1143/2021
Jahresbericht 2020 des Amts für Weiterbildung / Volkshochschule liegt vor
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/42/42/1 Vorlagen-Nummer 30.03.2021 1143/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 19.04.2021 Jahresbericht 2020 des Amts für Weiterbildung / Volkshochschule liegt vor Ein Jahresbericht über das „Corona-Jahr“ 2020 – Was gibt es denn da zu berichten?, mag man sich fragen. In der Tat: Von den 101 Jahren, auf die die VHS Köln nunmehr zurückblicken kann, dürfte das vergangene wohl zumindest zu den seltsamsten gehören. Mitunter hatte es gar etwas Gespensti- sches – und das nicht nur wegen der Masken. Keine Frage, die Covid-19-Pandemie hat auch den VHS-Alltag maßgeblich geprägt und wesentlich bestimmt. Da gab es angesichts der besonderen Bedingungen mit vielen Ungewissheiten eine Fülle an Herausforderungen. Und es mussten neue Wege beschritten werden. Davon ist im Jahresbericht zu lesen - aber eben nicht nur davon. Auch wenn 2020 ganz gewiss kein einfaches Jahr war, es gibt auch Positives zu berichten: die zügi- gen Fortschritte beim Prozess der Digitalisierung, den Erfolg des Projekts „Stadtteileltern“, der große Zuspruch bei den Onlineangeboten und der anhaltende Erfolg der Integrationskurse. Der gedruckte Jahresbericht 2020 wird in der Ausschusssitzung zur Mitnahme bereitgehalten. Eine Online-Version ist verfügbar unter www.vhs-koeln.de. gez. Voigtsberger
Anlage1_VHS-Jahresbericht2020
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Amt für Weiterbildung Jahresbericht 2020 Daten | Fakten | Einblicke Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung | Jahresbericht 2020 Jahresbericht 2020 Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration | Kooperationspartner | Impressum Impressum: Im Mediapark 7 50670 Köln Telefon: 0221 221 23608 Telefax: 0221 221 65 69 007 E-Mail: vhs@stadt-koeln.de Internet: www.vhs.koeln Jahresbericht 2020 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, Jahresbericht 2020 #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung Volkshochschule ein Jahresbericht über 2020 – Was gibt es denn da zu berichten?, mögen Sie sich vielleicht fragen. In der Tat: Von den 101 Jahren, auf die die VHS Köln nunmehr zurückblicken kann, dürfte das ver - gangene wohl zumindest zu den seltsamsten gehören. Mitunter hatte es gar etwas Gespenstisches – und das nicht nur wegen der Masken. Keine Frage, die Covid-19-Pandemie hat auch den VHS-Alltag maß- geblich geprägt – um nicht zu sagen wesentlich bestimmt: Unterbrechung des Unterrichts, teilweise Wiederaufnahme und dann wieder komplette Unterbrechung. Gleichzeitig wurde umgehend unser Onlineangebot in allen Programmsegmenten und sogar in der Beratung ausgebaut. Es mussten Un- terrichtsräume coronagerecht hergerichtet werden, Maßnahmen zur Hygiene vorbereitet und rea- lisiert werden. Alles orientierte sich an dem VHS-eigenen Schutz- und Hygienekonzept, das wir ge - meinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt zum Schutz unserer Kundschaft, der Dozierenden sowie der Mitarbeitenden entwickelt und konsequent fortgeschrieben haben. Dass wir allen Widrigkeiten zum Trotz Teile unseres Programms dennoch umsetzen und unser Online- angebot stetig ausbauen konnten, ist einer großen Gemeinschaftsleistung der gesamten VHS-Fami- lie zu verdanken – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Programm- und Fachbereichen, in den Referaten sowie den Helferinnen und Helfern vor Ort direkt am Kursgeschehen; aber auch und gerade den vielen freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten, die unser Weiterbildungsangebot mit Inhalten und Leben füllen. Und auch der Zuspruch vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat gut getan, Mut gemacht und motiviert. Unter besonderen Bedingungen mit vielen Ungewissheiten galt es, neue Wege zu beschreiten: Telefon- und Videokonferenzen gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zum Berufsleben wie das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus. Wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir den Präsenzbetrieb wieder starten, und unsere Kund*innen und Dozent*innen auch wieder persönlich begrüßen können. Nein, 2020 war ganz gewiss kein einfaches Jahr. Dennoch: Es gibt auch Positives zu berichten: die zügigen Fortschritte beim Prozess der Digitalisierung, den Erfolg des Projekts „Stadtteileltern“, der große Zuspruch bei den Onlineangeboten und der anhaltende Erfolg der Integrationskurse. Lesen Sie selbst! Mit freundlichen Grüßen Jakob Schüller Leiter des Amts für Weiterbildung/Volkshochschule Die VHS Köln ist eine zuverlässige Kooperationspartnerin Erfolgreiche Zusammenarbeit gibt es beispielsweise mit: Die VHS Köln ist Trägerin der Integrations- kurse seit der ersten Stunde. Eingeführt wurden die I-Kurse zum 1. Januar 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz. Damit wur - de erstmals in Deutschland ein zentrales und rechtlich verbindliches Konzept mit Blick auf die Sprachförderung beschlos - sen. Zuwanderer*innen haben seither ei- nen Rechtsanspruch auf einen vom Staat geförderten Deutschkurs. Seitdem hat die VHS ihr Angebot kontinu - ierlich ausgebaut. Waren es im ersten Jahr noch 52 Kursmodule, so hat sich deren An - zahl stetig gesteigert: 199 Module im Jahr 2008 und 435 Module mit ca. 1.400 Teil- nehmenden im Jahr 2019. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei ein aufeinander aufbauendes System von Deutschkursen bis zum Niveau B1 – ge - messen an der Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Spra - chen. Der „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (A2-B1) als Abschlussprüfung wurde vom Goethe-Institut und der telc gGmbH ent - wickelt und wird seit 2009 bundesweit eingesetzt. Die Bedürfnisse spezieller Personen - gruppen fördern Über die allgemeinen I-Kurse hinaus bie - tet die VHS Köln auch Kurse für spezielle Zielgruppen an. Dazu gehören Kurse mit Alphabetisierung für Personen, die kei - ne Schulbildung mitbringen und die latei - nische Schrift noch erlernen müssen, wie auch Jugendintegrationskurse für junge Erwachsene bis 27 Jahre, die hier zusätz - lich eine berufliche Orientierung erhalten. Mit einem Orientierungskurs werden die Module abgeschlossen. Die Teilneh - menden erlangen erstes Wissen über Ge - schichte, Gesellschaft und demokratische Grundwerte unseres Landes. Inzwischen umfasst der Orientierungskurs 100 Unter - richtsstunden und schließt ebenfalls mit einem Test ab („Leben in Deutschland“). Das „Zertifikat Integrationskurs“ beschei - nigt Deutschkenntnisse auf dem Niveau B 1, wichtige Grundkenntnisse über die deutsche Gesellschaft und erleichtert den Weg hin zu einer unbefristeten Aufent- haltserlaubnis und zur deutschen Staats - angehörigkeit. Eine Besonderheit der I-Kurse ist deren Vielfalt an Teilnehmenden: Sie sind nicht nur verschieden hinsichtlich Herkunft, Al - ter und Bildung, sondern auch mit Blick auf die Gründe, die sie bewogen haben, ih - re Heimat zu verlassen. Waren es anfangs vor allem Zugewanderte, die schon länger in Deutschland lebten, so kamen ab 2012 viele Europäer*innen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive hinzu, seit 2014 insbesondere Kriegsgeflüchtete aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Zurzeit sind in den VHS-Integrationskursen Menschen aus über 80 Ländern vertreten. Das zeigt: Die VHS Köln ist eine wichtige Akteurin im Prozess der gesellschaftlichen Integration. Mit unserem speziell ausgearbeiteten Pro - gramm fördern wir den Spracherwerb, die Kommunikation und Verständigung so - wie die Bereitschaft und Fähigkeit zur In - tegration und Partizipation in unserer Ge - sellschaft. Die Pandemie hat sich auch auf die I-Kur- se ausgewirkt. Dank des Engagements der VHS-Beschäftigten sowie der freiberuflich Dozierenden besteht nun die Möglichkeit, im Lockdown weiterhin Deutsch zu lernen: in Onlinetutorien und „virtuellen Klassen - zimmern“. Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration ©Fotos: panthermedia, AdobeStock, verenafotografiert, Sonstige Fotos: VHS Köln Bleib Weltentdecker! #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Mitten im Semester, am Freitag, 13. März 2020, mussten der Präsenzunterricht und die Beratung in Präsenz aufgrund der Coronapandemie eingestellt werden. Eine Situation die, wie so vieles im vergangenen und in diesem Jahr, nicht vorstellbar war. Wirklich geschlossen war die VHS Köln jedoch nie, denn der Kursbetrieb ging, wenn auch zunächst in geringerem Umfang, online weiter. Die Werbetrommel 2020 Mit zwei Werbekampagnen hat die VHS im Kölner Stadtgebiet auf ihr Angebot aufmerksam gemacht. Das Werbemotiv für das erste Semester hat das Jahresthe- ma Mobilität aufgegriffen. Zugegeben, mobil zu sein war im Coronajahr nicht einfach und zeitweise auch gar nicht gewünscht. Doch Mobilität findet nicht nur physisch statt; die Volkshochschule fördert in vielerlei Hinsicht seit jeher die geistige Beweglichkeit der Menschen, was das Motiv im Stil eines U-Bahnplans zum Ausdruck brachte. In der zweiten Jahreshälfte wurde mit dem Motiv „Bleib Weltentdecker“ eine Image- kampagne geschaltet. Die Welt entde- cken? Eine ungewöhnliche Aufforderung zu einer Zeit, in der ein global agierender Virus uns davon abhielt, die Welt zu berei- sen. Der Untertitel „Mit der VHS in Köln“ in Kombination mit dem sympathischen Bild löste diese Frage auf. VHS_Poster_A3_2020_1.indd 1 24.10.19 10:52 Digital erweiterte Kursangebote sind schon lange ein fester Bestandteil unseres Programms. Reine Onlineformate bildeten hierbei allerdings die Ausnahme. Zeit- nah wurde, wo es inhaltlich möglich und gewünscht war, auf Onlineformate umge- stellt. Der größte Teil der Angebote wurde neu geplant. Oberstes Ziel war es immer Formate zu entwickeln, die online Freude machen und nicht als Notlösung empfun- den werden. #Lernengehtimmer war die Losung, und die Bilanz kann sich sehen lassen. Seit März 2020 wurden über 1000 Kurse online angeboten. Die Themenpalette bildet die bekannte Vielfalt der VHS ab. Fremdsprachen und Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache, berufsqualifizierende Themen, Musik, Theater und Fotokurse, aber auch Entspannungs- und Gesund- heitskurse sind online. Auch auf die gesell- schaftspolitischen Diskussionen, die im Forum VHS angeboten werden, musste nicht verzichtet werden. Die Vorträge wurden live gestreamt und das Publikum konnte sich online einbringen. Ein Kraftakt, der nur möglich war, weil viele Kursleitungen bereit waren, sich in kurzer Zeit und mit viel Energie in die neue Thematik einzuarbeiten, denn Onlinekurse erfordern andere Vermitt - lungstechniken und solide technische Kenntnisse. Um die Kursleitungen hierbei bestmöglich zu unterstützen, wurde das „Train the Trainer“-Programm, orientiert an den aktuellen Erfordernissen, kurzfri- stig ausgebaut. Ebenso wurden die Kurs- leitungen in das Lernmanagementsystem der VHS, die vhs.cloud, eingeführt, um dort virtuelle Kursräume entsprechend den Bedürfnissen der Lerngruppe einrich - ten und administrieren zu können. Bleib' Weltentdecker! Jetzt auf www.vhs.koeln starten. Die Oberbürgermeisterin Zeitgleich mit dem Kampagnenstart wurde das Kurs- und Veranstaltungsan- gebot unter neuer URL www.vhs.koeln veröffentlicht. Die Top-Level-Domain .koeln soll dabei die enge Verbundenheit der VHS mit der Stadt mit den Menschen, die hier leben, verdeutlichen. Amt für Weiterbildung Jahresbericht 2020 Daten | Fakten | Einblicke Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung | Jahresbericht 2020 Jahresbericht 2020 Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration | Kooperationspartner | Impressum Impressum: Im Mediapark 7 50670 Köln Telefon: 0221 221 23608 Telefax: 0221 221 65 69 007 E-Mail: vhs@stadt-koeln.de Internet: www.vhs.koeln Jahresbericht 2020 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, Jahresbericht 2020 #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung Volkshochschule ein Jahresbericht über 2020 – Was gibt es denn da zu berichten?, mögen Sie sich vielleicht fragen. In der Tat: Von den 101 Jahren, auf die die VHS Köln nunmehr zurückblicken kann, dürfte das ver - gangene wohl zumindest zu den seltsamsten gehören. Mitunter hatte es gar etwas Gespenstisches – und das nicht nur wegen der Masken. Keine Frage, die Covid-19-Pandemie hat auch den VHS-Alltag maß- geblich geprägt – um nicht zu sagen wesentlich bestimmt: Unterbrechung des Unterrichts, teilweise Wiederaufnahme und dann wieder komplette Unterbrechung. Gleichzeitig wurde umgehend unser Onlineangebot in allen Programmsegmenten und sogar in der Beratung ausgebaut. Es mussten Un- terrichtsräume coronagerecht hergerichtet werden, Maßnahmen zur Hygiene vorbereitet und rea- lisiert werden. Alles orientierte sich an dem VHS-eigenen Schutz- und Hygienekonzept, das wir ge - meinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt zum Schutz unserer Kundschaft, der Dozierenden sowie der Mitarbeitenden entwickelt und konsequent fortgeschrieben haben. Dass wir allen Widrigkeiten zum Trotz Teile unseres Programms dennoch umsetzen und unser Online- angebot stetig ausbauen konnten, ist einer großen Gemeinschaftsleistung der gesamten VHS-Fami- lie zu verdanken – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Programm- und Fachbereichen, in den Referaten sowie den Helferinnen und Helfern vor Ort direkt am Kursgeschehen; aber auch und gerade den vielen freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten, die unser Weiterbildungsangebot mit Inhalten und Leben füllen. Und auch der Zuspruch vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat gut getan, Mut gemacht und motiviert. Unter besonderen Bedingungen mit vielen Ungewissheiten galt es, neue Wege zu beschreiten: Telefon- und Videokonferenzen gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zum Berufsleben wie das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus. Wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir den Präsenzbetrieb wieder starten, und unsere Kund*innen und Dozent*innen auch wieder persönlich begrüßen können. Nein, 2020 war ganz gewiss kein einfaches Jahr. Dennoch: Es gibt auch Positives zu berichten: die zügigen Fortschritte beim Prozess der Digitalisierung, den Erfolg des Projekts „Stadtteileltern“, der große Zuspruch bei den Onlineangeboten und der anhaltende Erfolg der Integrationskurse. Lesen Sie selbst! Mit freundlichen Grüßen Jakob Schüller Leiter des Amts für Weiterbildung/Volkshochschule Die VHS Köln ist eine zuverlässige Kooperationspartnerin Erfolgreiche Zusammenarbeit gibt es beispielsweise mit: Die VHS Köln ist Trägerin der Integrations- kurse seit der ersten Stunde. Eingeführt wurden die I-Kurse zum 1. Januar 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz. Damit wur - de erstmals in Deutschland ein zentrales und rechtlich verbindliches Konzept mit Blick auf die Sprachförderung beschlos - sen. Zuwanderer*innen haben seither ei- nen Rechtsanspruch auf einen vom Staat geförderten Deutschkurs. Seitdem hat die VHS ihr Angebot kontinu - ierlich ausgebaut. Waren es im ersten Jahr noch 52 Kursmodule, so hat sich deren An - zahl stetig gesteigert: 199 Module im Jahr 2008 und 435 Module mit ca. 1.400 Teil- nehmenden im Jahr 2019. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei ein aufeinander aufbauendes System von Deutschkursen bis zum Niveau B1 – ge - messen an der Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Spra - chen. Der „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (A2-B1) als Abschlussprüfung wurde vom Goethe-Institut und der telc gGmbH ent - wickelt und wird seit 2009 bundesweit eingesetzt. Die Bedürfnisse spezieller Personen - gruppen fördern Über die allgemeinen I-Kurse hinaus bie - tet die VHS Köln auch Kurse für spezielle Zielgruppen an. Dazu gehören Kurse mit Alphabetisierung für Personen, die kei - ne Schulbildung mitbringen und die latei - nische Schrift noch erlernen müssen, wie auch Jugendintegrationskurse für junge Erwachsene bis 27 Jahre, die hier zusätz - lich eine berufliche Orientierung erhalten. Mit einem Orientierungskurs werden die Module abgeschlossen. Die Teilneh - menden erlangen erstes Wissen über Ge - schichte, Gesellschaft und demokratische Grundwerte unseres Landes. Inzwischen umfasst der Orientierungskurs 100 Unter - richtsstunden und schließt ebenfalls mit einem Test ab („Leben in Deutschland“). Das „Zertifikat Integrationskurs“ beschei - nigt Deutschkenntnisse auf dem Niveau B 1, wichtige Grundkenntnisse über die deutsche Gesellschaft und erleichtert den Weg hin zu einer unbefristeten Aufent- haltserlaubnis und zur deutschen Staats - angehörigkeit. Eine Besonderheit der I-Kurse ist deren Vielfalt an Teilnehmenden: Sie sind nicht nur verschieden hinsichtlich Herkunft, Al - ter und Bildung, sondern auch mit Blick auf die Gründe, die sie bewogen haben, ih - re Heimat zu verlassen. Waren es anfangs vor allem Zugewanderte, die schon länger in Deutschland lebten, so kamen ab 2012 viele Europäer*innen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive hinzu, seit 2014 insbesondere Kriegsgeflüchtete aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Zurzeit sind in den VHS-Integrationskursen Menschen aus über 80 Ländern vertreten. Das zeigt: Die VHS Köln ist eine wichtige Akteurin im Prozess der gesellschaftlichen Integration. Mit unserem speziell ausgearbeiteten Pro - gramm fördern wir den Spracherwerb, die Kommunikation und Verständigung so - wie die Bereitschaft und Fähigkeit zur In - tegration und Partizipation in unserer Ge - sellschaft. Die Pandemie hat sich auch auf die I-Kur- se ausgewirkt. Dank des Engagements der VHS-Beschäftigten sowie der freiberuflich Dozierenden besteht nun die Möglichkeit, im Lockdown weiterhin Deutsch zu lernen: in Onlinetutorien und „virtuellen Klassen - zimmern“. Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration ©Fotos: panthermedia, AdobeStock, verenafotografiert, Sonstige Fotos: VHS Köln Bleib Weltentdecker! #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Mitten im Semester, am Freitag, 13. März 2020, mussten der Präsenzunterricht und die Beratung in Präsenz aufgrund der Coronapandemie eingestellt werden. Eine Situation die, wie so vieles im vergangenen und in diesem Jahr, nicht vorstellbar war. Wirklich geschlossen war die VHS Köln jedoch nie, denn der Kursbetrieb ging, wenn auch zunächst in geringerem Umfang, online weiter. Die Werbetrommel 2020 Mit zwei Werbekampagnen hat die VHS im Kölner Stadtgebiet auf ihr Angebot aufmerksam gemacht. Das Werbemotiv für das erste Semester hat das Jahresthe- ma Mobilität aufgegriffen. Zugegeben, mobil zu sein war im Coronajahr nicht einfach und zeitweise auch gar nicht gewünscht. Doch Mobilität findet nicht nur physisch statt; die Volkshochschule fördert in vielerlei Hinsicht seit jeher die geistige Beweglichkeit der Menschen, was das Motiv im Stil eines U-Bahnplans zum Ausdruck brachte. In der zweiten Jahreshälfte wurde mit dem Motiv „Bleib Weltentdecker“ eine Image- kampagne geschaltet. Die Welt entde- cken? Eine ungewöhnliche Aufforderung zu einer Zeit, in der ein global agierender Virus uns davon abhielt, die Welt zu berei- sen. Der Untertitel „Mit der VHS in Köln“ in Kombination mit dem sympathischen Bild löste diese Frage auf. VHS_Poster_A3_2020_1.indd 1 24.10.19 10:52 Digital erweiterte Kursangebote sind schon lange ein fester Bestandteil unseres Programms. Reine Onlineformate bildeten hierbei allerdings die Ausnahme. Zeit- nah wurde, wo es inhaltlich möglich und gewünscht war, auf Onlineformate umge- stellt. Der größte Teil der Angebote wurde neu geplant. Oberstes Ziel war es immer Formate zu entwickeln, die online Freude machen und nicht als Notlösung empfun- den werden. #Lernengehtimmer war die Losung, und die Bilanz kann sich sehen lassen. Seit März 2020 wurden über 1000 Kurse online angeboten. Die Themenpalette bildet die bekannte Vielfalt der VHS ab. Fremdsprachen und Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache, berufsqualifizierende Themen, Musik, Theater und Fotokurse, aber auch Entspannungs- und Gesund- heitskurse sind online. Auch auf die gesell- schaftspolitischen Diskussionen, die im Forum VHS angeboten werden, musste nicht verzichtet werden. Die Vorträge wurden live gestreamt und das Publikum konnte sich online einbringen. Ein Kraftakt, der nur möglich war, weil viele Kursleitungen bereit waren, sich in kurzer Zeit und mit viel Energie in die neue Thematik einzuarbeiten, denn Onlinekurse erfordern andere Vermitt - lungstechniken und solide technische Kenntnisse. Um die Kursleitungen hierbei bestmöglich zu unterstützen, wurde das „Train the Trainer“-Programm, orientiert an den aktuellen Erfordernissen, kurzfri- stig ausgebaut. Ebenso wurden die Kurs- leitungen in das Lernmanagementsystem der VHS, die vhs.cloud, eingeführt, um dort virtuelle Kursräume entsprechend den Bedürfnissen der Lerngruppe einrich - ten und administrieren zu können. Bleib' Weltentdecker! Jetzt auf www.vhs.koeln starten. Die Oberbürgermeisterin Zeitgleich mit dem Kampagnenstart wurde das Kurs- und Veranstaltungsan- gebot unter neuer URL www.vhs.koeln veröffentlicht. Die Top-Level-Domain .koeln soll dabei die enge Verbundenheit der VHS mit der Stadt mit den Menschen, die hier leben, verdeutlichen. Jahresbericht 2020 Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Ein Blick zurück… „Die VHS geht zu den Menschen in die Veedel.“ Dieser Prozess begann bereits Ende der 1970er Jahre mit der Einrich- tung dezentraler Zweigstellen im Zuge der kommunalen Neuordnung. Grundi - deen der stadtteilorientierten Bildungs- arbeit waren: ein flächendeckendes und wohnortnahes Bildungsangebot, Bürger - nähe, Kooperation und Vernetzung. Das Programm wurde nicht nur für, sondern mit den Bürgerinnen und Bürgern ge- macht. In der Folge konnten in allen Stadt- bezirken deutliche Zuwächse an Teilneh- menden verzeichnet werden – die Hälf- te des VHS-Programms wurde hier umge- setzt. Vielen Menschen vor Ort erleichter- te der niedrigschwellige Zugang zu „ihrer“ Volkshochschule den Weg in die Weiter- bildungskurse – oder machte diesen sogar erst möglich. Der dezentrale Aufbruch en- dete Mitte der 1990er Jahre als Folge ver- schiedener Maßnahmen zur Konsolidie - rung des städtischen Haushalts. Ab 1996 wurden einzelne Zweigstellen zunächst zu Regionalzentren zusammengefasst und 2003 dann ganz aufgegeben. „Lebenswerte Veedel“ und „Kölner Perspektiven 2030“ Heute stehen wir erneut vor den Heraus- forderungen einer wachsenden Stadt, in der Bildung in den Stadtteilen mitge- dacht werden muss. Erklärtes Ziel der VHS Köln ist es daher, wieder stärker in die Veedel zurückzukehren und vor Ort präsent zu sein. VHS-Leiter Jakob Schüller: „Nur durch eine personelle Präsenz in den Sozialräumen kann die VHS in die Lage versetzt werden, ein bedarfsgerechtes Angebot zu organisie- ren und kompetente Beratung durchzu- führen. Die VHS kann so einen nachhal- tigen Beitrag zur Umsetzung der gesamt- städtischen Konzepte ‚Lebenswerte Vee- del‘ und ‚Kölner Perspektiven 2030‘ lei- sten.“ Ankommen im Veedel Ende 2020 war es dann soweit: In Mül- heim, Porz und Ehrenfeld konnten insge- samt fünf Pädagogische Assistent*innen ihre Arbeit aufnehmen. Sie sind verant- wortlich für ein Grundangebot (Politik, Kultur und Sprachen) sowie für die Koo- peration, Vernetzung und regionale Be- darfserschließung. Der Bedarf an Wei- terbildungsangeboten ist groß. Die neuen Mitarbeitenden haben den Dia- log mit den örtlichen Sozialraum-, Seni- oren- und Ehrenamtskoordinator*innen aufgenommen, um die Bildungsbedar - fe vor Ort zu erschließen. Im Sprachen- bereich sind es zum Beispiel Deutschan- gebote, dezentrale Angebote der Grund- bildung sowie Fremdsprachenkurse für besondere Zielgruppen. In der Politi- schen und Kulturellen Bildung sahen die Netzwerkpartner*innen Bedarf für spezi - elle Trainings zum gezielten Umgang mit Desinformation im Internet, lebensprak - tische Angebote (Schulden, Wohnen) so- wie Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen. Die Gespräche boten den Assistenzen eine gute Basis, um sich auf Augenhöhe zu ver- netzen. Die Multiplikator*innen vor Ort wiederum freuen sich über die Rückkehr der Volkshochschule in die Veedel. Jahresbericht 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel | Stadtteileltern Jahresbericht 2020 Literaturhaus Köln virtuell | Bildungsurlaube im Onlineformat Jahresbericht 2020 Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen | Die Werbetrommel 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel Kundschaft setzt auf Bildungsurlaube im Onlineformat „Bis zu 40 Unterrichtsstunden vor dem Rechner sitzen und sich einem Thema widmen, das macht doch niemand“, war eine weit verbreitete Meinung bei der Frage nach Bildungsurlauben im Onlineformat. Das war vor der Corona- pandemie. Heute wissen wir es besser! Online-Bildungsurlaube werden auch angenommen, wobei natürlich in erster Linie das Thema und auch die digitale Kompetenz der Teilnehmer*innen und der Dozent*innen eine Rolle spielen. Seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurden im Programmbereich Beruf - liche Bildung 17 Bildungsurlaube online realisiert, vorrangig zu den gehobenen EDV-Themen wie Programmierung und Webdesign. Aber auch Bildungsurlaube zu speziellen Office-Themen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Außerhalb des EDV-Themenbereiches waren verstärkt Online-Bildungsurlaube zu Social Media, Prozessoptimierung und Rhetorik nachgefragt. Stadtteileltern: Das Leben verändern Das Projekt „Stadtteileltern“ konnte Ende 2020 auf drei wertvolle Jahre zurück- blicken. Im Jahr 2018 starteten der Programmbereich „Qualifizierung und Beschäftigungsförderung“ sowie ver - schiedene Kooperationspartner*innen damit, Menschen im ALG II-Bezug in ganz Köln für das Projekt „Stadtteileltern“ zu begeistern. Ziele des dreijäh- rigen Projektes wa - ren die Qualifizie- rung der einzelnen Teilnehmenden sowie die gezielte und passgenaue Unterstützung von Familien in den Veedeln. Die Realisierung und Gesamt- organisation lag in den Händen der Volks- hochschule Köln; finanziert mit Förder- geldern des Europäischen Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW sowie Mitteln der Stadt Köln und einer privaten Stiftung. In acht unterschiedlichen Sozialräumen fand die VHS engagierte Kooperations- partner*innen. In der ersten Phase wurden 85 Frauen und Männer sechs Monate von Dozierenden der VHS zu Stadtteileltern qualifiziert. Auf der Agenda standen Themen zu Bildung, Gesundheit, Soziales sowie die Vermittlung von Basiswissen in Beratung und Zugang zu Hilfseinrich- tungen. Nach der Qualifizierung betreuten die Teilnehmer*innen 18 Monate lang Menschen in schwierigen Familiensitua - tionen in deren Veedeln. Das vergangene Jahr wurde für die eigene intensive beruf- liche Qualifizierung genutzt, gefördert vom Jobcenter Köln, das das Projekt begleitete. Dank des neu gewonnenen Selbstver- trauens, der persönlichen Erfahrungen und der intensiven Betreuung der Träger vor Ort bestanden über 60 Prozent der Teilnehmer*innen ihre Qualifizierung und fanden eine Arbeitsstelle; die übrigen werden weiterhin unterstützt. Fazit: Für viele hat sich das Leben positiv verän- dert. Und das ist gut: auch und gerade in den schwierigen Zeiten der Coronapan- demie. Die Digitalisierung durchdringt alle Le - bensbereiche, und so liegt es nahe, auch mit einer Onlineberatung neue Wege zu gehen, um zukunftsfähig zu bleiben und Ratsuchende in den unterschiedlichen Altersstrukturen, Lebenslagen und sozia - len Milieus zu erreichen. Onlineberatung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zu - gang. Sie ist räumlich und zeitlich flexibel, erschließt neue Zielgruppen für die Be- ratung und schafft neue personelle und räumliche Ressourcen. Zudem ermöglicht Onlineberatung Inklusion und Barrierefrei - heit. Vor diesem Hintergrund hat die VHS Köln das Projekt „Onlineberatung in der Weiterbildung“ als Pilotprojekt im Rah- men der Verwaltungsreform angemeldet. Das Projekt steht auf zwei großen Säulen: zum einen die Implementierung einer Be- ratungsoberfläche, zum anderen die Ent- wicklung eines Qualifizierungsangebots zur Onlineberatung für Mitarbeitende der Stadt Köln und als berufsbegleitende Wei- terbildung im offenen Programm der VHS Köln für professionelle Berater*innen. Verbesserung des Services für Bürger*innen Die Herausforderungen durch die Coronapandemie sind gewaltig: für die Menschen, die Verwaltung und die Po- litik. Es stellt sich für alle Seiten die Fra- ge: Wie kann guter Bürger*innenservice aufrechterhalten werden in Krisenzei - ten? Gerade in der Ausnahmesituation wurde deutlich, dass Verwaltung innova- tive Lösungen entwickeln muss, um un- abhängig von Zeit und Ort für die Men- schen da zu sein im Sinne eines modernen Kunden*innenmanagements. Mit dieser Herausforderung hat sich eine ad-hoc-Ar- beitsgruppe als dezernatsübergreifendes Gremium mit dem Ziel befasst, gemein- sam Digitalisierungsprojekte zu entwi - ckeln und voranzutreiben. Nach drei digi- talen Workshops im August 2020 wurden sechs Projekte ausgewählt, die von der Stadtspitze im Verwaltungsvorstand sehr positiv aufgenommen wurden. Mit Designsprints zur Umsetzung von Onlineberatung und Chatbotlösungen Im September 2020 ging die VHS gemein- sam mit dem Familienbüro im Jugendamt und den Bürgerdiensten in dem Projekt „Kommunikation und Onlineberatung für Bürgerinnen und Bürger“ an den Start. In mehreren Designsprints (ergebnisorien - tiertes und schnelles Vorgehen mit agilen Methoden des Projektmanagements) hat das Team zunächst Lösungen für Chatbo- tanwendungen bei immerwiederkehren - den Kunden*innenfragen erarbeitet – z. B. Informationen zu den Öffnungszeiten der VHS und Kitas der Stadt Köln. In den nächsten Sprints standen vor allem die Umsetzung der Onlineberatung und die Entwicklung eines Trainings für Online - beratende im Fokus. Coronabedingt liefen alle Designsprints online mit nutzerorien- tierten Methoden, wie etwa dem Erstellen von Persona, Storytelling und der Entwick- lung von Prototypen. Die Sprints waren kreativ, motivierend und zielorientiert, und die Ergebnisse können sich sehen las- sen: Mit Big Blue Botton ist eine tech- nische Lösung für Onlineberatungen in Sicht. Voraussichtlich im Sommer/Herbst 2021 geht die Qualifizierung für Mitarbei- tende der Stadt Köln und für Kund*innen der VHS an den Start. In weiteren Ämtern der Stadt Köln soll Onlineberatung einge- führt werden, denn die Vorteile für die Ge- samtverwaltung liegen auf der Hand: Mit der Einführung einer flächendeckenden Onlineberatung kann sich die Stadt Köln im interkommunalen Vergleich als Vor- reiterin positionieren und vor allem den Bürger*innen einen digital zeitgemäßen und innovativen Service bieten. Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen Natürlich wurden die Online-Bildungsur - laube, wie es sich gehört, im Anschluss mit einem Online-Tool evaluiert. Die Rück- laufquote der Befragung war sehr hoch und bei der Auswertung war festzustellen: Unsere Kundschaft ist nicht nur im digi- talen Zeitalter angekommen, sondern sie nutzt digitale Formate und Möglichkeiten immer selbstverständlicher. Das Feedback zu den Online-Bildungsur- lauben war außerordentlich positiv. Sie wurden nicht als zwangsläufige Notlö- sung wegen der Coronapandemie erlebt, sondern eher als Format mit Mehrwert. Insbesondere diese Vorteile wurden im- mer wieder genannt: stärkere Konzentra- tion auf das Wesentliche, Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den Dozent*innen über sogenannte Break- Out Rooms, Arbeiten in der gewohnten Umgebung, keine Reise- und Unterbrin- gungskosten. Viele Teilnehmer*innen bestätigten in ihrem Feedback, dass sie künftig vorrangig im Onlineformat einen Kurs besuchen würden. Die hohe Akzeptanz der digitalen Formate wurde entscheidend begünstigt durch einen Beschluss des Landtages NRW zur Anerkennung von Online-Bildungsurlau - ben für das Jahr 2020. Mittlerweile wurde diese Regelung auf 2021 ausgeweitet. Online-Unterricht, Distanzlernen und Digitale Bildung sind heute Selbstver- ständlichkeiten. Dieser Fakt sollte auch im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz dauerhaft berücksichtigt werden. Im Corona-Jahr 2020 standen gesell- schaftliche Themen wie Antidiskrimi- nierung und Antirassismus, Diversität und Empowerment, Hospizbegleitung in Zeiten von Corona, aber auch Parteien- analysen, Kommunalwahl und Brexit auf der Agenda. Neben den bereits bestehenden Online - seminaren haben wir coronabedingt neue Onlineformate etabliert, mit denen wir auch im Lockdown weiterhin Veranstal - tungen und Vorträge der Politischen Bil- dung realisieren konnten. Besondere Be - achtung fanden dabei Livestreams mit in- teraktiver Zuschauer*innen-Beteiligung aus dem FORUM Volkshochschule. Diese fanden entweder „hybrid“, also mit einem kleinen Publikum vor Ort und zusätz- lichem interaktivem Streaming, oder als sogenannte Geisterveranstaltung statt, wobei die Bühne coronagerecht ohne Pu- blikum bespielt und das Geschehen ge- streamt wurde. Beide Formate konnten die Zuschauer*innen über den YouTube- Kanal der VHS verfolgen. Der direkte Aus- tausch und die Diskussion kamen dabei nicht zu kurz – ihre Wortbeiträge konnten die Zuschauer*innen online einreichen. Der Diskussion mit Politikberater Erik Flügge zu seinem aktuellen Buch „Ego- ismus“ folgten virtuell knapp 200 Zuschauer*innen mit reger Beteiligung. Bereits fünf Stunden nach der Veranstal- tung war deren Aufzeichnung bereits über 3100 Mal angeklickt und 60 Mal geteilt worden. Kurz vor der Kommunalwahl diskutierten Politiker*innen bei uns zu „Gleichberech - tigtem Zusammenleben in Köln, so bunt wie die Regenbogenfahne?“. Per Video- konferenz und auf Facebook und YouTube haben wir den bunten Abend gestreamt. Wegen der Kontaktbeschränkungen durf - ten sich nur 50 Personen im FORUM Volkshochschule aufhalten – online schalteten dafür mehr als 2340 ein. Die 6. Fair Trade Night fand sozusagen „op jöck“ statt – Ausfall war keine Option! Statt im FORUM Volkshoch- schule und im Museumsfo- yer, haben wir die Gäste auf vier Veranstaltungsorte in der Stadt aufgeteilt. So konnten wir die Besucher*innenströme reduzieren und ein gewohnt persönliches Programm anbie - ten. Auch 2021 werden wir – den Umständen entsprechend – zunächst noch auf physische Distanz gehen, dabei aber Nähe nicht missen lassen. Das technische Know-how zur Umsetzung digitaler Formate ist ein stetiger Lernpro- zess und wir gehen ihn mit Innovations- freude an. Die Resonanz von über 5.300 Online-Teilnehmer*innen in fünf Monaten macht Lust auf mehr. Klar ist aber auch: Die Freude wird genauso groß sein, wenn wir endlich wieder zusammenkommen und vor Ort diskutieren können! Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Zu den süßen Früchten der Coronapandemie zählt auch das Format Literatur- haus Köln virtuell. Bereits seit längerer Zeit war das Literaturhaus immer wieder mit besonders großen Veranstaltungen im FORUM Volkshochschule zu Gast. Eine Vertiefung der Kooperation in Richtung gemeinsamer Veranstaltungskonzepte war bereits im Gespräch, als mit dem Lockdown im März 2020 erst einmal „nichts mehr“ in Präsenz möglich war. In dieser Situation öffnete die Volkshoch- schule ihre virtuellen Räume gerne für die wichtigste Kölner Institution der Litera- turförderung und Literaturvermittlung. Am 2. April fiel der offizielle Startschuss mit einer gemeinsamen Presseinforma - tion, am 16. April fand bereits die erste digitale Veranstaltung statt. Elf weitere Veranstaltungen folgten bis Dezember 2020. Die Beteiligung war rege – insge- samt nahmen über 500 Menschen teil. Gerade angesichts der abgesagten Leipziger Buchmesse war es ein gemein- sames Anliegen von Volkshochschule und Literaturhaus, Literatur auch im Lock- down sichtbar und hörbar zu machen. Den Autor*innen wollten wir auf andere Weise ein Forum bieten, um ihre neuen Veröffentlichungen einem interessier - ten Publikum zu präsentieren und ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig konnte die Volkshochschule den Teilnehmenden aus den coronabedingt abgesagten Litera - turkursen damit ein Angebot machen, um den Lockdown zu überbrücken. Die gesellschaftspolitische Dimension kam in den Veranstaltungen des Literatur - hauses virtuell auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Besonders erwähnt sei „Literatur in Einfacher Sprache“, ein Projekt des Frankfurter Literaturhauses, bei dem erfolgreiche zeitgenössische Autor*innen sprachlich einfache, aber li- terarisch anspruchsvolle Kurzgeschichten verfasst haben, um sie Menschen nahe zu bringen, die aufgrund ihrer sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen zu Literatur ansonsten keinen Zugang haben. An der Veranstaltung mit Autor Kristof Magnusson und Initiator des Projektes Hauke Hückstädt nahmen auch Dozieren- de aus den Deutschkursen der Volkshoch- schule teil, die dort Impulse für ihre Arbeit fanden. Thematisch spann sich bei den gemein- samen digitalen Veranstaltungen ein weiter Bogen: deutsch-deutsche Teilung und heutiger Rechtsextremismus, eine Pilotin in den 1920er Jahren, die Begeg- nung zwischen Paul Celan und Heidegger und die Spuren brauner Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik, komplexe Be - ziehungsgeschichten im interkulturellen Spannungsfeld. Die Veranstaltungen gin - gen über reine Lesungen hinaus, wesent - lich war das Gespräch – sowohl über die literarische Form und den Inhalt als auch über den Prozess des Schreibens. Das For- mat ermöglichte es dem Publikum, sich aktiv einzuschalten, was immer wieder erfreulich intensiv genutzt wurde. Alles in allem: Literaturhaus Köln virtuell und die VHS – eine gelungene Kooperati- on, die 2021 fortgeführt wird. Literaturhaus Köln virtuell Wir begleiten Sie auf diesen Kanälen. Im Internet: www.vhs.koeln Im VHS Newsletter In den sozialen Medien: facebook.com/vhskoeln instagram.com/vhskoeln twitter.com/vhskoeln linkedin.com/company/ volkshochschule-vhs-köln youtube.com/c/ VolkshochschuleKöln1 Jahresbericht 2020 Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Ein Blick zurück… „Die VHS geht zu den Menschen in die Veedel.“ Dieser Prozess begann bereits Ende der 1970er Jahre mit der Einrich- tung dezentraler Zweigstellen im Zuge der kommunalen Neuordnung. Grundi - deen der stadtteilorientierten Bildungs- arbeit waren: ein flächendeckendes und wohnortnahes Bildungsangebot, Bürger - nähe, Kooperation und Vernetzung. Das Programm wurde nicht nur für, sondern mit den Bürgerinnen und Bürgern ge- macht. In der Folge konnten in allen Stadt- bezirken deutliche Zuwächse an Teilneh- menden verzeichnet werden – die Hälf- te des VHS-Programms wurde hier umge- setzt. Vielen Menschen vor Ort erleichter- te der niedrigschwellige Zugang zu „ihrer“ Volkshochschule den Weg in die Weiter- bildungskurse – oder machte diesen sogar erst möglich. Der dezentrale Aufbruch en- dete Mitte der 1990er Jahre als Folge ver- schiedener Maßnahmen zur Konsolidie - rung des städtischen Haushalts. Ab 1996 wurden einzelne Zweigstellen zunächst zu Regionalzentren zusammengefasst und 2003 dann ganz aufgegeben. „Lebenswerte Veedel“ und „Kölner Perspektiven 2030“ Heute stehen wir erneut vor den Heraus- forderungen einer wachsenden Stadt, in der Bildung in den Stadtteilen mitge- dacht werden muss. Erklärtes Ziel der VHS Köln ist es daher, wieder stärker in die Veedel zurückzukehren und vor Ort präsent zu sein. VHS-Leiter Jakob Schüller: „Nur durch eine personelle Präsenz in den Sozialräumen kann die VHS in die Lage versetzt werden, ein bedarfsgerechtes Angebot zu organisie- ren und kompetente Beratung durchzu- führen. Die VHS kann so einen nachhal- tigen Beitrag zur Umsetzung der gesamt- städtischen Konzepte ‚Lebenswerte Vee- del‘ und ‚Kölner Perspektiven 2030‘ lei- sten.“ Ankommen im Veedel Ende 2020 war es dann soweit: In Mül- heim, Porz und Ehrenfeld konnten insge- samt fünf Pädagogische Assistent*innen ihre Arbeit aufnehmen. Sie sind verant- wortlich für ein Grundangebot (Politik, Kultur und Sprachen) sowie für die Koo- peration, Vernetzung und regionale Be- darfserschließung. Der Bedarf an Wei- terbildungsangeboten ist groß. Die neuen Mitarbeitenden haben den Dia- log mit den örtlichen Sozialraum-, Seni- oren- und Ehrenamtskoordinator*innen aufgenommen, um die Bildungsbedar - fe vor Ort zu erschließen. Im Sprachen- bereich sind es zum Beispiel Deutschan- gebote, dezentrale Angebote der Grund- bildung sowie Fremdsprachenkurse für besondere Zielgruppen. In der Politi- schen und Kulturellen Bildung sahen die Netzwerkpartner*innen Bedarf für spezi - elle Trainings zum gezielten Umgang mit Desinformation im Internet, lebensprak - tische Angebote (Schulden, Wohnen) so- wie Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen. Die Gespräche boten den Assistenzen eine gute Basis, um sich auf Augenhöhe zu ver- netzen. Die Multiplikator*innen vor Ort wiederum freuen sich über die Rückkehr der Volkshochschule in die Veedel. Jahresbericht 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel | Stadtteileltern Jahresbericht 2020 Literaturhaus Köln virtuell | Bildungsurlaube im Onlineformat Jahresbericht 2020 Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen | Die Werbetrommel 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel Kundschaft setzt auf Bildungsurlaube im Onlineformat „Bis zu 40 Unterrichtsstunden vor dem Rechner sitzen und sich einem Thema widmen, das macht doch niemand“, war eine weit verbreitete Meinung bei der Frage nach Bildungsurlauben im Onlineformat. Das war vor der Corona- pandemie. Heute wissen wir es besser! Online-Bildungsurlaube werden auch angenommen, wobei natürlich in erster Linie das Thema und auch die digitale Kompetenz der Teilnehmer*innen und der Dozent*innen eine Rolle spielen. Seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurden im Programmbereich Beruf - liche Bildung 17 Bildungsurlaube online realisiert, vorrangig zu den gehobenen EDV-Themen wie Programmierung und Webdesign. Aber auch Bildungsurlaube zu speziellen Office-Themen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Außerhalb des EDV-Themenbereiches waren verstärkt Online-Bildungsurlaube zu Social Media, Prozessoptimierung und Rhetorik nachgefragt. Stadtteileltern: Das Leben verändern Das Projekt „Stadtteileltern“ konnte Ende 2020 auf drei wertvolle Jahre zurück- blicken. Im Jahr 2018 starteten der Programmbereich „Qualifizierung und Beschäftigungsförderung“ sowie ver - schiedene Kooperationspartner*innen damit, Menschen im ALG II-Bezug in ganz Köln für das Projekt „Stadtteileltern“ zu begeistern. Ziele des dreijäh- rigen Projektes wa - ren die Qualifizie- rung der einzelnen Teilnehmenden sowie die gezielte und passgenaue Unterstützung von Familien in den Veedeln. Die Realisierung und Gesamt- organisation lag in den Händen der Volks- hochschule Köln; finanziert mit Förder- geldern des Europäischen Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW sowie Mitteln der Stadt Köln und einer privaten Stiftung. In acht unterschiedlichen Sozialräumen fand die VHS engagierte Kooperations- partner*innen. In der ersten Phase wurden 85 Frauen und Männer sechs Monate von Dozierenden der VHS zu Stadtteileltern qualifiziert. Auf der Agenda standen Themen zu Bildung, Gesundheit, Soziales sowie die Vermittlung von Basiswissen in Beratung und Zugang zu Hilfseinrich- tungen. Nach der Qualifizierung betreuten die Teilnehmer*innen 18 Monate lang Menschen in schwierigen Familiensitua - tionen in deren Veedeln. Das vergangene Jahr wurde für die eigene intensive beruf- liche Qualifizierung genutzt, gefördert vom Jobcenter Köln, das das Projekt begleitete. Dank des neu gewonnenen Selbstver- trauens, der persönlichen Erfahrungen und der intensiven Betreuung der Träger vor Ort bestanden über 60 Prozent der Teilnehmer*innen ihre Qualifizierung und fanden eine Arbeitsstelle; die übrigen werden weiterhin unterstützt. Fazit: Für viele hat sich das Leben positiv verän- dert. Und das ist gut: auch und gerade in den schwierigen Zeiten der Coronapan- demie. Die Digitalisierung durchdringt alle Le - bensbereiche, und so liegt es nahe, auch mit einer Onlineberatung neue Wege zu gehen, um zukunftsfähig zu bleiben und Ratsuchende in den unterschiedlichen Altersstrukturen, Lebenslagen und sozia - len Milieus zu erreichen. Onlineberatung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zu - gang. Sie ist räumlich und zeitlich flexibel, erschließt neue Zielgruppen für die Be- ratung und schafft neue personelle und räumliche Ressourcen. Zudem ermöglicht Onlineberatung Inklusion und Barrierefrei - heit. Vor diesem Hintergrund hat die VHS Köln das Projekt „Onlineberatung in der Weiterbildung“ als Pilotprojekt im Rah- men der Verwaltungsreform angemeldet. Das Projekt steht auf zwei großen Säulen: zum einen die Implementierung einer Be- ratungsoberfläche, zum anderen die Ent- wicklung eines Qualifizierungsangebots zur Onlineberatung für Mitarbeitende der Stadt Köln und als berufsbegleitende Wei- terbildung im offenen Programm der VHS Köln für professionelle Berater*innen. Verbesserung des Services für Bürger*innen Die Herausforderungen durch die Coronapandemie sind gewaltig: für die Menschen, die Verwaltung und die Po- litik. Es stellt sich für alle Seiten die Fra- ge: Wie kann guter Bürger*innenservice aufrechterhalten werden in Krisenzei - ten? Gerade in der Ausnahmesituation wurde deutlich, dass Verwaltung innova- tive Lösungen entwickeln muss, um un- abhängig von Zeit und Ort für die Men- schen da zu sein im Sinne eines modernen Kunden*innenmanagements. Mit dieser Herausforderung hat sich eine ad-hoc-Ar- beitsgruppe als dezernatsübergreifendes Gremium mit dem Ziel befasst, gemein- sam Digitalisierungsprojekte zu entwi - ckeln und voranzutreiben. Nach drei digi- talen Workshops im August 2020 wurden sechs Projekte ausgewählt, die von der Stadtspitze im Verwaltungsvorstand sehr positiv aufgenommen wurden. Mit Designsprints zur Umsetzung von Onlineberatung und Chatbotlösungen Im September 2020 ging die VHS gemein- sam mit dem Familienbüro im Jugendamt und den Bürgerdiensten in dem Projekt „Kommunikation und Onlineberatung für Bürgerinnen und Bürger“ an den Start. In mehreren Designsprints (ergebnisorien - tiertes und schnelles Vorgehen mit agilen Methoden des Projektmanagements) hat das Team zunächst Lösungen für Chatbo- tanwendungen bei immerwiederkehren - den Kunden*innenfragen erarbeitet – z. B. Informationen zu den Öffnungszeiten der VHS und Kitas der Stadt Köln. In den nächsten Sprints standen vor allem die Umsetzung der Onlineberatung und die Entwicklung eines Trainings für Online - beratende im Fokus. Coronabedingt liefen alle Designsprints online mit nutzerorien- tierten Methoden, wie etwa dem Erstellen von Persona, Storytelling und der Entwick- lung von Prototypen. Die Sprints waren kreativ, motivierend und zielorientiert, und die Ergebnisse können sich sehen las- sen: Mit Big Blue Botton ist eine tech- nische Lösung für Onlineberatungen in Sicht. Voraussichtlich im Sommer/Herbst 2021 geht die Qualifizierung für Mitarbei- tende der Stadt Köln und für Kund*innen der VHS an den Start. In weiteren Ämtern der Stadt Köln soll Onlineberatung einge- führt werden, denn die Vorteile für die Ge- samtverwaltung liegen auf der Hand: Mit der Einführung einer flächendeckenden Onlineberatung kann sich die Stadt Köln im interkommunalen Vergleich als Vor- reiterin positionieren und vor allem den Bürger*innen einen digital zeitgemäßen und innovativen Service bieten. Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen Natürlich wurden die Online-Bildungsur - laube, wie es sich gehört, im Anschluss mit einem Online-Tool evaluiert. Die Rück- laufquote der Befragung war sehr hoch und bei der Auswertung war festzustellen: Unsere Kundschaft ist nicht nur im digi- talen Zeitalter angekommen, sondern sie nutzt digitale Formate und Möglichkeiten immer selbstverständlicher. Das Feedback zu den Online-Bildungsur- lauben war außerordentlich positiv. Sie wurden nicht als zwangsläufige Notlö- sung wegen der Coronapandemie erlebt, sondern eher als Format mit Mehrwert. Insbesondere diese Vorteile wurden im- mer wieder genannt: stärkere Konzentra- tion auf das Wesentliche, Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den Dozent*innen über sogenannte Break- Out Rooms, Arbeiten in der gewohnten Umgebung, keine Reise- und Unterbrin- gungskosten. Viele Teilnehmer*innen bestätigten in ihrem Feedback, dass sie künftig vorrangig im Onlineformat einen Kurs besuchen würden. Die hohe Akzeptanz der digitalen Formate wurde entscheidend begünstigt durch einen Beschluss des Landtages NRW zur Anerkennung von Online-Bildungsurlau - ben für das Jahr 2020. Mittlerweile wurde diese Regelung auf 2021 ausgeweitet. Online-Unterricht, Distanzlernen und Digitale Bildung sind heute Selbstver- ständlichkeiten. Dieser Fakt sollte auch im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz dauerhaft berücksichtigt werden. Im Corona-Jahr 2020 standen gesell- schaftliche Themen wie Antidiskrimi- nierung und Antirassismus, Diversität und Empowerment, Hospizbegleitung in Zeiten von Corona, aber auch Parteien- analysen, Kommunalwahl und Brexit auf der Agenda. Neben den bereits bestehenden Online - seminaren haben wir coronabedingt neue Onlineformate etabliert, mit denen wir auch im Lockdown weiterhin Veranstal - tungen und Vorträge der Politischen Bil- dung realisieren konnten. Besondere Be - achtung fanden dabei Livestreams mit in- teraktiver Zuschauer*innen-Beteiligung aus dem FORUM Volkshochschule. Diese fanden entweder „hybrid“, also mit einem kleinen Publikum vor Ort und zusätz- lichem interaktivem Streaming, oder als sogenannte Geisterveranstaltung statt, wobei die Bühne coronagerecht ohne Pu- blikum bespielt und das Geschehen ge- streamt wurde. Beide Formate konnten die Zuschauer*innen über den YouTube- Kanal der VHS verfolgen. Der direkte Aus- tausch und die Diskussion kamen dabei nicht zu kurz – ihre Wortbeiträge konnten die Zuschauer*innen online einreichen. Der Diskussion mit Politikberater Erik Flügge zu seinem aktuellen Buch „Ego- ismus“ folgten virtuell knapp 200 Zuschauer*innen mit reger Beteiligung. Bereits fünf Stunden nach der Veranstal- tung war deren Aufzeichnung bereits über 3100 Mal angeklickt und 60 Mal geteilt worden. Kurz vor der Kommunalwahl diskutierten Politiker*innen bei uns zu „Gleichberech - tigtem Zusammenleben in Köln, so bunt wie die Regenbogenfahne?“. Per Video- konferenz und auf Facebook und YouTube haben wir den bunten Abend gestreamt. Wegen der Kontaktbeschränkungen durf - ten sich nur 50 Personen im FORUM Volkshochschule aufhalten – online schalteten dafür mehr als 2340 ein. Die 6. Fair Trade Night fand sozusagen „op jöck“ statt – Ausfall war keine Option! Statt im FORUM Volkshoch- schule und im Museumsfo- yer, haben wir die Gäste auf vier Veranstaltungsorte in der Stadt aufgeteilt. So konnten wir die Besucher*innenströme reduzieren und ein gewohnt persönliches Programm anbie - ten. Auch 2021 werden wir – den Umständen entsprechend – zunächst noch auf physische Distanz gehen, dabei aber Nähe nicht missen lassen. Das technische Know-how zur Umsetzung digitaler Formate ist ein stetiger Lernpro- zess und wir gehen ihn mit Innovations- freude an. Die Resonanz von über 5.300 Online-Teilnehmer*innen in fünf Monaten macht Lust auf mehr. Klar ist aber auch: Die Freude wird genauso groß sein, wenn wir endlich wieder zusammenkommen und vor Ort diskutieren können! Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Zu den süßen Früchten der Coronapandemie zählt auch das Format Literatur- haus Köln virtuell. Bereits seit längerer Zeit war das Literaturhaus immer wieder mit besonders großen Veranstaltungen im FORUM Volkshochschule zu Gast. Eine Vertiefung der Kooperation in Richtung gemeinsamer Veranstaltungskonzepte war bereits im Gespräch, als mit dem Lockdown im März 2020 erst einmal „nichts mehr“ in Präsenz möglich war. In dieser Situation öffnete die Volkshoch- schule ihre virtuellen Räume gerne für die wichtigste Kölner Institution der Litera- turförderung und Literaturvermittlung. Am 2. April fiel der offizielle Startschuss mit einer gemeinsamen Presseinforma - tion, am 16. April fand bereits die erste digitale Veranstaltung statt. Elf weitere Veranstaltungen folgten bis Dezember 2020. Die Beteiligung war rege – insge- samt nahmen über 500 Menschen teil. Gerade angesichts der abgesagten Leipziger Buchmesse war es ein gemein- sames Anliegen von Volkshochschule und Literaturhaus, Literatur auch im Lock- down sichtbar und hörbar zu machen. Den Autor*innen wollten wir auf andere Weise ein Forum bieten, um ihre neuen Veröffentlichungen einem interessier - ten Publikum zu präsentieren und ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig konnte die Volkshochschule den Teilnehmenden aus den coronabedingt abgesagten Litera - turkursen damit ein Angebot machen, um den Lockdown zu überbrücken. Die gesellschaftspolitische Dimension kam in den Veranstaltungen des Literatur - hauses virtuell auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Besonders erwähnt sei „Literatur in Einfacher Sprache“, ein Projekt des Frankfurter Literaturhauses, bei dem erfolgreiche zeitgenössische Autor*innen sprachlich einfache, aber li- terarisch anspruchsvolle Kurzgeschichten verfasst haben, um sie Menschen nahe zu bringen, die aufgrund ihrer sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen zu Literatur ansonsten keinen Zugang haben. An der Veranstaltung mit Autor Kristof Magnusson und Initiator des Projektes Hauke Hückstädt nahmen auch Dozieren- de aus den Deutschkursen der Volkshoch- schule teil, die dort Impulse für ihre Arbeit fanden. Thematisch spann sich bei den gemein- samen digitalen Veranstaltungen ein weiter Bogen: deutsch-deutsche Teilung und heutiger Rechtsextremismus, eine Pilotin in den 1920er Jahren, die Begeg- nung zwischen Paul Celan und Heidegger und die Spuren brauner Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik, komplexe Be - ziehungsgeschichten im interkulturellen Spannungsfeld. Die Veranstaltungen gin - gen über reine Lesungen hinaus, wesent - lich war das Gespräch – sowohl über die literarische Form und den Inhalt als auch über den Prozess des Schreibens. Das For- mat ermöglichte es dem Publikum, sich aktiv einzuschalten, was immer wieder erfreulich intensiv genutzt wurde. Alles in allem: Literaturhaus Köln virtuell und die VHS – eine gelungene Kooperati- on, die 2021 fortgeführt wird. Literaturhaus Köln virtuell Wir begleiten Sie auf diesen Kanälen. Im Internet: www.vhs.koeln Im VHS Newsletter In den sozialen Medien: facebook.com/vhskoeln instagram.com/vhskoeln twitter.com/vhskoeln linkedin.com/company/ volkshochschule-vhs-köln youtube.com/c/ VolkshochschuleKöln1 Jahresbericht 2020 Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Ein Blick zurück… „Die VHS geht zu den Menschen in die Veedel.“ Dieser Prozess begann bereits Ende der 1970er Jahre mit der Einrich- tung dezentraler Zweigstellen im Zuge der kommunalen Neuordnung. Grundi - deen der stadtteilorientierten Bildungs- arbeit waren: ein flächendeckendes und wohnortnahes Bildungsangebot, Bürger - nähe, Kooperation und Vernetzung. Das Programm wurde nicht nur für, sondern mit den Bürgerinnen und Bürgern ge- macht. In der Folge konnten in allen Stadt- bezirken deutliche Zuwächse an Teilneh- menden verzeichnet werden – die Hälf- te des VHS-Programms wurde hier umge- setzt. Vielen Menschen vor Ort erleichter- te der niedrigschwellige Zugang zu „ihrer“ Volkshochschule den Weg in die Weiter- bildungskurse – oder machte diesen sogar erst möglich. Der dezentrale Aufbruch en- dete Mitte der 1990er Jahre als Folge ver- schiedener Maßnahmen zur Konsolidie - rung des städtischen Haushalts. Ab 1996 wurden einzelne Zweigstellen zunächst zu Regionalzentren zusammengefasst und 2003 dann ganz aufgegeben. „Lebenswerte Veedel“ und „Kölner Perspektiven 2030“ Heute stehen wir erneut vor den Heraus- forderungen einer wachsenden Stadt, in der Bildung in den Stadtteilen mitge- dacht werden muss. Erklärtes Ziel der VHS Köln ist es daher, wieder stärker in die Veedel zurückzukehren und vor Ort präsent zu sein. VHS-Leiter Jakob Schüller: „Nur durch eine personelle Präsenz in den Sozialräumen kann die VHS in die Lage versetzt werden, ein bedarfsgerechtes Angebot zu organisie- ren und kompetente Beratung durchzu- führen. Die VHS kann so einen nachhal- tigen Beitrag zur Umsetzung der gesamt- städtischen Konzepte ‚Lebenswerte Vee- del‘ und ‚Kölner Perspektiven 2030‘ lei- sten.“ Ankommen im Veedel Ende 2020 war es dann soweit: In Mül- heim, Porz und Ehrenfeld konnten insge- samt fünf Pädagogische Assistent*innen ihre Arbeit aufnehmen. Sie sind verant- wortlich für ein Grundangebot (Politik, Kultur und Sprachen) sowie für die Koo- peration, Vernetzung und regionale Be- darfserschließung. Der Bedarf an Wei- terbildungsangeboten ist groß. Die neuen Mitarbeitenden haben den Dia- log mit den örtlichen Sozialraum-, Seni- oren- und Ehrenamtskoordinator*innen aufgenommen, um die Bildungsbedar - fe vor Ort zu erschließen. Im Sprachen- bereich sind es zum Beispiel Deutschan- gebote, dezentrale Angebote der Grund- bildung sowie Fremdsprachenkurse für besondere Zielgruppen. In der Politi- schen und Kulturellen Bildung sahen die Netzwerkpartner*innen Bedarf für spezi - elle Trainings zum gezielten Umgang mit Desinformation im Internet, lebensprak - tische Angebote (Schulden, Wohnen) so- wie Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen. Die Gespräche boten den Assistenzen eine gute Basis, um sich auf Augenhöhe zu ver- netzen. Die Multiplikator*innen vor Ort wiederum freuen sich über die Rückkehr der Volkshochschule in die Veedel. Jahresbericht 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel | Stadtteileltern Jahresbericht 2020 Literaturhaus Köln virtuell | Bildungsurlaube im Onlineformat Jahresbericht 2020 Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen | Die Werbetrommel 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel Kundschaft setzt auf Bildungsurlaube im Onlineformat „Bis zu 40 Unterrichtsstunden vor dem Rechner sitzen und sich einem Thema widmen, das macht doch niemand“, war eine weit verbreitete Meinung bei der Frage nach Bildungsurlauben im Onlineformat. Das war vor der Corona- pandemie. Heute wissen wir es besser! Online-Bildungsurlaube werden auch angenommen, wobei natürlich in erster Linie das Thema und auch die digitale Kompetenz der Teilnehmer*innen und der Dozent*innen eine Rolle spielen. Seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurden im Programmbereich Beruf - liche Bildung 17 Bildungsurlaube online realisiert, vorrangig zu den gehobenen EDV-Themen wie Programmierung und Webdesign. Aber auch Bildungsurlaube zu speziellen Office-Themen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Außerhalb des EDV-Themenbereiches waren verstärkt Online-Bildungsurlaube zu Social Media, Prozessoptimierung und Rhetorik nachgefragt. Stadtteileltern: Das Leben verändern Das Projekt „Stadtteileltern“ konnte Ende 2020 auf drei wertvolle Jahre zurück- blicken. Im Jahr 2018 starteten der Programmbereich „Qualifizierung und Beschäftigungsförderung“ sowie ver - schiedene Kooperationspartner*innen damit, Menschen im ALG II-Bezug in ganz Köln für das Projekt „Stadtteileltern“ zu begeistern. Ziele des dreijäh- rigen Projektes wa - ren die Qualifizie- rung der einzelnen Teilnehmenden sowie die gezielte und passgenaue Unterstützung von Familien in den Veedeln. Die Realisierung und Gesamt- organisation lag in den Händen der Volks- hochschule Köln; finanziert mit Förder- geldern des Europäischen Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW sowie Mitteln der Stadt Köln und einer privaten Stiftung. In acht unterschiedlichen Sozialräumen fand die VHS engagierte Kooperations- partner*innen. In der ersten Phase wurden 85 Frauen und Männer sechs Monate von Dozierenden der VHS zu Stadtteileltern qualifiziert. Auf der Agenda standen Themen zu Bildung, Gesundheit, Soziales sowie die Vermittlung von Basiswissen in Beratung und Zugang zu Hilfseinrich- tungen. Nach der Qualifizierung betreuten die Teilnehmer*innen 18 Monate lang Menschen in schwierigen Familiensitua - tionen in deren Veedeln. Das vergangene Jahr wurde für die eigene intensive beruf- liche Qualifizierung genutzt, gefördert vom Jobcenter Köln, das das Projekt begleitete. Dank des neu gewonnenen Selbstver- trauens, der persönlichen Erfahrungen und der intensiven Betreuung der Träger vor Ort bestanden über 60 Prozent der Teilnehmer*innen ihre Qualifizierung und fanden eine Arbeitsstelle; die übrigen werden weiterhin unterstützt. Fazit: Für viele hat sich das Leben positiv verän- dert. Und das ist gut: auch und gerade in den schwierigen Zeiten der Coronapan- demie. Die Digitalisierung durchdringt alle Le - bensbereiche, und so liegt es nahe, auch mit einer Onlineberatung neue Wege zu gehen, um zukunftsfähig zu bleiben und Ratsuchende in den unterschiedlichen Altersstrukturen, Lebenslagen und sozia - len Milieus zu erreichen. Onlineberatung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zu - gang. Sie ist räumlich und zeitlich flexibel, erschließt neue Zielgruppen für die Be- ratung und schafft neue personelle und räumliche Ressourcen. Zudem ermöglicht Onlineberatung Inklusion und Barrierefrei - heit. Vor diesem Hintergrund hat die VHS Köln das Projekt „Onlineberatung in der Weiterbildung“ als Pilotprojekt im Rah- men der Verwaltungsreform angemeldet. Das Projekt steht auf zwei großen Säulen: zum einen die Implementierung einer Be- ratungsoberfläche, zum anderen die Ent- wicklung eines Qualifizierungsangebots zur Onlineberatung für Mitarbeitende der Stadt Köln und als berufsbegleitende Wei- terbildung im offenen Programm der VHS Köln für professionelle Berater*innen. Verbesserung des Services für Bürger*innen Die Herausforderungen durch die Coronapandemie sind gewaltig: für die Menschen, die Verwaltung und die Po- litik. Es stellt sich für alle Seiten die Fra- ge: Wie kann guter Bürger*innenservice aufrechterhalten werden in Krisenzei - ten? Gerade in der Ausnahmesituation wurde deutlich, dass Verwaltung innova- tive Lösungen entwickeln muss, um un- abhängig von Zeit und Ort für die Men- schen da zu sein im Sinne eines modernen Kunden*innenmanagements. Mit dieser Herausforderung hat sich eine ad-hoc-Ar- beitsgruppe als dezernatsübergreifendes Gremium mit dem Ziel befasst, gemein- sam Digitalisierungsprojekte zu entwi - ckeln und voranzutreiben. Nach drei digi- talen Workshops im August 2020 wurden sechs Projekte ausgewählt, die von der Stadtspitze im Verwaltungsvorstand sehr positiv aufgenommen wurden. Mit Designsprints zur Umsetzung von Onlineberatung und Chatbotlösungen Im September 2020 ging die VHS gemein- sam mit dem Familienbüro im Jugendamt und den Bürgerdiensten in dem Projekt „Kommunikation und Onlineberatung für Bürgerinnen und Bürger“ an den Start. In mehreren Designsprints (ergebnisorien - tiertes und schnelles Vorgehen mit agilen Methoden des Projektmanagements) hat das Team zunächst Lösungen für Chatbo- tanwendungen bei immerwiederkehren - den Kunden*innenfragen erarbeitet – z. B. Informationen zu den Öffnungszeiten der VHS und Kitas der Stadt Köln. In den nächsten Sprints standen vor allem die Umsetzung der Onlineberatung und die Entwicklung eines Trainings für Online - beratende im Fokus. Coronabedingt liefen alle Designsprints online mit nutzerorien- tierten Methoden, wie etwa dem Erstellen von Persona, Storytelling und der Entwick- lung von Prototypen. Die Sprints waren kreativ, motivierend und zielorientiert, und die Ergebnisse können sich sehen las- sen: Mit Big Blue Botton ist eine tech- nische Lösung für Onlineberatungen in Sicht. Voraussichtlich im Sommer/Herbst 2021 geht die Qualifizierung für Mitarbei- tende der Stadt Köln und für Kund*innen der VHS an den Start. In weiteren Ämtern der Stadt Köln soll Onlineberatung einge- führt werden, denn die Vorteile für die Ge- samtverwaltung liegen auf der Hand: Mit der Einführung einer flächendeckenden Onlineberatung kann sich die Stadt Köln im interkommunalen Vergleich als Vor- reiterin positionieren und vor allem den Bürger*innen einen digital zeitgemäßen und innovativen Service bieten. Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen Natürlich wurden die Online-Bildungsur - laube, wie es sich gehört, im Anschluss mit einem Online-Tool evaluiert. Die Rück- laufquote der Befragung war sehr hoch und bei der Auswertung war festzustellen: Unsere Kundschaft ist nicht nur im digi- talen Zeitalter angekommen, sondern sie nutzt digitale Formate und Möglichkeiten immer selbstverständlicher. Das Feedback zu den Online-Bildungsur- lauben war außerordentlich positiv. Sie wurden nicht als zwangsläufige Notlö- sung wegen der Coronapandemie erlebt, sondern eher als Format mit Mehrwert. Insbesondere diese Vorteile wurden im- mer wieder genannt: stärkere Konzentra- tion auf das Wesentliche, Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den Dozent*innen über sogenannte Break- Out Rooms, Arbeiten in der gewohnten Umgebung, keine Reise- und Unterbrin- gungskosten. Viele Teilnehmer*innen bestätigten in ihrem Feedback, dass sie künftig vorrangig im Onlineformat einen Kurs besuchen würden. Die hohe Akzeptanz der digitalen Formate wurde entscheidend begünstigt durch einen Beschluss des Landtages NRW zur Anerkennung von Online-Bildungsurlau - ben für das Jahr 2020. Mittlerweile wurde diese Regelung auf 2021 ausgeweitet. Online-Unterricht, Distanzlernen und Digitale Bildung sind heute Selbstver- ständlichkeiten. Dieser Fakt sollte auch im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz dauerhaft berücksichtigt werden. Im Corona-Jahr 2020 standen gesell- schaftliche Themen wie Antidiskrimi- nierung und Antirassismus, Diversität und Empowerment, Hospizbegleitung in Zeiten von Corona, aber auch Parteien- analysen, Kommunalwahl und Brexit auf der Agenda. Neben den bereits bestehenden Online - seminaren haben wir coronabedingt neue Onlineformate etabliert, mit denen wir auch im Lockdown weiterhin Veranstal - tungen und Vorträge der Politischen Bil- dung realisieren konnten. Besondere Be - achtung fanden dabei Livestreams mit in- teraktiver Zuschauer*innen-Beteiligung aus dem FORUM Volkshochschule. Diese fanden entweder „hybrid“, also mit einem kleinen Publikum vor Ort und zusätz- lichem interaktivem Streaming, oder als sogenannte Geisterveranstaltung statt, wobei die Bühne coronagerecht ohne Pu- blikum bespielt und das Geschehen ge- streamt wurde. Beide Formate konnten die Zuschauer*innen über den YouTube- Kanal der VHS verfolgen. Der direkte Aus- tausch und die Diskussion kamen dabei nicht zu kurz – ihre Wortbeiträge konnten die Zuschauer*innen online einreichen. Der Diskussion mit Politikberater Erik Flügge zu seinem aktuellen Buch „Ego- ismus“ folgten virtuell knapp 200 Zuschauer*innen mit reger Beteiligung. Bereits fünf Stunden nach der Veranstal- tung war deren Aufzeichnung bereits über 3100 Mal angeklickt und 60 Mal geteilt worden. Kurz vor der Kommunalwahl diskutierten Politiker*innen bei uns zu „Gleichberech - tigtem Zusammenleben in Köln, so bunt wie die Regenbogenfahne?“. Per Video- konferenz und auf Facebook und YouTube haben wir den bunten Abend gestreamt. Wegen der Kontaktbeschränkungen durf - ten sich nur 50 Personen im FORUM Volkshochschule aufhalten – online schalteten dafür mehr als 2340 ein. Die 6. Fair Trade Night fand sozusagen „op jöck“ statt – Ausfall war keine Option! Statt im FORUM Volkshoch- schule und im Museumsfo- yer, haben wir die Gäste auf vier Veranstaltungsorte in der Stadt aufgeteilt. So konnten wir die Besucher*innenströme reduzieren und ein gewohnt persönliches Programm anbie - ten. Auch 2021 werden wir – den Umständen entsprechend – zunächst noch auf physische Distanz gehen, dabei aber Nähe nicht missen lassen. Das technische Know-how zur Umsetzung digitaler Formate ist ein stetiger Lernpro- zess und wir gehen ihn mit Innovations- freude an. Die Resonanz von über 5.300 Online-Teilnehmer*innen in fünf Monaten macht Lust auf mehr. Klar ist aber auch: Die Freude wird genauso groß sein, wenn wir endlich wieder zusammenkommen und vor Ort diskutieren können! Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Zu den süßen Früchten der Coronapandemie zählt auch das Format Literatur- haus Köln virtuell. Bereits seit längerer Zeit war das Literaturhaus immer wieder mit besonders großen Veranstaltungen im FORUM Volkshochschule zu Gast. Eine Vertiefung der Kooperation in Richtung gemeinsamer Veranstaltungskonzepte war bereits im Gespräch, als mit dem Lockdown im März 2020 erst einmal „nichts mehr“ in Präsenz möglich war. In dieser Situation öffnete die Volkshoch- schule ihre virtuellen Räume gerne für die wichtigste Kölner Institution der Litera- turförderung und Literaturvermittlung. Am 2. April fiel der offizielle Startschuss mit einer gemeinsamen Presseinforma - tion, am 16. April fand bereits die erste digitale Veranstaltung statt. Elf weitere Veranstaltungen folgten bis Dezember 2020. Die Beteiligung war rege – insge- samt nahmen über 500 Menschen teil. Gerade angesichts der abgesagten Leipziger Buchmesse war es ein gemein- sames Anliegen von Volkshochschule und Literaturhaus, Literatur auch im Lock- down sichtbar und hörbar zu machen. Den Autor*innen wollten wir auf andere Weise ein Forum bieten, um ihre neuen Veröffentlichungen einem interessier - ten Publikum zu präsentieren und ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig konnte die Volkshochschule den Teilnehmenden aus den coronabedingt abgesagten Litera - turkursen damit ein Angebot machen, um den Lockdown zu überbrücken. Die gesellschaftspolitische Dimension kam in den Veranstaltungen des Literatur - hauses virtuell auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Besonders erwähnt sei „Literatur in Einfacher Sprache“, ein Projekt des Frankfurter Literaturhauses, bei dem erfolgreiche zeitgenössische Autor*innen sprachlich einfache, aber li- terarisch anspruchsvolle Kurzgeschichten verfasst haben, um sie Menschen nahe zu bringen, die aufgrund ihrer sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen zu Literatur ansonsten keinen Zugang haben. An der Veranstaltung mit Autor Kristof Magnusson und Initiator des Projektes Hauke Hückstädt nahmen auch Dozieren- de aus den Deutschkursen der Volkshoch- schule teil, die dort Impulse für ihre Arbeit fanden. Thematisch spann sich bei den gemein- samen digitalen Veranstaltungen ein weiter Bogen: deutsch-deutsche Teilung und heutiger Rechtsextremismus, eine Pilotin in den 1920er Jahren, die Begeg- nung zwischen Paul Celan und Heidegger und die Spuren brauner Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik, komplexe Be - ziehungsgeschichten im interkulturellen Spannungsfeld. Die Veranstaltungen gin - gen über reine Lesungen hinaus, wesent - lich war das Gespräch – sowohl über die literarische Form und den Inhalt als auch über den Prozess des Schreibens. Das For- mat ermöglichte es dem Publikum, sich aktiv einzuschalten, was immer wieder erfreulich intensiv genutzt wurde. Alles in allem: Literaturhaus Köln virtuell und die VHS – eine gelungene Kooperati- on, die 2021 fortgeführt wird. Literaturhaus Köln virtuell Wir begleiten Sie auf diesen Kanälen. Im Internet: www.vhs.koeln Im VHS Newsletter In den sozialen Medien: facebook.com/vhskoeln instagram.com/vhskoeln twitter.com/vhskoeln linkedin.com/company/ volkshochschule-vhs-köln youtube.com/c/ VolkshochschuleKöln1 Jahresbericht 2020 Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Ein Blick zurück… „Die VHS geht zu den Menschen in die Veedel.“ Dieser Prozess begann bereits Ende der 1970er Jahre mit der Einrich- tung dezentraler Zweigstellen im Zuge der kommunalen Neuordnung. Grundi - deen der stadtteilorientierten Bildungs- arbeit waren: ein flächendeckendes und wohnortnahes Bildungsangebot, Bürger - nähe, Kooperation und Vernetzung. Das Programm wurde nicht nur für, sondern mit den Bürgerinnen und Bürgern ge- macht. In der Folge konnten in allen Stadt- bezirken deutliche Zuwächse an Teilneh- menden verzeichnet werden – die Hälf- te des VHS-Programms wurde hier umge- setzt. Vielen Menschen vor Ort erleichter- te der niedrigschwellige Zugang zu „ihrer“ Volkshochschule den Weg in die Weiter- bildungskurse – oder machte diesen sogar erst möglich. Der dezentrale Aufbruch en- dete Mitte der 1990er Jahre als Folge ver- schiedener Maßnahmen zur Konsolidie - rung des städtischen Haushalts. Ab 1996 wurden einzelne Zweigstellen zunächst zu Regionalzentren zusammengefasst und 2003 dann ganz aufgegeben. „Lebenswerte Veedel“ und „Kölner Perspektiven 2030“ Heute stehen wir erneut vor den Heraus- forderungen einer wachsenden Stadt, in der Bildung in den Stadtteilen mitge- dacht werden muss. Erklärtes Ziel der VHS Köln ist es daher, wieder stärker in die Veedel zurückzukehren und vor Ort präsent zu sein. VHS-Leiter Jakob Schüller: „Nur durch eine personelle Präsenz in den Sozialräumen kann die VHS in die Lage versetzt werden, ein bedarfsgerechtes Angebot zu organisie- ren und kompetente Beratung durchzu- führen. Die VHS kann so einen nachhal- tigen Beitrag zur Umsetzung der gesamt- städtischen Konzepte ‚Lebenswerte Vee- del‘ und ‚Kölner Perspektiven 2030‘ lei- sten.“ Ankommen im Veedel Ende 2020 war es dann soweit: In Mül- heim, Porz und Ehrenfeld konnten insge- samt fünf Pädagogische Assistent*innen ihre Arbeit aufnehmen. Sie sind verant- wortlich für ein Grundangebot (Politik, Kultur und Sprachen) sowie für die Koo- peration, Vernetzung und regionale Be- darfserschließung. Der Bedarf an Wei- terbildungsangeboten ist groß. Die neuen Mitarbeitenden haben den Dia- log mit den örtlichen Sozialraum-, Seni- oren- und Ehrenamtskoordinator*innen aufgenommen, um die Bildungsbedar - fe vor Ort zu erschließen. Im Sprachen- bereich sind es zum Beispiel Deutschan- gebote, dezentrale Angebote der Grund- bildung sowie Fremdsprachenkurse für besondere Zielgruppen. In der Politi- schen und Kulturellen Bildung sahen die Netzwerkpartner*innen Bedarf für spezi - elle Trainings zum gezielten Umgang mit Desinformation im Internet, lebensprak - tische Angebote (Schulden, Wohnen) so- wie Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen. Die Gespräche boten den Assistenzen eine gute Basis, um sich auf Augenhöhe zu ver- netzen. Die Multiplikator*innen vor Ort wiederum freuen sich über die Rückkehr der Volkshochschule in die Veedel. Jahresbericht 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel | Stadtteileltern Jahresbericht 2020 Literaturhaus Köln virtuell | Bildungsurlaube im Onlineformat Jahresbericht 2020 Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen | Die Werbetrommel 2020 Die VHS geht (wieder) in die Veedel Kundschaft setzt auf Bildungsurlaube im Onlineformat „Bis zu 40 Unterrichtsstunden vor dem Rechner sitzen und sich einem Thema widmen, das macht doch niemand“, war eine weit verbreitete Meinung bei der Frage nach Bildungsurlauben im Onlineformat. Das war vor der Corona- pandemie. Heute wissen wir es besser! Online-Bildungsurlaube werden auch angenommen, wobei natürlich in erster Linie das Thema und auch die digitale Kompetenz der Teilnehmer*innen und der Dozent*innen eine Rolle spielen. Seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 wurden im Programmbereich Beruf - liche Bildung 17 Bildungsurlaube online realisiert, vorrangig zu den gehobenen EDV-Themen wie Programmierung und Webdesign. Aber auch Bildungsurlaube zu speziellen Office-Themen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Außerhalb des EDV-Themenbereiches waren verstärkt Online-Bildungsurlaube zu Social Media, Prozessoptimierung und Rhetorik nachgefragt. Stadtteileltern: Das Leben verändern Das Projekt „Stadtteileltern“ konnte Ende 2020 auf drei wertvolle Jahre zurück- blicken. Im Jahr 2018 starteten der Programmbereich „Qualifizierung und Beschäftigungsförderung“ sowie ver - schiedene Kooperationspartner*innen damit, Menschen im ALG II-Bezug in ganz Köln für das Projekt „Stadtteileltern“ zu begeistern. Ziele des dreijäh- rigen Projektes wa - ren die Qualifizie- rung der einzelnen Teilnehmenden sowie die gezielte und passgenaue Unterstützung von Familien in den Veedeln. Die Realisierung und Gesamt- organisation lag in den Händen der Volks- hochschule Köln; finanziert mit Förder- geldern des Europäischen Sozialfonds, des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW sowie Mitteln der Stadt Köln und einer privaten Stiftung. In acht unterschiedlichen Sozialräumen fand die VHS engagierte Kooperations- partner*innen. In der ersten Phase wurden 85 Frauen und Männer sechs Monate von Dozierenden der VHS zu Stadtteileltern qualifiziert. Auf der Agenda standen Themen zu Bildung, Gesundheit, Soziales sowie die Vermittlung von Basiswissen in Beratung und Zugang zu Hilfseinrich- tungen. Nach der Qualifizierung betreuten die Teilnehmer*innen 18 Monate lang Menschen in schwierigen Familiensitua - tionen in deren Veedeln. Das vergangene Jahr wurde für die eigene intensive beruf- liche Qualifizierung genutzt, gefördert vom Jobcenter Köln, das das Projekt begleitete. Dank des neu gewonnenen Selbstver- trauens, der persönlichen Erfahrungen und der intensiven Betreuung der Träger vor Ort bestanden über 60 Prozent der Teilnehmer*innen ihre Qualifizierung und fanden eine Arbeitsstelle; die übrigen werden weiterhin unterstützt. Fazit: Für viele hat sich das Leben positiv verän- dert. Und das ist gut: auch und gerade in den schwierigen Zeiten der Coronapan- demie. Die Digitalisierung durchdringt alle Le - bensbereiche, und so liegt es nahe, auch mit einer Onlineberatung neue Wege zu gehen, um zukunftsfähig zu bleiben und Ratsuchende in den unterschiedlichen Altersstrukturen, Lebenslagen und sozia - len Milieus zu erreichen. Onlineberatung ermöglicht einen niedrigschwelligen Zu - gang. Sie ist räumlich und zeitlich flexibel, erschließt neue Zielgruppen für die Be- ratung und schafft neue personelle und räumliche Ressourcen. Zudem ermöglicht Onlineberatung Inklusion und Barrierefrei - heit. Vor diesem Hintergrund hat die VHS Köln das Projekt „Onlineberatung in der Weiterbildung“ als Pilotprojekt im Rah- men der Verwaltungsreform angemeldet. Das Projekt steht auf zwei großen Säulen: zum einen die Implementierung einer Be- ratungsoberfläche, zum anderen die Ent- wicklung eines Qualifizierungsangebots zur Onlineberatung für Mitarbeitende der Stadt Köln und als berufsbegleitende Wei- terbildung im offenen Programm der VHS Köln für professionelle Berater*innen. Verbesserung des Services für Bürger*innen Die Herausforderungen durch die Coronapandemie sind gewaltig: für die Menschen, die Verwaltung und die Po- litik. Es stellt sich für alle Seiten die Fra- ge: Wie kann guter Bürger*innenservice aufrechterhalten werden in Krisenzei - ten? Gerade in der Ausnahmesituation wurde deutlich, dass Verwaltung innova- tive Lösungen entwickeln muss, um un- abhängig von Zeit und Ort für die Men- schen da zu sein im Sinne eines modernen Kunden*innenmanagements. Mit dieser Herausforderung hat sich eine ad-hoc-Ar- beitsgruppe als dezernatsübergreifendes Gremium mit dem Ziel befasst, gemein- sam Digitalisierungsprojekte zu entwi - ckeln und voranzutreiben. Nach drei digi- talen Workshops im August 2020 wurden sechs Projekte ausgewählt, die von der Stadtspitze im Verwaltungsvorstand sehr positiv aufgenommen wurden. Mit Designsprints zur Umsetzung von Onlineberatung und Chatbotlösungen Im September 2020 ging die VHS gemein- sam mit dem Familienbüro im Jugendamt und den Bürgerdiensten in dem Projekt „Kommunikation und Onlineberatung für Bürgerinnen und Bürger“ an den Start. In mehreren Designsprints (ergebnisorien - tiertes und schnelles Vorgehen mit agilen Methoden des Projektmanagements) hat das Team zunächst Lösungen für Chatbo- tanwendungen bei immerwiederkehren - den Kunden*innenfragen erarbeitet – z. B. Informationen zu den Öffnungszeiten der VHS und Kitas der Stadt Köln. In den nächsten Sprints standen vor allem die Umsetzung der Onlineberatung und die Entwicklung eines Trainings für Online - beratende im Fokus. Coronabedingt liefen alle Designsprints online mit nutzerorien- tierten Methoden, wie etwa dem Erstellen von Persona, Storytelling und der Entwick- lung von Prototypen. Die Sprints waren kreativ, motivierend und zielorientiert, und die Ergebnisse können sich sehen las- sen: Mit Big Blue Botton ist eine tech- nische Lösung für Onlineberatungen in Sicht. Voraussichtlich im Sommer/Herbst 2021 geht die Qualifizierung für Mitarbei- tende der Stadt Köln und für Kund*innen der VHS an den Start. In weiteren Ämtern der Stadt Köln soll Onlineberatung einge- führt werden, denn die Vorteile für die Ge- samtverwaltung liegen auf der Hand: Mit der Einführung einer flächendeckenden Onlineberatung kann sich die Stadt Köln im interkommunalen Vergleich als Vor- reiterin positionieren und vor allem den Bürger*innen einen digital zeitgemäßen und innovativen Service bieten. Kommunikation und Onlineberatung für Bürger*innen Natürlich wurden die Online-Bildungsur - laube, wie es sich gehört, im Anschluss mit einem Online-Tool evaluiert. Die Rück- laufquote der Befragung war sehr hoch und bei der Auswertung war festzustellen: Unsere Kundschaft ist nicht nur im digi- talen Zeitalter angekommen, sondern sie nutzt digitale Formate und Möglichkeiten immer selbstverständlicher. Das Feedback zu den Online-Bildungsur- lauben war außerordentlich positiv. Sie wurden nicht als zwangsläufige Notlö- sung wegen der Coronapandemie erlebt, sondern eher als Format mit Mehrwert. Insbesondere diese Vorteile wurden im- mer wieder genannt: stärkere Konzentra- tion auf das Wesentliche, Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen und den Dozent*innen über sogenannte Break- Out Rooms, Arbeiten in der gewohnten Umgebung, keine Reise- und Unterbrin- gungskosten. Viele Teilnehmer*innen bestätigten in ihrem Feedback, dass sie künftig vorrangig im Onlineformat einen Kurs besuchen würden. Die hohe Akzeptanz der digitalen Formate wurde entscheidend begünstigt durch einen Beschluss des Landtages NRW zur Anerkennung von Online-Bildungsurlau - ben für das Jahr 2020. Mittlerweile wurde diese Regelung auf 2021 ausgeweitet. Online-Unterricht, Distanzlernen und Digitale Bildung sind heute Selbstver- ständlichkeiten. Dieser Fakt sollte auch im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz dauerhaft berücksichtigt werden. Im Corona-Jahr 2020 standen gesell- schaftliche Themen wie Antidiskrimi- nierung und Antirassismus, Diversität und Empowerment, Hospizbegleitung in Zeiten von Corona, aber auch Parteien- analysen, Kommunalwahl und Brexit auf der Agenda. Neben den bereits bestehenden Online - seminaren haben wir coronabedingt neue Onlineformate etabliert, mit denen wir auch im Lockdown weiterhin Veranstal - tungen und Vorträge der Politischen Bil- dung realisieren konnten. Besondere Be - achtung fanden dabei Livestreams mit in- teraktiver Zuschauer*innen-Beteiligung aus dem FORUM Volkshochschule. Diese fanden entweder „hybrid“, also mit einem kleinen Publikum vor Ort und zusätz- lichem interaktivem Streaming, oder als sogenannte Geisterveranstaltung statt, wobei die Bühne coronagerecht ohne Pu- blikum bespielt und das Geschehen ge- streamt wurde. Beide Formate konnten die Zuschauer*innen über den YouTube- Kanal der VHS verfolgen. Der direkte Aus- tausch und die Diskussion kamen dabei nicht zu kurz – ihre Wortbeiträge konnten die Zuschauer*innen online einreichen. Der Diskussion mit Politikberater Erik Flügge zu seinem aktuellen Buch „Ego- ismus“ folgten virtuell knapp 200 Zuschauer*innen mit reger Beteiligung. Bereits fünf Stunden nach der Veranstal- tung war deren Aufzeichnung bereits über 3100 Mal angeklickt und 60 Mal geteilt worden. Kurz vor der Kommunalwahl diskutierten Politiker*innen bei uns zu „Gleichberech - tigtem Zusammenleben in Köln, so bunt wie die Regenbogenfahne?“. Per Video- konferenz und auf Facebook und YouTube haben wir den bunten Abend gestreamt. Wegen der Kontaktbeschränkungen durf - ten sich nur 50 Personen im FORUM Volkshochschule aufhalten – online schalteten dafür mehr als 2340 ein. Die 6. Fair Trade Night fand sozusagen „op jöck“ statt – Ausfall war keine Option! Statt im FORUM Volkshoch- schule und im Museumsfo- yer, haben wir die Gäste auf vier Veranstaltungsorte in der Stadt aufgeteilt. So konnten wir die Besucher*innenströme reduzieren und ein gewohnt persönliches Programm anbie - ten. Auch 2021 werden wir – den Umständen entsprechend – zunächst noch auf physische Distanz gehen, dabei aber Nähe nicht missen lassen. Das technische Know-how zur Umsetzung digitaler Formate ist ein stetiger Lernpro- zess und wir gehen ihn mit Innovations- freude an. Die Resonanz von über 5.300 Online-Teilnehmer*innen in fünf Monaten macht Lust auf mehr. Klar ist aber auch: Die Freude wird genauso groß sein, wenn wir endlich wieder zusammenkommen und vor Ort diskutieren können! Das Rad der Politischen Bildung dreht sich – digital – weiter! Zu den süßen Früchten der Coronapandemie zählt auch das Format Literatur- haus Köln virtuell. Bereits seit längerer Zeit war das Literaturhaus immer wieder mit besonders großen Veranstaltungen im FORUM Volkshochschule zu Gast. Eine Vertiefung der Kooperation in Richtung gemeinsamer Veranstaltungskonzepte war bereits im Gespräch, als mit dem Lockdown im März 2020 erst einmal „nichts mehr“ in Präsenz möglich war. In dieser Situation öffnete die Volkshoch- schule ihre virtuellen Räume gerne für die wichtigste Kölner Institution der Litera- turförderung und Literaturvermittlung. Am 2. April fiel der offizielle Startschuss mit einer gemeinsamen Presseinforma - tion, am 16. April fand bereits die erste digitale Veranstaltung statt. Elf weitere Veranstaltungen folgten bis Dezember 2020. Die Beteiligung war rege – insge- samt nahmen über 500 Menschen teil. Gerade angesichts der abgesagten Leipziger Buchmesse war es ein gemein- sames Anliegen von Volkshochschule und Literaturhaus, Literatur auch im Lock- down sichtbar und hörbar zu machen. Den Autor*innen wollten wir auf andere Weise ein Forum bieten, um ihre neuen Veröffentlichungen einem interessier - ten Publikum zu präsentieren und ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig konnte die Volkshochschule den Teilnehmenden aus den coronabedingt abgesagten Litera - turkursen damit ein Angebot machen, um den Lockdown zu überbrücken. Die gesellschaftspolitische Dimension kam in den Veranstaltungen des Literatur - hauses virtuell auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck. Besonders erwähnt sei „Literatur in Einfacher Sprache“, ein Projekt des Frankfurter Literaturhauses, bei dem erfolgreiche zeitgenössische Autor*innen sprachlich einfache, aber li- terarisch anspruchsvolle Kurzgeschichten verfasst haben, um sie Menschen nahe zu bringen, die aufgrund ihrer sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen zu Literatur ansonsten keinen Zugang haben. An der Veranstaltung mit Autor Kristof Magnusson und Initiator des Projektes Hauke Hückstädt nahmen auch Dozieren- de aus den Deutschkursen der Volkshoch- schule teil, die dort Impulse für ihre Arbeit fanden. Thematisch spann sich bei den gemein- samen digitalen Veranstaltungen ein weiter Bogen: deutsch-deutsche Teilung und heutiger Rechtsextremismus, eine Pilotin in den 1920er Jahren, die Begeg- nung zwischen Paul Celan und Heidegger und die Spuren brauner Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik, komplexe Be - ziehungsgeschichten im interkulturellen Spannungsfeld. Die Veranstaltungen gin - gen über reine Lesungen hinaus, wesent - lich war das Gespräch – sowohl über die literarische Form und den Inhalt als auch über den Prozess des Schreibens. Das For- mat ermöglichte es dem Publikum, sich aktiv einzuschalten, was immer wieder erfreulich intensiv genutzt wurde. Alles in allem: Literaturhaus Köln virtuell und die VHS – eine gelungene Kooperati- on, die 2021 fortgeführt wird. Literaturhaus Köln virtuell Wir begleiten Sie auf diesen Kanälen. Im Internet: www.vhs.koeln Im VHS Newsletter In den sozialen Medien: facebook.com/vhskoeln instagram.com/vhskoeln twitter.com/vhskoeln linkedin.com/company/ volkshochschule-vhs-köln youtube.com/c/ VolkshochschuleKöln1 Amt für Weiterbildung Jahresbericht 2020 Daten | Fakten | Einblicke Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung | Jahresbericht 2020 Jahresbericht 2020 Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration | Kooperationspartner | Impressum Impressum: Im Mediapark 7 50670 Köln Telefon: 0221 221 23608 Telefax: 0221 221 65 69 007 E-Mail: vhs@stadt-koeln.de Internet: www.vhs.koeln Jahresbericht 2020 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, Jahresbericht 2020 #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung Volkshochschule ein Jahresbericht über 2020 – Was gibt es denn da zu berichten?, mögen Sie sich vielleicht fragen. In der Tat: Von den 101 Jahren, auf die die VHS Köln nunmehr zurückblicken kann, dürfte das ver - gangene wohl zumindest zu den seltsamsten gehören. Mitunter hatte es gar etwas Gespenstisches – und das nicht nur wegen der Masken. Keine Frage, die Covid-19-Pandemie hat auch den VHS-Alltag maß- geblich geprägt – um nicht zu sagen wesentlich bestimmt: Unterbrechung des Unterrichts, teilweise Wiederaufnahme und dann wieder komplette Unterbrechung. Gleichzeitig wurde umgehend unser Onlineangebot in allen Programmsegmenten und sogar in der Beratung ausgebaut. Es mussten Un- terrichtsräume coronagerecht hergerichtet werden, Maßnahmen zur Hygiene vorbereitet und rea- lisiert werden. Alles orientierte sich an dem VHS-eigenen Schutz- und Hygienekonzept, das wir ge - meinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt zum Schutz unserer Kundschaft, der Dozierenden sowie der Mitarbeitenden entwickelt und konsequent fortgeschrieben haben. Dass wir allen Widrigkeiten zum Trotz Teile unseres Programms dennoch umsetzen und unser Online- angebot stetig ausbauen konnten, ist einer großen Gemeinschaftsleistung der gesamten VHS-Fami- lie zu verdanken – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Programm- und Fachbereichen, in den Referaten sowie den Helferinnen und Helfern vor Ort direkt am Kursgeschehen; aber auch und gerade den vielen freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten, die unser Weiterbildungsangebot mit Inhalten und Leben füllen. Und auch der Zuspruch vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat gut getan, Mut gemacht und motiviert. Unter besonderen Bedingungen mit vielen Ungewissheiten galt es, neue Wege zu beschreiten: Telefon- und Videokonferenzen gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zum Berufsleben wie das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus. Wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir den Präsenzbetrieb wieder starten, und unsere Kund*innen und Dozent*innen auch wieder persönlich begrüßen können. Nein, 2020 war ganz gewiss kein einfaches Jahr. Dennoch: Es gibt auch Positives zu berichten: die zügigen Fortschritte beim Prozess der Digitalisierung, den Erfolg des Projekts „Stadtteileltern“, der große Zuspruch bei den Onlineangeboten und der anhaltende Erfolg der Integrationskurse. Lesen Sie selbst! Mit freundlichen Grüßen Jakob Schüller Leiter des Amts für Weiterbildung/Volkshochschule Die VHS Köln ist eine zuverlässige Kooperationspartnerin Erfolgreiche Zusammenarbeit gibt es beispielsweise mit: Die VHS Köln ist Trägerin der Integrations- kurse seit der ersten Stunde. Eingeführt wurden die I-Kurse zum 1. Januar 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz. Damit wur - de erstmals in Deutschland ein zentrales und rechtlich verbindliches Konzept mit Blick auf die Sprachförderung beschlos - sen. Zuwanderer*innen haben seither ei- nen Rechtsanspruch auf einen vom Staat geförderten Deutschkurs. Seitdem hat die VHS ihr Angebot kontinu - ierlich ausgebaut. Waren es im ersten Jahr noch 52 Kursmodule, so hat sich deren An - zahl stetig gesteigert: 199 Module im Jahr 2008 und 435 Module mit ca. 1.400 Teil- nehmenden im Jahr 2019. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei ein aufeinander aufbauendes System von Deutschkursen bis zum Niveau B1 – ge - messen an der Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Spra - chen. Der „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (A2-B1) als Abschlussprüfung wurde vom Goethe-Institut und der telc gGmbH ent - wickelt und wird seit 2009 bundesweit eingesetzt. Die Bedürfnisse spezieller Personen - gruppen fördern Über die allgemeinen I-Kurse hinaus bie - tet die VHS Köln auch Kurse für spezielle Zielgruppen an. Dazu gehören Kurse mit Alphabetisierung für Personen, die kei - ne Schulbildung mitbringen und die latei - nische Schrift noch erlernen müssen, wie auch Jugendintegrationskurse für junge Erwachsene bis 27 Jahre, die hier zusätz - lich eine berufliche Orientierung erhalten. Mit einem Orientierungskurs werden die Module abgeschlossen. Die Teilneh - menden erlangen erstes Wissen über Ge - schichte, Gesellschaft und demokratische Grundwerte unseres Landes. Inzwischen umfasst der Orientierungskurs 100 Unter - richtsstunden und schließt ebenfalls mit einem Test ab („Leben in Deutschland“). Das „Zertifikat Integrationskurs“ beschei - nigt Deutschkenntnisse auf dem Niveau B 1, wichtige Grundkenntnisse über die deutsche Gesellschaft und erleichtert den Weg hin zu einer unbefristeten Aufent- haltserlaubnis und zur deutschen Staats - angehörigkeit. Eine Besonderheit der I-Kurse ist deren Vielfalt an Teilnehmenden: Sie sind nicht nur verschieden hinsichtlich Herkunft, Al - ter und Bildung, sondern auch mit Blick auf die Gründe, die sie bewogen haben, ih - re Heimat zu verlassen. Waren es anfangs vor allem Zugewanderte, die schon länger in Deutschland lebten, so kamen ab 2012 viele Europäer*innen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive hinzu, seit 2014 insbesondere Kriegsgeflüchtete aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Zurzeit sind in den VHS-Integrationskursen Menschen aus über 80 Ländern vertreten. Das zeigt: Die VHS Köln ist eine wichtige Akteurin im Prozess der gesellschaftlichen Integration. Mit unserem speziell ausgearbeiteten Pro - gramm fördern wir den Spracherwerb, die Kommunikation und Verständigung so - wie die Bereitschaft und Fähigkeit zur In - tegration und Partizipation in unserer Ge - sellschaft. Die Pandemie hat sich auch auf die I-Kur- se ausgewirkt. Dank des Engagements der VHS-Beschäftigten sowie der freiberuflich Dozierenden besteht nun die Möglichkeit, im Lockdown weiterhin Deutsch zu lernen: in Onlinetutorien und „virtuellen Klassen - zimmern“. Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration ©Fotos: panthermedia, AdobeStock, verenafotografiert, Sonstige Fotos: VHS Köln Bleib Weltentdecker! #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Mitten im Semester, am Freitag, 13. März 2020, mussten der Präsenzunterricht und die Beratung in Präsenz aufgrund der Coronapandemie eingestellt werden. Eine Situation die, wie so vieles im vergangenen und in diesem Jahr, nicht vorstellbar war. Wirklich geschlossen war die VHS Köln jedoch nie, denn der Kursbetrieb ging, wenn auch zunächst in geringerem Umfang, online weiter. Die Werbetrommel 2020 Mit zwei Werbekampagnen hat die VHS im Kölner Stadtgebiet auf ihr Angebot aufmerksam gemacht. Das Werbemotiv für das erste Semester hat das Jahresthe- ma Mobilität aufgegriffen. Zugegeben, mobil zu sein war im Coronajahr nicht einfach und zeitweise auch gar nicht gewünscht. Doch Mobilität findet nicht nur physisch statt; die Volkshochschule fördert in vielerlei Hinsicht seit jeher die geistige Beweglichkeit der Menschen, was das Motiv im Stil eines U-Bahnplans zum Ausdruck brachte. In der zweiten Jahreshälfte wurde mit dem Motiv „Bleib Weltentdecker“ eine Image- kampagne geschaltet. Die Welt entde- cken? Eine ungewöhnliche Aufforderung zu einer Zeit, in der ein global agierender Virus uns davon abhielt, die Welt zu berei- sen. Der Untertitel „Mit der VHS in Köln“ in Kombination mit dem sympathischen Bild löste diese Frage auf. VHS_Poster_A3_2020_1.indd 1 24.10.19 10:52 Digital erweiterte Kursangebote sind schon lange ein fester Bestandteil unseres Programms. Reine Onlineformate bildeten hierbei allerdings die Ausnahme. Zeit- nah wurde, wo es inhaltlich möglich und gewünscht war, auf Onlineformate umge- stellt. Der größte Teil der Angebote wurde neu geplant. Oberstes Ziel war es immer Formate zu entwickeln, die online Freude machen und nicht als Notlösung empfun- den werden. #Lernengehtimmer war die Losung, und die Bilanz kann sich sehen lassen. Seit März 2020 wurden über 1000 Kurse online angeboten. Die Themenpalette bildet die bekannte Vielfalt der VHS ab. Fremdsprachen und Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache, berufsqualifizierende Themen, Musik, Theater und Fotokurse, aber auch Entspannungs- und Gesund- heitskurse sind online. Auch auf die gesell- schaftspolitischen Diskussionen, die im Forum VHS angeboten werden, musste nicht verzichtet werden. Die Vorträge wurden live gestreamt und das Publikum konnte sich online einbringen. Ein Kraftakt, der nur möglich war, weil viele Kursleitungen bereit waren, sich in kurzer Zeit und mit viel Energie in die neue Thematik einzuarbeiten, denn Onlinekurse erfordern andere Vermitt - lungstechniken und solide technische Kenntnisse. Um die Kursleitungen hierbei bestmöglich zu unterstützen, wurde das „Train the Trainer“-Programm, orientiert an den aktuellen Erfordernissen, kurzfri- stig ausgebaut. Ebenso wurden die Kurs- leitungen in das Lernmanagementsystem der VHS, die vhs.cloud, eingeführt, um dort virtuelle Kursräume entsprechend den Bedürfnissen der Lerngruppe einrich - ten und administrieren zu können. Bleib' Weltentdecker! Jetzt auf www.vhs.koeln starten. Die Oberbürgermeisterin Zeitgleich mit dem Kampagnenstart wurde das Kurs- und Veranstaltungsan- gebot unter neuer URL www.vhs.koeln veröffentlicht. Die Top-Level-Domain .koeln soll dabei die enge Verbundenheit der VHS mit der Stadt mit den Menschen, die hier leben, verdeutlichen. Amt für Weiterbildung Jahresbericht 2020 Daten | Fakten | Einblicke Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung | Jahresbericht 2020 Jahresbericht 2020 Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration | Kooperationspartner | Impressum Impressum: Im Mediapark 7 50670 Köln Telefon: 0221 221 23608 Telefax: 0221 221 65 69 007 E-Mail: vhs@stadt-koeln.de Internet: www.vhs.koeln Jahresbericht 2020 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, Jahresbericht 2020 #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Die Oberbürgermeisterin Amt für Weiterbildung Volkshochschule ein Jahresbericht über 2020 – Was gibt es denn da zu berichten?, mögen Sie sich vielleicht fragen. In der Tat: Von den 101 Jahren, auf die die VHS Köln nunmehr zurückblicken kann, dürfte das ver - gangene wohl zumindest zu den seltsamsten gehören. Mitunter hatte es gar etwas Gespenstisches – und das nicht nur wegen der Masken. Keine Frage, die Covid-19-Pandemie hat auch den VHS-Alltag maß- geblich geprägt – um nicht zu sagen wesentlich bestimmt: Unterbrechung des Unterrichts, teilweise Wiederaufnahme und dann wieder komplette Unterbrechung. Gleichzeitig wurde umgehend unser Onlineangebot in allen Programmsegmenten und sogar in der Beratung ausgebaut. Es mussten Un- terrichtsräume coronagerecht hergerichtet werden, Maßnahmen zur Hygiene vorbereitet und rea- lisiert werden. Alles orientierte sich an dem VHS-eigenen Schutz- und Hygienekonzept, das wir ge - meinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt zum Schutz unserer Kundschaft, der Dozierenden sowie der Mitarbeitenden entwickelt und konsequent fortgeschrieben haben. Dass wir allen Widrigkeiten zum Trotz Teile unseres Programms dennoch umsetzen und unser Online- angebot stetig ausbauen konnten, ist einer großen Gemeinschaftsleistung der gesamten VHS-Fami- lie zu verdanken – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Programm- und Fachbereichen, in den Referaten sowie den Helferinnen und Helfern vor Ort direkt am Kursgeschehen; aber auch und gerade den vielen freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten, die unser Weiterbildungsangebot mit Inhalten und Leben füllen. Und auch der Zuspruch vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat gut getan, Mut gemacht und motiviert. Unter besonderen Bedingungen mit vielen Ungewissheiten galt es, neue Wege zu beschreiten: Telefon- und Videokonferenzen gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zum Berufsleben wie das Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus. Wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir den Präsenzbetrieb wieder starten, und unsere Kund*innen und Dozent*innen auch wieder persönlich begrüßen können. Nein, 2020 war ganz gewiss kein einfaches Jahr. Dennoch: Es gibt auch Positives zu berichten: die zügigen Fortschritte beim Prozess der Digitalisierung, den Erfolg des Projekts „Stadtteileltern“, der große Zuspruch bei den Onlineangeboten und der anhaltende Erfolg der Integrationskurse. Lesen Sie selbst! Mit freundlichen Grüßen Jakob Schüller Leiter des Amts für Weiterbildung/Volkshochschule Die VHS Köln ist eine zuverlässige Kooperationspartnerin Erfolgreiche Zusammenarbeit gibt es beispielsweise mit: Die VHS Köln ist Trägerin der Integrations- kurse seit der ersten Stunde. Eingeführt wurden die I-Kurse zum 1. Januar 2005 mit dem Zuwanderungsgesetz. Damit wur - de erstmals in Deutschland ein zentrales und rechtlich verbindliches Konzept mit Blick auf die Sprachförderung beschlos - sen. Zuwanderer*innen haben seither ei- nen Rechtsanspruch auf einen vom Staat geförderten Deutschkurs. Seitdem hat die VHS ihr Angebot kontinu - ierlich ausgebaut. Waren es im ersten Jahr noch 52 Kursmodule, so hat sich deren An - zahl stetig gesteigert: 199 Module im Jahr 2008 und 435 Module mit ca. 1.400 Teil- nehmenden im Jahr 2019. Die Teilnehmenden durchlaufen dabei ein aufeinander aufbauendes System von Deutschkursen bis zum Niveau B1 – ge - messen an der Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Spra - chen. Der „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (A2-B1) als Abschlussprüfung wurde vom Goethe-Institut und der telc gGmbH ent - wickelt und wird seit 2009 bundesweit eingesetzt. Die Bedürfnisse spezieller Personen - gruppen fördern Über die allgemeinen I-Kurse hinaus bie - tet die VHS Köln auch Kurse für spezielle Zielgruppen an. Dazu gehören Kurse mit Alphabetisierung für Personen, die kei - ne Schulbildung mitbringen und die latei - nische Schrift noch erlernen müssen, wie auch Jugendintegrationskurse für junge Erwachsene bis 27 Jahre, die hier zusätz - lich eine berufliche Orientierung erhalten. Mit einem Orientierungskurs werden die Module abgeschlossen. Die Teilneh - menden erlangen erstes Wissen über Ge - schichte, Gesellschaft und demokratische Grundwerte unseres Landes. Inzwischen umfasst der Orientierungskurs 100 Unter - richtsstunden und schließt ebenfalls mit einem Test ab („Leben in Deutschland“). Das „Zertifikat Integrationskurs“ beschei - nigt Deutschkenntnisse auf dem Niveau B 1, wichtige Grundkenntnisse über die deutsche Gesellschaft und erleichtert den Weg hin zu einer unbefristeten Aufent- haltserlaubnis und zur deutschen Staats - angehörigkeit. Eine Besonderheit der I-Kurse ist deren Vielfalt an Teilnehmenden: Sie sind nicht nur verschieden hinsichtlich Herkunft, Al - ter und Bildung, sondern auch mit Blick auf die Gründe, die sie bewogen haben, ih - re Heimat zu verlassen. Waren es anfangs vor allem Zugewanderte, die schon länger in Deutschland lebten, so kamen ab 2012 viele Europäer*innen auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive hinzu, seit 2014 insbesondere Kriegsgeflüchtete aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Zurzeit sind in den VHS-Integrationskursen Menschen aus über 80 Ländern vertreten. Das zeigt: Die VHS Köln ist eine wichtige Akteurin im Prozess der gesellschaftlichen Integration. Mit unserem speziell ausgearbeiteten Pro - gramm fördern wir den Spracherwerb, die Kommunikation und Verständigung so - wie die Bereitschaft und Fähigkeit zur In - tegration und Partizipation in unserer Ge - sellschaft. Die Pandemie hat sich auch auf die I-Kur- se ausgewirkt. Dank des Engagements der VHS-Beschäftigten sowie der freiberuflich Dozierenden besteht nun die Möglichkeit, im Lockdown weiterhin Deutsch zu lernen: in Onlinetutorien und „virtuellen Klassen - zimmern“. Sprache und Bildung als Schlüssel zur Integration ©Fotos: panthermedia, AdobeStock, verenafotografiert, Sonstige Fotos: VHS Köln Bleib Weltentdecker! #Lernengehtimmer – Bildung lässt sich nicht vom Virus unterkriegen Mitten im Semester, am Freitag, 13. März 2020, mussten der Präsenzunterricht und die Beratung in Präsenz aufgrund der Coronapandemie eingestellt werden. Eine Situation die, wie so vieles im vergangenen und in diesem Jahr, nicht vorstellbar war. Wirklich geschlossen war die VHS Köln jedoch nie, denn der Kursbetrieb ging, wenn auch zunächst in geringerem Umfang, online weiter. Die Werbetrommel 2020 Mit zwei Werbekampagnen hat die VHS im Kölner Stadtgebiet auf ihr Angebot aufmerksam gemacht. Das Werbemotiv für das erste Semester hat das Jahresthe- ma Mobilität aufgegriffen. Zugegeben, mobil zu sein war im Coronajahr nicht einfach und zeitweise auch gar nicht gewünscht. Doch Mobilität findet nicht nur physisch statt; die Volkshochschule fördert in vielerlei Hinsicht seit jeher die geistige Beweglichkeit der Menschen, was das Motiv im Stil eines U-Bahnplans zum Ausdruck brachte. In der zweiten Jahreshälfte wurde mit dem Motiv „Bleib Weltentdecker“ eine Image- kampagne geschaltet. Die Welt entde- cken? Eine ungewöhnliche Aufforderung zu einer Zeit, in der ein global agierender Virus uns davon abhielt, die Welt zu berei- sen. Der Untertitel „Mit der VHS in Köln“ in Kombination mit dem sympathischen Bild löste diese Frage auf. VHS_Poster_A3_2020_1.indd 1 24.10.19 10:52 Digital erweiterte Kursangebote sind schon lange ein fester Bestandteil unseres Programms. Reine Onlineformate bildeten hierbei allerdings die Ausnahme. Zeit- nah wurde, wo es inhaltlich möglich und gewünscht war, auf Onlineformate umge- stellt. Der größte Teil der Angebote wurde neu geplant. Oberstes Ziel war es immer Formate zu entwickeln, die online Freude machen und nicht als Notlösung empfun- den werden. #Lernengehtimmer war die Losung, und die Bilanz kann sich sehen lassen. Seit März 2020 wurden über 1000 Kurse online angeboten. Die Themenpalette bildet die bekannte Vielfalt der VHS ab. Fremdsprachen und Kurse zum Erlernen der deutschen Sprache, berufsqualifizierende Themen, Musik, Theater und Fotokurse, aber auch Entspannungs- und Gesund- heitskurse sind online. Auch auf die gesell- schaftspolitischen Diskussionen, die im Forum VHS angeboten werden, musste nicht verzichtet werden. Die Vorträge wurden live gestreamt und das Publikum konnte sich online einbringen. Ein Kraftakt, der nur möglich war, weil viele Kursleitungen bereit waren, sich in kurzer Zeit und mit viel Energie in die neue Thematik einzuarbeiten, denn Onlinekurse erfordern andere Vermitt - lungstechniken und solide technische Kenntnisse. Um die Kursleitungen hierbei bestmöglich zu unterstützen, wurde das „Train the Trainer“-Programm, orientiert an den aktuellen Erfordernissen, kurzfri- stig ausgebaut. Ebenso wurden die Kurs- leitungen in das Lernmanagementsystem der VHS, die vhs.cloud, eingeführt, um dort virtuelle Kursräume entsprechend den Bedürfnissen der Lerngruppe einrich - ten und administrieren zu können. Bleib' Weltentdecker! Jetzt auf www.vhs.koeln starten. Die Oberbürgermeisterin Zeitgleich mit dem Kampagnenstart wurde das Kurs- und Veranstaltungsan- gebot unter neuer URL www.vhs.koeln veröffentlicht. Die Top-Level-Domain .koeln soll dabei die enge Verbundenheit der VHS mit der Stadt mit den Menschen, die hier leben, verdeutlichen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1143/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 30.03.2021
- Erstellt
- 25.03.2021 11:12