2325/2017
Aufnahme einer Grabstätte in die Liste der Gräber für verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger und Übernahme der Grabpflege durch die Stadt Köln
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Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41 Vorlagen-Nummer 2325/2017 Freigabedatum 30.08.2017 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Aufnahme einer Grabstätte in die Liste der Gräber für verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger und Übernahme der Grabpflege durch die Stadt Köln Beschlussorgan Hauptausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Hauptausschuss beschließt die Aufnahme der Grabstätte von Frau Elke Mascha Blankenburg (Friedhof Melaten, Flur 044, Grabnummer 31) in die Liste der Gräber verdienstvoller Bürgerinnen und Bürger. Die Übernahme der Grabpflege und der baulichen Unterhaltung durch die Stadt Köln wird gemäß § 23 Absatz 4 der Friedhofssatzung der Stadt Köln geregelt. Hauptausschuss 11.09.2017 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 235 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung Die Dirigentin, Musikwissenschaftlerin, Autorin und Herausgeberin Elke Mascha Blankenburg war eine Wegbereiterin für die Gleichstellung der Frau in der Musikkultur. Durch ihre künstlerische und wissenschaftliche Arbeit legte sie in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Grund- lagen für die historische und systematische Erforschung der Rolle der Frau in der Musik. Für die ak- tuelle Genderforschung im Bereich der Musik hat sie durch ihre Tätigkeit als Dirigentin, Herausgebe- rin und Forscherin Pionierarbeit geleistet. Frau Blankenburg engagierte sich vor allem für die Erforschung vergessener Komponistinnen und deren Werke. Weltweit suchte sie in Archiven nach Kompositionen von Frauen aus allen Zeitepochen, die meist nur in Handschriften vorlagen und von ihr transkribiert und als Notendrucke herausgegeben wurden. Hierdurch ermöglichte sie zahlreiche Wieder- und Uraufführungen von Werken in nahezu allen musikalischen Gattungen. Als besondere Leistung ist hier die Wiederaufführung von „La libera- zione di Ruggiero dall’isola d’Alcina“ von Francesca Caccini (1587-1640) zu nennen, die als früheste erhaltene Oper einer Komponistin gilt. Die Aufführung fand 1980 im Rahmen des von ihr organisierten „Internationalen Komponistinnen Festivals“ durch die Kölner Oper statt. Besondere Verdienste hat sich Frau Blankenburg um die Wiederentdeckung der Werke Fanny Hen- sel, geb. Mendelssohn erworben, deren Werke sie erstmalig herausgegeben und uraufgeführt hat. So dirigierte sie 1984 die Uraufführung des „Oratorium nach Bildern der Bibel“ für Soli, Chor und Orches- ter (1831) in der St. Maria Himmelfahrt-Kirche in Köln und 1986 die „Ouvertüre in C-Dur“ (1832) in der Alten Oper zu Frankfurt mit dem von ihr gegründeten Clara-Schumann-Orchester Köln. Als Chorleiterin und Dirigentin gründete und leitete Frau Blankenburg mehrere Chöre und Ensembles, mit denen sie die Werke von Komponistinnen von der Renaissance bis zur Gegenwart aufführte, LPs und CDs einspielte sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen gestaltete. Bereits 1970, als Kirchen- musikerin an der Christuskirche in Köln-Dellbrück, gründete sie den Chor „Kölner Kurrende“, 1981 das „Leonardo-Ensemble“ und 1986 das „Clara-Schumann-Orchester Köln“, ein professionelles Sin- fonieorchester mit ausschließlich Musikerinnen. Gemeinsam mit Gabriele Pallenberg rief sie 1995 dann noch das „Orchestra Clara Schumann Roma“ ins Leben. Als Autorin hat Frau Blankenburg zahlreiche Aufsätze veröffentlicht und ihr Buch „Dirigentinnen im 20. 3 Jahrhundert. Porträts von Marin Alsop bis Simone Young“ (223) gilt bis heute als Standardwerk zu diesem Thema. Das mehr als 20.000 Dokumente, Publikationen und Medien umfassende Archiv „Frau und Musik“, das aus dem 1979 von Frau Blankenburg gründete Arbeitskreises Frau und Musik hervorgegangen ist, befindet sich in Frankfurt am Main, wo auch der Nachlass von Frau Blankenburg lagert. Für diese Leistungen wurde Frau Blankenburg 1999 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Das Kulturamt befürwortet die Aufnahme dieser Grabstätte in die Liste der Gräber für verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger sowie die Übernahme der Grabpflegekosten und der baulichen Unterhaltung durch die Stadt Köln.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2325/2017
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 30.08.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27