A-R/0005/2008
Soziale Verantwortung in der öffentlichen Daseinsvorsorge:
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Originalantrag
4641 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0005/2008 1 Antrag 09.01.2008 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 spdfrak@muenster.de www.spd-muenster.de Soziale Verantwortung in der öffentlichen Daseinsvorsorge: Sozialtarif bei Energie einführen Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Der Rat der Stadt Münster fordert die Geschäftsführ ung der Stadtwerke Münster GmbH auf, im Rahmen der anstehenden Reform der Tarifstru ktur die Einführung eines Sozialtarifs für Energie zu prüfen und dem Aufsicht srat der Stadtwerke Münster GmbH einen entsprechenden Beschlussvorschlag zu unterbre iten. Dieser Sozialtarif soll sich an folgenden Grundsätzen orientieren: 1. Der Sozialtarif wird auf der Grundlage des bishe rigen Allgemeinen Tarifs für Strom bzw. Heizgas/Gas und Fernwärme eingeführt. Im Rahmen des Sozialtarifs wird der Grundpreis nicht mehr erhoben, sondern led iglich der verbrauchsabhängige Arbeitspreis berechnet. 2. Der Personenkreis, an den sich das Angebot eines Sozialtarifs richtet, soll definiert werden durch das Kriterium einer Befreiun g von GEZ-Gebühren. Durch dieses Kriterium soll eine möglichst unbürokratisch e Prüfung der Anspruchsberechtigung erfolgen. Zugleich soll vermi eden werden, dass einkommensschwache Haushalte gegenüber ihrem Energi eversorger ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse detailliert offen legen müssen. 3. Der Sozialtarif beinhaltet auch eine verpflichte nde spezielle Energieberatung, die sich insbesondere darauf bezieht, wie Energie dauer haft und nachhaltig eingespart werden kann. Damit sollen sowohl zentral e klimapolitische Ziele erreicht werden als auch eine Kostenentlastung durch Energieeinsparung. 4. Der Sozialtarif wird zwischen den Stadtwerken Mü nster GmbH und den Anspruchsberechtigten jeweils für die Dauer von zwö lf Monaten vereinbart, danach wird die Zugehörigkeit zum anspruchsberechti gten Personenkreis durch entsprechende erneute Vorlage der Unterlagen überpr üft. Falls weiterhin die Befreiung von GEZ-Gebühren besteht, wird auch der S ozialtarif weiterhin gewährt, ansonsten wird dem Kunden/der Kundin ein A ngebot im Rahmen der allgemeinen Tarife unterbreitet. Antrag an den Rat Nr. A-R/0005/2008 2 Begründung: Die erhebliche Steigerung der Energiekosten hat bei vielen einkommensschwachen Haushalten zu erheblichen Mehrbelastungen geführt, so dass für Energie ein immer höherer Anteil des verfügbaren Einkommens ausgegebe n werden muss. Zugleich erhöht sich damit auch für die Stadtwerke damit die Gefahr dauerhafter Zahlungsausfälle, weil immer mehr Haushalte finanzi ell überfordert werden. Die Einführung eines Sozialtarifs im Rahmen der anstehe nden Tarifreform kann hier ein deutliches Signal setzen: Ein Unternehmen der öffen tlichen Daseinsvorsorge, das sich in kommunaler Hand befindet, sollte in besonderer W eise auch seiner sozialen Verantwortung für die Menschen in Münster gerecht w erden. Angesichts der Tatsache, dass inzwischen sogar die großen Energiemonopoliste n entsprechende Tarifmaßnahmen für ihre Kunden umgesetzt haben, sol lte gerade ein kommunales Unternehmern hier nicht hinter Wettbewerbern zurück stehen und sich seiner sozialpolitischen Verantwortung stellen. Die vorgeschlagene Tarifmaßnahme setzt dabei einen deutlichen Akzent: Durch den Ausbau der Energieberatung und die gezielte Integra tion entsprechender Beratungsleistungen soll eine Hilfestellung gegeben werden, wie durch Verbrauchsreduzierung und –optimierung eine dauerha fte Kostenentlastung für die betroffenen Haushalte erreicht werden kann. Zugleic h wird durch die Tarifstruktur (verbrauchsabhängige Kosten, keine Fixkosten) ein d eutlicher Anreiz in diese Richtung gesetzt. Die Entlastung erfolgt ausschließlich über die Grundgebühr, so dass hier ein planbarer Fixbetrag an jährlicher Entlastung erreic ht wird, der über Energieeinsparung erhöht werden kann. Der Sozialtarif stellt auch eine Maßnahme dar, die dazu geeignet ist, die Akzeptanz der Stadtwerke als lokaler Energieversorger mit soziale r Verantwortung in der Stadtgesellschaft stärker zu verankern und die Stad twerke ggf. positiv von den allgemeinen Energiepreissteigerungen abzugrenzen. Dr. Michael Jung Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer Ralf Hubert Anne Schulze Wintzl er Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Hedwig Chudziak Gaby Kubig-Steltig Beate Vilhjal msson Philipp Gabriel Kurt Pölling Holger Wigger Beanka Ganser Karsten Rahn Karl-Heinz Winter Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0005/2008
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 05.02.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37