Mandari Insight

V/0510/2017

"Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt"

Vorlagen 01.06.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Kulturausschuss, Sitzung am 22.06.2017, TOP 11

Anlage 2_A-R_0006_2010_Originalantrag_Fotografie

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1_Überblick_Fotopreise

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage 2_A-R_0006_2010_Originalantrag_Fotografie

4797 Zeichen

CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster 
Fraktionsgeschäftsstelle 
Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster 
Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 
e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de 
Anlage 2 
zur Vorlage V/0510/2017 
 
 
 
 
 
 
18. Januar 2010 
 
Antrag 
 
 
Münster als Stadt der Fotografie 
– Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
 
I. Die Verwaltung wird beauftragt für 2012 die Auslobung eines Friedrich-Hundt-Preises für 
Fotografie zu formulieren und zu planen. 
Der Preis soll für ein Lebenswerk oder für herausragende fotografische Leistungen verliehen 
werden. Im Rhythmus von 3 Jahren wird er zum einen als Auszeichnungspreis und zum 
anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografen (bis zum 35. Lebensjahr) vergeben. 
Die Verwaltung wird gebeten, rechtzeitig zur Besetzung einer Jury und der angemessenen 
Honorierung (materiell oder ideell) der Preisträger Vorschläge zu unterbreiten. 
 
II. Die Verwaltung wird beauftragt die Möglichkeiten aufzuzeigen, in den Jahren der Vergabe des 
Friedrich-Hundt-Preises einen Sommer der Fotografie zu gestalten. Die Vergabe des Preises 
bildet den Auftakt für alle Museen und Galerien und alle Ausstellungsstätten für etwa 2 bis 3 
Monate im Sommer die Kunstform Fotografie in den Vordergrund der Ausstellungstätigkeit zu 
stellen. 
Dabei soll geprüft werden, ob die Preisträger die Möglichkeit einer Ausstellung z.B. im 
Stadtmuseum bekommen können. 
 
Begründung: 
Friedrich Hundt, geb. 06.05.1807 in Iserlohn, seit 1833 Bürger der Stadt Münster ist der Pionier der 
Fotografie in Westfalen. Kein Fotograf hat die Fotografie in Westfalen, die visuelle Wahrnehmung und 
Umsetzung in ein fotografisches Bild so sehr beeinflusst wie  Friedrich Hundt. Ihm  gebührt eine 
Achtung und Anerkennung, wie kaum einer anderen Künstlerpersönlichkeit Münsters. Sein Andenken 
mit einem entsprechenden Auszeichnungs- oder Förderpreis wach zu halten, würde  die  Stadt 
Münster ehren. 
 
Die Fotografie wurde als Daguerreotypie im August 1839 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab 
1850 wurde die Talbotypie, das Papierbild gebräuchlich, das mehrere Abzüge von einer Aufnahme 
ermöglichte. In beiden fotografischen Bereichen war Friedrich Hundt die Künstlerpersönlichkeit. Er 
hatte bereits ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Fotografie seine Lichtbilder „nach der Erfindung 
Daguerres“ in einer Annonce im Mai 1840 im Haus des Kunstvereins in Münster angekündigt. Durch 
seine ersten wichtigen und bekannten Aufnahmen vom blinden Bischof Caspar Maximilian von Droste 
zu Vischering oder der heute als Inkunabel der Fotografie bezeichneten Aufnahme der Dichterin 
Annette von Droste-Hülshoff wurde er bekannt. Er war der Pionier in Münster und Westfalen und bis 
zum Jahr 1850 der einzige Fotograf in Münster. 
 
Auch mit dem einsetzenden Fotoboom zu Beginn der 1860er Jahre und beginnender Konkurrenz war 
das Atelier Kreuzstraße 96 die allererste Adresse in Münster. Bis etwa 1885 war er tätig. In 
ungebrochener Kreativität entstanden originelle Aufnahmen, Doppelbelichtungen, kolorierte Bilder, 
aufwendige Kollagen. 1851 soll ihm auf der Weltausstellung in London eine Goldmedaille verliehen 
worden sein. Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha hat das preisgekrönte Bild einer Gruppe von 
Schachspielern, die als Münsteraner bekannt sind, für die Königlichen Sammlungen in London 
erworben. 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2010

CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster 
Fraktionsgeschäftsstelle 
Mauritzstraße 7-8 . 48143 Münster 
Telefon (0251) 4 18 43-0 . Telefax (0251) 4 31 36 
e-mail fraktion@cdu-ms.de . http://www.cdu-ms.de 
Anlage 2 
zur Vorlage V/0510/2017 
 
 
(s. Volker Jakob, Westfälische Forschungen 58/2008 – Fotografie in Westfalen: Das  19. Jahrhundert) 
Einen Fotopreis auszuloben und mit diesem Namen zu belegen, bietet sich geradezu an. 
 
Die Fotografie wird in den kommenden Jahren als Ausstellungsthema noch stärker an Gewicht 
gewinnen. Die Stadt hat mit dem Namen Friedrich Hundts die Möglichkeit einen Akzent kulturellen 
Schaffens zu setzen, der bisher recht unbeachtet geblieben ist. Hier wird gerade zwischen den großen 
Skulpturenausstellungen die Stadt eine große Beachtung erfahren. 
 
 
gez. 
H.-Dieter Sellenriek 
Gilbert Aldejohann 
Frank Baumann 
Sybille Benning 
Georg Berding 
Dieter von den Berg 
Meik Bolte 
Heinz-Georg Buddenbäumer 
Olaf Dreßen 
Edgar Drüge 
 
Wolfhard Ediger 
Dr. Dietmar Erber 
Walter von Göwels 
Gilbert Hartmann 
Horst Kisnat 
Rolf Klein 
Bruno Kleine Borgmann 
Karl Kleine-Wilke 
Marliese Kosmider 
Franz-Pius Graf von Merveldt 
 
Andreas Nicklas 
Jürgen Ohm 
Robert Otte 
Karin Reismann 
Josef Rickfelder 
Stefan-Alexander Roth 
Florian Steinforth 
Barbara Stober 
Stefan Weber 
Helga Welker 
Simone Wendland

Anlage 1_Überblick_Fotopreise

4433 Zeichen

Anlage 1 
zur Vorlage V/0510/2017 
 
 
Beispielhafte Übersicht über Fotopreise / Fotoevents  
ohne Anspruch auf Vollständigkeit 
 
Zu den etablierten internationalen Fotopreisen mit mindestens 20.000 €/$ Preisgeld 
gehören: 
- Felix Schoeller Award: alle zwei Jahre, seit 2013, 25.000 € Gesamtpreisgeld, 
für Fotografen aus dem deutschsprachigen Raum. Kategorien: Porträt, 
Landschaft / Natur, Architektur / Industrie, Foto-Journalismus / Editorial, Freie / 
Konzeptionelle Fotografie, Beste Nachwuchsarbeit 
- Leica Oskar Barnack Award: seit 1979. Der Gewinner der Hauptkategorie 
(Berufsfotografen, Bilderserie Mensch und Umwelt) erhält eine Prämie von 
25.000 Euro sowie eine Kameraausrüstung des Leica M-Systems im Wert von 
weiteren 10.000 Euro. Der Gewinner in der Kategorie „Newcomer“ erhält eine 
Prämie von 10.000 Euro sowie ebenfalls eine Kameraausrüstung des Leica M 
Systems. Neben den beiden Kategorien werden außerdem zehn weitere 
Fotoprojekte mit jeweils 2.500 Euro prämiert. 
- Sony World Photography Awards: seit 2007. Hauptpreis 25.000 US Dollar. 
Kategorien: Architektur, aktuelle Themen, Landschaft, Natur/Wildnis, 
Nachrichten, Kreatives, Stillleben, Sport, Portrait, Entdeckungen 
- Nikon Photo Contest: nur 10.000 $ Hauptpreis. Seit 1969, Kategorien: Sport, 
Spezielles, Menschen, Natur, Bewegte Bilder, Kunst, Events, Bücher, 
Architektur, Werbung, Redaktionelles 
- Sky, TV-Show „Master of Photography: Preisgeld 150.000 €, seit 2016, 
Kategorien: Menschen, Zuhause, StreetFashion, Paralympics, Erotik, 
besondere Ereignisse, Rush Hour, Reise 
 
Weitere Wettbewerbe und Fotoevents unterschiedlicher Art (willkürliche Auswahl): 
- Visa pour l´image, Fotojournalismus Festival Perpignan (im 29. Jahr). 
- Visual Leader. Die Lead Academy präsentiert alle nominierten Arbeiten,  das 
Beste der Fotografie der letzte 12 Monate in Deutschland , Deichtorhallen, 
Haus der Fotografie: 280 Arbeiten, Jury 100 Personen, 5 Kategorien, 
Hauptgewicht Fotografien (im 13. Jahr). 
- Sky Art HD, Master of Photography, 2. Staffel; Junge Amateur und 
Profifotografen , Preisgeld, 150.000, Soloausstellung mit Katalog 
- alle zwei Jahre europäischer Monat der Fotografie in Berlin zusammen mit 
anderen europäischen Hauptstädten wie Bratislava, Athen u.a. zum 10. Mal 
- Swiss Photo Award, Zürich; Fashion- und Werbefotografie; Preisgeld 5.000 
CHF

Anlage 1 
zur Vorlage V/0510/2017 
 
- Vereinigung fotografischer GestalterInnen (vfg) Nachwuchsförderpreis; (zum 
20. Mal), Zürich; junge FotografInnen. 
- Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie; Bremen (zum 11. Mal); vergeben 
durch Bild der Wissenschaft und Düsseldorfer Pressebüro Brendel, 11.000,- € 
Preisgeld 
- Moscow International Foto-Awards (MIFA); verschiedene Preise in 
unterschiedlichen Kategorien. 
- Prix Picto de la Jeune Photographie de Mode; Preis für Modefotografen bis 35 
Jahre; vergeben durch Pariser Labor Picto, seit 1998. 
- Förderpreis Globetrotter Travel Service; Auslandsfotoreportagen; für 
Fotografen unter 30 Jahren; Preisgeld 10.000,- CHF. 
- Fotobiennale, Brighton, Veranstalter Photoworks; jährlich. 
- OFF/FOTO, Rhein-Neckar-Region. Zum zweiten Mal. 47 Fotoausstellungen in 
der Region. 
- Photographic-Puclishing-Award, durch Royal Photographic Society London 
2016 ins Leben gerufen. Preis für herausragende verlegerische Leistungen. 
- Leica Oskar Barnack-Award (LOBA); vergeben durch Leica Camera AG seit 
1980. 
- Alfred Fried Award; Friedensbild des Jahres. Hauptpreis 10.000,- €; seit 2013 
jährlich von der Edition Lammerhuber und der Photographischen Gesellschaft 
Wien vergeben. 
- Preis Gute Aussichten.; Fotografische Abschlussarbeiten von  Studenten. 
Jährlich vergeben  
- VGH Fotopreis, Hannover. Preisgeld 10.000,- €. 
- Prix Virginia, Paris. Gestiftet durch Association Sylvia S. Seit 2012 alle zwei 
Jahre vergeben. Nur für Fotografinnen. 
- Preis Red Bull Illume. Preis für Action- und Abenteuerfotografie  
- International Landscape Photographer of the Year. Preis für Landschaft-
aufnahmen nach 2015. Zum dritten Mal in Folge  
- Preis Rückblende 2016. Preis für Fotografen und Karikaturisten zur Politik in 
Deutschland  
- Preis Grgeor  international advertising calendar award 2017. Preis für Werbe- 
Image- Non-Profit- und anderen Fotokalendern. 
- Preis Portraits Hellerau Photography Award, Thema Change. 
- Düsseldorf Photo Weekend (seit 2013) mit Photo Book Salon und zahlreichen 
anderen Veranstaltungen

Beschlussvorlage

11984 Zeichen

V/0510/2017 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Kulturamt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
"Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt" 
Antrag der CDU Fraktion an den Rat Nr. A-R/0006/2010 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
22.06.2017 Kulturausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Der Kulturausschuss nimmt die Ausführungen zur Entwicklung einer dauerhaften Stärkung 
und Sichtbarmachung der Kunstform Fotografie in Münster zur Kenntnis. 
2. Der Kulturausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. (FHG) 
mit dem Stadtmuseum Münster eine intensive Kooperation zur Förderung und 
Realisierung von Ausstellungen im Bereich der künstlerischen Fotografie eingegangen ist. 
 
3. Der Kulturausschuss nimmt zur Kenntnis, dass sich daraus Entwicklungspotentiale für die 
Kunstform Fotografie in Münster ergeben, für die jedoch die notwendigen Haushaltsmittel 
nicht zur Verfügung stehen. 
 
4. Der Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2010 „Münster als Stadt der Fotografie – Erinnerung an 
den großen Fotografen Friedrich Hundt“ gilt damit als erledigt. 
 
 
Begründung: 
 
Mit dem Antrag der CDU -Fraktion an den Rat Nr A -R/0006/2010 „Münster als Stadt der Fotografie – 
Erinnerungen an den großen Fotografen Friedrich Hundt“ soll die Verwaltung beauftragt werden, die 
Auslobung eines Friedrich-Hundt-Preises für Fotografie zu formulieren und zu planen. Dieser sollte im 
Rhythmus von drei Jahren einerseits als Auszeichnungspreis für ein Lebenswerk oder für herausr a-
gende Leistungen und zum anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografen verliehen we r-
den. 
Es sollten zudem Möglichkeiten aufgezeigt werden, in de n Jahren der Preisverleihung jeweils e inen 
Sommer der Fotografie zu gestalten, in dem die Museen und Galerien in der Stadt die Kunstform F o-
tografie in den Vordergrund stellen.  
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0510/2017 
Auskunft erteilt: 
Frau Schnell 
Ruf: 
492-4100 
E-Mail: 
Schnell@stadt-muenster.de  
Datum: 
01.06.2017 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0510/2017 
Der Antrag wurde zur weiteren Behandlung an den Kulturausschuss verwiesen (Vorl age an den 
Hauptausschuss V/0132/2010), in dem das Anliegen im Rahmen des seinerzeitigen Workshopverfah-
rens zur Kulturentwicklungsplanung behandelt werden sollte. Das Workshopverfahren ist abgeschlos-
sen und blieb in Bezug auf das Antragsanliegen ergebnisoffen. 
 
Im weiteren Verlauf hat sich die Kulturverwaltung intensiv mit dem Antragsanliegen beschä ftigt und 
dieses auf der Basis von Gesprächen mit relevanten Akteuren und vor dem Hintergrund der Reche r-
chen und Analysen der Entwicklungen in anderen Städten beleuchtet.  
 
 
1. Entwicklung der Fotografie in Münster und im Städtevergleich  
Die Pionierleistung und die große Bedeutung der Künstlerpersönlichkeit Friedrich Hundt für die En t-
wicklung der Fotografie und künstlerischen Fotografie in Westfalen und deutlich dar über hinaus ist 
eine eindeutige und unbestrittene Tatsache. Vor allem auch in Fachkreisen galt und gilt er se inerzeit 
bis heute als wichtige Persönlichkeit, die durch ihre hohe Kreativität und den experimentellen U m-
gang mit Foto -Materialien und -techniken sowohl zur handwerklichen als auch künstlerischen En t-
wicklung der Fotografie beigetragen hat. Geboren 1807 in Iserlohn und seit 1833 Bürger und bis 1850 
einziger Fotograf in Münster, zählt er zu den herausragenden Künstlerpersönlichke iten und damit zu 
dem wichtigen kulturellem Erbe dieser Stadt, dessen stärkere Sichtbarkeit und Bekanntheit wü n-
schenswert und anzustreben ist. 
 
Erst mit Beginn der 1860er Jahre setzte ein regelrechter Fotoboom ein, der jedoch lange Zeit nicht zu 
einer Anerkennung der Fotografie  als künstlerisches Genre führte. Erst seit wenigen Jahrzeh nten 
erfährt die Fotografie eine entsprechende Wahrnehmung und ist heute zu einer anerkannten Kuns t-
gattung avanciert, die in breiten Bevölkerungsschichten als beliebtes Bildformat gilt.  
 
Dies begünstigend und damit einhergehend ist neben den bereits länger existierenden, internation a-
len Fotopreisen und Veranstaltungen seit einigen Jahren eine fast unüberschaubare Anzahl an Fot o-
events mit deutschlandweiter und überregionaler Ausdehnung entstanden. P reise und Fot oevents 
beziehen sich dabei mittlerweile auf alle erdenklichen Themenfelder von Porträt und Me nschen über 
Architektur, Natur und Landschaft, Kreatives, Sport, Fashion, Erotik bis hin zu aktuellen und besonde-
ren Ereignissen. Sie umfassen die wissenschaftliche und dokumentarische Fotografie ebenso wie die 
künstlerische und experimentelle. Es werden sowohl herausragende Leistungen und Lebenswerke 
wie auch Newcomer und Nachwuchstalente gewürdigt. 
 
Die (mittlerweile) etablierten und internationalen Fotopreise sind dabei mit Preisgeldern von minde s-
tens 20.000 € dotiert und reichen in der Spitze bis zu 150.000 €. Eine beispielhafte Auflistung sowohl 
der etablierten internationalen Fotopreise als auch weiterer Wettbewerbe und Fotoevents befindet 
sich in der Anlage. 
 
Dabei profilieren sich in der Regel diejenigen Städte im und mit dem Bereich der Fotografie, die wic h-
tige wirtschaftliche Unternehmensstandorte für die Fotografie und/oder Sitz von besonderen Ausste l-
lungshäusern sowie (künstlerischen) Ausbild ungsstätten sind. Das Haus der Fotografie in Hamburg, 
der europäische Monat der Fotografie alle zwei Jahre in Berlin oder das Foto Weekend mit Foto Book 
Salon in Düsseldorf sind nur einige renommierte Beispiele in Deutschland. 
 
Ihre Ausstattung und Qualität wie auch der fast inflationäre Einsatz von Preisen verweisen dabei auch 
auf den notwendigen Aufwand und Standard, der in Münster betrieben bzw. erreicht werden müsste, 
um die intendierte Sichtbarkeit und Etablierung eines Friedrich -Hundt-Preises tatsächlich erzielen zu 
können. Dies umso mehr, als dass es in Münster zwar auch noch nach Friedrich Hundt bedeutsame 
Fotografen gab und gibt (z.B. Pan Walther oder aktuell Thomas Wrede), die künstlerische Ausbildung 
im Bereich der Fotografie, z.B. an der Kunstaka demie oder Fachhochschule für Design, jedoch ke i-
nen zentralen Stellenwert hat.

- 3 - 
V/0510/2017 
Dennoch wurden in der Stadt Münster die Aktivitäten und Ausstellungen im Bereich der Fotografie in 
den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut bis hin zu vielbeachteten und deut lich überregional aus-
strahlenden Highlights, wie z.B. die Ausstellungen von Barbara Klemm im Jahr 2000 oder A ndreas 
Feininger im Jahr 2011, die in nur neun Wochen 30.000 Fotobegeisterte in das Stadtmuseum lockte.  
 
 
2. Die Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. in Münster 
Insbesondere die Friedrich -Hundt-Gesellschaft e.V. (FHG) in Münster ist hier ein relevanter Akteur. 
Die FHG gehört zu den Pionieren der Förderung der künstlerischen Fotografie in Deutsc hland. Seit 
ihrer Gründung vor 26 Jahren, als in Münster noch keinerlei Ausstellungs- und Vermittlungsangebote 
im Bereich künstlerischer Fotografie existierten, verfolgt sie das Ziel, die Bandbreite künstler ischer 
Fotografie für ein breites Publikum erlebbar zu machen.  
In der Kooperation mit dem Stadtmuseum Münster,  das aufgrund seines Sammelschwerpunktes 
ebenfalls Interesse an der Fotografie hat, richtet sie seither professionelle Fotoausstellungen aus. Mit 
der logistischen Unterstützung und den professionellen Räumlichkeiten des Hauses ist es g elungen, 
das ehrenamtliche Engagement der Gesellschaft über die Stadtgrenzen Münsters hinaus bekannt zu 
machen und Ausstellungsgesuche aus dem gesamtem Bundesgebiet zu erhalten.  
 
Auch andere Museen in Münster haben zwischenzeitlich die Bedeutung der künstlerischen Fotografie 
in der Bildenden Kunst erkannt. Bis heute ist die Friedrich-Hundt-Gesellschaft jedoch die einzige Insti-
tution, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum kontinuierlich ein Forum für die Fotokunst bietet 
und sich über NRW hinaus auf die Förderung der Kunstgattung Fotografie spezialisiert hat.  
 
In den vergangenen 25 Jahren konnten 127 Fotografinnen und Fotografen in insgesamt 82 Ausste l-
lungen präsentiert werden. Besondere Highlights in der langjährigen Ausstellungstätigkeit waren bi s-
lang:  
Nobuyoshi Araki (1 996), Barbara Klemm (2000), Schupmann Collection (2002), Christian Gieraths 
(2002), Loretta Lux (2003), Krzysztof Gieraltowski (2003), Pesi Girsch (2003), Stefan Moses (2004), 
Hans Hansen (2006), Antanas Sutkus (2006), F.C. Gundlach (2007), Nina Pohl (2008 ), Stuart He y-
dinger (2008), Frank Kunert (2010), Andreas Feininger (2011, Kooperation mit dem Stadtmuseum), 
Maziar Moradi (2014, Kooperation mit dem Stadtmuseum), Literaten im Fokus. Drei fotografische 
Positionen: Barbara Klemm, Herlinde Koelbl, Isolde Ohl baum (2015, Kooperation mit dem Stadtm u-
seum). 
Größere Ausstellungsvorhaben realisierte die FHG nicht nur mit dem Stadtmuseum, sondern mit we i-
teren Kooperationspartnern wie z.B. dem Historischen Museum Berlin, dem Museum für Fot ografie 
Braunschweig e.V., de m Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg und dem Fot o-
museum im Münchener Stadtmuseum.  
Speziell die kontinuierliche Kooperation der ehrenamtlich betriebenen FHG mit der städtischen Ku l-
tureinrichtung Stadtmuseum bietet jedoch nicht nur eine s tabile Basis, sondern auch eine für beide 
Seiten gewinnbringende Stärkung mit Modellcharakter auch für andere Kommunen. Für ihr Engag e-
ment wurde die FHG 2010 mit dem 3. Preis des Ehrenamts des Landes NRW ausgezeichnet.  
 
 
3. Entwicklungsmöglichkeiten der Kunstform Fotografie in Münster 
 
Die Zielsetzung der FHG folgt nach Auffassung der Kulturverwaltung einem für Münster interessanten 
und bereichernden Dreiklang: 
Die FHG gibt Einblicke in neue Tendenzen der Fotografie, präsentiert nationale und internationale 
„Klassiker“ und richtet ihr Augenmerk ebenso auf innovative Fotografinnen und Fotografen der Reg i-
on. 
Im August 2015 wurde zudem erstmals das neue Ausstellungsformat „Schaufenster Fotografie“ b e-
spielt. Besonders talentierten Nachwuchskräften wird die Möglich keit geboten, aktuelle Arbeiten zu 
präsentieren.

- 4 - 
V/0510/2017 
Nach Einschätzung der Kulturverwaltung würde eine intensivere Unterstützung der Arbeit und der 
Kooperationsfähigkeit der FHG zu einer dauerhaften substantiellen Stärkung und Sichtbarm achung 
der Kunstform Fotografie in Münster führen: 
- Die Nachwuchsarbeit könnte weiter ausgebaut und zu einem kontinuierlichen Bestandteil der 
Präsentationsarbeit werden. 
- In Kooperation mit dem Stadtmuseum wäre die FHG in regelmäßigen Abständen (z.B. alle drei 
Jahre) in der Lage, Fotografen von internationaler Bedeutung einzuladen und zu präsentieren. 
- Neue Kooperationen mit Ausstellungshäusern und Galerien in und ggf. auch außerhalb von 
Münster könnten angestrebt werden sowie eine anlassbezogene Einbindung als Fotografie-
schwerpunkt in bestehende Veranstaltungskonzepte. 
Um dies zu erreichen, bräuchte es zusätzlich zum Know -How der F HG finanzielle Ressourcen über 
die bisherigen Finanzierungsmöglichkeiten hinaus. 
Nach Einschätzung der Verwaltung bräuchte es Basismittel i. H. v. etwa 40 .000 Euro, die alle drei 
Jahre bereitgestellt werden müssten, um ein entsprechendes dauerhaftes hochkarätiges Pr ogramm 
inklusive Nachwuchsförderung und einem Highlight nationalen bzw. internationalen Z uschnitts mit 
deutlich überregionaler Wahrnehmung im Dr eijahresrhythmus zu realisieren. Diese Einschätzung 
basiert auf der Grundlage der Kostenstruktur vergleichbarer bisheriger Ausstellungsprojekte von FHG 
und Stadtmuseum. 
Da die notwendigen finanziellen Mittel derzeit im Haushalt nicht zur Verfügung stehen, kann die auf-
gezeigte Perspektive zur Weiterentwicklung der Kunstform Fotografie in Münster nicht umg esetzt 
werden. 
Nach Prüfung ist der Antrag Nr. A-R/0006/2010 nunmehr erledigt. 
 
 
 
 
i.V. 
 
 
gez. 
Wilkens 
Stadträtin 
 
 
Anlagen: 
Anlage 1: Beispielhafte Übersicht über Fotopreise/Fotoevents 
Anlage 2: A-R/0006/2010 Originalantrag Fotografie

Beratungsverlauf (1)

22.06.2017 Kulturausschuss
TOP 11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Mauritzstraße 7
  • Kreuzstraße 96

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0510/2017
Typ
Vorlagen
Datum
01.06.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37