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2010/0452

Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK-Ortsverein Arheilgen

Magistratsvorlage 12.10.2010

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2010/0452

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2010/0452

13232 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
14.10.2010 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Hauptamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig      
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2010/0452 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK-
Ortsverein Arheilgen 
 
Vorlage vom: 12.10.2010 
 
Beschlussvorschlag: 
Dem Ortsverein Arheilgen des Deutschen Roten Kreuzes wird zum über 100-jährigen Bestehen und in 
Anerkennung seiner Verdienste um den Auf- und Ausbau eines Rettungs- und Sanitätsdienstes in 
Arheilgen die Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.10.2010:  
 
Im Juni 1904 berieten die Mitglieder des Arheilger Zweigvereins vom Roten Kreuz auf der jährlich 
stattfindenden Generalversammlung eine freiwillige Sanitätskolonne in Arheilgen zu gründen. Noch im 
gleichen Monat traten 54 Arheilger bei, im September weitere 30 und die Kolonne hielt ihre erste 
Übung ab, die die Bergung und Versorgung Verwundeter simulierte. Im November 1904 begann dann 
der theoretische Unterricht bei dem Arheilger Arzt Dr. Schmitt. Die Sanitätskolonne wurde zwar nicht 
als Gliederung des  Arheilger Zweigvereins vom Roten Kreuz, sondern als Außenabteilung der 
Hauptkolonne in Darmstadt gegründet, aber vom Zweigverein gefördert und finanziell unterstützt. Als 
Außenabteilung der Hauptkolonne in Darmstadt war die Sanitätskolonne Arheilgen auch in deren 
Organisation und Aktivitäten eingebunden. Der stellvertretende Kolonnenführer der Hauptabteilung, 
Christian Wambold, war gleichzeitig Arheilger Kolonnenführer.  
 
Die Gründung der Kolonne ließ auch die Mitgliederzahlen des Rot-Kreuz-Vereins stark  ansteigen, von 
115 Mitgliedern im Jahr 1903 auf 225 Mitglieder im Jahr 1906.  Bereits 1905 wurden schon die ersten 
Fälle von erster Hilfe geleistet, u. a. bei Verletzungen Arheilger Bauern durch Dreschmaschinen, 
Sensen etc. Im Herbst 1913 wurde die Arheilger Kolonne der Hauptkolonne in Darmstadt als vierten 
Zug zugeordnet, worauf einige Mitglieder austraten und Anfang 1914 die „Arheilger 
Rettungsgesellschaft“, die sich später in „Freiwilliger Sanitätsverein Arheilgen“ umbenannte, 
gründeten. Durch den baldigen Kriegsausbruch konnte der Aufbau dieses Vereins allerdings nicht 
weiter verfolgt werden.  
 
Während des Ersten Weltkriegs arbeitete etwa die Hälfte der vierzügigen Sanitätskolonne in der 
Etappe, die andere Hälfte in Darmstadt. Im Februar 1918 waren wegen Personalmangels nur noch 
zwei Züge aktiv, die Arheilger Sanitäter waren dem zweiten Zug zugeteilt. 
 
Auf Grund des Versailler Friedensvertrags fand auch eine Neuausrichtung des Deutschen Roten 
Kreuzes statt, das sich 1921 als eingetragener Verein neu konstituierte und sich vor allem auf die 
Betätigungsfelder wie Rettungs- und Sanitätsdienst, Verbesserung der Volksgesundheit und 
Bekämpfung von Seuchen konzentrierte. Auch die Arheilger Sanitätskolonne, die nach Kriegsende 
ihre Arbeit eingestellt hatte, wurde im Juli 1920 wieder gegründet und mit 17 Mit-gliedern erneut der 
Darmstädter Hauptkolonne angegliedert.  
 
1925 wurde die Darmstädter Sanitäts-Hauptkolonne in fünf Züge eingeteilt, den 5. Zug sollte die 
Arheilger Kolonne stellen. Wie schon 1914 regte sich auch jetzt Widerstand gegen diese 
Entscheidung, so dass die Arheilger Kolonne 1925 aus der Darmstädter Kolonne ausgegliedert und 
für selbstständig erklärt wurde. Fast zeitgleich fand in April 1926 die Gründung einer zweiten 
Sanitätskolonne statt, die sich im April 1926 als „Zweigkolonne vom Roten Kreuz E. Merck“ 
konstituierte, 52 Mitglieder, eingeteilt in drei Züge, hatte und der Darmstädter Haupt-.kolonne 
angegliedert war. 1930 wurde diese Zweigkolonne ebenfalls in die Selbstständigkeit entlassen, so 
dass es seit dieser Zeit in Arheilgen zwei Sanitätskolonnen gab, die regelmäßig zusammenarbeiteten 
und sich zu  gemeinsamen Übungen versammelten. 
 
Nun selbstständig, ging die Arheilger Sanitätskolonne alle Aktivitäten mit viel Elan an; es  gab 
regelmäßig Sanitätswachen bei Schwimmfesten, Turnveranstaltungen der SGA und es fanden 
regelmäßige Alarmübungen statt. Darüber hinaus wurden Unfallmeldestellen eingerichtet, die das 
schnelle Eintreffen am Unfallort verbessern sollten. Diese engagierte Arbeit führte dazu, dass die 
Arheilger Kolonne bereits 1926 als eine der tätigsten im Land besonders hervorgehoben wurde.  
Gesellige Feiern und Ausflüge innerhalb der Kolonne wurden von einer Vergnügungskommission 
organisiert. 
 
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 sollte auch das Deutsche Rote 
Kreuz wie alle anderen Verbände gleichgeschaltet  werden, was sich in mehreren Umorganisationen 
der Kolonnen niederschlug. 1933 wurde Pfarrer Grein zum „Vereinsführer“ bestimmt, weiterhin wurde 
das NSDAP-Mitglied Peter Völger in die  
Kolonnenführung aufgenommen. Die mit weiteren Organisationsänderungen auftretenden 
Widerstände innerhalb der Kolonne schwächten die Einsatzbereitschaft der Arheilger Sanitätskolonne, 
eine fortschreitende Militarisierung der Vereinsarbeit, die sich u. a. in Übungen „Sanitätsdienst im 
Luftschutz“ widerspiegelte und ein im Dezember 1937 beschlossenen DRK-Gesetz führte schließlich 
zur Auflösung sämtlicher Landes-, Kreis- und Ortsvereine sowie Sanitätskolonnen. Das Arheilger Rote 
Kreuz hatte damit seine Selbstständig-keit verloren und war durch die Eingemeindung Arheilgens zu

3 
... 
Darmstadt der Kreisstelle Darmstadt mit dem Kreisstellenleiter Oberbürgermeister Otto Wamboldt 
(NSDAP) unterstellt. Die ehemalige Sanitätskolonne, jetzt Sanitätsbereitschaft Arheilgen, schied aus 
dem alten Kreisverband aus und wurde als dritter Zug der „Bereitschaft Darmstadt 2“, d. h. der 
Sanitätsbereitschaft Merck und deren Bereitschaftsführer Georg Knecht unterstellt.   
 
Der Beginn des Zweiten Weltkrieges änderte die Situation der Sanitätsbereitschaft Merck 
einschneidend. Viele Mitglieder wurden sofort nach Kriegsbeginn eingezogen. Sicher ist, dass die 
Sanitätsbereitschaft während des Krieges bestehen blieb und nach den Luftangriffen auf Darmstadt 
und auf die Firma Merck tagelang Verwundete barg und so weit wie möglich versorgte. 
 
Nach 1945 wurde das Deutsche Rote Kreuz in der amerikanischen Besatzungszone aufgelöst, Orts- 
und Kreisverbände nahmen jedoch nach kurzer Unterbrechung ihre Arbeit auf lokaler Ebene wieder 
auf. Der Landesverband Hessen des Roten Kreuzes wurde 1946 wieder gegründet und gab sic h 
1948 eine neue Satzung. Das Deutsche Rote Kreuz wurde 1950 in Koblenz neu gegründet. 
 
In Arheilgen war Georg Wesp einer der Wiederbegründer der Sanitätsbereitschaft, auf der ersten 
Mitgliederversammlung nach dem Krieg im Mai 1947 wurde er zum Bereitschaftsführer gewählt. Zu 
den ersten nennenswerten Aktionen zählte u. a. die Betreuung von Flüchtlings-transporten am 
Bahnhof Kranichstein, an eine geregelte Bereitschaftsarbeit war jedoch wegen der geringen Zahl 
Aktiver noch nicht zu denken. 
 
Auch der Ortsverein Arheilgen des Deutschen Roten Kreuzes nahm nach dem Krieg seine Tätigkeit 
wieder auf. Den Vorsitz führte am Anfang Bezirksverwalter Jakob Wolf, danach bis 1967 Ernst 
Häuser. Die Neuorganisation des Deutschen Roten Kreuzes beseitigte endlich die nebeneinander 
bestehenden Ortsvereine, Sanitätskolonnen, Frauenvereine etc. Alle örtlichen Gruppen wurden in 
einem Ortsverein zusammengefasst, die Ortsvereine in Kreisverbänden. Bei der Hauptversammlung 
1952 wurde nicht nur der amtierende Vorstand wieder gewählt, sondern auch ein 
Vergnügungsausschuss bestimmt, ein Zeichen, dass es mit der Sanitätsbereitschaft wieder aufwärts 
ging. Am 22.08.1954 konnte in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Ludwig Engel das 50-jährige 
Bestehen der Arheilger Sanitätsbereit-schaft gefeiert werden. Weitere Aktivitäten bestanden in der 
Einrichtung eines Blutspende-dienstes in Arheilgen und der regelmäßigen Durchführung von Erste-
Hilfe-Kursen. 
 
Die wachsende Zahl von an der Arbeit des Roten Kreuzes interessierten Jugendlichen führte 1967 zur 
Gründung einer Jugendgruppe unter Leitung von Marlies Kehr und zur Einrichtung eines neues 
Tätigkeitsfeldes, der Seniorenbetreuung. Die Auszeichnung der Fritz-Wernath-Stiftung 1968 für 
vorbildliche Arbeit gab dem DRK-Ortsverein Arheilgen neue Impulse und führte zu weiteren Initiativen 
in der Vereinsarbeit. Auch schafften die im Jahr 1975 von der Stadt Darmstadt neu zur Verfügung 
gestellten Räumlichkeiten in der Geißengasse 10, einer ehemaligen Hofreite, endlich Platz für 
Garagen, Unterrichtsraum, Büro und Lager. Ebenfalls konnten dort das im Jahr 1967 angeschaffte 
erste Fahrzeug sowie weitere ab 1974 angeschaffte Fahrzeuge und ein zweiter Sanitätszug 
untergebracht werden.  
 
Im Jahr 1976 konnte der Vereinsvorsitzende und Bereitschaftsführer Klaus-Jürgen Dennig vom 
Kreisverband des DRK den ersten Krankentransportwagen für die Bereitschaft Arheilgen übernehmen 
und es wurde ein Krankentransportzug gegründet, der die Besetzung des Krankenwagens regelte. 
Seit dieser Zeit übernahm die Arheilger Bereitschaft an Wochenenden und an Feiertagen nach 
Einsatzplan der DRK-Leitstelle Krankentransporte. Am 1. Februar 1978 wurde die „Rettungswache 
Nord“ mit einer eigenen Funkstation gegründet, der Bedarf an einem Arheilger Rettungsdienst 
steigerte sich bis 1985 auf fast 10.000 Einsätze jährlich.  
 
Darüber hinaus konnte die Bereitschaft im Jahr 1976 einen Betreuungsleitzug übernehmen, um vor 
allem im Katastrophenfall die Bevölkerung aus dem betroffenen Gebiet zu evakuieren und zu 
betreuen. Regelmäßige Katastrophenschutzübungen sicherten den Leistungsstand der beiden Züge. 
1990 – die Zahl der Aktiven war mittlerweile wieder angestiegen - wurden die Aufgaben dieser beiden 
Züge gebündelt und in einer Schnelleinsatzgruppe zusammengefasst, die aus den fünf Bereichen 
Rettungs- und Verpflegungsdienst, Unterkunfts- und Betreuungs-dienst und dem Technischen Dienst 
(seit 1992) bestand. 
 
Ein im Jahr 1989 vom Hess. Sozialministerium in Auftrag gegebener und von der Stadt Darmstadt und 
dem Landkreis Darmstadt-Dieburg vorgestellter neuer Rettungsmittelbedarfs-plan, der den Standort 
Arheilgen nicht mehr vorsah, gefährdete den Erhalt der Arheilger Rettungswache. Proteste, eine 
Unterschriftenaktion und weitere Bemühungen um den Erhalt der Rettungswache von Seiten der

4 
... 
Politik und der Öffentlichkeit führten im Juni 1990 zum Erfolg. Nachdem die Stadt Darmstadt sich 
bereit erklärt hatte, die Rettungswache Arheilgen mit 5.000,- DM jährlich zu bezuschussen, konnte der 
Krankentransport- und Rettungsdienst am Wochenende wieder aufgenommen werden.  
 
In den Jahren 1990 bis 2001 kam es zu mehreren Wechseln im Vereinsvorsitz, weiterhin konnte der 
DRK-Ortsverein Arheilgen in dieser Zeit bei großen Einsätzen und Übungen seine 
Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen. Diese und ähnliche Aktivitäten z. B. bei Erste-Hilfe-
Wettbewerben brachten dem Ortsverein Arheilgen einen mehr als guten Ruf ein. Neben der 
Auszeichnung mit dem Ludwig-Metzger-Preis im Jahr 2002 für die ehrenamtliche Arbeit im Bereich 
der Rettungswache und Verdienste im Katastrophenschutz gewann der Ortsverein Arheilgen im Jahr 
2007 den Landeswettbewerb Erste Hilfe. Dieser Sieg führte im Jahr 2008 zur Teilnahme am 
Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb in Liverpool, bei dem die Arheilger den  
7. Platz erreichten. 
 
2002 wurde der DRK-Ortsverein Arheilgen um das Aufgabengebiet Nachbarschaftshilfe erweitert. 
Heute hat der Ortsverein rund 100 aktive und über 1000 passive Mitglieder und zählt damit zu den 
stärksten Bereitschaften Südhessens.  Am 16. April 2010 konnte nach rund zwei Jahren Bauzeit die 
Wach- und Rettungsstation des DRK Arheilgen in der Messeler Straße 112 b eingeweiht werden. Im 
Rahmen der Baumaßnahme haben die Aktiven des Roten Kreuzes Arheilgen über 7.000 
Arbeitsstunden in Eigenhilfe erbracht. Der Neubau führte auch dazu, dass dort seit dem 10. Mai 2010 
ein Rettungswagen des DRK Starkenburg rund um die Uhr einsatzbereit ist. 
 
Dem DRK-Ortsverein ist es in den letzten mehr als 100 Jahren trotz seiner wechselvollen Geschichte 
gelungen, ein umfassendes Hilfe- und Rettungsnetz in Arheilgen aufzubauen, Jugendliche in die 
Arbeit der Hilfsorganisation zu integrieren und bei den Vereinsmitgliedern Einsatzfreude und den 
Dienst am Nächsten und für das Gemeinwohl zu stärken und zu fördern. Das Engagement und die 
soziale Verantwortung der vielen Ehrenamtlichen, die in zahllosen Arbeitsstunden Hilfe leisten, 
Ausbildungen in ihrer freien Zeit absolvieren und im Katastrophenfall entscheidend mitwirken, sollten 
durch die Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt gewürdigt werden. 
 
Darmstadt, 12.10.2010 
100 gö 
 
 
Walter Hoffmann 
Oberbürgermeister

Beratungsverlauf (1)

TOP 551

Orte (2)

  • Geißengasse 10
  • Messeler Straße 112b

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Details

Vorlagen-Nr.
2010/0452
Typ
Magistratsvorlage
Datum
12.10.2010
Erstellt
29.09.2026 00:00