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A-R/0039/2006

Münsteraner Integrationsoffensive - Internationalität durch Integration stärken

Antrag an den Rat 20.09.2006

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 27.09.2006, TOP 24.6

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5898 Zeichen

SPD-Fraktion          Antrag Nr. A-R/0039/2006  
im Rat der Stadt Münster 
 
1 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
18.09.2006 
 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
mail: spdfrak@muenster.de  
Internet: www.spd-muenster.de  
Münsteraner Integrationsoffensive - 
Internationalität durch Integration stärken  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Der Rat der Stadt Münster greift die Inhalte der überparteilichen Integrationsoffensive 
des Landes NRW sowie den damit verbundenen „Aktions plan Integration“ auf und 
stellt die Aufgabe der Integration der in Münster l ebenden Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte in das Zentrum der politisc hen Bemühungen. Hierzu soll ein 
Leitbild entwickelt werden, auf dessen Grundlage In tegration in der Stadt Münster 
zukünftig als kommunale Querschnitts- und Gesamtste uerungsaufgabe 
wahrgenommen wird. Darüber hinaus empfiehlt sich ei ne entsprechende 
organisatorische Lösung in der Verwaltung.   
 
 
Begründung: 
  
 
15,3 Mio. Bundesbürgerinnen und Bundesbürger und da mit fast 1/5 der Bevölkerung 
besitzen eine Migrationsvorgeschichte. Dieses Bild spiegelt sich in etwa auch in der 
Stadt Münster wieder, in der ca. 23.000 Menschen mi t ausländischem Pass, ca. 
25.000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie  ca. 9.000 Eingebürgerte 
leben. Von den fast 280.000 Einwohnern haben also c a. 57.000 Menschen eine 
Migrationsvorgeschichte. Diese kommen aus ca. 150 L ändern. Perspektivisch wird 
sich diese Zahl erheblich zu Gunsten der Menschen m it Migrationsvorgeschichte 
verändern, da die Geburtenraten dieser Gruppe höher  und die Sterbequoten wegen 
des aktuell wesentliche niedrigeren Altersdurchschnitts geringer sind. Darüber hinaus 
ist auch im Rahmen von Wanderungsbewegungen eine Ve rstärkung der oben 
prognostizierten demographischen Veränderungen zu e rwarten. Bei den jungen 
Menschen ist schon in ca. 30 Jahren davon auszugehe n, dass über 50 % der 
Jugendlichen in Deutschland eine Migrationsvorgesch ichte haben werden. Darüber 
hinaus ist für fast alle deutschen Städte zu erwart en, dass in etwa 30 bis 40 Jahren 
der Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte  größer ist als der Anteil der 
Einheimischen.  
 
Der Rat der Stadt Münster wertschätzt die bisherige n Integrationsbemühungen des 
Ausländerbeirates, der Migrationsselbstorganisation en und der Verwaltung, 
insbesondere aber der sozialen und kirchlichen Organisationen in der Stadt Münster.

2 
Nur bei frühzeitiger Vernetzung der verschiedenen A ktivitäten und konkreter 
Ausrichtung aller Integrationsbemühungen kann der A nspruch der Stadt Münster auf 
Internationalität und Lebensart eingelöst werden. D abei steht vor allem die 
Verhinderung von parallelen Strukturen und Entwickl ungen im sozialen Gefüge 
unserer Stadt im Mittelpunkt der zukünftigen Anstrengungen. 
 
Daher sollte im politischen Konsens das Leitbild, d as aktuell unter Federführung der 
Verwaltung mit dem Ausländerbeirat entwickelt wird,  vom Rat der Stadt behandelt 
und beschlossen werden. Dies insbesondere auf der Grundlage der Erkenntnis, dass 
die integrationspolitisch erfolgreichen Kommunen in  Deutschland (wie Stuttgart, 
München, Nürnberg u.a.) über verbindliche Leitbilder zur Integration verfügen und mit 
großem Gewinn in das städtische Handeln umsetzen. D aher sollten auch in Münster 
in intensiver Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeira t die verschiedenen 
kommunalen Handlungsfelder auf ihre Integrationsgeh alte untersucht und mit der 
Zielrichtung von Integrationserfolgen als Querschni ttsaufgabe neu ausgerichtet 
werden . 
 
Die Stadt Münster verpflichtet sich somit zur Realisierung der Chancengleichheit aller 
hier lebenden Menschen unabhängig von nationaler, k ultureller und/oder ethnischer 
Zugehörigkeit. Die Stadt nimmt auf diese Weise eine  erhebliche wirtschaftliche und 
gesellschaftliche Chance wahr und wird an diesem Pr ozess alle relevanten Akteure 
beteiligen. Diese Entwicklung soll auch die Bemühun gen der Universität Münster in 
Richtung einer verstärkten internationalen Profilie rung unterstützen. Da sich 
Integration als Arbeitsprozess in Form einer Quersc hnittsaufgabe nicht nur an die 
Aufzunehmenden, sondern ebenso an die Einheimischen  wie auch die Institutionen 
des öffentlichen und privaten Lebens richtet, ist auch hier eine Vernetzung geboten. 
 
Zugleich kann der ISM-Prozess zum Thema „Internatio nalität“ auf diese Weise 
konsequent weiter entwickelt werden. Schließlich is t das mehrsprachige und kulturell 
vielfältige Potential zunehmend ein Indikator für u nsere Finanzkraft und Attraktivität 
im Wettbewerb der Städte. In diesem Zusammenhang be deutet Integration auch 
Sicherung von Planungssicherheit und insbesondere S icherung des oberzentralen 
Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturstandorts. Durch die „Münsteraner 
Integrationsoffensive“ stellt sich die Stadt auch g egen die Bildung ethnischer 
Parallelgesellschaften. Als dauerhafter Prozess wir d Integration so verstanden, dass 
für die hierher kommenden Zuwanderinnen und Zuwande rer die Handlungsfelder so 
berücksichtigt werden sollen, dass die politische, rechtliche, soziale und 
wirtschaftliche Teilhabe in unserem städtischen Gem einwesen in gleicher Qualität 
wie die für die Einheimischen erfolgt.  
 
Ziel der „Münsteraner Integrationsoffensive“ ist demnach die soziale, wirtschaftliche 
und kulturelle, aber auch rechtliche und politische  gleichberechtigte Teilhabe der 
Zuwanderinnen und Zuwanderer an unserer Stadtgesellschaft.  
 
 
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert   Udo Reiter 
Alexander Bercht   Dr. Michael Jung  Moritz von Sch meling 
Anika Bergner   Marianne Koch  Anne Schulze Wintzle r  
Philipp Gabriel   Gaby Kubig-Steltig  Joachim Tonn 
Beanka Ganser   Kurt Pölling   Beate Vilhjalmsson 
Anne Hakenes   Karsten Rahn  Holger Wigger 
Marianne Hopmann

Beratungsverlauf (1)

27.09.2006 Rat
TOP 24.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0039/2006
Typ
Antrag an den Rat
Datum
20.09.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37