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2212/2019

Sachstand zu den Beschlüssen der Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 21.06.2019

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Nächste Beratung: Ausschuss Kunst und Kultur, Sitzung am 25.06.2019, TOP 10.3

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

11965 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/VII/2 
 
Vorlagen-Nummer  21.06.2019 
 2212/2019 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 25.06.2019 
 
Sachstand zu den Beschlüssen der Sichtbarmachung von Karl Marx und Heinrich Böll 
Anfrage von Professor Schäfer (SPD-Fraktion) 
Wie ist der Sachstand Umgang mit Karl Marx und der fehlenden Plakette am VHS-Haus? 
 
 
Antwort der Verwaltung: 
Gemäß der Anträge AN/1860/2017 und AN/0620/2018 sollen Karl Marx und Heinrich Böll im Stadtbild 
sichtbar gemacht werden und entsprechende Konzepte dazu entwickelt werden. Hierzu hat die Ver-
waltung in enger Abstimmung mit den beteiligten Parteien ein Vorkonzept entwickelt, dessen Umset-
zung auf der einen Seite die handelnden Akteure, wie etwa den Kunstbeirat, das Böll-Archiv und das 
Stadtmuseum einschließt und zum anderen aber auch die Bereitstellung finanzieller Mittel zur Durch-
führung der notwendigen Wettbewerbe erforderlich machen wird. Darüber hinaus hat die Verwaltung 
auf eine strikt separate Erarbeitung der Themen, als ein hervorstechendes Ergebnis der Vorgesprä-
che verzichtet, da alle Beteiligten davon ausgehen, dass diese Sichtbarmachung zusammen gedacht 
und konzeptionell gemeinsam bearbeitet werden muss. 
 
Auszug aus dem Antrag zur Sichtbarmachung von Karl Marx: 
 
Aus Anlass des 200. Geburtstag des großen und international bekannten und einflussreichen Philo-
sophen, Ökonomen, Gesellschaftstheoretikers, politischen Journalisten und Flüchtlings Karl Marx am 
05.05.2018 beschließt der Rat der Stadt Köln, Karl Marx in Köln dauerhaft sichtbar zu machen und 
dazu folgende Maßnahmen durchzuführen: 
(I) Die im Jahr 1983 vom Rat der Stadt Köln beschlossene und 1989 entwendete Gedenktafel an der 
Cäcilienstraße 37 (VHS) wird erneuert. 
(II) Der Rat beauftragt die Verwaltung mit der Entwicklung eines Konzepts, wie am geeignetsten im 
öffentlichen Raum an Karl Marx erinnert werden kann. Dabei sollen die wichtigsten Orte seines Le-
bens und Schaffens in Köln in den Jahren 1842 bis 1849 eine besondere Würdigung erfahren. Zudem 
soll hierzu ein Wettbewerb, zum  Beispiel in Form eines Einladungswettbewerbs, durchgeführt wer-
den, in dem der Kunstbeirat, Vertreter/innen der im Ausschuss Kunst und Kultur stimmberechtigten 
Ratsfraktionen, das Kölnische Stadtmuseum und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) einbezo-
gen werden sollen.  
 
Ganz ähnlich, wie in II. formuliert, lautet auch der Auftrag der Sichtbarmachung von Heinrich Böll im 
Stadtbild. 
 
zu I: Die Wiederanbringung der Plakette war zunächst aufwendiger als gedacht. Anfragen beim 
Stadtkonservator, beim Rheinischen Bildarchiv und bei der Gebäudewirtschaft brachten kein zufrie-
denstellendes Ergebnis, da keine der Institution über ein qualitativ ausreichendes Material zur Repro-
duktion der Plakette verfügt. Vielmehr bedurfte die Rekonstruktion einer aufwändigen Recherche. 
Darüber hinaus steht die Kulturverwaltung in enger Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft hinsicht-
lich der Anbringung und der Kostentragung. Die Gebäudewirtschaft hat darauf hingewiesen, dass sie

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rechtlich zur Anbringung der Plakette nicht verpflichtet ist. Die Kulturverwaltung geht jedoch davon 
aus, dass hierzu eine tragfähige Lösung gefunden wird. 
 
Zu II: Die Verwaltung hatte sich in einzelnen Projekten, die jeweils von verschiedenen Stellen an sie 
herangetragen wurden, bereits intensiv mit Realisierungsmöglichkeiten zur Sichtbarmachung be-
schäftigt. Dies geschah immer vor dem Hintergrund einer möglichen Einbindung in das vom Rat ge-
wünschte, und von der Verwaltung zu erarbeitende Konzept einer stadtweiten Sichtbarmachung von 
Marx und Böll. 
Unter anderem gab es Begehungstermine in Köln Kalk und Treffen mit dem Künstler Klaus Kammer-
ich. Die avisiert und seitens der Verwaltung verhandelte potenzielle Schenkung von drei Marx-
Statuen wurde leider seitens des Künstlers im ersten Quartal 2019 zurückgezogen. 
Für die Ausschreibung des Konzeptes soll auch der Vorschlag einer Lichtinstallation des ehemaligen 
Stadtkonservator Dr. Krings weiter verfolgt werden, der darauf hingewiesen hat, dass Köln seit 1995 
in der glücklichen Lage ist, an den vier Fassaden des nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebau-
ten imposanten Ratsturms die stattliche Anzahl von insgesamt 124 Skulpturen präsentieren zu kön-
nen, die mit der Geschichte der Stadt in einem - cum grano salis - positiven Verhältnis gestanden 
haben. Die Figur des Karl Marx steht an der Südfassade im 2. OG und hat die lfd. Nr. 78. Der Bild-
hauer war Helmut Moos (geschaffen 1988), die Stiftung stammte von der SPD, Unterbezirk Köln. Die 
Südfassade ist besonders aus der Piazetta heraus gut zu sehen. Positiv hervorzuheben ist, dass in 
unmittelbarer Nachbarschaft sich unter anderem auch die Skulpturen von Heinrich Böll oder beispiel-
weise Jacques Offenbach befinden und sich zu bestimmten Anlässen immer mal wieder einzelne 
Skulpturen durch besondere Licht-Installationen aus dem Ensemble der 124 Turm-Figuren heraushe-
ben würden. Das dürfte gestalterisch heute, wenn gleich technisch aufwändig, durchaus machbar 
sein. Und die Frage einer prominenten Ehrung unserer verdienten Vorfahren wäre ebenfalls in gewis-
ser Weise gelöst - wenngleich auch nur punktuell und zentral verortet. 
 
Ein weiteres Beispiel wäre die Erarbeitung eines speziellen Marx-Stadtrundganges. Dies ist allerdings 
ein örtlich begrenzter Ansatz. 
Diese und einige mehr Ideen hatten jedoch immer nur einen Einzelaspekt zur Sichtbarmachung im 
Stadtbild im Fokus. Dennoch musste und wollte sich die Verwaltung mit diesen Ideen auseinander-
setzen und schauen, ob und in wie weit diese in ein Vorkonzept für einen Wettbewerb einfließen 
könnten. Dasselbe gilt für die Sichtbarmachung von Heinrich Böll. Hier liegt momentan die Idee einer 
Anwohner-Initiative im direkten Umfeld von Bölls Geburtshaus zur Errichtung einer Böll-Bronzebüste 
vor. Auch hier wird der Kontakt zur Initiative gesucht und Erklärungs- sowie Unterstützungsarbeit ge-
leistet. 
 
Das grundsätzliche Problem bei dem Antrag ist das relativ unbestimmte Ziel der Sichtbarmachung, 
auf das ein etwaiges Konzept zugeschnitten sein soll. Hier stellten sich seitens der Verwaltung einige 
Fragen: 
Der Ort: Lehnt sich das Konzept an einer Lebens- und Wirkungsstätte einzelner, historischer Perso-
nen an oder ist eine gesamtstädtische Lösung, auch unabhängig von Orten, geboten? 
Die Art: Ist ein künstlerischer Ansatz zielführend oder orientiert man auch hin zu anderen, vielleicht 
digitalen, oder technischen, oder der Stadterkundung dienenden Lösungen? 
Der Inhalt: Soll nur die Person ohne weitere, tiefergehende Information dargestellt werden oder will 
man etwas über das Leben und Schaffen dieses besonderen Menschen mittransportieren?  
Natürlich muss das Konzept Antworten auf diese Fragen geben und den Weg für die von der Politik 
im Antrag definierte Lenkungsgruppe ebnen. 
 
Das Planungsreferat hat, noch vor der Einberufung einer Wettbewerbsjury, grundlegende Überlegun-
gen angestellt, welche Chancen die Stadt bei einer solchen Konzeption nutzen kann.  
Hierzu wurde beispielsweise der Kunstbeirat befragt, wie und ob er sich hier eine künstlerische Reali-
sierung vorstellen kann. Es wurde deutlich, dass die Idee eines solitären Kunstwerkes in Form einer 
Statue, Skulptur, Büste oder ähnlichem, dem Auftrag an die Verwaltung nicht gerecht würde. Die Fra-
gestellung der zu bespielenden Stadtfläche im Widerspruch zur Einzelverortung von künstlerischer 
Intervention wurde aufgeworfen. Ebenso wurde hinterfragt, ob hier Kunst überhaupt das geeignete 
Mittel sei. 
Mit dem Böll-Archiv wurde ebenfalls ein Gesprächstermin vereinbart, indem Frau Dr. Ewenz zwar 
eine weitere erkennbare Wegmarke für Böll im urbanen Raum begrüßt, sich dennoch eine gesamt-

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heitliche Lösung zur dauerhaften Bespielung und Sichtbarmachung aller verdienter Töchter und Söh-
ne Kölns wünscht. Denn im umfassenden Reigen dieser Prominenz erfährt das Wirken und Schaffen 
jedes Einzelnen eine breitere Kenntnisnahme und höhere Wertschätzung als bei jeder und jedem 
Einzelnen für sich allein genommen. Eine Gruppierung, gegenüber der Vereinzelung, ließe die Stadt 
Köln, als Heimat und Werkort so vieler historisch wichtiger und erfolgreicher Menschen, in besonde-
rem Licht erscheinen. 
In zahlreichen Gesprächen mit Vertretern der Kunstszene wie auch der Verwaltung, wurde immer 
wieder der Aspekt des Zeitgemäßen und des Modernen aufgeworfen. Der Hinweis auf die digitale 
Lebenswelt und ihre Nutzung gerade auch der jungen Generationen wurde immer wieder gegeben. 
Ebenso die Notwendigkeit des Erlebbaren, welche der Statik und der örtlichen Beschränktheit oft ent-
gegenläuft, wurde als unbedingter Faktor für ein Konzept zur Sichtbarmachung historischer Promi-
nenz aufgeführt.  
Dies bedeutet für die Verwaltung bei der Befragung innerhalb eines Ideenwettbewerbes, dass eine 
Sichtbarmachung im Bereich digitaler Möglichkeiten eine brauchbare und verlässliche Möglichkeit 
darstellt. Augmented Reality (AR), also die Sichtbarmachung im digitalen Raum mit modernen Endge-
räten (Smartphones, Tablets, etc) ist hier sicher die besondere und zukunftsweisende Möglichkeit. 
Mittels einer Einbindung in die App Köln Guide, von Köln Tourismus beispielsweise, ließe sich eine 
Darstellung verdienter Kölnerinnen und Kölner via AR an ihren Geburtsstätten, Wirkorten oder Ster-
beorten im gesamten Stadtgebiet in unbegrenzter Anzahl realisieren. Eine solche Applikation müsste 
den Anforderungen an Erweiterbarkeit und Modularität genügen, sowie eine nachhaltige finanzielle 
Ausstattung erhalten um Updates und Kompatibilität bei fortschreitender Technologie zu gewährleis-
ten. Zudem wäre mit einer solchen Implementierung auch gleich die notwendige Menge an potentiel-
len Nutzern gewährleistet, denn ohne die Überwindung einer kritischen Masse an Usern wird eine 
solche Applikation schnell ein nutzloser und perspektivisch wenig bis gar nicht genutzter und beachte-
ter, abgestorbener Appendix eines Bestrebens das sich als gewollt aber nicht gekonnt erweist. 
Flankieren könnte eine solche digitale Lösung aus dem Bereich der AR eine erste Ausgabe „Große 
Kölnerinnen und Kölner“ sowohl im Printformat als auch Digital. Einzelne erarbeitete Stadtteilrund-
gänge entlang der Spuren dieser besonderen Kölnerinnen und Kölner ermöglichen interessierten 
Touristen sowie Bürgerinnen und Bürgern deren Leben und Wirken auf ganz besondere Art und Wei-
se vor Ort wahrzunehmen. 
 
Die Vorteile eines solchermaßen gelenkten Ideenwettbewerbes liegen auf der Hand: 
• Nachhaltigkeit auf Grund des modernen Mediums 
• Modularität da diese Form der Sichtbarmachung stetig ausgebaut werden kann 
• Ansprache auch jüngeren Publikums und jüngerer Generationen allgemein 
• Vorreiterrolle in der kommunalen Bespielung dieses Themenfeldes 
• Sprachbarrieren überwindend, da das Angebot digital mehrsprachig aufgesetzt wird 
• Unabhängig von Öffnungszeiten 
• Modernes und leicht verständliches Darstellen von Personen die lebendig beeindrucken 
• Keine Problematiken mit Hausbesitzern zur Anbringung von Plaketten und keine 
Genehmigungsverfahren zur Platzierung von Kunst im öffentlichen Raum 
 
Mit diesem Kriterienkatalog wird die Verwaltung nunmehr die geforderte Ausschreibung formulieren 
und mit den in den jeweiligen Ratsbeschlüssen gesetzten Gremien weiter entwickeln. 
Als problematisch könnte sich allein der finanzielle Aufwand zur Realisierung eines solch umfängli-
chen Projektes darstellen. Die notwendigen Vorlagen wird die Verwaltung auch mit einem Vorschlag 
zur Finanzierung des weiteren Wettbewerbs in die entsprechenden Gremien einspeisen. Zum derzei-
tigen Zeitpunkt ist von zusätzlichen Ausgaben in Höhe von rund 20.000 € für die Ausschreibungen zu 
rechnen. Darin enthalten sind noch nicht die Kosten für die weitere Umsetzung. 
 
 
Gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

25.06.2019 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 10.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2212/2019
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
21.06.2019
Erstellt
18.06.2019 13:36