AN/0591/2018
Bürgerbefragung Ost-West-Achse
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Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle
III/III
Vorlagen-Nummer
AN/0591/2018
Stand: 08.10.2025
Sachstandsbericht
Bürgerbefragung Ost-West-Achse
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt, darzustellen wie die Bürgerinnen und Bürger im Anschluss an
das derzeit laufende öffentliche Beteiligungsverfahren zur „Verstärkung der Ost-West-Achse
des Kölner Stadtbahnnetzes“ in eine Entscheidung eingebunden werden können, sofern der
Rat dies beschließen würde. Dazu sind zu betrachten:
Die Möglichkeit eines Ratsbürgerentscheids gemäß Gemeindeordnung NRW in Verbindung
mit der Satzung der Stadt Köln über die Durchführung von Bürgerbegehren, Bürgerentschei-
den und Ratsbürgerentscheiden,
Die Möglichkeit einer Einwohnerbefragung ähnlich der Einwohnerbefragung zum Ausbau
des Hafen Godorfs im Jahr 2011,
Dabei ist auch die Frage des Zeitpunkts einer Bürger*innen-entscheidung in Abhängigkeit
von der Prüfung der in Diskussion stehenden Varianten zu prüfen,
Die Erfahrungen mit erfolgten bzw. laufenden Beteiligungsverfahren, wie z.B. Mülheim Süd,
Parkstadt Süd und Deutzer Hafen.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Im Anschluss an die in den Jahren 2017 und 2018 durchgeführten Beteiligungsverfahren hat
der Rat der Stadt Köln die Verwaltung beauftragt dem Rat zur Kapazitätserweiterung auf der
Ost-West-Achse einen Planungs- und Bedarfsfeststellungsbeschluss für den gesamten Stre-
ckenverlauf von Weiden-West bis Bensberg (Linie 1) sowie den betroffenen Abschnitt der Li-
nie 9 vorzulegen. Es wurde beschlossen, dass sowohl eine rein oberirdische als auch eine
rein unterirdische Variante für den Bereich zwischen dem Eisenbahnring und dem Heumarkt
geplant werden soll.
Dieser Beschluss bedeutete, dass zum damaligen Zeitpunkt noch keine Entscheidung zwi-
schen den beiden Alternativen getroffen werden musste und es somit auch keinen Grund für
die Durchführung eines der genannten Verfahren gab.
2
Nächste Schritte:
-
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
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Gem. Antrag nach § 3 (GUT)
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Ratsgruppe GUT Freie Wähler Köln Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus, Köln Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 18.04.2018 AN/0591/2018 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 03.05.2018 Bürgerbefragung Ost-West-Achse Sehr geehrte Oberbürgermeisterin, die Antragsteller bitten Sie folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Kölner Ratssitzung am 3. Mai 2018 zu setzen. Beschluss: Der Rat der Stadt Köln bittet die Verwaltung zu prüfen, wie eine Bürgerbefragung zum Thema "Ver- stärkung der Ost-West-Achse des Kölner Stadtbahnnetzes" durchgeführt werden kann. Dabei sind folgende Punkte zu beachten: 1. Erfahrungen aus der letzten Bürgerbefragung zum möglichen Ausbau des Godorfer Hafen sol- len berücksichtigt werden. 2. Auf ein Quorum soll verzichtet werden. 3. Die Befragung richtet sich an alle Kölner Einwohner*innen über 16 Jahren. 4. Die Ergebnisse der aktuellen Bürgerbeteiligung zur Ost-West-Achse sollen in die Befragung einfließen. 5. Kölns Einwohner*innen sollen zwischen zwei Varianten entscheiden können. Neben einer Lö- sung mit Tunnel, soll auch eine Lösung die auf einen Tunnel verzichtet zur Auswahl stehen. 6. Es ist ein Bürgerbefragungsverfahren zu wählen, das repräsentativ, dabei aber möglichst günstig ist. 7. Eine Selbstverpflichtung des Rates, das Ergebnis der Befragung umzusetzen, ist anzustreben. 8. Das Ergebnis der Prüfung soll dem Rat vor der Sommerpause vorgelegt werden. Die Bürger- befragung soll vor dem angestrebten Termin der Beschlussfassung des Rates zur "Ost-West- Achse" erfolgen. Begründung: - 2 - Der geplante Ausbau der sogenannten Ost-West-Achse des Kölner Stadtbahnnetzes wird Köln über Jahrzehnte hinaus beschäftigen. Damit meinen wir nicht nur den Bau selbst, sondern auch die Aus- wirkungen auf Kölns Mobilität. Ist die Entscheidung für eine Variante erst einmal gefallen, und die Finanzierung gesichert, sind Alternativen obsolet – die beschlossene Option wird das Stadtbahnnetz in Zukunft entscheidend prägen. Eine Entscheidung dieser Tragweite sollte nach unserem Erachten nicht vom Rat alleine getroffen werden. Die Empfehlung der Bürgerbeteiligung wird am Ende zwar mit ein Argument in der stadtwei- ten Debatte vor dem Ratsbeschluss sein, aber eben nur eine Empfehlung. Dafür, dass der Rat dieser Empfehlung einfach folgen sollte, ist das gewählte Verfahren der Bürgerbeteiligung nicht repräsenta- tiv genug. Auch die Methodik, wie die beteiligten Bürger*innen zu einer Empfehlung kommen sollen, erscheint uns intransparent. Die eindeutige öffentliche Festlegung auf Tunnellösungen, wie die der Oberbürgermeisterin, sowie der Beigeordneten für Verkehr erweckt zudem den Eindruck, dass das Verfahren leider nicht "ergebnisoffen" ist. Die am 10. Juli 2011 durchgeführte Einwohnerbefragung zum Godorfer Hafen gilt für viele als ge- scheitert, die Antragsteller sehen dies nicht so. Es hatten sich zwar immerhin 130.400 Einwoh- ner*innen beteiligt, in Prozenten war die Teilnahme der berechtigten Einwohner*innen mit stadtwei- ten 14,8% allerdings gewiss nicht hoch. Doch der Ausbau eines Hafenbeckens in Godorf hatte eben für viele Einwohner*innen Kölns auch nicht die stadtweite Bedeutung. In den Stimmbezirken in der Nähe des Godorfer Hafens wurden jedoch Teilnehmerquoten bis zu 48,5 % registriert. Bei einer Be- fragung zur Ost-West-Achse ist stadtweit eine wesentlich höhere Beteiligung zu erwarten, da die Entscheidung ob "oben" oder "unten" wesentlich mehr Einwohner*innen betreffen wird und somit bereits heute auch interessiert. Der entscheidende Grund für das vermeintliche "Scheitern" der Godorf-Befragung war jedoch das Nicht-Erreichen eines Quorums. Mindestens 10% der Befragten sollten für Ja oder Nein stimmen. Die Gegner des Hafenausbaus lagen zwar mit 55,9% zu 44,1% deutlich vorne, es stimmten aber von allen möglichen Teilnehmer*innen lediglich 8,3% gegen den Hafenausbau – die 10%-Hürde wurde also verfehlt. Der Rat fühlte sich zu Recht nicht an seine freiwillige Selbstverpflichtung gebunden, und stoppte den Hafenausbau nicht. Bei einer Befragung zur Ost-West-Achse im Jahr 2018 glauben wir jedoch zum einen an eine wesent- lich höhere "Wahlbeteiligung" als noch 2011, ein 10%-Quorum würde mit Sicherheit erreicht. Zum anderen hätte ein Verzicht auf ein Quorum einen entscheidenden Vorteil: Die Aussicht, dass der Aus- gang der Befragung auf jeden Fall umgesetzt wird, garantiert eine engagierte öffentliche Debatte, und führt voraussichtlich zu einer höheren Beteiligung. Die Einschätzung, dass die Fragestellung für Kölns Einwohner*innen zu kompliziert sei, und sie es daher wünschen, dass der Rat diese Angelegenheit entscheidet, teilen wir nicht. Auch für meist eh- renamtliche Ratsmitglieder ist dieses Thema zu komplex, und der Großteil verlässt sich (vollkommen legitim) auf Empfehlungen der jeweiligen Experten. In Kölns Stadtgesellschaft gibt es zudem nicht nur Laien in diesen Fragen, sondern auch viele, die beruflich mit Verkehrsfragen beschäftigt sind und zum Meinungsbildungsprozess der Einwohner*innen wichtige Argumente beisteuern können. Die oben erwähnte Relevanz der Entscheidung "oben" oder "unten" lässt uns zu dem Schluss kom- men, dass es ein positives Signal wäre, zumindest zu prüfen, ob eine Einwohner*innenbefragung in diesem Fall sinnvoll ist. Gez. Thor Zimmermann Gez. Walter Wortmann Ratsgruppe GUT Einzelmandatsträger FWK
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: für das Digitale Berichtswesen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0591/2018
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (GUT)
- Datum
- 18.04.2018
- Erstellt
- 18.04.2018 13:36