V/0510/2017
"Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt"
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Anlage 2_A-R_0006_2010_Originalantrag_Fotografie
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CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de Anlage 2 zur Vorlage V/0510/2017 18. Januar 2010 Antrag Münster als Stadt der Fotografie – Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt Der Rat möge beschließen: I. Die Verwaltung wird beauftragt für 2012 die Auslobung eines Friedrich-Hundt-Preises für Fotografie zu formulieren und zu planen. Der Preis soll für ein Lebenswerk oder für herausragende fotografische Leistungen verliehen werden. Im Rhythmus von 3 Jahren wird er zum einen als Auszeichnungspreis und zum anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografen (bis zum 35. Lebensjahr) vergeben. Die Verwaltung wird gebeten, rechtzeitig zur Besetzung einer Jury und der angemessenen Honorierung (materiell oder ideell) der Preisträger Vorschläge zu unterbreiten. II. Die Verwaltung wird beauftragt die Möglichkeiten aufzuzeigen, in den Jahren der Vergabe des Friedrich-Hundt-Preises einen Sommer der Fotografie zu gestalten. Die Vergabe des Preises bildet den Auftakt für alle Museen und Galerien und alle Ausstellungsstätten für etwa 2 bis 3 Monate im Sommer die Kunstform Fotografie in den Vordergrund der Ausstellungstätigkeit zu stellen. Dabei soll geprüft werden, ob die Preisträger die Möglichkeit einer Ausstellung z.B. im Stadtmuseum bekommen können. Begründung: Friedrich Hundt, geb. 06.05.1807 in Iserlohn, seit 1833 Bürger der Stadt Münster ist der Pionier der Fotografie in Westfalen. Kein Fotograf hat die Fotografie in Westfalen, die visuelle Wahrnehmung und Umsetzung in ein fotografisches Bild so sehr beeinflusst wie Friedrich Hundt. Ihm gebührt eine Achtung und Anerkennung, wie kaum einer anderen Künstlerpersönlichkeit Münsters. Sein Andenken mit einem entsprechenden Auszeichnungs- oder Förderpreis wach zu halten, würde die Stadt Münster ehren. Die Fotografie wurde als Daguerreotypie im August 1839 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab 1850 wurde die Talbotypie, das Papierbild gebräuchlich, das mehrere Abzüge von einer Aufnahme ermöglichte. In beiden fotografischen Bereichen war Friedrich Hundt die Künstlerpersönlichkeit. Er hatte bereits ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Fotografie seine Lichtbilder „nach der Erfindung Daguerres“ in einer Annonce im Mai 1840 im Haus des Kunstvereins in Münster angekündigt. Durch seine ersten wichtigen und bekannten Aufnahmen vom blinden Bischof Caspar Maximilian von Droste zu Vischering oder der heute als Inkunabel der Fotografie bezeichneten Aufnahme der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff wurde er bekannt. Er war der Pionier in Münster und Westfalen und bis zum Jahr 1850 der einzige Fotograf in Münster. Auch mit dem einsetzenden Fotoboom zu Beginn der 1860er Jahre und beginnender Konkurrenz war das Atelier Kreuzstraße 96 die allererste Adresse in Münster. Bis etwa 1885 war er tätig. In ungebrochener Kreativität entstanden originelle Aufnahmen, Doppelbelichtungen, kolorierte Bilder, aufwendige Kollagen. 1851 soll ihm auf der Weltausstellung in London eine Goldmedaille verliehen worden sein. Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha hat das preisgekrönte Bild einer Gruppe von Schachspielern, die als Münsteraner bekannt sind, für die Königlichen Sammlungen in London erworben. Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2010 CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster Fraktionsgeschäftsstelle Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de Anlage 2 zur Vorlage V/0510/2017 (s. Volker Jakob, Westfälische Forschungen 58/2008 – Fotografie in Westfalen: Das 19. Jahrhundert) Einen Fotopreis auszuloben und mit diesem Namen zu belegen, bietet sich geradezu an. Die Fotografie wird in den kommenden Jahren als Ausstellungsthema noch stärker an Gewicht gewinnen. Die Stadt hat mit dem Namen Friedrich Hundts die Möglichkeit einen Akzent kulturellen Schaffens zu setzen, der bisher recht unbeachtet geblieben ist. Hier wird gerade zwischen den großen Skulpturenausstellungen die Stadt eine große Beachtung erfahren. gez. H.-Dieter Sellenriek Gilbert Aldejohann Frank Baumann Sybille Benning Georg Berding Dieter von den Berg Meik Bolte Heinz-Georg Buddenbäumer Olaf Dreßen Edgar Drüge Wolfhard Ediger Dr. Dietmar Erber Walter von Göwels Gilbert Hartmann Horst Kisnat Rolf Klein Bruno Kleine Borgmann Karl Kleine-Wilke Marliese Kosmider Franz-Pius Graf von Merveldt Andreas Nicklas Jürgen Ohm Robert Otte Karin Reismann Josef Rickfelder Stefan-Alexander Roth Florian Steinforth Barbara Stober Stefan Weber Helga Welker Simone Wendland
Anlage 1_Überblick_Fotopreise
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Anlage 1 zur Vorlage V/0510/2017 Beispielhafte Übersicht über Fotopreise / Fotoevents ohne Anspruch auf Vollständigkeit Zu den etablierten internationalen Fotopreisen mit mindestens 20.000 €/$ Preisgeld gehören: - Felix Schoeller Award: alle zwei Jahre, seit 2013, 25.000 € Gesamtpreisgeld, für Fotografen aus dem deutschsprachigen Raum. Kategorien: Porträt, Landschaft / Natur, Architektur / Industrie, Foto-Journalismus / Editorial, Freie / Konzeptionelle Fotografie, Beste Nachwuchsarbeit - Leica Oskar Barnack Award: seit 1979. Der Gewinner der Hauptkategorie (Berufsfotografen, Bilderserie Mensch und Umwelt) erhält eine Prämie von 25.000 Euro sowie eine Kameraausrüstung des Leica M-Systems im Wert von weiteren 10.000 Euro. Der Gewinner in der Kategorie „Newcomer“ erhält eine Prämie von 10.000 Euro sowie ebenfalls eine Kameraausrüstung des Leica M Systems. Neben den beiden Kategorien werden außerdem zehn weitere Fotoprojekte mit jeweils 2.500 Euro prämiert. - Sony World Photography Awards: seit 2007. Hauptpreis 25.000 US Dollar. Kategorien: Architektur, aktuelle Themen, Landschaft, Natur/Wildnis, Nachrichten, Kreatives, Stillleben, Sport, Portrait, Entdeckungen - Nikon Photo Contest: nur 10.000 $ Hauptpreis. Seit 1969, Kategorien: Sport, Spezielles, Menschen, Natur, Bewegte Bilder, Kunst, Events, Bücher, Architektur, Werbung, Redaktionelles - Sky, TV-Show „Master of Photography: Preisgeld 150.000 €, seit 2016, Kategorien: Menschen, Zuhause, StreetFashion, Paralympics, Erotik, besondere Ereignisse, Rush Hour, Reise Weitere Wettbewerbe und Fotoevents unterschiedlicher Art (willkürliche Auswahl): - Visa pour l´image, Fotojournalismus Festival Perpignan (im 29. Jahr). - Visual Leader. Die Lead Academy präsentiert alle nominierten Arbeiten, das Beste der Fotografie der letzte 12 Monate in Deutschland , Deichtorhallen, Haus der Fotografie: 280 Arbeiten, Jury 100 Personen, 5 Kategorien, Hauptgewicht Fotografien (im 13. Jahr). - Sky Art HD, Master of Photography, 2. Staffel; Junge Amateur und Profifotografen , Preisgeld, 150.000, Soloausstellung mit Katalog - alle zwei Jahre europäischer Monat der Fotografie in Berlin zusammen mit anderen europäischen Hauptstädten wie Bratislava, Athen u.a. zum 10. Mal - Swiss Photo Award, Zürich; Fashion- und Werbefotografie; Preisgeld 5.000 CHF Anlage 1 zur Vorlage V/0510/2017 - Vereinigung fotografischer GestalterInnen (vfg) Nachwuchsförderpreis; (zum 20. Mal), Zürich; junge FotografInnen. - Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie; Bremen (zum 11. Mal); vergeben durch Bild der Wissenschaft und Düsseldorfer Pressebüro Brendel, 11.000,- € Preisgeld - Moscow International Foto-Awards (MIFA); verschiedene Preise in unterschiedlichen Kategorien. - Prix Picto de la Jeune Photographie de Mode; Preis für Modefotografen bis 35 Jahre; vergeben durch Pariser Labor Picto, seit 1998. - Förderpreis Globetrotter Travel Service; Auslandsfotoreportagen; für Fotografen unter 30 Jahren; Preisgeld 10.000,- CHF. - Fotobiennale, Brighton, Veranstalter Photoworks; jährlich. - OFF/FOTO, Rhein-Neckar-Region. Zum zweiten Mal. 47 Fotoausstellungen in der Region. - Photographic-Puclishing-Award, durch Royal Photographic Society London 2016 ins Leben gerufen. Preis für herausragende verlegerische Leistungen. - Leica Oskar Barnack-Award (LOBA); vergeben durch Leica Camera AG seit 1980. - Alfred Fried Award; Friedensbild des Jahres. Hauptpreis 10.000,- €; seit 2013 jährlich von der Edition Lammerhuber und der Photographischen Gesellschaft Wien vergeben. - Preis Gute Aussichten.; Fotografische Abschlussarbeiten von Studenten. Jährlich vergeben - VGH Fotopreis, Hannover. Preisgeld 10.000,- €. - Prix Virginia, Paris. Gestiftet durch Association Sylvia S. Seit 2012 alle zwei Jahre vergeben. Nur für Fotografinnen. - Preis Red Bull Illume. Preis für Action- und Abenteuerfotografie - International Landscape Photographer of the Year. Preis für Landschaft- aufnahmen nach 2015. Zum dritten Mal in Folge - Preis Rückblende 2016. Preis für Fotografen und Karikaturisten zur Politik in Deutschland - Preis Grgeor international advertising calendar award 2017. Preis für Werbe- Image- Non-Profit- und anderen Fotokalendern. - Preis Portraits Hellerau Photography Award, Thema Change. - Düsseldorf Photo Weekend (seit 2013) mit Photo Book Salon und zahlreichen anderen Veranstaltungen
Beschlussvorlage
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V/0510/2017 DER OBERBÜRGERMEISTER Kulturamt Betrifft "Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt" Antrag der CDU Fraktion an den Rat Nr. A-R/0006/2010 Beratungsfolge 22.06.2017 Kulturausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Kulturausschuss nimmt die Ausführungen zur Entwicklung einer dauerhaften Stärkung und Sichtbarmachung der Kunstform Fotografie in Münster zur Kenntnis. 2. Der Kulturausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. (FHG) mit dem Stadtmuseum Münster eine intensive Kooperation zur Förderung und Realisierung von Ausstellungen im Bereich der künstlerischen Fotografie eingegangen ist. 3. Der Kulturausschuss nimmt zur Kenntnis, dass sich daraus Entwicklungspotentiale für die Kunstform Fotografie in Münster ergeben, für die jedoch die notwendigen Haushaltsmittel nicht zur Verfügung stehen. 4. Der Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2010 „Münster als Stadt der Fotografie – Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt“ gilt damit als erledigt. Begründung: Mit dem Antrag der CDU -Fraktion an den Rat Nr A -R/0006/2010 „Münster als Stadt der Fotografie – Erinnerungen an den großen Fotografen Friedrich Hundt“ soll die Verwaltung beauftragt werden, die Auslobung eines Friedrich-Hundt-Preises für Fotografie zu formulieren und zu planen. Dieser sollte im Rhythmus von drei Jahren einerseits als Auszeichnungspreis für ein Lebenswerk oder für herausr a- gende Leistungen und zum anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografen verliehen we r- den. Es sollten zudem Möglichkeiten aufgezeigt werden, in de n Jahren der Preisverleihung jeweils e inen Sommer der Fotografie zu gestalten, in dem die Museen und Galerien in der Stadt die Kunstform F o- tografie in den Vordergrund stellen. Vorlagen-Nr.: V/0510/2017 Auskunft erteilt: Frau Schnell Ruf: 492-4100 E-Mail: Schnell@stadt-muenster.de Datum: 01.06.2017 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0510/2017 Der Antrag wurde zur weiteren Behandlung an den Kulturausschuss verwiesen (Vorl age an den Hauptausschuss V/0132/2010), in dem das Anliegen im Rahmen des seinerzeitigen Workshopverfah- rens zur Kulturentwicklungsplanung behandelt werden sollte. Das Workshopverfahren ist abgeschlos- sen und blieb in Bezug auf das Antragsanliegen ergebnisoffen. Im weiteren Verlauf hat sich die Kulturverwaltung intensiv mit dem Antragsanliegen beschä ftigt und dieses auf der Basis von Gesprächen mit relevanten Akteuren und vor dem Hintergrund der Reche r- chen und Analysen der Entwicklungen in anderen Städten beleuchtet. 1. Entwicklung der Fotografie in Münster und im Städtevergleich Die Pionierleistung und die große Bedeutung der Künstlerpersönlichkeit Friedrich Hundt für die En t- wicklung der Fotografie und künstlerischen Fotografie in Westfalen und deutlich dar über hinaus ist eine eindeutige und unbestrittene Tatsache. Vor allem auch in Fachkreisen galt und gilt er se inerzeit bis heute als wichtige Persönlichkeit, die durch ihre hohe Kreativität und den experimentellen U m- gang mit Foto -Materialien und -techniken sowohl zur handwerklichen als auch künstlerischen En t- wicklung der Fotografie beigetragen hat. Geboren 1807 in Iserlohn und seit 1833 Bürger und bis 1850 einziger Fotograf in Münster, zählt er zu den herausragenden Künstlerpersönlichke iten und damit zu dem wichtigen kulturellem Erbe dieser Stadt, dessen stärkere Sichtbarkeit und Bekanntheit wü n- schenswert und anzustreben ist. Erst mit Beginn der 1860er Jahre setzte ein regelrechter Fotoboom ein, der jedoch lange Zeit nicht zu einer Anerkennung der Fotografie als künstlerisches Genre führte. Erst seit wenigen Jahrzeh nten erfährt die Fotografie eine entsprechende Wahrnehmung und ist heute zu einer anerkannten Kuns t- gattung avanciert, die in breiten Bevölkerungsschichten als beliebtes Bildformat gilt. Dies begünstigend und damit einhergehend ist neben den bereits länger existierenden, internation a- len Fotopreisen und Veranstaltungen seit einigen Jahren eine fast unüberschaubare Anzahl an Fot o- events mit deutschlandweiter und überregionaler Ausdehnung entstanden. P reise und Fot oevents beziehen sich dabei mittlerweile auf alle erdenklichen Themenfelder von Porträt und Me nschen über Architektur, Natur und Landschaft, Kreatives, Sport, Fashion, Erotik bis hin zu aktuellen und besonde- ren Ereignissen. Sie umfassen die wissenschaftliche und dokumentarische Fotografie ebenso wie die künstlerische und experimentelle. Es werden sowohl herausragende Leistungen und Lebenswerke wie auch Newcomer und Nachwuchstalente gewürdigt. Die (mittlerweile) etablierten und internationalen Fotopreise sind dabei mit Preisgeldern von minde s- tens 20.000 € dotiert und reichen in der Spitze bis zu 150.000 €. Eine beispielhafte Auflistung sowohl der etablierten internationalen Fotopreise als auch weiterer Wettbewerbe und Fotoevents befindet sich in der Anlage. Dabei profilieren sich in der Regel diejenigen Städte im und mit dem Bereich der Fotografie, die wic h- tige wirtschaftliche Unternehmensstandorte für die Fotografie und/oder Sitz von besonderen Ausste l- lungshäusern sowie (künstlerischen) Ausbild ungsstätten sind. Das Haus der Fotografie in Hamburg, der europäische Monat der Fotografie alle zwei Jahre in Berlin oder das Foto Weekend mit Foto Book Salon in Düsseldorf sind nur einige renommierte Beispiele in Deutschland. Ihre Ausstattung und Qualität wie auch der fast inflationäre Einsatz von Preisen verweisen dabei auch auf den notwendigen Aufwand und Standard, der in Münster betrieben bzw. erreicht werden müsste, um die intendierte Sichtbarkeit und Etablierung eines Friedrich -Hundt-Preises tatsächlich erzielen zu können. Dies umso mehr, als dass es in Münster zwar auch noch nach Friedrich Hundt bedeutsame Fotografen gab und gibt (z.B. Pan Walther oder aktuell Thomas Wrede), die künstlerische Ausbildung im Bereich der Fotografie, z.B. an der Kunstaka demie oder Fachhochschule für Design, jedoch ke i- nen zentralen Stellenwert hat. - 3 - V/0510/2017 Dennoch wurden in der Stadt Münster die Aktivitäten und Ausstellungen im Bereich der Fotografie in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut bis hin zu vielbeachteten und deut lich überregional aus- strahlenden Highlights, wie z.B. die Ausstellungen von Barbara Klemm im Jahr 2000 oder A ndreas Feininger im Jahr 2011, die in nur neun Wochen 30.000 Fotobegeisterte in das Stadtmuseum lockte. 2. Die Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. in Münster Insbesondere die Friedrich -Hundt-Gesellschaft e.V. (FHG) in Münster ist hier ein relevanter Akteur. Die FHG gehört zu den Pionieren der Förderung der künstlerischen Fotografie in Deutsc hland. Seit ihrer Gründung vor 26 Jahren, als in Münster noch keinerlei Ausstellungs- und Vermittlungsangebote im Bereich künstlerischer Fotografie existierten, verfolgt sie das Ziel, die Bandbreite künstler ischer Fotografie für ein breites Publikum erlebbar zu machen. In der Kooperation mit dem Stadtmuseum Münster, das aufgrund seines Sammelschwerpunktes ebenfalls Interesse an der Fotografie hat, richtet sie seither professionelle Fotoausstellungen aus. Mit der logistischen Unterstützung und den professionellen Räumlichkeiten des Hauses ist es g elungen, das ehrenamtliche Engagement der Gesellschaft über die Stadtgrenzen Münsters hinaus bekannt zu machen und Ausstellungsgesuche aus dem gesamtem Bundesgebiet zu erhalten. Auch andere Museen in Münster haben zwischenzeitlich die Bedeutung der künstlerischen Fotografie in der Bildenden Kunst erkannt. Bis heute ist die Friedrich-Hundt-Gesellschaft jedoch die einzige Insti- tution, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum kontinuierlich ein Forum für die Fotokunst bietet und sich über NRW hinaus auf die Förderung der Kunstgattung Fotografie spezialisiert hat. In den vergangenen 25 Jahren konnten 127 Fotografinnen und Fotografen in insgesamt 82 Ausste l- lungen präsentiert werden. Besondere Highlights in der langjährigen Ausstellungstätigkeit waren bi s- lang: Nobuyoshi Araki (1 996), Barbara Klemm (2000), Schupmann Collection (2002), Christian Gieraths (2002), Loretta Lux (2003), Krzysztof Gieraltowski (2003), Pesi Girsch (2003), Stefan Moses (2004), Hans Hansen (2006), Antanas Sutkus (2006), F.C. Gundlach (2007), Nina Pohl (2008 ), Stuart He y- dinger (2008), Frank Kunert (2010), Andreas Feininger (2011, Kooperation mit dem Stadtmuseum), Maziar Moradi (2014, Kooperation mit dem Stadtmuseum), Literaten im Fokus. Drei fotografische Positionen: Barbara Klemm, Herlinde Koelbl, Isolde Ohl baum (2015, Kooperation mit dem Stadtm u- seum). Größere Ausstellungsvorhaben realisierte die FHG nicht nur mit dem Stadtmuseum, sondern mit we i- teren Kooperationspartnern wie z.B. dem Historischen Museum Berlin, dem Museum für Fot ografie Braunschweig e.V., de m Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg und dem Fot o- museum im Münchener Stadtmuseum. Speziell die kontinuierliche Kooperation der ehrenamtlich betriebenen FHG mit der städtischen Ku l- tureinrichtung Stadtmuseum bietet jedoch nicht nur eine s tabile Basis, sondern auch eine für beide Seiten gewinnbringende Stärkung mit Modellcharakter auch für andere Kommunen. Für ihr Engag e- ment wurde die FHG 2010 mit dem 3. Preis des Ehrenamts des Landes NRW ausgezeichnet. 3. Entwicklungsmöglichkeiten der Kunstform Fotografie in Münster Die Zielsetzung der FHG folgt nach Auffassung der Kulturverwaltung einem für Münster interessanten und bereichernden Dreiklang: Die FHG gibt Einblicke in neue Tendenzen der Fotografie, präsentiert nationale und internationale „Klassiker“ und richtet ihr Augenmerk ebenso auf innovative Fotografinnen und Fotografen der Reg i- on. Im August 2015 wurde zudem erstmals das neue Ausstellungsformat „Schaufenster Fotografie“ b e- spielt. Besonders talentierten Nachwuchskräften wird die Möglich keit geboten, aktuelle Arbeiten zu präsentieren. - 4 - V/0510/2017 Nach Einschätzung der Kulturverwaltung würde eine intensivere Unterstützung der Arbeit und der Kooperationsfähigkeit der FHG zu einer dauerhaften substantiellen Stärkung und Sichtbarm achung der Kunstform Fotografie in Münster führen: - Die Nachwuchsarbeit könnte weiter ausgebaut und zu einem kontinuierlichen Bestandteil der Präsentationsarbeit werden. - In Kooperation mit dem Stadtmuseum wäre die FHG in regelmäßigen Abständen (z.B. alle drei Jahre) in der Lage, Fotografen von internationaler Bedeutung einzuladen und zu präsentieren. - Neue Kooperationen mit Ausstellungshäusern und Galerien in und ggf. auch außerhalb von Münster könnten angestrebt werden sowie eine anlassbezogene Einbindung als Fotografie- schwerpunkt in bestehende Veranstaltungskonzepte. Um dies zu erreichen, bräuchte es zusätzlich zum Know -How der F HG finanzielle Ressourcen über die bisherigen Finanzierungsmöglichkeiten hinaus. Nach Einschätzung der Verwaltung bräuchte es Basismittel i. H. v. etwa 40 .000 Euro, die alle drei Jahre bereitgestellt werden müssten, um ein entsprechendes dauerhaftes hochkarätiges Pr ogramm inklusive Nachwuchsförderung und einem Highlight nationalen bzw. internationalen Z uschnitts mit deutlich überregionaler Wahrnehmung im Dr eijahresrhythmus zu realisieren. Diese Einschätzung basiert auf der Grundlage der Kostenstruktur vergleichbarer bisheriger Ausstellungsprojekte von FHG und Stadtmuseum. Da die notwendigen finanziellen Mittel derzeit im Haushalt nicht zur Verfügung stehen, kann die auf- gezeigte Perspektive zur Weiterentwicklung der Kunstform Fotografie in Münster nicht umg esetzt werden. Nach Prüfung ist der Antrag Nr. A-R/0006/2010 nunmehr erledigt. i.V. gez. Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage 1: Beispielhafte Übersicht über Fotopreise/Fotoevents Anlage 2: A-R/0006/2010 Originalantrag Fotografie
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Mauritzstraße 7
- Kreuzstraße 96
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Details
- Aktenzeichen
- V/0510/2017
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 01.06.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37