1718/2026
Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 und 2044
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Dezernat, Dienststelle IV/52/522 Vorlagen-Nummer 25.06.2026 1718/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Sportausschuss 25.06.2026 Land NRW reicht finale Unterlagen für KölnRheinRuhr beim Deutschen Olympischen Sportbund ein Das Land Nordrhein-Westfalen hat für die Bewerbung KölnRheinRuhr die finalen Unterlagen für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 und 2044 fristgerecht zum 4. Juni 2026 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Die Bewerbung basiert auf der größten demokratischen Legitimation mit historischer Beteiligung von über 1,4 Millionen abge- gebenen Stimmen und 66 Prozent Zustimmung von den Menschen in der Region. Die Abstim- mung über Olympische und Paralympische Spiele in der Region KölnRheinRuhr war die größte Abstimmung in der olympischen Geschichte. Noch nie wurden mehr Menschen befragt und mehr Städte eingebunden in die Frage, ob sie für die Ausrichtung der Spiele sind. Seit dem positiven Ratsbürgerentscheid am 19. April wurde das Konzept in enger Abstim- mung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Landessportbund NRW, dem Behinder- ten- und Rehabilitationssportverband NRW, Athletinnen und Athleten, den Sportfachverbän- den und mit den beteiligten Kommunen, darunter natürlich auch die „Leading City“ Köln, fort- laufend weitergeschrieben und punktuell angepasst und konkretisiert. Die Anpassungen und Konkretisierungen orientierten sich am vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vor- gegebenen Fragenkatalog. Das Ergebnis dieser engen Abstimmungen waren einige Anpassungen sowie konkretere De- tailplanungen, die das Bewerbungskonzept noch einmal optimierten. Die Anpassungen stär- ken unter anderem die Fokussierung auf die Athletinnen und Athleten, machen die Spiele noch kompakter und unterstreichen den Anspruch der Bewerbung, die nachhaltigsten Olympi- schen und Paralympischen Spiele auszurichten. Konkret beziehen sich die Anpassungen vor allem auf das Sportstättenkonzept, den Aspekt der Nachhaltigkeit, den Para-Sport sowie die Teilhabe der Jugend und die weitere gesamtgesellschaftliche Unterstützung der Bewerbung. Die Anpassungen an KölnRheinRuhr im Detail Sportstättenkonzept konkretisiert Das Sportstättenkonzept für KölnRheinRuhr wurde nach Gesprächen mit den Sportfachver- bänden an drei zentralen Punkten weiter optimiert: Für die Sportarten Wasserball und Boxen sind künftig Austragungsorte vorgesehen, die den erweiterten Anforderungen der Athletinnen und Athleten noch gezielter gerecht werden und noch attraktivere Kulissen für die Zuschaue- rinnen und Zuschauer bieten. Die Wettbewerbe im Wasserball sollen am international erprob- ten Wasserball-Standort Duisburg im Landschaftspark Duisburg-Nord statt in Wuppertal statt- finden. Die Finalwettkämpfe im Boxen sind nun im Vonovia Ruhrstadion vor noch größerer 2 Kulisse mit rund 20 000 Zuschauerinnen und Zuschauern statt in der Messe Essen geplant. Auch die Sportart Mountainbike wurde verlegt und wird künftig in Essen geplant. Hintergrund der Anpassung ist das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids in Herten. Für die Sportart Moun- tainbike waren ursprünglich die Kommunen Herten und Recklinghausen vorgesehen. Zwar stimmten die Menschen in Herten mit knapp 74 Prozent für die Beteiligung an KölnRheinRuhr. Jedoch wurde die benötigte Stimmenanzahl und damit das Gesamt-Quorum nicht erreicht. Damit entfällt der Standort für die weiteren Planungen und das Konzept. In enger Abstimmung mit dem Sportfachverband und den beteiligten Kommunen wird die Sportart Mountainbike nun nach Essen auf den Brammentrail auf der Schurenbachhalde verlegt. Die Entscheidung für die Verlegung der Sportart Mountainbike nach Essen macht das Kon- zept noch kompakter und sorgt für noch kürzere Wege für die Athletinnen und Athleten der Sportart. Weiterhin ergibt sich daraus, dass neben der Leading City Köln jetzt folgende 14 Kommunen an der Bewerbung KölnRheinRuhr beteiligt sind: Aachen, Bochum, Dortmund, Du- isburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Wuppertal. Dazu kommen die Segelwettbewerbe in Kiel o- der Warnemünde und Kanu-Slalom in Markkleeberg. Olympisches und Paralympisches Dorf Die Planungen für das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion in Köln-Kreuzfeld wurden gemeinsam konkretisiert und weiter vorangetrieben. Das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion werden nach den Spielen weiterge- nutzt und zu einem neuen Stadtquartier mit zusätzlichem Wohnraum entwickelt. Dank modu- larer Bauweise gelingt der Umbau des Stadions schnell, ressourcenschonend und umwelt- freundlich. Nachhaltigkeit und Nachnutzung des Leichtathletikstadions Der Innenraum des Stadions wird in einen öffentlichen Park umgewandelt, der als grüne Oase und sozialer Treffpunkt dient und sich zugleich als Teil eines grünen Bandes durch das ge- samte Quartier zieht. Dieses grüne Rückgrat sorgt für hohe Aufenthaltsqualität, naturnahe Er- holung und ein gesundes Mikroklima im urbanen Raum. Gleichzeitig entstehen auf den ehe- maligen Tribünen Wohnungen, Geschäfte sowie soziale Einrichtungen wie Schulen und Kitas. Der Olympische und Paralympische Ursprung bleibt damit in der Struktur des künftigen Stadt- teils weiterhin erlebbar. Ein Dorf – von Anfang bis Ende Das Olympische und Paralympische Dorf bietet Platz für rund 10.500 Athletinnen und Athleten sowie deren Betreuerinnen und Betreuer. Bei den Planungen wurde ein wesentlicher Wunsch von Athletinnen und Athleten besonders berücksichtigt: Das Konzept für Köln ermöglicht, an- ders als Paris 2024 oder Mailand und Cortina 2026, allen Sportlerinnen und Sportlern einen Platz im Olympischen und Paralympischen Dorf – ohne Bettenwechsel auch über ihr Wett- kampfende hinaus. Dank vorausschauender Kapazitätenplanung können so bestmögliche Vorbereitungen erfolgen, ohne verfrüht abreisen zu müssen. Nachhaltigkeit weiter gestärkt KölnRheinRuhr legt ein Konzept vor, das zu 100 Prozent auf bestehende oder temporär er- tüchtigte Sportstätten setzt. KölnRheinRuhr hat damit den nachhaltigsten Plan. Nun bestätigt ein Umweltscreening der Deutschen Sporthochschule Köln die Planungen: Die erforderlichen Schutzkriterien für Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete oder Wasserschutzgebiete können entweder erfüllt werden, sind bereits in vollem Umfang erfüllt oder eine Betroffenheit der Gebiete ist nicht zu erwarten. Das gilt auch für das Olympische und Paralympische Dorf 3 sowie das Leichtathletikstadion und die dafür vorgesehene Fläche im Kölner Norden. Sichtbarkeit des Para Sports ausgebaut Einen weiteren Schwerpunkt der Bewerbung bildet der Fokus auf den Para Sport. Das Be- kenntnis zur Paralympischen Idee ist untrennbar verbunden mit dem Bekenntnis zur Stärkung des Para Sports und der Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Dieses konsequente Zusammen- denken von Olympischer und Paralympischer Idee zeigt sich auch in den noch einmal nach- geschärften Planungen zu den Rekordkulissen, die für Para Sport die gleichen Sportstätten wie für die olympischen Wettkämpfe vorsehen. Die Disziplin Para Dressur soll nun, wie die olympische Disziplin Dressurreiten, im großen Reitstadion in Aachen stattfinden, wodurch sich die Zuschauerzahl auf 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer nahezu vervierfacht. Für den Para Sport ist das eine zusätzliche einzigartige Rekordkulisse im Rahmen von KölnRhein- Ruhr, die ebenso bedeutet, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit bekommen, Olympi- sche und Paralympische Spiele vor Ort zu erleben. Jugendbeteiligung fokussieren Olympische und Paralympische Spiele stehen für internationale Begegnung. Die Spiele sollen junge Menschen international vernetzen und für Verantwortung im Sport begeistern. Die Be- werbung KölnRheinRuhr sieht dafür nun unter dem Titel „Next-Gen-Lab“ ein intensives Beteili- gungsformat für Jugendliche vor, die ihre Perspektive bereits in die Planungen einbringen können. Dazu werden alle zwei Jahre in einer internationalen Konferenz junge Menschen aus verschiedenen Nationen zusammengebracht. Diese Young Leaders können Sportstudierende, engagierte junge Volunteers, Nachwuchsführungskräfte von Sportorganisationen, erfolgreiche Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportler sowie junge Trainerinnen und -trainer sein. Dabei bringt KölnRheinRuhr die Erfahrung aus dem Young Leader Programm der Sportjugend NRW ein. Ziel ist die Ausrichtung eines internationalen Jugendcamps während der Spiele, in dem mindestens 5.000 junge Menschen aus allen Kontinenten zusammenkommen. Gemeinsam mit den Hochschulen in KölnRheinRuhr soll weiterhin sowohl vier und zwei Jahre vor den Spielen als auch im zeitlichen Umfeld der Spiele eine Olympic Studies Conference für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgerichtet und somit die Olympische und Paralympi- sche Idee im Dialog mit der Wissenschaft gestärkt werden. Weiterer Entscheidungsweg Die Konzepte der drei Bewerberregionen KölnRheinRuhr, Berlin und München werden in den kommenden Wochen durch den DOSB evaluiert. Dabei werden auch die olympischen Spit- zenverbände sowie die Bundesregierung einbezogen. Die abschließende Entscheidung, wel- che Region für die internationale Bewerbung ausgewählt wird, fällt dann auf der außerordentli- chen DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden. Weitere Informationen zur Kölner Infrastruktur, Sportstätten sowie Chancen, Ri- siken und Kosten Information der Bürger*innen Im Vorfeld des Ratsbürgerentscheids am 19. April 2026 hat die Stadt Köln die Öffentlichkeit auf der städtischen Internetseite sowie in Info-Formaten umfassend und barrierearm über das Bewerbungskonzept KölnRheinRuhr, die vorgesehenen Sportstätten, die damit verbundenen Chancen und Risiken sowie über Kostenfragen informiert. Grundlage waren dabei insbeson- dere die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) veröffentlichten Finanzdaten (Durchführungsbudget von 4,8 - 4,9 Milliarden Euro, erwartete Einnahmen von etwa 5,2 Milli- arden Euro). In den städtischen FAQs wurden diese Informationen für Köln aufbereitet, die drei Kostenarten (Bewerbung, Durchführung, Investitionen in Infrastruktur) erläutert und so- 4 wohl die Chancen (z. B. Impulse für Sport- und Bewegungsförderung, Stadtentwicklung, Mobi- lität) als auch Risiken (z. B. Unsicherheiten bei Infrastrukturkosten, Haushaltsrisiken, tempo- räre Belastungen im Alltag) transparent dargestellt. In Ergänzung dazu gab es eine Bürger*inneninformationsveranstaltung sowie zahlreiche For- mate, insb. Wochenmärkte in allen Bezirken. Ziel bei allem: Direkter Austausch mit Bürger*in- nen Nachnutzung des Olympischen / Paralympischen Dorfs Mit der fristgerechten Einreichung der Unterlagen am 4. Juni 2026 liegt dem DOSB nun ein weiter konkretisiertes Konzept für KölnRheinRuhr vor, das auch die Rolle der Leading City Köln sowie den Standort Kreuzfeld für das temporäre Leichtathletikstadion und das Olympi- sche bzw. Paralympische Dorf detailliert beschreibt. Das Konzept setzt konsequent auf beste- hende oder temporär errichtete Sportstätten und sieht für Köln u. a. das temporäre Leichtath- letikstadion und das Olympische/Paralympische Dorf in Kreuzfeld, den Sportpark Müngersdorf mit RheinEnergieSTADION und Albert-Richter-Velodrom, die LANXESS arena und die Mes- sehallen in Deutz sowie den Fühlinger See als Standort für die Wettbewerbe im Marathon- schwimmen vor. Für sämtliche vorgesehenen Kölner Austragungsorte liegt ein Umweltscree- ning vor, das die maßgeblichen Schutzgüter (u. a. Natur- und Landschaftsschutz, Wasser- schutz, Denkmalschutz) bewertet und die Grundlage für eine weitere, schrittweise vertiefte Planung bildet. ÖPNV und Infrastruktur Fragen zur Ertüchtigung von ÖPNV- und Straßeninfrastruktur – insbesondere zur S-Bahn-An- bindung Blumenberg, zum Ausbau des Blumenbergwegs mit Anschluss an die A 57 sowie zu möglichen Stadtbahnoptionen im Kölner Norden – werden bereits im Rahmen der Techni- schen Masterplanung und der vorbereitenden Untersuchungen für Kreuzfeld mit den zuständi- gen Partnern (Land NRW, go.Rheinland, Deutsche Bahn, Straßen.NRW u. a.) betrachtet. Da- bei steht im Vordergrund, die ohnehin für den neuen Stadtteil Kreuzfeld notwendigen Investiti- onen so zu priorisieren, dass sowohl eine mögliche Olympia-Nutzung (kurze Wege, leistungs- fähiger ÖPNV, verkehrliche Erschließung) als auch eine nachhaltige Nachnutzung mit den Schwerpunkten Wohnen, Sport, Kultur, Grün- und Freiraum gesichert werden können. Kon- krete Finanzierungsanteile und Zeitpläne für einzelne Infrastrukturmaßnahmen hängen jedoch von übergeordneten Entscheidungen und Förderprogrammen von Bund, Land und Verkehrs- verbünden ab; hierzu liegen derzeit bewusst nur konzeptionelle Aussagen vor, da Detailver- handlungen erst nach einer möglichen Auswahl KölnRheinRuhrs als deutscher Bewerber durch den DOSB aufgenommen werden können. Die Verwaltung wird – wie vom Rat beauftragt – die städtischen Informationsangebote (u. a. Website, barrierearme Aufbereitung, leichte Sprache und Mehrsprachigkeit) fortlaufend aktua- lisieren, die Chancen und Risiken neutral darstellen und die zuständigen Gremien regelmäßig über den Stand der Planungen und die Bewertung durch DOSB, Bund und Land informieren. Austragungsstätten in Köln Austragungsort Olympische Sportart Paralympische Sportart Fühlinger See Marathonschwimmen Sportpark Müngersdorf Bogenschießen (Vorrunde) Tennis Para-Bogensport (Finale) Rollstuhltennis Bogenschießen (Final- runde) Para-Bogensport (Finalrunde) Leichtathletikstadion Kreuz- feld Leichtathletik Para-Leichtathletik Rund um Köln Straßenradfahren Para-Straßenradfahren 5 Albert-Richter-Velodrom Bahnradfahren Para-Bahnradfahren RheinEnergieSTADION Fußball Rugby LANXESS arena Turnen Rollstuhlbasketball Rollstuhlrugby Sitzvolleyball Koelnmesse Presse- und Medienzent- rum Rhythmische Sportgymnas- tik Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1718/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.06.2026
- Erstellt
- 09.06.2026 21:53