Mandari Insight

V/0058/2007

Krisenkompetenz in Schulen

Vorlagen 15.01.2007

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Nächste Beratung: Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Sitzung am 30.01.2007, TOP 5

Präventionsausschuss

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Krisenkompetenz

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Präventionsausschuss

11874 Zeichen

1 
Schulausschusssitzung 22.11.2005 
 
TOP 4.4. Gewaltprävention an Schulen, aktueller Sachstand 
 
Schulpsychologische Beratungsstelle, Lothar Dunkel 
 
Am 20.10.2005 ereignete sich ein gewalttätiger Vorf all an der Ludwig-Erhardt-Schule, der 
Münster in unangenehmer Art und Weise in die Boulev ardpresse katapultierte. An dieser 
Stelle soll überhaupt nicht der Versuch gemacht wer den den Vorfall zu beleuchten oder 
notwendige Konsequenzen aufzuzeigen. Das ist äußers t komplex und geschieht an ande- 
rer Stelle. Vielmehr soll der Vorfall dazu dienen, diesem Ausschuss ins  Bewusstsein zu 
rufen, dass Gewaltprävention in Schulen ein Thema ist, dass in den letzten 10 – 12 Jahren 
konkret und intensiv Fuß gefasst hat. Ich gehe davo n aus, dass dem Ausschuss viele der 
konkreten Beispiele, die ich nennen werde, bekannt sind. 
 
Ganz allgemein hat Gewaltprävention das Ziel, langf ristig durch die Beeinflussung von 
Einstellungs- und Verhaltensstrukturen die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass es nicht 
zu gewalttätigem Verhalten kommt. 
 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet  drei Ebenen der Prävention – Pri- 
mär-, Sekundär- und Tertiärprävention und es ist ga nz gut, sich diese drei Ebenen mal 
kurz vorzustellen.  
 
Die Primärprävention  
(ALLGEMEIN) setzt sich als Ziel, durch psychologisch e und päda- 
gogische Maßnahmen ein Einstellungs- und Verhaltens repertoire aufzubauen, das sich an 
einer gewaltfreien Konfliktlösung orientiert. Hieru nter sind all die Konzepte zu subsumie- 
ren, die auf Konfliktlösung ohne Niederlage, auf En twicklung einer Streitkultur, auf be- 
wusste Kontrolle aggressiver Affekte, auf die Entwi cklung prosozialer Normen des Zu- 
sammenlebens zielen. 
 
In unseren Schulen zählen dazu alle allgemeinen päd agogischen Unterrichtseinheiten und 
Schulregelungen mit dieser Zielrichtung.  
 
Die Sekundärprävention ( GEZIELT)konzentriert sich auf Risikogruppen und Ris ikositua- 
tionen, wenn es bereits zu Gewalttaten gekommen ist , oder auf einzelne Schüler, die sich 
in einer akuten Konflikt- und krisensituation befin den. Sie fallen durch Leistungsversagen 
auf, prügeln sich häufig mit Mitschülern, ... Sekun därprävention in der schule bedeutet: 
zunächst Entwicklung eines „Erstverhaltens“, welches der Situation angemessen ist, da- 
nach ergreift die Schule Maßnahmen, die auf Deeskal ation von Gewalttätigkeit einerseits 
und Aufbau eines prosozialen Verhaltens andererseits zielen.  
 
Hier sind u.a. zu nennen Vermeidung von unangemesse nem Leistungsdruck oder Arbeit 
mit Schulversagern. 
 
Tertiärprävention ( WENN ETWAS VORGEFALLEN IST) richtet sich auf Täter und Opfer, 
die in konkrete Gewaltereignisse verwickelt waren. Bei diesen ist zwar der „Fall“ juristisch 
zum Abschluss gebracht, es ist aber eine pädagogisc he „Nachsorge“ erforderlich (z.b. Tä- 
ter-Opfer-Ausgleich), damit Spätfolgen (Täter und O pfer) und das Entstehen neuer Ge- 
walttaten vermieden werden. Wesentliche Ziele sind hier Aufbau und Stärkung von 
Selbstregulations- und Eigengestaltungskräften. Soweit die WHO.

2 
Pauschal, vorab, schon mal  an dieser Stelle: Schul en in Münster zeigen viele Aktivitäten 
in allen drei Bereichen. 
 
Was für unser übliches Denken in diesem System viel leicht etwas ungewohnt ist, ist die 
Tatsache, dass der akute und aktuelle Umgang mit ei ner Gewaltsituation bereits unter 
Präventionsgesichtspunkten zu sehen ist – das Schli mmste, Ausweitung, bzw. Spätfolgen 
vermeiden ... Hierzu und als erstes möchte ich ihne n unser Modellprojekt „ Krisenkompe- 
tenz in Schulen “ (Sekundärprävention, konkreter Einsatz = Tertiärp rävention) in Erinne- 
rung rufen, welches wir zusammen mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband Westfa- 
len Lippe entwickelt und zusätzlich mit dem PSU-Tea m (PSU = Psychosoziale Unterstüt- 
zung) der Stadt (Feuerwehr, Notfallseelsorge, Betri ebliche Sozialberatung) durchgeführt 
haben. Genau einen Tag vor dem Ereignis in der Ludw ig Erhardt Schule hatten wir dazu 
unseren 4ten Fortbildungstag, an dem Krisenkompeten zteams aus insgesamt 10 weiter- 
führenden Schulen teilgenommen haben. Zwei Nachfolg etermine finden im Frühjahr 2006 
statt. Nach unserer persönlichen Einschätzung hat d ie Fortbildung bereits zu erhöhter 
Sensibilisierung und Aktivität in den Schulen gefüh rt. Sollte die wissenschaftliche Beglei- 
tung durch die Universität dies bestätigen, ist gep lant, diese Fortbildung zu wiederholen 
und letztlich in allen Schulen in der Stadt Krisenk ompetenzteams zu schulen. Ein interes- 
santer und schöner Nebeneffekt dieser Fortbildungsv eranstaltung war, dass sich einige 
Lehrpersonen, die gerade von uns geschult worden waren und der Notfallseelsorger spon- 
tan bereit erklärten, bei einer etwas umfangreicher en Nachsorge in der Ludwig Erhardt 
Schule mitzuarbeiten. Dies sah ganz konkret so aus,  dass im zweiten Teil einer Konferenz 
des gesamten Kollegiums (140 Lehrpersonen) ein Gesp rächsangebot für Kleingruppen 
gemacht werden konnte. Die Hälfte des Kollegiums en tschied sich, hieran teilzunehmen 
und durch diese Art der personellen Verstärkung – gerade geschulte „Krisenkompetenzler“ 
aus anderen Schulen stellten sich freiwillig und in  ihrer Freizeit für Arbeit an der Ludwig 
Erhardt Schule zur Verfügung - konnten wir parallel  7 Gesprächsgruppen mit jeweils 10 
Personen anbieten, um in persönlicher und individue ller Art den Lehrkräften, die dies woll- 
ten, Gesprächsmöglichkeiten über die Ereignisse in der Schule zu geben. Unsere Arbeit in 
der Ludwig Erhardt Schule geschah in Absprache mit der Schulleitung und dem spontanen 
Krisenteam, welches sich bei dem Vorfall gebildet hatte. Neben diesen Planungen beteilig- 
ten wir uns an der Lehrerkonferenz, führten die Ges prächsgruppen, berieten eine weitere 
Gremienrunde der Schule und führten auch Einzelbera tungen durch, um Ängsten und 
Traumatisierungen zu begegnen. 
 
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich jetzt exemplarisch einige weitere Aktivitäten 
für Schulen nennen: 
 
Bei dem Vorfall in der Ludwig Erhardt Schule wurde ein Zusammenhang mit jugendlichen 
Gruppierungen aus Osthuesheide hergestellt. Von die sem Stadtteil war eh bekannt, dass 
er dringend Förder- und Unterstützungsmassnahmen be nötigte. Diese sind inzwischen 
erarbeitet und am 4.11.2005 vom Kriminalpräventiven  Rat als „ Handlungsprogramm 
Osthuesheide 2005/2006 “ (Sekundär –und Tertiärprävention) verabschiedet worden. Ne- 
ben einer Vielzahl von Maßnahmen für den Stadtteil sind auch stärkere Kontakte zwischen 
Polizei und Schulen, sowie Amt 51 und Schulen vorgesehen. 
 
Der Einsatz von Streitschlichtern (Sekundärprävention) in der Schule wurde vor ca. 12  
Jahren von einer Schulpsychologin aus Bielefeld in Deutschland publik gemacht. Wir alle 
können immer wieder aus der Presse entnehmen, dass auch in Münster viele Schulen 
diesen Ansatz aufgegriffen haben. Aufarbeitung von Konflikten unter Schülern mit dem 
Ziel der Mediation ist auch Inhalt des Modells „ Klassenrat “ (Primärprävention), ein Ansatz, 
der eher für einzelne Klassen und die Grundschule g edacht ist. Ein von zwei Mitarbeiterin-

3 
nen der Schulpsychologischen Beratungsstelle entwic keltes Konzept „ Die Klasse als 
Team “ (Primärprävention) dient ebenso dazu die sozialen  Kompetenzen der Kinder und 
Jugendlichen zu verbessern und das Klassenklima positiv zu beeinflussen. 
 
Fortbildungsangebote zu obigen Themen und auch ande re finden Sie in unserer Fortbil- 
dungsbroschüre, die an alle Schulen verschickt wurd en. In dieser Broschüre finden Sie 
auch die Ankündigung zur 10. Münsteraner Konflikttagung , (Sekundärprävention) die 
Anfang 2006 stattfinden wird – leider in abgespeckt er Form zu den bisherigen Veranstal- 
tungen, da keine ausreichenden Finanzen vorhanden s ind und in den Schulen Unsicher- 
heiten bzgl. der Teilnahme an ganztägigen Fortbildungsveranstaltungen bestehen.   
 
Einige in dieser Runde erinnern sich vielleicht noc h an dieses Tuch. Vor ca. 3 Jahren habe ich 
Ihnen damals „ Magic Circle “ (Primärprävention) vorgestellt. Das Programm zur Persönlichkeits- 
stärkung von Kindern im Alter von 5 – 12 Jahren und  für die Klassen 1 – 6 ist bisher mehr als 2500 
mal angefordert worden. In Münster gibt es Schulen,  in denen Magic Circle in fast allen Klassen 
kontinuierlich eingesetzt wird. Wichtig ist aber au ch, dass der Kooperationsverbund von Schulpsy- 
chologischer Beratungsstelle, Jugendrotkreuz, asb ( Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung) 
und Provinzial Versicherung das –Gesamtprojekt weit erentwickelt hat und neben Magic Circle die 
Bausteine „ Fair Mobil – Parcours zur Konstruktiven Konfliktreg elung “ (Sekundärprävention), 
„Spotlight – Theater gegen Mobbing “ (Sekundärprävention) und „ Cool at School – Aktionen 
gegen Vandalismus “ (Sekundärprävention) entwickelt und wie sie sehen  können, sehr anspre- 
chend produziert hat (www.miteinandern.de). Stark i m MiteinanderN erhielt letztes Jahr den Deut- 
schen Förderpreis Kriminalprävention 2004 (http://www.institut.de/index_home.html). 
  
Eine wichtige Veranstaltung zum Thema Gewalt ist de r vom akkku – Arbeitskreis Kon- 
struktive Konfliktkultur – veranstaltete Aktionstag gegen Gewalt , (Sekundärprävention) 
der bisher drei mal stattgefunden hat, zuletzt in K ooperation mit der Geist Schule. Und 
ganz aktuell gibt es heute abend über den akkku in Gievenbeck ein Gesprächsangebot an 
den ganzen Stadtteil mit dem Ziel ein dreijähriges Projekt zur Gewaltprävention (Primär- 
prävention und Sekundärprävention) welches durch di e Stiftung Mensch unterstützt wird, 
gemeinsam mit dem Stadtteil zu planen. 
 
Wenn es bei der Aufzählung hauptsächlich Erwähnungen aus dem Bereich Sekundär- und 
Tertiärprävention gab, liegt das daran, dass Primär prävention hauptsächlich von den 
Schulen selbst in Eigenregie durchgeführt wird. Der  Bereich Sekundärprävention häufig in 
Zusammenarbeit von Schule mit externen Experten und  die Tertiärprävention häufig die 
überwiegende Arbeit Externer ist. 
 
Damit sei es genug mit der Erwähnung einzelner Projekte. Eine Übersicht und Zusammen- 
fassung finden Sie in dieser städtischen Broschüre (Netzwerk Gewaltprävention & Konflikt- 
regelung Münster – Wegweiser für Wegweiser, www.gew altpraevention-muenster.de). 
Hier haben sich 14 Institutionen zu diesem Thema in  Münster zusammengefunden und 
stellen ihre Angebote dar. Es ist aus meiner Sicht nicht hoch genug zu bewerten, dass 
sich hier Anbieter aller Couleur gemeinsam darstell en, wenngleich sie in der täglichen Ar- 
beit auch Konkurrenten sind.  
 
Zum Schluss ein kleines Resumée:  
Bei aller Vielfalt und Reichhaltigkeit der zur Verfügung stehenden Präventionsangebote 
und bei allem Engagement der Schulen möchte ich klar stellen: 
 
1. Wenn wir das was wir haben, der Stand den wir er reicht haben, halten, vielleicht  ver- 
stärken oder verbessern wollen, müssen die Schulen und Institutionen, die Aktivitäten 
entwickeln und Angebote machen gestärkt und nicht geschwächt werden sollten. Nur

4 
so können wir sicher sein, dass die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte, gewalttätige 
Handlungen gering bleibt. 
2. Keine Prävention, keine Vorsorge kann uns mit Si cherheit vor gewalttätigen Ereignis- 
sen oder spektakulären Begebenheiten bewahren, genauso wenig, wie eine gute Ge- 
sundheitsvorsorge das Auftreten von Krankheiten verhindern kann. Potentiale für Ge- 
waltvorkomnisse in und um Schule sind auch in Münster vorhanden – ungünstiges so- 
zialräumliches Umfeld, mangelnde Integration, Schulversager, perspektivlose Jugend- 
liche ... davor sollten wir die Augen nicht verschließen und uns in einer Sicherheit wie- 
gen, die nicht angezeigt ist. 
 
Was wir in unseren und für unsere Schulen haben sind: 
• Bereitschaft, sich dem Thema zuzuwenden 
• Spielräume der Schulen, sich Experten in die Schul e zu holen 
• Reichhaltiges Angebot verschiedenster Anbieter.

Flyer.pdf

3532 Zeichen

Anmeldung:

Das Kollegium einer Schule sollte die
Teilnahme am Modellprogramm ge-
meinsam absprechen und 2-3,an dem
Aufbau eines Krisenkompetenzteams
interessierte Lehrkräfte, schriftlich bei
den Ansprechpartnerinnen bis zum 18.
März 2005 anmelden.

Die Kosten für die Fortbildung werden
von den Trägern des Modellprogramms
übernommen.

Mit der Teilnahme an diesem Pro-
gramm verpflichtet sich die Schullei-
tung, die beteiligten Lehrkräfte für die
Dauer der Fortbildung freizustellen
und sie bei dem Aufbau eines Krisen-
managements zu unterstützen.

Jede Krise hat nicht nur ihre Gefahren,
sondern auch ihre Möglichkeiten.

Martin Luther King

Ansprechpartnerinnen:

Sieg ||| MÜNSTER

: Schulpsychologische
Beratungsstelle :

Frau Dr. Linde Eck

Klosterstraße 33

48143 Münster

Tel.: 0251-492-4088

E-Mail: eckl@stadt-muenster.de

® Gemeinde-
IX unfallversicherungsverband
AN Westfalen-Lippe
Frau Martina Rottländer
Salzmannstraße 156
48159 Münster
Tel.: 0251-2102-123
E-Mail: m.rottlaender@guvv-wl.de

Gute und
gesunde Schule

Krisenkompetenz
in Schulen -

«

mit Unfällen, Amokläufen, Suizidandrohungen,
Erpressungen ... sicher umgehen

Bemühe dich,
deiner Krise zu begegnen,
bevor sie dich überfällt.

Pavel Kosorin

Ein Angebot für Haupt-, Realschulen,
Gymnasien und Berufskollegs in der
Stadt Münster

von:

aeg A vünsTeR

: Schulpsychologische
Beratungsstelle :

® Gemeinde-
® () unfallversicherungsverband
an

Westfalen-Lippe

Extremereignisse an Schulen sind, wie
Erfurt und ähnliche Beispiele zeigen,
nicht auszuschließen. Schulen sind
häufig nicht ausreichend auf diese Situ-
ationen vorbereitet. Um in Zukunft sen-
sibel und adäquat mit solchen Ereignis-
sen umgehen zu können, sind sowohl
präventive Strategien als auch Hand-
lungskompetenz nach Eintritt einer Ex-
tremsituation notwendig.

Der GUVV Westfalen-Lippe und die
Schulpsychologische Beratungsstelle
Münster bieten jeweils zwei bis drei
Hauptschulen, Realschulen, Gymna-
sien und Berufskollegs der Stadt
Münster die Möglichkeit, an diesem
Modellprogramm zur Förderung der
Krisenkompetenz an Schulen teilzu-
nehmen.

Ziel des Krisenkompetenzprogramms:

Jede Schule soll:am Ende der Fortbil-
dung mehr Möglichkeiten entwickelt
haben, sicher und kompetent mit Kri-
sen und Notfällen umzugehen.

Inhalte der Fortbildung:

°  Sicherheitskonzept der eigenen Schule
analysieren und erweitern

:  Krisenpräventive Elemente ide:
und installieren

..

Die Wahrnehmung für bedrohliche Situa-
tionen und Signale stärken

Ergebnisse aus der Traumaforschung
und Notfallpsychologie erfahren

Einen Kriseninterventionsplan und
„Notfallkoffer“ für die eigene Schule entwi-
ckeln

Persönliche und schulische Grenzen in
Notfallsituationen bewusst machen und für
den Selbstschutz als Krisenhelfer sorgen
lernen

Erfahrungsaustausch und Netzwerkbil-
dung der Schulen untereinander

Zielgruppe:

Interessierte Lehrkräfte, Sicherheitsbeauf-
tragte, Beratungslehrer und - lehrerinnen

Dauer und Termine:

Im Jahr 2005 findet eine Fortbildungsreihe
statt:

2 1. Termin: 12.05.2005 (15:00 - 18:00 Uhr)
2 2. Termin: 01.06.2005 (11:00 -17:00 Uhr)
2 3. Termin: 07.09.2005 (15:00 - 18:00 Uhr)

© 4. Termin: 19.10.2005 (15:00 - 18:00 Uhr)

© Im Jahr 2006 schließen sich zwei Treffen

zum Erfahrungsaustausch an.

Das Modellprogramm wird evaluiert.

Veranstaltungsort:

Die ersten 4 Treffen finden in den
Räumlichkeiten der Schulpsychologi-
schen Beratungsstelle der Stadt Müns-
ter, Klosterstraße 33, 48143 Münster
statt; die Treffen im Jahr 2006 beim Ge-
meindeunfallversicherungsverband

Krisenkompetenz

5052 Zeichen

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Krisenkompetenz an 
münsteraner Schulen 
Ein Modellprojekt zur Förderung eines 
sicheren und kompetenten Umgangs 
mit Krisen und Notfällen an Schulen

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Projektträger 
• Gemeindeunfallversicherungsverband 
Westfalen-Lippe 
• Schulpsychologische Beratungsstelle 
der Stadt Münster 
• Notfallseelsorge des Bistums Münster 
(PSU Team der Stadt Münster) 
Träger

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Projektziel 
• Jede Schule soll am Ende der Fortbildung 
mehr Möglichkeiten entwickelt haben, 
sicher und kompetent mit Krisen und 
Notfällen umzugehen. 
Ziel

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Teilnehmende I 
Teilnehmende

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Teilnehmende II 
• Alle weiterführenden Schulformen vertreten 
• Eine Schulleitung und 18 Lehrkräfte 
(u.a. Beratungslehrer/-innen, 
Sicherheitsbeauftragte) 
Teilnehmende 
• 10 Schulen

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Teilnehmende III 
Teilnehmende 
Schulen in Münster 
Geistschule 
Hauptschule Wolbeck 
Johannes-Gutenberg-Realschule 
Karl-Wagenfeld-Schule 
Paul-Gerhard-Schule 
Realschule Wolbeck 
Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium 
Gymnasium Paulinum 
Hans-Böckler-Schule 
Wilhelm-Emmanuel-von-Kettler-Schule

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Inhalte der Fortbildung 
Sicherheitskonzepte der 
eigenen Schule analysieren 
und erweitern 
Erfahrungsaustausch 
und Netzwerkbildung 
der Schulen 
untereinander 
Persönliche und schulische Grenzen in 
Notfallsituationen bewusst  machen und 
für den Selbstschutz als Krisenhelfer 
sorgen lernen 
Einen Kriseninterventionsplan und 
„Notfallkoffer“ für die eigene Schule 
entwickeln 
Ergebnisse aus der 
Trauma-Forschung 
und 
Notfallpsychologie 
kennen lernen 
Die 
Wahrnehmung 
für bedrohliche 
Situationen und 
Signale stärken 
Krisenprä-
ventive 
Elemente 
identifizieren 
und installieren 
Inhalte

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Projektplan 
Plan

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Durchführung I 
Durchführung 
I. 12.05.2005 
Eigene Erfahrung 
Erwartungen 
Begriffsklärungen 
Trauer/ 
Krisenphasen 
FNV-Modell 
Fallbeispiel 
Krisenmanagement 
Frühwarnzeichen 
GCI 
Bildung von 
Krisenteams 
Checkliste zur 
psychologischer 
erster Hilfe 
Eigene Analyse 
Netzwerkbildung 
Erfahrungsaustausch 
Krisenplan erstellen 
Psychohygiene 
Etablierung des 
Krisenteams 
Netzwerkausbildung 
VI. 17.05.2006 
V. 08.03.2006 
IV. 19.10.2005 
III. 07.09.2005 
II. 01.06.2005

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Evaluation I 
Nach jedem Termin 
• Fragen nach Relevanz der Inhalte 
• Klima in der Gruppe 
• Persönliches Erleben 
Ergebnisse: 
• zum großen Teil sind die Inhalte neu und auch für die 
Arbeit an der Schule relevant 
• Das Klima in der Gruppe wird als sehr bereichernd erlebt 
• In Abhängigkeit des Themas werden auch gute 
persönliche Erfahrungen gemacht 
Evaluation

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Evaluation II – Fragebogen 
Uni Münster, Dr. Gediga, nach dem 4. und 6. Treffen
Evaluation 
 Vorgehen 
• zweimalige Fragebogenerhebung (15 Pers.) 
• Vergleich = Veränderung über die Zeit 
 individuelle Ebene 
• Krisenszenarien (Fragen nach Realismus, Kontrolle, Belastung) 
• inhaltliches Wissen 
 institutionelle Ebene 
• organisatorischer Umgang mit Krisen 
• Krisenkompetenzteams 
• Vernetzung mit externen Partnern

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Realismus Kontrolle Belastung 
Zuwachs 
unverändert 
Abnahme 
Realismus Kontrolle Belastung 
Zuwachs 
unverändert 
Abnahme 
Krisenszenarien 
Evaluation 
6
24
9
8
5
54
2
Zahlen = Anzahl Teilnehmer

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Inhalte der Fortbildung 
Evaluation 
kein Wissenszuwachs (4) 
theoretisches Wissen zum Thema „Krise“ (Definitionen, Modelle, 
Techniken, Gesprächsführung) 
Wissenszuwachs (11)

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Organisatorischer Umgang mit 
Krisen 
Evaluation 
Hat sich der Umgang mit Krisen an der Schule verändert? 
keine Veränderungen (4) 
mehr Offenheit             
mehr Sensibilität 
mehr Strukturiertheit (11)

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
0
1
2
3
4
5
6
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 
Anzahl Netzwerkpartner 
Okt 05 
Mai 06 
Vernetzung (I) 
Evaluation 
• Krisenkompetenzteams: 1   4
• Arbeitet die Schule mit externen Partnern zusammen ? 
Anzahl Befragte

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Vernetzung (II) 
Evaluation 
Lehrer (14) 
Schulleitung (14) 
Psychologe (8) 
Seelsorger (10) 
Sozialarbeiter (8) 
Drogenberatung (8) Familienberatung (9) 
Polizei (6) Gesundheitsamt (1) 
Sozialpädagoge (1) 
Streetworker (1) 
( ) = Anzahl Nennungen

Evaluation Durchführung Plan Inhalt Teilnehmende Ziel Träger 
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Berichtsvorlage

9236 Zeichen

V/0058/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Krisenkompetenz in Schulen 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
30.01.2007 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung wird ein aktueller Sachstandsbericht über ein Mo-
dellprojekt  „Krisenkompetenz in Schulen“ vorgelegt. 
 
 
Bisherige Thematisierung 
 
Ein aktuelle
s Ereignis in der Ludwig-Erhard-Schule im November 2005 war Anlass für eine münd-
liche Berichterstattung im Schulausschuss am 22.11.2005 unter der Überschrift „Gewaltpräventi-
on - Krisenkompetenz“. Die damaligen, mündlichen Ausführungen, wurden dem Protokoll der 
Sitzung in schriftlicher Form beigefügt (Anlage). 
 
 
Definition 
 
Krisen sind Ereignisse, die ein Individuum oder System in einen instabilen Zustand versetzen. Als 
Krisen werden u. a. Ereignisse wie: Unfälle, Amokläufe, Suizidandrohungen, Suizide, Erpressun-
gen, Todesfälle betrachtet. Krisenkompetenz beinhaltet zum einen, die Instabilität nicht unnötig 
groß werden zu lassen und zum anderen angemessen schnell und erfolgreich wieder in einen 
stabilen Zustand zu gelangen. 
  
 
Hintergrund 
 
Spätestens 
seit der Tat von Sebastian B. in der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten am 
20. November 2006 steht außer Frage, dass die Beschäftigung mit Gewalt und Krisen für Schu-
len notwendig ist.  
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0058/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Dunkel 
Ruf: 
492 40 80 
E-Mail: 
DunkelL@stadt-muenster.de 
Datum: 
15.01.2007 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0058/2007 
 
Kooperationspartner 
 
Die Idee, eine spezielle Veranstaltung für Sc hulen anzubieten, um dort die Krisenkompetenz zu 
stärken, entstand durch Kooperationskontakte zwischen der Schulpsychologischen Beratungs-
stelle und der Präventionsabteilung des GUVV (Gemeindunfallversicherungsverband) Westfalen-
Lippe. Während der konkreten Planung ergaben sich Kontakte zum PSU-Team (PSU = Psycho-
Soziale-Unterstützung) der Feuerwehr Münster. Im Team sind: vier Feuerwehrbeamte aus dem 
feuerwehrtechnischen Dienst, der Feuerwehrseelsorger und die Sozialarbeiterin der innerbetrieb-
lichen Sozialberatung der Stadt Münster. Weiterhin war die Notfallseelsorge des Bistums Münster 
an diesem Projekt beteiligt. 
 
 
Krisen in Schulen 
 
Bei Krisen in dem Bereich Schule bietet es sich 
an, die Schulpsychologie mit einzubeziehen. Sie 
hat über ihre psychologischen Kenntnisse hinaus spezifische Kenntnisse über das System Schu-
le und konkrete Kenntnisse über eine einzelne Schule. 
 
Seit knapp 10 Jahren ist „Krisenkompetenz“ ein Schwerpunktthema in der Schulpsychologie. 
Bundesweit und international haben Schulpsychologen theoretische und praktische Kenntnisse 
entwickelt und diese spätestens seit der Tat von Erfurt im April 2002 auch effektiv in Krisensitua-
tionen in Schulen eingebracht. Wenige Tage nach der Tat von Erfurt wurden 10 bayerische 
Schulpsychologen - zum damaligen Zeitpunkt die am besten ausgebildeten Schulpsychologen für 
Krisenintervention und -begleitung in Deutschland - dort vor Ort tätig. Für die Nachsorge stellte 
das Land Thüringen 10 Schulpsychologen für ein Jahr ein.  
 
In NRW hat sich in den letzten Jahren ein landesweites Netzwerk von in Krisenkompetenz quali-
fizierten Schulpsychologen gebildet. Zwei Mitarbei ter der Stadt Münster sind Teil dieses Netz-
werkes. 
 
 
Krisenkompetenz der einzelnen Schule 
 
Neben der 
Qualifizierung von Fachleuten ist es wichtig, die Krisenkompetenz einer Schule so gut 
wie möglich zu entwickeln. Schulen tun dies unterschiedlich und in der Vergangenheit eher nicht 
explizit. Mit dem Ziel, hier ein stärkeres Bewusstsein und eine transparentere Struktur in einer 
Schule zu schaffen, hat die Schulpsychologische Beratungsstelle zusammen mit dem GUVV 
Westfalen-Lippe, dem PSU-Team der Stadt Münster und der Notfallseelsorge des Bistums Müns-
ter ein Fortbildungsmodul für Schulen entwickelt.  
 
 
Projektziel 
 
„Jede Schule soll am Ende der Fortbildung mehr Möglichkeiten entwickelt haben, sicher und 
kompetent mit Krisen und Notfällen umzugehen.“ (Ankündigungs-Flyer) Dabei ging es neben der 
Qualifizierung der Teilnehmenden auch um Begleitung und Beratung bei der Implementierung 
der Krisenkompetenzteams, sowie der Unterstützung beim Aufbau der Netzwerkstrukturen der 
einzelnen Schulen. 
 
 
Ausschreibung 
 
In der Plan
ung wurde entschieden, zunächst alle weiterführenden Schulen der Stadt MS anzu-
schreiben und die Fortbildung anzubieten. 10 Schulen meldeten sich für eine Teilnahme.

3 
V/0058/2007 
 
Teilnehmende  
 
Alle weiterführenden Schulformen sind vertreten 
Eine Schulleiterin und 18 Lehrkräfte (u. a. Beratungslehrer/-innen, Sicherheitsbeauftragte) 
 
10 Schulen 
 
• Hauptschulen
 
Geistschule 
Hauptschule Wolbeck 
 
• Realschulen 
Johannes-Gutenberg-Realschule 
Karl-Wagenfeld-Schule 
Paul-Gerhard-Schule 
Realschule Wolbeck 
 
• Gymnasien
 
Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium 
Gymnasium Paulinum 
 
• Berufskollegs
 
Hans-Böckler-Schule 
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Schule 
 
 
Beteiligung der Bezirksregierung 
 
Im Vorfeld der Ausschre
ibung wurde mit den entsprechenden Dezernenten der Bezirksregierung 
Kontakt aufgenommen und das Vorhaben erläutert. Alle Dezernenten bekundeten ihre positive 
Unterstützung für die Qualifizierungsmaßnahme. Am 18.1.2006 wurde die Bezirksregierung aus-
führlich über die Veranstaltung informiert. 
 
 
Inhalte der Fortbildung 
 
• Sicherheitskonzepte der eigenen Schule analysieren und erweitern 
• Erfahrungsaustausch und Netzwerkbildung der Schulen untereinander 
• Persönliche und schulische Grenzen in Notfallsituationen bewusst machen und für den 
Selbstschutz als Krisenhelfer sorgen lernen 
• Einen Kriseninterventionsplan und „Notfallkoffer“ für die eigene Schule entwickeln 
• Ergebnisse aus der Trauma-Forschung und Notfallpsychologie kennen lernen 
• Die Wahrnehmung für bedrohliche Situationen und Signale stärken 
• Krisenpräventive Elemente identifizieren und installieren

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V/0058/2007 
 
Zeitplan 
 
Die Fortbildungsmodule liefen von April 2005 bis September 2006. 
 
I. 12.05.200 Eigene Erfahrung 
  Erwartungen 
  Begriffsklärungen 
 
II. 01.06.2005 Trauer/Krisenphasen 
  FNV-Modell (F = Fürsorge, N = Nachsorge, V = Vorsorge) 
  Fallbeispiel 
  Krisenmanagement 
 
III. 07.09.2005 Frühwarnzeichen 
  GCI-Modell (Group Crisis Intervention) 
  Bildung von Krisenteams 
 
IV. 19.10.2005 Checkliste zu psychologischer erster Hilfe 
  Eigene Analyse 
  Netzwerkbildung 
 
Danach hatten die Teilnehmenden Zeit, das Thema „Krisenkompetenz“ in ihrer jeweiligen Schule 
zu besprechen und weiterzuentwickeln. Zur Unterstützung wurden zwei Folgetermine eingerich-
tet. 
 
V. 08.03.2006 Erfahrungsaustausch 
  Krisenplan erstellen 
  Psychohygiene 
 
VI. 17.05.2006  Etablierung des Krisenteams 
  Netzwerkausbildung 
 
Nachfolgend wurde ein Gespräch in jeder Schule mit den Teilnehmenden der Fortbildung und 
weiteren Personen in der Schule, vor allem der Schulleitung geführt, um die Umsetzung der Fort-
bildung für die Schule zu besprechen. 
 
 
Evaluation 
 
Eine Evaluation wurde durch die WWU (Westfälische Wilhelms Universität) durchgeführt und 
erstellt. Von 
den Teilnehmenden wurden erfragt: 
 
• Relevanz der Fortbildungsinhalte 
• Klima in der Gruppe 
• Persönliches Erleben 
• Wissen über Krisen 
• Einschätzung und Wirkung von Krisen 
• Umgang mit Krisen 
• Vernetzung mit externen Partnern

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V/0058/2007 
 
Ergebnisse der Evaluation 
 
• Zum großen Teil waren die Inhalte der Fortbildung neu und für die Arbeit an der Schule 
relevant 
• Das Klima in der Fortbildungsgruppe wurde als sehr positiv erlebt 
• In Abhängigkeit des Themas werden gute persönliche Erfahrungen gemacht 
• Situationen, die von Lehrkräften als nicht kontrollierbar wahrgenommen werden, sind 
stark belastend (z.B. Suizid und Suizidabsichten) 
• Die Erweiterung der Krisenkompetenz hilft in Krisen sicherer zu reagieren 
• Unterstützungssysteme für Schulen sind bekannt und würden im Krisenfall angesprochen 
werden 
• Alle Schulen planen den Aufbau von Krisenkompetenzteams 
• Bei von Krisen betroffenen Schulen (Beispiel: Tod eines Schülers) kam es zur Verbesse-
rung der Krisenbearbeitung 
 
 
Präventionsangebote für Schulen 
 
Das hier vo
rgestellte Projekt steht nicht für sich allein und ist im Zusammenhang mit anderen 
Angeboten zu sehen. Mit dem Titel „Gewaltprävention - Krisenkompetenz“ wurde dem Schulaus-
schuss am 22.11.2005 berichtet. Die schriftliche Form ist dieser Vorlage als Anlage beigefügt. 
Die dort dargestellten Angebote für Schulen haben im Wesentlichen heute noch Gültigkeit  
 
 
Ausblick 
 
Die beteiligt
en Kooperationspartner bewerten dieses Pilotprojekt als erfolgreich. Das Projektziel 
„Jede Schule soll am Ende der Fortbildung mehr Möglichkeiten entwickelt haben, sicher und 
kompetent mit Krisen und Notfällen umzugehen“ wurde erreicht. Die Schulen, die teilgenommen 
haben, werden zukünftig weiter betreut. Nach Prüfung des Vorhandenseins der notwendigen 
Ressourcen kann allen weiterführenden, sowie Grund- und Förderschulen, ein neues  Fortbil-
dungsangebot gemacht werden. 
 
 
gez. 
 
Dr. Andrea Hanke 
Stadträtin 
 
 
 
ANLAGEN 
Flyer 
Pressetext 
Präsentatio
n 
Prävention

Presse MZ/WN

3774 Zeichen

„Krisenkompetenz in Schulen“  
Qualifizierung und Beratung für münsteraner Schulen fand große Resonanz. 
 
Schulen sind im Allgemeinen nur unzureichend auf Ereignisse, wie Selbstmord, Unfall, Ge- 
walt, Erpressung und ähnliches vorbereitet.  Dies war mit ein Grund, ein gemeinsames Qua- 
lifizierungs- und Beratungsangebot des Gemeindeunfallversicherungsverbandes Westfalen-
Lippe (GUVV W-L) und  der schulpsychologischer Beratungsstelle der Stadt Münster sowie 
der Notfallseelsorge des Bistums Münster .Schulen der Sekundarstufe im Umgang mit dem 
Thema Krisen und Extremereignisse zu unterstützen. 
 
In den letzten eineinhalb Jahren nahmen Lehrkräfte von zehn weiterführenden Schulen aus 
Münster an der Qualifizierungsmaßnahme zur Förderung der Kompetenzen im Umgang mit 
kleinen und großen Krisen an Schulen teil. 
In sechs Qualifizierungseinheiten wurden Themen wie Krisenvorbeugung, Krisenbewältigung 
und Schulorganisation besprochen. Ziel war es, ein Krisenmanagement an der eigenen 
Schule aufzubauen. Aufgabe des Krisenmanagements ist neben der Intervention auch die 
Prävention von Krisen, das frühe Erkennen von sich anbahnenden Krisen, das Hinsehen und 
entsprechende Handeln: „Die Frühwarnsignale rechtzeitig wahrzunehmen und Schüler bzw. 
Eltern darauf anzusprechen kann helfen eine Krise entweder ganz zu vermeiden oder die 
Folgen zu verringern, so Martina Rottländer, Mitarbeiterin des GUVV Westfalen-Lippe. 
Ist dennoch eine Schule von einer Krise betroffen, müssen Lehrkräfte wissen, wie sich Men- 
schen verhalten und wie sie als Lehrpersonen entsprechend reagieren sollen. 
Das Gespräch mit den Betroffenen ist eine wichtige Aufgabe von Schulleitungen und Lehr- 
kräften. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle bo- 
ten Trainingsmöglichkeiten in hilfreicher Gesprächsführung bei und nach Krisensituationen. 
 
„Wir sollten mehr miteinander reden.“, äußerte ein Teilnehmer, „und das nicht erst, wenn das 
Kind in den Brunnen gefallen ist. Die ein oder andere Krise wäre nicht in dem Maße eska- 
liert, wenn ich erkannt hätte, dass sich ein Schüler in einer Krise befindet.“ 
 
Das Erarbeiten von Handlungsschritten in Krisensituationen führt zu mehr Sicherheit im Um- 
gang mit den Extremereignissen. Die projektbegleitende Evaluation, durchgeführt vom Psy- 
chologischen Institut der Universität Münster zeigt, dass die teilnehmenden Lehrkräfte sich 
verstärkt mit dem Thema auseinander gesetzt haben, sich selbst im Umgang mit Krisen si- 
cherer einschätzen und am Aufbau eines Krisenmanagements in ihrer Schule arbeiten. 
Wichtig ist in diesem Zusammenhang ist die Unterstützung der Schulleitung, um den Um- 
gang mit Krisen und Extermereignisse als Aufgabe der ganzen Schule zu verstehen und

nicht nur von vereinzelten engagierten Lehrkräften. Konkrete Unterstützung und Beratung im 
Aufbau eines Krisenmanagements erhielten die Schulen von den Mitarbeitern der Schulpsy- 
chologischen Beratungsstelle, des GUVV Westfalen-Lippe und der Notfallseelsorge. 
Nach Abschluss des Modellprojektes ist allen Teilnehmenden und auch dem Projektteam 
bewusst, dass der Umgang mit Krisen an Schulen auch über das Projekt hinaus ein wichti- 
ges Thema an Schulen ist und besondere Beachtung benötigt. Daher hat die Schulpsycho- 
logische Beratungsstelle in ihrem Fortbildungsprogramm für das neue Schuljahr das Angebot 
um den Bereich der Gesprächsführung nach Krisen erweitert.

Fragen an Schulleiterin: 
 
1. Was war Ihre Motivation zur Teilnahme an dieser Fortbildung? 
2. Was nehmen Sie aus diesen Veranstaltungen mit? 
3. Welche Faktoren erleichtern Ihrer Meinung nach d ie Implementierung eines Kriseninter- 
ventionsplans an Schulen? 
4. Wo sehen Sie die Rolle der Schulleitung im Theme nfeld „Krisen an Schulen“?

Beratungsverlauf (1)

30.01.2007 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Klosterstraße 33
  • Salzmannstraße 156

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0058/2007
Typ
Vorlagen
Datum
15.01.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37