herausgegeben werden. Die verwaisten Feuerwachen der Berufsfeuerwehr in der Innenstadt, in Mülheim und in Weidenpesch wurden für eventuelle Paralleleinsätze durch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr besetzt. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit knapp 100 Kräften und 31 Fahrzeu- gen im Einsatz – darunter auch fünf Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr. 10. Mai 2022 Schuppen brennt in voller Ausdehnung Gegen 5.15 Uhr wurde die Feuerwehr Köln zu einem brennenden Schuppen im Stadtteil Merheim alarmiert. Vor Ort brannte ein rund 180 Quadratmeter großer Schuppen in voller Ausdehnung. Ein Übergriff auf das naheliegende Wohnhaus konnte verhindert und acht Personen konnten aus dem Wohngebäude gerettet werden. Bereits kurz nach dem Eintreffen wurde die Alarmstufe innerhalb weniger Minuten bis auf „Feuer 3“ erhöht, sodass neben drei Lösch - zügen und der Freiwilligen Feuerwehr auch mehrere Führungs- und Sonderfahrzeuge im Einsatz waren. Um 9.26 Uhr konnte die Feuerwehr Köln ihren Einsatz beenden. © Lars Jäger © Lars Jäger 32 Einsatzjahr 2022 33 10. Juni 2022 Hochhausbrand mit zwei verletzten Personen in Neuehrenfeld Am frühen Morgen wurde die Feuerwehr Köln um 4.31 Uhr zu einem Wohnungs- brand in Neuehrenfeld gerufen. Mehrere Anrufer*innen meldeten eine brennende Wohnung im 11. Obergeschoss eines Hochhauses. Bereits auf der Anfahrt der Einsatzkräfte war deutlicher Rauch und Feuerschein erkennbar. Durch vorgehende Atemschutz- trupps konnten zwei Männer aus dem Brandgeschoss gerettet und dem Rettungs - dienst übergeben werden. Hierbei han - del te es sich um den Bewohner der Brand wohnung und einen Nachbarn, der ihm zur Hilfe geeilt war. Zahlreiche Bewohner*innen des Hauses konnten sich über den Sicherheitstreppen - raum eigenständig ins Freie retten und wur- den dort vom Rettungsdienst gesichtet. Das Brandgeschoss sowie alle darüber liegen - den Etagen wurden kontrolliert. Durch den Brand und die Löscharbeiten wurden die über und unter der Brandwoh- nung liegenden Wohnungen in Mitleiden- schaft gezogen und konnten vorübergehend nicht mehr bewohnt werden. Die Bewoh- ner*innen wurden durch das Amt für Woh- nungswesen der Stadt Köln untergebracht. Nach dem Abschluss der Löscharbeiten wurde die Einsatzstelle der Polizei zur Ermittlung der Brandursache übergeben Durch die Vielzahl der Anrufe in der Leitstelle und durch die Erkundung der ersteintreffenden Einsatzkräfte wurde das Einsatzstichwort zweimal erhöht, sodass schlussendlich drei Löschzüge zum Einsat- zort entsandt wurden. Feuerwehr und Ret - tungsdienst waren mit insgesamt 60 Kräften und 21 Fahrzeugen im Einsatz. 30. Mai 2022 Ein Toter nach Feuer in RathHeumar Mehrere Anrufer*innen meldeten der Leit- stelle um 23.18 Uhr einen Wohnungsbrand in Rath-Heumar. Sie berichteten, dass sich in dem brennenden Gebäude noch meh - rere Personen befinden sollten, woraufhin die Einsatzkräfte mit dem Einsatzstich - wort „Feuer mit Menschenleben in Gefahr“ alarmiert wurden. Im Dachgeschoss des Wohnhauses war ein Feuer ausgebrochen. Insgesamt drei Trupps gingen unter Atemschutz zur Menschen- rettung in das Gebäude vor. Vier Bewoh- ner*innen des betroffenen Gebäudes konn - ten sich selbst in Sicherheit bringen. Ein fünfter Bewohner wurde durch die Unterstützung eines Nachbarn in Sicherheit gebracht. Eine sechste Person konnte leider nur noch tot aus der Brandwohnung gebor- gen werden. Die betroffenen Bewohner*innen wurden unmittelbar an der Einsatzstelle durch den Rettungsdienst betreut und erstversorgt. Im Anschluss daran wurden vier von ihnen sowie ein Nachbar zur Kontrolle in geeignete Krankenhäuser transportiert. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde die Einsatzstelle an die Kriminalpolizei übergeben. Die Feuerwehr Köln war mit ins - gesamt 46 Kräften und 16 Fahrzeugen von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr sowie dem Rettungsdienst im Einsatz. Anzahl Brandtote 2018–2022 2018 3 2019 1 2020 7 2021 4 2022 3 34 Einsatzjahr 2022 35 16. Juni 2022 Feuer mit starker Rauchausbreitung in einem Hochhaus in KölnMeschenich Um 16.21 Uhr an Fronleichnam meldeten mehrere Anrufer*innen der Leitstelle ein Feuer im dritten Obergeschoss eines Hochhauses in Köln-Meschenich. Die Leit- stelle entsandte daraufhin zwei Löschzüge und Rettungsdienstkräfte nach dem Ein - satzstichwort „Feuer mit Menschenleben in Gefahr”. Es wurde umgehend eine Men- schenrettung und Brandbekämpfung über den Treppenraum eingeleitet. Aufgrund der massiven Rauchausbreitung im Brand- und Nachbargebäude wurde die Alarmierung auf „Feuer 3” (drei Lösch- züge) und kurze Zeit später auf „Feuer 4”(vier Löschzüge) erhöht. Zusätzlich waren acht Löschgruppen der Freiwilligen Feuer- wehr im Einsatz. Insgesamt wurden zehn Angriffstrupps unter Atemschutz zur Menschenrettung, Brandbekämpfung und Kontrolle der ver- rauchten Bereiche eingesetzt. Vier Per - sonen wurden aus einer verrauchten Wohnung durch die Feuerwehr gerettet und in ein Kranken- haus transportiert. Zwei Einsatzkräfte wurden bei den Lösch- arbeiten leicht verletzt. Sie mussten nicht ins Krankenhaus transportiert werden. Da durch das Brandgeschehen mehrere Wohnungen nicht mehr bewohnbar waren, mussten zehn Bewohner*innen durch das Amt für Wohnungswesen in städtischen Notunterkünften untergebracht werden. Etwa 90 Minuten nach Eintreffen der Ein- satzkräfte zum ersten Feuer wurde im 12. Obergeschoss des gegenüberliegenden Hochhauses ein weiteres Feuer gemeldet. Es wurden unverzüglich Einsatzkräfte der ersten Einsatzstelle freigegeben, die fußläu- fig die zweite Einsatzstelle erreichten und das Feuer schnell löschen konnten. Durch zwei Löschgruppen der Freiwil- ligen Feuerwehr wurden die verwaisten Feuer wachen Lindenthal und Marienburg der Berufsfeuerwehr nachbesetzt, um den Grundschutz des Kölner Stadtgebietes zu gewährleisten. © Lars Jäger Feuerwehr und Rettungs dienst waren mit rund 130 Kräften im Einsatz. 36 Einsatzjahr 2022 37 19. Juli 2022 Bodenfeuer in Holweide Gegen 15.30 Uhr wurde die Feuerwehr Köln zu einem Bodenfeuer in Holweide gerufen. Die eintreffenden Kräfte des alarmierten Löschfahrzeuges forderten sofort weitere Kräfte und Einsatzmittel nach, denn das Feuer breitete sich rasant aus und drohte zwischenzeitlich auch auf ein Wohn gebiet überzugreifen. Rund 60 Kräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr hatten das Feuer, das inzwischen auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern brannte, schließlich rasch unter Kontrolle. Der Einsatz wurde gegen 19.45 Uhr beendet. 29. Juli 2022 Brand in einem Hochhaus Gegen 14.20 Uhr meldeten mehrere Anrufer*innen einen Brand im vierten Obergeschoss eines Hochhauses. In der Brandwohn ung sollten sich noch Men- schen befinden. Die Einsatzkräfte konnten beide Personen aus der Brandwohnung retten, eine davon wurde nach Sichtung durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus transportiert. Zwei weitere Personen aus der gegen- überliegenden Wohnung wurden eben- falls durch den Rettungsdienst gesichtet. Außerdem konnten zwei Katzen aus der betroffenen Etage gerettet werden, für vier Kanarien vögel war der Brandrauch leider tödlich. Bereits gegen 15 Uhr konnte „Feuer aus” gemeldet werden. Es waren rund 35 Kräfte der Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehr und vom Rettungsdienst im Einsatz. 22. August 2022 Großeinsatz in einem Entsorgungs betrieb in KölnGremberghoven Am Abend lief gegen 20.15 Uhr die auto- matische Brandmeldeanlage eines Entsor- gungsbetriebes in der Leitstelle ein. Die alarmierten Einsatzkräfte sahen bereits auf der Anfahrt eine Rauchsäule aufsteigen und mit Eintreffen wurde das Einsatzstichwort erhöht. Sofort wurde ein weiterer Löschzug zur Einsatzstelle entsandt. Die Maßnahmen zur Brandbe kämpfung wurden umgehend eingeleitet, die begrenzte Wasserversorgung in dem Gewerbegebiet stellte die Einsatzkräfte jedoch vor eine Herausforderung: Das Hydrantennetz reichte nicht aus, es musste Löschwasser aus einem nahe ge legenen See über eine Entfernung von mehr als 1.000 Metern gefördert werden. Dazu wurden weitere Einheiten der Frei- willigen Feuerwehr zur Löschwasserver- sorgung entsandt und es wurde auch ein Löschroboter eingesetzt. Ein Ausbreiten des Feuers konnte verhin- dert werden. Mit Hilfe eines Radladers wurde das Brandgut außerhalb der Halle abgelegt und abgelöscht. Der Einsatz wurde um 4.55 Uhr beendet. Verletzt wurde niemand. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 102 Kräften und 25 Fahrzeugen im Einsatz. © Daniel Evers © Daniel Evers © Lars Jäger © Lars Jäger 38 Einsatzjahr 2022 39 27. August 2022 Feuer im 24. Obergeschoss eines Hochhauses in KölnNeustadt/Nord Die Feuerwehr Köln wurde um 9.14 Uhr zu einer ausgelösten Brand- meldeanlage in einem Hochhaus in Neustadt/Nord alarmiert. Kurze Zeit später meldeten mehrere Notrufe, dass es im 24. Obergeschoss brenne und noch Personen vermisst würden. Umgehend wurden mehrere Angriffstrupps unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das Hochhaus geschickt. Bei der Durchsuchung der Brandwohnung konnte eine Person nur noch tot geborgen werden. Eine weitere Person wurde durch den Rettungsdienst betreut. Das Feuer konnte zeit - nah unter Kontrolle gebracht werden. Die Wohnungen in der Brandetage waren bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben. Feuer- wehr und Rettungsdienst waren mit 65 Rettungskräften im Einsatz. 30. August 2022 Bombenevakuierung und Vegetationsbrand Am Mittag wurde die Feuerwehr Köln zu einem Bombenfund in den Stadtteil Buch - heim alarmiert. Während der Evakuierungs - maßnahmen sahen Mitarbeitende des Ordnungs amtes Rauch im Bereich der Her- ler Straße. Grund für die Rauchentwicklung war ein Feldbrand, der sich auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern ausbreitete. Die ersteintreffenden Kräfte forderten auf - grund der zügigen Ausbreitung des Feuers schnell weitere Einheiten zur Einsatzstelle nach. Die Leitstelle entsandte daraufhin ein Großaufgebot von Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und unterschiedlicher Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr. Um möglichst alle Glutnester zu identi- fizieren, wurde auch die Drohne der Löschgruppe Merkenich alarmiert. Auf- grund der Vielzahl der Kräfte und der zu erwartenden Einsatzdauer besetzten zwei Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr die verwaisten Feuer- und Rettungswachen, um den Grundschutz sicherzustellen. Nach rund fünf Stunden konnte der Einsatz gegen 20.15 Uhr beendet werden. Im Ver- lauf der Nacht wurde die Einsatzstelle noch mehrmals auf Glutnester kontrolliert. Die Feuerwehr Köln war mit insgesamt 30 Fahrzeugen und 80 Kräften im Einsatz. © Lars Jäger© Lars Jäger 40 Einsatzjahr 2022 41 23. bis 25. September 2022 Salzsäureaustritt auf der A 3 Nach weit mehr als 30 Stunden Einsatz wurde die Sperrung der A3 schließlich am frühen Samstagmorgen, 25. September 2023, aufgehoben. Die Feuerwehr Köln war am Donnerstag gegen 19 Uhr alarmiert worden. In der Auffahrt zur Raststätte Königsforst hatte ein havarierter LKW gestanden, aus dem Salzsäure austrat. Sämtliche in der Nähe des havarierten LKW parken den Fahrzeuge sowie die Gastronomiegebäude an der Raststätte wurden evakuiert. Kräfte in Spe - zialanzügen untersuchten den Tankauflieger, entdeckten ein Leck an einer Schweißnaht und eine Lache, die sich bereits unter dem LKW gebildet hatte. Eine Abdichtung der Leckage war nicht möglich, daher wurde zunächst eine Bar- riere aufgebaut, um die Umwelt vor der auslaufenden Flüssigkeit zu schützen. Außerdem wurden weitere Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der Dämpfe am Schadensort einzudämmen: Der aus - tretende ätzende weiße Dampf wurde mit Wasser gebunden, das aufgefangen wurde. Die Löschwasserzufuhr für die fei- nen Wasser nebelwerfer erfolgte quer über die Autobahn aus einem nahe gelegenen Gewerbegebiet. Eigentlich hätten sich im Tank 24 Tonnen 30prozentige Salzsäure befinden sollen. Das passte aber nicht zum Schadensbild. Ein weiterer Stoff musste im Spiel sein. Die Mischung war so aggressiv, dass beim ersten Versuch, den Inhalt des Tanklastzugs in ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr um - zupumpen, eine Pumpe und die Tankanlage des Feuerwehrfahrzeugs so verätzt wurden, dass sie stark beschädigt waren. Durch die Einsatzleitung wurde ein noch stärkeres Spezialfahrzeug angefordert. Später ging man davon aus, dass es sich um eine Ver- bindung von Salzsäure und einem unbe- kannten Oxidationsmittel handelte, die viel ätzender als Salzsäure war. Die Feuerwehr legte auf dem Rastplatz einen Dekontaminationsplatz an. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurde per Warn-App die Rösrather Bevölkerung auf- gerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messfahrzeuge stellten allerdings keine gefährlichen Werte in der Luft fest. Aufgrund der Sperrung der A3 brach der Verkehr in Rösrath zusammen, es wurden vorsorglich alle Wachen der Feuerwehr besetzt, um im Ernstfall schnell ausrücken zu können. Das Leck am LKW vergrößerte sich indes und es traten inzwischen mehrere Liter pro Minute aus. Um zu verhindern, dass bei einem erneuten Bersten von Dichtungen oder Leitungen durch die aggressive Gefahrgutmischung plötzlich noch grö - ßere Mengen davon austraten, wurde der Inhalt des havarierten Lastzugs nur noch sehr langsam umgepumpt – mit Erfolg: Gegen 18 Uhr am Freitagabend waren die Umpump arbeiten abgeschlossen. Die bei - den Tankwagen fuhren unter Eskorte von Polizei und Feuerwehr zur Werkfeuerwehr von Evonik. Der havarierte LKW war nicht mehr fahrbe - reit und musste mit einem Tieflader abtrans - portiert werden. Es waren hunderte Kräfte von Berufsfeuer- wehr und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz. Hinzu kamen die Werkfeuerwehren von Currenta und Evonik, die Analytische Task Force, TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) der chemischen Industrie sowie die Feuerwehr Rösrath. © Lars Jäger 42 Einsatzjahr 2022 43 25. September 2022 Zwei Feuer am Sonntag, mehrere Personen gerettet Zunächst wurde gegen 18.45 Uhr eine brennende Mülltonne in Dell- brück gemeldet. Bei Eintreffen des entsandten Löschfahrzeuges hatte ein Bewohner die brennende Mülltonne bereits gelöscht, berichtete jedoch, dass es auch im Keller brenne. Da das gesamte Treppenhaus inzwischen verraucht war, wurden weitere Einheiten nachgefordert und bereits erste Maßnahmen eingeleitet. Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr, der sich zufällig auf dem nahe gelegenen Dellbrücker Straßenfest befand, unterstützte kur - zerhand bis zum Eintreffen der weiteren Einsatzkräfte. Bereits kurze Zeit später gelang es, den Brand im Keller einzudämmen und das Treppenhaus zu kontrollieren. Dabei wurde ein Hausbewohner ange- troffen, der mit Hilfe einer Fluchthaube ins Freie gebracht wurde. Der Bewohner hatte Rauch eingeatmet und wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Bewohner wurde mittels Dreh - leiter in Sicherheit gebracht, er blieb unverletzt. Feuer mit Menschenrettung in Weiden Um 23.49 Uhr wurde ein zweites Feuer im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Weiden gemeldet. Laut Anrufer*innen sollten sich noch Personen in dem betreffenden Haus befinden. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand eine Wohnung bereits im Vollbrand. Der Bewohner wurde von der Feuerwehr schwer ver- letzt aus der Wohnung gerettet, vom Rettungsdienst behandelt und in ein Krankenhaus transportiert. Eine weitere Person wurde vom Angriffstrupp unverletzt ins Freie geführt. Aufgrund der massiven Brandeinwirkung drohte das Feuer zwi - schenzeitlich auf das Hausdach überzugreifen. Durch den schnellen Einsatz von Löschmaßnahmen konnte dies verhindert und gegen 0.30 Uhr „Feuer aus“ gemeldet werden. Alle Wohnungen wurden auf Rauchgas kontrolliert, die Brandwohnung sowie eine Nachbarwoh - nung waren unbewohnbar. Gegen 2 Uhr wurde die Einsatzstelle der Polizei zur weiteren Ermitt- lung übergeben. © Lars Jäger 44 Einsatzjahr 2022 45 26. September 2022 Rauchentwicklung im UBahnhof Appellhofplatz / Zeughaus Am Montagnachmittag kurz vor 15 Uhr meldeten Mitarbeiter einer im UBahnhof tätigen Baufirma eine Rauchentwicklung aus einem elek trischen Betriebsraum. Die Leitstelle der Feuerwehr Köln alarmierte die zuständigen Kräfte der Feuerwache Innenstadt. Bei Eintreffen erhöhten sie die Alarmstufe aufgrund der starken Rauch - entwicklung, da sie von einem Brand im U-Bahnbauwerk ausgehen mussten. Daraufhin schickte die Leitstelle zusätzliche Kräfte zu den benachbarten zwei U-Bahnhöfen, um die gegebenenfalls entstehende Rauchausbreitung über die U-Bahntunnel zu beurteilen. Eine Rauchausbreitung über die Tunnel konnte schnell ausgeschlossen werden, sodass im Bereich der Bahnhöfe und der Tunnelanlagen keine Maßnahmen der Feuerwehr erforderlich waren. Die Rauchausbrei - tung beschränkte sich auf die Zwischenebene Appellhofplatz / Zeug- haus und die Betriebsräume. Deswegen konnten nach kurzer Zeit die an grenzenden UBahnhöfe, die Tunnelanlagen und der UBahn verkehr von der Feuerwehr wieder freigegeben werden. Alle Kräfte, außer den am Appellhofplatz eingesetzten, wurden aus dem Einsatz entlassen. Die Lokalisierung des Brandherdes innerhalb der Versorgungsschächte dauerte bis ca. 16.45 Uhr. Zur Lokalisierung wurde zusätzlich die Sondereinheit Ortung der Freiwilligen Feuerwehr Köln, Löschgruppe Dünnwald, hinzu gezogen, mit deren Spezialkamera das Schacht system kontrolliert wurde. © Lars Jäger Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit rund 100 Kräften und 35 Fahrzeugen im Einsatz. 46 Einsatzjahr 2022 47 8. Oktober 2022 Feuer in der UBahnhaltestelle Ebertplatz mit sechs Verletzten Gegen 14.15 Uhr wurde der Leitstelle ein Brand in der U-Bahnhal- testelle Ebertplatz gemeldet. Daraufhin wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften entsandt. In der Haltestelle brannte es unterhalb des Fahrgestells einer KVB-Bahn. Die betreffende Haltestelle sowie die angrenzenden Haltestellen wurden aufgrund der Rauchausbrei - tung evakuiert. Sechs Personen wurden vom Rettungsdienst leicht verletzt in Krankenhaus transportiert. Durch die umfangreichen Löschmaßnahmen konnte das Feuer gegen 16.15 Uhr unter Kon- trolle gebracht werden. Der gesamte Bereich wurde durch Löschroboter belüftet, um weitere Bergungsmaßnahmen durch die KVB einzuleiten. Außer - dem wurden die Bahnhöfe Christophstraße, Breslauer Platz, Rei - chensperger Platz und Hansaring durch die Feuerwehr kontrolliert. © Lars Jäger Zwischenzeitlich waren 110 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 95 der Freiwil ligen Feuerwehr im Einsatz. 48 Einsatzjahr 2022 49 30. Oktober 2022 Unterstützung für die Feuerwehr Brühl In Brühl entdeckten Spaziergänger und Wassersportler am Sonn - tagmorgen ein Auto im Heider Bergsee. Das Fahrzeug stand rund 30 Meter vom Nordufer entfernt gegenüber des Campingplatzes Heider Bergsee. Da der See an dieser Stelle nicht sehr tief ist, ragte die geöffnete Kofferraumklappe aus dem Wasser. Die Feuerwehr Brühl kontrollierte das versunkene Auto zunächst vom Motorboot aus, während weitere Kräfte das komplette Seeufer absuchten. Zusätzlich wurden die Tauchergruppe der Feuerwehr Köln sowie die Unterwasserdrohne der Löschgruppe Fühlingen alarmiert. Ein Taucher durchsuchte das versunkene Auto und kontrollierte den Bereich zwischen Ufer und Fahrzeug. Von einem weiteren Boot aus überprüfte die Löschgruppe Fühlingen den See mit der Unter - wasserdrohne. Die Polizei ergänzte die Suche mit einem Polizeihub - schrauber. Es wurden keine Personen im See gefunden. Nach Abschluss der Sucharbeiten wurde das Auto aus dem Wasser geborgen. Hierfür platzierten zwei Taucher einen Luftsack im Auto, um es an die Wasseroberfläche auftreiben zu lassen. Danach wurde es mittels einer Seilwinde ans Ufer gezogen. Die Feuerwehren Brühl und Köln waren mit insgesamt 42 Kräften im Einsatz. © Feuerwehr Brühl 50 Einsatzjahr 2022 51 10. November 2022 Brand eines ICE am Flughafen Köln / Bonn Um 19 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Feuerwehr Köln über einen Brand in einem ICE. Zeitgleich löste die Brandmeldeanlage des Bahnhofes des Flughafens Köln/Bonn aus. Im hinteren Bereich eines ICE kam es zu einem Brand im Türbereich, das Feuer breitete sich daraufhin im Zugabteil aus. Der ICE befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Bahnsteig im Flughafen - bahnhof und wurde durch die Mitarbeitenden der Deutschen Bahn frühzeitig geräumt. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte der Werk - feuerwehr des Flughafens Köln/Bonn kontrollierten, dass sich wirk- lich keine weiteren Personen im betroffenen Bereich mehr befinden. Durch den Brand entstand eine massive Rauchentwicklung, sodass neben der Brandbekämpfung umfangreiche Entrauchungsmaß - nahmen durchgeführt wurden. Gegen 19.45 Uhr hatten die Einsatz- kräfte das Feuer unter Kontrolle und anschließend gelöscht. Eine Person, die den Zug bereits zuvor verlassen hatte, erlitt eine leichte Rauchvergiftung, wurde rettungsdienstlich versorgt und in ein Krankenhaus transportiert. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit 20 Fahrzeugen und 60 Kräften im Einsatz. Die Einheiten kamen von der Feuerwehr Köln sowie der Werkfeuerwehr des Flughafens Köln/Bonn. © Lars Jäger 11.11.2022 Elfter im Elften Neben Silvester und Weiberfastnacht gehört der Elfte im Elften zu den großen planbaren Lagen für die Feuerwehr Köln. Für den Sessionsauftakt wurde die Leitstelle daher personell aufgestockt, alle Rettungswagen wurden in Dienst gestellt und am Rauten - strauch-Joest-Museum wurde vorübergehend eine eigene Ret - tungswache stationiert. Dort, im Rathaus und im Kwartier Latäng befanden sich an dem Tag die Einsatzleitungen der Feuerwehr. Zusätzlich waren je zwei Teams der Freiwilligen Feuerwehr im Kwar- tier Latäng und im Bereich Alter Markt unterwegs. Neben den hauptamtlichen Feuerwehrleuten waren hunderte ehren amtliche Kräfte der fünf Hilfsorganisationen ASB, DRK, Johanniter, Malteser und Falck im Einsatz. Sie besetzten die acht Unfallhilfsstel- len (UHS) in der Altstadt und sieben Unfallhilfsstellen im Kwartier Latäng. Bis 21.30 Uhr behandelten die Hilfsdienste in der Altstadt 145 Per- sonen, im Zülpicher Viertel bis 18 Uhr 215. Aus der Altstadt wurden 30 Personen in Krankenhäuser transportiert, aus dem Zülpicher Viertel 54. Der Rettungsdienst der Stadt Köln war stadtweit 930mal im Einsatz, damit ungefähr doppelt so häufig wie an einem „normalen“ Tag. 52 Einsatzjahr 2022 53 © Adrian Kachel© DRK / Andreas Brockmann © Malteser Köln 54 Einsatzjahr 2022 55 14. November 2022 Wohnungsbrand in Neubrück – eine Verletzte Mehrere Anrufer*innen meldeten am Montag gegen 11.55 Uhr einen Brand im vierten Obergeschoss eines achtgeschossigen Wohn - hauses im Europaring in Neubrück. Als die Rettungskräfte ein - trafen, stand die Wohnung bereits im Vollbrand. Die Bewohnerin der Brandwohnung konnte sich noch vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit bringen. Sie wurde vom Rettungsdienst versorgt und leicht verletzt ins Krankenhaus transportiert. Aufgrund der Brandausbreitung und der massiven Rauchentwick - lung wurden weitere Einsatzmittel nachalarmiert, sodass schließlich drei Löschzüge sowie Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr im Ein- satz waren. Das Feuer hatte zwischenzeitlich auf die Hausfassade übergegriffen und die Fenster in der darüber liegenden Wohnung bersten lassen. Mehrere Trupps suchten unter Atemschutz die Brandwohnung, die umliegenden Wohnungen und das Treppenhaus ab. Parallel wurde die Brandbekämpfung im Innenraum und über Drehleitern eingeleitet. Das Feuer war schließlich schnell unter Kontrolle und anschließend gelöscht. Nach umfassenden Entrauchungsmaßnahmen konnten die Bewohner*innen zurück in ihre Wohnungen. Die Brandwoh- nung selbst und die darüber liegende Wohnung waren nicht mehr bewohnbar. Der Einsatz war gegen 14.40 Uhr beendet. © Franziska Saur © Franziska Saur Feuerwehr und Rettungs dienst waren mit 65 Kräften und 22 Fahrzeugen im Einsatz. 56 Einsatzjahr 2022 57 6. / 7. Dezember 2022 Drei Feuer mit Menschenrettung in der Nikolausnacht In der Nikolausnacht rückte die Feuerwehr Köln zu drei Bränden mit Menschenrettung aus. Um 2.44 Uhr alarmierten Anwoh- ner*innen die Feuerwehr über einen Brand in einer Erdgeschosswohnung in Brück. Eine Person sollte sich dabei noch in der Wohnung befinden. Die eintreffenden Einsatzkräfte retteten die Person aus der Brandwohnung und übergaben sie an den Rettungsdienst. Dieser transportierte sie unter Notarztbegleitung in ein Kran - kenhaus der Maximalversorgung. Gegen 3 Uhr konnte „Feuer aus“ gemeldet und um 3.22 Uhr der Einsatz beendet werden. Gegen 5.20 Uhr wurde der Brand einer Mülltonne am Kaiser-Wilhelm-Ring gemel- det. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich das Feuer bereits im Erdgeschoss des angrenzenden Gebäudes ausgebreitet. Der durch den Brand entstandene Rauch breitete sich in zwei angrenzende sowie in drei rückwärtige Gebäude aus, sodass eine weitere Brandmeldeanlage auslöste. Die Feuerwehr forderte daraufhin mehrere Einsatzmittel nach, sodass zwischenzeitlich drei Löschzüge sowie weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz waren. Die Kräfte konnten eine Person aus einem Gebäude in der Von-Werth-Straße befreien. Sie wurde vom Rettungsdienst gesichtet, musste aber nicht ins Krankenhaus trans - portiert werden. Alle weiteren Wohnungen und Gewerbeeinheiten in den betroffenen Gebäuden wurden von den Einsatzkräften durchsucht, es wurden keine weiteren Personen angetroffen. Der Einsatz wurde gegen 10.30 Uhr beendet. Parallel zur Einsatzstelle am Kaiser-Wil- helm-Ring wurde gegen 5.45 Uhr ein Brand im fünften Obergeschoss in einem Studierendenwohnheim in Sülz gemeldet. Dort sollte sich eine Person am Fenster der verrauchten Wohnung befinden. Das Feuer konnte gegen 6.10 Uhr gelöscht wer- den, zwei Personen wurden gerettet und durch den Rettungsdienst gesichtet. Eine weitere Person wurde ebenfalls durch den Rettungsdienst gesichtet, ein Transport ins Krankenhaus war für keine der Geret- teten nötig. Die betroffene Wohnung wurde entraucht und der Einsatz um 6.36 Uhr beendet. 23. November 2022 Eingeklemmte Person auf der A3 Am Mittwochabend kam es gegen 22 Uhr auf der A3 in Höhe der Anschlussstelle Dellbrück zu einem Verkehrsunfall zweier PKW. Eine Person wurde dabei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Sie wurde mit - tels schwerem Gerät aus dem Fahrzeug befreit und nach der medizinischen Erstversorgung ins Krankenhaus transportiert. Drei weitere leicht verletzte Personen wurden durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend in ein Krankenhaus transportiert. © Lars Jäger © Franziska Saur Feuerwehr und Rettungs dienst waren mit 45 Kräften und 20 Fahrzeugen im Einsatz. 58 Einsatzjahr 2022 59 13. Dezember 2022 Zwei Verletzte nach Wohnungs brand in NeustadtNord Anrufer*innen meldeten gegen 11 Uhr eine starke Rauchentwicklung am Dachstuhl eines Mehrparteienhauses in der Krefelder Straße in Neustadt-Nord. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr konnte sich eine Person schwer verletzt aus der Brandwohnung retten. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand die Wohnung, die sich – entgegen der Erstmeldung – im vierten Obergeschoss des Mehrfamilien - hauses befand, bereits im Vollbrand. Umgehend rückte ein Trupp zur Brandbekämpfung in die brennende Wohnung vor. Ein Übergreifen des Feuers auf andere Wohnungen konnte verhindert werden. Parallel kontrollierten weitere Trupps den Treppenraum sowie die benachbarten Wohnungen. Eine weitere leicht verletzte Per- son konnte über die Drehleiter aus dem Dachgeschoss gerettet und anschließend dem Rettungsdienst übergeben werden. Beide Verletzten wurden in Krankenhäuser transportiert. Der Einsatz wurde gegen 15 Uhr beendet. Berufsfeuerwehr, Freiwil- lige Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit mehr als 60 Kräften im Einsatz. © Lars Jäger © Franziska Saur Sondereinheiten 62 63 Sondereinheiten 19. Februar 2022 Verirrte Familie sicher nach Hause gebracht Eine Familie mit neun Kindern hat am Sams - tag den Weg nach Hause nicht mehr gefun - den. Eine besorgte siebenjährige Passantin entdeckte die verzweifelte Familie und alarmierte daraufhin die Feuerwehr. Die eintreffenden Kräfte versuchten der Passantin zunächst zu erklären, dass sie für diese Art von Notfall nicht zuständig seien. Die Siebenjährige blieb aber hartnäckig und die Kollegen gaben schließlich nach und versprachen, die aufgeregte Familie sicher zurückzubringen. Nach kurzer Beratung nahmen die Einsatz- kräfte die schnatternde Familie kurzerhand in die Mitte und geleiteten sie, gemeinsam mit der Siebenjährigen und ihrer Mutter, die 350 Meter über die dicht befahrenen Aa- chener Straße zum Aachener Weiher. Alle elf Familienmitglieder schwammen schließ- lich fröhlich davon. Und ein paar Kinder- augen leuchteten. März 2022 / ATF2 Einsatz Brief mit unbe kannter Substanz im britischen Kon- sulat in Düsseldorf Im britischen Konsulat in Düsseldorf wur- de im März 2022 ein Brief mit einer unbe- kannten Substanz aufgefunden. Aufgrund der besonderen Auffindesituation erfolgte die Anforderung der ATF Köln zur Unter- stützung der Kollegen der Berufsfeuerwehr Düsseldorf. Durch die Analyse der ATF Köln konnte die unbekannte Substanz als „giftig“ eingestuft werden. 19. März 2022 Tierrettung aus dem Randkanal Am Dienstag um 6.45 Uhr wurde die Feuerwehr zu „Tier in Not“ alarmiert: Ein Reh war in den Rand kanal in Roggen- dorfThenhoven gefallen. Aber die Feuer- wehr war schnell zur Stelle und befreite das verängstigte Reh nach etwa 20 Minuten aus seiner misslichen Lage. Juni 2022 Neue Wasser rettungs experten für die Feuerwehr Köln Im diesjährigen Taucherlehrgang konnten insgesamt neun Kollegen ihre Ausbildung zum Taucher sowie ein Kollege seine Aus- bildung zum Lehrtaucher erfolgreich ab sol- vieren. Die sogenannte Freiwasserausbildung fand während des knapp zweimonatigen Lehr- gangs bei der DLRG Köln am Fühlinger See statt. 64 Sondereinheiten 65 22. September 2022 Eichhörnchen auf Balkon gefangen Ein Katzennetz auf einem Balkon in Bilder- stöckchen wurde einem Eichhörnchen zum Verhängnis: Es verfing sich jämmerlich und wurde durch die Feuerwehr befreit. Darauf- hin trat es mit einem beherzten Sprung auf die Wiese die Flucht an. 30. September 2022 450 Jahre Feuerwehr Ende September ging es für die Feuerwehr Köln hoch hinaus. Zusammen mit den Feu- erwehrkräften aus Hamburg und Düssel- dorf hieß es, 170 Meter in die Höhe zu ge- hen. Jede der drei Feuerwehren feierte im Jahr 2022 ihren 150. Geburtstag. Gemein - sam erklommen also 450 Jahre Feuerwehr den Rheinturm in Düsseldorf. 14. Oktober 2022 Gemeinsame Übung Ein Mitarbeiter verunglückt in 70 Metern Höhe – ihn zu retten war am 14. Oktober Ziel des gemeinsamen Übungsszenarios der Werk feuerwehr Chempark Leverkusen und der Feuerwehr Köln. Ein Mitarbeiter, der bei Arbeiten in einen Fallschutz gestürzt war, wurde von den Kräften der Werkfeuerwehr gerettet und vom Rettungsdienstpersonal erstversorgt. Den Transport aus rund 70 Metern Höhe zum bereitstehenden Rettungswagen führte die Höhenrettung Köln seilunterstützt durch. 66 Sondereinheiten 67 31. Oktober 2022 / ATF3 Einsatz Austritt einer Flüssigkeit aus einem Tankwagen Auf der A1-Raststätte Ville kam es zum Austritt einer Flüssigkeit aus einem Tankfahrzeug. Gemäß der Kennzeichnung sollte der Tankwagen Salzsäure geladen haben. Analog zum Einsatz auf der A3 wenige Wochen vorher, entsprach die Farbe der Flüssigkeit nicht der Farbe von Salzsäure. Die ATF Köln wurde zur Identifikation der Flüssigkeit sowie zur Fachberatung hinzugezogen. Juli 2022 / ATF2 Einsatz Anschlag auf die Rheinkirmes in Düsseldorf im Juli 2022 Während der Rheinkirmes in Düsseldorf wurde in einem Fahrge - schäft eine unbekannte Substanz freigesetzt. Auf Anforderung der Polizei Düsseldorf kam die ATF Köln zum Einsatz und konnte die zunächst unbekannte Flüssigkeit identifizieren sowie eine Fach beratung zur Dekontamination leisten. 13. Juli 2022 / ATF2 Einsatz Analyse einer Löschwasserprobe für die Feuerwehren des Kreises TrierSaarburg; erster Einsatz des LeuchtbakterienTests Im Verlauf eines Großbrandes im Kreis Trier-Saarburg bat die Ein- satzleitung vor Ort um eine Analyse des abfließenden Löschwassers. Die ATF Köln setzte zur Analyse des Löschwassers erstmals den Leuchtbakterien-Test ein. Der Leuchtbakterien-Test nutzt die Hem- mung der Leuchtkraft von Bakterien bei Anwesenheit von schäd - lichen Wasserinhaltsstoffen. Je geringer die Bakterien leuchten, desto schädlicher ist das abfließende Löschwasser. 17. Dezember 2022 Gefangene Möwe befreit Mitten im weihnachtlichen Trubel in der Innenstadt verfing sich am Samstag eine Möwe in einem Laden in der Schildergasse. Zur Ret - tung der Gefangenen rückten das Löschfahrzeug der Feuerwache 1 und der Gerätewagen Tiertransport der Feuerwache 8 an. Unter der aufmerksamen Beobachtung zahlreicher Weihnachtsshopper gelang die aufwendige Rettung und die Möwe konnte befreit werden. #StandwithUkraine 70 #StandwithUkraine 71 72 #StandwithUkraine 73 74 #StandwithUkraine 75 28. Februar Die Stadt Köln bereitet Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen vor, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind. Im Laufe des Dienstags, 1. März 2022, werden die ersten Geflüchteten in Köln erwartet. Die rund 180 Menschen haben zum Teil bestehende Kon- takte in Köln und werden teilweise privat untergebracht. Trotzdem bereitet die Stadt Köln Plätze in städtischen Unterbringungsange - boten vor. Dies sind zunächst 200 Plätze, insgesamt wird das Ange - bot innerhalb der nächsten zwei Wochen auf bis zu 1.500 Plätze nach Bedarf erweitert. Die Geflüchteten werden stufenweise nach Kapazität in Köln unter gebracht: Zuerst werden die bestehenden städtischen Unterkünfte mit abgeschlossenen Wohneinheiten belegt. Danach stehen noch Beherbergungsbetriebe zur Verfügung, die auch abgeschlos - sene Wohneinheiten bieten. Zuletzt werden die Gemeinschafts - unterkünfte belegt. Am Donnerstag, den 24. Februar 2022, begann die Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Auch mehr als ein Jahr später ist kein Ende des Konfliktes in Sicht. Laut des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte wurden bis zum 21. Februar 2023 mehr als 8.000 Zivilisten getötet und mehr als 13.000 Menschen verletzt. Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings nur um die bestätigten Opferzahlen, der UNHCR geht davon aus, dass die wirkliche Anzahl an Verletzten und Toten in der Zivilbevölkerung deutlich höher liegt. 13,7 Millionen Ukrainer*innen haben nach Angaben des UNHCR seit Beginn des Krieges ihr Land verlassen, 6,4 Millionen sind in der Zwischenzeit zurückgekehrt. Mehr als sieben Millionen Menschen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Polen (1,5 Mio.) und Deutschland (1 Mio.) haben innerhalb der Europäischen Union bisher die meisten Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine aufge nommen (Stand März 2023). © Lars Jäger 76 #StandwithUkraine 77 4. März Die Feuerwehr Köln beobachtet die Lage seit Kriegsbeginn, vor allem in Bezug auf die Flüchtlingsströme. In der Stadt Köln wurde die Ämterrunde unter Federführung der Feuerwehr Köln ein berufen, um die Lage zu koordinieren und sich über verschiedene Unter stütz- ungsmöglichkeiten abzustimmen. Seit dem 4. März 2022 befasst sich der Krisenstab der Stadt Köln mit der Lageentwicklung in der Ukraine. Ebenfalls seit dem 4. März tagt die Corona-Einsatzleitung auch als Ukraine-Einsatzleitung. Die seit zwei Jahren erprobten Struk - turen werden für die Ukraine-Lage genutzt, um die bestmöglichen Synergie effekte zu erzeugen. 6. März 2022 Die Kampfhandlungen in der Ukraine gehen unvermindert weiter. Laut Angaben des UNHCR sind bisher 1,7 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, der Großteil in die angrenzenden Nachbarstaaten. In Köln sind seit dem 6. März etwa 500 Menschen angekommen. Im Laufe des Sonntages wurde auf dem Breslauer Platz eine Anlauf - stelle errichtet, um ankommende Geflüchtete aufzunehmen. In der Anlaufstelle werden die Ankommenden getestet, erhalten Essen und werden durch das Amt 56 – Wohnungsamt – in Köln unter- gebracht bzw. landesweit auf Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt. Aufbauorganisation Anlaufstelle Breslauer Platz Arbeits gemeinschaft der Hilfsorga nisationen • Sanitätsdienst • Versorgung Einsatzkräfte • ggf. Ver sorgung Geflüchteter • Logistik Unterbringung (insb. Kinder, Covid+, etc.) • Medienarbeit• Infektionsschutz • Ausländer fragen • Planung und Organisation des Betriebs • Dolmetscher*innen • HelpDesk • Einbindung Spontan helfender Planungsgrößen • Durchlauf: 500–700 Geflüchtete/h • Aufenthalt: max. 3 Stunden Personalansatz • Anfangsphase (1 Beamter gD, 2 Beamte mD) • Dauerbetrieb (1 Beamter gD, 1 FM) = Präsenz 24/7 Gesundheitsamt Wohnungsamt Amt für Presse und Öffentlich keitsarbeit Ausländeramt Personalamt N. N. Polizei / Bundespolizei Hygiene 1 • Toiletten • Waschmöglichkeit Infrastruktur • Räumlichkeiten • Kommunikation Security 1 • Personenlenkung • Absicherung Einsatzleitung Feuerwehr Köln S3 Einsatzabschnittsleitung Anlaufstelle Ukraine (Breslauer Platz) 78 #StandwithUkraine 79 Alle Personen werden zuvor auf Corona getestet und können bei einem positiven Testergebnis separat untergebracht werden. Die Stadt Köln wird beim Betreiben der Anlaufstelle von Hilfs diensten und ehrenamtlichen Helfern*innen unterstützt. Diese helfen zusätzlich beim Vermitteln von Informationen auf Ukrainisch und Russisch. Am Sonntagmorgen um 2 Uhr landete zudem ein Passagierflug - zeug aus Ägypten mit ukrainischen Urlaubsrückkehrer*innen am Flug hafen Köln / Bonn. 63 der 105 gelandeten Passagiere wur- den mit Reisebussen in eine Gemeinschaftsunterkunft gebracht. Die restlichen Passagiere reisten selbstorganisiert weiter oder kamen bei Verwandten unter. Eine medizinische Versorgung war nicht nötig. 8. März Der UNHCR meldet insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar in die Nachbar- länder der Ukraine geflüchtet sind. Mehr als die Hälfte von ihnen, über 1,2 Millionen, wurde demnach von Polen aufgenommen. Seit dem Wochenende vom 6. März wurden mehr als 600 Men- schen in Köln untergebracht. Wie viele noch kommen werden, ist zu der Zeit nicht abzusehen. Anders als zur Flüchtlingskrise 2015 / 16 können sich die Ukrainer*innen mit ihrem Reisepass frei in Europa bewegen. 10. März Am Standort der ehemaligen Corona-Teststation wird seit dem 10. März eine Containeranlage aufgebaut, die die aktuelle Zeltstadt auf dem Breslauer Platz nach dem Wochenende ablösen wird. Dort erhalten die Geflüchteten Informationen, können sich aufwär - men, erhalten etwas zu essen und zu trinken und bekommen eine Unterkunft vermittelt. Alle Personen werden zuvor auf Corona gete - stet und können bei einem positiven Testergebnis separat unterge- bracht werden. Die Anlage soll am Sonntag fertiggestellt sein. Die provisorische Anlaufstelle wird bis dahin weiterhin betrie - ben. Sowohl die aktuelle als auch die künftige Anlaufstelle sind auf absehbare Zeit 24/7 in Betrieb und werden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr geführt. Dies gelingt mit der hohen Bereitschaft vieler Mitarbeiter*innen, zusätzliche Dienste am Breslauer Platz zu übernehmen. 80 #StandwithUkraine 81 11. März Seit dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine haben mehr als 2,5 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen. Laut UNHCR ist es die am schnellsten gewach - sene Zahl von Geflüchteten in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg – und ein Ende ist nicht in Sicht. Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg in die Nachbar- länder der Ukraine, um den Kämpfen in ihrer Heimat zu entkommen. In Deutschland haben die Behörden inzwi - schen fast 100.000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert. Es seien nach Zahlen der Bundespolizei mittlerweile 95.913 Men- schen festgestellt worden, teilt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin mit. Aufgrund fehlender fester Grenzkontrollen dürften die Zahlen deutlich höher sein. Rund 1.500 Geflüchtete hat die Stadt Köln bis zum 11. März in städtischen Unterkünf- ten unterbringen können. Die Kapazität der städtischen Unterbringungsplätze ist damit nahezu erschöpft. Die Stadtver - waltung ist dabei, weitere Plätze zu schaffen, sowohl durch die kurzfristige Anmietung von Zimmern in Beherbergungsbetrieben als auch den Aufbau von Kapazitäten in der Kölner Messe und die Akquisition wei- terer Gebäude und Flächen. Allein in der Messe sollen so schnell wie möglich bis zu 1.500 Plätze geschaffen werden. Darüber hinaus werden Geflüchtete auch in den zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes NRW, das für die Erstaufnahme ver- antwortlich ist, untergebracht. Es ist sicher - gestellt, dass jeder und jede, der*die eine Unterkunft braucht, auch eine bekommt. 12. März In der Messehalle 3 beginnt ab dem 12. März der Aufbau eines Erstversorgungszentrums für 1.100 Menschen. Unterstützt werden die Aufbauarbeiten von THWKräften, die sich u. a. um den Transport und Aufbau der benötigten Feldbetten kümmern und mit einem Zugtrupp Organisation und Kommu- nikation im Einsatzabschnitt sicherstellen. 13. März Die Gefechte rund um die Hauptstadt Kiew gehen nach Angaben der ukrainischen Armee weiter. Es gebe heftige Kämpfe in Irpin und Makariw im Gebiet Kiew, teilt das Militär mit. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Dörfern, die humanitäre Lage werde immer schlechter. Seit Beginn des Angriffskrieges sind 2,7 Millionen Men- schen aus der Ukraine geflohen, hinzu kom - men hunderttausende Binnenvertriebene. Bislang sind 135.526 Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine in Deutschland festgestellt worden. Das teilte das Bundesinnenminis - terium auf Anfrage des ARD-Hauptstadt- studios mit. Ein Sprecher des Innenminis - teriums berief sich dabei auf Angaben der Bundes polizei. Die Zahl der in Deutschland eingereisten Kriegsgeflüchteten könne allerdings wesentlich höher sein, da keine festen Grenzkontrollen stattfinden, so der Sprecher. Oberbürgermeisterin Henriette Reker eröffnet am Sonntag, 13. März 2022, das neue Ankunftszentrum für ukrainische Geflüchtete am Breslauer Platz. Bereits seit vergangenen Sonntag, 6. März 2022, gab es eine pro visorische Zeltstadt, die die Feuerwehr der Stadt Köln errichtet hatte und die seitdem als zentrale Anlaufstelle bereits fungierte. Nun ist aus der Anlauf - stelle ein Ankunftszentrum geworden und die Zelte konnten bereits abgebaut werden. Das Ankunftszentrum ist ein Containerdorf auf dem Gelände des Busbahnhofs am Breslauer Platz. Hier werden die Kontakt- daten der Geflüchteten aufgenommen. Danach wird ein CoronaTest durchgeführt – ist der negativ, wird der/die Geflüchtete in einen Aufenthaltsbereich geleitet, wo es etwas zu essen und zu trinken gibt. Posi - tiv getestete Geflüchtete werden in einen separaten Bereich geleitet (sie werden dann isoliert in einer Unterkunft untergebracht). Es gibt jeweils einen Bereich für stillende Mütter und eine Spielecke für Kinder. Jeden Tag kommen allein am Kölner Hauptbahnhof mehrere hundert ukrai- nische Geflüchtete an. Bei Bedarf wird den Geflüchteten eine Unterkunft vermittelt. Bereits 1.700 Personen wurden in städ- tischen Unterkünften bisher untergebracht. In der Kölner Messe stehen ab Beginn der Woche bis zu 1.500 weitere Plätze bereit. Das Sozialdezernat ist derzeit dabei, weitere Plätze herzurichten, beispielsweise durch die Anmietung von Hotelzimmern, denn die sogenannte „Notreserve“ von Plätzen in städtischen Unterkünften ist seit Ende die - ser Woche bereits ausgeschöpft. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Die Stadt Köln arbeitet mit Hochdruck daran, eine funktionierende Ankunft und Unterbringung für die Geflüchteten zu ermöglichen. Mit diesem „Ankunftszentrum“ haben wir schnell Strukturen geschaffen, die den Menschen für den Anfang etwas Schutz, medi zinische Erstversorgung und die Versorgung mit Essen und Trinken ermöglichen. Ich bin froh, dass wir innerhalb kürzester Zeit hier am Hauptbahnhof eine erste Anlaufstelle einrichten und diese nun in ein Ankunftszentrum überführen konn - ten. Mein Dank gilt allen, die dies so schnell ermöglicht haben. 13,7 Millionen Ukrainer*innen haben nach Angaben des UNHCR seit Beginn des Krieges ihr Land ver lassen, 6,4 Millionen sind in der Zwischen zeit zurück gekehrt. Mehr als sieben Millionen Menschen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. 82 #StandwithUkraine 83 84 #StandwithUkraine 85 Insbesondere möchte ich mich bei allen Ehrenamtlichen und den verschiedenen Vereinen und Hilfsorganisationen bedanken, ohne deren Engagement diese Aufgabe nicht zu bewältigen wäre.“ Das „Welcome Center“ ist 24 / 7 in Betrieb und wird aktuell durch Einsatzkräfte der Feuerwehr geführt. Das Center wurde heute um 15 Uhr von Oberbürgermeisterin Reker eröffnet und im Laufe der Woche vom Dezernat V übernommen. Zwischen dem 6. und dem 12. März wurden 2.320 Geflüchtete am Breslauer Platz regis - triert und 1.283 davon untergebracht. 15. März Die Stadt Köln hat schon mehr als 2.100 Menschen untergebracht. Es wer- den aber weiterhin Plätze für Geflüchtete aus der Ukraine benötigt. In Zusammen - arbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW) wurden daher in der Messehalle 3.1 Wohn bereiche für rund 1.100 Menschen eingerichtet. Die Wohnbereiche sind jeweils 25 Qua- dratmeter groß, mit Betten (Feldbetten), Tisch und Stühlen sowie einem abschließ - baren Schrank ausgestattet und bieten Platz für vier Personen. Sollten die Kapa - zitäten nicht ausreichen, können weitere 400 Menschen in der Messehalle 4.1 untergebracht werden. Der Betrieb der Notunterkunft wird gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Caritasverband der Stadt Köln und der Diakonie Köln sichergestellt. Die sozialen Träger sind mit rund 20 Mitarbei- tenden vor Ort im Einsatz und gewähr- leisten die sozialarbeiterische Betreuung, Bereitstellung von Hygieneartikeln sowie einen Sicherheitsdienst. Verpflegung wird zwischen 8 und 19 Uhr bereitgestellt. Alle Ankommenden werden auf Corona getestet und registriert. 16. März In weniger als drei Wochen sind 3.063.095 Menschen aus der Ukraine geflohen. Weitere 1,85 Millionen Men - schen sind Binnengeflüchtete. Geschätzte 12,65 Millionen Menschen sind von den Kampfhandlungen in der Ukraine betroffen. Die deutschen Behörden haben binnen eines Tages rund 15.000 Neuankömmlinge aus der Ukraine registriert. Seit Beginn des russischen Angriffs sind damit 187.428 Menschen aus der Ukraine eingereist und dabei registriert worden, wie das Bundes - innenministerium mitteilte. In Köln wurden bisher mehr als 2.000 Menschen untergebracht, damit sind die städtischen Kapazitäten erschöpft. Die Anlaufstelle am Breslauer Platz wurde am 15. März an das Dezernat V übergeben. Der Einsatzleitwagen mit einer Kraft vom Fernmeldedienst und einer Kraft aus dem gehobenen Dienst bleibt bis Sonntag noch vor Ort. Der Erweiterungsbau ist heute gestartet und soll bis spätestens Samstag abgeschlossen sein. Ein Verkehrs - konzept wurde zwischen dem Ordnungsamt, dem Taxi-Ruf und der KVB abgestimmt. Die Messehalle 3.1 ist voll belegt. Die Halle 3.2 wurde am Abend zuvor fertiggestellt, dort sind noch 184 Plätze frei. Zusätzlich gibt es den Überlauf in Halle 4.1 mit 400 Betten. Die Halle 4.1. ist allerdings nur minimal ausgestattet und daher keinesfalls für einen längeren Aufenthalt geeignet. In Köln wurden bisher mehr als 2.000 Menschen unter gebracht, damit sind die städtischen Kapazitäten erschöpft. 86 #StandwithUkraine 87 18. März Die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine ist inzwischen auf mehr als 3,2 Millionen gestiegen. In Deutschland sind bislang etwa 200.000 Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine an ge kommen. Cottbus wird künftig neben Hannover und Berlin das dritte Drehkreuz für die Verteilung der Geflüchteten aus der Ukraine. Ab Mittwoch nächster Woche sollen täglich sechs Sonderzüge mit insge - samt bis zu 3.600 Menschen ankommen. Geflüchtete haben einen Anspruch auf Gesundheitsversorgung. Sie erhalten einen Corona-Test, zudem besteht ein Impf-An- spruch. Die Behandlung von Erkrankten und Verletzten aus der Ukraine in Krankenhäu- sern wird über das sogenannte Kleeblattver - fahren organisiert. Es wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophen- hilfe mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) koordiniert. Die Kapazität der Anlaufstelle am Breslauer Platz wird derzeit erweitert. Der Erweite - rungsbau ist am Mittwoch gestartet und wird bis spätestens Samstag, 19. März, abgeschlossen sein. Dort wird es u. a. Sozi- alräume für Helfer*innen geben, eine kleine Kleiderkammer und Ruheräume. Pro Tag werden durchschnittlich 500 Menschen am Breslauer Platz registriert. In der Messe sind aktuell noch etwa 30 Bet- ten in beiden Hallen frei. 24. März Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bereits zehn Millionen Menschen durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine in die Flucht getrieben worden, davon haben mehr als 3,6 Millionen Men- schen ihr Heimatland verlassen. Mit Cottbus steht nun ein drittes Drehkreuz für Geflüchtete aus der Ukraine zur Ver fügung. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, soll der dortige Bahnhof Berlin und Han - nover entlasten. Über Cottbus könnten bis zu 2.500 Geflüchtete täglich nach Deutsch - land gebracht werden. Dazu fahren den Angaben zufolge jeden Tag bis zu sechs Shuttle-Züge vom polnischen Breslau ohne Zwischenstopp in die brandenburgische Stadt. 31. März In Deutschland sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine von der Bundespolizei 225.357 Kriegsgeflüch- tete erfasst worden. In Köln wurden bislang rund 3.500 Menschen untergebracht. Am Sonntag, 27. März, wurden alle Funktionen vom Dezernat V besetzt. Die Messehalle 3 ist aktuell mit rund 600 Personen belegt. Es gibt wieder Aufnahmekapazitäten in Landeseinrichtungen und Hotels in Köln. Auch hier wird die Feuerwehr Köln die Zuständig - keit bis spätestens Ende der Woche an das Dezernat V vollständig abgeben. Der Krisenstab hat am Freitag, 25. März, den Bau einer Zeltstadt beschlossen und die Feuerwehr mit der Umsetzung beauftragt. Köln (Stand 22. März 2022): Etwa 9.000 Geflüchtete, einschließlich 3.139 ukra inische Geflüchtete, sind in städtischen Unter künften untergebracht. © Luftwaffe / Miriam Altfelder Am 11. April ist der A310 MedEvac der Flugbereitschaft der Bundeswehr vom Flughafen Köln/Bonn in Richtung Rzeszów gestartet, um in der Stadt im Südosten Polens ukrainische Verwundete aufzunehmen. 88 #StandwithUkraine 89 90 #StandwithUkraine 91 11. April Mit einem breit aufgestellten Angebot an Hilfsgütern unterstützt die Stadt Köln gemeinsam mit dem Kölner Notfallverbund der Archive und Bibliotheken Kulturinsti- tutionen in der Ukraine. Nachdem die Ukraine über die internationa- len Einrichtungen zum Kulturgutschutz um Unterstützung gebeten hat, wurden durch zentrale nationale Einrichtungen in Berlin alle Notfallverbünde Deutschlands zusam - mengerufen, um Material, das sich für den Schutz von Kulturgut eignet, dezentral zu sammeln und in Richtung Ukraine zu brin- gen. Hierbei handelt es sich vor allem um Verpackungsmaterialien für Urkunden und Bücher, aber auch um Folien, Kartonagen und andere Verpackungen, um wertvolles Kulturgut schützen zu können. Als Sammelstelle für dieses bundesweit koordinierte Verfahren wurde Köln für den Bereich „West“ eingerichtet. Hier wurden bereits erste Hilfsgüter für den Kulturgut- schutz gesammelt und werden in Kürze in die Ukraine gefahren. Die Sammlungen werden vom Historischen Archiv der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Köln organisiert. Weitere Sammelstellen werden in Berlin, München und Stuttgart aufgebaut. In ukrainischen Hilfeersuchen wurden neben den typischen Verpackungsmateri- alien wie Luftpolsterfolien und Kartonagen auch Säcke mit Füllmaterial und anderes Schutzmaterial angefragt. Im Rahmen des Notfallverbundes Kölner Archive und Bibliotheken wurde daher vor allem Material durch das Historische Archiv bereitgestellt. Die Stadtentwässerungs - betriebe stellen 10.000 leere Sandsäcke zur Verfügung, damit Skulpturen und andere große, nicht transportable Gegenstände geschützt werden können. Das Material, insgesamt etwa 15 Palet- ten / Gitterboxen, wird zeitnah in zentrale Sammelstellen im Bundesgebiet versandt, von wo aus es in die Ukraine gebracht wird. 12. April Seit dem 24. Februar flüchteten laut UNHCR mehr als 4,5 Mio. Menschen aus der Ukraine in die Nachbarländer. In Deutschland gab es 316.453 durch die Bundespolizei regis- trierte Ankünfte. Am Morgen des 11. April ist der A310 MedEvac der Flugbereitschaft der Bundes - wehr vom Flughafen Köln / Bonn in Richtung Rzeszów gestartet, um in der Stadt im Südosten Polens ukrainische Verwundete aufzunehmen. Die zivilen Patient*innen wur- den bei militärischen Angriffen teils schwer verletzt. MedEvac steht für „medizinische Evaku- ierung“. Der „fliegende Intensivstation“ genannte Airbus A310 verfügt über eine intensivmedizinische Ausstattung, die eine umfangreiche Versorgung bereits während des Fluges ermöglicht. Sechs Intensivbetten stehen bereit, außer- dem können 38 Patient*innen liegend trans- portiert werden. Begleitet werden sie vom Sani tätsdienst der Bundeswehr. Nach der Landung am Nachmittag des 12. April in Köln wurden die Patient*innen – Erwachsene und Kinder – an die zivilen Ret- tungsdienste übergeben, darunter auch der Rettungsdienst Köln. Drei Patient*innen wurden in Kölner Kran- kenhäuser transportiert. Einer der Kölner Notärzte stammt selbst aus der Ukraine, sodass die Sprachbarriere direkt niedrig war. © Luftwaffe / Miriam Altfelder 92 #StandwithUkraine 93 21. April Die Stadt Köln hat in der Nähe des Südsta - dions in Zollstock eine weitere Notunter- kunft eingerichtet. Auf dem Parkplatz am Südstadion entstanden in drei beheizten Bauten abgetrennte Schlafplätze für min- destens 582 Personen und eine maximale Aufenthaltsdauer von 72 Stunden. Die Schlafeinheiten sind mit Einzel- und Dop- pelstockbetten bestückt. Zusätzlich wird es gesonderte Bauten zum Aufenthalt, Empfang und Lagern sowie Dusch- und Toilettencontainer geben. Zunächst erfolgt der Aufbau der abgeschlossenen Einheiten, anschließend wird eine entsprechende Versorgungs infrastruktur geschaffen – durch die Stadt, den Betreuungsträger und einen Sicherheitsdienst. Zur Versorgung gehören unter anderem Verpflegung, sozial- arbeiterische Betreuung, Reinigung, Entsor- gung und Übersetzungsdienste. März 100 0 200 300 400 Geflüchtete Ankunftzentrum HBF Ohne Transport Transport KEA (vor 01.08. Südstadion) Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb März 2022 / 2023 Drei Jahre Corona – eine Bilanz 96 Drei Jahre Corona – eine Bilanz 97 Am 27. Januar 2020 bestätigte Bayern den ersten Corona-Fall in Deutschland, am 28. Februar 2020 wurde in Köln der erste positive CoronaTest registriert. Nicht ein mal zwei Monate später, am 22. März 2020, gab es den ersten (weltweiten) Lockdown. Nach der Öffnung im Mai 2020 kam schon im Herbst der nächste Lockdown. Bereits seit drei Jahren begleitet das CoronaVirus die Menschen, auch in Köln. Die Corona Schutzverordnung für NRW lief am 1. März 2023 aus. Dies nimmt die Stadt Köln zum Anlass für eine CoronaBilanz. Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Das Virus hat uns allen viel abverlangt. Ich danke allen Kölnerinnen und Kölnern, den Mitarbei - tenden und Einsatzkräften, dass sie die wechselnden Verordnungen in den vergangenen drei Jahren umgesetzt und in ihrem Alltag verantwortungsvoll beachtet haben und wir gemeinsam gut durch diese schwere Zeit gekommen sind. Ich bitte alle Kölnerinnen und Kölner, auch weiterhin verantwortungsvoll mit dem Virus umzuge- hen und auf ihre Mitmenschen zu achten.“ Die Oberbürgermeisterin berief am 4. März 2020 um 8.03 Uhr unter der Leitung des damaligen Stadtdirektors Dr. Stephan Keller die erste Krisenstabssitzung zur Corona-Lage ein. In diesem Gremium wurde am 20. März entschieden, dass die Feuerwehr gemeinsam mit dem Gesundheitsamt die operative stadtweite Lage zur Bewäl- tigung der Corona-Pandemie übernehmen soll. Dabei wurden mehrere Aufgabenschwerpunkte gesetzt. Zur Beratung und medi - zinischen Versorgung wurden Mobile Emergency Teams (MET) und eine Task Force „Prävention“ eingesetzt. Das MET versorgte betroffene Patient*innen im häuslichen Bereich und die Task Force beriet betroffene Patient*innen oder Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen vor Ort. Alleine das MET registrierte bis Juni 2021 mehr als 850 Alarmierungen. Gleichzeitig wurde zur Erhöhung der Behandlungskapazitäten ein Behandlungszentrum für 500 betroffene Patient*innen geplant. Eine praktische Umsetzung dieser Maßnahme war nicht not wendig. Die Beschaffung von Schutz- und Desinfektionsmaterialien war gerade in der ersten Welle eine Aufgabenstellung, in der die Feu- erwehr Köln Beschaffungen und Transportwege organisierte. Sachspenden aus der Vereinswelt oder Industrie mussten auf ihre Einsatztauglichkeit überprüft und der Einsatzverwendung zugeführt werden. Erst im Rautenstrauch-Joest-Museum untergebracht, betrieben beide beteiligten Ämter anschließend ab Mai 2020 im Gesundheits- amt am Neumarkt ein Infektionsschutzzentrum, weitere gab es an der Uni Köln und am Kölner Hauptbahnhof. Zum 27. Dezember 2020 konnte in der KölnMesse das erste Impfzentrum eröffnet werden. Hierbei waren, neben der Feuerwehr Köln und dem Gesundheits - amt, die KölnMesse und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein koope rativ für die Umsetzung verantwortlich. Weitere stationäre und mobile Impfstationen folgten. Der Kölner Corona-Krisenstab tagte bis Ende Januar 2023 insgesamt 203-mal. Die Einsatzleitung der Feuerwehr Köln hat zum Mai 2023 ihre Sit- zungen eingestellt. 99 98 Drei Jahre Corona – eine Bilanz Unterstützung gab es zeitweise von 54 BundeswehrSoldat*innen. Während der gesamten CoronaKrise verschickte das Gesundheitsamt rund 345.000 Verfügungen mit einer Quarantäneanordnung. Zahlen, Daten und Fakten (Stand März 2023) Offiziell gab es in Köln bislang 510.526 CovidFälle, die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen. Bislang starben 1.216 Kölner*innen an oder mit Corona. Die Fallsterblichkeit in Köln lag somit gemit - telt bei 0,24 Prozent (NRW: 0,36 Prozent, Bund: 0,44 Prozent). Die höchste Inzidenz in Köln wurde am 9. März 2022 gemessen, an dem Tag lag sie stadtweit bei 3.007,6. Die höchste Veedels- Inzi denz lag am selben Tag in der Neustadt-Süd bei 4.976,4. Von den großen Kölner Laboren wurden seit Beginn der Testungen insgesamt 2.300.492 PCR-Testungen durchgeführt, davon waren 15,5 Prozent positiv. Vor der Pandemie zählte das Kölner Gesund- heitsamt 325 Mitarbeiter*innen, in Spitzenzeiten wurden bis zu 60 neue Kolleg*innen pro Woche eingearbeitet – überwiegend für die Kontaktver folgung. Der Höchststand lag im Juni 2021 bei 1.583 Mitarbeiter*innen. Unterstützung gab es zeitweise von 54 Bundeswehr-Soldat*innen. Während der gesamten Corona-Krise verschickte das Gesund - heitsamt rund 345.000 Verfügungen mit einer Quarantäneanord - nung. Mit den kostenlosen Bürgertests breiteten sich im März 2021 die privaten Testzentren aus, binnen zwölf Wochen wurden im Kölner Stadtgebiet 345 private Testzentren angemeldet, der Höhe - punkt war am 5. April 2022 erreicht, als es stadtweit 872 Teststellen (Apotheken und Arztpraxen mitgerechnet) gab. Die Kapazität lag damit bei 169.000 täglichen Corona-Tests. BioMonitoring Das Bio-Monitoring, ein mobiles Abstrich-Team von Feuerwehr und Gesundheitsamt, führte in der Pandemie insgesamt 293.000 PCR- Tests in Heimen, privaten Haushalten, Geflüchtetenunterkünften, Kitas und Schulen und insge - samt 5.025 Antigenschelltests durch, außerdem 32.436 medi- zinische Screenings (darunter auch zu Affenpocken, Tuber- kulose etc.). 100 Drei Jahre Corona – eine Bilanz 101 PCRTestungen Die Testmethoden erfolgen in der Regel als Abstrich (Nasopharynx, OropharynxAbstrich) oder als RachenspülwasserProbe mit anschließender PCRbasierter Laboranalyse. Im Einsatzabschnitt BioMoni toring wurden bis Ende 2022 mehr als 300.000 Covid19Testungen durchgeführt. Anzahl PCR Testungen nach Laborkreis 2022 2021 2020 Heime (Bewo und MA) Private Haushalte Geflüchteten - unterkünfte Kitas und Schulen 74.281 101.290 40.046 11.175 41.936 6,175 1.155 4.941 4.140 5.506 770 0 Silent Hypoxemia Screening Einhergehend mit der Delta-Welle erlangte die Vitalparameter- kontrolle von Risikopatient*innen in häuslicher Umgebung (Silent Hypoxemia Screening) einen immer höheren Stellenwert. Der Einsatzabschnitt Bio-Monitoring entwickelte in Kooperation mit dem Kontaktmanagement des Gesundheitsamtes sowie dem Tele MET der Feuerwehr Köln ein Scoring-System zur Bewertung des Silent-Hypoxemia-Risikos der Patient*innen. Hiermit können gefähr- dete Patient*innen früh zeitig eingeschätzt und detektiert werden. ≥ 95 % < 95 % nein ja 0 Punkte 2 Punkte ≤ 20 Min. > 20 Min. 0 Punkte 1 Punkte 0 Punkte 1 Punkte Silent Hypoxemia Score Gesamtscore (0–4 Punkte) Risikofaktoren? • Alter ≥ 50 J. • Raucher • starke Adipositas • Vorerkrankungen Sauerstoffsättigung? Atemfrequenz? Score Empfohlene Maßnahmen 0–2 Punkte Keine Maßnahmen 3 Punkte (Fach)Ärztliche Rücksprache Festlegung geeigneter Maßnahmen / weiterer Diagnostik: Notfall-Telefon (Ärzt*innen Gesundheitsamt) oder Tele-MET (Notärzt*innen Feuerwehr) 4 Punkte Notfallsituation Unmittelbare Rettungsdienstintervention (112) 102 Drei Jahre Corona – eine Bilanz 103 71 Personen mussten seit Aufnahme des Screening-Programms dem Rettungsdienst der Stadt Köln übergeben werden. Um hier eine optimale Betreuung der Infizierten sicherzustellen, wurde die Aus - stattung der Bio-Monitoring-Teams um hochwertige Pulsoxymeter ergänzt, die zusätzlich zu Sauerstoffsättigung und Herz - frequenz auch die Atemfrequenz und den Perfusionsindex messen können. Die Aus - stattung wurde in der Pandemie fortwäh - rend erweitert. So führen die Intensivteams des EA einen Notfallrucksack, zwei Liter Sauerstoff (Oxybag Pax) und ein Corpuls C3-EKG-System mit Ferndiagnostikmodul mit sich. Dazu wurden umfassende not- fallmedizinische Schulungsmaßnahmen in den Regeldienstbetrieb des Gesundheits - amtes mit fester Unterstützung der Feuer- wehr Köln implementiert. Zusätzlich absolvierten die Ärzt*innen des EA Bio-Monitoring mehrtägige Hospitati - onen auf dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) des Rettungsdienstes. Die Helfer*innen des EA erhielten Praktikumsplätze auf einem Rettungstransportwagen (RTW) der Feuer- und Rettungswachen 6 und 9. Im Anschluss an diese Maßnahmen zeigten sich das Zusammenspiel und die Übergabe zum Rettungs- dienst deutlich verbessert. Affenpocken Mit dem Aufkommen der Affenpocken im Mai 2022 ergab sich ein neues Einsatz- feld für den EA Bio-Monitoring. Die Affenpockeninfektion ist eine meldepflichtige Erkrankung. Bei Verdacht oder Nachweis werden die Betroffenen durch das Gesundheitsamt kontaktiert. Der sichere Nachweis der Erkrankung kann erst ab dem Zeitpunkt des Auftretens von Hautläsionen erfolgen. Dabei wird ein PCR-Abstrich des Bläscheninhalts genommen. Sofern diese Befundung nicht durch den jeweiligen Haus- oder Facharzt durchgeführt werden konnte, übernahmen die Einsatzteams des Bio-Monitorings diese Aufgabe bei den sich in häuslicher Quarantäne befindlichen Personen. RSV / Grippewelle Durch den Ukrainekrieg ist die Anzahl Geflüchteter in der Stadt Köln deutlich gestiegen. Als im Herbst 2022 die Grippe und RSV-Welle die zahlreichen Unterkünfte erreichte und im Besonderen bei Kindern für zahlreiche Erkrankungen sorgte, unter- stütze der EA Bio-Monitoring die stark belas teten Regelstrukturen. So wurden feste Sprechstunden in den vier größten Geflüchtetenunterkünften der Stadt von den Teams eingerichtet, um bis Januar 2023 eine rasche Erstversorgung vor Ort sicherzustellen. CoronaTeststelle im Gesundheitsamt schließt Nach knapp drei Jahren wurde die Teststelle des Kölner Gesund - heitsamtes (ISZ3) am Neumarkt am Dienstag, 28. Februar 2023, geschlossen. Bis dahin haben sich Zehntausende Kölner*innen dort auf Corona testen lassen. Zu Spitzenzeiten der Pandemie, etwa im Januar 2022, waren es bis zu 460 Abstriche (PCR- und Schnelltests), die dort täglich gemacht wurden. In den letzten Wochen lag der Schnitt nur noch bei 40 bis 50 Tests pro Tag. CoronaImpfungen Insgesamt wurden knapp 2,7 Millionen Corona-Impfungen in Köln verabreicht, darunter 1,74 Millionen Grundimmunisierungen (Erst- und Zweit-Impfungen zusammengezählt), 772.000 erste Auf- frischungen und 184.000 zweite Auffrischungen. Mobile Teams haben in Veedeln, Einrichtungen und Unterkünften vor Ort insge - samt 155.106-mal geimpft. Versorgung von Wohnungslosen und Geflüchteten Während der Pandemie hat die Stadt die Versorgung bestimmter Personengruppen unter Infektionsschutzauflagen aufrechter - halten. So hat die Stadt zu Beginn der Pandemie gemeinsam mit Trägern der Wohnungslosenhilfe obdachlose Menschen an mehre- ren Standorten im Stadtgebiet mit Lebensmittelpaketen versorgt. Um das Personenaufkommen in den Kontakt und Beratungs- stellen zu entzerren, gab es mobile Sanitärstationen, sowohl links- als auch rechtsrheinisch. Die Schlafplätze der Winterhilfe wurden ausgeweitet. Für geflüchtete Menschen hat das Amt für Wohnungswesen meh - rere Wohnungen zur Verfügung gestellt, die eine Schutzisolation ermöglicht haben, und Unterkünfte mit Gemeinschaftsräumen mit Infektionsschutzmaßnahmen versehen. Dank des Förderprogramms „Im Veedel gegen Corona“ haben unter anderem Träger und Vereine ihre Aufklärungsarbeit über das Virus sowie über Impf- und Testmöglichkeiten verstärkt. 150 Jahre im Einsatz für Köln 106 150 Jahre im Einsatz für Köln 107 150 Jahre Feuerwehr Köln – das sind 150 Jahre Einsatz für die Sicherheit unserer Domstadt. Und das sind 150 Jahre Ver lässlichkeit für die Kölner*innen – egal, wie bewegt die Zeiten auch waren. Am 2. Juni 1872 wurden die ersten 48 Männer der „Feuer- wehr von Cöln“ im heutigen FriedrichWilhelmGymnasium vereidigt. Die Berufsfeuerwehr Köln nahm ihre Arbeit auf. In zwischen gehören 3.451 Frauen und Männer, Mädchen und Jungen zur Feuer wehr Köln, die haupt und ehrenamtlich jährlich rund 228.000 Einsätze absolvieren. 1872 Gründung der Berufsfeuerwehr 1888 Eingemeindung von umliegen den Stadt und Landgemeinden 1890 Inbetriebnahme der Feuerwache Melchiorstraße 1899 Übernahme des Krankentransportes 1903 Indienststellung der automobilen Dampfspritze 1911 Indienststellung des elektromobilen Löschzuges 1916 Indienststellung des Feuerlöschbootes 2021 Vereinheitlichung der Löschfahrzeuge 2022 Unser Jubiläumsjahr 1919 Einführung des 24 stündigen Wachdienstes 1926 Absetzung der letzten beiden Pferde 1933 Preußisches Feuerlöschgesetz 1945 Wiederaufnahme nach dem Zweiten Weltkrieg 1950 Einführung der Funkalarmierung 1957 Inbetriebnahme des Notarztwagens 1975 Kommunale Gebietsreform 1985 „Löschzug 2000“ 1996 Tödlicher Dienstunfall 2008 Erste Frau bei der Berufsfeuerwehr Köln 1996 Ratsbeschluss zum Brandschutzbedarfsplan © RBA 108 150 Jahre im Einsatz für Köln 109 1872 – Gründung der Berufsfeuerwehr 110 150 Jahre im Einsatz für Köln 111 1872 – Gründung der Berufsfeuerwehr Mit der Vereidigung von 48 Männern am Sonntag, den 2. Juni 1872 um 11 Uhr in der Turnhalle der Gewerbeschule (des heutigen Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums), nahm die Berufsfeuerwehr Köln ihre Arbeit auf. Eine neue „Feuerwehr und Feuerlösch-Ord - nung für die Stadt Köln“ trat in Kraft, um die Aufgaben des Branddirektors und der ständigen Feuerwehr festzuschreiben. Die Verwaltung und Handhabung des Feuer- löschwesens in der Stadt Köln war danach Sache des Oberbürgermeisters. 1888 – Eingemeindung von umliegenden Stadt und Landgemeinden Die Eingemeindung mehrerer Stadt- und Landgemeinden in das Stadtgebiet Köln hatte großen Einfluss auf die Entwick- lung der Feuerwehr. Mit nunmehr 108 km² wuchs Köln auf das Zehnfache und wurde zur flächenmäßig größten Stadt im Deut- schen Reich. Die Einwohnerzahl stieg auf über 250.000 und mit der Einbeziehung von Deutz und Poll dehnte sich die Stadt auch auf das rechte Rheinufer aus. Die Eingemeindung hatte auch große Aus- wirkungen auf die Freiwillige Feuerwehr. Bisher hatte diese nur aus der 70 Mann starken Reservefeuerwehr bestanden, mit einem Schlag kamen nun aber 258 Ange - hörige der Freiwilligen Feuerwehren von Bayenthal, Braunsfeld, Deutz, Ehrenfeld, Lindenthal, Nippes und Sülz hinzu. Eine Neuordnung war dringend notwendig und wurde am 31. Oktober 1888 von den Stadt - verordneten beschlossen. 1890 – Inbetriebnahme der Feuerwache Melchiorstraße Nachdem das Grundstück in der Melchior- straße bereits im Jahr 1888 gekauft worden war, konnte die neue Hauptfeuerwache nach ungewohnt kurzer Bauphase am 15. September 1890 in Betrieb genommen werden. Die Gesamtanlage bildete einen viereckigen Gebäudekomplex um den 2.700 m² großen Übungshof der Feuerwehr. Mit der Inbetriebnahme der Hauptfeuer- wache wuchs das Personal der Berufsfeu- erwehr auf 96 Feuerwehrmänner an. Zudem verfügte der neu geschaffene Fuhrpark über insgesamt 45 Pferde. Gruppenfoto der Freiwilligen Feuerwehr Bayenthal mit dem weit entfernt liegenden Stadtzentrum (Kölner Dom) im Hintergrund © RBA © RBA 112 150 Jahre im Einsatz für Köln 113 1911 – Indienststellung des elektromobilen Löschzuges Zu Beginn des Jahrhunderts erschien der Antrieb mit Benzinmotoren noch als zu unsi- cher. Vergaser, Benzinleitungen und Zünd- einrichtung waren störanfällig. Weil es noch keine Tankstellen gab, wurde das Benzin mit explosionssicheren Kannen bei Droge - rien und Kolonialwarenhändlern eingekauft. Doch das Betanken aus den Kannen barg das Risiko, dass Benzin überlief und in Brand geriet. 1916 – Indienststellung des Feuerlöschbootes Bereits am 30. Dezember 1913 hatten die Stadtverordneten den Kauf eines Feuer- löschbootes beschlossen. Der verheerende Brand von zwei großen Holzlagerplätzen und einem Hobelwerk im Lübecker Hafen hatte die Stadtverordneten daran erinnert, dass die Löschwasser - versorgung durch Hydranten im Deutzer Industriehafen wegen des geringen Druckes mangelhaft war. Konrad Adenauer entschied als damaliger Finanzdezernent, dass die Kosten von 65.480 Mark sowie die laufenden Kosten zu einem Drittel von der Feuerwehr und zu zwei Dritteln von der Hafenverwaltung getragen werden sollten. 1919 – Einführung des 24 stündigen Wachdienstes Nachdem die Stadtverordneten-Versamm- lung am 21. November 1918 – und damit kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs – Wil- helm Sturm zum Branddirektor von Köln bestimmt hatte, traf dieser in der Feuerwehr auf eine schwierige Situation. Fahrzeuge von links: Gerätewagen mit elektrischem Fahrantrieb, Benzinmotorspritze mit elektrischem Fahrantrieb, Drehleiter mit elektrischen Antriebs - motoren für das Ausrichte- und Auszugsgetriebe, Benzinmotorspritze mit elektrischem Fahrantrieb (alle aus den Cölner Electromobil-Werken Heinrich Scheele), Übungs und Offiziersdienstwagen mit Benzinantrieb (Adler-Werke Frankfurt), Übungs- und Offiziersdienstwagen mit Benzinantrieb (Adler Wer- ke Frankfurt). © RBA © RBA 1899 – Übernahme des Krankentransportes Die Übernahme des Krankentransportes durch die Berufsfeuerwehr Köln erfolgte im Jahr 1899. In den Vorjahren hatte der Trans- port von Kranken immer mehr Probleme bereitet, weil die Feuerwehr häufig zur „Hül- feleistung im Samariterdienst“ in Anspruch genommen wurde. So waren im Jahr 1898 143 verletzte Personen zu einer Feuerwa - che gekommen bzw. gebracht worden, um dort behandelt zu werden. Für diese Auf- gabe war die Berufsfeuerwehr zum dama - ligen Zeitpunkt jedoch weder ausgerüstet noch ausgebildet. 1903 wies der Jahresbericht der Berufs - feuerwehr bereits 3.672 Krankentransporte aus, die Anzahl an Krankentransportwagen wurde mit der Zeit von anfangs zwei Wagen immer weiter ausgebaut. Im Jahr 2005 lag die Zahl der Krankentransporte gar schon bei 5.156. 1903 – Indienststellung der automobilen Dampfspritze Nachdem die Firma Magirus bei der Liefe - rung einer Gasspritze für die neue Hafenfeu- erwache im Jahr 1902 nicht berücksichtigt worden war, bot sie der Stadt Köln am 3. Juni 1903 eine dreimonatige kostenlose Erprobung einer automobilen Dampfspritze an. Die Dampfspritze konnte am 1. Oktober 1903 in Betrieb genommen werden. © RBA Für die Einführung von neuen, platzsparenden Antriebstechniken kam zur damaligen Zeit zunächst nur die Feuerwache Rathaus in Frage. Dort waren durch die beengten Verhältnisse die Pferde in einem kleinen, auch bei Tage nur künstlich beleuchteten Stall untergebracht. Bei Alarm mussten die Fahrzeu - ge erst vor die Tore geschoben werden, um dann die Pferde anzuspannen. © RBA 114 150 Jahre im Einsatz für Köln 115 Genauso wie in der Gesamtbevölkerung hatte sich auch in den Reihen der Feuer- wehr eine Kriegsmüdigkeit eingestellt, viele Feuerwehrmänner schlossen sich der SPD an, die Verbesserungen versprach. „Auch bei der Feuerwehr war 1918 Revolution“, schrieb 15 Jahre später ein Feuerwehrmann. 1926 – Absetzung der letzten beiden Pferde Nachdem auf den Feuerwachen Ehrenfeld und Nippes die letzten pferdebespannten Fahrzeuge des Löschzuges verschwunden waren, waren auch die Tage der letzten ver- bliebenen Pferde bei der Berufsfeuerwehr Köln gezählt. „Max“ und „Moritz“ waren zeitweilig noch als Gespann für den Transport von Vorräten und Material eingesetzt worden, doch nach dem Ankauf eines Lastwagens des Kölner Herstellers Mannesmann-Mulag konnten die beiden letzten Pferde am 1. April 1926 in den Ruhestand gehen. Der letzte pferde - bespannte Krankenwagen war bereits ein Jahr zuvor außer Dienst gestellt worden. 1933 – Preußisches Feuerlöschgesetz Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zu Beginn des Jahres änderte sich am 15. Dezember 1933 auch die Organisationsform der Kölner Berufs- feuerwehr. Mit dem Erlass des Preußischen Feuerlösch gesetzes bedurften alle Feuer- wehren – Berufsfeuerwehren, Freiwillige Feuerwehren und Pflichtfeuerwehren – der Aner kennung durch die Polizeiaufsichts behörde. Sie waren nunmehr ein Organ des Orts polizeiverwalters – in Köln also des Polizei präsidenten –, wurden in seinem Auf- trag tätig und unterlagen seinen Weisungen. © RBA Die Berufsfeuerwehren erhielten konse - quenterweise die Bezeichnung Feuer- löschpolizei, ohne dass es im Gesetz vor geschrieben war. Damit waren sie nicht mehr eine Einrichtung in der Selbst- verwaltung der Gemeinden, sondern in die gesamtstaatliche Verwaltung integriert. 1945 – Wiederaufnahme nach dem Zweiten Weltkrieg Die Lage der Stadt Köln stellte sich nach der Besetzung des linksrheinischen Köln durch die Alliierten im März 1945 äußerst trostlos dar. Von früher 768.000 Einwohnern lebten noch etwa 10.000 im linksrheinischen und 30.000 im noch von der Wehrmacht besetz- ten rechtsrheinischen Teil der Stadt. Von 7.264 Krankenbetten vor dem Krieg waren noch 1.627 vorhanden. Am 8. und 9. März, dem offiziellen Arbeits - beginn der Militärregierung, fuhren Laut- sprecherwagen durch die Stadt und forderten ehemalige Angehö - rige der Polizei und der Feuerwehr auf, sich zu melden. Unter ihnen befand sich Jakob Krings, der während des Krieges in der Gas - schutzwerkstatt gearbeitet hatte. Krings meldete sich am 9. März bei Captain van Oot, einem gebür- tigen Holländer. Nach einer poli- tischen Untersuchung erhielt er einen Tag später den Befehl, den Feuerschutz wieder aufzubauen. Mit ihm hatten sich sieben ehemalige Ange - hörige der Feuerschutzpolizei, zwei Ange - hörige des Sicherheit- und Hilfsdienstes und fünf Arbeiter der Telegraphen-Abteilung gemeldet. Von diesen musste wenige Tage später allen bis auf drei gekündigt werden, da die Militärregierung bei der Verwaltung keine Personen duldete, die Mitglied der NSDAP, SS oder SA gewesen waren. Krings bezog ein Büro im Allianzgebäude und stellte lau- fend neue Feuerwehrleute ein. Alle wurden als Arbeiter eingestellt und waren sofort kündbar. Von den neun Feuerwachen waren die Feuerwachen Apostelnkloster, Rathaus, Ehrenfeld und Messe vollständig zerstört. Die rechtsrheinischen Feuerwachen Deutz und Mülheim waren noch nicht zugänglich. Die Feuerwache Melchiorstraße war 1944 nach ihrer Zerstörung nur sehr provisorisch wieder hergerichtet worden und von ame- rikanischen Truppen belegt. In der Feuer- wache Lindenthal waren ebenfalls amerika - nische Truppen stationiert. Die Feuerwache Vondelstraße war beim letzten Bombenangriff am 2. März schwer beschädigt worden. Auch die frühere Feuer- wache Nippes, die noch als Lager der Tele - graphen-Abteilung gedient hatte, war völlig zerbombt worden. 116 150 Jahre im Einsatz für Köln 117 1950– Einführung der Funkalarmierung Nachdem die Polizei bereits erste Erfah - rungen mit der Benutzung des UKW-Funkes gemacht hatte, erhielt im Herbst 1949 auch die Berufsfeuerwehr Köln eine solche Anlage. Sie wurde aus Mitteln der Feuer- schutzsteuer bei der Firma Siemens & Halske angemietet und bestand aus einem beweglichen Gerät und einem festen Gerät mit einer Sendeleistung von 100 Watt. 1957 – Inbetriebnahme des Notarztwagens Infolge der stetig steigenden Anzahl an Ver- kehrstoten wurde Ende der 1950er-Jahre das bisherige Vorgehen bei Unfällen über- dacht. Nach einigen erfolglosen Versu- chen in anderen Städten gelang es in Köln schließlich, am 11. April 1957 den ersten Notarztwagen Deutschlands der Öffentlich - keit vorzustellen. Am 3. Juni 1957 ging der Wagen um 9 Uhr auf der Feuerwache Lindenthal in Dienst. Den ersten großen Einsatz hatte er direkt am Folgetag, als eine Frau in der Balthasar - straße einen Liter Wermuthwein getrunken und sich dann vor das ausströmende Gas ihres Herdes gesetzt hatte. Nachdem der zuerst eingetroffene Unfall- rettungswagen sie acht Minuten lang notversorgt hatte, behandelte der mit dem Notarztwagen eintreffende Notarzt die Frau weiter, sodass sie beim Eintreffen in der Universitätsklinik bereits wieder bei Bewusstsein war. Ein Einsatz täglich blieb zunächst wochen - lang der Durchschnitt. Bis zum 23. Juli 1957 wurden 32 Einsätze verzeichnet, darun- ter 15 Verkehrsunfälle, zwölf Ertrinkende und zwei Vergiftete. Am Ende des Jahres waren es bereits 199 Einsätze. Nachdem die Stadt den Notarztwagen im Jahr 1959 von der Arbeits- und Forschungs - gemeinschaft für Stadtverkehr und Ver- kehrssicherheit als Eigentümer übernom- men hatte, ging er am 3. Juli 1959 in den Besitz der Berufsfeuerwehr Köln über. Das Fahrzeug blieb lange Zeit ein Parade - stück. Neben dem großen Interesse auf Ärztekongressen im In- und Ausland diente er bei Staatsbesuchen in Köln, Bonn oder im Brühler Schloss auch dem Schutz der Bun - despräsidenten und anderer Staatsober - häupter wie Charles de Gaulle. 119118 150 Jahre im Einsatz für Köln 1957 – Inbetriebnahme des Notarztwagens 120 150 Jahre im Einsatz für Köln 121 1975 – Kommunale Gebietsreform Die kommunale Gebietsreform zum 1. Januar 1975 hatte massive Auswirkungen auf das Feuerwehrwesen der Stadt Köln. Bereits 1972 hatte die Landesregierung die kommunale Neugliederung in Gang gesetzt und nach zahlreichen politischen Diskussi - onen legte Landesinnenminister Willi Weyer am 1. März 1974 seine Pläne dar, die links- rheinisch die Eingemeindung von Pesch, Auweiler, Esch, Widdersdorf, Lövenich ohne Großkönigsdorf, Marsdorf, Efferen, Roden - kirchen und Wesseling und rechtsrheinisch die Eingemeindung von Porz vorsahen. Bis auf Efferen folgte der Landtag dem Vor- schlag und beschloss am 27. September das „Köln-Gesetz“. Köln sollte von 249 km² auf 428 km² und seine Bevölkerung von 828.000 auf 1.021.000 Einwohner anwach- sen. Weil einer Klage der Stadt Wesseling stattgegeben wurde, wurde sie am 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert. Branddirektor Günter Preuß entwickelte am 10. Dezember 1974 ein „rationelles Konzept der aus brandschutztechnischer Hinsicht erforderlichen Maßnahmen zur Erlangung eines geordneten Feuerwehrwesens im neuen Stadtgebiet Köln“. Seine Stationie- rungsplanung war wegweisend und sollte innerhalb der nächsten 30 Jahre umgesetzt werden. Ausgehend von der Forderung, dass jede potenzielle Einsatzstelle bedeu- tenden Umfangs in spätestens fünf Minuten Fahrzeit erreichbar sein sollte, ordnete er zwei Feuerwachen im Stadtzentrum, weitere acht auf einem Fünf-Kilometer-Ring und weitere vier auf einem Zehn-Kilometer-Ring an. Seine Personalplanung sah 801 Beamte im Einsatzdienst vor im Gegensatz zu den vorhandenen 587 Planstellen. Tatsächlich wurden nur 721 Planstellen genehmigt. Die Freiwillige Feuerwehr verdoppelte sich von 16 Löschgruppen mit 442 Aktiven auf jetzt 30 Löschgruppen mit 896 Aktiven. 1985 – „Löschzug 2000“ Weil die Ausrückestärken der Kölner Feuer- wachen weder der nordrhein-westfälischen Verwaltungsvorschrift über die Gliederung, Stärke und Ausrüstung der Berufsfeuer- wehren entsprachen noch einsatztaktisch nachvollziehbar waren, entwickelte die Feuerwehr Köln Anfang der 1980er-Jahre das Konzept „Löschzug 2000“. Dieses ori- entierte sich am Fallbeispiel eines kritischen Wohnungsbrands der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF). Hierbei wurde von einem Mittelbrand in einer Obergeschoss-Wohnung eines mehr- geschossigen Gebäudes mit verqualmten Rettungswegen ausgegangen, bei dem höchstens zwei C-Rohre vorgenommen werden müssten, davon eins über den Trep- penraum und eins über eine Leiter. Bemes- sungsgrundlage müsste aber immer ein Brand mit Menschenrettung sein, weshalb hierfür insgesamt 16 Einsatzkräfte erforder - lich seien. In Köln war das Ausrückeverhalten der Feu- erwachen sehr unterschiedlich. Während die Innenstadt-Wache beispielsweise mit 17 Feuerwehrleuten ausrückte, sendeten sieben andere Wachen bei einem vergleich- baren Feuer nur elf Feuerwehrleute aus. Mit dem Konzept „Löschzug 2000“ sollten in Köln den AGBF-Richtlinien entsprechend fortan immer 16 Feuerwehrbeamte ein - gesetzt werden können, jedoch nicht als geschlossene Einheit, sondern (außer in der Innenstadt) im Rendezvous-Verfahren. Mit dem Konzept verbunden war die Führung der Einsatzkräfte durch Beamte des geho - benen feuerwehrtechnischen Dienstes. Am 25. November 1985 rückten die Feu- erwachen schließlich zum ersten Mal als „Löschzug 2000“ aus. 1996 – Tödlicher Dienstunfall Zunächst schien es ein gewöhnlicher Ein- satz zu werden. Am 6. März 1996 wurde um 13.42 Uhr ein Kellerbrand im Hochhaus Kier- berger Straße 15 in Zollstock gemeldet. Das Löschfahrzeug und die Drehleiter der Feuer- wache Vondelstraße trafen als Erste ein. Die Vorhalle war nicht und die Kellertreppe nur leicht verraucht. Es gab keinerlei Hinweise auf gefährdete Bewohner. Der Angriffstrupp, darunter der 25-jährige Brandmeister Andreas Stampe, nahm den Hochdruckschnellangriff vor. Dieser hing jedoch zweimal fest, sodass der Angriff abgebrochen und ein C-Rohr vor- genommen wurde. Vor dem Kellerabgang wurde in der Halle ein motorgetriebener Lüf- ter in Stellung gebracht. Vom Löschzug der Feuerwache Agrippastraße wurde über die Tiefgarage ein zweites Rohr vorgenommen. Über die Leitstelle wurde bekannt, dass sich im 22. Obergeschoss Personen durch den Rauch gefährdet fühlten. Die Rauchent- wicklung nahm schnell stark zu und der Lüf- ter verlor an Leistung. Gleichzeitig meldeten sich weitere Bewohner, die sich gefährdet fühlten. Ein weiterer Löschzug wurde alarmiert. Über tragbare Leitern wurden zwei Personen gerettet. 122 150 Jahre im Einsatz für Köln 123 Wegen der Gefährdungslage für die Bewoh- ner wurde das Einsatzstichwort auf Feuer 3 erhöht, der Funkverkehr nahm stark zu. An einem Atemschutzgerät des Angriffs - trupps ertönte der Restdruckwarner und sofort wurde der Rückweg angetreten. Auf dem gesamten Rückweg durch den Keller rutschte jedoch unbemerkt die Fangleine von Brandmeister Stampe aus seinem Fangleinenbeutel. Am Aufgang der Kellertreppe hing er schließlich fest und konnte nicht mehr weitergehen. Die beiden anderen Truppmänner kamen nicht an sein Messer heran und er sackte bewusstlos zusammen. Der Truppführer meldete den festhängenden Kollegen und forderte ein Messer an. Ein Rettungstrupp suchte den Weg durch die inzwischen sehr stark verrauchte Vorhalle, wusste jedoch auch wegen des starken Funkverkehrs nicht um die Dramatik der Situation. Die anderen beiden Truppmitglieder konn- ten sich noch äußerst knapp selbst ret- ten, während Brandmeister Stampe von mehreren Trupps zwar bewusstlos gerettet werden konnte, doch drei Tage später trotz sofort eingeleiteter Reanimation im Krankenhaus verstarb. Nach Abschluss der polizeilichen und staatsanwaltlichen Ermittlungen wurde eine achtköpfige Unfallkommission gebildet, der auch drei Führungskräfte der Berufs feuerwehren Berlin, Düsseldorf und Ham - burg angehörten. Als wesentliche Probleme fanden sie heraus: • die zu knapp bemessene Rückzugzeit nach dem Ansprechen des Rückzugwarners • die fehlende Verbindung zwischen Angriffs truppführer und Außenwelt • die mangelnde Stressresistenz bei uner- warteten Problemen • die Verrauchung der Vorhalle • die Verwendung des Schnellangriffs und • die Fangleine Der 32-seitige Abschlussbericht fand bundesweit große Beachtung und führte zur Änderung der Feuerwehr-Dienst- vorschrift für den Atemschutzeinsatz. Wesentlich war ein Notfalltraining für Atemschutztrupps und die Bereitstellung, Ausrüstung und taktische Vorgehensweise der Rettungstrupps. Eine systematische Atemschutzüberwachung wurde zum Stan- dard jedes Einsatzes unter Atemschutz. Für aufwachsende Einsatzlagen stellte ein Funkkonzept die konsequente Trennung von Funkkanälen sicher. Die Alarm- und Ausrü- ckeordnung sah für Brände in Hochhäusern grundsätzlich zwei Löschzüge vor. Auch der Fangleinenbeutel wurde abgeändert. 1996 – Ratsbeschluss zum Brandschutzbedarfsplan Am 10. Dezember 1996 wurde zum ersten Mal der Brandschutzbedarfsplan der Berufsfeuerwehr Köln durch den Stadtrat beschlossen. Die Einführung des Brand - schutzbedarfsplanes war das zusammen - gefasste Ergebnis einer durch die Kämmerei angeregten Organisationsuntersuchung im Juli 1995 durch das Hauptamt, die den Finanzbedarf der Feuerwehr mit den vorgegebenen Schutzzielen in Verbin- dung bringen sollte. Auch heute wird der Brandschutzbedarfsplan noch regelmäßig fortgeschrieben. Im Vorfeld hatten damals vor allem die hohen Personalkosten bei der städtischen Haushaltsplanung für das Jahr 1996 für Diskussionen gesorgt. Konkret bezifferte die Feuerwehr damals ihren Finanzbedarf auf insgesamt 90,3 Mio. DM. Bei Einnahmen von 19,1 Mio. DM entstünde demnach ein Zuschussbedarf von 71,2 Mio. DM. „Wegen der schwierigen Finanzsitua- tion“, wie es hieß, stünden jedoch nur 68 Mio. DM zur Verfügung. Da 90 Prozent der Kosten Personalkosten seien, sei die Kostenreduzierung nur über einen drastischen Personalabbau, vor allem im Bereich Einsatzdienst, zu erreichen, obwohl die Personalausstattung in Köln im Ver- gleich zu anderen Großstädten schon unter durchschnittlich war. München verfügte über 15, Frankfurt über zwölf und Köln nur über acht Feuerwehrbeamte für jeweils 10.000 Einwohner. Im Rahmen des Brandschutzbedarfsplans lagen der Personalbemessung für den Ein - satzdienst schließlich vier unterschiedliche Einsatzszenarien zugrunde, sodass ein auf dieser Grundlage neu ermittelter Per- sonalfaktor anstelle eines Personalabbaus plötzlich insgesamt 31 zusätzlich einzurich- tende Stellen auswies. Für die bedarfsge - rechte Finanzierung beschloss der Rat mit Blick auf den Brandschutzbedarfsplan ein Sonderbudget in Höhe von 76.367.000 DM, also 4.259.000 DM mehr als ursprünglich von der Kämmerei vorgesehen. 124 150 Jahre im Einsatz für Köln 125 2021 – Vereinheitlichung der Löschfahrzeuge Der Beginn der Auslieferung von insgesamt 18 einheitlichen Löschfahrzeugen bedeutete einen Paradigmenwechsel bei der automobilen Ausstattung der Feu- erwehr Köln. Mit der erstmaligen Beschaffung von Fahrzeugen in dieser Größenordnung konnte die schrittweise Standardisie - rung und Vereinheitlichung des Einsatzwertes zwischen Berufs - feuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr in die Tat umgesetzt werden. Neben der einsatztaktischen Angleichung der Einsatzmittel wurde auch eine Vereinfachung der Fahrzeugunterhaltung und beschaf- fung angestrebt, womit dementsprechende Kosten deutlich gesenkt werden konnten. Während bei vergangenen Ersatzbeschaffungen immer nur das in die Jahre gekommene Fahrzeug ausgetauscht worden war, änderte sich dieses Vorgehen mit der Einleitung der Standardisie - rung des Fuhrparks grundlegend, da die neuen Löschfahrzeuge während ihrer rund 20-jährigen Nutzungsdauer eine durchschnitt - lich gleichmäßige Beanspruchung (z. B. gleichmäßige Laufleistung) erfahren sollten. Aus diesem Grund wurde schon in den Rahmen - bedingungen der seit 2017 projektierten Beschaffungsmaßnahme festgelegt, 15 neue Fahrzeuge bei der Berufsfeuerwehr sowie in der Feuerwehrschule nach einem Rotationsprinzip einzusetzen. Um gleichzeitig auch dem Bedarf der Freiwilligen Feuerwehr an neuen Ersteinsatzfahrzeugen gerecht zu werden, wurden darüber hinaus drei neue Fahrzeuge den Löschgruppen zugeteilt. Zudem gehen im Zuge der Fuhrparkstandardisierung weitere Ersteinsatzfahrzeuge von der Berufsfeuerwehr in die Vorhaltung der Freiwilligen Feuer- wehr über. 2008 – Erste Frau bei der Berufsfeuerwehr Köln Im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr Köln suchte man lange Zeit vergeblich nach Feu- erwehrfrauen, obwohl vereinzelte Wachen bereits seit Jahren mit Sanitärräumen für beide Geschlechter ausgestattet wur- den. Diesen Zustand änderte Brandober - inspektorin Heike Krampe im Januar 2008, als sie ihren Dienst auf der Feuer und Rettungswache 8 in Köln-Ostheim antrat. Die damals 29-Jährige hatte zuvor ein Bau- ingenieurstudium abgeschlossen und ihre Grundausbildung am Institut der Feuerwehr in Münster absolviert. Die Feuerwehrfrau im gehobenen Dienst wechselte nach drei Monaten Einsatzdienst in die Abteilung Vor- beugender Brandschutz. Auch wenn Heike Krampe heute nicht mehr bei der Berufsfeuerwehr Köln arbeitet, gilt sie seither als Vorreiterin für weitere Frauen. Im Jahr 2014 wurde Jessika Freywald die erste Frau im höheren Dienst und arbeitete als stellvertretende Leiterin der Abteilung Aus- und Fortbildung. Auch im mittleren Dienst ließ die erste Feuerwehrfrau nicht mehr lange auf sich warten. Katrin Kuschel begann ihren Dienst im Jahr 2015 auf der Feuer- und Rettungswache 8. Seit dem 12. Oktober 2018 wird zudem Lisa Linden - thal von der Feuer- und Rettungswache 4 als erste Höhenretterin eingesetzt. In der Summe sind es im Jahr 2022 21 Frauen, die ihre Arbeit im mittleren, gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienst der Berufsfeuerwehr Köln versahen. Im Jubiläumsjahr 2022 wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Jessika Freywald wurde im Januar zur ersten Branddirektorin bei der Berufsfeuerwehr Köln ernannt. © Wolfgang Dube 126 150 Jahre im Einsatz für Köln 127 1872 50 1890 97 1911 195 1925 369 1945 15 1950er 241 1980er 798 2022 1.367 (davon 21 Frauen) Personalbestand im feuerwehrtechnischen Dienst der Berufsfeuerwehr © Lars Jäger 128 150 Jahre im Einsatz für Köln 129 Start der Feuerwehrbahn – Ein rollendes Geburtstagsgeschenk Die FeuerwehrBahn leitet offiziell das Jubiläumsjahr der Feuerwehr Köln ein. „Mit 112 Prozent Leidenschaft ist die Berufsfeuerwehr Köln seit 150 Jahren im Einsatz für Köln. Als Stadtdirektorin bin ich stolz, dass sich Köln auf seine Feuerwehr verlassen kann“, unterstrich Stadtdirektorin Andrea Blome anlässlich der Vorstellung der Bahn. Stadtdirektorin Andrea Blome, KVB-Vorsitzende Stefanie Haaks und Dr. Volker Ruster stellten am 2. Februar 2022 auf dem Neu- markt die Feuerwehrbahn offiziell vor. Sie wird für mindestens zwei Jahre auf den Linien 1, 7, 9, 12 und 15 unterwegs sein und das viel- fältige Engagement der Feuerwehr in der Stadt sichtbar machen. © Christoph Seelbach © Christoph Seelbach Unser Jubiläumsjahr 2022 Feuerwehrbahn: youtu.be/nRJ7rAxPCM8 130 150 Jahre im Einsatz für Köln 131 Stadtweite Kampagnen Nach der Jubiläumsbahn wird das Jubi - läum auch über Plakate stadtweit sichtbar. Mit der Plakatkampagne auf den Stadtin - formationsanlagen weisen wir im Februar die Kölner*innen und Besucher*innen auf das 150jährige Bestehen der Feuerwehr hin. Die Plakate sind im März, Juni und November auf den Groß flächen und als Miniposter in Bus und Bahn zu finden. Kölner Feuerwehrgeschichte erreicht das 21. Jahrhundert Die Feuerwehr Köln blickt auf 150 Jahre vielfältigster Einsätze und tiefgreifender Entwicklungen von Technik und Technologie, Taktik und Personal zurück. Mit der jubiläumsspezifischen Webseite erfah - ren Besucher*innen alles über die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der Feuerwehr Köln und können unter anderem auf einer Stadtkarte bedeutende Ein - satzstellen erkunden. Jubiäumsfestschrift Von der Historie zur Moderne – schon das Titelbild der Festschrift kombiniert die bewegende Geschichte der Berufsfeuerwehr Köln mit der Gegenwart. Diese Grundidee wird in den vielfältigen Themenbereichen aufgegriffen, beispielsweise bei der Entwick - lung der Wachen, der Fahrzeuge, der Technik oder der Freiwilligen Feuerwehr. Dank der Unterstützung von Stephan Neuhoff, Direktor der Berufsfeuerwehr a. D., und Bernd Klaedtke, Brandrat und Feu- erwehr-Historiker, bietet die Broschüre auf insgesamt 68 Seiten einen kurzwei ligen Streifzug durch 150 Jahre Feuerwehr. Als besonderes Highlight beinhaltet die Festschrift ein vierseitiges Poster mit den historischen Meilensteinen der Berufsfeuerwehr Köln, das aus der Heftmitte herausgetrennt werden kann. 150 Jahre für Köln im Einsatz! www.feuerwehr.koeln 150 Jahre 132 150 Jahre im Einsatz für Köln 133 Jubiläumsgottesdienst Eine neue und eine historische Drehleiter vor dem Kölner Dom, der Altarraum des Kölner Doms mit Schläuchen und Einsatzbildern festlich geschmückt: Die Feuerwehr Köln hat am Donnerstag, den 2. Juni, ihren 150. Geburtstag mit einem ökumenischen Gottes - dienst im Kölner Dom begangen und die Feierlichkeiten in Anwe - senheit von Oberbürgermeisterin Henriette Reker im „Wartesaal am Dom“ ausklingen lassen. Insgesamt waren rund 700 Feuer- wehr-Angehörige von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr eingeladen. Der Gottesdienst selbst wurde von den Feuerwehr-Seelsorgern Holger Reiprich und Gregor Hergarten zelebriert. Die Fürbitten hielten Mitglieder der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der Jugendfeuerwehr, der Pensionärsvereinigung sowie der Köl- schen Funkentöter. Stephanie Schäfer, Mitarbeiterin im Bewer- berservice, sorgte mit zwei Liedern („One“ von der Band U2 und „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss) für die musikalische Untermalung. Ein weiteres Highlight war die Weihung der neuen Feuerwehr-Fahne, die auf der einen Seite das diesjährige Jubiläum thematisiert und auf der anderen Seite ein historisches Einsatzmotiv des Corps Pompiers aus dem Jahr 1823 aufgreift. Beim Auszug aus dem Dom übernahm vor dem Hauptportal stehend der Spielmannszug Porz-Langel die Führung und geleitete die FeuerwehrAngehörigen über die Domplatte zum „Wartesaal am Dom“. Im Vorfeld des Gottesdienstes hatte eine Delegation der Berufs - feuerwehr Düsseldorf, die ebenfalls ihr 150-jähriges Bestehen feierte, ihre Geburtstagsglückwünsche übermittelt. Dabei spielte ein Feuerwehrmann aus Düsseldorf auf der eigens mitgebrach - ten Drehleiter vor dem Dom ein Trompetenständchen. Außerdem nahm Dr. Christian Miller von seinem Amtsleiterkollegen David von der Lieth Geschenke in Empfang. © Daniel Evers © Daniel Evers Den kompletten Gottesdienst können Sie unter diesem Link noch einmal miterleben: www.youtube.com/watch?v=uuZIiCi3QEU 134 150 Jahre im Einsatz für Köln 135 Jubiläumsaktion Wir helfen zu Wasser, zu Land und aus der Luft. Und mit dem vierten Element Schiene und der passenden Brückenbeflaggung haben wir am Samstag, den 11. Juni, die Gelegenheit genutzt und dank zahlreicher Helfer*innen ein einmaliges Jubiläumsmotiv kreiert. Und wie das Ganze entstanden ist, sehen Sie hier: youtu.be/KO-tWfzdezE Tag der Feuerwehr 2022 Mehr als 12.000 Besucher*innen strömten am Sonntag, den 12. Juni, zwischen 9 und 18 Uhr auf das Gelände unserer Feuer und Rettungs wache 5 und unserer Feuerwehrschule in Weidenpesch. Auf zwei großen Aktionsflächen präsentierten sich verschiedene Einheiten der Feuerwehr Köln und zeigten ihr Können. Die Jugend - feuerwehr der Löschgruppe Merkenich löschte einen PKW-Brand, unsere Höhenretter*innen seilten sich vom Übungsturm ab, ein Grundausbildungslehrgang rettete zwei eingeklemmte Personen aus einem PKW und vieles mehr. Neben diesen Präsentationsflächen gab es Dutzende weitere Dinge zu entdecken. Was ist ein Löschzug? Wie fördert man Was - ser über lange Strecken? Wie sieht ein Rettungshubschrauber von innen aus? Wie werde ich Feuerwehrmann*frau? All diese Fragen wurden von unseren Kolleg*innen an den unterschiedlichen Stationen beantwortet. Und ganz wichtig: Anfassen war ausdrück - lich erlaubt! © Jan Ohmen © Jan Ohmen 136 150 Jahre im Einsatz für Köln 137 © Lars Jäger © Jan Ohmen © Gutrath 138 150 Jahre im Einsatz für Köln 139 Festakt Zum 150. Geburtstag der Feuerwehr Köln fanden sich am 22. Sep- tember 2022 neben Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ministerpräsident Hendrik Wüst auch Gäste von außerhalb sowie Hilfsorganisation, Kölner Politik, Unternehmen und Institutionen im Rathaus ein. Gemeinsam mit rund 200 Gästen wurde so der runde Geburts - tag gefeiert. Neben vielen netten Worten fanden auch kleine Geschenke ihren Weg zur Feuerwehr Köln und es gab Einträge in das Gästebuch der Stadt Köln durch Hendrik Wüst sowie den Leiter der Feuerwehr Köln, Dr. Christian Miller. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich bei der Feuerwehr Köln mit den Worten: „Wir können uns darauf verlassen, dass Sie für uns da sind. Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer heil und gesund zurückkom - men.“ Und auch Hendrik Wüst dankte der Feu- erwehr Köln: „Danke, dass Sie seit 150 Jah- ren auf die Stadt Köln und ihre Menschen aufpassen.“ Rettungsdienst 142 Rettungsdienst 143 Der Rettungsdienst der Stadt Köln rückte im Jahr 2022 insgesamt 212.371mal aus. Davon entfallen 164.462 Alarmierungen auf den Rettungswagen (RTW), 10.850 auf den NotfallKrankentransportwagen (NKTW) und 37.059 Alarmierungen auf das Not arzteinsatzfahrzeug (NEF). Das entspricht einer Einsatzsteigerung von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (197.556). Einsätze aufgeteilt nach Fahrzeugen Einsätze nach Einsatzstichworten RTW RTW NKTW NEFNKTW NEF Luftrettung gesamt 0 150.000 200.000 100.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 RTW 164.462 NKTW 10.850 NEF 37.059 212.371 2017 2018 2019 2020 2021 2022 GYNO BABY PSYCH Intern CHIRU VERLEG SCHWER SONST KIND IVERLEG PEINSATZ 25.000 20.000 15.000 10.000 5.000 80.000 35.000 0 144 Rettungsdienst 145 Hilfe für Menschen aus der Ukraine: MedEvac Flüge Nach Beginn des Ukrainekrieges und der steigenden Anzahl von Kriegsverletzten wurde das seit der Corona-Lage etablierte Kleeblatt-System auch für die über den EU-Mechanismus auf - kommenden Anfragen zur Behandlung bzw. bundesweiten Ver- teilung von Patient*innen aus der Ukraine aktiviert. Aufgaben der einzelnen Kleeblätter bzw. der dort benannten SPoC (Single Point of Contact) sind dabei die Suche von geeigneten Behandlungska - pazitäten, die Organisation des Transportes in die jeweiligen Ziel- kliniken sowie die Abstimmung mit den zuständigen Behörden zur Aufnahme der Patient*innen und deren Begleit personen. Die zu behandelnden Per- sonen werden mit sogenannten MedEvac-Flügen in die jeweiligen Zielregionen nach Deutschland eingeflogen. Die Flüge starten dabei außerhalb des ukrainischen Kriegsgebietes am polnischen Flug - hafen Rzeszów-Jasionka in unmittelbarer Nähe der polnisch-ukra - inischen Grenze. Die Patient*innen werden von den ukrainischen Behörden und Organisationen bodengebunden zum Flughafen nach Polen transportiert. Am 11. April 2022 landete der erste MedEvac-Flug aus der Ukraine auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn. Für diesen Flug setzte die Bundeswehr einen entsprechend ausgestatteten Airbus A310 der Luftwaffe ein. Seit dem Sommer 2022 werden die Flüge durch die norwegische Luftwaffe durchgeführt. Bis Ende des Jahres 2022 konnten bei insgesamt zwölf Flügen 145 Patient*innen und 32 Begleitpersonen ins Kleeblatt West ein - geflogen werden. Zehn dieser – vom SPoC NRW organisierten und begleiteten – Flüge landeten im militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn, jeweils ein Flug am Flughafen Münster/Osnabrück sowie Paderborn/Lippstadt. Die Patient*innen konnten dank der großen Unterstützung in NRW zur Behandlung auf 55 verschiedene Kran - kenhäuser in 35 Kommunen verteilt werden. Sechs der am Flugha - fen Köln/Bonn ankommenden Patient*innen wurden zur Behand- lung ins Kleeblatt Süd-West transportiert. Bis Ende des Jahres 2022 konnten bei insgesamt zwölf Flügen 145 Patient*innen und 32 Begleitpersonen ins Klee blatt West eingeflogen werden. © Bundeswehr / Miriam Altfelder 146 Rettungsdienst 147 Hintergrund Kleeblatt System Im Jahr 2020 wurde in Deutschland das soge - nannte Kleeblatt-System eingeführt. Ziel des Systems war es, Behandlungskapazitäten für Corona-Patient*innen in ausreichender Anzahl durch überregionale bzw. bundesweite Verle- gungen sicherzustellen. Um die Kommunika- tion und Abstimmung zu vereinfachen, wurde für jedes Kleeblatt ein Single Point of Contact (SPoC) festgelegt. Per Erlass des Ministeri- ums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nord - rhein-Westfalen ist der primäre SPoC des Kleeblatt West (NRW) der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes (ÄLRD) Köln. Der Kölner ÄLRD wird bei dieser Aufgabe durch zwei Mitarbeitende der Abteilung Rettungsdienst unterstützt. Weitere Informationen zum Kleeblatt-System können dem nachfol- genden Link entnommen werden: www.bbk.bund.de/DE/Infothek/ Fokusthemen/Corona-Pandemie/Kleeblattkonzept/Was-ist-Klee blattkonzept/was-ist-kleeblattkonzept_node.html Der organisatorische Part des SPoC NRW bzw. des Kleeblatt-West teilt sich dabei grob in drei Phasen auf: Die erste Phase ist die „Ressourcensuche und Abstimmung“, die zweite Phase die „Transportorganisa- tion“ einschließlich der Abwicklung des Fluges und die dritte Phase ist die „Nach - bereitung und Beratung“ – dazu gehören neben der Information von Aufsichtsbe- hörden, der umfassenden Dokumentation und den Kostenabrechnungen auch die Beratung / Betreuung bzw. Unterstützung der behandelnden Einrichtungen. Ressourcensuche und Abstimmung In der Phase „Ressourcensuche und Abstimmung“ werden durch das SPoC- Team für die von der EU bzw. dem Bund angefragten Patient*innen und ggf. deren Begleitpersonen mögliche Behand - lungskapazitäten in den Krankenhäusern Nordrhein-Westfalens und der Kommu- nen abgefragt. Positive Rückmeldungen werden an den Bund zur Abstimmung auf EU-Ebene zurückgespiegelt. Bei gleich- zeitigen Behandlungskapazitäten in mehre - ren Kleeblättern werden patientenorientiere Ver teilabstimmungen zwischen den Klee - blättern getroffen. Transportorganisation Nach einer konkreten Zusage durch die EU und Bundessystematiken geht es in die Planung der „Transportorganisation“. Hierzu gehört unter anderem die Abstimmung mit den Zielkrankenhäusern, den Zielkommunen und Rettungsdienstträgern zur Bereitstel- lung von Rettungsmitteln für den Transport und die Unterbringung der Patient*innen und Begleitpersonen. Nachbereitung und Beratung In der Phase der Nachbereitung und Bera - tung wurden nach der Patientenverteilung weitere Abstimmungen mit verschiedenen Ämtern vorgenommen. Maßgeblich war hier das Sozial und Wohnungsamt beteiligt. Ebenso wurden die Krankenhäuser hin- sichtlich der Finanzierung und des weiteren Verbleibs der Patient*innen unterstützt. Hier stand das Team des Kleeblatts-West den Krankenhäusern beratend zur Ver fügung. Auch wurden gegenseitige Abstim - mungen innerhalb des Bundesverbands des Kleeblatts durchgeführt. Darüber hinaus werden mit dem Bund und der norwegischen Luftwaffe Abspra - chen zum Zielflughafen und der dortigen Abwicklung (beispielsweise Bereitstellung eines Tragenliftes o. Ä.) getroffen. Auch die Bereitstellung von unterstützenden Leistun gen wie etwa Anforderung von Dol- metscher*innen, Personalanmeldungen in den Sicherheitsbereichen des Flughafens, Anforderungen des Rettungsdienstes etc. fällt ins Aufgabengebiet des SPoC-Teams. Für Patient*innen, die in ein Kölner Kran- kenhaus transportiert werden, sind außer - dem die erforderlichen Rettungsmittel zu ermitteln und beizustellen. Mit den zustän - digen Stellen aus dem Kölner Dezernat V (Soziales, Gesundheit und Wohnen) werden Unterkünfte und Ansprechpartner*innen für die Begleitpersonen abgestimmt. Am Flugtag selbst ist eine Begleitung des Fluges am Zielflughafen als Schnittstelle zwischen den beteiligten Stellen bis zum erfolgten Transport in die Zielkrankenhäuser vorgesehen. Die MedEvac-Flüge werden auch im Jahr 2023 fortgesetzt. Ein Ende dieser Maß - nahmen ist zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresberichtes 2022 nicht absehbar. © Bundeswehr / Miriam Altfelder © Bundeswehr / Miriam Altfelder 148 Rettungsdienst 149 Christoph Rheinland feiert 20. Jubiläum Seit 2002 rettet der gelbe Hubschrauber im Rheinland Menschenle - ben. Als Intensivtransporthubschrauber fliegt er vor allem schwer kranke oder verletzte Patient*innen von einem Krankenhaus zum anderen. Aber auch in der Primärrettung kommt er zum Einsatz. Ein runder Geburtstag, der auf der Luftrettungsstation gebührend gefeiert wurde. Rekordjahr für die Kölner Luftrettung Die Feuerwehr Köln ist Kernträgerin des Inten- sivtransporthubschraubers (ITH) „Christoph Rheinland“. Dieser ist am Flughafen Köln/ Bonn stationiert und üblicherweise mit drei Personen besetzt: die ADAC Luftrettung stellt neben der Maschine die Piloten, die Feuer- wehr Köln, das DRK Köln sowie die Johanniter Köln entsenden die/den TC-HEMS (Rettungs- dienstpersonal mit flugtechnischer Zusatzaus - bildung), während die Notärzt*innen ebenfalls von der Feuerwehr organisiert werden. Im Jahr 2022 konnte das „Kölsch Mädche“ eine ganz besondere Bilanz vorweisen: erst- mals seit der Inbetriebnahme vor 20 Jahren wurden mehr als 1.000 Einsätze absolviert. Dabei startete die „fliegende Intensivstation“ in 45 Prozent der Fälle zu (Intensiv-)Verle- gungen und bei 55 Prozent der Alarmierungen zu Notfalleinsätzen. Nicht zuletzt liegt die Stei - gerung der Einsatzzahlen in der sogenannten „Randzeitenerweiterung“ begründet: Nach intensiven Schulungen konnten ab Februar 2022 durch die Verwendung von Nachtsicht- geräten die Betriebszeiten des ITH in die Dunkelheit hinein verlängert und somit mehr Einsätze übernommen werden. 150 Rettungsdienst 151 In Köln spielen darüber hinaus auch die Themen Nachhaltigkeit und Reduzierung von CO2 eine große Rolle. Christoph Rheinland ist Standort des ersten Forschungsprojektes zum Einsatz von umweltfreundlichem Biokerosin in der Luftrettung. Seit Ende 2022 wird dieser Kraftstoff in Köln vom ADAC getestet. © Lars Jäger 152 Rettungsdienst 153 Luftrettungen Christoph Rheinland 2019 2020 2021 2022 Primäreinsätze 214 208 353 469 Sekundäreinsätze 401 327 344 385 Fehleinsätze 50 55 123 166 Gesamt 665 590 8.120 1.020 Christoph 3 2019 2020 2021 2022 Primäreinsätze 861 737 1.031 1.098 Sekundäreinsätze 22 13 14 7 Fehleinsätze 247 220 346 448 Gesamt 1.130 970 1.391 1.553 2019 1.795 1.560 2.211 2.573 2020 2021 2022 Einsätze Luftrettung gesamt 154 Rettungsdienst 155 Beherzt helfen – Erste Hilfe rettet Leben Im Notfall ist jede Hilfe gefragt: Jährlich erleiden in Deutschland rund 70.000 Menschen außerhalb des Krankenhauses einen plötzlichen Herzstillstand. Nur jede*r zehnte Betroffene überlebt. Bei einem plötzlichen HerzKreislaufStillstand kommt es inner- halb von drei bis fünf Minuten zu irreversiblen Schäden im Gehirn, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. In mehr als der Hälfte der Fälle sind jedoch Personen anwesend, die eingreifen und durch eine Herzdruckmassage die Zeit bis zum Ein - treffen des professionellen Rettungsdienstes überbrücken können. Im Jahr 2022 erlitten in Köln 1.113 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Davon wurde bei 807 Menschen eine Wieder belebung eingeleitet, in 311 Fällen wurde die Reanimation durch Laien durchgeführt. Eine telefonische Anleitung zur Reani - mation führte die Leitstelle der Feuerwehr Köln in 110 Fällen durch. 246 Menschen konnten mit einem stabilen Kreislauf ins Krankenhaus gebracht werden. Telefonreanimation in Köln 2022 „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst Köln. Wo genau ist der Notfallort?“ nur Herzdruckmassage: 80 % Herzdruckmassage & Beatmung: 6.4 % keine Maßnahmen durchgeführt: 7.3 % Quelle: Deutsches Reanimationsregister H2 Ehrenamt ist Ehrensache Freiwillige Feuerwehr Köln „Mitmachen lohnt sich!" Wir suchen stets engagierte Menschen, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr und Jugendfeuerwehr einbringen möchten. Durch Übungen am Standort, aber auch in interessanten Lehrgängen an unserer Feuerwehrschule, bringen wir Ihnen und Euch die nötigen Fähigkeiten bei, um in Notsituationen anderen Menschen ruhig, besonnen und vor allem kompetent helfen zu können. © Lars Jäger 158 Freiwillige Feuerwehr Köln 159 Die Freiwillige Feuerwehr setzt sich aus 28 ehrenamtlichen Einheiten und 25 Jugendgruppen zusammen. Mit mehr als 800 Einsatzkräften ist die Freiwillige Feuerwehr ein zentrales Element der Köl- ner Gefahrenabwehr. Die ehrenamtlichen An gehörigen nehmen diese Aufgabe neben ihrer beruflichen Tätigkeit wahr und sind in aller Regel an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr verfügbar. Die Freiwillige Feuerwehr und die Berufsfeuerwehr bilden gemein - sam die Feuerwehr Köln. Die Freiwillige Feuerwehr Köln besteht der- zeit aus 28 Einheiten, die sich in 25 Lösch- gruppen mit dem Schwerpunkt Brandschutz sowie in zwei Sondereinheiten (Fernmelde- dienst und Umweltschutzdienst) und einen Spielmannszug aufteilen. Analog zu den hauptamtlichen Feuer- und Rettungswa- chen sind diese Einheiten organisatorisch den drei Gefahrenabschnitten des Amtes 37 (Abteilungen 371, 372 und 373) zugeordnet und werden von ehrenamtlichen Einheits- führenden geleitet. Disziplinarrechtlich ist gemäß gesetzlicher Grundlage der*die Oberbürgermeister*in verantwortlich. In Köln wurde diese Aufgabe an die Leitung der Feuerwehr delegiert. Wenn in anderen Regionen des Landes oder auch bundesweit Schadensereignisse große Mengen an Einsatzkräften erfordern, sind Mitglied er der Freiwilligen Feuerwehr Köln auch über die Stadtgrenzen Kölns hinaus tätig. Struktur und Arbeitsweise Die Freiwillige Feuerwehr hat den Aufga- benschwerpunkt der kommunalen Gefah - renabwehr in der Brandbekämpfung, Tech- nischer Hilfeleistung sowie den aus dem BHKG resultierenden Aufgaben. Sie neh- men Sonderaufgaben wahr, für die sie spe- ziell ausgebildet und ausgerüstet sind. Außerdem arbeitet die Freiwillige Feuerwehr bei größeren Einsätzen eng mit der Berufs - feuerwehr zusammen oder besetzt in diesen Fällen die verwaisten Feuer- und Rettungs- wachen nach. Die Einheiten der Freiwil- ligen Feuerwehr nehmen unter Umständen aber auch selbstständig Einsatzaufgaben ohne Beteiligung der Berufsfeuerwehr wahr. Mit deren Wahrnehmung ergänzt die Freiwillige Feuerwehr die hauptamtlich vorzuhaltende Berufsfeuerwehr nach dem „SSV“-Prinzip („schneller, spezieller und verstärkend“). Dies bedeutet: Schneller: … eintreffen am Einsatzort vor der Berufsfeuerwehr ist, wenn verfügbar, wahr scheinlich; dadurch Verbesserung der hauptamtlichen Schutzzielerreichung. Spezieller: Wahrnehmung spezialisierter Fachaufgaben der kommunalen Gefahren- abwehr sowie des erweiterten Katastro - phenschutzes im Land NRW. Verstärkend: Ergänzung oder Ersatz für Ein- satzkräfte der Berufsfeuerwehr bei Punkt- oder Flächenlagen sowie Steigerung der Durchhaltefähigkeit bei länger andauernden Einsatzlagen alarmiert und ausgerückt (Status 3) total Brand TH* Fläche total Brand TH* Fläche 2021 2022 37 Zündorf 35 8 2 25 13 7 2 4 47 WahnHeideLind 63 39 1 23 55 44 6 5 56 Worringen 91 18 10 63 42 13 6 23 57 Urbach 117 55 8 54 99 64 5 30 59 Strunden 99 24 10 65 53 28 8 17 66 Roggendorf 52 12 4 36 23 8 8 7 67 PorzLangel 56 8 17 31 24 4 16 4 69 Holweide 157 78 13 66 109 75 8 26 74 Widdersdorf 70 9 8 53 21 7 1 13 75 Merkenich 58 22 6 30 59 35 11 13 76 LangelRheinkassel 55 17 5 33 43 22 8 13 77 Libur 44 19 1 24 38 32 3 3 79 Flittard 86 34 7 45 65 37 11 17 84 USD 31 4 8 19 18 4 10 4 85 Longerich 161 63 10 88 107 55 14 38 86 Fühlingen 173 73 23 77 76 47 9 20 87 EnsenWesthoven 42 22 7 13 24 16 3 5 88 Heumar 96 30 9 57 55 20 16 19 89 Dünnwald 82 33 11 38 63 39 7 17 90 Kalk 243 184 20 39 184 125 25 34 92 Rodenkirchen 119 63 9 47 107 56 10 41 94 Lövenich 112 34 11 67 75 35 5 35 95 FMD 16 5 11 / 5 4 1 / 96 Esch 87 14 8 65 35 7 2 26 97 Eil 130 58 19 53 77 47 2 28 98 Brück 106 38 7 61 62 33 12 17 99 Dellbrück 106 28 12 66 60 30 12 18 total 2.487 992 257 1.238 1.592 894 221 477 * Technische Hilfe 160 Freiwillige Feuerwehr Köln 161 Die Standorte der Freiwilligen Feuerwehr Köln Die Mitglieder unserer Löschgruppen wohnen in den jeweils zuge - hörigen Stadtteilen. Die Mitglieder der beiden Sondereinheiten Fernmeldedienst und Umweltschutzdienst und des Spielmannszugs stammen dagegen aus dem gesamten Stadtgebiet Köln. In fol- genden Stadtteilen sind die Löschgruppen ansässig. WO RG FU ES WI USD FMD LO MK FU LR FL DU HO DE ST BR HE HE KA LV EN RD ZU PL LB WA Löschgruppe Brück Hovenstraße 38–42 BR Löschgruppe Dellbrück Urnenstraße 9–11 DE Löschgruppe Flittard Edelhofstaße 66 FL Löschgruppe Holweide Buschfeldstraße 46 HO Löschgruppe Kalk Gummersbacher Str. 33 KA Löschgruppe Strunden Gierather Straße 16 ST Löschgruppe Dünnwald Rönsahler Straße 30 DU Umweltschutzdienst Osterather Straße 40 USD Löschgruppe Esch Weiler Straße 4 ES Löschgruppe Fühlingen (Weiler) Windröschenweg 1 FU Löschgruppe Fühlingen Schmiedhofsweg 7a FU Löschgruppe Lövenich Richard-Wagner-Straße 34 LV Löschgruppe Merkenich Causemannstraße 66 MK Löschgruppe Widdersdorf Neue Sandkaul 11 WI Löschgruppe Langel-Rheinkassel Amandusstraße 51 LR Löschgruppe Longerich Longericher Hauptstraße 97 LO Löschgruppe Roggendorf/Thennhoven Quettinghofstraße 36 RG Löschgruppe Worringen Hackenbroicherstraße 48 WO Löschgruppe Heumar Forststraße 20 HE Löschgruppe Porz-Langel Hintergasse 10 PL Löschgruppe Rodenkirchen Schillingsrotter Straße 36 RD Löschgruppe Urbach Kaiserstraße 69 UB Löschgruppe Wahn-Heide-Lind Heidestraße 179 WA Löschgruppe Eil Neue Eiler Straße 50–52 EIL Löschgruppe Ensen-Westhoven Annastraße 9 EN Löschgruppe Libur Margaretenstraße 34 LB Löschgruppe Zündorf Unterm Berg 19 ZU Fernmeldedienst Scheibenstraße 13 FMD EIL 162 Freiwillige Feuerwehr Köln 163 30. Juli 2022 – Bereichsübung in Weeze Rund 85 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus 14 Löschgruppen trainierten am Samstag, den 30. Juli 2022, unter realistischen Bedingungen die Menschenrettung und Brandbekämpfung. Übungsort war die Trainingsbase in Weeze. Zusätzlich zu den Übungsteilnehmer*innen waren noch 35 weitere haupt- und ehrenamt- liche Feuerwehrangehörige in Weeze, als Trai- ner*innen, Übungsbeobachter*innen und zur logistischen Unterstützung. Für die Verpflegung hat, wie auch 2020, das THW gesorgt. Im Einsatzleitwagen mit Meldekopf unterstützte der Fernmeldedienst die Koordinierung der Einsatzübungen sowie der Logistikaufgaben. Auf dem Trainingsgelände wurden in speziell präparierten Gebäu- den Feststoffbrände gelegt, die in verschiedenen Szenarien bekämpft werden mussten. Im Mittelpunkt stand das ganzheitliche Abarbeiten von Einsatzszenarien. Die Aufgaben erstreckten sich dabei vom Einsatz unter Hitze über Atemschutz, das Arbeiten im Trupp, die Handhabung von Überdrucklüftern und tragbaren Leitern bis hin zum Aufbau der Wasserversorgung und dem Führen von Einheiten. Geübt wurden vier verschiedenen Szenarien, pro Szenario waren mindestens zwei Löschgruppen im Einsatz: Szenario 1 stellte einen Brand in einem McDonald’s nach, bei dem fünf Personen ver - misst wurden. Szenario 2 stellte einen Brand in einer Pizzeria dar, in Sze nario 3 stand ein Carport in Flammen und im letzten Szenario brannte ein Einfamilienhaus mit einer unbekannten Zahl an Ver- missten. Dabei waren die Löschgruppen Fühlingen, Worringen, Widders - dorf, Esch, Longerich, Merkenich, PorzLangel, Roggendorf, Roden - kirchen, Dellbrück, Lövenich, Flittard, Ensen-Westhoven sowie der Fernmeldedienst. Die Bereichsübung schloss mit einer Verbandsfahrt ab. Hier wurde das koordinierte Fahren einer Kolonne von ca. 25 Feuerwehrfahr- zeugen auf der Landstraße und der Autobahn geübt. © Lars Jäger © Lars Jäger 164 Freiwillige Feuerwehr Köln 165 Feuerwehrehrenkreuz des Stadtfeuerwehrverbandes Köln Zum 150-jährigen Jubiläum der Kölner Feuerwehr hat der Stadtfeuerwehrverband Köln e. V. (StFV) am 23. September 2021 das Feuerwehrehrenzeichen Köln gestif- tet. Ziel der Stiftung war es, ein eigenes Ehrungsformat für Kölner Feuerwehrange- hörige zu erstellen. Mit dem Feuerwehreh - renzeichen Köln, das bestehende Ehrungs- und Auszeichnungswesen ergänzt, soll die Anerkennung von Leistungen und Engage- ment auch in Regeltätigkeiten ermöglicht werden. Erstmalig wurden die Ehrenzeichen der Stufen Bronze, Silber und Gold während der Jubilarenehrung am 22. Oktober 2022 verliehen. Für die zu Ehrenden, die nicht an der Jubilarenehrung teilnehmen konnten, gab es am Jahresende eine weitere Veran- staltung, bei der die Ehrungen überreicht wurden. Feuerwehrehrenzeichen Köln Das Feuerwehrehrenzeichen des StFV Köln kann an Einzelpersonen verliehen werden, die in einer Mitgliedsorganisation des Stadtfeuerwehrverbandes Köln e. V. oder in einer anderen Organisation des erweiterten Katastrophenschutzes haupt- oder ehrenamtlich tätig sind. Ebenso kann das Feuerwehrehrenzeichen des StFV Köln an Gruppen verliehen werden, wel- che herausragende Projekte durchgeführt haben. In diesem Fall wird es als „Teampreis“ benannt. Während sich die beiden oben genannten Ehrungen an Einsatzkräfte bzw. Mitarbeitende in der Gefahrenabwehr rich - ten, sind weitere Ehrungen für Zivilpersonen oder -Organisationen vorgesehen, die durch ihr Handeln die Mitglieder des Stadtfeuer wehrverbandes bei ihrer Tätigkeit im be son- deren Maße unterstützen. Der Besitz der deutschen Staatsangehörig - keit oder der Sitz einer Organisation in der Bundesrepublik Deutschland ist dabei keine Voraussetzung für die Verleihung. Das Feuerwehrehrenkreuz wird in drei Stufen verliehen: Feuerwehrehrenkreuz des StFV Köln in Bronze Das Feuerwehrehrenzeichen in Bronze wird an Personen verliehen, die lange den Feuerwehren in Köln in einer verantwor- tungsvollen Position gedient oder sich durch besondere Tätigkeiten über die Dienst- pflicht hinaus mit Fleiß engagiert haben, um das Feuerwehrwesen und den Schutz der Kölner Bevölkerung zu fördern. Feuerwehrehrenkreuz des StFV in Silber Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber wird an Personen verliehen, die vorbildlich gehandelt haben, lange den Feuerwehren in Köln in einer führenden oder organisationsübergreifenden Position gedient oder sich durch besondere Tätigkeiten über die Dienstpflicht hinaus lange engagiert haben, um das Feuerwehrwesen und den Schutz der Kölner Bevölkerung zu fördern Feuerwehrehrenkreuz des StFV in Gold Das Feuerwehrehrenzeichen in Gold wird an Personen verliehen, die außerordentlich vorbildlich gehandelt, sehr lange den Feuer - wehren in Köln in einer Schlüsselposition gedient oder sich durch besondere Tätigkeiten über die Dienstpflicht hinaus besonders lange und häufig engagiert haben. 166 Freiwillige Feuerwehr Köln 167 Abschluss der Grundausbildung für 27 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Am Samstag, den 12. November 2022, haben 27 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr ihre Ausbildung zum*zur Trupp- mann*frau erfolgreich abgeschlossen. Nach einer schriftlichen Prüfung folgten auf dem Gelände des Führungs- und Schulungs- zentrums (FuSZ) an der Scheibenstraße die praktischen Prüfungsanteile, die aus einer Gruppenübung nach FwDV 3, dem Anhe- ben von Lasten, dem Instellungbringen von tragbaren Leitern, der Öffnung einer Tür und abschließend aus Knotenkunde bestanden. Die zum Jahresbeginn 2022 neu struk- turierte Grundausbildung zum*zur Trupp- mann*frau war im Juli 2022 für insgesamt 52 ehrenamtliche Feuerwehrangehörige gestartet. Neben der strukturell geänderten Aus - bildung war eine zusätzliche Besonderheit, dass an drei ehrenamtlichen Standorten dezentral unterrichtet und geübt wurde. Die Standorte Porz-Langel, Kalk und Roden - kirchen stellten hierbei Materialien, Räume und Personal zur Verfügung und wurden dabei massiv von weiteren Mitgliedern anderer Einheiten unterstützt. Als vierter Ausbildungsort stand das FuSZ in bekannter Weise zur Verfügung. Viele Stunden der Absprache, Vorbereitung, Unterrichtserteilung und Nachbereitung wurden durch die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Ausbildenden geleistet und durch die Feuerwehrschule (376 / 11) ge steuert. Die restlichen im Juli gestarteten Auszu- bildenden konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht alle vorgeschriebenen Lehrinhalte absolvieren und holten ihre Prüfung später nach. Top 30 Alarmierungen der Freiwilligen Feuerwehr 347 x FEU1 (1 Löschzug) 307 x STURM1 (Sturmschaden klein) 102 x STURM2 (Sturmschaden 2) 97 x AUTO1 (PKW Brand) 83 x BODENFEU (Flächen / Vegetationsbrand) 72 x FEU2 (2 Löschzüge) 59 x FEU2 (Feuer mit Menschenrettung) 51 x WASSER (Wasserschaden) 31 x PRHEIN (Person im Rhein) 20 x VUNF1 (Verkehrsunfall) 19 x PTUER (Person hinter Tür) 16 x LAUBE (Brand Laube / Gartenhütte) 16 x STURM3 (Sturmschaden groß) 15 x AUTO2 (PKWBrand groß) 12 x HILFE (sonstige Hilfeleistung) 11 x CHEMIE 10 x BMAFEU1 (Brandmeldeanlage) 10 x PEINGEKL (Person eingeklemmt) 9 x BAUM 8 x BOMBE (Bombenfund) 8 x FEU3 (3 Löschzüge) 8 x KLEINFEU (kleines Feuer) 7 x HEIMRAUCH (Heimrauchmelder) 5 x MUELL (Müllbrand) 5 x SMUELL (Silvester Müllbrand) 4 x BENZIN (Benzinaustritt) 4 x PZUG (Person unter Zug) 4 x SFEU1 (Silvester Feuer 1) 4 x VUNF2 (Verkehrsunfall) 3 x ATF2 (Analytische Task Force, Stufe 2) 168 Freiwillige Feuerwehr Köln 169 Wald1 in Buchheim Am 30. August standen 15.000 Quadrat- meter Stoppelfeld in Brand. Gemeinsam mit der Feuerwache 9 kam die Löschgruppe an der Einsatzstelle an. Sie baute eine Was - serversorgung über 500 Meter auf. Darüber hinaus übernahmen die Holweider Einsatz- kräfte einen Brandabschnitt am Waldrand. Hierfür wurden weitere 500 Meter Schlauchleitung verlegt. Bei diesem Einsatz wurde das gesamte Schlauchmaterial der Löschgruppe ver- wendet. Nach rund sechs Stunden war die Löschgruppe wieder einsatzbereit. Samstagsübung Im Jahr 2022 gab es erneut die Möglichkeit, eine gesonderte Samstagsübung zu absol- vieren: Dafür konnten die Räumlichkeiten einer Grundschule genutzt werden. Geübt wurde neben dem Vorgehen bei Menschenrettung auch die Brandbe - kämpfung. Im Anschluss konnte das zuvor Geübte direkt bei einem Wohnungsbrand in Holweide angewendet werden. Fototermin und Sommerfest Im August trafen sich Einsatzabteilung, Ehrenabteilung und Jugendfeuerwehr, um neue Mannschafts- sowie Portraitbilder fertigen zu lassen. Im Anschluss wurde das Sommerfest mit Familien und Freunden gefeiert. Verleihung Fluthelfereinsatzmedaillen Am 14. August 2022 fand die Verleihung der Fluthelfereinsatzmedaillen für den Einsatz in der Flutkatastrophe 2021 statt. Auch 16 Einsatzkräfte der Löschgruppe Holweide wurden geehrt (mehr zur Verleihung finden Sie auch auf den Seiten 238–239). Aktivitäten im Veedel Am 1. Mai lebte nach der Corona-Pause eine Holweider Tradition wieder auf: das Maifest und somit auch das Aufstellen des Mai - baums – gemeinsam mit anderen Holwei - der Vereinen nahm auch die Löschgruppe daran teil. Am 28. August stellte die Löschgruppe ihr Löschfahrzeug einige Stunden auf dem Holweider Familienfest aus und sorgte so für jede Menge leuchtende Kinderaugen. Lange hatten keine Martinsfeuer und -umzüge stattgefunden. Im Jahr 2022 konn- ten Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung insgesamt sieben Martinsfeuer in Holweide, Höhenhaus und Mülheim begleiten. © Lars Jäger Löschgruppe Holweide Im Jahr 2022 wurde die Löschgruppe Hol- weide zu insgesamt 109 Einsätzen alarmiert. Neben diversen Sturmlagen, einem hohen Einsatzaufkommen durch Bodenfeuer und Waldbrände führte die Löschgruppe zudem bei einem Feuer mit Menschenrettung (FEU2Y) eine Menschenrettung durch. Besondere Einsätze: Feuer mit Menschenrettung Die Löschgruppe wurde am 26. Januar zu einem Feuer mit Menschenrettung (FEU2Y) alarmiert. Das Löschfahrzeug der Lösch - gruppe war als ersteintreffendes Fahrzeug an der Einsatzstelle. Der Angriffstrupp konnte die vermisste Person retten. Im Anschluss wurden zwei weitere Trupps zur Brandbekämpfung eingesetzt. Hilfe für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine Am 7. und 8. März 2022 unterstützte die Löschgruppe mit einem Fahrzeug im Schichtbetrieb den Transport der ankom- menden Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine in Notunterkünfte. Bodenfeuer Holweide Innerhalb weniger Tagen war die Lösch- gruppe bei insgesamt vier Bodenfeuern in Holweide im Einsatz. Am 19. Juli wurde sie zum dritten großen Bodenfeuer in die Holweider Heide alarmiert. Schnell wurde klar, dass es sich um eine größere Einsatz- stelle handelte. Das Fahrzeug der Löschgruppe Holweide traf kurz nach dem Löschfahrzeug der Feuer- und Rettungswache 9 ein und baute eine Wasserversorgung auf. Das Einsatzstich- wort wurde auf „Wald1“ erhöht und damit zwei weitere Löschzüge und Löschgruppen zur Einsatzstelle entsandt. So konnte die Brandbekämpfung von drei Seiten vorge- nommen werden. Nach vier Stunden war das Feuer gelöscht. Am 9. August brannte die Holweider Heide erneut. Gemeinsam mit den Kräften der Feuer- und Rettungswache 9 konnten eine Ausbreitung des 2.500 Quadratmeter großen Vegetationsbrandes verhindert und erfolgreiche Löscharbeiten durchgeführt werden. Nach knapp zweieinhalb Stunden war die Löschgruppe wieder einsatzbereit. © Daniel Evers © Lars Jäger 170 Freiwillige Feuerwehr Köln 171 Einsatz und Übungsdienst Im Jahr 2022 wurde die Löschgruppe Kalk zu insgesamt 184 Einsätzen alarmiert, was einer Reduzierung von rund 60 Ein- sätzen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei wurden neben diversen Sturmein - sätzen vor allem Wohnungs- und Gebäu- debrände sowie eine steigende Anzahl an Flächen und Vegetationsbränden ab gearbeitet. Die Überarbeitung der Alarmierung der Frei- willigen Feuerwehr Köln, gemessen anhand eines Vergleiches der Fahrzeiten der am nächsten verfügbaren Löschfahrzeuge, hat sich auch bei der Löschgruppe Kalk stark bemerkbar gemacht: Einerseits hat dies zu einer starken Senkung der Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr geführt, auf der anderen Seite kamen dadurch vermehrt Ein - sätze der Technischen Hilfeleistung auf die Löschgruppe zu. Um sich auf diese Einsatzstichwörter opti - mal vorzubereiten, wurden Sonderdienste durchgeführt und der Schwerpunkt in den nun wöchentlich stattfindenden Aus bildungsdiensten entsprechend gesetzt. Außerdem wird die Löschgruppe Kalk ver- stärkt bei Paralleleinsätzen der Berufsfeuer - wehr eingesetzt, um den Einwohner*innen im Bereich der Innenstadt schnellstmöglich helfen zu können – der zentrale und ver- kehrsgünstige Standort der Löschgruppe spielt hierbei eine zentrale Rolle. Durch die Möglichkeit der Nutzung von mehreren verlassenen und sich im Rück- bau befindlichen Industriegeländen in Köln konnten auch im Jahr 2022 wieder anspre- chende, interessante und vor allem lehr- reiche Übungsdienste organisiert werden. Personalien Die Einsatzabteilung der Löschgruppe Kalk besteht aktuell aus 50 aktiven Mitgliedern. Da die räumlichen Kapazitäten im Kalker Gerätehaus erschöpft sind, können neue Interessenten aktuell nicht aufgenommen werden – es wird eine Warteliste geführt. Auf der Jahreshauptversammlung 2022 wurde der stellvertretende Löschgruppen- führer Nico Blum offiziell durch den stell- vertretenden Amtsleiter Dr. Volker Ruster aus seiner Funktion entlassen und verab - schiedet. Aus beruflichen Gründen konnte Nico Blum seine Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung nicht fortsetzen. Für sein Engagement bei der Gründung und dem Aufbau der Lösch - gruppe Kalk dankten ihm die Branddirektion sowie alle aktiven Mitglieder der Lösch - gruppe herzlich. Zum neuen stellvertre - tendem Löschgruppenführer wurde Joscha Hendrik Mense ernannt. © Lars Jäger Löschgruppe Kalk Im Jahr 2022 konnte die Löschgruppe Kalk bereits auf ihr fünf - jähriges Jubiläum zurückblicken. Nach anfänglichen Herausforde - rungen im Gründungsprozess konnte im fünften Jahr ein erstes und sehr positives Zwischenresümee gezogen werden. Denn seit ihrer Gründung am 19. November 2017 entwickelte sich die Löschgruppe Kalk zu einem festen Bestandteil der Gefahrenab - wehr im Bereich der Kölner Innenstadt. In diesen fünf Jahren war die Löschgruppe Kalk in verschiedenen Unterkünften im Kölner Stadtgebiet untergebracht, bis im Jahr 2019 das neue Gerätehaus an der Gummersbacher Straße bezogen werden konnte.Mittlerweile ist die Löschgruppe Kalk in der neuen sandfarbenen Schutzaus - rüstung der Feuerwehr Köln unterwegs. 172 Freiwillige Feuerwehr Köln 173 Veränderungen im Fuhrpark Auch das Erscheinungsbild des Fuhrparks der Löschgruppe Kalk hat sich im Jahr 2022 stark verändert. Mitte des Jahres konnte ein Löschfahrzeug (LF10) der Löschgruppe Brück übernommen werden, wodurch der Löschgruppe erstmals zwei Löschgruppen - fahrzeuge zur Verfü gung standen. Im November 2022 konnte ein fabrikneues Löschgruppenfahrzeug 20 des Katastrophenschutzes NRW (LF20 KatS NRW) am Institut der Feuerwehr in Münster abge - holt werden. Es handelt sich um ein Fahrzeug, das durch das Land NRW be schafft und der Stadt Köln zur Nutzung überlassen wurde. Bei der Löschgruppe Kalk ersetzt das neue LF20 KatS NRW das aller - erste Löschgruppenfahrzeug der Löschgruppe, ein Löschgrup - penfahrzeug 8/6 aus dem Jahr 1996. Das neue Fahrzeug führt neben der feuerwehrtechnischen Grundausstattung beispielsweise auch Material zum Aufbau einer Wasserförderung über lange Weg - strecken oder zur Vegetationsbrandbekämpfung mit und bietet der Löschgruppe fortan ein Arbeiten nach aktuellem Stand der Technik. Durch das neue LF20 KatS NRW ergeben sich für die Löschgruppe fortan weitere Aufgabenbereiche, auch über die Stadtgrenzen Kölns hinaus. Die offizielle Übergabe des neuen Löschgruppenfahrzeuges erfolgte im Dezember 2022 auf der Jahreshauptversammlung der Löschgruppe durch die stellvertretende Landtagspräsidentin Beri - van Aymaz. Aktivitäten im Veedel Im vergangenen Jahr konnte sich die Löschgruppe im Rahmen meh - rerer Straßenfeste und Weihnachtsmärkte der Bevölkerung in ihren zuständigen Veedeln präsentieren. Besonders auf dem Kalker Stra - ßenfest erfuhr die Löschgruppe eine positive Resonanz bezüglich ihres fünfjährigen Bestehens. An einem großen Infostand konnten sich Groß und Klein über die Arbeit der Löschgruppe informieren, die Einsatzfahrzeuge besichtigen, Schlauchkegeln oder sich mit der Kübelspritze am Spritzenhaus versuchen. Unter großer Begeisterung wurden gemeinsam mit der Jugend - feuerwehr mehrere Übungen durchgeführt. Auch den Einladungen anderer Vereine aus den Veedeln konnte in diesem Jahr wieder gefolgt werden. Jugendfeuerwehr Bereits seit dem Jahr 2021 besteht bei der Löschgruppe Kalk eine motivierte Jugendfeuerwehr. In den abwechslungsreichen Übungs - diensten werden den Jugendlichen feuerwehrtechnische Grund - lagen vermittelt und Teambuilding-Maßnahmen durchgeführt. Darüber hinaus wurden weitere Aktivitäten wie etwa große Übun - gen oder ein Berufsfeuerwehrtag veranstaltet sowie Ausflüge bei - spielsweise ins RheinEnergieSTADION organisiert. Zudem nahm die Jugendfeuerwehr erstmals am Stadtjugendpokal in Köln teil und konnte dort ihr Feuerwehrwissen und ihre Geschicklichkeit an zehn Spielstationen unter Beweis stellen. Auch weitere Aktivitäten wie eine regelmäßige Blutspende an der Uniklinik oder die Unter - stützung als Wahlhelfer*innen bei der Landtagswahl 2022 werden durch das Betreuerteam der Jugendfeuerwehr Kalk organisiert. © Lars Jäger 174 Freiwillige Feuerwehr Köln 175 Löschgruppe Langel Rheinkassel Mit ihren rund 47 Mitgliedern blickt die Löschgruppe Langel-Rheinkassel auf ein ereignisreiches, aber auch wieder fast normales Jahr zurück. Nach den teils erheblichen coronabedingten Einschränkungen in den vergangenen Jahren konnten im Jahr 2022 wieder die Übungsdienste und Zusammenkünfte unter relativ normalen Bedingungen stattfinden. Auch bei Alarmierungen und Einsätzen stell- ten sich im Vergleich zu 2021 wieder „nor- male“ Verhältnisse ein: Insgesamt rückte die Löschgruppe zu 43 Einsätzen aus, darunter 22 Alarmierungen zu Brandeinsätzen, acht Alarmierungen zu Einsätzen mit Technischer Hilfeleistung, zwei Alarmierungen zum Son - deralarm aufgrund von Unwettern und fünf Alarmierungen zu Einsätzen mit ihrer Son- deraufgabe Drohne. Neues Fahrzeug für die Löschgruppe Im Mai war es dann endlich so weit: Die Löschgruppe erhielt als eine der ersten Einheiten in Köln ein komplett generalüber- holtes HLF aus den Beständen der Berufs - feuerwehr. Aus dem ehemaligen HLF 1.1 wurde das HLF-LR. Damit hieß es aber auch Abschied nehmen von unserem alten LF 10.6. Der Einzug des neuen Fahrzeuges wurde bei strahlendem Sonnenschein im Rahmen einer Fahrzeug - weihe gebührend gefeiert. Bereichsübung Weeze Am 30.Juli nahm die Löschgruppe gemein - sam mit den anderen Löschgruppen des Gefahrenabschnitts 2 an der Bereichsübung in Weeze teil (mehr dazu finden Sie auf den Seiten 162–163). Herbstfest und Aktiventour im Oktober Nach zwei Jahren Pause gab es im Okto - ber 2022 wieder einen Tag der offenen Tür. Bei tollem Wetter feierte die Löschgruppe mit zahlreichen Gästen und befreundeten Löschgruppen bis tief in die Nacht. Zum Abschluss des Jahres hat sich die Löschgruppe eine kleine Auszeit gegönnt und mit der Einsatzabteilung ein aktives Wochenende in der Eifel verbracht. Löschgruppe Longerich 35 aktive Mitglieder zählte die Löschgruppe im Jahr 2022 und dank zahlreicher Neuzu- gänge in den letzten drei Jahren konnten Austritte kompensiert und die Truppe deutlich verjüngt werden. Zudem ist durch die Umstellung auf die schnellste Fahrzeug- strategie und die gleichwertige Einbindung der Freiwilligen Feuerwehr in die Schutzziel- erfüllung der Feuerwehr Köln das Einsatz - aufkommen für die Löschgruppe Longerich stetig gewachsen. Auch prägend für Longerich ist die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwache 5. Die Löschgruppe führt Wachbesetzungen im Wechselspiel mit Merkenich auf der Wache durch und betreibt bei Großschadenslagen den Abrollbehälter Versorgung. Jubilarenehrung Am 22. Januar 2022 musste die Lösch - gruppe nach 50 Jahren aktiver Dienstzeit Peter Mauell verabschieden. Er war ein absoluter Leistungsträger in der Lösch - gruppe und wechselte daher, immer noch Feuer und Flamme für die Feuerwehr, in die Unterstützungsabteilung der Löschgruppe. Feuerwehr Stadtmeisterschaft Die Freiwillige Feuerwehr Köln veranstal- tete ihre diesjährige Stadtmeisterschaft am 8. August anlässlich des Tags der offenen Tür in Porz-Langel. Dabei waren zahlreiche Stationsaufgaben zu bestehen wie • Erste Hilfe • Wasserentnahme offenes Gewässer sowie • Beantwortung diverser Fragen in der Testrunde. Als Abschluss folgte eine Einsatzübung. Das Szenario bestand aus einem Brand auf einem Flachdach inklusive Menschenret- tung. Die Löschgruppe Longerich belegte am Ende des Tages Platz 2 in der Meisterschaft. Übungsdienst In der „Rescue City“ in Weeze simulieren jedes Jahr 25.000 Rettungskräfte Brände und andere Ernstfälle. Mit 60 Hektar Fläche ist sie eine der größten Trainingsanlagen Deutschlands. Die Löschgruppe Longerich hatte dort im Rahmen einer Großübung des Gefahrenabschnitts (GAB) II Gelegen - heit, mit anderen Löschgruppen aus Köln zu üben und das Zusammenspiel im Ein - satz zu trainieren. Zusätzlich dazu wurden 27 Regel übungen und 25 Reinigungs dienste mit 1.494 Stunden bzw. 292,5 Stunden von den Aktiven abgeleistet. © Lars Jäger © Lars Jäger 176 Freiwillige Feuerwehr Köln 177 Einsatzdienst 107 Einsätze absolvierte die Löschgruppe Longerich im Jahr 2022. Diese teilen sich in 55 Brandeinsätze, 14 Technische Hilfe- leistungen und 38 Flächeneinsätze auf. Damit ist sie im Einsatzvolumen wieder in den Top 3 der Kölner Löschgruppen. Ein Sturmtief am 17. und 18. Februar bescherte der Löschgruppe viele Einsätze im gesamten Stadtgebiet. Fast zwölf Stunden lang waren alle drei Fahrzeuge unterwegs. Dachziegel schlugen von den Dächern, Bäume stürzten um und in der Alt - stadt-Nord hatte ein 20 Meter langer Baum vier PKW unter sich begraben. Insgesamt 22 derartige Sturmeinsätze absolvierten die Einsatzkräfte an beiden Tagen. Im März unterstütze die Löschgruppe die Aufnahmestelle für ukrainische Geflüch - tete am Hauptbahnhof und fuhr die völlig erschöpften Menschen an mehreren Tagen in zentrale Aufnahmestellen des Landes. Die stürmische Wetterlage prägte auch im Mai das Einsatzgeschehen. Ein starker Regen über dem Südosten der Stadt führte am 16. Mai zu vier Wassereinsätzen. Am 19. Mai stürmte es auch über Longerich. „Kran auf Haus“ unweit vom Gerätehaus war die dramatische Einsatzmeldung. Zum Glück hatte sich der Kran nur durch den Wind gedreht und das Gebäude an der Dachkante lediglich leicht touchiert. Der Sturmeinsatz am 30. Juni in Weiden- pesch las sich im Alarmierungstext noch recht harmlos. „Baum auf Straße“ stand dort. Vor Ort stellte sich heraus, dass insge - samt acht Bäume auf der Scheibenstraße lagen. Da es in ganz Deutschland an diesem Tag stürmte, war das mediale Interesse groß und so landete die Löschgruppe Longerich sehr prominent in den bundesweiten TV- und Online-Nachrichten (ARD Tagessschau, WDR Aktuelle Stunde usw.). Im Sommer war die Hitzeperiode und Tro- ckenheit in Köln deutlich spürbar. Achtmal wurde die Löschgruppe zu Bodenfeuern alarmiert. Mit Unterstützung des Tanklösch- fahrzeuges der Feuerwache 6 (Chorweiler) konnten diese Lagen schnell gemeistert werden. Die Umstellung der Alarmierungssyste matik „P-Stichworte“ im November 2022, also die Einbindung der Freiwilligen Feuer wehr in weitere Einsatzfelder bei Person in Notlagen, hatte unmittelbar Einfluss auf die Lösch - gruppe. Bereits vier Unfall einsätze fielen in Longerich zum Jahresende an. Zwei mal war die Löschgruppe dabei ersteintreffend. Zahlreiche mittlere und kleine Brandein - sätze im Jahresverlauf, Wachbesetzungen der Feuerwache 5 und der Betrieb des AB Versorgung rundeten das Einsatzspek- trum 2022 ab. Löschgruppe Roggendorf Das Jahr 2022 brachte auch für die Lösch- gruppe Roggendorf diverse Neuerungen: So führte die Umstellung des Einsatz- leitrechners dazu, dass der Umfang der zu bedienenden Einsatzstichworte, ins - besondere aus dem Bereich der Tech- nischen Hilfeleistung, erweitert wurde. Bereits unmittelbar nach der Umstellung erfolgten die ersten Alarmierungen hierzu. Ebenso erwähnt sei die Umstellung auf die digitale Funktechnik im Bereich des Einsatzstellenfunks. Zweifellos das Highlight des Jahres war die Übergabe des neuen Hilfeleistungslösch - fahrzeuges. Als eine von drei Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Köln durfte sich die Löschgruppe Roggendorf über das lang erwartete neue Hilfeleistungslöschgruppen - fahrzeug 20 (HLF-20) freuen. Kurz vor dem Jahreswechsel konnte dieses Weihnachts- geschenk in Empfang genommen werden, nachdem zuvor ein theoretisches und praktisches Schulungskonzept durchlaufen worden war. Insbesondere die umfang- reiche Beladung zur Technischen Hilfelei- stung, wie etwa hydraulischem Rettungsge- rät, Sprungpolster oder Lüfter, erweitert die Möglichkeiten im Einsatzfall deutlich. Ein solch hochwertiges und breit ausgestat- tetes Fahrzeug hat es am Standort noch nie gegeben. Die neuen Gerätschaften, gepaart mit den neuen Einsatzstichworten, sorgten dafür, dass durch die Mitglieder der Löschgruppe sehr viele Stunden der Einweisung und Aus- bildung absolviert wurden. Personalien Im Laufe des Jahres konnten unter anderem Melanie Greven zur Oberbrandmeisterin, Mathias Padziorny zum Hauptbrandmeister und Florian Güsgen zum Brandoberinspek- tor befördert werden. Im Sommer nahmen die Kamerad*innen der Löschgruppe zudem an der Ehrung für ihren Einsatz im Rahmen der Flutkatastrophe 2021 am Stadion sowie an der anspruchs - vollen und gut organisierten Bereichsübung in der Training Base Weeze teil. Kameradschaft In gesellschaftlicher Hinsicht kehrte nach den coronabedingten Entbehrungen der Vorjahre auch wieder etwas Normalität ein. So konnten neben dem Martinszug auch ein Familientag sowie ein bayerischer Abend für die Jubilare der Löschgruppe durchgeführt werden. 178 Freiwillige Feuerwehr Köln 179 Löschgruppe Zündorf Inmitten der Pandemie gestartet, war das Jahr 2022 für die Lösch- gruppe vom Neustart und der Öffentlichkeitsarbeit geprägt. An alte Traditionen wurde angeknüpft – gleichzeitig wurden aber auch neue Wege eingeschlagen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Projekt „Feuerwehr und Schule 2.0“. In Kooperation mit der Wilhelm-Busch-Realschule in Zündorf startete eine wöchentlich stattfindende Schul AG. Über 130 Zeitstunden rein ehrenamtlicher Arbeit flossen 2022 ab Start des Schuljahres in das Projekt. Ein Team aus fünf Mitgliedern der Einsatzabteilung gestaltet hierzu abwechslungsreichen Unterricht mit dem Hauptaugenmerk auf fachpraktischem Unterricht. 15 Schüler*innen der 9. Klasse lernen jeden Freitag in der 3. und 4. Stunde die Aufgaben der Feuerwehr und des Rettungsdienstes kennen. Ziel der AG ist es, Begeisterung für die Arbeit der Feuer - wehr zu schaffen, sei es ehren- oder hauptamtlich. Nachdem die Helme auf dem Kopf saßen und die Handschuhe angezogen waren, verflog die Scheu sehr schnell. Der richtige Umgang mit einem Feuerlöscher, trainiert am Fire- Trainer, einen Löschangriff durchführen, das Absuchen von Räumen oder das richtige Vorgehen bei einem Verkehrsunfall standen bisher auf dem Lehrplan. Schnell realisierte die Löschgruppe, dass ein Hauptinteresse an Gesundheitsthemen bestand. Daher organisierte und führte sie einen offiziell gültigen ErsteHilfeKurs mit den Teilnehmer*innen durch und plant derzeit den Start eines Schulsanitätsdienstes im kommenden Jahr. Ein derzeit nicht genutzter Erste-Hilfe-Raum soll dazu reaktiviert werden. Auch die Lehrerschaft wurde bereits in Erster Hilfe fortgebildet. Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 182 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 183 184 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 185 186 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 187 Die 25 Jugendgruppen der Jugend feuerwehr Köln konnten im Jahr 2022 glücklicherweise wieder zu ihrer normalen Arbeitsweise zurückkehren und die Pan demie weitestgehend hinter sich lassen. Besonders erfreulich war der große Zulauf – 140 neue Mitglieder fanden ihren Weg zur Jugendfeuerwehr und fast 30 junge Erwachsene wechselten aus der Jugend- feuerwehr in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr. Danksagung Rolf Beckmann, langjähriger und treuer Unter - stützer der Jugendfeuerwehr Köln, erhielt Ostern 2022, coronabedingt in kleiner Runde, die Florianmedaille. Überreicht wurde sie durch Sonja Gütz und Lucas Braun. Der ehe - malige Mitarbeiter der Werkfeuerwehr KHD spendet seit fünf Jahren monatlich zur För- derung der Jugendarbeit. Hier zeigt sich, dass die Jugendfeuerwehr ein wichtiges Standbein der Nachwuchs - gewinnung für die Freiwillige Feuerwehr ist. Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist vor allem den 140 Betreuungskräften in den Einheiten zu verdanken, die neben ihren regulären Aufgaben in der Freiwil- ligen Feuerwehr zusätzlich Zeit und Enga- gement für die Jugendarbeit aufbringen. Stadtjugendforum Mitte Mai 2022 tagte das Stadtjugendforum der Jugendfeuerwehr Köln. Das Jugend - forum ist ein wichtiges Standbein für die Weiterentwicklung der Jugendfeuerwehr Köln – denn hier können die Bedürfnisse, Ideen und Herausforderungen der einzel- nen Jugendgruppen gebündelt werden. In diesem Format lernen die Jugendlichen ein weiteres wichtiges Element: Teilhabe. Denn eine erfolgreiche Jugendarbeit funk- tioniert nur unter Einbindung der Jugend- lichen. Im Mai luden der Stadtjugendgruppen - sprecher Lucas, sein Stellvertreter Nils und seine Stellvertreterin Antonia die Jugend- gruppensprecher*innen sowie Interessierte aus den einzelnen Jugendgruppen zur Tagung in das Führungs- und Schulungs- zentrum der Feuerwehr Köln ein. Den gesamten Vormittag informierten sowie berieten sich die Jugendlichen und tausch - ten Ideen aus. 188 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 189 Benefizrenntag Die Jugendfeuerwehr Dellbrück präsen - tierte sich am 8. Mai auf dem Benefiz renntag auf der Galopprennbahn in Weidenpesch. Highlight war die Spritzwand der Jugend - feuerwehr, an der sich die Besucher*innen ans „Feuer“löschen wagen konnten. Der Benefizrenntag zugunsten des Kinder- schutzbundes Köln ist die größte Benefiz veranstaltung des Galopprennsports in Deutschland und damit eine tolle Möglich - keit, Kinder und Jugendliche für das Hobby Jugendfeuerwehr zu begeistern. Zeltlager der Jugendfeuerwehren Zündorf und Porz Langel Seit über 30 Jahren verbindet die Jugend- feuerwehren Porz-Langel / Zündorf, Mersch (Luxemburg) und Rethen an der Leine (Nie- dersachsen) eine enge Freundschaft. Alle zwei Jahre findet im gegenseitigen Wechsel ein gemeinsames Pfingstzeltlager statt. Mit einem Jahr coronabedingter Verspätung konnten am 3. Juni knapp 70 Kinder und Jugendliche am Gerätehaus der Lösch - gruppe Langel begrüßt werden. Frei nach dem Motto „Pirate“ (wie der gleichnamige Karnevalsklassiker von Kasalla) wurde drei Tage lang gespielt, gelacht, gequizt, geklettert und lecker gegessen. Neben dem Besuch des Kletterwalds in Hennef, einer Rallye durch mehrere Kölner Veedel und verschiedenen spielerischen Gruppenauf- gaben mit Piratenhintergrund gehörte auch das gemeinsame abendliche Stockbrotes - sen am Lagerfeuer zu den Highlights des Zeltlagers. Glücklich und zufrieden konnten die Gäste aus Luxemburg und Niedersach - sen am 6. Juni den Heimweg antreten. Tag der Feuerwehr Die Jugendfeuerwehr wirkte tatkräftig am Tag der Feuerwehr am 12. Juni mit. Neben der Information von Interessierten über die Arbeit und Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr sorgte sie für strahlende Kinderaugen: Zum einen wurden Luftbal- lons im Akkord gefüllt und verteilt und zum an deren wurden mehrere Spritzwände betreut, an der junge Nachwuchsbrand - bekämpfer*innen ihr Können und ihre Geschicklichkeit am Strahlrohr unter Beweis stellen konnten. Natürlich durfte auch eine Schauübung der Jugendfeuer- wehr, durchgeführt von der Jugendgruppe Merkenich, nicht fehlen (mehr auch auf den Seiten 135–136). Wider dem Vergessen Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald Nach mehrjähriger Pause wurde Anfang September das Wochenendseminar „Wider dem Vergessen“ in der Jugendbegegnungs- stätte des Konzentrationslagers Buchen- wald bei Weimar neu aufgelegt. Zunächst wurden bei einem Vorbereitungstermin in Köln Erwartungen formuliert und die Teil- nehmenden aus insgesamt sieben Einheiten konnten sich kennenlernen. Mit Unterstützung des pädagogischen Teams der Begegnungsstätte erfuhren die 12 Mitfahrenden dann vor Ort, welche Gefahr von einem gut organisierten rechten Netzwerk und einem in der Mitte der Gesell- schaft verankerten institutionellen Rassis - mus ausgeht und welche Folgen dies haben kann. Es wurden die historische Entwick- lung des Faschismus und die sozialen und politischen Ursachen für den Massenmord in Konzentrationslagern beleuchtet, gemein- sam diskutiert und die Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten besichtigt. Die Eindrücke waren sowohl für die Jugend- lichen als auch für die Begleitung ein - prägsam und nachhaltig. Die Jugendlichen waren sich einig, dass jeder eine solche Fahrt einmal gemacht haben sollte. Das Seminar findet künftig alle zwei Jahre statt. 190 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 191 Stadtpokal Am 25. September 2022 richtete die Jugendgruppe Fühlingen bei besten Bedin- gungen anlässlich ihres 30-jährigen Jubi - läums am Gerätehaus Weiler den Stadtpo - kal 2022 der Jugendfeuerwehr aus. 90 Jugendliche aus zehn Jugendfeuer- wehren kämpften in 14 Gruppen und zehn Spielen um den ersten Platz sowie den Wan - derpokal. Daneben traten vier der Gruppen ebenfalls zur Abnahme der Jugendflamme 2 an. In den Spielen wurden Geschicklichkeit, Feingefühl und vor allem Teamarbeit gefor- dert, um eine bestmögliche Punktzahl zu erreichen. Bei der Jugendflamme 2 stehen hingegen eine Einsatzübung einer Staffel und feuer- wehrtechnisches Wissen im Vordergrund. Alle vier angetretenen Gruppen konnten die Jugendflamme 2 mit einem guten Ergebnis erfolgreich absolvieren. An der Punktwertung des Stadtpokals zeigt sich, wie eng der Kampf um den Stadt- pokal war: Die Gruppe Lövenich 1 setzte sich mit einem Vorsprung von 0,9 Punkten gegen die Gruppe Urbach 2 im Kampf um den ersten Platz durch. Den dritten Platz erreichte die Gruppe Dellbrück 1. Die Siegerehrung wurde durch Stefan Ortmann, als Vertreter des Amtes, sowie durch den Stadtjugendfeuerwehrwart Lucas Braun durchgeführt. Eine besondere Ehrung erhielt die ehemalige Stadtjugend - feuerwehrwartin Sonja Gütz: Aus den Händen von Ronja Jakobi und Fabian Bröß als Vertreter*innen der Jugendfeuerwehr NRW erhielt sie die Ehrennadel in Gold – die höchste Auszeichnung der Jugendfeuer- wehr NRW. Sonja Gütz engagierte sich 16 Jahre bei der Jugendfeuerwehr Köln, neun Jahre davon im Amt der Stadtjugendfeuerwehrwartin. Die Jugendfeuerwehr Köln schloss sich dieser Auszeichnung an und bedankte sich nochmals mit einem Geschenk. © Carsten Lingk © Carsten Lingk © Carsten Lingk 192 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 193 GABÜbung Alle zwei Jahre, im Wechsel mit der Jagd nach Mr. X im KVBStraßenbahnnetz, findet als Herbstaktion eine Stationsübung in den Gefahrenabwehrbereichen (GAB) statt. Dieses Jahr hatten sich neun Jugendgruppen aus den Bereichen 1 und 2 sowie eine Jugendgruppe aus dem Bereich 3 für eine Teilnahme gemel- det. Die Jugendgruppe aus dem Bereich 3 wurde kurzerhand in den Bereich 2 mit veror- tet, im Bereich 1 wurde noch eine zusätzliche Gruppe aus zwei Jugendgruppen gebildet. Jede teilnehmende Gruppe muss für die Teil- nahme auch selbst eine Übungslage vorberei - ten – so konnten im GAB 1 fünf Stationen und im GAB 2 sechs Stationen angefahren werden. Dank der Kreativität der Betreuungskräfte wurde den Jugendlichen ein breites Portfolio geboten: Neben gemeldeten Bränden und Verkehrsunfällen galt es auch Chemieeinsätze zu bearbeiten. Aber auch das Kennenlernen besonderer Technik wie etwa eines Löschun- terstützungsfahrzeuges oder das Erkunden der Atemschutzstrecke auf einer Berufsfeuer- wehrwache gehörten dazu. Den Abschluss bei einem kleinen Imbiss begingen dann alle Gruppen gemeinsam in der Unterkunft des Umweltschutzdienstes. Ein Tag im Einsatz wie die Großen! Am 8. und 9. Oktober war ganz schön viel los bei der Jugendgruppe Dünnwald: Ganze 24 Stunden schlüpften die Jugendlichen in die Rolle der Berufsfeuerwehrleute mit einem geballten Programm voller span- nender Übungseinsätze. Los ging es um 8 Uhr mit der Dienstein- teilung und Fahrzeugübernahme. Nach einem stärkenden Frühstück mussten die Jugendlichen auch schon zu einer ausge - lösten Brandmeldeanlage ausrücken. Dort lag allerdings ein Fehlalarm vor. Nachdem der Wachunterricht zum Thema Knoten und Stiche abgehalten worden war, rückten die Löschfahrzeuge parallel zu einem umge - stürzten Baum und einer Ölspur aus. Nach einer wohlverdienten Mittagspause rückte der Löschzug der Jugendfeuer- wehr zu einem Chemieeinsatz in einem Dachdeckerbetrieb aus. Hier wurden eine verletze Person gerettet und ein auslau- fender Kanister mit Gefahrgut geborgen. Anschließend bekämpften die Jugendlichen ein Feuer mit Menschenleben in Gefahr in einem Dünnwalder Einfamilienhaus sowie einen Brand eines Anhängers in einem Gewerbebetrieb. Nach einem gemeinschaftlichen Abend - essen konnte die wohlverdiente Nachtruhe angetreten werden. Diese wurde nicht durch Einsätze unterbrochen. Am nächsten Morgen rückte der gesamte Löschzug noch zu einer eingeklemmten Person in einem Schwimmbad aus. Vor Ort war eine Person durch einen abgerutschten Traktor einge- klemmt worden. Der Traktor wurde gesichert, die Einsatz- stelle ausgeleuchtet und die verletzte Person anschließend achsengerecht geret- tet. Die Jugendlichen rückten wieder ein, stellten die Einsatzbereitschaft her und beendeten damit ihre 24-Stunden-Schicht – etwas erschöpft, aber zufrieden. © Carsten Lingk 194 Retter*innen von morgen – die Jugendfeuerwehr 195 Tradition: Feuerwehrbrot Mittlerweile ist das Feuerwehrbrot der Bäckerei Hardt schon eine geschätzte und feste Tradition bei uns in Köln. Auch in die - sem Jahr erhielten wir einen großzügigen Spendenscheck für die Jugendfeuerwehr, den Feuerwehrchef Dr. Miller als Vorsitzender des Stadtfeuer wehrverbands entgegennahm. Mit der Aktion spendet die Bäckerei Hardt mit ihren über 30 Filialen im Kölner Stadtgebiet jährlich eine Summe, die durch den Verkauf des Feuerwehrbrotes gesammelt wurde, und unterstützt so die Jugendfeuerwehren im Kölner Stadtgebiet. „Die Spende an den Feuerwehrnachwuchs ist seit vielen Jahren eine echte Herzensangelegenheit“, so Carmen Heinke, die Geschäfts - führerin der Bäckereikette Hardt. Im Anschluss hatten die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich einmal genauer bei der Feuerwehr umzuschauen und hinter die Kulissen zu blicken. So gab es in diesem Jahr eine Führung durch die Feuer wache 5 und die Leitstelle. Bau 198 Bau 199 And the winner is … Mehr als zwei Jahre nach dem politischen Grundsatz und Planungsbeschluss durch den Rat der Stadt Köln nimmt der Neubau der Feuer und Rettungswache 1 in der Innenstadt konkrete Formen an. Nach einem aufwendigen Planungswettbewerb wurde im Dezember 2022 der Siegerentwurf für das geplante Wachgebäude an der Nord SüdFahrt prämiert. Welche Bedeutung die Feuer- und Ret- tungswache 1 in der Innenstadt für die Menschen in Köln hat, verrät schon allein eine Zahl: Mit fast 40.000 Einsätzen im Jahr gehört die Wache zu den am häufigsten alarmierten im Stadtgebiet. Ihr zentraler Standort ermöglicht nicht nur kurze Fahrzei - ten im eigenen Einsatzgebiet, sondern auch schnelle Unterstützungsmöglichkeiten für benachbarte Feuer- und Rettungswachen. Das aktuelle Wachgebäude an der Nord- Süd-Fahrt stammt aus dem Jahr 1962 und war ursprünglich für 59 Männer ausgelegt – mittlerweile sind dort rund 160 Mitarbei- tende tätig. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und den stetig steigenden Einsatzzahlen erschien eine Sanierung des Bestandge - bäudes nicht wirtschaftlich, sodass der Rat der Stadt Köln im Juni 2020 den Planungen, den Neubau der Feuer- und Rettungs wache aufzunehmen, zustimmte. Mit dem Abschluss des Planungswettbe - werbs wurde nun ein großer Schritt in Rich - tung Neubau gemacht. „Mit der Entschei - dung der Jury ist ein weiterer Meilenstein in diesem Projekt erreicht worden“, freute sich Stadtdirektorin Andrea Blome, „der Sie - gerentwurf erfüllt alle Anforderungen eines modernen Feuerwehrstandortes und wird Maßstäbe setzen.“ Der Prämierung vorausgegangen war ein aufwendiger, zweiphasiger Planungs wettbewerb, den das Architekturbüro neubig hubacher im Auftrag der Gebäude - wirtschaft der Stadt Köln federführend betreute. Die Tore der Feuer- und Rettungswache 1 werden aufgrund der notwenigen Aufstellfläche rückgelagert sein. In der Rückansicht ist der terrassenförmige Aufbau des geplanten Gebäudes inklusive der großflächigen Fassadenbegrünung zu erkennen. © Graber Pulver Architekten AG, Zürich, maaars Visualisierungen Das Römisch-Germanische Museum erstellte für das Baugrundstück im Vorfeld eine archäologische Befunderwartung. © Graber Pulver Architekten AG, Zürich, maaars Visualisierungen 200 Bau 201 Auf den politischen Grundsatz- und Pla- nungsbeschluss durch die Stadt Köln folgten zunächst 14 Monate Vorarbeit mit 120 städtischen und externen Projektbe - teiligten bis zum Versand der Unterlagen an die Teilnehmenden und weitere neun- einhalb Monate Bearbeitungszeit bis zur Entscheidungsfindung. Die 35köpfige Jury sichtete 68 laufende Meter Pläne und mehr als 800 Dateien. Fast 30 Stunden lang wurde über den städtebaulich-architekto - nischen Ausdruck beraten, davon 17 Stun- den für die Entscheidungsfindung in zwei Preisgerichtssitzungen. Insgesamt wurden 13 Teilnehmer*innen für die 1. Bearbeitungs- phase am Planungswettbewerb ausgewählt. In der Preisgerichtssitzung der Phase 1 wurden vier Arbeiten für die Bearbeitung in Phase 2 ausgewählt. Den Wettbewerb für sich entscheiden konnte schließlich ein schweizerisch-deut- sches Planungsteam: die Bewerberge- meinschaft H+P Objektplanung GmbH, Aachen, und Graber Pulver Architekten AG, Zürich. Markus Greitemann, Beigeordneter für Planen und Bauen, lobte: „Das Gebäude nimmt mit der terrassenförmigen Entwick- lung seiner Kubatur auf bemerkenswerte Art Rücksicht insbesondere auf die benach - barte Wohnbebauung. Eine Besonderheit ist auch die großflächige Fassadenbegrü- nung, die neben den Klimaaspekten als Sichtschutz für die benachbarten Bestands - gebäude dient.“ Aus funktionaler Sicht ermöglicht der Entwurf allen Einsatzfahr- zeugen das Ausrücken auf die Nord-Süd- Fahrt und vereinigt die Mannschaftsräume der Feuer- und Rettungswache 1 mit dem Zweitstandort der Leitstelle (Ausweich- leitstelle) und den Räumlichkeiten des Kri- senstabes (Redundanzraum). Eine besondere Herausforderung bildet die Zielsetzung, alle drei Bereiche reibungslos parallel nutzen und betreiben zu können. Ein weiteres Ziel bildet die Vermeidung som- merlicher Überhitzung mit angemessenem Aufwand, zum Beispiel in Form der groß - flächigen Dach und Fassadenbe grünung. In Teilen des Gebäudes sollen auch im Hochsommer oder bei Hitzeperioden über mehrere Tage die Temperaturspitzen werte nicht über 26 Grad Celsius steigen, damit die Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte dauerhaft gesichert ist. Wird sich die Stadt Köln mit dem erstplat- zierten Generalplanungsteam vertraglich einig, können die Planungen aufgenommen werden. Die endgültige Entwurfsplanung ist dabei allerdings noch vom Rat der Stadt Köln zu genehmigen. Die eigentliche Umset- zung des Neubaus wird anschließend meh - rere Jahre dauern, zumal bei notwendigen Ausgrabungen auf dem Grundstück noch archäologische Funde erwartet werden. Ein weiterer wichtiger Planungsaspekt vor dem Abbruch des Bestandgebäudes ist außer- dem die Tatsache, dass ein Interimsstandort für die Feuer- und Rettungswache 1 fertig- gestellt werden muss. Ablauf des Wettbewerbs Der Planungswettbewerb wurde als zweiphasiger nicht offener, anonymer Realisierungswettbewerb nach der Bundesrichtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) durchgeführt. Die Anzahl der Teilnehmer am vorgelagerten Planungswettbewerb war in der EU-weiten Ausschreibung auf 20 Teilnehmer*innen begrenzt. Beworben haben sich für die 1. Bearbeitungsphase 13 Büros, von denen vier Arbeiten für die Bearbeitung in Phase 2 ausge - wählt wurden. Insgesamt war eine Wettbewerbssumme von 350.000 Euro ausgelobt, wobei auf das Siegerbüro 65.000 Euro Die 1. Preisgerichtssitzung fand in der Fahrzeughalle der Feuer- und Rettungswache 5 statt. © Büro neubig hubacher In der 2. Preisgerichtssitzung am 18. November wurde von der Jury der Siegerentwurf ausgewählt. © Büro neubig hubacher 1. Phase 2022 01.02. Versand der Bewerbungsunterlagen 21.04. Abgabe der Pläne 03.05. Abgabe der Modelle 17.06. Preisgerichtssitzung 2. Phase 2022 13.09. Abgabe der Pläne 29.09. Abgabe der Modelle 18.11. Preisgerichtssitzung 02.12. Bekanntgabe des Preisgerichts 202 Bau 203 entfielen. Die Planung der Feuer- und Rettungs- wache 1 ist für alle Beteiligten äußerst ar beitsintensiv. Bernd Klaedtke, Leiter des Sachgebietes Gebäude bei der Feuerwehr Köln, gibt einen Einblick in den aktuellen Stand der Planungen. Wie dringlich ist der Neubau der 1962 in Betrieb genommenen Feuer- und Rettungswache 1? Bernd Klaedtke: Das Gebäude zählt zu den Nachkriegsbauten der Feuerwehr Köln und wurde ursprünglich für 59 ausschließlich männliche Feuerwehrleute konzipiert. Heute sind um die 160 Mitarbeitende dort unterge - bracht, auch die Zahl der Fahrzeuge hat sich mittlerweile vervielfacht. Schon allein die Zahlen verdeutlichen, wie nötig ein Neubau ist. Zusätzlich sind wir anhand einer Analyse des umfangreichen Gebäudekatasters zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bau- substanz in jeglicher Hinsicht nicht mehr zu retten ist. Welche Anforderungen muss der Neubau aufgrund seiner Lage in der Innenstadt erfüllen? Bernd Klaedtke: Wie bei jeder Feuer- und Rettungswache muss natürlich auch der Neubau der Innenstadtwache den Dienstbe - trieb sicherstellen. Bei Großveranstaltungen im Innenstadtbereich, wie beispielsweise dem Straßenkarneval oder dem Marathon, werden dort regelmäßig zusätzliche Ret- tungsmittel temporär stationiert. Aufgrund ihrer Lage kommt der Feuer- und Rettungswache 1 außerdem eine besondere Bedeutung für den Bereich Krisenmanage - ment zu. So müssen den Planungen zufolge eine Ausweichleitstelle und Führungsräume für die Einsatzleitung oder den Krisenstab vorgehalten werden. Was ist die größte Herausforderung in Bezug auf den geplanten Neubau? Bernd Klaedtke: Die größte Herausfor- derung ist die Tatsache, dass ein großes Bauvolumen auf einem extrem kleinen Grundstück untergebracht werden muss. Außerdem müssen bei einem Neubau die aktuellen DINNormen und Arbeits- schutzbestimmungen berücksichtigt werden. Ein Beispiel wäre, dass zur Straße hin eine Aufstellfläche für die Einsatzfahr- zeuge eingeplant werden muss, die in etwa der Länge der Fahrzeughalle entspricht. Welche Herausforderungen bestehen sonst noch? Bernd Klaedtke: Die Innenstadtwache ist durch ihre Lage die wichtigste Wache im Stadtgebiet. Sie verfügt als einziger Stand - ort über zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge, fährt mit Abstand die meisten Rettungs - diensteinsätze und darüber hinaus ist dort durch die Nähe zum Rhein die Wasser- rettung angesiedelt. All das muss bei einem Neubau selbstverständlich berücksichtigt werden. Welche Probleme könnten während der Bauphase entstehen? Bernd Klaedtke: Wie bei jedem Bauvorha- ben im Innenstadtbereich müssen auch bei der Feuer- und Rettungswache 1 zunächst archäologische Arbeiten durchgeführt wer- den. Wir wissen aufgrund einer Voruntersu- chung des Römisch-Germanischen Muse - ums schon heute, dass auf dem Grundstück zwei römische Brunnen und Teile einer römischen Straße vermutet werden. Bei der Erstellung eines Bauzeitenplans werden die archäologischen Arbeiten berücksichtigt. Frage: Wie lange wird die Fertigstellung des Neubaus denn in Anspruch nehmen? Bernd Klaedtke: Im Moment kann noch kein verbindlicher Bauzeitenplan genannt wer- den, weil die endgültige Entwurfsplanung noch aussteht und durch den Rat der Stadt Köln genehmigt werden muss. Die Federführung der baulichen Umset- zung liegt dabei in enger Abstimmung mit der Feuerwehr Köln bei der Gebäude - wirtschaft der Stadt Köln, die gegebenen - falls auch noch einen Generalunternehmer mit dem Projekt beauftragt. Entschei - dend für die weitere Planung wird in jedem Fall sein, wann ein Interimsstand ort für die Feuer und Rettungswache bezugsfertig ist. Bernd Klaedtke leitet das Sachgebiet Gebäude der Feuerwehr Köln seit 2018. „Ein erhebliches Bauvolumen auf einem extrem kleinen Grundstück" 204 Bau 205 Mehr Platz fürs Personal Drei Jahre nach dem Baubeschluss durch den Stadtrat hat die Feuerwehr Köln im Rahmen der Bauoffensive mit dem Erweite - rungsneubau der Feuer- und Rettungswa- che 9 an der Bergisch-Gladbacher-Straße in Köln-Mülheim begonnen. Den Startschuss gab Amtsleiter Dr. Chris- tian Miller gemeinsam mit Stadtdirektorin Andrea Blome und Stephanie Brans, Abtei - lungsleiterin bei der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln. „Dies ist ein Anlass, der uns stolz macht. Mülheim entwickelt sich sehr schnell und ist daher ein Stadtteil, in dem wir die Gefahrenabwehrstruktur dringend nachzie - hen müssen“, betonte Miller. Der neue Anbau ist die dritte Erweiterungs - maßnahme der ursprünglich im Jahr 1924 von sechs Einsatzkräften in Betrieb genom - menen Wache. Aufgrund von kontinuierlich steigenden Einsatzzahlen musste sie bereits in den Jahren 1962 und 1992 um jeweils eine Fahrzeughalle erweitert werden. Weil die Einrichtung weiterer Sozialräume hierbei nicht berücksichtigt worden war, wurden diese im Jahr 2000 in tempo - räre Ersatzbauten im nördlichen Bereich der Wache ausgelagert. Der Platzmangel konnte aufgrund des anhaltenden Per- sonalanstiegs jedoch nur vorübergehend behoben werden. Mit der Erweiterung der Gesamtfläche um mehr als 1.960 Quadratmeter erhalten die täglich bis zu 27 im Dienst befindlichen Mitarbeitenden nun eine angemessene Unterbringung. Hierzu zählen neben neuen Ausbildungs- und Schulungsräumen auch Einzelruheräume sowie eine Sporthalle. Das Gebäude erhält zudem eine Photovoltaik- anlage. Mit der voraussichtlichen Fertig - stellung des neuen Gebäudeteils wird im Jahr 2023 gerechnet. Die schlüsselfertige Erstellung des Erweiterungsneubaus ist für Ende 2023 geplant Amtsleiter Dr. Christian Miller und Stadtdirektorin Andrea Blome (Mitte) zusammen mit Mitarbeitenden der Feuer- u. Rettungswache 9 sowie Mitarbeitenden des Sachgebietes Gebäude. 206 Bau 207 Bessere Notfallversorgung im Norden Zusammen mit Stadtdirektorin Andrea Blome hat die Feuerwehr Köln im Septem- ber 2022 den Baubeginn der neuen Ret- tungswache in Köln-Worringen begangen. Für die nördlichen Stadtteile wird sich die rettungsdienstliche Versorgung weiter verbessern. Ein Jahr nach dem Baubeschluss durch den Stadtrat tritt die bisherige Interimswache des Rettungsdienstes in eine neue Phase ein. „Mit dem Bau der Rettungswache legen wir den Grundstein für eine weiterhin zu ver- lässige Notfallversorgung der wachsenden Bevölkerung im Kölner Norden“, betonte Dr. Christian Miller, Leiter der Feuerwehr Köln. Die Fertigstellung des neuen Wach- gebäudes soll im ersten Quartal 2024 erfolgen. Der geplante Neubau weist eine Gesamt- fläche von 564 Quadratmetern auf und beinhaltet perspektivisch Ruhe- und Sozial- räume, Sanitäranlagen und Funktionsräume sowie die Fahrzeughalle. Mit Ausnahme der Fahrzeughalle wird die Rettungswache im wärmedämmenden Passivhaus standard errichtet, womit eine bedeutsame Ein - sparung des Energieverbrauches erzielt werden soll. Neben einem kombinierten Heizsystem, bestehend aus Wärmepumpe und Gas - therme, wird auf dem Dach auch eine Photovoltaikanlage zur Eigenversorgung installiert. Nachdem der grundsätzliche Bedarf einer Rettungswache im Kölner Norden im Ret- tungsdienstbedarfsplan aufgeführt wurde, war im Jahr 2017 durch den Rat der Stadt Köln ein Grundsatz- und Planungsbe- schluss für eine Rettungswache mit einem Rettungswagen gefasst worden. Mit Blick auf die allgemein ansteigenden Einsatz- zahlen im Rettungsdienst und der perspek - tivisch wachsenden Bevölkerung im Kölner Norden wurde Ende 2018 der Bedarf eines weiteren Einsatzmittels durch die Feuerwehr fest gestellt, sodass die Neubau planung im Jahr 2019 mit einem zusätzlichen Fahrzeug- stellplatz angepasst wurde. v.l.: Stephanie Brans, Abteilungsleiterin im Bauprojektmanagement in der Gebäude wirtschaft, Stadtdirektorin Andrea Blome, Dr. Volker Ruster, stellvertre - tender Leiter der Feuerwehr Köln, Architekt Markus Stark während des Presse - termins zum Baubegin © starkarchitekten 208 Bau 209 Neubau beschlossen Die Rettungswache und das Geräte - haus Rodenkirchen bekommen ein neues Zuhause. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 20. Juni 2022 die Errich- tung eines dreigeschossigen Hauptge- bäudes und einer einges chossigen Fahrzeughalle beschlossen. Mit dem Bauvorhaben auf dem rund 80 mal 50 Meter großen Grundstück an der Sürther Straße soll vor allem im links - rheinischen Süden eine Verbesserung der Eintreffzeiten von Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes erreicht werden. Außer- dem bekommt die Löschgruppe Rodenkir- chen mehr Platz. Amtsleiter Dr. Christian Miller begrüßte den politischen Beschluss: „Mit einem Neubau begegnen wir der städte - baulichen Entwicklung in Rodenkirchen mit stark steigenden Einwohnerzahlen und nut- zen gleichzeitig Vorteile der Zusammenle- gung von Rettungswache und Gerätehaus.“ Derzeit sind die Rettungswache mit einem Rettungswagen und das Gerätehaus noch in stark sanierungsbedürftigen Räum - lichkeiten nahe dem Ortszentrum in der Schillingsrotter Straße untergebracht. Im geplanten Neubau können später bis zu drei Fahrzeuge des Kölner Rettungsdienstes untergebracht werden, die Löschgruppe Rodenkirchen soll sieben Fahrzeugstell- plätze erhalten. Das rückwärtig in die Fahrzeughalle integrierte dreigeschossige Hauptgebäude soll die Technikflächen und den Schulungs, Umkleide und Ver waltungsbereich beherbergen. Darüber hinaus werden die Dachflächen vollständig mit Photovoltaik- und Solarther- mie-Elementen in Kombination mit einem extensiv begrünten Dach belegt. Entspre - chende Wärmedämmmaßnahmen sorgen zusätzlich für eine hohe Klimaverträglichkeit. Der Baubeginn an der Sürther Straße ist für Herbst 2023 vorgesehen. Die aktuellen Räumlichkeiten in der Schillingsrotter Straße sind in sehr schlechtem Zustand. Die Grenzen zwischen dreigeschossigem Hauptgebäude und eingeschossiger Fahrzeughalle sind fließend. 210 Bau 211 Zurück an neuer Stelle Die in mehrere Bauabschnitte geglie - derte Generalsanierung der Feuerwehr - zentrale an der Scheibenstraße schritt auch im Jahr 2022 weiter voran. Die Feuer- und Rettungswache 5 konnte dabei ihre neuen Räumlichkeiten über der zur Scheibenstraße liegenden Fahrzeughalle beziehen. Dass die Feuer- und Rettungswache 5 ihre vorübergehende Unterbringung im Bauteil B2 verlassen und die neuen Räumlichkeiten im Bauteil B1 beziehen konnte, war dabei allerdings nicht der einzige Baufortschritt, der auf dem Feuerwehrcampus Schei - benstraße erzielt werden konnte. Die frei gewordenen Räume im Bauteil B2 wurden in der zweiten und dritten Etage nach einer Renovierung im Oktober 2022 von der Leitstelle bezogen. Das Leitstellenpersonal verfügt dort über eine Küche, einen Aufent- haltsraum, Umkleiden bzw. Sanitärräume und insgesamt 15 Einzelruheräume. In der ersten Etage konnten der Führungsdienst (OvA, BvA5 und LNA) sowie die Führung- sassistent*innen Einzelruheräume beziehen. Die Fahrzeuge des Führungsdienstes wer- den neben den Einsatzmitteln der ATF in der darunter liegenden Fahrzeughalle vorgehal- ten. Auch der Fernmeldedienst konnte im September sein neues Zuhause im Bauteil E beziehen. Die Sondereinheit der Freiwilligen Feuer- wehr war bisher im K-Zentrum an der Robert-Perthel-Straße untergebracht und verfügt nun unter anderem über sechs Stellplätze für Großfahrzeuge, eine Garage für Motorräder und weitere Räumlichkeiten für diverse Zwecke. Die größte Veränderung war jedoch ohne Zweifel der Umzug der Feuer- und Rettungswache 5 im Juli 2022. Das Ein- satzpersonal bezog dabei komplett neue Räumlichkeiten, zu denen neben 35 Einzel- ruheräumen und drei Gästezimmern auch zwei Aufenthalts- und Unterrichtsräume sowie ein Sportraum gehören. Die Küche und der Tagesraum sind in der ersten Etage des Bauteils A untergebracht. Die unter der Wache liegende Fahrzeughalle umfasst bei 20 Toren eine Fläche von 1.700 m². Im Jahr 2023 ist es geplant, die General sanierung mit Fertigstellung des verblei benden Bauteils C schließlich abzuschließen. Die Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache 5 befinden sich direkt über der Fahrzeughalle. Die Räume der Feuer- und Rettungswache 5 wirken durch den Einsatz von Glaswänden sehr hell. Bauteil C Bauteil EBauteil B.1 A B.2 fertiggestellt in der Sanierung © Dr. Gutrath Ausstattung alt neu 214 Ausstattung 215 Hohe Strahlkraft Noch mehr Schutz für die Einsatzkräfte bietet seit Oktober 2022 die neue Brand - schutzkleidung, die sich durch ein verbes - sertes Rettungssystem auszeichnet. Im Herbst 2022 konnten die ersten Einheiten mit der neuen Brandschutzbekleidung der Firma Texport ausgestattet werden. Da die Ausgabe des Modells „Fire Survivor Köln Gold“ in einem fortlaufenden Prozess erfolgt, wird die flächendeckende Indienst - stellung noch bis ins Jahr 2025 andauern. Als großer Meilenstein in der Beschaffungs - offensive der Feuerwehr Köln haben die Feuer- und Rettungswachen 10 (Kalk) und 14 (Weiden) sowie die zugeordneten Lösch- gruppen Kalk, Lövenich und Widdersdorf im Oktober die neue Brandschutzbekleidung als Erste erhalten. „Wir gleichen die Aus- stattung von unseren haupt- und ehrenamt- lichen Einheiten weiter an und erhöhen mit der neuen Bekleidung die Sicherheit unserer Kräfte im Einsatzgeschehen“, erklärt Dr. Christian Miller, Leiter der Feuerwehr Köln. Neben dem optischen Erscheinungs - bild der Einsatzkräfte, das sich in Zukunft von dunkelblau zu sandfarben ändern wird, hat sich auch das Gewicht durch das neue Material und einen kürzeren Schnitt deutlich verringert. Außerdem bietet die neue Brandschutz- bekleidung zahlreiche technische Verbes- serungen, die im Vorfeld der Beschaffung durch umfangreiche Tragetests im Ein- satzdienst und in der Aus- und Fortbildung ermittelt wurden. Statt eines Feuerwehrhal- tegurts, der zuvor von den Einsatzkräften mitgeführt wurde, verfügt die neue Jacke beispielsweise über eine integrierte Halte- und Rettungsschlaufe. Die Ausstattung der Einsatzkräfte erfolgt gleichermaßen für Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr. „Dass die Freiwil- lige Feuerwehr zeitgleich mit den Wachen der Berufsfeuerwehr auf die neue Brand - schutzbekleidung umgestellt wird, ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung und Gemeinsamkeit“, betont Tim Harnischma- cher, stellvertretender Sprecher der Frei- willigen Feuerwehr, bei der internen Vorstel- lung der neuen Brandschutzbekleidung. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Köln rücken zukünftig in sandfarbener Brandschutz - bekleidung aus. Im Rahmen eines Pressetermins in der Kleiderkam - mer wurde die neue Brandschutzbekleidung der Öffentlichkeit vorgestellt. 216 Ausstattung 217 23 5 Bei der Berufsfeuerwehr wird im Zuge der Umstellung auf die neue Brandschutzbe - kleidung eine Poolbewirtschaftung ein - geführt. Bei der Freiwilligen Feuerwehr erhalten die Atemschutzgerätetragenden hingegen weiterhin eine persönliche Garnitur. Drei Fragen an … Klaus Stommel (Projektverantwortlicher) Wie wurde das Anforderungsprofil an die neue Brandschutzbekleidung erarbeitet? Klaus Stommel: Als klar war, dass wir eine neue Brandschutzbekleidung bekom - men, haben wir eine Arbeitsgruppe aus erprobtem Einsatzpersonal ins Leben gerufen. Dazu zählten Mitarbeitende von Berufs - feuerwehr, Feuerwehrschule und Frei- williger Feuerwehr. In zahlreichen Trage- versuchen wurden die Anforderungen für einen neuen Typ Brandschutzkleidung zusammen getragen, die dann für die Aus- schreibung bestimmend waren. Was ist die wesentlichste Veränderung bei der neuen Brandschutzbekleidung? Klaus Stommel: Das auffälligste Merkmal im Vergleich zur alten Brandschutzbe- kleidung ist der helle Oberstoff, mit dem sich an der Einsatzstelle viel schneller und deutlicher Verschmutzungen erkennen las- sen. Eine weitere wesentliche Veränderung ist das integrierte Rettungssystem, das in Zukunft den Feuerwehrhaltegurt ersetzt. Wie läuft die Ausstattung der verschie - denen Einheiten ab? Klaus Stommel: Die neue Brandschutzbe - kleidung wird fortlaufend eingeführt, damit die bisherigen Garnituren noch bis zum Ende ihres Lebenszyklus aufgetragen wer- den können. In einem ersten Schritt wurden bereits die Feuer- und Rettungswachen 10 und 14 sowie die dazugehörigen Lösch- gruppen Kalk, Lövenich, Widdersdorf aus - gestattet. Der konkrete Austauschbedarf wird durch eine externe Sachverständigung für Brandschutzbekleidung bewertet. Besondere Merkmale Die bisherige Brandschutzbekleidung erfüllt nach wie vor alle erforderlichen Normen und wird bei vollständiger Funktionstüchtig - keit bis zum Erreichen des jeweiligen Lebenszyklus weiter genutzt. Die neuen Garnituren weisen einige besondere Merkmale auf. 1. Verbesserte Bedienbarkeit von Verschlüssen 2. Aufgesetzte Taschen zum Verstauen von Ausrüstung 3. Verzögerter Wärmedurchgang 4. Integrierte Halte-und Rettungsschlaufe (Ersatz für Haltegurt) 5. Polsterungen und Verstärkungen an den Ellbogen und Schulterbereichen 6. Oberstoff aus IB-Tex® mit heller Färbung zur besseren Sichtbarkeit und Erkennung von Kontaminationen 7. Kürzerer Schnitt mit verlängertem Rückenteil 1 7 4 6 218 Ausstattung 219 Weichenstellung für die Zukunft Im Rahmen einer technischen Beschaf- fungsoffensive stellt sich die Feuerwehr Köln derzeit in vielen Bereichen neu auf, um den gestiegenen Anforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht zu werden. Mit den bereits angelaufenen Maßnah - men in den insgesamt sechs Handlungs - feldern sollen Prozesse und Beschaffungen grundlegend optimiert werden. Auch wenn viele Maßnahmen zum jetzigen Stand noch nicht sichtbar sind, arbeitet die Abteilung „Technik und Gebäude“ mit Hochdruck daran, den vorhandenen Inve - stitions- und Beschaffungstau abzubauen und die Feuerwehr Köln zukunftsfähig auf- zustellen. „Die Grundideen und Werkzeuge der technischen Beschaffungsoffensive sind richtig und zeigen nach mehr als zweijähriger Anwendung schon jetzt die gewünschte Wirkung“, erklärt der zustän- dige Abteilungsleiter Stefan Ortmann. Dass die flächendeckende Umsetzung aber noch einige Zeit in Anspruch nimmt, fügt er direkt an: „Bei den täglichen externen Einflüssen muss jeden Tag weiter daran gearbeitet werden, dass von der Grundaus - richtung der Beschaffungsoffensive nicht abgewichen wird und die Ziele konsequent umgesetzt werden.“ Jene Ziele lassen sich anhand eines inter- nen Konzeptpapiers in sechs Teilbereiche auffächern, in denen die Feuerwehr Köln einen erhöhten Handlungsbedarf sieht. Unter anderem zählen hierzu neben der Ver- einheitlichung von Beschaffungsvorgängen und der strategischen Standardisierung von Einsatzfahrzeugen eine Neustruk- turierung von Projektsteuerungsprozessen und eine damit einhergehende personelle Neuorganisation des Beschaffungs - bereichs. Denn gerade das Personal spielt bei der technischen Beschaffungsoffen - sive eine zentrale Rolle. „Die erforderliche Geschwindig keit und das Arbeitspensum der technischen Beschaffungsoffensive stellt die Mitarbeitenden im Beschaffungs - bereich vor große Herausforderungen“, berichtet Holger Bagusat, Sachgebiets - leiter für Beschaffung. „Aber das Team hat die Herausforderungen angenommen und arbeitet mit den jeweiligen Projekten jeden Tag an der Umsetzung der Ziele der Beschaffungsoffensive.“ Grundsätzlich soll das gesamte Beschaf - fungssystem der Feuerwehr Köln im Hinblick auf eine neue Aufbau- und Ablauf- organisation langfristig nachhaltig und effizient strukturiert werden. Am plaka - tivsten lässt sich dieses Vorhaben anhand der neuen HLF-Generation darstellen: Im Rahmen der turnusgemäßen Ersatzbeschaf- fung mehrerer Einsatzfahrzeuge wurde ein einheitlicher Fahrzeugtyp entwickelt, der fortan zum Standard in der Feuerwehr Köln werden soll. Im Jahr 2022 wurden die ersten von insgesamt 18 vereinheitlichten Hilfeleistungslöschfahrzeugen (HLF) in Dienst gestellt. Im Rahmen der standardisierten Drehleiterbe - schaffung wurde der Einsatz von Gelenkdrehleitern ausgiebig getestet. Bei einem Unfall oder einem planmäßigen Fahrzeugausfall, z. B. für eine Wartung, kann aufgrund der entsprechend vorgehaltenen Reservefahrzeuge ein exakt identischer Fahrzeugtausch ermöglicht werden. Auch die vormals aufwändige Ersatzbeschaffung von weiteren Fahrzeugen wird durch eine „Nachbestellung“ auf Grundlage des neuen Fahrzeugtyps vereinfacht. Ähnlich wie bei der neuen HLF-Generation werden auch andere Fahrzeugtypen verein- heitlicht. So werden für die Berufsfeuerwehr derzeit unter anderem neun Gelenkdreh- leitern, elf Kommandowagen, 19 Notarztein- satzfahrzeuge und 85 Rettungswagen in standardisierter Art und Weise neu- bzw. ersatzbeschafft. Das Prinzip der Vereinheit- lichung kommt darüber hinaus auch bei der Freiwilligen Feuerwehr zur Anwendung. So werden in den Löschgruppen in naher Zukunft 14 baugleiche Löschfahrzeuge Logistik zum Einsatz kommen, die sich aufgrund der sogenannten „MultiRollen- fähigkeit“ individuell und bedarfsgerecht beladen lassen. Als Zwischenfazit hält Daniela Gantner, Sachgebietsleiterin Technik und stell- vertretende Abteilungsleiterin, fest: „Nur im Zusammenspiel aller Handlungsfelder gewinnt die Beschaffungsoffensive rich - tig an Fahrt. Die Erfolge sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht überall sichtbar, aber die Zielerreichung ist insbesondere durch den Abschluss langjähriger Fahrzeug - lieferverträge langfristig gesichert.“ 220 Ausstattung 221 Neubesetzung des Gerätewagens Atemschutz Im Zuge der Neuausrichtung des Atem- schutzes wird der Gerätewagen Atemschutz seit Juli 2022 nicht mehr mit Personal der Feuer- und Rettungswache 10, sondern durch die Atemschutzwerkstatt des Feuer- wehrwerkstattzentrums besetzt. Mit Unterstützung von Mitarbeitenden des Tagesdienstes aus dem Werkstattzen- trum und aus der Branddirektion hat die Atemschutzwerkstatt zum 1. Juli die Beset- zung des Gerätewagen Atemschutz (GW-A) übernommen. Das Fahrzeug rückt dabei weiterhin von der Feuer- und Rettungs- wache 10 aus. Mit der Änderung konnte eine weitere Maßnahme des Betriebskonzeptes „Werkstattzentrum“ umgesetzt werden. Mit der Neuerung wurde für leistungsgemin - derte Mitarbeitende bei der Feuerwehr Köln erstmalig die Möglichkeit geschaffen, einen Aufgabenbereich im 24-Stunden-Dienst aufzunehmen. Ein weiteres Novum besteht darin, dass die Mitarbeitenden der Fest - besetzung neben einem 75-prozentigen EinsatzdienstAnteil auch einen 25prozen- tigen Tagesdienst-Anteil im Werkstattzen- trum übernehmen. Durch diesen flexiblen Einsatz können die Mitarbeitenden die Abläufe und Prozesse aller Werkstätten sowie die Werkstattsoftware kennenlernen, um auch die Notausgaben des Werkstatt- zentrums außerhalb der Öffnungszeiten durchzuführen. Diese werden zukünftig grundsätzlich von der Besatzung des GW-A übernommen. Um die Synergieeffekte voll auszuschöpfen, wird gleichzeitig auch der Abrollbehälter Atemschutz (AB-A) von der Feuer- und Rettungswache 10 zur Feuer- und Rettungs- wache 6 verlegt. Fahrzeug für besondere Lagen Die Feuerwehr Köln hat im Januar 2022 einen neuen Rüstwagen in Betrieb genom - men, der auf der Feuer- und Rettungs- wache 2 den bisher dort im Dienst befind lichen Rüstwagen aus dem Jahr 1999 ersetzt. Der von der Firma Iturri in Wilnsdorf gefer- tigte Rüstwagen ist auf einem MAN-Fahr- gestell mit Allison-Vollautomatikgetriebe aufgebaut worden und verfügt über einen 320 PS starken Dieselmotor. Das mit einem zuschaltbaren Allradantrieb ausgerüstete Fahrzeug hat eine Gesamtlänge von über acht Metern. Die mit drei Sitzplätzen ausge - stattete Fahrerkabine verfügt neben einer Standheizung auch über eine Klimaanlage. Zur weiteren Ausstattung gehört ein Abbie - geassistenzsystem sowie eine Rückfahr- kamera zur Verringerung der Unfallgefahr beim Rechtsabbiegen und Rückwärtsfahren. Die technische Ausstattung des aus Alumi - niumProfilen gefertigten Aufbaus umfasst neben der bedarfsgerecht angepassten Normbeladung einen fest eingebauten Drehstromgenerator, einen vom Fahrzeug- bordnetz gespeisten pneumatischen Licht- mast und jeweils eine Schnellangriffsein - richtung für „Strom“ und „Druckluft“. Für die Entnahme der im heckseitigen Geräteraum verlasteten Rollcontainer im Europalet- ten-Maß verfügt das Fahrzeug über eine Ladebordwand mit einer Tragkraft von 1.500 Kilogramm. Auf den drei modular bestückten Rollcon - tainern sind der hydraulische Hebesatz „Bahn“ und Unterbaumaterial verlastet. Die nach hinten und vorne einsetzbare hydrau- lische Zugeinrichtung hat eine Nennzugkraft von 80 kN und wird über eine Kabelfernbe - dienung gesteuert. Die Sondersignalanlage verfügt über ein Presslufthorn, das alternativ zum elektro - nischen Horn verwendet werden kann. Der Rüstwagen verfügt über ein Be- und Ent lüftungsgerät zur Entrauchung von geschlos - senen Räumen. Die Mitarbeitenden der Atemschutzwerkstatt (hier vor dem Abrollbehälter Atemschutz) besetzen seit 2022 den Gerätewagen Atemschutz. 222 Ausstattung 223 Beginn der HLF Auslieferung Nachdem im Jahr 2021 bereits ein Prototyp der neuen HLF-Ge - neration an die Feuerwehr Köln geliefert worden war, nahmen im Jahr 2022 die ersten Einheiten die neuen Fahrzeuge in Betrieb. Neben den Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr erhielten dabei auch einige Löschgruppen der Freiwilligen Feuer- wehr ein neues Fahrzeug. Die Bestands-HLF, die bei diesem Prozess ersetzt werden muss - ten, wurden entweder außer Dienst gestellt oder gemäß eines Fahrzeugumsetzungsplans auf andere Standorte der Feuerwehr Köln verteilt. Im Vorfeld der Indienststellung der neuen HLF hatten an den betroffenen Standorten zudem Multiplikatorenschulungen zur praktischen Unterweisung stattgefunden. Darüber hinaus muss - ten sich alle Einsatzkräfte im Rahmen eines E-Learnings mit dem neuen Fahrzeugtyp vertraut machen. Optimaler Trinkwasserschutz Um die sichere Trennung von Trinkwasser und Nichttrinkwasser im Rahmen des Trink- wasserschutzes zu gewährleisten, hat die Feuerwehr Köln den Systemtrenner der Firma AWG Armaturen beschafft. Der Bund setzt ebenfalls für alle wasserführenden Bundesfahrzeuge des Katastrophenschut- zes auf den Hersteller AWG, sodass fortan ein einheitlicher Systemtrenner für die Feu- erwehr Köln zur Verfügung steht. Insgesamt wurden neben 250 Systemtren - nern auch zwei Prüfkoffer mit Prüfwerk- zeugen angeschafft. Bereits seit 2020 waren alle Löschfahrzeuge der Feuerwehr Köln mit Lagerungsboxen bzw. Halte- scheiben nachgerüstet worden, sodass fortan auf jedem Fahrzeug zwei System - trenner vorgehalten werden können. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass Trinkwasser und Nichttrinkwasser bei der Löschwasser oder Brauchwasserentnah- me nicht vermischt werden dürfen, um eine Gesundheits gefährdung auszuschließen. Wasserkühlung für E Fahrzeuge Auf den Löschfahrzeugen der Feuerwehr Köln ist im Jahr 2022 die Wasserwand „Scotty“ als ergänzende Ausstattung ein - geführt worden. Die Wasserwand hat eine Bauhöhe von zehn Zentimetern und eine Durchflussmenge von 60 Litern pro Minute bei 4,5 bar. Aufgrund der Bauhöhe und der Durchflussmenge ist die Wasserwand ge - eignet, Energiespeicher von E-Fahrzeugen zu kühlen. Dabei wird die Wasserwand so unter den E-Fahrzeugen positioniert, dass der Energie speicher dort gekühlt wird, wo eine erhöhte Temperatur festgestellt wur- de. Die Temperaturkontrolle kann mit einer Wärmebildkamera erfolgen. Die Durchfluss - menge von 60 Litern pro Minute ist für die Kühlung von überhitzten Energiespeichern aus reichend und die Menge des abflie - ßenden Kühlwassers wird auf das notwen - dige Maß beschränkt. 224 Meldungen 225 Umstellung auf fünfstellige Rufnummern Zum 1. März 2022 ist die nahezu amtsweite Umstellung der bisher vierstelligen Ruf- nummern auf fünfstellige Rufnummern erfolgt. Hintergrund für die Rufnummern - umstellung war der stetig steigende Kommunikationsbedarf im Bereich der Tele fonie, weshalb die bisherige Zuord- nung der Ab teilungszugehörigkeit über vierstellige Rufnummern nicht mehr dar- stellbar war. Zur Sicherstellung des weiteren Betriebs war die Umstellung auf fünfstellige Rufnummern daher unumgänglich. Auch alle festen Rufnummernangaben (z. B. auf Formularen oder Stempeln) mussten bei der Änderung mitbedacht werden. Nutzung eines Dienstplanungstools Aufgrund von Datenschutzvorgaben sowie des grundsätzlichen Wunsches nach mehr Digitalisierung von analogen Vorgängen ist im Mai 2022 die Nutzung des Dienst- planungstools Employee Self Service (ESS) für die Mitarbeitenden im Tagesdienst bzw. im Mischdienst der Branddirektion eingerichtet worden. Durch die Einfüh- rung des ESS wurde der elektronische Zugriff für die Mitarbeitenden auf die ei - genen Stunden- und Urlaubskonten sowie die Monatsabrechnungen möglich, so - dass ein Massenausdruck auf Papier für die benannte Personengruppe nicht mehr nötig ist. Funktionale Erweiterungen wie beispielsweise die Einreichung von Urlaubs- anträgen oder Ähnlichem sowie die Aus- weitung des ESS auf weitere Mitarbeitende sind in Planung. Bei den Notärzt*innen war die Dienstpla - nung bereits im Jahr 2021 in ESS überführt worden. Die Notärzt*innen können seither Dienst- und Freiwünsche, Urlaubsanträge und Ähnliches über das Dienstplanungstool verwalten. Nach erstellter Monatsdienst- planung erhalten sie über den ESS eine Übersicht über die zugewiesenen Dienste und Funktionen. Neuer Wachalarm mit Farbampel Zur Vorbereitung eines neuen Wachalarms sind im Jahr 2022 verschiedene Tätigkeiten ausgeführt worden. Auf allen Kölner Feuer- und Rettungswachen wurde ein Umbau der bestehenden HFT vorgenommen. Zusätzlich wurde an verschiedenen Stand - orten, darunter auch die neue Hubschrauberstation am Flug - hafen Köln / Bonn, neue Hardware aufgebaut. Die Umstellung auf einen neuen Gong ist zwischenzeitlich bereits erfolgt, auf einigen Wachen ist zudem eine farbige Ampelan - lage zur optischen Alarmierung in Betrieb gegangen. Die Einführung eines neuen Wachalarms war grundsätzlich erforderlich geworden, da die bestehende Siemens-Technik nicht mehr durch den Her- steller unterstützt wird und aufgrund der schwierigen Ersatzteil- bestellung durch die Feuerwehr gekündigt wurde. Mit der geplanten Umstellung des Wachalarms sind perspektivisch weitere Alarm - kreise abbildbar, sodass verschiedene Einsatzmittel separat alar - miert werden können. 226 Meldungen 227 Einsatzstelle im Mini Format Die Abteilung „Aus- und Fortbildung“ hat im Jahr 2022 neue Planspielplatten für den Einsatz in zahlreichen Ausbildungsab - schnitten beschafft. Die Platten wurden von der Modellbau gruppe der Jugend feuerwehr Bad Driburg erstellt und sind durch ihre Modulbau weise sowohl einzeln als auch im Verbund einsetzbar. Die Einsatzszenarien sind dabei grundsätzlich der Stadt Köln nachempfunden, weshalb eine Straßen- bzw. U-Bahn-Linie eben - so wenig fehlt wie Tiefgaragen und Hochhäuser in dicht bebauten Wohn gebieten. Neu im städtischen Modell sind unter anderem Lade parkplätze für E-Autos. Technik 230 Technik 231 Start des digitalen Einsatzstellensprechfunks Am 4. Oktober 2022 ist der komplette Einsatzstellensprechfunk der Berufsfeu- erwehr und der Freiwilligen Feuerwehr in einen digitalen Probebetrieb gestartet. Nach der Ablösung der analogen Technik in den Bereichen Fahrzeugfunk sowie dem Rettungsdienst wurde so der letzte und größte Anteil der Funkgeräte dem aktu- ellen Stand der Technik angepasst. Mit der Einführung wurden gleichzeitig strate- gische Änderungen wirksam. So verfügt im Bereich Brandschutz nicht mehr nur jeder Trupp über ein Funkgerät, sondern jede Einsatzkraft. Zudem ist dank der digitalen Technik ab sofort die Nutzung zahlreicher Rufgruppen möglich, mit denen die Einsatz- stellenkommunikation beispielsweise bei Großveranstaltungen oder anwachsenden Einsatzlagen sichergestellt ist. Der Probebetrieb hat den Zweck, mögliche Handlungsfelder zu identifizieren, und wird daher im Jahr 2023 abschließend ana lysiert und bewertet. Schon in den ersten Betriebsmonaten ergaben sich erste Kritikpunkte, unter anderem hinsichtlich der Sprachqualität, der Anwenderfreund - lichkeit und des Tragekomforts. Beson- ders im Bereich der Sprachqualität wurde hier schnell in Form eines Software updates reagiert. Im Vorfeld des Probebetriebs waren ca. 1.400 entsprechende Handsprechfunk - geräte inklusive Zubehör beschafft und eingerichtet worden. Darüber hinaus wur- den durch die Abteilung „Informationssys- teme“ Schulungsunterlagen erstellt und Multiplikatorenschulungen durchgeführt. Die Weiterbildung aller Feuerwehr-Angehö- rigen wurde nachfolgend durch die Multi- plikatoren sowie im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr durch den Fernmeldedienst durchgeführt. Seit dem 4. Oktober 2022 wird der Einsatzstellensprechfunk komplett digital durchgeführt. 232 Technik 233 Digitalisierung der Ausbildung Die Abteilung „Aus- und Fort bildung“ hat im Sommer 2022 eine Digitalisierungsoffensive gestartet. Die technische Ausstattung im Bereich der Feuerwehr- und Rettungsdienstausbildung soll damit auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Zunächst erfolgte eine abteilungsinterne Anforderungs analyse und Bedarfsermittlung in den unterschiedlichen Lehr bereichen und Sachgruppen hinsichtlich der Hard- und Softwareausstattung. Durch die umfassende konzeptionelle Arbeit wurden unterschied - liche Anforderungsprofile erarbeitet, deren Schnittmenge sich im Wesentlichen aus den folgenden Elementen zusammensetzte: 1. Erneuerung und Flexibilisierung der Büroausstattung der Mitarbeitenden zur Ermöglichung von mobilem Arbeiten und Desksharing. 2. Modernisierung der multimedialen Ausstattung in den Unter - richtsräumen der beiden Standorte in der Scheiben und Boltensternstraße. 3. Überarbeitung und Erweiterung des Betriebskonzeptes der Schulverwaltungs- software und des Lernmanagement- systems „moodle“. 4. Verfügbarkeit einer EDV-Ausstattung für die Auszubildenden. 5. Einführung umfangreicher medialer Simulations technik in allen Bereichen. Auf Basis dieser Elemente wurde ein Stufen plan zur Umsetzung entwickelt und im Herbst 2022 mit der Umsetzung der Punkte 1–3 gestartet. Im August wurden über die Abteilung „Infor- mationssysteme“ knapp 60 Notebooks inklusive Dockingstation als Ersatz für die bestehende Büroausstattung beauftragt und fortlaufend ausgerollt. Zum 31.12.2022 war bereits etwa die Hälfte aller Arbeits - plätze auf die neue Technik umgestellt. Im Oktober wurde darüber hinaus erstmals ein Konzept für die Ausstattung, die Einrich- tung und die Verwendung digitaler White- boards entwickelt. Aus diesem Konzept entstand ein mobiles Whiteboard-System mit umfangreichen Möglichkeiten der draht- gebundenen sowie drahtlosen Bildüber- tragung und der Option, alle dienstlich gelie - ferten, mobilen Endgeräte unkompliziert mit dem Whiteboard zu verbinden und zu nutzen. Erreicht wird die Einfachheit des Systems unter anderem durch die Bereitstellung einer universell nutzbaren Dockingstation, die auch eine Webcam und ein Konferenz- mikrofon zum Zwecke der Durchführung von Videokonferenzen und hybriden Unter- richten anbindet. Zudem wurde das Referenzsystem mit einem AppleTV ausgestattet, welches neben der drahtlosen Bildübertragung über das AirPlay-Protokoll auch die Möglichkeit zur Darstellung von TV-Sendern bietet, um, ähnlich wie in der Leitstelle, im Katas - trophenfall oder anderen weitreichenden Ereignissen Nachrichtensender abspielen und zusätzliche Räumlichkeiten mit flexibler Medienausstattung schnell in Betrieb neh - men zu können. Weiterhin wurde das im Rahmen von COVID-19 etablierte Lernmanagement- system „moodle“ der Feuerwehr Köln in einigen Bereichen grundlegend überarbei - tet, um die Einsatzmöglichkeiten flexibler und strukturierter zu gestalten. Die Feu- ertaufe erhielt das neue Konzept mit der Bereitstellung der Online-Schulung für die neue Atemschutztechnik der Firma Dräger. Hierzu wurden nicht nur mehr als 2.000 Be- nutzer*innen angelegt und verwaltet, son - dern auch die Möglichkeit geschaffen, fer- tige Lernpakete der Gerätehersteller in ein Kursformat einzubetten und dem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen. Ferner bestand eine große Herausforderung darin, Inhalte für die grundständigen Laufbahn- und Notfallsanitäter*innen-Lehrgänge zu vereinheitlichen, zu zentralisieren und in einer sinnvollen, übersichtlichen Struktur darzustellen, sodass der Informationsfluss für die Lehrgangsteilnehmenden logisch und nachvollziehbar wird. Die Zielvorstellung beinhaltet neben einer modernen technischen Ausstattung auch eine Standardisierung der lokalen und vir- tuellen Unterrichtsräume sowie einfachste Bedienbarkeit zur Steigerung der Akzep - tanz innerhalb der Lehrerschaft. Außerdem sollen vereinheitlichte, klar strukturierte und vor allem aktuelle Inhalte aus einer Hand für zukünftige Ausbildungsveran- staltungen das breite Publikum von der Nutzung dieser neuen Technologien überzeugen. Ausbilder Marcel Lötsch nutzt für seinen Unterricht ein neu beschafftes Whiteboard. Veranstaltungen 236 Veranstaltungen 237 Girls' Day 2022 bei der Feuerwehr Köln Nach Coronapausen öffneten sich am 28. April 2022 erstmals wieder die Türen der Feuerwehr Köln für den Girls' Day – den Mädchen-Zukunftstag. Der Girls' Day ist ein Tag zur Berufsorientierung, der einmal im Jahr stattfindet. Mitmachen können alle Mädchen ab der fünften Klasse. Bei der Feuerwehr Köln konnten interes- sierte junge Mädchen einen Einblick in die spannende Arbeit einer Berufsfeuerwehr- frau bzw. Notfallsanitäterin gewinnen. Auf den Feuer- und Rettungswachen 3, 4 und 7 sowie in der Feuerwehr- und Rettungs- dienstschule lernten die Mädchen einiges übers Lebenretten und Brändelöschen. Ins Gespräch konnten die Teilnehmerinnen dabei auch mit mehreren ausgebildeten Berufsfeuerwehrfrauen gehen, die bei der Feuerwehr Köln aktiv ihren Dienst auf den Feuer- und Rettungswachen versehen bzw. sich gerade in der Ausbildung dazu befin - den. Saisoneröffnung 1. FC Köln Saisoneröffnung des 1. FC Köln vor dem RheinEnergieSTADION – und die Feuerwehr Köln war natürlich dabei! Die Freiwillige Feuerwehr aus Rodenkirchen und die Ju- gendfeuerwehren vom Umweltschutzdienst sowie aus Dellbrück haben nicht nur alle Fragen rund um ehrenamtliches Engage- ment beantwortet, sondern auch Feuerwehr zum Anfassen präsentiert. Und hohen Be - such gab es zwischendurch auch. 21 Frauen hauptamtlich im feuerwehrtechnischen Dienst 97 Frauen in der Verwaltung 77 Frauen ehrenamtlich im Einsatzdienst 22 Frauen in weiteren Bereichen der Freiwilligen Feuerwehr 87 Mädchen in der Jugendfeuerwehr Stand Dezember 2022 238 Veranstaltungen 239 Ehrung für Fluthelfer*innen „Ihr Engagement ist ein Zeugnis von Menschlichkeit. Ich danke Ihnen im Namen aller Kölner*innen von ganzem Herzen für Ihren Einsatz“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 14. August vor dem RheinEnergieSTADION. Dort übergab sie, zusammen mit Innenminister Herbert Reul, die vom Land NRW gestifteten Medaillen an die Fluthelfer*innen, die während und infolge des Starkregens 2021 in Köln und darüber hinaus im Einsatz waren. Oberbürgermeisterin Reker zeigte sich in ihrer Rede sichtlich ergriffen, als sie das Engagement der Kölner Rettungskräfte hervorhob: „Ihre Schilderungen, Ihre Erfah - rungen, im Besonderen aus diesen ersten Tagen, sind eindrucksvoll. Das wahre Aus- maß der Katastrophe haben Sie aus der Luft gesehen, unter Ihnen keine Flüsse, sondern Seen – wo keine hingehörten. Und mit- tendrin Menschen auf Dächern, Bäumen, Mauern. Menschen, die sich an Straßen - laternen, Schildern und allem festklam - merten, was sie irgendwie greifen konnten“, so Reker. „Sie haben Leben gerettet. Auch unter Einsatz Ihres eigenen. Dafür kann ich, können wir, nicht genug „Danke“ sagen.“ Mehr als 500 Angehörige von Berufsfeuer- wehr, Freiwilliger Feuerwehr, ASB, DLRG, THW, ASB, Malteser und Johanniter sind der Einladung gefolgt und haben an der Eh - rung teilgenommen. Innenminister Herbert Reul bekräftigte in seiner Rede die enor me Wichtigkeit eines funktionierenden Bevöl- kerungsschutzes und zeigte sich noch mehr als ein Jahr nach der Flut „irre beeindruckt von Ihrem Engagement. Sie haben unser Land in diesen Tagen geret- tet. Sie sind die wahren Held*innen in un - serer Bundesrepublik – und in NRW.“ Im Anschluss an ihre Reden ehrten die Oberbürgermeisterin und der Innenminister, stellvertretend für alle Medaillenempfänger, ausgewählte Vertreter*innen der Feuer- wehr, der Hilfsorganisationen und des THW. Björn Heuser rundete das Programm ab und spielte für die Gäste – passenderweise star - tete er mit „Kölle singt“, einem Song über Hoffnung und Zuversicht. Nach dem offiziellen Programm ließen es sich Oberbürgermeisterin Reker, Innenmi- nis ter Reul, Dr. Miller sowie Dennis Rich- mann und Daniel Richmann, die beide als Leiter des Stabes während des Unwetters agiert hatten, nicht nehmen, die restlichen Medaillen an die Anwesenden persönlich auszuteilen. © Lars Jäger © Lars Jäger 240 Veranstaltungen 241 Nicht nur Amtsleiter Dr. Christian Miller berichtete über die Zukunftsperspektiven und aktuelle Entwicklungen der Kölner Feuerwehr, sondern auch Projektverant- wortliche aus allen Bereichen der Direktion und des Einsatzdienstes. Aus erster Hand konnten Interessierte vor Ort und über Livestreams aktuelle Informationen erhalten und mit den zuständigen Ansprechpart - ner*innen in den direkten Austausch gehen. Neben Vorträgen gab es auch interaktive Formate, bei denen die Feuerwehrange - hörigen selbst Ideen einbringen und auf ihre Belange aufmerksam machen konn- ten. Beispielsweise zielten die Workshops darauf ab, im gegenseitigen Erfahrungs- und Ideenaustausch in den Dialog zu gehen und Lösungsbeiträge zu finden. So erhielten die Feuerwehrangehörigen bei - spielsweise Einblicke in den Entstehungs- prozess des Brandschutzbedarfsplans, erfuhren den aktuellen Sachstand zu einem breit angelegten Stellenüberprüfungsver- fahren und wurden von der Arbeitsgruppe „Arbeitszeit, Ablösezeit, Dienstplanmo - dell“ über die nächsten Schritte nach der erfolgreichen Umsetzung des Pilotprojekts „Rettungsdienst im 24-Stunden-Modell“ informiert. Auch Digitalisierung im Ein - satzdienst, Telenotfallmedizin und das Projekt Kommunales KrisenWarn und Informations system (KIWIS) standen auf der Agenda. Sowohl die Jugendfeuerwehr als auch die Freiwillige Feuerwehr sammel- ten in Workshops Ideen zu ihrer künftigen Weiterentwicklung. Das Bühnenprogramm wurde durch Info- stände begleitet, an denen beispielsweise die Kolleg*innen der AG Arbeitszeit und das Projektteam des Brandschutzbedarfs - plans zusätzlich für den persönlichen Aus - tausch zur Verfügung standen. Auch die Abteilung 372 – Technik und Gebäude gab Auskunft zu Entwicklungen der Bauprojekte. Besonderes Highlight war zudem der Stand der Firma Dräger, an dem Einsatzkräfte die neueste Atemschutztechnik auspro - bieren konnten. Anhand einer Live-Demo bot die Firma Sopra Steria gemeinsam mit der Abteilung 373 – Informationssysteme und einem Disponenten der Leitstelle einen praktischen Einblick in die neuesten Funktionalitäten des Einsatzleitsystems IGNIS-Plus. Auch hier gab es einen Blick in die Zukunft: Mit einer Demo von IGNIS-Plus Mobile konnten Einsatzkräfte erstmalig aus - probieren, was sie künftig auf Tablets auf den Einsatzfahrzeugen erwartet. Aufgrund des Erfolgs der Pilotveranstaltung soll das Feuerwehrsymposium künftig in einem jährlichen Turnus stattfinden. Erstes Feuerwehr symposium Köln Zwei Tage, zwei Bühnen mit über sie- ben Stunden Programm, zwei Räume mit zahlreichen Infoständen – beim ersten Feuerwehrsymposium am 15. und 16. Au- gust 2022 konnten sich die Kölner haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrangehöri- gen umfassend über die aktuellen Themen und Projekte aus allen Bereichen der Feuer- wehr Köln informieren. Das neue Veranstaltungsformat wurde unter Federführung der Stabsstelle Kommunika - tion und Medien von einer Vielzahl an enga - gierten Feuerwehrangehörigen ausgestaltet und verfolgte das Ziel, mehr Transparenz zu aktuellen Sachständen zu schaffen. © Benjamin Gutrath © Benjamin Gutrath 242 Veranstaltungen 243 Jubilarenehrung 2022 Rund 100 ausgezeichnete Momente gab es am 22. Oktober 2022 zu feiern: Im Rhein EnergieSTADION erhielten um die 150 Feuerwehrangehörige im Rahmen der jährlichen Jubilarenehrung verschiedene Auszeichnungen. Geehrt wurden die 25-, 35-, 50- oder 60-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr sowie die Teilnahme an einem Führungslehrgang in den vergangenen zwölf Monaten. Nach den Eröffnungsreden von Stadt- direktorin Andrea Blome und Amtsleiter Dr. Christian Miller führte Gerrit Meenen, Geschäftsführer des Stadtfeuerwehr - verbandes, durch das Programm. Die Festrede hielt der Kölner Liedermacher Björn Heuser. Eine Besonderheit war in diesem Jahr die erstmalige Verleihung des Feuerwehrehrenkreuzes Köln, das in Bron- ze, Silber und Gold an aktive und ehema - lige Feuerwehr-Angehörige aufgrund ihres außergewöhnlichen Engagements im Sinne der Feuerwehr verliehen wird. Es kann da - bei sowohl an Feuerwehr-Angehörige aus dem Einsatzdienst als auch der Verwaltung vergeben werden. In diesem Jahr konnten 18 von insgesamt 23 nominierten Personen ihre Auszeichnung bereits empfangen. In- itiiert wurde das neue Ehrungsformat an - lässlich des 150-jährigen Jubiläums. (Mehr zu den Ehrenzeichen auch auf den Seiten 164–165.) Gedenken am Totensonntag „Lassen Sie uns der Verstorbenen, als ewigem Teil der Feuerwehr, gedenken“, sagte Dr. Chris- tian Miller, Leiter der Kölner Feuerwehr, an- lässlich der Totenehrung am Sonntag, den 20. November 2022. „Lassen Sie uns kurz ver- weilen, um uns an die gemeinsamen Momente, an die gemeinsamen Gespräche und an das gemeinsam Erlebte zu erinnern.“ Zahlreiche Angehörige der Feuerwehr Köln kamen auf der Domplatte zusammen, um der in den beiden Weltkriegen gefallenen, im Feuerwehrdienst und während des vergangenen Jahres verstorbenen Kolleg*innen sowie Feuer- wehrkamerad*innen zu gedenken. Zuvor nahm ein Großteil der Feuerwehrfrauen und -männer an der Messe im Kölner Dom teil und erinnerte auch dort an die Verstorbenen. Nach 2019 und zwei Jahren coronabedingter Pause fand die Toten- ehrung in diesem Format zum zweiten Mal statt. Die Domplatte wurde um die Mittagszeit für kurze Zeit feuerwehrrot. Zusätzlich zu den Feuerwehrangehörigen zierten mehrere Fahrzeuge das Dom - portal. Im Anschluss an die Gedenkfeier fand die Jahresversamm - lung der Feuerwehr im Wallraf-Richartz-Museum statt. © Daniel Evers © Lars Jäger © Lars Jäger Kommunikation 246 Kommunikation 247 Tag des Notrufs – Twittergewitter 2022 Bereits zum vierten Mal gibt der Euro - päische Tag des Notrufs am 11.2. wieder Anlass zum bundesweiten Twittergewitter. Rund 60 Berufsfeuerwehren aus Deutsch - land und Luxemburg twittern von 8 bis 20 Uhr das Einsatzgeschehen nahezu in Echtzeit und geben so spannende Einblicke in die tägliche Arbeit von Feuerwehr und Rettungsdienst. Damit folgen sie der Idee, die 1991 das Europäische Parlament, den Rat der Euro - päischen Union und die EU Kommission zur Einführung des Europäischen Tags des Notrufs veranlasste: Die europaweit gültige Notrufnummer 112 bekannt zu machen und regelmäßig in Erinnerung zu rufen. Auch wir lassen unsere Follower an unserer täglichen Arbeit teilhaben. Auf unserem Kanal @Feuerwehr_Koeln und unter den Hashtags #köln112 und #112live gewäh- ren wir einen Blick hinter die Kulissen – so auch in die Räumlichkeit der Einsatzleitung, von der aus das rund zehnköpfige Twitter- gewitter-Team berichtet. Unterstützung erhält 37/2 auch in diesem Jahr wieder von zahlreichen Helferinnen und Helfern aus der Leitstelle, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Einsatzdienst, der Verwaltung und anderen Stabsstellen. Neben dem Einsatzgeschehen wird auch einiges Wissenswertes vermittelt, beispiels - weise über die Bearbeitung von Notrufen durch die Leitstelle, die beruflichen Ein - stiegsmöglichkeiten und, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums, auch Highlights aus der Geschichte der Feuerwehr Köln. Statistik 8–20 Uhr: • 332 Einsätze, davon … • 286 RD-Einsätze • 19 TH-Einsätze • 12 BS-Einsätze • 15 sonstige Einsätze 248 Kommunikation 249 Wunscherfüller Feuerwehr Noch einmal die Feuerwehr hautnah sehen, das wollte ein 62-jähriger Hospizpatient aus Siegen. Am Mittwoch, den 16. März 2022, war es so weit und der Herzens - wunsch-Wagen des Malteser Hilfsdienstes aus Bad Laasphe rollte auf den Hof der Feuer- und Rettungswache 10 in Kalk. Freudig stieg der Fahrgast aus und wurde von einem Feuerwehrmann der Wache 10 begrüßt. Während der Führung tönte der Gong und die Wache rückte zu einem Feuer mit Menschenrettung aus. Natürlich mit Blaulicht und Martinshorn – die Augen des Fahrgastes strahlten. Da die Fahr zeughalle nun allerdings verwaist war, sprang das Werkstattzentrum ein und zeigte dem 62-jährigen Feuerwehrfan die neuen Lösch - fahrzeuge und fuhr auch die Drehleiter aus, die zufällig gerade vor dem Werkstattzen- trum wartete. Nach etwa eineinhalb Stunden stieg der Fahrgast erschöpft, aber glücklich zurück in den HerzenswunschWagen. Rundum neuer Messeauftritt nach langer CoronaPause Nach langer Corona-Pause startet der Bewerberservice wieder durch: Mit frischem Auftritt präsentierte sich die Feuerwehr Köln Anfang April auf der Messe „einstieg“ Im Rahmen der Personaloffensive und der Professionalisierung der Nachwuchs- werbung wurde eine modulare Eventaus- stattung beschafft, die auf der Messe „einstieg“ 2022 Premiere feierte. Für eine intensive Strahlkraft sind die vielfältig nutzbaren Module LED-hinterleuchtet. Erst- mals ist auch Bewegtbild mittels integrier- ter TV-Screens im Einsatz. So werden die vielseitigen Facetten der Feuerwehr Köln mit Impressionen von Übungen, Einsätzen und Ausbildung in Kombination mit starken Botschaften anschaulich und kurzweilig dargestellt. DFB-Pokalfinale der Frauen Der RTW 3.1 (plus Notärztin) waren am 28. Mai zur Sicherheit für den Bundesprä - sidenten vor Ort. Feuerwehr Köln auf dem Siegertreppchen beim Drachenbootrennen 2022 Nach zwei Jahren coronabedingter Pause fand am Samstag, den 11. Juni 2022, wie - der das traditionelle Drachenbootrennen auf der Regattabahn am Fühlinger See statt. Die Feuerwehr Köln ging mit drei eigenen Teams an den Start: Die Titelverteidiger unserer Feuer- und Rettungswache 6, eine bunt durchmischte Gruppe aus verschie- denen Bereichen – die „Feuerdrachen“ – sowie unser Notfallsanitäter*innen-Lehr- gang 3/21. Bei strahlendem Sonnenschein paddelten alle drei Teams zielstrebig aufs Siegertreppchen: Einen fantastischen drit - ten Platz des gesamten Renntages konnte die Feuerwache 6 einholen. Auch das No t- San-Team und die „Feuerdrachen“ konnten sich über sehr gute Erst- und Zweitplatzie- rungen in den unterschiedlichen Rennkate - gorien freuen. Eine besondere Auszeichnung erhielt unser NotSan-Team für seine farbenfrohen Kostüme und seine gute Laune: Es wurde neben den Platzierungen im Rennen mit dem Teampreis belohnt. 250 Kommunikation 251 Pressetermin Schwimmen im Rhein ist lebensgefährlich! Wie gefährlich es ist und wie die Rettung eines Verunglückten abläuft, präsen - tierte am 6. Juli 2022 die Feuerwehr Köln gemeinsam mit der Deutschen Lebens-Ret - tungs-Gesellschaft (DLRG) und der Wasser- schutzpolizei am Rodenkirchener Rheinufer. Die ehrenamtlichen Kräfte der DLRG und die Taucher der Feuerwehr Köln demonstrierten realitätsnah die Rettung eines Ertrinkenden. Notarzt Marco Strohm erläuterte darüber hinaus, was im Falle des Ertrinkens passiert und welche medi - zinischen Maßnahmen nach einer Ret- tung ergriffen werden. Taucheinsatzführer Marco Clemens erklärte, wie gefährlich insbesondere die Strömung ist: „Viele Badende fühlen sich zwischen den Buhnen sicher – das ist ein Irrglaube. Die Wellen von großen Schiffen können im Wasser stehende Menschen umwerfen und in die gefährliche Strömung treiben. Schiffe, die stromaufwärts fahren, saugen das Was - ser vor ihnen an, in Ufernähe sinkt dann der Wasserpegel. Badende – und hier sind Kinder besonders gefährdet – lassen sich durch die kurzfristige „Ebbe“ dazu verleiten, weiter ins Wasser zu gehen. Sobald jedoch das Schiff vorbeigefahren ist, kommt die „Flut“ mit unerwarteter Kraft und reißt selbst Erwachsene in die Hauptströmung. Der Rhein ist zum Baden schlicht ungeeignet. Nutzen Sie Freibäder, Schwimmbäder und bewachte Badestrände.“ Zu den Folgen von Rhein- unfällen gehören oftmals Knochen - brüche, Unterkühlung, HerzKreislaufStö- rungen und im schlimmsten Fall Ertrinken. Im Jahr 2020 gab es 52 Alarmierungen zu einer Person im Rhein (PRhein), acht Personen konnten gerettet / gesichert, zwei nur noch tot geborgen werden. Zu einer Person im Wasser (P-Wasser) wurde die Feuerwehr sechsmal alarmiert, zwei konn - ten gerettet werden, eine Person verstarb. 2021 gab es 55 Alarmierungen zu P-Rhein, 14 Personen konnten gerettet / gesichert, zwei nur noch tot geborgen werden. Zu P-Wasser wurde die Feuerwehr Köln elfmal alarmiert, vier Personen konnten gerettet werden, davon wurden zwei Kinder unter Reanimationsmaßnahmen ins Krankenhaus transportiert. Zwei Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. © Lars Jäger © Laura Fassbender 252 Kommunikation 253 Feuerwehr erfüllt erneut letzte Wünsche Am 20. August 2022 war die Feuer- und Ret- tungswache 1 in besonderer Mission unter- wegs: Der Wünschewagen Sachsen-Anhalt war in Köln, um den Wunsch eines Fahr- gastes zu erfüllen. „Noch einmal nach Köln“, lautete dieser. Als die Anfrage bei der Feuerwehr Köln einging, hat sie natürlich gern sofort unter- stützt. Zu einem Kölnbesuch gehört selbst - verständlich und unbedingt der Dom. Der Fahrgast erhielt eine nicht alltägliche Füh- rung durch den Dom – aus Feuerwehrsicht. Ein Kollege der Feuerwache 1 übernahm die Führung durch das Hohe Dach und beant- wortete jede Menge Fragen rings um Kölns bekanntestes Bauwerk. Nach etwa 30 Minu- ten ging es aus rund 45 Metern wieder nach unten und ins Hotel, bevor es abends noch ins Brauhaus ging. Ein echt Kölscher Tag. Der Wünschewagen stand bis zur Abfahrt am Sonntag sicher auf der Feuer- und Ret- tungswache 1. Feuerwehrcampus Scheibenstraße wird evakuiert Bombenräumung am 20. Oktober mal direkt vor der eigenen Haustür: Von der Evakuierung in Weidenpesch war auch die Feuerwehr betroffen, u. a. die Wache und Leitstelle. Bis 14 Uhr haben Schule und Direktion den Stand - ort Scheibenstraße geräumt, die Notleitstelle wurde hochgefahren und alle Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf wurden getroffen. Wache und Leitstelle verließen das Gelände kurz vor der Ent - schärfung und verlegten zu einem Bereitstellungsraum. Der Notruf blieb währenddessen durchgängig erreichbar, der Wechsel von der regulären auf die Ausweichleitstelle passierte für die Endnutzer unmerklich. Auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwache 5 blieb durchgängig erhalten. Die geräumte Leitstelle nach der Evakuierung 254 Kommunikation 255 Innovationspreis für den „Kölner Notfallcontainer“ Im Rahmen der europäischen Leitmesse „denkmal“ ist die Idee und Umsetzung des „Kölner Notfallcontainers“ mit einer Goldmedaille für Innovation und heraus- ragende Leistungen in der Denkmalpflege und dem Kulturgutschutz ausgezeichnet worden. Stellvertretend für den „Notfallverbund Kölner Archive und Bibliotheken“ nahmen Nadine Thiel und Lisa Handke vom Histo - rischen Archiv der Stadt Köln sowie Thomas Linzbach und Frank Peters aus der Einsatz- planung der Feuerwehr Köln den Preis Ende November in Leipzig entgegen. In vielen Fachgesprächen, unter anderem mit dem Ministerpräsidenten des Frei- staates Sachsen, Michael Kretschmer, und einer Delegation des polnischen Kultur- ministeriums, wurde die Kölner Innovation als derzeitiger internationaler Maßstab gelobt und die bundesweite Beschaffung weiterer Notfallcontainer nach Kölner Vor- bild durch die leitenden Vertreter des Kultur- bereichs der Bundesrepublik bestätigt. Durch die erfolgreichen gemeinsamen Einsätze der Feuerwehr Köln und des Notfallverbundes der Stadt Köln bei den Flutereignissen 2021 in Stolberg und Ahrweiler sind die Beteiligten zum Thema Kulturgutschutz und Gefahrenabwehr in zwi- schen die wichtigsten Ansprechpartner auf Bundesebene. Am Messestand des Verbandes der Restau- ratoren (VDR) wurde der Notfallcontainer, der als Abrollbehälter durch die Feuerwehr Köln zum entsprechenden Einsatzort trans - portiert werden kann, ausgestellt und dem internationalen Fachpublikum zugänglich gemacht. Die Vorstellung wurde durch Fachvorträge, Live-Vorstellungen und eine Podiumsdiskussion begleitet. Nikolausüberraschung am Kinderkrankenhaus Unsere Herzaktion des Jahres gab es am 5. Dezember 2022, am Nikolausabend an der Uniklinik Köln. Dort haben sich die Höhen retter*innen vor der Kinderstation und der Kinderonkologie als Nikoläuse abgeseilt und kleine Präsente überreicht. Unterstützt wurden die frei schwebenden Nikoläuse von Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr Rodenkirchen. Anschließend haben die Nikoläuse noch Kinder auf Station aufge - sucht und auch dort Präsente an die kleinen Patient*innen sowie deren Eltern, Geschwister und Pflegekräfte verteilt. Die Aktion fand 2022 zum zweiten Mal statt und ist uns eine Herzensange - legenheit, denn wenn wir dazu beitragen können, dass die kleinen Patient*innen und ihre Angehörigen den Krankenhausalltag, die Diag nosen und Therapien wenigstens für eine kurze Zeit vergessen können, ist das wunderbar. Und die zahlreichen leuchtenden Kinder - augen waren eine wahre Freude. © Daniel Evers Nikolausüberraschung 2022: youtu.be/KCxtaoI70MQ 256 Kommunikation 257 Bundesweiter Warntag Am 8. Dezember wurde es ab 11 Uhr laut: Am bundesweiten Warntag wurden in Köln alle Sirenen getestet. Und neben den Warn Apps NINA und KATWARN wurde auch erstmals Cell Broadcast getestet. Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst, mit dem Warnnachrichten direkt auf das Handy oder Smartphone geschickt werden können. Nach dem erfolgreichen Test im Dezember wurde das Warn- mittel, das künftig MoWaS (Modulares Warnsystem) ergänzen wird, schließlich am 23. Februar 2023 eingeführt Hier die Cell-Broadcast-Testwarnung während des landesweiten Warntages am 9. März 2023. Strategie 260 Strategie 261 Stabsstelle 37 /3 – Strategie und Controlling Die Stabsstelle 37/3 wurde im Jahr 2020 eingerichtet. Sie besteht aus einer Stabs - stellenleitung sowie drei Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichen Themenschwerpunk- ten. Kernaufgabe ist die Beratung der Amts - leitung zu definierten Themenbereichen. Intern teilt sich die Stabsstelle dabei in die Bereiche Strategie, Controlling, opera - tiver Dienst, Projekt- und Prozessmanage- ment sowie Fähigkeitsentwicklung auf. Im Bereich Strategie werden mittel- und langfristige Entwicklungen der Stadt Köln und deren Auswirkungen auf die Gefah- renabwehr beurteilt und daraus Handlungs - empfehlungen erstellt. 2022 befasste sich die Stabsstelle schwerpunktmäßig mit einer geodatenbasierten Standortoptimierung. Darüber hinaus erfolgt die zentrale Koordi- nation der Fortschreibung des Brandschutz - bedarfsplans. Der Bereich Projekt- und Prozessmanage- ment befasst sich primär mit der Etablie - rung und Durchführung von Maßnahmen des Inhouse-Consultings innerhalb des Amtes 37. Derzeit befasst sich der Bereich operativer Dienst mit der Erarbeitung eines Kennzah- lensystems für das Monitoring von Schlüs- selindikatoren zur Darstellung zeitlicher Entwicklungen und Trends mit den Schwer- punkten Einsatzdienst und Verwaltung. Im Bereich Fähigkeitsentwicklung erfolgt die Planung und Koordination der opera- tiven Fähigkeiten insbesondere technischer, taktischer und personeller Natur. Diese Tätigkeit erfolgt in enger abteilungs- übergreifender Kooperation mit den Ab tei- lungen 371 und 372 sowie der Stabsstelle 37/1 und einer Vertretung der Bereichs- sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Im Jahr 2022 dominierten folgende Hand- lungsfelder die Arbeit der Stabsstelle: Aufbau eines strategischen Zielsystems für die Feuerwehr Köln Auf dem Weg zur Gefahrenabwehr aus einer Hand wurde 2021 mit dem Projekt „Stra - tegisches Zielsystem“ der Grundstein für eine neue Arbeitsweise der Feuerwehr Köln gelegt. Das Zielsystem gibt eine Aussage darüber, wo wir stehen und wohin wir wollen. Es schafft Transparenz über die Grenzen der eigenen Zuständigkeiten hinaus, bietet eine Gesprächsgrundlage für eine inter- disziplinäre Zusammenarbeit und verbessert den fachlichen Austausch. Es ermöglicht strukturiertes Führen über Ziele und damit ein vorausschauendes Handeln. Die Ziele sichern dabei die gemeinsame Ausrichtung im Amt zur Weiterentwicklung der Feuerwehr Köln. Durch die aus den Zielen abgeleiteten Maßnahmen tragen alle Bereiche gleichermaßen zum Erfolg der Feuerwehr Köln bei. Im Rahmen dieses breiten Beteiligungsprozesses wurden in mehreren Workshops unter anderem die Ziele und Maßnahmen in den jeweiligen Organisationsbereichen herausgearbeitet, aufgenommen und konkretisiert. Auf Basis dieser Vorarbeit wurden Vorschläge für die Amtsziele generiert und für die Jahre 2022 bis 2026 gemeinsam verabschiedet. Nachfolgende Amtsziele wurden definiert: • Aufbau Wissensmanagement • Bedarfsgerechte Beschaffung Gefahrenabwehr • Beschaffungsoffensive • Digitalisierungsoffensive • Entwicklung Führungs- und Organisationskultur • Personaloffensive • Personalentwicklung • Qualitätsmanagement & Controlling • Strategische Standortplanung • Verbesserung interner Services & Prozesse (Geschäftsprozessoptimierung) • Weiterentwicklung operative Gefahrenab- wehr und Unterstützungsprozesse Seit 2022 befindet sich das Zielsystem der Feuerwehr Köln in der praktischen Anwendung. Anpassung der Berechnung des IstPersonalfaktors auf KGSt Standard Der Personalfaktor gibt an, wie viele Voll- zeitäquivalente erforderlich sind, um eine Funktion im Einsatzdienst über 24 Stunden an 365 Tagen vorzuhalten. Er ist somit ein wichtiges Steuerungsinstrument zur Ermitt- lung des Personalbedarfs und ebenfalls Bestandteil des Brandschutzbedarfsplans. Seitens der KGSt stehen im Vergleichsring „Berufsfeuerwehr GK 1-2“ für den Personal- faktor Berechnungsformeln zur Ermittlung des Ist-Personalfaktors zur Verfügung. Die Anwendung dieser Berechnungsformeln unterstützt die Vergleichbarkeit der ver- schiedenen kommunalen Feuerwehren und dient einer standardisierten Erhebung. Durch die Nutzung der Möglichkeiten des Vergleichsrings können die Aufwände für die Ermittlung des Personalfaktors in der Feuerwehr Köln deutlich reduziert und gleichzeitig die Auswertung er wei- tert werden. Neben der Berechnung des Gesamt-Ist-Personalfaktors können nun auch weitere Entwicklungen und Trends ermittelt werden. Diese nun standardisierte Berechnungs - weise wurde erstmals im Brandschutzbe - darfsplan der Stadt Köln 2022–2027 ange- wendet und wird jährlich neu bewertet. Brandschutzbedarfsplan der Stadt Köln 2022–2027 Zum Jahresbeginn 2016 trat das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) in Kraft. Gemäß § 3 Abs. 1 BHKG hat die Kommune für den Brandschutz und die Hilfeleistung eine den örtlichen Verhältnissen ent- sprechend leistungsfähige Feuerwehr als gemeindliche Einrichtung zu unterhalten. Nach § 3 Abs. 3 BHKG sind die Gemeinden dazu verpflichtet, unter Beteiligung der Feu- erwehr Brandschutzbedarfspläne (BSBP) und Pläne für den Einsatz der öffentlichen Feuerwehr aufzustellen, umzusetzen und spätestens alle fünf Jahre fortzuschreiben. Die Sicherstellung des kommunalen Brand - schutzes ist eine Pflichtaufgabe zur Erfül- lung nach Weisung. Der letzte BSBP der Stadt Köln stammte aus dem Jahr 2014 und wurde 2016 durch den Rat der Stadt Köln verabschiedet. Auf- grund der gesetzlichen Frist zur Fortschrei - bung innerhalb von fünf Jahren (§ 3 Abs. 3 BHKG) war der Brandschutzbedarfsplan für 2021 vorgesehen. 262 Strategie 263 Aufgrund technischer Neuerungen im Bereich der Einsatzleittechnik (Einführung der neuen Einsatzleitsoftware IGNIS-Plus) und den daraus resultierenden Änderungen auf den Stand der Technik wurde die auf- sichtführende Bezirksregierung Köln um eine Fristverlängerung gebeten. Die Frist zur Fortschreibung des BSBP wurde ein malig um ein Jahr von 2021 in das Jahr 2022 verlegt. Der „Brandschutzbedarfsplan 2022“ der Stadt Köln umfasst im Wesentlichen nach- folgende planungsrelevante Bereiche: • Darstellung und Beurteilung des kommunalen Gefahrenpotenzials • Ist-Analyse der Strukturen der Feuerwehr Köln • Einsatzdatenanalyse der Jahre 2016 bis 2021 • Überprüfung der im BSBP 2016 (Fort- schreibung aus dem Jahr 1996) beschlos - senen Schutzziele auf ihre Wirksamkeit • Fortschreibung der im BSBP 2016 beschlossenen Maßnahmen • Darstellung der Soll-Strukturen für die Feu- erwehr Köln • Grundlegende strategische Festlegungen und Ausrichtung der Feuerwehr Köln an der Stadtentwicklung • Standortanalyse der Ist-Standorte der Feuerwehr Köln und Ermittlung einer Soll-Struktur auf Basis von Isochronen der Anfahrtszeit unter Berücksichtigung des realen Einsatzgeschehens Weiterhin werden langfristige strategische Ausrichtungen unter Berücksichtigung der städtischen Entwicklungsziele fest gelegt, die auch in den zukünftigen BSBP fortgeschrieben werden. Dies ist insbesondere bei der strategischen Standortplanung der Fall. Die im BSBP beschriebenen Maßnahmen betreffen größ - tenteils den operativen Einsatzdienst. Wei- terhin werden ebenfalls die Auswirkungen auf die rückwärtigen Unterstützungspro - zesse und Strukturen betrachtet. Die Auf- gaben für öffentliche Feuerwehren in Nord - rhein-Westfalen basieren auf verschiedenen Gesetzen, Vorschriften und Empfehlungen. Die Erstellung des BSBP erfolgte durch eine interne Projektgruppe des Amtes 37 mit Mitgliedern aus verschiedenen Abteilungen und Stabsstellen. Nachdem bereits alle Fachausschüsse zugestimmt hatten, hat auch der Rat der Stadt Köln am 8. Dezember 2022 den neuen Brandschutzbedarfsplan beschlossen. Der Plan zur strategischen Ausrichtung der Feuerwehr Köln umfasst im Wesentlichen die Planungsjahre 2022 bis 2027, viele der enthaltenen Maßnahmen gehen jedoch über diesen Planungshorizont hinaus. Der neue Brandschutzbedarfsplan umfasst dabei vier große Handlungsfelder: a) Aufgrund einer durchgeführten Analyse und Gefährdungsbeurteilung wurden die bisherigen Schutzziele fortgeschrieben und weiterentwickelt sowie die beste- henden Gefahrenabwehrplanungen als Schutzziele (z. B. Wasserrettung, CBRN) festgeschrieben. b) Die Wachstandorte wurden sowohl in ihrem baulichen Zustand als auch im Hin - blick auf die Erreichbarkeit und Schutz- zielerreichung bewertet. Die größten Handlungsfelder betreffen dabei den Kölner Südosten, wo in den Stadtbezirken Porz und Kalk die aktuellen Standorte der Feuer- und Rettungs- wachen 7 und 8 verlegt werden sollen und eine weitere Wache entstehen soll. Ein neuer Wachstandort ist auch im Kölner Norden in Planung, zudem soll der Stand - ort der Feuer- und Rettungswache 14 im Kölner Westen verlegt werden. c) Für die Bewältigung von komplexen Lagen, welche mit einer immer höheren Wahrscheinlichkeit eintreten (z. B. Vege- tationsbrände, Hitzeperioden, Starkre - genereignisse) wird der Fuhrpark um Fahrzeuge mit speziellen Fähigkeiten (z. B. Wasserdurchfahrtsfähigkeit) erweitert. Ebenso muss die Durchhalte - fähigkeit in der CBRN-Gefahrenabwehr ausge baut werden. d) Im Hinblick auf die personelle Situation wurden ebenfalls Schwerpunkte gesetzt. So wird etwa der Personalfaktor ange - hoben und Personal für den Zivil- und Katastrophenschutz zugesetzt. Bis 2027 besteht zusammengerechnet ein wachsen der Mehrstellenbedarf von circa 139. Insgesamt umfasst der Katalog des neuen Brandschutzbedarfsplans 59 Einzelmaß - nahmen, welche nun in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Aufbau der Arbeitsgruppe Fähigkeitsmanagement zur Etablierung einer zentralen Anlaufstelle Ende des Jahres wurde ein Kernteam unter der Leitung der Stabsstelle 37/3 eingerich- tet mit Vertretungen aus der Stabstelle 37/1 (Grundsatzangelegenheiten Freiwillige Feu- erwehr), des Sachgebietes 371/11 (Einsatz- planung) sowie Vertretern des Sprecher- gremiums der Freiwilligen Feuerwehr. Im ersten Schritt wurde die gemeinsame Arbeitsweise mit themenbezogenen Teilar- beitsgruppen festgelegt, deren Personen - kreis anlassbezogen erweitert werden kann (z. B. LG Führungen von Einheiten mit Son- deraufgaben). Die Zusammenarbeit erfolgt hier auf Basis agiler Prinzipien der Projekt- planung, sodass zeitnah erste Ergebnisse vorliegen werden. Die Fähigkeiten werden bei diesem Vorge- hen sukzessive betrachtet und anschlie - ßend jeweils in eine Umsetzungs-/Eva- luationsphase überführt. Hier wird dann, in unterschiedlichen Formaten (z. B. Work- shops oder Befragungen), auf das Wissen und die Erfahrungen der ausführenden Lösch gruppen sowie weiterer Expert*innen zurückgegriffen. Diese Ergebnisse fließen dann wiederum ein und verbessern diese Fähigkeit/Kompetenz. Hierdurch wird sichergestellt, dass wir uns als Feuerwehr Köln kontinuierlich verbessern. Ziel ist die Einsatzverwendung der Freiwilligen Feuer- wehr unter den Gesichtspunkten der Effek- tivität und Effizienz so zu optimieren, dass eine Stärkung der Feuerwehr Köln durch konsequente Berücksichtigung und Förde- rung der Ehrenamt lichkeit erreicht wird. 264 Strategie 265 Neue Fahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst Der Stadtrat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung vom 17. März 2022 die Verwaltung mit der Beschaffung neuer Fahrzeuge für die Feu- erwehr im Wert von insgesamt rund acht Millionen Euro beauftragt. Dazu gehören unter anderem die beiden Kranwagen aus den Jah - ren 1992 und 1999. Die schwersten Einsatzmittel der Feuerwehr Köln sind inzwischen in die Jahre gekommen und nur noch schwer zu warten, da beispielsweise Ersatzteile nur noch eingeschränkt zu bekommen sind. Außerdem werden neun Drehleitern gekauft sowie ein Logistik-LKW nachbeschafft. Auch für den Rettungsdienst sind neue Fahrzeuge geplant: Neu beschafft werden acht baugleiche Notfall-Krankentransport - fahrzeuge (Notfall-KTW). Hinzu kommen 17 einheitliche NEF, zwei davon werden als „Pilot-Fahrzeuge“ dabei elektrisch angetrieben. Inkrafttreten der neuen Rettungs dienstsatzung und neuen Luft rettungssatzung Nachdem die neue Rettungsdienstsat- zung und neue Luftrettungssatzung am 21. Dezember 2022 öffentlich bekannt gemacht worden ist, sind die angepassten Tarife zum 22. Dezember 2022 in Kraft getreten. Der Rat der Stadt Köln hatte in seiner Sitzung am 8. Dezember 2022 die neue Rettungsdienstsatzung und die neue Luftrettungssatzung beschlossen. Bereits im Vorfeld der Beschlussfassung konnten die vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren mit den Verbänden der Krankenkassen und im Falle der Luftrettungssatzung mit den beiden Trägergemeinschaften für die beiden Hubschrauber erfolgreich und einvernehm- lich abgeschlossen werden. Auf der Grundlage der Satzungen erheben die Sachgruppe 370/21 – Gebührenab- rechnung Feuerschutz, Hilfeleistung und Rettungsdienst für den bodengebundenen Rettungsdienst – und die ADAC Luftret- tung gGmbH als Verwaltungshelfer für die Luftrettung die entsprechenden Gebüh - ren für die Einsätze. Die Gebührenerträge (rund 96,2 Millionen Euro im Haushalts- plan 2023) bilden mehr als 95 Prozent der Gesamterträge der Feuerwehr Köln ab und leisten somit einen wichtigen Beitrag für die Finanzierung. © Jan Ohmen © Franziska Saur Feuer und Rettungswachen 268 Feuer- und Rettungswachen 269 Feuer und Rettungswache 5 Familienfest Nach langer Coronapause konnten im Jahr 2022 erstmals wieder Angehörige von Mitarbeiter*innen die Wache besuchen. Daher wurde die Eröffnung der Feuer- und Rettungswache 5 dazu genutzt, am 17. Sep- tember einen Familientag zu veranstalten. Eingeladen waren alle Mitarbeiter*innen der Feuerwache (beider Wachabteilungen), des DRK, Ehemalige (Pensionäre) und Gäste der Verwaltung und Branddirektion, die unmit- telbar am Neubauprojekt beteiligt waren. Mit rund 200 Gästen konnte so der Betriebsstart der Wache mit einem schönen Fest, wenn auch leider bei Regen, mit Kin - derprogramm, Führungen, Kaffee/Kuchen/ Grill und einer kleinen Schlüsselübergabe gefeiert werden. Übung am St. Vinzenz Ein zur Landung angekündigter Intensiv- Transporthubschrauber landet auf dem Heliport des St. Vinzenz. Plötzlich stürzt der Hubschrauber aus etwa zehn Metern ab und gerät in Brand. Dieses Übungs sze nario galt es für Feuerwehr und Kran - kenhaus am 13. Dezember gemeinsam zu bewältigen. Die Feuer- und Rettungs- wache 5, mit dem PTLF der Feuer- und Rettungswache 6, übernahmen in luftiger Höhe die Brandbekämpfung und Men - schenrettung. Vier Personen, drei leicht und eine schwer verletzt wurden erfolgreich in Sicherheit gebracht und auch der Brand war dank Drehleiter schnell gelöscht. Im Anschluss an die Übung gab es noch eine Einweisung in die Besonderheiten des Hubschraubers durch den Piloten der ADAC-Luftrettung. Feuer und Rettungswache 6 Verabschiedung zweier Wachabteilungsführer Das Jahr 2022 stand ganz im Zeichen eines Führungswechsels in beiden Wachabtei- lungen der Feuerwache 6: Am 29. Januar 2022 wurde Brandamtmann Rolf Buchmül- ler zu seiner letzten Dienstschicht auf der Wache begrüßt. Dazu wurde er morgens zu Hause von einer Delegation der FW 6 geweckt und abgeholt. Auf dem Weg zur Wache wurden nochmals die wichtigsten Stationen seiner 42-jährigen Zeit bei der Berufsfeuerwehr Köln angefahren. So ging die Reise über die FW 7, wo Rolf Buchmüller bereits in seiner Jugend in der Löschgruppe Urbach tätig war, über den Dom und die Feuerwache 5 nach Chorweiler zur FW 6. Am Dom überraschten ihn die Kollegen*innen der FW 1 samt der Taucher- gruppe mit einem Spalier und in luftiger Höhe überreichte ihm der Dombaumeister ein persönliches Abschiedsgeschenk, da er während seiner 26-jährigen Zeit auf der FW 1 Leiter der Tauchergruppe war und sich zudem sehr für den Brand- und Kulturschutz im Dom engagiert hatte. Abends wurde er auf der FW 6 im Fackel- schein von den Mitarbeiter*innen und langjährigen Weggefährt*innen gebührend verabschiedet. Am Samstag, den 29. Oktober 2022, wurde Brandamtmann Roland Jung-Bölter zu seiner letzten Dienstschicht auf der FW 6 empfangen. Wie es traditionell auf der FW 6 üblich ist, wurde auch er morgens zu Hause von einer Abordnung der Wache abgeholt. Da Roland Jung-Bölter ein begeisterter Radfahrer war, wurde er mit einer Ape der Löschgruppe Fühlingen abgeholt und er fuhr leicht motorisiert seinem Arbeitsplatz entgegen. Auf der FW 6 wurde er von den Kolleg*innen der FW 6, langjährigen Weggefährt*innen sowie Kamerad*innen der FF begrüßt und bei einem geselligen Frühstück verabschiedet. Roland Jung- Bölter war insgesamt mehr als 36 Jahre bei der Berufsfeuerwehr Köln tätig und auch er hat seine Feuerwehrlaufbahn in der Frei- willigen Feuer wehr Köln begonnen. © Franziska Saur © André Steinhauer 270 Feuer- und Rettungswachen 271 Drachenbootrennen Am 11. Juni 2022 fand nach einer pande - miebedingten Zwangspause wieder das Drachenbootrennen-Festival am Fühlinger See statt. Mit dabei waren die Kolleg*innen der FW 6. Das Team, bestehend aus Kol- leg*innen beider Wachabteilungen und dem ASB, fand sich bereits ab 8 Uhr morgens am See ein. Nachdem bei der letzten und für die FW 6 ersten Teilnahme im Jahr 2019 direkt der Pokal in dem Wettbewerb Stadt- Köln-Cup gewonnen werden konnte, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Um 9.16 Uhr hieß es dann zum ersten Mal: „Ran an die Paddel!“ Obwohl es für mehrere Kolleg*innen das erste Mal in einem solchen Drachenboot war, konnte die FW 6 das erste Rennen für sich gewinnen. Auch bei den folgenden Rennen schoss das Boot der FW 6 nur so über das Wasser. Insgesamt paddeln bei jedem Rennen zwischen 14 und 18 Personen gleichzeitig in einem Boot. Eine besondere Funktion kommt dabei dem zusätzlichen Trommler zugute. Dieser gibt den Takt für alle vor und muss gleich- zeitig die Motivation hochhalten. Für einen guten Start ist er unerlässlich. Am Ende des Tages konnten die Kol- leg*innen der FW 6 trotz starker Konkurrenz den Pokal der Stadt Köln erneut mit nach Hause nehmen. Spontane Unterstützung erhielt das Team durch den stellvertre- tenden Amtsleiter, Dr. Volker Ruster, der als Trommler und Steuermann die Paddler moti- vierte und im Takt hielt. Übernahme Abrollbehälter Atemschutz Am 6. Juli 2022 wurde der Abrollbehälter Atemschutz (ABA) zusammen mit einem Wechselladerfahrzeug fest zur FW 6 verlegt. Die Verlegung stand im Zusammenhang mit der Festbesetzung des Gerätewagens Atemschutz (GW-A) durch Mitarbeitende des Werkstattzentrums. Der Container dient als Ausfallreserve des Gerätewagens Atemschutz sowie zur Gerätebereitstellung an größeren Einsatzstellen. Besetzt wird das Fahrzeug in Springerfunktion durch die Besatzung der Drehleiter. Spatenstich RW Worringen Am 30. September 2022 fand der Spaten- stich zur neuen Rettungswache in Wor- ringen statt. Die Fertigstellung des neuen Wachgebäudes für zwei Einsatzfahrzeuge soll planmäßig im ersten Quartal 2024 erfolgen. Bis dahin ist der RTW 16.1 in einer provisorischen Rettungswache in Wor- ringen untergebracht. (Mehr zum neuen Wache auf den Seiten 206–207.) Feuer und Rettungswache 7 Am 22. Oktober wurde die Besatzung der Feuer- und Rettungswache 7 gemeinsam mit der Löschgruppe Urbach zum Stichwort „Feuer1“ im Gewerbegebiet Gremberghoven alarmiert. Vor Ort dann Entwarnung: Es handelte sich um eine gemeinsame Einsatz - übung auf dem Gelände vom Toom-Bau- markt. Am Einsatzort eingetroffen, fanden die Einsatzkräfte eine verrauchte Lagerhalle mit angrenzendem Bürokomplex vor. Es wurde eine vermisste Person gemeldet, die sich noch in der Lagerhalle befinden sollte. Nachdem der erste Angriffstrupp die vermisste Person gefunden hatte, wurde diese zur weiteren Behandlung an den Ret- tungsdienst übergeben. Parallel kontrollierte ein zweiter Trupp das Gebäude auf weitere Personen. Aus dem ersten Obergeschoss mussten 25 Personen über die Drehleiter und durch einen Trupp mit Fluchthauben über den Treppenraum gerettet werden. Die Geretteten wurden von den vor Ort befind - lichen Einsatzkräften betreut. Mit der Übung trainierten sowohl die Einsatzkräfte als auch die Mitarbeiter*innen von REWE die rei- bungslose Evakuierung unter realistischen Bedingungen. Feuer und Rettungswache 14 Übungstage Strahlenschutz Im Dezember 2022 bot sich den Kol- leg*innen der Feuer- und Rettungswache 14 eine besondere Übungsmöglichkeit für die Fachaufgabe Strahlenschutz, die in Zusam - menarbeit mit der Forschungszentrum Jülich GmbH realisiert werden konnte. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurde mit intensiven Überlegungen und Planungen begonnen, die etablierten und im Rahmen der Wachaus- und Fortbildung trainierten Handlungsweisen, Abläufe und (Mess-) Strategien für den Einsatz mit ionisierenden Strahlen unter anderen als den gewohnten Bedingungen zu beüben. Als Partner für die - ses Vorhaben konnte die Forschungszen- trum Jülich GmbH gewonnen werden, die an zwei Tagen im Dezember 2022 Übungs- szenarien für die Kölner Einsatzkräfte auf dem Werkgelände in Jülich vorbereitete. Die Einsatzübungen wurden aus naturwis- senschaftlicher und feuerwehrtaktischer Sicht durch Expert*innen begleitet. Beide Veranstaltungstage wurden mit je zehn Kol- leg*innen beider Wachabteilungen der Feu- erwache 14 belegt, die jeweils ganztägige Messpraktika mit Übungsstrahlern und Ein - satzübungen zu verschiedenen Szenarien durchführen konnten. Besonders aufschlussreich für die Teilneh- menden war es, das Verhalten der Strahlen - schutzmessgeräte im Realeinsatz zu erleben und Messtaktiken wie beispielsweise die Kreuzpeilung zur Strahlersuche unter Ein- satzbedingungen testen zu können. Abge - rundet wurden die durchgeführten Einsatz- übungen durch konstruktives Feedback der begleitenden Naturwissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Werkfeuerwehr des Forschungszentrums. © Foschungszentrum Jülich Aus den Stabs stellen und Abteilungen 274 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 275 Stabsstelle 37 /4 – Sicherheit Die Stabsstelle 37/4 etabliert bei der Feuerwehr Köln ein inte- griertes Sicherheitsmanagementsystem zur Vereinheitlichung und übergreifenden Steuerung der Managementsysteme im Arbeits-/ Gesundheitsschutz, der Informationssicherheit und der allgemeinen Sicherheit zum Schutz der Feuerwehr als kritische Infrastruktur. Ein besonderer Fokus lag im Jahr 2022 auf der Entwicklung eines bedarfsgerechten Arbeitsschutzes bei der Freiwilligen Feuerwehr. So konnten die im Jahr 2021 begonnen Begehungen der Geräte - häuser der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2022 abgeschlossen werden. Somit wurden erstmals alle Gerätehäuser begangen und der Ist-Stand aus Sicht des Arbeitsschutzes erhoben. Außerdem wurde mit dem regelmäßigen Treffen der Sicherheitsbeauftragten ein bewährtes Format auf die Freiwillige Feuerwehr übertragen. Im November 2022 ist die Psychosoziale Unterstützung (PSU) in die Stabsstelle gewechselt, diese war vorher organisatorisch bei 376 angesiedelt. Die Begleitung von Angehörigen der Feuerwehr nach belastenden Einsätzen oder bei persönlichen Krisensituationen ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitsschutzes einer Feuerwehr. Thomas Herckrath wird dabei von den ehrenamtlichen Helfer*innen des PSU-Teams unterstützt. Durch die Umorganisation soll die Integration der psychosozialen Unterstützung in die Pro - zesse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes verbessert werden. Um der steigenden Gefahr von Cyberangriffen auf die Feuerwehr entgegenzuwirken, wurde im Jahr 2022 Salvatore Gargiulo als Informationssicherheitsbeauftragter für die Feuerwehr Köln bestellt. Diese Funktion ist neu bei der Feuerwehr und übernimmt zusam - men mit der Abteilung 373 (Informationssysteme) die übergreifende Steuerung aller erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit, insbesondere für die feuerwehreigenen ITSysteme. Stabsstelle Sicherheit Informationssicherheit Psychosoziale Unterstützung kritische Infrastruktur Unfalluntersuchungen Pflichtenübertragung Cybersicherheit Belastende Situationen Schutzbedarfsanalyse Sicherheitsziele Arbeitsschutz OrganisationManagementsysteme Mitarbeiter*innen Freiwillige Feuerwehr GeheimschutzBegehungen Fachkraft für Arbeitssicherheit InformationssicherheitsbeauftragterBSIStandard 276 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 277 37 /5 – Geschäftszimmer der Amtsleitung Die Stabsstelle 37/5 unterstützt als Lei- tungsbüro die Amtsleitung bei der Koordi- nation, Organisation und Kontrolle aller dienstlichen Belange der Feuerwehr Köln. Das Leitungsbüro ist damit zentrale Schnittstelle zu allen Abteilungen sowie Stabsstellen innerhalb der Feuerwehr sowie innerstädtisch insbesondere zum über- geordneten Dezernat für Allgemeine Ver- waltung, Ordnung und Recht (Dezernat I). Darüber hinaus werden auch die vielfältigen externen Schnittstellen, wie beispielsweise zu Aufsichtsbehörden (Bezirksregierung, Innenministerium), anderen Feuerweh- ren, Polizei und sonstige Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bedient. Neben Unterstützungs- und Beratungsleistungen für die Amtsleitung werden in der Stabsstelle alle in und exter- nen Vorgänge im Rahmen des Vorgangs- managements registriert und gesteuert. Dabei wurden allein im Jahr 2022 rund 2.115 Vorgangsmappen koordiniert. Die inhaltliche Bandbreite reichte dabei von standardisierten Dienstreiseanträgen bis hin zu komplexen Verfügungen. Bis Sachverhalte entscheidungsreif sind, durchlaufen sie mehrstufige Abstimmungs- verfahren – diese werden durch das Lei - tungsbüro koordiniert. Eine weitere Kernaufgabe der Stabsstelle – im Auftrag der Amtsleitung – ist die feuer- wehrweite Koordination und Bearbeitung von politischen Anfragen, Mitteilungen und Beschlussvorlagen. Neben der interdis- ziplinären fachlichen Ausarbeitung sind die Mitarbeiter*innen auch für die stadtweite Abstimmung und Koordination mit weiteren Ämtern oder Dezernaten zuständig. Aufgaben des Leitungsbüros im Überblick: • Unterstützung und Beratung der Amtsleitung • zentrale Schnittstelle zu Aufsichtsbehörden und anderen BOS • Koordination und Erstellung von politischen Mitteilungen und Beschlussvorlagen • Terminverwaltung und -koordinierung • Zentrales Beschwerdemanagement • Daten- und Vorgangsmanagement • Koordination und Steuerung der Geschäftsabläufe • Weiterentwicklung und Optimierung administrativer Prozesse • zentrale Projektarbeiten Die Aufgaben der Stabsstelle sind umfang reich – um den stei- gen den Anfor derungen von multiplen und komplexen Auf- gaben noch besser gerecht zu werden, fand im Jahr 2022 eine Neuorganisation der Stabsstelle mit festen Personal und Auf gabenzuordnungen statt. 278 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 279 Stabsstelle 37 /6 – Institut für Schutz und Rettung Das Institut für Schutz und Rettung (ISR) befindet sich seit seiner Gründung 2020 in einer stetigen Weiterentwicklung und konnte im letzten Jahr mit UrbanAware und KIWIS zwei Projekte erfolgreich abschließen. Auch im Projekt MYrisk konnten neue Mei- lensteine erreicht werden, die sich mit dem Schutz der Kölner Bevölkerung im Katas- trophenfall beschäftigen. Weiterhin wurden Projektanträge und Folgeanträge gestellt, um das Institut auch im nächsten Jahr noch weiter auszubauen. Management multipler Risiken bei Ex trem ereignissen in schnell wachsenden Megastädten Myanmars (MYrisk) Im Projekt MYrisk arbeitet das Institut für Schutz und Rettung (ISR) der Feuerwehr Köln zusammen mit dem Geographischen Institut der Universität zu Köln, der Hoch- wasserschutzzentrale der Stadtentwässe - rungsbetriebe Köln (StEB) und dem Deut- schen Komitee für Katastrophenvorsorge e. V. (DKKV) an Strategien und Konzepten zur Erhaltung und Sicherstellung der Grund- versorgung bei multiplen Extremereignis - sen in Megastädten in Myanmar. Ziel ist es, die negativen sozioökonomischen und persönlichen Folgen von Naturkatastrophen für Stadtbewohner*innen zu reduzieren und die Institutionen des Katastrophenschutzes in der Katastrophenvorsorge zu unter- stützen. Die Öffnung der Feuerwehr Köln auf internationaler Ebene führt zu einer Stärkung lokaler, regionaler sowie interna- tionaler Netzwerke und ermöglicht eine For- schung, die der Stadt Köln und dem Kölner Katastrophenschutz zugutekommt. Im Jahr 2022 lag der Fokus insbeson - dere auf kleinst-, klein- und mittelstän - dischen Unternehmen (KKMU) unterschied- licher Branchen. In Zusammenarbeit mit der Industrie und Handelskammer (IHK) wurde die Resilienz der Kölner KKMU auf unterschiedliche Katastrophen sowie natio - nale und internationale Konflikte untersucht, um diese besser auf einen Katastrophenfall vorzubereiten. Insbesondere Klein- und Kleinstunternehmen können den oftmals hohen finanziellen Schaden sowie materielle Verluste und Personalabwanderung nach und während multipler Gefahrenlagen oder komplexer Krisen nicht abfedern und müs- sen den Betrieb einstellen. Dabei bilden KKMU das Rückgrat der kommunalen Wirt- schaft und tragen mit der Abdeckung zen - traler Bedarfe zur Versorgung von Gesell- schaften bei. Ein im Jahr 2022 entwickelter Leitfaden für KKMU-nahe Bedürfnisse hinsichtlich einer guten Vorbereitung für den Katastrophenfall soll mit einem Modellbezirk praxisnah und vereinfacht, also lebensnah, angepasst und umgesetzt werden. Hier kann das Institut für Schutz und Rettung einen wichtigen Bei - trag für den Bevölkerungsschutz im Sinne einer guten Katastrophenvorsorge leisten. 370/10 – Allgemeine Organisations angelegenheiten Umzug der Feuer und Rettungswache 5 Im Juli 2022 war es endlich so weit: Die Mitarbeiter*innen des Einsatzdienstes der Feuer- und Rettungswache 5 konnten in den fertig sanierten bzw. zum Teil neu errichte- ten Bauteil B1 am Standort Scheibenstraße umziehen. Der Umzug wurde in großen Teilen durch das Wachpersonal mit Unterstützung eines Umzugsunternehmens durchgeführt. Schon weit im Voraus wurde durch die Sachgruppe Allgemeine Organisationsangelegenheiten 370/10 in enger Abstimmung mit den zuständigen Mitarbeiter*innen der Wache und der Abteilung Neubauten die Einrich- tung geplant. Der überwiegende Teil der benötigten Einrichtung wurde über Rah- menverträge beschafft. Für die Ausstattung der verschiedenen Räumlichkeiten wie Büroräume, Aufenthaltsräume, Unterrichts- räume, Ruheräume und Spindräume wurden beschafft: • 37 verschiedene Schränke, beispiels- weise Schiebetürenschränke, Drehtüren schränke etc. • 9 höhenverstellbare Schreibtische (Büroarbeitsplätze) • 45 Tische verschiedener Größen • 13 Rollcontainer • 17 Whiteboards • 10 Bürodrehstühle • 101 Polsterstühle • 12 Hocker • 34 Betten inkl. Lattenrahmen, Matratzen und Auflagen • 2 Couches und 22 Sessel • 140 Bettspinde • 112 Alarmspinde • 5 Kleiderständer • 6 Umkleidebänke • 3 verschiedene Fitnessgeräte Für einige Einrichtungsgegenstände, wie etwa Alarmspinde oder Sportgeräte, besteht kein Rahmenvertrag. Daher muss - ten diese Gegenstände über Angebotsbei - ziehung beschafft werden. Hierfür wurden durch die Sachgruppe All- gemeine Organisationsangelegenheiten 370/10 Fachfirmen mit der Bitte um Abgabe eines Angebotes angeschrieben. Aber es ist nicht nur die Beschaffung von Gegenständen, die vorab geplant werden muss. Auch die tägliche Reinigung der Wache musste komplett neu strukturiert werden. In Zusammenarbeit der Sach - gruppe Allgemeine Organisationsangele - genheiten 370/10 mit den Kolleg*innen der Zentralen Dienste 1000 wurde jeder Raum neu vermessen und die Reinigungsinter- valle der einzelnen Räumlichkeiten wurden festgelegt. Betriebliches Vorschlagswesen Die Teilnahme am Betrieblichen Vor- schlagswesen der Stadt Köln war im Amt 37 auch im Jahr 2022 wieder sehr rege. Von insgesamt 23 Vorschlägen konnten durch die Sachgruppe Allgemeine Organisati- onsangelegenheiten bis zum Jahresende drei Anregungen mit entsprechenden Prä- mienvorschlägen dem Ausschuss für das Betriebliche Vorschlagswesen vorgelegt werden. Weitere fünf Vorschläge befinden sich noch in der Abstimmungsphase mit der jeweils zuständigen Fachabteilung, sodass hier noch kein endgültiges Votum der Dienststelle getroffen werden konnte. 280 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 281 Stellenplanangelegenheiten Ein hoher Arbeitsaufwand für die Sach - gruppe Allgemeine Organisationsangele - genheiten entstand durch den Bedarf an zusätzlichen Mehrstellen der Feuerwehr Köln, der in fast allen Bereichen das Stel- lenplanverfahren 2022 auszeichnete. Nach einem neu eingeführten Stellenplanver- fahren müssen erforderliche Mehrstellen grundsätzlich finanziell immer kompensiert werden – das bedeutet, es muss durch die Dienststelle eine Gegenfinanzierung einer Mehrstelle angeboten werden. Dies kann durch Wegfall von Tätigkeiten und Anbieten von freien, nicht mehr zu besetzenden Stellen geschehen, durch nachweisbare Einsparung von Sachmitteln, die mit einer Stellenzusetzung einhergehen oder eine Refinanzierung der Stellen über beispielsweise Gebühren. Bei allen anderen angemeldeten Mehr stellen, für die eine Kompensation nicht oder nur teilweise mög- lich war, wurde über den Verwaltungsvor- stand dezernatsweise ein begrenztes Mehr- stellenkontingent freigegeben, das nach Prüfung durch Dezer nat I, das Personal und Verwaltungs management und die Kämmerei einge setzt werden konnte. Insgesamt konnten auf diesem Weg rund 8,15 Mehrstellen für die Feuerwehr Köln finanziert und genehmigt werden. 370/11 – Personal und Gesundheitsmanagement Stellenbesetzungsverfahren und Beförderungen Das Personal- und Gesundheitsmanage - ment hat im Jahr 2022 insgesamt 62 interne Stellenbesetzungs- und Aufstiegsverfahren sowie BIII-Verfahren und Besetzung zweier Klassen für die verkürzte Ausbildung zum*zur Notfallsanitäter*in mit je 20 Mit- arbeitenden des feuerwehrtechnischen Dienstes der Berufsfeuerwehr Köln ange - stoßen und durchgeführt. Neben den dadurch herbeigeführten gleichwertigen Stellenwechseln konnten im Jahr 2022 insgesamt 151 Beförderungen vollzogen werden. Allein zur Beförderung der Mitarbeitenden wurden rund 300 anlassbezogene Leistungsbeurteilungen durch das Personal- und Gesundheitsma - nagement bei den entsprechenden Füh - rungskräften angefordert und bearbeitet. Einige der zahlreichen Beförderungen konn- ten in zwei Beförderungsveranstaltungen zusammengefasst werden, die durch das Personal- und Gesundheitsmanagement organisiert wurden. Beispielsweise sind am 22. Dezember 2022 bei einer der zentralen Beförderungsveran- staltungen in einer Fahrzeughalle des Führungs- und Schulungszentrums ins- gesamt 54 Feuerwehrangehörige von Amtsleiter Dr. Christian Miller befördert worden. Größtenteils handelte es sich bei den ausge sprochenen Beförderungen um eine Stellenanhebung auf Grundlage des KGSt-Gutachtens. KGStGutachten und erste Umsetzung Die Umsetzung des KGSt-Gutachtens Feuerwehr wurde mit großer Erwartung verfolgt. In enger Zusammenarbeit mit dem Personal- und Verwaltungsmanagement sowie der aktiven Beteiligung der betrof- fenen Bereiche konnte die Sachgruppe Allgemeine Organisationsangelegenheiten die ersten Ergebnisse erarbeiten. Die Betrachtung der Stellen im Einsatz- dienst der Berufsfeuerwehr wurde in soge - nannte Cluster eingeteilt, sodass nicht jede einzelne Stelle betrachtet, sondern eine Vielzahl von gleichgelagerten Stellen ein - heitlich bewertet wird. So wurde durch das Personalamt bereits im Jahr 2021 der Bereich Aus- und Fort- bildung in drei Clustern und der Bereich der Leitstelle in zwei Clustern einer Bewer- tungsprüfung unterzogen. Die Auswertung dieser Stellenüberprüfungen hat für die Mitarbeitenden in den genannten Bereichen zu erfreulichen Ergebnissen geführt, die sich in zahlreichen Stellenanhebungen widerspiegeln. In einem ersten Schritt wurden hierbei 39 Mitarbeitende der Leitstelle und der Abteilung Aus- und Fortbildung befördert. Elf weitere Mitarbeitende, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht die laufbahnrecht- lichen Voraussetzungen erfüllt haben, werden voraussichtlich im Laufe des Früh- jahrs 2023 auf Grundlage des KGStGut- achtens befördert. Insgesamt werden zur flächendeckenden Umsetzung des Gut- achtens bei der Feuerwehr Köln weit über 1.000 Stellen auf eine Stellenanhebung überprüft. „Die Beförderungen am heutigen Tag sind nur ein Zwischenergebnis bei der Umset- zung des KGSt-Gutachtens“, betonte Dr. Miller mit Blick auf die noch ausstehende Stellenüberprüfung in weiteren Bereichen der Feuerwehr Köln, darunter der Einsatz- dienst. „Mit der Umsetzung haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserer Reform der Feuerwehr Köln erreicht. Das konnte nur durch eine breite Unterstützung und das hohe persönliche Engagement der Beteiligten erreicht werden, die sich jeden Tag für die Weiterentwicklung der Feuer- wehr Köln einsetzen.“ Personalservice und Veranstaltungsmanagement Weiter wurden durch das Personal- und Gesundheitsmanagement 56 befristete Umsetzungen und 103 dauerhafte Umset- zungen innerhalb der Feuerwehr Köln durchgeführt. Die Zahl der Umsetzungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr ver- doppelt. Zusätzlich sind im Jahr 2022 insgesamt 58 Rotationsärzte und 18 Werk studenten eingestellt worden. 282 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 283 Zu der regulären Sachbearbeitung kommt unter anderem das Veranstaltungsmanage - ment für insgesamt acht Veranstaltungen zur Vereidigung junger Anwärter*innen sowie zur Begrüßung von neuen Auszubil- denden und denjenigen, die ein Freiwilli- ges Soziales Jahr bei der Feuerwehr Köln absolvieren. 370/12 – Vergabemanagement Im Jahr 2022 wurden neben der Beratung der Fachabteilungen in vergaberechtli- chen Fragen für den Bereich „Lieferungen, Leistungen und freiberufliche Leistungen“ dutzende Vergabeverfahren mit einem Auf- tragswert von mehr als 25.000 Euro (netto) durchgeführt. Die eingeleiteten Vergabeverfahren teilten sich wie folgt auf: • Verhandlungsvergaben • Verhandlungsvergaben ohne Teilnahme- wettbewerb zwischen 25.000 Euro und 100.000 Euro (netto) • öffentliche Ausschreibungen zwischen 100.00 Euro und 215.000 Euro (netto) • offene Verfahren ab 215.000 Euro (netto) • Inhouse-Geschäfte Das Gesamtvolumen dieser eingeleiteten Vergabeverfahren lag bei 25 Millionen Euro, wobei in dieser Summe die Vergabeverfah- ren für den Betrieb des Intensivhubschrau- bers nicht enthalten sind. Weiterhin waren die Auswirkungen der Coronapandemie sowie der Energiekrise aufgrund des Ukraine-Krieges und der damit einhergehenden gestörten Liefer- ketten und Preisanstiege stark spürbar. Zahlreiche Vertragspartner von in den ver- gangenen Jahren geschlossenen Rahmen - verträgen haben • Preiserhöhungen beantragt, • Produktänderungen gewünscht, • bestehende Verträge aufgekündigt. Hier mussten entsprechende Anträge rechtlich geprüft und Lösungen mit den Vertragspartnern zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und des Dienstbetriebes gefunden werden. Es handelt sich beispielsweise um folgende Verträge: • Lieferung von medizinischem Sauerstoff • Tubusverlängerungen für den Rettungsdienst • I-Stat-Kartuschen für den Rettungsdienst • Arbeitshosen, Tuchhosen und Blousonja- cken für die Feuerwehr • Desinfektionsmaterial für den Rettungsdienst • Bettwäsche • Jugendfeuerwehrhelme • SpO2-Sensoren für den Rettungsdienst • Lieferung von Ölbindemittel • Lieferung von Schnittschutzkleidung • Feuerwehrhelme und Ersatzteile Im Jahr 2022 ist im Rahmen der Digita - lisierung die stadtweite Umstellung auf ein modernes, intelligentes und medien- bruchfreies Vergabemanagementsystem erfolgt. Durch die Einführung des neuen Programms haben sich zum Teil die internen Abläufe bei Vergaben erheblich verändert. Der Einführungsprozess und die damit verbundenen Abstimmungen innerhalb der Feuerwehr und den übergeordneten städ - tischen Ämtern haben hier die vorhandenen Kapazitäten stark gebunden. Durch den Verkauf ausgesonderter Fahr- zeuge und sonstiger Gegenstände über die Plattform „Zoll-Auktion“ des Bundes konn - ten im Jahr 2022 beachtliche Erlöse erzielt werden, die im Ergebnis den festgelegten Schätzpreis eines immer einzuschaltenden Gutachters um fast 100 Prozent überschrit- ten haben. Es wurden beispielsweise verkauft: • Kastenwagen • Einsatzleitwagen • PKW • Aufblasbare Rettungszelte • Hochleistungslüfter • Rettungstransportwagen • Hydraulische Rettungssätze • Hydraulische Schneidgeräte • Hydraulische Rettungsspreizer • Werkstattkran • Rüstwagen • Hydraulischer Rettungszylinder • Hydraulische Winden • Tragkraftspritzen Der Wert aller Verkäufe lag laut der erstell- ten Schätzurkunden des beauftragten Gut - achters bei 58.430 Euro, der tatsächliche Erlös schließlich bei 115.240 Euro. 370/13 – Zentraler Bewerberservice der Berufsfeuerwehr Köln Personaloffensive / Personalwerbung Wie die meisten Feuerwehren in Deutsch - land, hat auch die Feuerwehr Köln mit starken Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Um mehr junge Menschen für den Feuer- wehrberuf zu begeistern, war die Feuerwehr Köln auch im Jahr 2022 auf verschiedenen Ausbildungs-und Jobmessen vertreten. Den Auftakt der Personalwerbung bil- dete die Messe „einstieg“ im Februar in Köln. Hier präsentierten Mitarbeiter*innen der Feuerwehr Köln nicht nur praktisch und anschaulich die verschiedenen Aus - bildungsmöglichkeiten, sondern vermit- telten über diverse Mitmach-Aktionen Erlebnisse und berufsnahe Erfahrungen. Die Auszubildenden der Stufenausbildung zeigten an zwei selbst gebauten Geräten, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten im handwerklichen Teil der Stufenausbildung vermittelt werden. 284 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 285 Auf der Atemschutz-Simulationsstrecke konnten die Besucher*innen am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, mit Schutzkleidung, Helm und Atemschutz- gerät auf dem Rücken durch eine enge und verdunkelte Röhre mit Hindernissen zu kriechen. Im Laufe des Jahres 2022 nahm der Bewer- berservice an fünf weiteren Ausbildungs- und Jobmessen in ganz NRW teil. Ein weiteres Highlight der Personalwerbung war der Tag der Feuerwehr am Standort Scheibenstraße. Mit dem Schwerpunkt Per- sonalwerbung und Ausbildungsinformation konnte die große Bandbreite des Leistungs- spektrums einer Großstadt-Feuerwehr präsentiert werden. Der Bewerberservice führte an diesem Tag zahlreiche Informationsgespräche und zeigte berufliche Perspektiven in der Kölner Feuerwehr auf. Dieser Tag hat auch bei den Besucher*innen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In zahlreichen Vorstellungsgesprächen erzähl- ten die Bewerber*innen vom eindrucks- vollen Besuch am Tag der Feuerwehr. Mehr zum Tag der Feuerwehr auch auf den Seiten 136–136. Recruiting und Auswahlverfahren Der Bewerberservice ist zuständig für die Personalgewinnung und die externen Auswahlverfahren der Berufsfeuerwehr Köln. Neben den Auswahlverfahren für die verschiedenen Ausbildungswege • Stufenausbildung Brandmeister*innen • Notfall-Sanitäter*innen • Brandmeister*innen • Brandoberinspektor*innen • Brandreferendar*innen führt der Bewerberservice die Auswahl- verfahren auch für das FSJ durch. Darüber hinaus ist der Bewerberservice für die externe Besetzung vakanter Stellen in allen Bereichen der Berufsfeuerwehr, auch in der Verwaltung und den verschiedenen Bereichen der Branddirektion, verantwort - lich und führt entsprechende Stellenaus - schreibungen und Auswahlverfahren durch. Im Jahr 2022 wurden durch den Bewerber- service rund 2.500 Bewerber*innen betreut und in weit über 40 Auswahlverfahren auf ihre Eignung geprüft. Daraus resultierte die Einstellung von mehr als 150 neuen Mitar- beiter*innen. Demografischer Wandel, sich verändernde Lebensmodelle und sich ver ändernde Anforderungen an Berufe werden den Fach- kräftemangel in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Der Bewerber service arbeitet mit Hochdruck an Konzepten, Ideen und weiteren Maßnahmen, um die Nachwuchs- gewinnung für die Feuerwehr Köln noch weiter zu verbessern. 370/20 – Finanzen und Satzungen Zu den wesentlichen Aufgaben im Finanzbe - reich gehören unter anderem alle Aufgaben im Zusammenhang mit dem Haushalts - kreislauf (Haushaltsplanung, Bewirtschaf - tung, Berichtswesen und Jahresabschluss). Der Haushaltsplan sah für das Jahr 2022 Erträge von rund 94,4 Millionen Euro, Perso- nalaufwendungen von rund 119,2 Millionen Euro und Sachaufwendungen von rund 69,7 Millionen Euro vor. Für Investitionen standen rund 43,8 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus ist der Bereich zuständig für die Kalkulation und Aufstellung der Gebüh - rensatzungen für Feuerwehr und Rettungs - dienst, welche die rechtlichen Grundlagen für den Großteil der Erträge der Feuerwehr Köln darstellen. Im Dezember 2022 wurde die Änderung der Rettungsdienstsatzung und der Luftrettungssatzung durch den Rat der Stadt Köln beschlossen (mehr dazu auch auf Seite 265). 370/21 – Gebührenfestsetzungen Im Bereich der Gebührenabrechnung wer- den die Einsatzberichte auf eine Kostener- stattungsmöglichkeit hin überprüft, wobei nicht alle Einsätze einem Kostenträger gegenüber abgerechnet werden können. Angehende Notfallsanitäter*innen demonstrierten an zwei Puppen Maßnahmen der Ersten Hilfe und zeigten die Patientenversorgung im Rettungswagen. Ein Reaktionstester, der elektrische, mechanische und hydraulische Elemente verbindet, wurde von den Besucher*innen ausgiebig genutzt. Die Aktion auf der Drehleiter war nichts für Men - schen mit Höhenangst. Gesichert durch unsere Höhenrettungsgruppe konnte eine Drehleiter bestie - gen werden. Nach dem Ausstieg aus dem Drehlei - terkorb in zehn Metern Höhe wurden die mutigen Besucher*innen abgeseilt. Der „heiße Draht“ war ebefalls bei den Besucher*innen sehr beliebt . 286 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 287 Etwa zehn Prozent der Einsatzberichte entfallen auf den Bereich Feuerschutz und Hilfe leistung, welche nach der Feuerwehr- satzung sowie der Feuerwehrgebühren- satzung der Stadt Köln abgerechnet werden. Bei den übrigen rund 90 Prozent der Ein- satzberichte handelt es sich um rettungs - dienstliche Einsätze, die nach der Rettungs - dienstsatzung der Stadt Köln abgerechnet werden. Über die Einsatzabrechnung wer- den rund 98 Prozent der Erträge der Feuer- wehr Köln generiert. 375 – Gefahrenvorbeugung Allgemeines Zur Abteilung 375 (Gefahrenvorbeugung) gehörten im Jahr 2022 rund 40 Kol- leg*innen. Bedingt durch Abgänge aufgrund von Pensionierungen wurde die eigentliche Personalstärke von 46 Kolleg*innen nicht erreicht. Am 1. November 2022 übernahm Dr. Daniel Leupold die Abteilungsleitung. Die Abteilung Gefahrenvorbeugung ist in einem eigenen Dienstgebäude auf der Neusser Landstraße 2 auf dem Gelände der ehemaligen „Glanzstoff“ untergebracht. Zu den Aufgaben von 375 gehören unter anderem: • gesetzlich vorgeschriebene (nach BHKG) Brandverhütungsschauen • wiederkehrende Prüfungen von Objekten, gemeinsam mit dem Bauaufsichtsamt der Stadt Köln • Stellungnahmen im Baugenehmigungsver- fahren gegenüber dem Bauaufsichtsamt • Stellungnahmen gegenüber Brandschutzsachverständigen • Brandverhütungsschauen bei Altbauten • brandschutztechnische Betreuung von Schulprojekten • Beantwortung von Bürger-, Architekten- sowie Ämteranfragen • Prüfung von Brandmeldeanlagen im Bestand und bei Neubau • Festlegung und Kommandierung von Sicherheitswachdiensten • Bearbeitung von brandschutztechnischen Belangen auf Kölner Stadtgebiet in enger Zusammenarbeit mit weiteren Ämtern der Stadt Köln • Prüfung und Freigabe von Feuerwehrplänen • Bearbeitung von brandschutztechnischen Belangen der Feuer- und Rettungswachen Brandverhütungsschauen (BVS) Brandverhütungsschauen werden nach gesetzlichen Kriterien auf der Grund - lage der Bauordnung NRW durchgeführt. Zu den festgelegten Kriterien gehören beispielsweise Hochhäuser, KiTas, Kin- dergärten, Versammlungs- und Verkaufs- stätten, Tiefgaragen, Feuerwehrzufahrten etc. In der Stadt Köln sind aktuell rund 12.000 brandschaupflichtige Teilobjekte vorhanden. Diese werden je nach baulicher Zu- und / oder Einordnung aufgrund der gesetzlichen Vorgabe spätestens alle sechs Jahre durch die Mitarbeiter*innen begangen. Im Jahr 2022 wurden 795 BVS, teilweise noch unter den Bedingungen der Corona- Schutzmaßnahmen, durchgeführt. Wiederkehrende Prüfungen (WKP) Wiederkehrende Prüfungen sind Brand- verhütungsschauen, die durch das Bauauf- sichtsamt terminiert werden und von der Feuerwehr im Rahmen der Amtshilfe beglei - tet werden. Wiederkehrende Prüfungen werden beispielsweise bei Großgaragen oder Hochhäusern ab 60 Meter Höhe terminiert. Im Jahr 2022 wurden 334 Ortstermine wahrgenommen und im System der Gefahrenvorbeugung schriftlich bearbeitet. Dies waren 124 Vorgänge mehr als noch im Coronajahr 2021. Brandverhütungsschauen ohne direkte Zuordnung Nach jedem Einsatz werden durch die Ein - satzkräfte Berichte erstellt. Hier haben die Einsatzkräfte die Möglichkeit, brandschutz - technische Mängel zu vermerken, die ihnen gegebenenfalls während des Einsatzes auf- gefallen sind. Dies kann beispielsweise sein, dass eine Feuerwehrzufahrt nicht entspre - chend den gesetzlichen Vorgaben genutzt werden konnte, Feuerwehraufzüge nicht den Vorgaben entsprachen, Brandmeldean - lagen nicht, wie vorgegeben, mit aktuellen Laufkarten versehen waren usw. Die auf diesem Weg gemeldeten Mängel werden dann durch die Abteilung Gefahrenvorbeu- gung bearbeitet. Im Jahr 2022 kamen rund 177 dokumentierte Vorgänge dieser Art zusammen. Geschäftszimmer Durch das Geschäftszimmer werden jähr- lich etwa 2.200 eingehende Anfragen von Bürger*innen, Hausverwaltungen, anderen Ämtern etc. entweder direkt beantwortet oder an eine*n Sachbearbeiter*in vermittelt. Darüber hinaus führt das Geschäftszimmer den Baunebenaktenbestand der Abteilung 375, in dem Ende 2022 Akten zu insgesamt 28.230 Objekten mit brandschutztech - nischer Relevanz hinsichtlich der gesetz- lichen Aufgabe der Brandschutzdienststelle geführt werden. Schulprojekte Im Dezember 2022 hat der Rat der Stadt Köln dem zweiten Maßnahmenpaket Schulbau (MPS), dem größten Schulbau- Programm in der Geschichte der Stadt Köln, zugestimmt und hiermit den Weg für beschleunigte Vergabeverfahren in Zusammenarbeit mit General- und Total- unternehmen (GU / TU) frei gemacht. Zwei Mitarbeiter*innen der Abteilung Gefahren- vorbeugung betreuen gesondert Schulpro - jekte, beispielsweise Neubauprojekte Kölner Schulen. Außerdem stehen sie für Bera - tungen respektive brandschutztechnische Abstimmungen mit den Bauherren zur Verfügung, begleiten Besprechungskonfe- renzen und führen, falls erforderlich, ent- sprechende Ortstermine durch. Im System der Abteilung Gefahrenvorbeu- gung sind derzeit 334 Objekte hinterlegt, die das Brandschutzkriterium „Schule“ haben. 288 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 289 Sicherheitswachdienst (SWD) Im Jahr 2022 fanden 1.129 Veranstaltungen statt, die durch 1.763 Kolleg*innen des Einsatzdienstes als Sicherheitswachdienst begleitet wurden. Diese Kommandierungen werden durch die Abteilung Gefahrenvor- beugung veranlasst. Altbau Im Jahr 2022 wurden 454 Altbaubrand - schauen durchgeführt. Feuerwehrpläne Durch die Abteilung Gefahrenvorbeugung werden Feuerwehrpläne für Objekte im Köl- ner Stadtgebiet überprüft und freigegeben, sodass sie durch den jeweiligen Eigentümer an den entsprechenden Stellen am Objekt für die Einsatzkräfte hinterlegt werden können. Mithilfe dieser Feuerwehrpläne können sich die Rettungskräfte im Einsatzfall in den jeweiligen Gebäuden zurechtfinden und die erforderlichen einsatztaktischen Maßnah - men durchführen. In den Plänen sind auch bestimmte im Objekt vorhandene, für die Einsatzkräfte relevante Informationen wie etwa besondere Gefahren durch Elektrizität oder gefährliche Stoffe und Güter vermerkt. KVBBetreuung für Brücken, Tunnel und Straßenbau Aufgrund der objektspezifischen Beson - derheit der Stadtbahnanlagen (U- bzw. Straßenbahn) wurde in der Abteilung Gefahrenvorbeugung eine Sonderaufgabe geschaffen. Zu den Aufgaben der Mit- arbeiter*innen gehören u. a. : • Ansprechpartner oder Kontaktperson für die KVB und das Amt für Brücken, Tunnel und Straßenbau für fast alle Fragen in Verbindung mit den KVB-Anlagen • Jährliche Brandverhütungsschau in den sechs Brandschauabschnitten der unterirdischen Verkehrsanlagen der Stadtbahnlinien • Stellungnahmen im Genehmigungsverfah - ren für KVB-Objekte in Verbindung mit den Verkehrswegen der Stadtbahn • Stellungnahmen im Genehmigungsverfah - ren für KVB-Objekte, die nicht zum Stadt - bahnnetz gehören (z. B. der Betriebshof Ost (BTF Ost) in Köln-Porz für Elektrobusse) • Prüfung und Stellungnahme bei Ände - rungen oder Neuanlage von Oberleitungen, Abspannseilen und Maststandorten im Plangenehmigungsverfahren • Regelmäßige Mitwirkung in der Arbeits - gruppe (Amt -69-, -375- und die KVB) Brandschutz in den unterirdischen Ver- kehrsanlagen der Stadtbahn. Stellungnahmen zu Bauvorhaben Im Jahr 2022 wurden 929 dokumentierte Stellungnahmen und / oder Beratungsge- spräche zu Bauvorhaben geführt. Brandmeldeanlagen Durch die Abteilung Gefahrenvorbeugung werden Überprüfungen der bei der Feuer- wehr Köln aufgeschalteten Brandmelde- anlagen (BMA) durchgeführt. Ende 2022 waren 1.952 BMA mit Aufschaltung auf die Leitstelle der Feuerwehr Köln hinterlegt. Im Jahr 2022 kamen rund 62 neue aufgeschal- tete / abgenommene Anlagen hinzu. Es wurden sogenannte Feuerwehrschlüs - seldepots (FSD-1) und Doppelschließungen im Kölner Stadtgebiet eingerichtet, wel- che die Zugänglichkeit für die Feuerwehr zu Objekten mittels eines eigenen, bei der Feuerwehr mitgeführten Schlüssels sicherstellen. Solche Schließungen sind in der Haupt- sache bei amtlichen Feuerwehrzufahrten nach §5 BauO NRW notwendig. Eine nicht unerhebliche Anzahl wurde auch bei Zugänglichkeiten für Objekte eingerichtet, wo es beispielsweise erforderlich ist, über einen amtlichen Feuerwehrzugang in den Innenhof oder auf die Gebäuderückseite mit Mannschaft und Gerät der Feuerwehr kom - men zu können. In der Stadt Köln gibt es rund 1.200 solcher Schließungen. Feuerwehrzufahrten In der Stadt Köln sind derzeit 3.943 amt - liche Feuerwehrzufahrten nach gesetzlichen Vorgaben der Bauordnung NRW vorhanden. Die Feuerwehrzufahrten dienen hauptsäch - lich der Sicherstellung der gesetzlich vorge - schriebenen zweiten Rettungswege mit den Mitteln der Feuerwehr (Menschenrettung), beispielsweise über Drehleitern, aber auch über tragbare Leitern. Im Jahr 2022 wurden 241 Vorgänge durch- geführt und dokumentiert. Gaststättenangelegenheiten Ab einer bestimmten Größe der Betriebe wird die Abteilung Gefahrenvorbeugung zu einer brandschutztechnischen Stellung - nahme angehört / beteiligt. Im Jahre 2022 kam es zu 39 Anfragen, woraus sich ins - gesamt 61 Vorgänge ergaben, die durch die Brandschutzdienststelle in brandschutz - technischer Hinsicht geprüft und im System dokumentiert wurden. Amt 66, auch Baustelleneinrichtungen Mit dem Amt -66- wurden diverse Ver- kehrsschwerpunkte unter dem Aspekt der Befahrbarkeit mit Fahrzeugen der Feuer- wehr sowie der Aufstellung der Drehleiter zur Menschenrettung im öffentlichen Stra - ßenland abgearbeitet. Messe Im Jahr 2022 fanden 29 Veranstaltungen in der Messe Köln statt. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauaufsichtsamt der Stadt Köln baurechtlich abgenommen. 290 Aus den Stabs stellen und Abteilungen 291 Veranstaltungen Im Jahr 2022 wurden durch die Abteilung Gefahrenvorbeugung rund 400 Veranstal- tungen brandschutztechnisch beurteilt und begleitet. Hierzu zählen unter anderem Großveranstaltungen wie Karneval, Sil- vester, Summer Jam, aber auch kleinere Veranstaltungen sowie die temporäre Nutzung auf öffentlichen Plätzen wie Weihnachtsmärkten. Etwa 210 Veranstaltungen, bei denen Pyro - technik eingesetzt wurde oder feuerge - fährliche Handlungen stattgefunden haben, wurden ebenfalls durch die Gefahrenvor- beugung bearbeitet. Feuerwehraufzüge Feuerwehraufzüge dienen den Einsatzkräf- ten als Unterstützung zur Brandbekämpfung in Hochhäusern. Sie werden entsprechend spezieller Vorgaben, die eine sichere Nut- zung auch im Brandfall ermöglichen, erstellt. Im Jahr 2022 waren 96 Feuerwehrauf- züge im Kölner Stadtgebiet dokumentiert. Gegenüber dem Jahr 2021 sind elf neue in Dienst genommene Feuerwehraufzüge in Kölner Objekten hinzugekommen. Brandschutzbeauftragte Stadthaus Zwei Kollegen von 375 versehen dauerhaft Aufgaben für das Stadthaus Deutz und Chorweiler, einer davon als Brandschutz- beauftragter. Trotz eigenverantwortlicher Tätigkeit stehen sie mit der Abteilung Gefahrenvorbeugung (VB) im ständigen Austausch und sind dem VB angegliedert. Anfahr und / oder Anleiterproben; Ortstermine Im Jahr 2022 wurden durch die Abteilung Gefahrenvorbeugung in Begleitung der jeweils zuständigen Feuer- und Rettungswa- che rund zehn Anfahrts- und Anleiterproben durchgeführt. Dabei wird direkt vor Ort überprüft, ob die Vorgaben der Bauordnung NRW entsprechend des baugenehmigten Zustandes umgesetzt bzw. vorhanden sind. Im Jahr 2022 wurden im gesamten 743 Ortstermine durch Mitarbeiter*innen der Abteilung Gefahrenvorbeugung wahrgenommen. © Lars Jäger Zahlen und Daten © Lars Jäger 294 Zahlen und Daten 295 Einsatz vs. Alarmierung Wenn irgendwo in Köln die 112 gewählt wird, werden die Anrufe in der Leitstelle von den sogenannten Disponent*innen entge- gengenommen: Mit den Worten „Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst. Wo genau ist der Notfallort?“ beginnt das sogenannte Notrufgespräch. Je nachdem, was der Anrufende nun schil- dert, entscheidet der*die Disponent*in, ob er*sie einen Einsatz eröffnet. Entscheidet er*sie sich dafür, beginnt die Disposition der Einsatzmittel gemäß des Alarmierungsstich - wortes. Für jedes Alarmierungsstichwort (beispielsweise „Feuer mit Menschenret- tung“, „Person hinter Tür“, „Verkehrsunfall“) sind Art und Anzahl der notwendigen Ein - satzkräfte und -mittel festgelegt. Auf den Wachen, in den Gerätehäusern oder digital per Funk werden nun die benötigten Einsatzkräfte über den Einsatz informiert. Sie haben ab Alarmierung 90 Sekunden Zeit, ihre persönliche Schutzausstattung anzu- legen und die Fahrzeuge zu besetzen. Die Zeit zwischen dem Abschluss der Alarmie - rung und dem Verlassen der Feuerwache oder des Gerätehauses ist die Ausrückezeit. Die Zeit zwischen der Notrufannahme und dem Eintreffen an der Einsatzstelle defi - niert die sogenannte Hilfsfrist. Innerhalb der „Hilfsfrist 1“ sollten zehn Einsatzkräfte in maximal 9,5 Minuten an der Einsatzstelle sein. Innerhalb der "Hilfsfrist 2" sollten weitere sechs Einsatzkräfte in weiteren maximal fünf Minuten vor Ort sein. So sind innerhalb von 14,5 Minuten 16 Kräfte am Unglücksort. Der eigentliche Einsatz umfasst schließlich alle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr – dazu gehören u. a. Erkunden, Retten, Evaku- ieren, Löschen, Nachalarmieren sowie der Einsatz von Material und Geräten. Schutzziele In Köln setzen sich die Schutzziele nach den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Lei - ter*innen Berufsfeuerwehren in Deutsch - land (AGBF) zusammen. Bei Brandereignis - sen spielt die sogenannte O.R.B.I.T.-Studie eine entscheidende Rolle: Seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts liegt mit der O.R.B.I.T.-Studie die Erkenntnis vor, dass in etwa 90 Prozent der Fälle eine Koh- lenmonoxid-Intoxikation und in zehn Prozent der Fälle ein Verbrennungsgrad die Todesur- sache bilden. Unumstritten ist die Tatsache, dass bei einer anhaltenden Einwirkung des Brandrauches aufgrund eines Brandereig - nisses auf eine Person deren Überlebens - chance innerhalb weniger Minuten deutlich sinkt. Eine Menschenrettung muss demnach so schnell wie möglich durchgeführt werden. Die wesentlichen Qualitätskriterien für ein standardisiertes Schadensereignis wur- den durch die AGBF Bund beschrieben: • Hilfsfrist • Funktionsstärke • Einsatzmittel • Erreichungsgrad Hilfsfrist 1: Eintreffen von zehn Einsatzkräften innerhalb von 9,5 Minuten nach Notrufeingang Beispiel Schutzziel Brandschutz Hilfsfrist 2: Eintreffen sechs weiterer Einsatzkräfte innerhalb von 5 zusätzlichen Minuten 296 Zahlen und Daten 297 Alarmierung Alarmierte Einsatzmittel rücken nicht immer aus oder brechen ihre Anfahrt zum Einsatz - ort teils auch ab. Das kann viele Gründe haben – meist aber bestellen die bereits am Einsatzort eingetroffenen Einsatzkräfte aufgrund der vorgefundenen Lage weitere alarmierte Einsatzmittel ab. Feuer und Rettungswache Notruf Rettungshubschrauber alarmiert (aber nicht ausgerückt) Einsatz Einsatzmittel wurden alarmiert, sind aus - gerückt und am Einsatzort eingetroffen. Der eigentliche Einsatz umfasst schließlich alle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, dazu gehören u. a. Erkunden, Retten, Evakuieren, Löschen, Nachalarmieren sowie der Einsatz von Material und Geräten. 298 Zahlen und Daten 299 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Notrufe 366.927 377.689 376.191 351.177 379.918 314.867 368.317 408.889 Vgl. Vorjahr / 2,9 % -0,4 % -6,6 % 8,2 % -17,1 % 17,0 % 11,0 % Quote Einsatz/Notruf 51,3 % 53,0 % 53,9 % 59,1 % 55,6 % 60,2 % 58,2 % 56,0 % Rettungsdienst RD Boden gesamt 172.716 181.215 183.339 189.180 193.011 173.914 195.345 209.663 Vgl. Vorjahr / 4,9 % 1,2 % 3,2 % 2,0 % -9,9 % 12,3 % 7,3 % RD Luft gesamt 2.535 2.402 2.275 2.131 1.795 1.560 2.211 2.708 Vgl. Vorjahr / -5,2 % -5,3 % -6,3 % -15,8 % -13,1 % 41,7 % 22,5 % Feuerwehr Brandschutz (BS) 1.881 1.938 2.108 2.461 2.051 2.030 1.685 2.218 BS Fehlalarm 2.000 2.549 2.818 3.095 2.996 2.320 2.931 3.673 gesamt 3.881 4.487 4.926 5.556 5.047 4.350 4.616 5.891 Vgl. Vorjahr / 15,6 % 9,8 % 12,8 % -9,2 % -13,8 % 6,1 % 27,6 % Quote Fehlalarm/Alarmierung 51,5 % 56,8 % 57,2 % 55,7 % 59,4 % 53,3 % 63,5 % 62,3 % Technische Hilfe (TH) 6.453 8.955 8.944 7.402 8.667 7.564 9.109 7.641 TH Fehlalarm 2.722 3.032 3.116 3.336 2.730 2.141 3.072 3.075 gesamt 9.175 11.987 12.060 10.738 11.397 9.705 12.181 10.716 Vgl. Vorjahr / 30,6 % 0,6 % -11,0 % 6,1 % -14,8 % 25,5 % -12,0 % Quote Fehlalarm/ Alarmierungen 29,7 % 25,3 % 25,8 % 31,1 % 24,0 % 22,1 % 25,2 % 28,7 % ABC (in TH enthalten) 767 1.091 1.081 976 963 815 1.041 1.015 Feuerwehr gesamt 13.056 16.474 16.986 16.294 16.444 14.055 16.797 16.607 Vgl. Vorjahr / 26,2 % 3,1 % -4,1 % 0,9 % -14,5 % 19,5 % -1,1 % gesamt 188.307 200.091 202.600 207.605 211.250 189.529 214.353 228.978 Vgl. Vorjahr / 6,3 % 1,3 % 2,5 % 1,8 % -10,3 % 13,1 % 6,8 % Brände und Explosionen 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Kleinbrände 1.810 1.856 2.011 2.354 1.934 1.887 1.623 2.118 Mittelbrände 71 75 94 104 113 126 54 67 Großbrände / 7 3 3 4 17 8 15 Gesamt 1.881 1.938 2.108 2.461 2.051 2.030 1.685 2.218 überörtliche Einsätze 1 4 23 24 22 9 5 18 Menschen gerettet 113 117 151 119 119 125 80 100 Menschen tot 2 1 4 3 1 7 4 3 Brandobjekte (Auswahl) Pflege und Betreuungsobjekte 58 88 81 117 49 42 65 60 Versammlungsobjekte 9 13 111 10 19 12 16 19 Unterrichtsobjekte 30 25 20 34 14 8 16 19 Hochhausobjekte / / / / 29 27 29 34 Verkaufsobjekte 20 29 23 36 21 20 22 19 Verwaltungsobjekte 34 50 44 63 20 10 12 13 Garagen 18 25 21 25 18 17 23 13 Gewerbeobjekte 60 55 63 79 126 108 92 112 Wohngebäude 601 697 811 888 780 699 696 719 Landwirtschaftliche Anwesen 3 4 3 8 9 13 11 9 Fahrzeuge 91 132 94 129 159 149 153 143 Vegetation 136 137 151 215 159 224 133 248 Sonstiges 832 687 809 881 642 657 391 801 Technische Hilfeleistung Gesamt 7.331 8.955 8.944 9.306 8.667 7.564 9.109 7.641 überörtlich Einsätze 38 71 45 94 55 51 23 60 Menschen gerettet 1.315 1.268 1.334 940 781 370 374 665 Menschen tot 144 128 118 134 115 89 94 108 Übersicht Alarmierungen Feuerschutz und Hilfeleistungen 300 Zahlen und Daten 301 Einsätze mit Menschen in Notlage (Auswahl) 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Aufzug 304 366 372 377 386 266 306 395 PBRUECKE (Person droht, von einer Rheinbrücke zu springen) 18 14 4 12 11 13 16 12 PEINGEKL (Person eingeklemmt) 36 25 28 33 21 20 24 17 PHAENGT (Person hat sich erhängt) 17 18 10 14 27 13 20 26 PRHEIN (Person im Rhein) 28 36 29 43 27 22 27 26 PSCHUETT (Person verschüttet) 1 / / 2 1 19 / 1 PSPRINGT (Person droht zu springen) 40 24 36 31 32 5 37 34 PSTRAB (Person unter Straßenbahn) 8 15 5 9 9 5 9 6 PSTROM (Person hat Stromschlag bekommen) 4 8 2 4 2 / 3 / PTUER (Person hinter verschlossener Tür) 1.103 1.128 1.222 1.189 1.001 941 1.255 1.437 PUBAHN (Person unter U-Bahn) / 2 3 / 1 1 / / PWASSER (Person in stehendem Gewässer) 2 6 5 1 1 3 5 5 PZUG (Person unter Zug) 14 12 9 14 11 8 9 13 Tier in Notlage 446 387 388 354 390 299 400 592 Bombe / / / / / 11 21 12 Betriebsunfälle 8 12 14 2 5 3 7 / Einstürze baulicher Anlagen / 1 / / 1 1 1 1 Verkehrsunfälle und -störungen 830 972 959 975 884 623 798 917 sonstige TH 1.999 1.931 1.937 2.055 1.913 1.770 6.171 1.970 ABCEinsätze Gasausströmungen 212 198 181 149 127 115 118 109 Ölunfälle 448 382 391 396 318 232 261 275 Ölspur / 418 404 356 421 360 573 548 Gefahrguteinsätze 106 93 102 73 94 75 89 64 ATF 12 14 18 16 12 33 38 35 Chemie 10 12 12 111 11 8 9 13 GSGklein 80 62 66 39 66 67 39 52 Messen 2 3 4 5 5 / 3 2 Blaus (Blausäure) 2 2 2 2 / / / / gesamt 767 1.091 1.081 976 963 815 1.041 1.015 Wasser und Sturmschäden 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 durch Sturm 346 211 147 790 832 119 198 419 durch Wasser 342 505 681 460 296 365 2.569 386 umgefallene Bäume 213 196 215 246 258 240 401 372 gesamt 901 912 1.043 1.496 1.386 724 3.168 1.177 Fehlalarmierungen (I+ II + III) Brand 2.000 2.549 2.818 3.095 2.996 2.320 3.124 3.673 Technisch 2.722 3.032 3.116 3.336 2.730 2.141 2.456 3.075 gesamt 4.722 5.401 5.689 6.431 5.726 4.461 5.284 6.748 I Blinde Alarme (Anscheinsgefahr, in gutem Glauben) GELFEU / / / / / / 296 283 BLAL Brandschutz 899 1.040 1.173 1.299 1.244 1.040 1.056 1.425 ABBEST Brandschutz 62 58 84 111 144 91 104 134 BLAL Technische Hilfe 2.014 2.092 2.122 2.466 1.980 1.580 1.845 2.415 ABBEST Technische Hilfe 691 780 811 852 747 549 605 654 gesamt 3.666 3.970 4.190 4.728 4.115 3.260 3.610 4.911 II Böswillige Alarme Brandschutz 39 33 21 27 15 28 13 25 Brandmeldeanlagen 14 28 23 15 15 20 22 23 Technische Hilfe 15 11 10 9 3 12 6 6 gesamt 68 72 54 51 33 60 41 48 III Fehlalarme in BMA 1.186 1.359 1.445 1.658 1.593 1.127 1.633 1.783 302 Zahlen und Daten 303 Alarmierungen 2021 FW1 FW2 FW3 FW4 FW5 FW6 FW7 FW8 FW9 FW10 FW14 RD12 RD16 RD17 RD18 RD19 RD21 ITH/ RTH gesamt 01 Feuer 1.930 1.288 1.064 964 1.259 530 460 707 671 2.091 236 44 21 14 69 83 43 8 11.482 01 Technische Hilfeleistung 1.712 1.245 1.033 1.095 1.719 724 771 2.010 1.120 1.242 353 110 48 23 116 203 83 111 13.718 02 Rettungsdienst 22.195 9.567 11.659 13.514 13.483 9.316 12.659 5.633 11.425 15.631 4.900 3.549 1.486 1.160 4.535 7.888 2.935 1.774 153.309 02 Verlegung 896 595 1.527 1.265 1.259 363 794 256 389 2.841 64 40 4 16 461 300 439 371 11.880 03 Sonderlage 28 28 20 40 28 29 13 34 29 14 18 / / / / / / / 281 gesamt 26.761 12.723 15.303 16.878 17.748 10.962 14.697 8.640 13.634 21.819 5.571 3.743 1.559 1.213 5.181 8.474 3.500 2.264 190.670 Alarmierungen 2022 FW1 FW2 FW3 FW4 FW5 FW6 FW7 FW8 FW9 FW10 FW14 RD12 RD16 RD17 RD18 RD19 RD21 ITH/ RTH gesamt 01 Feuer 2.178 1.357 1.230 1.072 1.288 565 559 822 810 2.313 239 26 15 15 51 67 39 10 12.656 01 Technische Hilfeleistung 1.820 1.395 1.090 1.187 2.001 763 830 2.447 1.212 1.298 382 122 49 24 112 216 86 125 15.159 02 Rettungsdienst 27.494 11.569 14.418 15.557 15.597 9.370 12.620 6.955 13.972 17.897 6.356 4.069 1.654 1.264 4.583 9.035 3.485 2.157 178.052 02 Verlegung 1.019 620 1.606 1.374 1.358 281 854 297 420 2.778 164 63 5 11 506 332 394 416 12.498 03 Sonderlage 28 27 16 21 18 10 8 9 12 20 6 / / / / / / / 175 gesamt 32.539 14.968 18.360 19.211 20.262 10.989 14.871 10.530 16.426 24.306 7.147 4.280 1.723 1.314 5.252 9.650 4.004 2.708 218.540 Fahrzeugbewegungen „mit Alarm“ 2022 FW1 FW2 FW3 FW4 FW5 FW6 FW7 FW8 FW9 FW10 FW14 RD12 RD16 RD17 RD18 RD19 RD21 ITH/ RTH gesamt Brandschutz und TH 6.999 4.231 3.242 3.377 4.685 2.050 2.177 4.188 3.164 6.154 862 / / / / / / / 41.129 Rettungsdienst 32.095 13.980 17.677 19.613 19.148 11.490 15.854 7.650 16.579 23.730 6.373 4.624 1.799 1.433 5.534 10.226 4.645 2.708 215.158 Alarmierungen Hilfeleistungs löschfahrzeug (HLF) 2022 1HLF1 1HLF2 HLF2 HLF3 HLF4 HLF5 HLF6 HLF7 HLF8 HLF9 HLF10 HLF14 gesamt 01 Feuer 1.296 1.183 445 838 719 533 407 401 641 586 927 225 8.201 01 Technische Hilfeleistung 747 676 733 710 733 632 613 607 644 960 770 313 8.138 02 Rettungsdienst 81 78 95 59 99 76 87 89 75 115 106 79 1.039 02 Verlegung 1 4 2 2 8 6 8 2 10 6 6 1 56 03 Sonderlage 7 6 10 6 5 8 2 4 1 6 5 5 65 gesamt 2.132 1.947 1.285 1.615 1.564 1.255 1.117 1.103 1.371 1.673 1.814 623 19.446 Alarmierungen Beamter vom Alarmdienst (BvA), Feuerwehrbeamter im gehobenen Dienst. 2022 BVA2 BVA5 BVA10 gesamt 01 Feuer 977 719 1.541 3.237 01 Technische Hilfeleistung 126 377 190 693 02 Rettungsdienst 76 58 133 267 02 Verlegung 38 16 29 83 03 Sonderlage 3 1 5 9 gesamt 1.220 1.171 1.898 4.289 Alarmierungen Oberbeamter vom Alarmdienst (OvA), Feuerwehrbeamter im höheren Dienst. & Alarmierungen Gerätewagen Atemschutz (GW A) 2022 OVA5 GWA 10 01 Feuer 243 467 01 Technische Hilfeleistung 249 42 02 Rettungsdienst 5 / 02 Verlegung / / 03 Sonderlage / / gesamt 497 509 Einsätze nach Wachen 304 Zahlen und Daten 305 Alarmierung "Status 3" * gesamt Brand TH** Fläche gesamt Brand TH** Fläche 2021 2022 37 Zündorf 35 8 2 25 13 7 2 4 47 Wahn-Heide-Lind 63 39 1 23 55 44 6 5 56 Worringen 91 18 10 63 42 13 6 23 57 Urbach 117 55 8 54 99 64 5 30 59 Strunden 99 24 10 65 53 28 8 17 66 Roggendorf 52 12 4 36 23 8 8 7 67 Porz-Langel 56 8 17 31 24 4 16 4 69 Holweide 157 78 13 66 109 75 8 26 74 Widdersdorf 70 9 8 53 21 7 1 13 75 Merkenich 58 22 6 30 59 35 11 13 76 Langel-Rheinkassel 55 17 5 33 43 22 8 13 77 Libur 44 19 1 24 38 32 3 3 79 Flittard 86 34 7 45 65 37 11 17 84 USD 31 4 8 19 18 4 10 4 85 Longerich 161 63 10 88 107 55 14 38 86 Fühlingen 173 73 23 77 76 47 9 20 87 Ensen-Westhoven 42 22 7 13 24 16 3 5 88 Heumar 96 30 9 57 55 20 16 19 89 Dünnwald 82 33 11 38 63 39 7 17 90 Kalk 243 184 20 39 184 125 25 34 92 Rodenkirchen 119 63 9 47 107 56 10 41 94 Lövenich 112 34 11 67 75 35 5 35 95 FMD 16 5 11 / 5 4 1 / 96 Esch 87 14 8 65 35 7 2 26 97 Eil 130 58 19 53 77 47 2 28 98 Brück 106 38 7 61 62 33 12 17 99 Dellbrück 106 28 12 66 60 30 12 18 gesamt 2.487 992 257 1.238 1.592 894 221 477 2022 Stichwort RTW KTW NEF INTERN 80.491 4.279 23.196 CHIRU 35.191 2.744 3.887 VERLEG 5.230 120 16 KIND 4.938 7 1.444 IVERLEG 3.162 12 2.508 PEINSATZ 2.551 7 928 GYNO 1.686 6 175 BABY 1.331 2 / PSYCH 983 322 210 SCHWER 149 2 34 SONST 8.119 303 2.870 Einsätze nach Löschgruppen Rettungsdienst Alarmierungen Rettungsdienst gesamt 2022 212.371 * Status 3: Der Einsatz wurde übernommen und das Fahrzeug ist ausgerückt. ** Technische Hilfe 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 RTWEinsätze 141.643 149.761 150.228 152.616 155.412 136.459 151.947 164.462 Vgl. Vorjahr / 5,7 % 0,3 % 1,6 % 1,8 % -12,2 % 11,3 % 8,2 % NKTW Einsätze / / / / / 2.619 7.135 10.850 Vgl. Vorjahr / / / / / / 172,4 % 52,1 % NEFEinsätze 31.073 31.454 33.111 36.564 37.599 34.836 36.263 34.351 Vgl. Vorjahr / 1,2 % 5,3 % 10,4 % 2,8 % -7,3 % 4,1 % -5,3 % RD Boden total 172.716 181.215 183.339 189.180 193.011 173.914 195.345 209.663 Vgl. Vorjahr / 4,9 % 1,2 % 3,2 % 2,0 % -9,9 % 12,3 % 7,3 % 306 Zahlen und Daten 307 Christoph Rheinland 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Primäreinsatz / / / / 214 208 353 524 Sekundäreinsatz / / / / 401 327 344 385 Fehleinsätze / / / / 50 55 123 166 gesamt 862 827 803 771 665 590 820 1.075 Christoph 3 Primäreinsatz / / / / 861 737 1.031 1.138 Sekundäreinsatz / / / / 22 13 14 7 Fehleinsatz / / / / 247 220 346 488 gesamt 1.673 1.575 1.472 1.360 1.130 970 1.391 1.633 Berufsfeuerwehr Männer Frauen gesamt Feuerwehrtechn. Dienst 1.346 21 1.367 Verwaltung Beamte 16 26 42 Verwaltung Beschäftigte 179 122 301 gesamt 1.541 169 1.710 Freiwillige Feuerwehr Einsatzabteilung 716 77 793 Unterstützungsabteilung 30 6 36 Ehrenabteilung 386 5 391 Anwärter*in Ausbildung 53 3 56 Feuerwehrmusik 20 8 28 Jugendfeuerwehr 350 87 437 gesamt 1.555 186 1 .741 Alarmierungen Luftrettung Personal gesamt 2022 Notrufe 355 Frauen 3.096 Männer 2022 408.889 2021 368.317 2020 314.867 2019 379.918 2018 351.177 2017 376.191 2016 377.687 2015 366.927 308 Zahlen und Daten 309 Personal Berufsfeuerwehr LG 1.2 feuerwehrtechn. Dienst Männer Frauen gesamt BMA A 7 104 4 108 BM A 7 369 9 378 OBM A 8 336 3 339 HBM A 9 293 / 293 HBM+Z A 9 + AZ 92 / 92 gesamt 1.194 16 1.210 Verwaltung Beamte StS A 6 1 4 5 StOS A 7 / / / StHS A 8 2 8 10 StAI A 9 m.D. 1 / 1 A 9+Z 1 / 1 gesamt 5 12 17 Beschäftigte Azubi Nots. 35 23 58 EG 2 1 2 3 EG 3 2 / 2 EG 4 / 2 2 EG 5 18 5 23 EG 6 12 8 20 EG 7 12 15 27 EG 8 1 6 7 EG 9 m.D. 4 1 5 Stufenausb. 19 / 19 FSJ 10 5 15 Not-SanBesch. 2 3 5 Praktikant 1 / 1 gesamt 117 70 187 LG 2.1 feuerwehrtechn. Dienst Männer Frauen gesamt BOIA 3 / 3 BI A 9 g.D. / / / BOI A 10 37 2 39 BA A 11 52 1 53 BAR A 12 27 / 27 BR A 13 g.D. 17 / 17 BR+Z A 13+Z 1 / 1 gesamt 137 3 140 Verwaltung Beamte StI A 9 g.D. 1 7 8 StOI A 10 2 2 4 StA A 11 4 2 6 StAR A 12 3 1 4 A 13 1 1 2 gesamt 11 13 24 Beschäftigte EG 9 g.D. 1 7 8 P 9 1 2 3 EG 10 17 5 22 EG 11 11 8 19 EG 12 3 3 6 EG 13 2 / 2 gesamt 35 25 60 310 Zahlen und Daten 311 LG 2.2 feuerwehrtechn. Dienst Männer Frauen gesamt Bref A 13 h.D. 3 / 3 BR A 13 h.D. 1 1 2 OBR A 14 5 / 5 BD A 15 4 1 5 Lt. BD A 16 1 / 1 Direktor der BF B 3 1 / 1 gesamt 15 2 17 Verwaltung Beamte StOVR A 14 / / / StVD A 15 / 1 1 gesamt / 1 1 Beschäftigte EG 13 / / / EG 14 1 2 3 EG 15 26 25 51 gesamt 27 27 54 Feuerwehrtechn. Dienst 1346 21 1367 Verwaltung Beamte 16 26 42 Verwaltung Beschäftigte 179 122 301 gesamt 1.541 169 1.710 Davon: Ärzt*innen 26 25 51 NotSan-Azubis 35 23 58 NotSan-Beschäftigte 2 3 5 Stufenausbildung 19 / 20 Werkstatthelfer 7 1 8 FSJ 10 5 15 Alter Beamte (feuerwehrtechn. Dienst) LGr. 1.2 LGr. 2.1 LGr. 2.2 Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen gesamt 18–27 Jahre 179 7 3 2 1 / 192 28–34 Jahre 339 4 21 1 3 1 369 35–39 Jahre 169 3 23 / 4 / 199 40–44 Jahre 141 2 20 / 3 1 167 45- 49 Jahre 91 / 15 / 2 / 108 50 -54 Jahre 128 / 29 / 1 / 158 55–59 Jahre 143 / 22 / / / 165 60–63 Jahre 4 / 4 / 1 / 9 gesamt 1194 16 137 3 15 2 1.367 Alter Beamte Verwaltungsdienst LGr. 1.2 LGr. 2.1 LGr. 2.2 18–27 Jahre 1 2 1 3 / / 7 28–34 Jahre / 3 / 4 / / 7 35–39 Jahre / 3 / 3 / / 6 40–44 Jahre / / / 2 / / 2 45- 49 Jahre 3 1 2 / / / 6 50 -54 Jahre 1 / 1 1 / / 3 55–59 Jahre / 3 4 / / 1 8 60–63 Jahre / / 3 / / / 3 ab 64 Jahre / / / / / / / gesamt 5 12 11 13 / 1 42 Alter Beschäftigte vergl. LG 1.2 vergl. LG 2.1 vergl. LG 2.2 18–27 Jahre 74 37 1 1 / / 113 28–34 Jahre 12 8 5 4 9 11 49 35–39 Jahre 6 / 5 3 6 5 25 40–44 Jahre 5 1 6 5 2 5 24 45- 49 Jahre 7 5 4 4 3 3 26 50 -54 Jahre 3 3 5 7 3 / 21 55–59 Jahre 6 9 5 2 1 1 24 60–63 Jahre 3 7 2 / 3 2 17 ab 64 Jahre / 1 1 / / / 2 gesamt 116 71 34 26 27 27 301 312 Zahlen und Daten 313 2021 2022 Männer Frauen gesamt Männer Frauen gesamt Einsatzabteilung 738 76 814 716 77 793 Unterstützungsabteilung 30 6 36 30 6 36 Ehrenabteilung 389 3 392 386 5 391 Anwärter*in Ausbildung 55 13 68 53 3 56 Feuerwehrmusik 20 8 28 20 8 28 Jugendfeuerwehr 310 74 387 350 87 437 gesamt 1.542 180 1.725 1.555 186 1 .741 Personal Freiwillige Feuerwehr Einsatzabteilung 793 Mitglieder / Männer 716 Mitglieder / Frauen 77 Unterstützungsabteilung 36 Mitglieder / Männer 30 Mitglieder / Frauen 6 Ehrenabteilung 391 Mitglieder / Männer 386 Mitglieder / Frauen 5 Anwärter*in Ausbildung 56 davon Männer 53 davon Frauen 3 Truppmänner/Truppfrauen 337 davon Männer 282 davon Frauen 55 Truppführer 213 davon Männer 199 davon Frauen 14 Gruppenführer 161 davon Männer 156 davon Frauen 5 Zugführer 37 davon Männer 37 davon Frauen / Verbandsführer ohne Stabsqualifikation / davon Männer / davon Frauen / Verbandsführer mit Stabsqualifikation 45 davon Männer 42 davon Frauen 3 Feuerwehrmusik 28 Einheiten der Feuerwehrmusik 1 Musiktreibende Züge davon Männer 20 davon Frauen 8 Altersstruktur der Musiker 28 6–10 Jahre / 11–17 Jahre / 18–27 Jahre 5 28–99 Jahre 23 Jugendfeuerwehr 631 Anzahl Gruppen 25 Jungen 533 Mädchen 98 Qualifikation (ohne Tarifbeschäftigte) Atemschutzgeräteträger 564 davon Männer – nur taugliche 520 davon Frauen – nur taugliche 44 Führerschein C1 / Klasse 3 127 davon Männer 123 davon Frauen 4 Führerschein C / Klasse 2 283 davon Männer 270 davon Frauen 13 © Lars Jäger 314 Zahlen und Daten 315 2017 2018 2019 2020 2021 2022 feuerwehtechnischer Dienst 8 6 10 16 19 21 Notärzt*innen** 21 18 20 21 19 25 Notfallsanitäterinnen/Azubis / / / / / 26 Verwaltung/Tarif Beschäftigte 56 55 70 81 86 97 BF gesamt 95 93 100 142 153 169 FF Einsatzdienst 42 47 70 79 76 77 FF sonstige* 13 9 15 17 30 22 JF gesamt 66 78 67 76 74 87 FF gesamt 121 134 152 172 180 186 Frauen in der Feuerwehr Köln 216 227 252 314 333 355 *Ehren-, Unterstützungsabteilung, Feuerwehrmusik, Anwärterinnen ** ohne Rotationsärztinnen Unfälle bei Einsätzen Berufsfeuerwehr Freiwillige Feuerwehr 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Verletzte Einsatzkräfte 38 28 26 47 31 40 19 16 13 9 16 8 Verletzte/Verunglückte (m) 36 28 23 45 28 39 18 14 11 9 14 7 davon tödlich verunglückt (m) / / / / / / / / / / / / Verletzte/Verunglückte (w) 2 / 3 2 3 1 1 2 2 / 2 1 davon tödlich verunglückt (w) / / / / / / / / / / / / Verletzte Einsatzkräfte außerhalb von Einsätzen / / / 33 45 28 4 2 18 5 10 1 Verletzte/Verunglückte (m) / / / 31 10 23 4 2 17 4 / / davon tödlich verunglückt (m) / / / / / / / / / / / / Verletzte/Verunglückte (w) / / / 2 10 5 / / 1 1 / 1 davon tödlich verunglückt (w) / / / / / / / / / / / / Frauen in der Feuerwehr Fahrzeuge Unfälle im Feuerwehrdienst / Verletzte Einsatzkräfte im Einsatzdienst Ressourcen (Stand: 3. April 2023) BF 2020 FF 2020 BF Köln 2021 FF Köln 2021 BF Köln 2022 FF Köln 2022 Löschboote 2 / 2 / 2 / Sonstiges Boot 5 1 5 1 5 1 Einsatzleitfahrzeuge ELW 1 6 / 6 / 6 / ELW 2 / 2 / 2 / 2 ELW 3 1 / 1 / 1 / KdoW 15 / 20 / 26 / MLW 1 / 1 / / / Hubrettungsfahrzeuge, An hängeleitern DLK 23 (auch DLK 23-12) 13 / 13 / 13 / Löschfahrzeuge HLF 20/16 6 / 6 / / / HLF 20 Strasse 11 / 11 / 24 10 LF 8/6 Straße / 12 / 12 / 3 LF 8/6 Allrad / 6 / 6 / 3 LF 10/6 Straße / / / / / / LF 10/6 Allrad / 1 / 1 / 1 LF 10 Strasse 1 10 1 10 1 10 LF 10 Allrad / / / / / 1 LF 16/TS / 1 / 1 / / LF 24 6 / 6 / / / LF 20 KatS / 9 / 9 / 11 Löschfahrzeug, sonstiges 2 / 2 / / / TLF 16/25 / 3 / 3 / 3 TLF 24/50 4 / / / / / PTLF 4000 8 / 12 / 12 / TroTLF 16 / / / / / / TSF-W mit Wasser / 5 / 5 / 5 MLF (auch StLF 10/6) / 1 / 1 / 1 316 Zahlen und Daten 317 Rettungsdienstfahrzeuge, Sanitätsfahrzeuge (einschl. Hubschrauber) BF 2020 FF 2020 BF Köln 2021 FF Köln 2021 BF Köln 2022 FF Köln 2022 RTW 86 / 86 / 87 / RTW Intensiv 2 / 2 / 2 / GRTW 1 / 1 / 1 / NEF 17 / 17 / 17 / RTH 1 / 1 / 1 / ITH 1 / 1 / 1 / Rüstwagen, Gerätewagen GW Atemschutz / Strahlenschutz 2 / 2 / 2 / GW G2 1 / 1 / 1 / GW Höhenrettung 1 / 1 / 1 / GW Messtechnik 1 / / / / / GW Wasserrettung 1 / 1 / 1 / GW Werkstattwagen 1 / 1 / 1 / GW Transport 1 / 1 / 1 / GW L1/L2 4 / 4 / 3 1 GW Sonstiger 4 2 4 2 4 2 GW Funk / / / / / 1 RW 1 1 3 1 3 1 1 RW 2 2 / 2 / 2 / Sonstige Fahrzeuge Kran 2 / 2 / 2 / KFZ Sonstiges 2 4 2 4 2 4 MTW/MTF 6 27 6 27 6 28 SW KatS / 1 / 1 / / WLF Sonstiges 6 / 6 / 6 / Gabelstapler 1 / 1 / 2 / Dekon-LKW P / 3 / 3 / 3 ABC-ErkKW / 2 / 2 / 2 PKW Straße 5 / 5 / 7 / Bus 1 / 1 / 1 / Krad / 4 / 4 / 4 Abrollbehälter 27 / 27 / 27 / Anhänger 10 10 10 10 10 10 gesamt 267 104 272 104 280 101 Fahrzeuge (ohne AB, AH, Gstabler, RTH) inkl. Krad 220 93 225 93 233 90 Finanzen Erlöse BF und FF RettD KatS Corona gesamt aus Einsätzen 1.320.427 94.264.699 / / 95.585.126 aus Dienstleistungen 583.896 / 413 / 584.309 Zuwendungen 504.224 / 50.000 / 554.224 sonst. Erlöse 877.300 72.126 249.563 265.344 1.464.333 Gesamterlöse 3.285.846 94.336.825 299.976 265.344 98.187.991 Kosten Personalkosten 96.607.036 33.066.838 843.423 84.438 130.601.735 Betriebskosten Fahrzeuge/ Geräte/Technik 4.673.815 4.161.374 604.980 2.628 9.442.797 Bauunterhaltung 895.149 797.004 391 857 1.693.401 sonst. (Betriebs-) Kosten 24.071.894 53.128.504 335.740 1.168.833 78.704.971 Gesamtkosten 126.247.895 91.153.720 1.784.535 1.256.754 220.442.904 Ergebnis (Kosten abzgl. Erlöse) 122.962.048 3.183.105 1.484.559 991.410 122.254.913 Investitionen Einzahlungen – investiver Zuschuss 2.147.354 Auszahlungen (investiv) für Baumaßnahmen 11.798.057 Auszahlungen (investiv) für Vermögensgegenstände 7.518.716 Ergebnis (Auszahlungen abzgl. Einzahlungen) 17.169.418 Buchwert der Feuerwehr 209.755.024 318 Zahlen und Daten 319 Zuordnung der Feuerwachen nach Gefahrenabwehrbereich (GAB) GAB I FW 1 (Innenstadt) FW 9 (Mülheim) FW 10 (Kalk) FF-Löschgruppe Dellbrück FF-Löschgruppe Brück FF-Löschgruppe Dünnwald FF-Löschgruppe Flittard FF-Löschgruppe Holweide FF-Löschgruppe Strunden FF-Löschgruppe Kalk FF-Umweltschutzdienst GAB III FW 2 (Marienburg) FW 3 (Lindenthal) FW 7 (Porz) FW 8 (Ostheim) FF-Löschgruppe Eil FF-Löschgruppe Ensen-Westhoven FF-Löschgruppe Heumar FF-Löschgruppe Libur FF-Löschgruppe Porz-Langel FF-Löschgruppe Rodenkirchen FF-Löschgruppe Urbach FF-Löschgruppe Wahn-Wahn - heide-Lind FF-Löschgruppe Zündorf FF-Fernmeldedienst Spielmannszug Porz-Langel GAB II FW 4 (Ehrenfeld) FW 5 (Weidenpesch) FW 6 (Chorweiler) FW 14 (Lövenich) FF-Löschgruppe Esch FF-Löschgruppe Fühlingen FF-Löschgruppe Langel-Rheinkas - sel FF-Löschgruppe Longerich FF-Löschgruppe Lövenich FF-Löschgruppe Merkenich FF-Löschgruppe Roggendorf/Then - hoven FF-Löschgruppe Widdersdorf FF-Löschgruppe Worringen Organigramm der Feuerwehr Köln 37 Berufsfeuer - wehr Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölke - rungsschutz/ Amtsleiter und Leiter der Feuerwehr 37/3 Strategie und Con - trolling 37/2 Kommuni- kation und Medien 37/1 Grundsatz - an ge legen- heiten der FF 370 Verwaltung 370/1 Organisation, Personal, Verga - bemanagement 370/2 Finanzen, Satzungen und Gebühren 375/2 Brandschauen, Stellungnahmen und Abnahmen in Wachbezirk 4, 5, 6 sowie Brand - meldeanlagen 375/3 Stellungnah - men, Brand- schauen und Abnahmen in Wachbezirken 2, 3, 7, 8 373 Gefahren - abwehr III Informations - systeme 373/1 Informations - verarbeitung 372 Gefahrenab - wehr II Technik und Gebäude 372/1 Technik 372/2 Neubauten und Bauunterhal - tung 375 Gefahren - vorbeugung 375/1 Brandschauen, Stellungnahmen und Abnahmen in Wachbezirk 1, 9, 10 sowie Brandschutz - beauftragte 376 Aus- und Fortbildung, Analytische Task Force 376/1 Aus- und Fortbildung 376/2 Analytische Task Force 371 Gefahrenab - wehr I zentrale Einsatz - organisation 371/1 Einsatzplanung, Leitstelle und Krisenmanage - ment 374 Rettungsdienst 374/1 Organisation 374/3 Ärztliche Aufsicht Aus- und Fort bildung 374/2 Notärzt licher Dienst, ärztliche Aufsicht, Rettungsdienst 37/4 Sicherheit 37/5 Geschäfts - zimmer der Amtsleitung 37/6 Institut für Schutz und Rettung der Feuerwehr Köln (ISR) 37/ 7 Klimawandel und Gefahren - abwehr (seit Sommer 2022) Kontakt Stadt Köln Berufsfeuerwehr, Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz Stabsstelle Kommunikation und Medien Scheibenstraße 13 50737 Köln Telefon 0221 9748-0 EMail presse.feuerwehr@stadt-koeln.de www.feuerwehr-koeln.de Inhaltliche Bearbeitung Dr. Christian Miller, Amtsleiter, Leiter der Feuerwehr Stabsstelle Kommunikation und Medien Die Oberbürgermeisterin Berufsfeuerwehr, Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz Stabsstelle Kommunikation und Medien Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Design Studio d_bilk Druck Buch- und Offsetdruckerei Häuser GmbH & Co. KG 13-JG/37/2/1.500/11.2023
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3818/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.11.2023
- Erstellt
- 17.11.2023 11:03