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2007/0114

Energetische Sanierung Technisches Stadthaus Bessunger Straße

Magistratsvorlage 16.02.2007

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2007/0114

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2007/0114

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
13.03.2007 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat        
 
Amt: Agenda-Büro  
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
   
Tagesordnung:  I  II 
Verteiler: 
 
I                    III 
VI                  418 
561               61 
65                 Stvv 
 
 
Vorlage-Nr. 2007/0114 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
183  
 
 
Betreff: Energetische Sanierung Technisches Stadthaus Bessunger Straße 
 
Vorlage vom: 16.02.2007 
 
Beschlussvorschlag: 
 
1. Der Magistrat nimmt die Ergebnisse der beiden Gutachten zur  energetischen Sanierung 
der städtischen Liegenschaften Bessunger Str. 125 und den Einsatz der Fotovoltaik- und 
Solarthermie zur Kenntnis. 
2. Der Magistrat nimmt ferner zur Kenntnis, dass zur Erhaltung der Substanz des/der 
denkmalbeschützten Gebäude in der Bessunger Str. 125 Sanierungsmaßnahmen 
dringend erforderlich sind. 
3. Die beiden TUD-Gutachten stellen inhaltlich betrachtet eine gute Basis für perspektivische 
Sanierungsplanungen im Bereich der Bessunger Str. 125 dar. 
Im Falle anstehender Sanierungsplanungen  werden die Ergebnisse von den zuständigen 
Fachämtern weiter verwertet! 
 
 
Anlagen:   
 
Beschluss des Magistrats vom 21.03.2007 
 
Der Magistrat nimmt von der Vorlage Kenntnis.

2 
... 
 
Begründung Seite zu Magistratsvorlage vom 16.02.07 
 
Mitte 2005 wurden  zwischen Agenda-Büro und Technischer Universität Darmstadt/Zentrum für 
interdisziplinäre Technikforschung (TUD/ZIT) Möglichkeiten einer verstärkten Kooperation im 
klimatischen Bereich geprüft. Als erstes Teilergebnis erklärte sich die TUD/ZIT bereit, im Rahmen 
eines Konzeptstudienobjektes die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung für die 
Verwaltungsgebäude Bessunger Str. 125 zu prüfen. 
 
Auf der Basis eines umfassenden Anforderungsprofiles haben Studenten der TUD Darmstadt 
energetische Sanierungsfragen sowie Aspekte der Solarnutzung gutachterlich mit folgenden 
Ergebnissen bewertet: 
 
1.Gutachten „Energetische Sanierung zur zukunftssicheren Nutzung historischer Gebäude“
 
 
Das 96 Seiten umfassende Gutachten kommt in seinem Resümee zu folgenden abschließenden 
Empfehlungen: 
 
Ziel des Gutachtens war es, für das Objekt „ Technisches Stadthaus“ Möglichkeiten einer 
Energiebedarfsenkung zu erarbeiten, die unter technischen, ökologischen und ökonomischen 
Gesichtspunkten realisierbar und sinnvoll sind.  
Anhand des ausgewählten Referenzgebäudes (Block C) für das gesamte Projektgebiet (Bessunger 
Str. 125) wurde aufgezeigt, dass mit gängigen Dämmmaterialien und Techniken eine Heizenergie-
Einsparung  von bis zu 70% verwirklicht werden kann. 
 
Die Umsetzung eines derart hohen Einsparpotentials ist aber nur dann sinnvoll, wenn die 
Sanierungsmaßnahmen eine ausreichende Effizienz aufweisen. Dies bedeutet, dass die Reduzierung 
der Energiekosten über die Nutzungsdauer betrachtet die nötigen Investitionen übersteigen müssen. 
 
Das Gutachten berechnet, dass bei einer Energiepreissteigerung von (moderat angesetzt) 3,5% pro 
Jahr die Amortisation der Investitionskosten (geschätzt 288.000,- Euro) nach 30 Jahren eintritt.  
Allerdings zeigt die aktuelle Preisentwicklung im Energiesektor, dass die Steigerungsraten kaum exakt 
prognostizierbar sind, in den letzten Jahren aber einen verstärkten Trend nach oben aufreisen 
(Beispiel: In den letzten 6 Jahren hat sich der Preis bereits annährend verdoppelt). 
 
Unter Berücksichtigung dieses allgemeinen Trends ist mit einer größeren Preissteigerungsrate als  
3,5% pro Jahr zu rechnen, was bedeutet, dass sich die Sanierungsmaßnahmen deutlich vor Ablauf 
der geschätzten Nutzungsdauer von 30 Jahren amortisieren werden.  
 
Eine Sanierung ist daher allein aus ökonomischen Gründen zu befürworten. 
 
Das Gutachten weist ferner daraufhin, dass sich die Fassaden der Gebäude in einem desolaten 
Zustand befinden und zu einer zukunftssicheren Nutzung des historischen Gebäudebestandes 
dringen erneuert werden sollten.  
Bei Erneuerung der Fassaden sind aufgrund gesetzlicher Regelungen die Anforderungen der 
Energieeinsprachverordnung einzuhalten. Die vorgeschlagene Sanierung erreicht diese gesetzlichen 
Mindeststandards und schafft damit die Grundlage für eine längerfristige Nutzbarkeit. 
 
Integriert man ökologische Aspekte in die Abwägung (CO2-Reduzierung), so fällt das Votum für das 
Sanierungskonzept noch deutlicher aus. Die Stadt Darmstadt könnte bei der Sanierung als 
Eigentümer einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Schadstoffemissionen leisten. Allein für das 
Referenzgebäude Block C ermittelt das Gutachten eine mögliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes 
von 42 Tonnen pro Jahr. Damit könnte die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion übernehmen und die 
Bürger für die Richtigkeit eines nachhaltigen Umganges mit begrenzten Energieressourcen 
sensibilisieren. 
 
Das Gutachten enthält ebenfalls eine Handlungsempfehlung für den Fall, dass im kommunalen 
Haushalt eine Investitionssumme von 288.000,- Euro nicht bereitgestellt werden kann. Für diesen Fall 
wird die Umsetzung des Sanierungskonzeptes auf der Basis einer erstellten Prioritätenliste abhängig 
von der Effizienz der einzelnen Sanierungsmaßnahmen empfohlen. Die Sanierungsmaßnahmen sind 
im Wesentlichen  
 
• Dämmung der Außenwände (von innen)

3 
... 
• Dämmung der obersten Geschossdecke 
• Dämmung der Innenwände 
• Dämmung der Bodenplatte 
• Dämmung der Kellerdecke 
• Austausch der Fenster. 
 
2. Gutachten „Energetische Sanierung des Technischen Rathauses Darmstadt zur Fotovoltaik- 
und Solarthermie-Nutzung“: 
 
Das 107 Seiten umfassende Gutachten beschäftigt sich mit dem Einsatz erneuerbarer Energien im 
Bereich des Technischen Stadthauses. In den Fokus genommen wurden dabei insbesondere die 
Solarthermie und die Fotovoltaik. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich auf den 
Gebäuden des technischen Stadthauses (insbesondere EAD-Betriebshof) sowohl eine Fotovoltaik- als 
auch eine solarthermische Anlage ökologisch und auch ökonomisch sinnvoll betreiben lassen. 
 
Eine große Fotovoltaikanlage mit Einspeisung des gesamten Stromes schneidet dabei am 
rentabelsten ab. Um den Energieverbrauch für den Warmwasserbedarf der Kantine zu decken (3.330 
Liter pro Tag) wird eine solarthermische Anlage als Lösung empfohlen. 
 
Da die Installation einer PV-Anlage bzw. einer solarthermischen Anlage nur auf nicht Denkmal 
geschützten Gebäuden des technischen Stadthauses (= EAD) möglich ist, wurde bei der Betrachtung 
neben der Kantine auch das Gesundheitsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises 
Darmstadt-Dieburg einbezogen. 
 
Bei der Realisierung der im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen würde die Stadt Darmstadt 
einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der eigenen formulierten Klimaschutzziele leisten und 
darüber hinaus ökonomisch Gewinne realisieren, welche als Gegenfinanzierung für das energetische 
Sanierungskonzept dienen könnten (Gutachten 1).  
Die prognostizierte CO2-Einsparung bei der vorgeschlagenen PV-Anlage wird mit 110.000 kg pro Jahr 
und bei der Solarthermie-Anlage mit 8.013 kg CO2 pro Jahr angesetzt. 
 
Die Amortisationszeit der PV-Anlage beträgt je nach Angebot zwischen 16 und 19 Jahren, sodass die 
vorgeschlagene Anlage bei einer garantierten Lebensdauer von 25 Jahren nach Berechnungen des 
Gutachtens mit 50% Eigenkapital einen Reingewinn von 107.000 Euro bis 154.000 Euro 
erwirtschaftet. 
 
Die solarthermische Anlage hingegen amortisiert sich bereits nach vier Jahren allein durch die damit 
ermöglichte Gasverbrauchseinsparung von 16.800 m³ (Gegenwert 10.800 Euro) bei gerade mal 66m² 
Dachflächennutzung. 
  
Bei einem konstant angenommenen Gaspreis ergibt sich nach 20 Jahren ein Überschuss von 36.250 
Euro. Da zunehmen ist, dass der Gaspreis weiter kontinuierlich ansteigen wird, wird auch der Gewinn 
durch die Gaseinsparung erheblich größer ausfallen. 
 
Eine PV-Anlage auf den Dachflächen des EAD und des Gesundheitsamtes sowie die solarthermische 
Anlage auf dem Gebäude der Kantine Bessunger Str. 125 lassen sich damit kurz bis mittelfristig 
wirtschaftlich und gewinnbringend betreiben. 
 
 
 
 
 
Weiteres Vorgehen:
 
 
Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Agenda-Büro, Hochbau und Maschinenamt, Stadtplanungs-amt, 
Denkmalschutz hat die Gutachten vorgeprüft und die dortigen Empfehlungen als um-setzungswürdig 
eingestuft.  
 
Die in der MIP angemeldeten Beträge für die Gebäude B, C, D und F der Bessunger Str. 125 mit 
einem Gesamtsanierungsbedarf von 4,3 Mio Euro sind zurzeit im MIP für 2010 FF vorgesehen.

4 
... 
Inhaltlich betrachtet sind die beiden TUD-Gutachten für das Technische Rathaus als Basis und gute 
Studienarbeit für die perspektivisch angedachte künftige Sanierungsplanung in der Bessunger Str. 
125 zu verwerten. 
 
Im Falle anstehender Sanierungsmaßnahmen sind daher die Ergebnisse der beiden TUD-Gutachten 
einer weiteren  
 
• fachlich/inhaltlichen Prüfung  und Bewertung durch die zuständigen Fachdienststellen zu 
unterziehen und  
• nach Detailplanung der vorgeschlagenen Maßnahmen ggfs. bei der Sanierung ganz oder tlw. 
umzusetzen. 
 
Vor allem im Hinblick auf die CO2-Einsparung, den Einsatz besonderer Techniken in Kombination mit 
dem Denkmalschutz,  aber auch im Hinblick auf die ökonomischen Aspekte hätte eine Umsetzung der 
energetischen Sanierung Bessunger Str. 125 über die Grenzen Darmstadts hinaus Modellcharakter. 
 
 
Darmstadt den, 16.02.2007 
561-Agenda-Büro 
 
Dezernent I   Dezernent III   Dezernent VI 
 
 
 
 
 
 
 
Walter Hoffmann  Klaus Feuchtinger  Dieter Wenzel 
Oberbürgermeister  Stadtrat   Stadtrat

Beratungsverlauf (2)

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TOP 7

Orte (1)

  • Bessunger Straße 125

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Details

Vorlagen-Nr.
2007/0114
Typ
Magistratsvorlage
Datum
16.02.2007
Erstellt
29.09.2026 00:00