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A-H/0007/2018

Untersuchung über das Vorkommen von multiresistenten Keimen im Stadtbezirk Hiltrup

Antrag an die BV Hiltrup 18.04.2018

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Hiltrup, Sitzung am 22.11.2018, TOP 6.2

A-H-0007-2018

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A-H-0007-2018

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A-H/0007/2018 BÜNDNIS Bst
DIE GRÜNEN MN“

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N SAL MÜNSTER

Bündnis 90 / Die Grünen / GAL
Antrag Fraktion in der BV Hiltrup

Windthorststr. 7

Br: 48147 Münster
Untersuchung über das Vorkommen von Fon: 02517 8 9958 10

multiresistenten Keimen im Stadtbezirk Hiltrup ratsfraktion@gruene-muenster.de
www.gruene-muenster.de

30.03.2018

Die BV Hiltrup möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, Oberflächengewässer und Abwässer im Stadtbezirk Hiltrup auf
das Vorkommen von multiresistenten Keimen, namentlich multiresistenten Staphylococcus
aureus-Stämmen (MRSA) und multiresistenten gramnegativen Bakterien (MRGN) zu untersuchen.

Konkret wird die Verwaltung insbesondere beauftragt, an folgenden Mess- bzw. Entnahmestellen
Wasserproben zu entnehmen und auf das Vorkommen von multiresistenten Keimen zu
untersuchen:

Oberflächengewässer:

® Emmerbach im Bereich des Zuflusses auf das Stadtgebiet (Bereich Davertstr./Zum
Klosterholz)

® Emmerbach im Bereich Hiltrup-Ost nach Durchfluss der Kanalinsel südlich Paul-Klee-Weg

e Emmerbach in Höhe des Lailly-en-Val-Platzes in Amelsbüren

® Hiltruper See im Bereich der Sandstrände im Südwesten und Osten

e Dortmund-Ems-Kanal (DEK) im Bereich Freibad Hiltrup/südlich der Kanalinsel

® Kannenbach im Bereich Feuerstiege/Wilbrenning

Abwässer:

® Probenentnahme aus dem Abwasser des Herz-Jesu-Krankenhauses
® _Probenentnahme aus dem Zufluss und dem gereinigten Abwasser der Kläranlage auf der
Kanalinsel in Hiltrup

Die Verwaltung wird beauftragt, die Probenentnahme und Untersuchung der Proben binnen der
nächsten 3 Monate nach Beschluss dieses Antrags zu veranlassen und der BV Hiltrup zu berichten.

Sofern die Probenuntersuchung im Bereich der Kläranlage Hiltrup bereits von der Ratsvorlage
V/0923/2017 umfasst sein sollte, bittet die BV Hiltrup anstelle einer doppelten Untersuchung um
eine entsprechende Berichtsvorlage zu diesem Messergebnis.

—

BÜNDNIS 90
DIE GRÜNEN MUN”

a SAL MÜNSTER
Begründung:

Das Vorkommen von multiresistenten Keimen in Oberflächengewässern und kommunalen
Abwässern erregt seit einigen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit. Spätestens seit der NDR-
Reportage „Auf der Spur der Keime“ aus Februar 2018, in welcher flächendeckend in
Gewässerproben aus Niedersachsen antibiotikaresistente Keime festgestellt und damit
alarmierende Ergebnisse hervorgebracht wurden, steht das Thema im Fokus der Öffentlichkeit.
Am 15. März 2018 beschäftigte sich auch der Deutsche Bundestag mit dem Schutz des Wassers vor
multiresistenten Keimen (BT-Drs. 19/1159). 3

Nach weitgehend anerkannter Forschungslage steht insbesondere die industrialisierte
Landwirtschaft mit hohen Tierbesatzzahlen im Verdacht, durch besatzweite präventive Abgabe
von Antibiotika und anschließender großflächiger Düngung der landwirtschaftlichen Flächen mit
Gülle die Entstehung und Verbreitung von multiresistenten Keimen zu fördern. Durch die
Gülledüngung gelangen multiresistente Keime aus dem Tierbesatz auf die Agrarflächen und von
dort weiter in Oberflächengewässer. 2

Seit einigen Jahren ist in der Landwirtschaft zudem die verstärkte Abgabe von Reserveantibiotika
zu beobachten. Reserveantibiotika sind in der Humanmedizin nur für einen Einsatz mit strenger
Indikation vorgesehen und können bestehenden Multiresistenzen entgegnen. Der Einsatz dieser
Medikamente in der Tiermedizin führt das Konzept der Reservenvorhaltung ad absurdum. Bei
Entstehung und Verbreitung von Multiresistenzen gegen Reserveantibiotika bestehen
schwerwiegende Folgen für die Behandlungsfähigkeit in der Humanmedizin und damit für die
Allgemeinheit.

Die Stadt Münster steht in der Pflicht, ihre Bevölkerung vor den Gefahren von multiresistenten
Keimen zu schützen. Zu diesem Zweck ist zunächst der status quo zu erheben hinsichtlich der
Frage, ob und in welchem Umfang die Oberflächengewässer der Stadt mit Multiresistenzen
belastet sind. Im weiteren Verlaufe können hieraus Schutz- und Vorsorgemaßnahmen erarbeitet
werden.

Auch die kommunale Infrastruktur steht im Verdacht, einen Beitrag zu leisten: Während
beispielsweise in den Niederlanden Patienten in Fällen stationärer Aufnahme auf Multiresistenzen
getestet und isoliert werden können, sind derartige Maßnahmen hierzulange nicht
flächendeckend üblich. Hierdurch besteht eine gesteigerte Gefahr der Verbreitung von
Multiresistenzen („Krankenhauskeime“). Über das Vorkommen von Multiresistenzen in
Krankenhäusern können Proben aus den Abwässern der Kliniken Aufschluss geben.

Mit Anfrage vom 15.02.2018 der GRÜNEN-Fraktion in der BV Hiltrup wurde die Verwaltung hierzu
um Auskunft erbeten. Mit Antwort vom 11.03.2018 teilte die Stadt Münster mit, dass „bei der
Stadtverwaltung (...) keine Ergebnisse über Messungen in Oberflächen- oder Grundwasser in
Münster“ vorlägen. Zudem gebe es in NRW bislang keine systematischen
Untersuchungsergebnisse zum Vorkommen von multiresistenten Keimen in Gewässern.

BÜNDNIS 90
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Stattdessen wird auf noch laufende Forschungsprojekte verwiesen. Zudem wird auf die
Ratsvorlage V/0923/2017 verwiesen, in deren Zusammenhang das Tiefbauamt Messungen zur
Existenz multiresistenter Keime in den Abläufen Münsteraner Kläranlagen vorbereitet.

Der derzeitige Stand und auch die vom Tiefbauamt in Vorbereitung befindlichen
Abwassermessungen sind nicht ausreichend, einen ganzheitlichen Überblick über die Problematik
zu erlangen. Insbesondere wird bislang die Belastung von Oberflächengewässern nicht untersucht.

Da laut Antwort der Stadtverwaltung vom 11.03.2018 hinsichtlich der Belastung von
Oberflächengewässern weder Messergebnisse vorlägen noch Messungen in Vorbereitung seien,
ist dieser mangelhafte Zustand zum Schutze der Bevölkerung und zur Erhaltung der
Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung zu beseitigen.

Daher soll.mit diesem Antrag begonnen werden, das Vorkommen von Multiresistenzen auch in
Oberflächengewässern, beginnend mit dem Stadtbezirk Hiltrup, aufzuklären.

gez.

Carsten Peters
Wilfried Stein

Beratungsverlauf (1)

22.11.2018 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 6.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: Zwischenmitteilung zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Windthorststraße 7
  • Paul-Klee-Weg
  • Zum Klosterholz
  • Feuerstiege
  • Wilbrenning

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Details

Aktenzeichen
A-H/0007/2018
Typ
Antrag an die BV Hiltrup
Datum
18.04.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37