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V/0738/2013

25 Jahre Beratung zu Aids und sexueller Gesundheit

Vorlagen 25.09.2013

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung, Sitzung am 16.10.2013, TOP 5

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

22179 Zeichen

V/0738/2013 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Gesundheit, Veterinär- und 
Lebensmittelangelegenheiten 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
25 Jahre Beratung zu Aids und sexueller Gesundheit 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
16.10.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Einleitung 
1982 wurden in Deutschland und 2 Jahre später dann auch in Münster die ersten Erkrankungen 
aufgrund einer HIV-Infektion gemeldet. Über den Verlauf der Krankheit und die Übertragungswe-
ge war damals noch wenig bekannt. Verschiedenste Stellen entwickelten beängstigende Szena-
rien zum weiteren Fortschreiten der Pandemie. Bei den Betroffenen, überwiegend schwule Män-
ner, aber auch in der Allgemeinbevölkerung zeigte sich ein besonderer Aufklärungs-, Beratungs- 
und Betreuungsbedarf.  
1986 startete die AidsHilfe Münster e.V. als eine der ersten im Land und mit kommunaler Förde-
rung die Arbeit in einer eigenen Beratungsstelle. Im Gesundheitsamt waren alle Ärztinnen und 
Ärzte Ansprechpartner für Fragen zu HIV; die sozialmedizinische Beratungsaufgabe nahmen die 
Mitarbeiterinnen der Geschlechtskrankenfürsorge (GK) wahr.  
1988 wurde infolge einer Sachverständigenanhörung zur AIDS-Problematik in Münster eine ei-
genständige AIDS-Beratungsstelle mit einer Ärztin (1 Stelle gefördert durch Bundesmittel, 
„Großmodell Gesundheitsämter“) und einer Sozialpädagogin (1 Stelle) im Gesundheitsamt einge-
richtet. Die Beratungsstellen der AidsHilfe Münster e.V. und des Gesundheitsamtes haben inzwi-
schen eine hohe Akzeptanz in der Allgemeinbevölkerung und bei Betroffenen erlangt.  
 
Epidemiologische Ausgangslage: 
Die HIV/AIDS-Pandemie hat sich seit Beginn der 80er Jahre weltweit ausgebreitet.  
Nach Angaben von UNAIDS aus dem Jahr 2012 lebten 2011 weltweit 34 Millionen 
Menschen mit HIV, etwa 2,5 Millionen hatten sich neu angesteckt und 1,7 Millionen sind an AIDS 
verstorben. 
Während in den meisten Ländern einschließlich Subsahara Afrika die Neuinfektionsrate zurück-
geht, steigt sie in Osteuropa und Zentralasien weiter an. 
 
In Deutschland ist die Situation aufgrund früh begonnener effektiver Präventionsmaßnahmen 
sehr viel günstiger. Dennoch wird vom Robert Koch Institut seit 2003 ein geringer aber stetiger 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0738/2013 
Auskunft erteilt: 
Frau Brosda 
Ruf: 
492-5361 
E-Mail: 
BrosdaM@stadt-muenster.de 
Datum: 
01.10.2013 
Öffentliche Berichtsvorlage

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Anstieg der Erstmeldungen über bestätigte positive HIV -Antikörpertests gemeldet (2003: 1977; 
2012: 2954). Betroffen sind mit >70% Männer mit Mann-Mann-Kontakten. 
Gleichzeitig wird eine Zunahme anderer sexuell übertragbarer E rkrankungen (STI) wie Gono r-
rhöe, Syphilis und Chlamydien beobachtet, durch die eine Infektion mit dem HI -Virus begünstigt 
wird. Chlamydien sind weltweit verbreitet und sind Verursacher einer der häufigsten sexuell über-
tragbaren Infektionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.  
 
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Entwicklung für gemeldete HIV-Neudiagnosen und Syphi-
lisbefunde in Münster seit 2001. 
 
 
Gemeldete HIV-Neudiagnosen für Münster im Zeitraum 2001 – 2012: 
0
5
10
15
20
25
2001 2003 2005 2007 2009 2011
HIV-Neudiagnosen
Männer
Frauen
 
Bei den Daten von 2012 muss bedacht werden, dass das Robert Koch Institut seit Anfang 2013 
einen Programmierfehler festgestellt hat und seitdem keine Daten für HIV erfasst werden können. 
Es ist davon auszugehen, dass die Zahlen für 2011 und 2012 noch steigen werden. 
 
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
gemeldete Syphiliserkrankungen Münster 2001-2012
männlich
weiblich
 
 
Quelle:»Robert Koch-Institut: SurvStat, http://www3.rki.de/SurvStat,  
Datenstand: September 2013 
 
Bei den Syphiliszahlen ist zu berücksichtigen, dass infolge einer Sensibilisierung für die Erkra n-
kung die Zahl der Untersuchungen ansteigt und mehr Infektionen aufgedeckt werden.

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Kumulierte Syphilismeldungen 2001-2012 nach Infektionsrisiko 
0
20
40
60
80
100
120
unbekannt
hetero
msm
Mutter Kind
 
Quelle:»Robert Koch-Institut: SurvStat, http://www3.rki.de/SurvStat,  
Datenstand: September 2013 
Erläuterung: msm = Männer, die Sex mit Männern haben 
 
 
Gesetzliche Grundlagen der AIDS/STI-Beratung 
 
Die Aufgaben der AIDS/STI -Beratung ergeben sich vorrangig aus dem Gesetz für den öffentl i-
chen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein Westfalen und dem Infektionsschutzgese tz. Da-
nach ist die Sicherstellung eines anonymen Beratungs - und Testangebots, sowie die Koordinat i-
on von Prävention, Beratung und Versorgung in Hinblick auf Aids und andere sexuell übertragba-
re Erkrankungen Pflichtaufgabe der unteren Gesundheitsbehörde (ÖG DG §§ 9, 15(2), 23). Nach 
Infektionsschutzgesetz (IfSG §§ 19, 20(1) sowie §§ 3, 16, 17(4) ) haben die Gesundheitsämter 
Beratung, Untersuchung und gegebenenfalls auch Therapie und spezielle Präventionsangebote 
auch aufsuchend anzubieten. 
 
 
AIDS/STI-Beratung im Gesundheitsamt 
 
Die Inanspruchnahme von Beratungs - und Testangebot der AIDS/STI -Beratung des Gesun d-
heitsamtes bewegt sich seit Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau. 
Der größte Teil der Klientinnen und Klienten lebt in Münster und informiert sich vorab  im Internet 
über das Angebot. Der Anteil von Männern mit Mann -Mann-Kontakten ist in der Zeit von 2011 -
7/2013 von 23,4% auf 27,8% gestiegen.  Im gleichen Zeitraum ist auch ein Anstieg der Besucher 
und Besucherinnen mit erkennbarer Migrationsvorgeschichte um ungefähr 3% zu beobachten. 
 
Seit 2010 ist das Untersuchungsangebot um de n HIV-Schnelltest erweitert worden, der beso n-
ders von Menschen, die ein eher niedriges Ansteckungsrisiko haben, nachgefragt wird. Auße r-
dem ist das Angebot für Beruf stätige attraktiv, die dann keinen neuen Termin für die Mitteilung 
des Testergebnisses einplanen müssen.  
 
Von Dezember 2012 bis September 2013 hat das Gesundheitsamt an eine r Studie teilgenom-
men, die auf die Verbesserung der Datenlage zu sexuell üb ertragbaren Infektionen abzielte. So-
wohl Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen als auch - in einem zweiten Studienzweig - Klienten und 
Klientinnen in der HIV -Testberatung wurde eine anonyme und kostenfreie Untersuchung auf 
Chlamydien und Gonorrhoe angeboten. Dadurch ist die steigende Z ahl der Untersuchungen auf 
sexuell übertragbare Erkrankungen in den letzten beiden Jahren zu erklären.

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V/0738/2013 
 
Aids-/STD-Beratung  
in Zahlen 
2008 2009 2010 2011 2012 2013  
bis 31.07. 
Beratungsgespräche 1.930 2.312 2.460 1.896 1.555 955 
davon  persönliche incl. 
Ergebnisberatungen 
1.222 1.468 1.680 1.435 1.462 803 
 telefonische 
Beratungen1 
708 844 780 678 187 152 
 E-mail-
Beratungen/Anfragen 
- 167 432 461 334 178 
 Kurzanfragen - 961 621 563 1.430 1.038 
HIV-Antikörpertests 561 640 791 678 675 379 
davon Standard   364 444 339 168 
 Schnelltest   427 234 336 211 
davon Frauen 261 302 353 278 277 148 
 Männer 300 338 438 386 398 231 
 positiv 3 3 6 0 1 0 
Klienten/Klientinnen mit  
erkennbarer Migrations-
vorgeschichte 
   65 
9,6% 
156 
10,03% 
47 
12,4% 
TPPA-Tests  
(Syphilis-Nachweis) 
87 82 118 103 188 112 
davon Frauen 25 18 19 23 41 25 
 Männer 62 64 99 80 147 87 
 positiv 4 3 1 3 2 3 
weitere Untersuchungen 
Gonorrhoe, Clamydien, Pilze, 
körperliche Untersuchungen 
55 67 61 55 119 321 
Therapien 3 6 9 4 3 8 
Weiterleitung an Facharzt-
praxen (Wert ab 2007) 
9 14 4 4 7 12 
 
 
HIV/STI-Prävention – Zusammenspiel verschiedener Akteure 
 
 
Die AidsHilfe Münster e.V. 
 
Als Selbsthilfegruppe mit aktuell fünf hauptamtlich Beschäftigten und 30  - 70 ehrenamtlich Enga-
gierten ist die Ai dsHilfe Münster e.V. ein wichtiger und verlä sslicher Kooperationspartner. Sie 
wird seit ihrer Gründung 1986 von der Sta dt Münster finanziell gefördert.  Die finanzielle Zuwen-
                                                
1 Seit 2012 werden aufgrund personeller Umstrukturierung telefonische Beratungsgespräche nur 
noch von der Ärztin der Beratungsstelle geführt. Dadurch erklärt sich der Rückgang bei der An-
zahl der telefonischen Beratungen und die erhebliche Zunahme der Kurzanfragen, bei denen es 
sich überwiegend um Terminvereinbarungen handelt.

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V/0738/2013 
 
dung der Stadt Münster beträgt z. Z. 172.010,00 Euro, zuzüglich 74.600,00 Euro aus kommunali-
sierten Landesmitteln.  
 
Zielgruppenspezifische Prävention 
 
Die AidsHilfe Münster e.V. versteht sich als 
 Ansprechpartner für Menschen mit HIV und Aids.  
 Sie bietet Beratung, Betreuung und Begleitung für Betroffene an 
 Präventionsangebote für msm (Männer, die Sex mit Männern haben) werden von der Her-
zenslust AG in Form personalkommunikativer Aktionen vor Ort in Szenelokalen, auf Partys 
und an Treffpunkten angeboten.  
 Beratung und Untersuchung in Kooperation mit der Ärztin des Gesundheitsamtes in einem 
schwulen Saunabetrieb (2008 bis 2010) 
Das Angebot endete 2010, da in dem eher familiären Betrieb die Gäste selten wechselten, 
das Angebot des Gesundheitsamtes bald den meisten Gästen bekannt war und in der Fo l-
gezeit auch zu den Beratungszeiten im G esundheitsamt weiter in Anspruch genommen 
wurde. 
 
Prävention in Schulen und außerschulischen Einrichtungen  
 
Obwohl Jugendliche in Bezug auf HIV nicht zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehören, 
sind Informationen und Gesprächsangebote zu dem Thema eingebunden in sexualpädagogische 
Konzepte für junge Menschen, auf dem Weg zur Entwicklung einer eigenen sexuellen Identität 
wichtig und hilfreich.  
Die Präventionsangebote der AidsHilfe Münster e.V. werden häufig für Schülerinnen und Schüler 
der Klassen 7-9, aber auch von berufsbildenden Schulen nachgefragt. Weiterhin wird eine große 
Zahl von Jugendlichen über Angebote in Einrichtungen der Jugendhilfe erreicht. Darüber hinaus 
finden Multiplikatorenfortbildungen für Lehrpersonal, Pflegekräfte und Auszubildende statt. 
Etwa ein Drittel der Präventionsveranstaltungen sind Kooperationsprojekte von AidsHilfe Münster 
e.V. und anderen sexualpädagogischen Einrichtungen in der Stadt Münster. 
 
Leistungsvereinbarung mit der AidsHilfe Münster e.V 
 
Im Mai 2012  wurden die Aufgaben der Aids Hilfe Münster e.V. in einer Leistungsvereinbarung 
zunächst bis 2014 verbindlich festgeschrieben.  Darin werden die zielgruppenspezifischen Pr ä-
ventionsmaßnahmen besonders auch im schulischen Bereich an die AidsHilfe Münster e.V. über-
tragen. Auch die Beratungsangebote für die Bevölkerung und die Betreuung von Menschen mit 
HIV und Aids und deren Angehörige zählen nach wie vor zum Aufgabenbereich.  Als Qualitätssi-
cherungsinstrument wurde bis zum Vorliegen einer Datenerfassung auf Landesebene eine D o-
kumentation vereinbart, die die Arbeit des Vereins wirklichkeitsnäher als bisher abbildet. Ein 
wichtiger Aspekt der  Leistungsvereinbarung ist die mindestens einmal jährlich stattfindende 
Rücksprache mit der AIDS-Koordinatorin des Gesundheitsamtes, um aktuelle Bedarfe im Präven-
tions- und Beratungsbereich rechtzeitig zu erkennen und die Arbeit den aktuellen Erfordernissen 
anpassen zu können. 
 
 
DRK Landesverband Westfalen Lippe 
 
Beim DRK-Landesverband Westfalen Lippe ist eine über kommunalisierte Landesmittel geförder-
te Youthworkerstelle angesiedelt. Vor Jahren wurde dort das „Body & Grips Mobil“ entwickelt : ein 
interaktiver Parcours zu verschiedenen Aspekten von Gesundheit, unter anderem auch zu Sex u-
alität, Verhütung und HIV/Aids.

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V/0738/2013 
 
Schwerpunkt der Arbeit ist landeswe ite sexualpädagogische Prävention in Schulen und Qualif i-
zierung von Multiplikatoren in der Jugendarbeit. Auch an Schulen in Münster wurde das „Body 
&Grips Mobil“ erfolgreich eingesetzt. 
 
Angebot für homosexuelle Jugendliche 
 
2011 startete der Jugendtreff „ Track“ als offenes Beratungsangebot für schwule und lesbische 
Jugendliche und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Anlaufpunkt auch für Jugendliche 
aus der Region. Initiiert wurde das Projekt von unterschiedlichen Trägern, die mit sexualpädag o-
gischen Angeboten aktiv sind. Jugendliche unterschiedlicher sexueller Orientierungen haben 
einen geschützten Raum, um andere Jugendliche kennen zu lernen und finden professionelle 
Ansprechpartner für ihre Probleme. Es besteht eine gute Kooperation mit der AIDS/S TI-
Beratungsstelle des Gesundheitsamtes.  
 
Prävention für Menschen mit Migrationsvorgeschichte 
 
Prävention für Menschen mit Migrations vorgeschichte besteht in erster Linie darin, einen nie d-
rigschwelligen und angstfreien Zugang zum Gesundheits - und Hilfesystem zu schaffen. Aufs u-
chende Arbeit und Ansprache in der Muttersprache sind dabei effektive Türöffner . Bis 2010 nutz-
te das Gesundheitsamt regelmäßig vorhandene Strukturen wie Sprachkurse und Frauenfrühstück 
für Info rmationsvermittlung zu wichtigen Aspekten  von Gesundheit und Infektionsschutz. Au f-
grund zune hmender Nachfrage nach Testberatungen und fehlender personeller Ressourcen 
musste diese Arbeit vorübergehend aufgegeben werden. Die Teilnahme an der Outreach -Studie 
des Robert Koch Instituts bot Gelegenheit, die Arbeit bei einer besonders vulnerablen Zielgruppe 
– Sexarbeiterinnen aus Bulgarien und Rumänien – wieder aufzunehmen. (s. auch Bericht zur 
Gesundheitlichen Situation von Sexarbeiterinnen in Münster) 
 
Medizinische Versorgung und psychosoziale Betreuung 
 
Die medizinische Betreuung von HIV - und AIDS-Patientinnen und -Patienten findet in Münster 
vornehmlich in zwei Schwerpunktpraxen und in der HIV -Ambulanz der Universitätsklinik statt. 
Betreut werden 700 - 800 Menschen, davon sind ca. 40% aus Münster.  
Die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten hat dazu geführt, dass der direkte Betreuung s-
bedarf bei AIDS-Erkrankten rückläufig ist, der Bedarf an Lebens - und Sozialberatung aber deu t-
lich zugenommen hat. Die AIDS-Hilfe Münster berichtet in ihrem Jahresrück blick 2012 von Kon-
takten zu 200 Personen mit HIV und AIDS, dazu zählen 70 Frauen, die über die Sprechstunde in 
der HIV-Ambulanz der Universitätsklinik erreicht werden konnten.  
Wenn häusliche Betreuung notwendig ist, wird sie von Pflegediensten und/oder eh renamtlichen 
Mitarbeitern der AidsHilfe Münster e.V. geleistet.  
Für weiterführende Diagnostik und die effektive Behandlung bei Infektionen mit Syphilis und a n-
deren Erregern besteht ein kleines aber gut funktionierendes Netzwerk mit engagierten niederge-
lassenen Fachärzten und Fachärztinnen. 
 
 
Personelle Veränderung und Aufgabenzuschnitte 
 
Im Zuge verschiedener Umstrukturierungsma ßnahmen wurden 2006 die Aids -Beratung und die 
frühere Geschlechtskrankenberatung zur Beratungsstelle für Aids und andere sexuelle Erkran-
kungen (AIDS/STI-Beratung) zusammengelegt. Seit 2011 werden die Aufgaben der AIDS/STI –
Beratungsstelle mit ½ Arztstelle unterstützt durch 1 Mitarbeiterin (0,25 Stelle) für Terminvereinba-
rung via Telefon und E -Mail und Dokumentationsaufgaben und 1 Mit arbeiterin (0,25 Stelle) für 
Testberatung und Desinfektion von Untersuchungsinstrumenten bewältigt. 
Die AIDS/STI-Beratungsstelle ist der Abteilung Infektionsschutz zugeordnet.

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Perspektive 
 
Ziel der Arbeit ist, entsprechend den Ausführungen des Landeskonzepts, v. a. die HIV- Neuinfek-
tionen weiter zu minimieren. 
 
 Neben der Kooperation der Akteure vor Ort ist dazu auch eine Absicherun g der beste-
henden Angebote seitens des Landes NRW unbedingt notwendig. 
 Eine große Herausforderung an die Prävention in Münste r besteht darin, geeignete A n-
sprache für schwer erreichbare Zielgruppen zu finden. Dazu zählen insbesondere Me n-
schen, die sexuelle Kontakte über Internetplattformen herstellen und für Präventionsa n-
gebote unsichtbar bleiben. 
 Stärker als bisher müssen zukünf tig die Aspekte Infektionsschutz und sexuelle Gesun d-
heit miteinander verknüpft und kommuniziert werden. Dies gilt besonders für die Prävent i-
on bei Sexarbeiterinnen und Zuwanderern. Bestehende Netzwerke gilt es auszubauen 
und die Kommunikation durch Sprach- und Kulturmittler zu sichern. 
 In Schulen ist ein kontinuierliches und altersangemessenes Angebot zu etablieren, das 
ergänzend zum Biologie- und Sexualkundeunterricht Wissenslücken schließt und den J u-
gendlichen Handlungskompetenz für die individuelle Lebenssituation vermittelt. 
 Das Beratungs- und Testangebot des Gesundheitsamtes muss insbesondere unter dem 
Aspekt, dass eine frühe Diagnose und rechtzeitige Therapie zu einer deutlichen Verbe s-
serung der Lebensdauer und Lebensqualität führt , kontinuierlich bei Menschen, die hohe 
Risiken eingehen, bekannt gemacht werden. 
 
Um die Präventionsarbeit auf kommunaler Ebene weiter zu stärken , wird in naher Zukunft auch 
die Arbeit des DRK Landesverbandes Westfalen Lippe durch den Abschluss einer Leistungsve r-
einbarung enger eingebunden werden. 
 
 
Überblick über relevante Entwicklungen auf Landesebene 
 
HIV- Schnelltest 
Das Gesundheitsamt Münster bietet seit 2009 den HIV-Schnelltest kostenpflichtig an. Seit 2010 
übernimmt das Land die Kosten für den HIV -Schnelltest im Rahmen der Testberatung an den 
Gesundheitsämtern.  
 
Kostenübernahme für Syphilisuntersuchungen 
Vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Syphiliszahlen besonders bei Männern, die 
Sex mit Männern haben, übernimmt das Land 2011 bis auf weiteres die Kosten f ür die Syphilis-
untersuchungen im Rahmen des AIDS/STI-Testangebots der Gesundheitsämter. Es entfallen die 
Laborkosten, die bisher von der Stadt Münster getragen wurden. 
 
Kommunalisierung der Landesförderung im Bereich der Sucht- und Aidshilfe  
Im Januar 200 7 w urden auf Landesebene die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für die 
Kommunalisierung der Landesförderung im Bereich Sucht- und Aidshilfe geschaffen. Seitdem 
wird den Kommunen die Landesförderung als zweckgebundene fachbezogene Pauschale zug e-
wiesen. Der Prozess „Kommunalisierung der Landesmittel“ sorgt e sowohl bei den freien Trägern 
als Zuwe ndungsempfänger als a uch bei den Kommunen  für erhebliche Aufregung. Die freien 
Träger befürchte ten Willkürverhalten der Kommunen bei der Verteilung der Landesmi ttel, die 
Kommunen eine Kürzung durch Umverteilung der Mittel. Auch in Münster schl ugen die Wellen 
hoch. Immerhin handelte es sich um einen Förderbetrag von 100.200 Euro, mit dem zum größten 
Teil die Arbeit der AidsHilfe Münster e.V., mit einem kleineren Teil die Youthworkstelle beim DRK 
Landesverband gefördert wird. 
Auf Landesebene wurde eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Freien Wohlfahrt und 
Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände einberufen. Ziel dieser Arbeitsgruppe war die Ver-
ständigung auf gemeinsame Rahmenvereinbarungen für die Umsetzung der Kommunalisierung

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ab 2008. Die Stadt Münster war und ist durch die Aidskoordinatorin in dieser und den daraus 
folgenden Arbeitsgruppen vertreten.  
Anmerkung: 
Die Höhe der fachbezogenen Pauschale ist nic ht nur für Münster bis heute unverändert gebli e-
ben. In den sechs Jahren Kommunalisierung der Landesförderung ist es allerdings auch nicht zu 
einem bedarfsgerechten Ausbau gekommen, da das Land die Fördermittel nicht erhöht hat. 
 
Rahmenvereinbarung 
Im Juli 2009 trat im Kontext der Kommunalisierung die Rahmenvereinbarung zwischen dem Land 
NRW, den kommunalen Spitzenverbänden und der Freien Wohlfahrtpflege in Kraft. Ein „Ec k-
punktepapier“ beschreibt grundlegende Elemente der Kooperation der Akteure in der HIV/A ids-
Prävention. Die Rahmenvereinbarung ist inzwischen ausgelaufen. Wegen der o. g. unbefried i-
genden Gesamtfinanzierung ist es noch nicht zu einem Neuabschluss gekommen. 
 
Landeskonzept zur Weiterentwicklung der HIV/AIDS -Prävention in Nordrhein -Westfalen, 
Schwerpunkt „Neuinfektionen minimieren“ 
Als Weiterführung der Arbeit zum Eckpunktepa pier der Rahmenvereinbarung wurde  2009 und 
2011 ein Konzept zur HIV/AIDS -Prävention erarbeitet. Ziel ist Empfehlungen für die Praxis zu 
entwickeln, neue Impulse zu geben und die Kooperation der Akteure auf der Basis der je eigenen 
Zuständigkeiten zu fördern (2-Säulen-Modell der Prävention). Nach Abstimmung im MGEPA wird 
das Konzept 2013 veröffentlicht.  
 
Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW 
Als Konsequenz aus der Rahmenvere inbarung w urde 2011 die „Arbeitsgemeinschaft AIDS -
Prävention NRW“ eingerichtet. Neben dem Land Nordrhein -Westfalen, vertreten durch das für 
den Gesundheitsbereich zuständige Ministerium, gehören ihr jeweils sechs Vertreterinnen bzw. 
Vertreter der Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege an . Als eine der Vertreterinnen der 
Kommunen wird die Aidskoordinatorin der Stadt Münster vom Städtetag benannt. Die Arbeitsg e-
meinschaft AIDS -Prävention NRW stellt den fachlichen Austausch zwischen den Akteuren der 
HIV/AIDS-Prävention im Land Nordrhein-Westfalen sicher. Sie führt alle wesentlichen Informati o-
nen über aktuelle Entwicklungen in den verschiedenen Handlungsfeldern zusammen, entwickelt 
fachliche Lösungsansätze und erarbeitet Empfehlungen für Fortentwicklungen der r egionalen 
bzw. örtlichen und landesweiten AIDS -Präventions- und Hilfestrukturen. Im Jahr 2012 w urden 
„Empfehlungen zur HIV -Prävention vor dem Hintergrund der Entwicklung der Syphilis in NRW“ 
verabschiedet und eine webbasierte landesweite Datenerhebung als Qualitätssicherungsinstru-
ment auf den Weg gebracht. 
 
Die „Wie auch immer Kampagne“ 
Im Jahr 2012 startet e der Verband der AIDS -KoordinatorInnen NRW ein Projekt zur Corporate 
Identity der AIDS/STI -Koordinations- und Beratungsstellen im öffentlichen Gesundhei tsdienst in 
Nordrhein-Westfalen. Mit dem Motiv eines der ersten Plakate des Landes Nordrhein -Westfalen 
zur AIDS -Kampagne wu rden moderne Materialien (Roll -ups, Beach -Flags, Visitenkarten, Flyer 
etc.) erstellt und sowohl in den Beratungsstellen als auch bei Präventionsveranstaltungen der 
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Projekt wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzip a-
tion, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) gefördert. Für 2014 ist die 
Veröffentlichung einer Informationsbros chüre zu Syphilis vorgesehen, die sich mit Inhalt und 
Sprache an das Klientel der Gesundheitsämter richtet. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (1)

16.10.2013 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0738/2013
Typ
Vorlagen
Datum
25.09.2013
Erstellt
06.10.2020 14:37