A-R/0039/2006
Münsteraner Integrationsoffensive - Internationalität durch Integration stärken
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Originalvorlage
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SPD-Fraktion Antrag Nr. A-R/0039/2006 im Rat der Stadt Münster 1 Antrag 18.09.2006 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Münsteraner Integrationsoffensive - Internationalität durch Integration stärken Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Der Rat der Stadt Münster greift die Inhalte der überparteilichen Integrationsoffensive des Landes NRW sowie den damit verbundenen „Aktions plan Integration“ auf und stellt die Aufgabe der Integration der in Münster l ebenden Menschen mit Migrationsvorgeschichte in das Zentrum der politisc hen Bemühungen. Hierzu soll ein Leitbild entwickelt werden, auf dessen Grundlage In tegration in der Stadt Münster zukünftig als kommunale Querschnitts- und Gesamtste uerungsaufgabe wahrgenommen wird. Darüber hinaus empfiehlt sich ei ne entsprechende organisatorische Lösung in der Verwaltung. Begründung: 15,3 Mio. Bundesbürgerinnen und Bundesbürger und da mit fast 1/5 der Bevölkerung besitzen eine Migrationsvorgeschichte. Dieses Bild spiegelt sich in etwa auch in der Stadt Münster wieder, in der ca. 23.000 Menschen mi t ausländischem Pass, ca. 25.000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie ca. 9.000 Eingebürgerte leben. Von den fast 280.000 Einwohnern haben also c a. 57.000 Menschen eine Migrationsvorgeschichte. Diese kommen aus ca. 150 L ändern. Perspektivisch wird sich diese Zahl erheblich zu Gunsten der Menschen m it Migrationsvorgeschichte verändern, da die Geburtenraten dieser Gruppe höher und die Sterbequoten wegen des aktuell wesentliche niedrigeren Altersdurchschnitts geringer sind. Darüber hinaus ist auch im Rahmen von Wanderungsbewegungen eine Ve rstärkung der oben prognostizierten demographischen Veränderungen zu e rwarten. Bei den jungen Menschen ist schon in ca. 30 Jahren davon auszugehe n, dass über 50 % der Jugendlichen in Deutschland eine Migrationsvorgesch ichte haben werden. Darüber hinaus ist für fast alle deutschen Städte zu erwart en, dass in etwa 30 bis 40 Jahren der Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte größer ist als der Anteil der Einheimischen. Der Rat der Stadt Münster wertschätzt die bisherige n Integrationsbemühungen des Ausländerbeirates, der Migrationsselbstorganisation en und der Verwaltung, insbesondere aber der sozialen und kirchlichen Organisationen in der Stadt Münster. 2 Nur bei frühzeitiger Vernetzung der verschiedenen A ktivitäten und konkreter Ausrichtung aller Integrationsbemühungen kann der A nspruch der Stadt Münster auf Internationalität und Lebensart eingelöst werden. D abei steht vor allem die Verhinderung von parallelen Strukturen und Entwickl ungen im sozialen Gefüge unserer Stadt im Mittelpunkt der zukünftigen Anstrengungen. Daher sollte im politischen Konsens das Leitbild, d as aktuell unter Federführung der Verwaltung mit dem Ausländerbeirat entwickelt wird, vom Rat der Stadt behandelt und beschlossen werden. Dies insbesondere auf der Grundlage der Erkenntnis, dass die integrationspolitisch erfolgreichen Kommunen in Deutschland (wie Stuttgart, München, Nürnberg u.a.) über verbindliche Leitbilder zur Integration verfügen und mit großem Gewinn in das städtische Handeln umsetzen. D aher sollten auch in Münster in intensiver Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeira t die verschiedenen kommunalen Handlungsfelder auf ihre Integrationsgeh alte untersucht und mit der Zielrichtung von Integrationserfolgen als Querschni ttsaufgabe neu ausgerichtet werden . Die Stadt Münster verpflichtet sich somit zur Realisierung der Chancengleichheit aller hier lebenden Menschen unabhängig von nationaler, k ultureller und/oder ethnischer Zugehörigkeit. Die Stadt nimmt auf diese Weise eine erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Chance wahr und wird an diesem Pr ozess alle relevanten Akteure beteiligen. Diese Entwicklung soll auch die Bemühun gen der Universität Münster in Richtung einer verstärkten internationalen Profilie rung unterstützen. Da sich Integration als Arbeitsprozess in Form einer Quersc hnittsaufgabe nicht nur an die Aufzunehmenden, sondern ebenso an die Einheimischen wie auch die Institutionen des öffentlichen und privaten Lebens richtet, ist auch hier eine Vernetzung geboten. Zugleich kann der ISM-Prozess zum Thema „Internatio nalität“ auf diese Weise konsequent weiter entwickelt werden. Schließlich is t das mehrsprachige und kulturell vielfältige Potential zunehmend ein Indikator für u nsere Finanzkraft und Attraktivität im Wettbewerb der Städte. In diesem Zusammenhang be deutet Integration auch Sicherung von Planungssicherheit und insbesondere S icherung des oberzentralen Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturstandorts. Durch die „Münsteraner Integrationsoffensive“ stellt sich die Stadt auch g egen die Bildung ethnischer Parallelgesellschaften. Als dauerhafter Prozess wir d Integration so verstanden, dass für die hierher kommenden Zuwanderinnen und Zuwande rer die Handlungsfelder so berücksichtigt werden sollen, dass die politische, rechtliche, soziale und wirtschaftliche Teilhabe in unserem städtischen Gem einwesen in gleicher Qualität wie die für die Einheimischen erfolgt. Ziel der „Münsteraner Integrationsoffensive“ ist demnach die soziale, wirtschaftliche und kulturelle, aber auch rechtliche und politische gleichberechtigte Teilhabe der Zuwanderinnen und Zuwanderer an unserer Stadtgesellschaft. Wolfgang Heuer Ralf Hubert Udo Reiter Alexander Bercht Dr. Michael Jung Moritz von Sch meling Anika Bergner Marianne Koch Anne Schulze Wintzle r Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn Beanka Ganser Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Anne Hakenes Karsten Rahn Holger Wigger Marianne Hopmann
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0039/2006
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 20.09.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37