4363/2019
Jährliche Förderung aus kommunalen Mitteln für die Maßnahme „Angle Dikhas“ des Trägers Rom e.V. ab dem 01.01.2020
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Konzept Angle Dikhas 16 12
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Konzept für die Verstetigung des Modellprojektes „Angle
Dikhas“ in den Regelstrukturen der Stadt Köln ab 01.01.2020
1. Information zum Rom e.V.
Der Rom e.V. arbeitet seit 30 Jahren als gemeinnütziger interkultureller Verein für die
Verständigung von Roma (Sinti und Roma) und Nicht-Roma, anfangs in wechselnden
Initiativen-Büros, seit 2005 auf einem größeren städtischen Gelände am Venloer Wall 17 in
Köln.
Als interkulturelles Zentrum engagiert er sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen
und Teilhabechancen von Roma unterschiedlicher Herkunftsländer in folgenden
Arbeitsbereichen:
Sozial-, Geflüchteten- und Integrationsberatung: Seit 1988 berät und unterstützt
der Verein zu den Themen des Bleiberechts, des Arbeits- und Ausbildungsmarktes
sowie zu Wohnen, Bildung und Gesundheit.
Seit 2014 suchen auch vermehrt Zuwanderer aus Südosteuropa (Bulgarien, Rumänien)
die Beratungsstelle zu täglichen Sprechstundenzeiten und nach Vereinbarung auf.
Beratungssprachen sind neben Deutsch auch Romanes sowie Sprachen und Dialekte
aus dem Balkan/Südosteuropa.
Seit 2017 wird nach einem entsprechenden Ratsbeschluss der Stadt Köln die Beratung
für Langzeit-Geduldete verstärkt, um Ihnen Aufenthaltsrechte zu verschaffen.
Archiv und Dokumentationszentrum/RomBuK: Seit 1999 unterhält der Rom e.V.
das größte Archiv zur Kultur und Geschichte der Roma in Europa. Es verfügt über
eine Präsenzbibliothek mit über 10.000 Büchern, Zeitschriften und Aufsätzen zum
Thema, ferner über audiovisuelle Bestände an Original – Bilddokumenten wie
Grafiken, Gemälden, Bildpostkarten, Fotosammlungen und Filmen, sowie eine große
Sammlung von Platten und CDs und ein umfangreiches Zeitungsarchiv.
Darüber hinaus gibt er die Netzzeitschrift „Nevipe“ mit über 2.000 Abonnenten
heraus, die in unregelmäßigen Abständen über aktuelle und relevante Roma-Themen
berichtet.
Öffentlichkeitsarbeit: Mit Kulturveranstaltungen trägt der Verein unterschiedliche
Roma-Themen in die Öffentlichkeit, so z.B. 2008/2009 „Die vergessenen Europäer“
(Ausstellung im Kölner Stadtmuseum); 2013 „Wir boxen uns durch! Vorbilder –
Champions – Idole“; 2016 „Amaro Festival“ interkulturelle Musikveranstaltung. Der
Verein veranstaltet Lesungen und Diskussionen zu Roma-Themen unter politischer,
literarischer und sprachlicher Überschrift, z.B. seit einigen Jahren den Tag der Roma-
Sprache, im Jahr 2015 im Rahmen eines Muttersprachen-Kongresses „Lebendiges
Romanes in Köln“; sowie in 2017 ein Filmwochenende. Auch im Rahmen der
Feierlichkeiten zum 30-jährigen Vereins-Bestehen 2018 gab es Veranstaltungen zu
Roma im Film; Roma-Identität und Roma-Lyrik.
Pädagogische Projekte/Bildungsförderung:
o „Amaro Kher“: Seit 2004 realisiert der Rom e.V. das von ihm entwickelte
Konzept für das Familienzentrum und Schulprojekt „Amaro Kher - unser
Haus“: „Geduldete“ Roma-Kinder aus Flüchtlingsheimen und aus
Zuwandererfamilien bekommen hier schulische Bildung und
sozialpädagogische Begleitung, die ihren schwierigen Lebensverhältnissen
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angemessen ist und auch von den Eltern positiv angenommen wird. Die
Umsetzung erfolgt als ein zentrales städtisches Angebot in Kooperation mit
dem Jugendamt und dem Schulamt für die Stadt Köln und in enger Vernetzung
mit Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen und Flüchtlingsorganisationen.
Zielgruppe sind Schüler*innen und Schüler der Sekundarstufe I im Alter von
10-14 Jahren, mittlerweile auch aus Flüchtlingsfamilien anderer
Herkunftsländer.
o „Amen Ushta“: Mittlerweile als Maßnahme mit städtischer Zuständigkeit
realisiert der Verein seit 2014 dieses Projekt zur schulischen Förderung von
Roma-Flüchtlingskindern und von Kindern aus bulgarischen und rumänischen
Familien. „Amen Ushta -wir stehen auf “ ist dezentral an drei Kölner
Grundschulen im rechtsrheinischen Köln angesiedelt.
o Alphabetisierungs- und Sprachkurse (seit 2006): Anfangs sporadisch,
jedoch seit einigen Jahren als fortlaufender Kurs wird Alphabetisierung und
Deutschunterricht für Frauen angeboten.
Der Rom e.V. ist Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
2. Zum Projekt „Angle Dikhas“
Mit „Angle Dikhas“ hat der Rom e.V. gemeinsam mit den städtischen und schulfachlichen
Akteuren modellhaft für Köln eine Strategie zur Förderung der Integration und Teilhabe von
Kindern und Jugendlichen aus rumänischen und bulgarischen Zuwandererfamilien entwickelt
und erprobt.
„Angle Dikhas“ wurde in der Entwicklungs- und Erprobungszeit über insgesamt drei Jahre als
Modellprojekt über das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes
Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.
Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit zeigen das Potential des Konzeptes und auch den
Bedarf einer Umsetzung über das Ende der Projektlaufzeit hinaus und seiner festen
Installierung in der Kölner Bildungslandschaft.
2.1. Bilanz der bisherigen Arbeit
Der Einsatz von „Angle Dikhas“ hat die Bildungschancen der Teilnehmenden und die
Motivation zur Weiterbildung sowie den schulischen Erfolg nachhaltig verbessert. Seitens der
Schulsozialarbeit, von Schulleitungen, Klassenlehrer*innen und anderen Akteuren der
Jugendhilfe sowie von Akteuren der Familienhilfen und aus den Sozialräumen wurde uns
mehrfach zurückgemeldet, dass dieses Projekt sinnvoll und effektiv sei, den Verbleib im
Bildungssystem erfolgreich unterstütze und die Integration der Kinder und Jugendlichen im
Stadtteil und in der Schule fördere.
2.1.1.Statistik des gesamten Projektzeitraums von drei Jahren (Nov. 2016- Okt. 2019):
Gesamtzahl der Teilnehmer: 165 (Eltern: 57 /Kinder und Jugendliche: 108)
Aus dem Projekt ausgeschieden: 80
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Häufigkeit und Zeitdauer der Zusammenarbeit: von 3 bis 25 Kontakten pro Klient incl.
Eltern (sei es Erstkontakt, Beratung, Begleitung, Elternarbeit etc.). Dies ergibt eine
Kontakthäufigkeit von durchschnittlich ca. 14 Kontakten pro „Fall“.
Die Betreuungsdauer variiert stark: von 2 Monaten bei Klienten, die weitervermittelt
werden, bis zu 3 Jahren im Extremfall. Das ergibt eine durchschnittliche Zeitdauer der
Zusammenarbeit von ca. 1,5 Jahren pro Klient.
Alter der Kinder und Jugendlichen:
Alter Anzahl
11-12 Jahren 8
13-14 Jahren 22
15-16 Jahren 29
17-18 Jahren 24
19-20 Jahren 25
Verbleibquote der Kinder und Jugendliche:
Im Regelsystem verblieben 86
An Berufskollegs weitervermittelt 18
An Jugendwerkstätten weitervermittelt 16
An unsere Sozialberatung im Rom e.V.
weitervermittelt
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Mitarbeiter-Besuche in Schulen und Institutionen: 163
Hausbesuche: 291
3. Zielgruppenerweiterung und Erweiterung der Zielsetzung
3.1 Zielgruppe
Unsere Zielgruppe waren bisher Kinder und Jugendliche von 12 bis 16 Jahren aus
rumänischen und bulgarischen Zuwanderfamilien, vorwiegend mit Roma-Hintergrund.
Im Vordergrund der Projektarbeit stand die kleinschrittige und niedrigschwellige
Integrationsförderung der Jugendlichen und ihrer Familien: Erhöhung ihrer Motivation zum
regelmäßigen und erfolgreichen Schulbesuch, ggf. Vermittlung in andere Bildungs- und
Berufsorientierungsmaßnahmen; Entwicklung von Zukunftsperspektiven.
Im Hinblick auf die bisher gemachte Erfahrung scheint eine Konzept-Korrektur bezüglich
der Zielgruppe in drei Punkten notwendig:
Erweiterung der Zielgruppe auf Schüler*innen mit Roma Hintergrund aus
Südosteuropa
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Im Laufe unserer Arbeit kam von vielen schulischen und außerschulischen Akteuren der
Hinweis auf den massiven Unterstützungsbedarf der Kinder und Familien mit Roma-
Hintergrund aus dem gesamten südosteuropäischen Zuwanderungsgebiet.
Aus diesem Grund wurde konzeptionell die Zielgruppe auf alle südosteuropäischen Roma
Schulkinder und –jugendlichen inklusive derer Familien festgelegt.
Angebote für Jahrgangsstufen, nicht für Altersgruppen.
Kinder von Migranten haben häufig eine Schulbiografie, die sich stark von der gleichaltrigen
Jugendlicher unterscheidet, die in Deutschland aufgewachsen sind. Die prekäre Lebenslage, in
der sie und ihre Familien sich befinden, die Flucht, die diversen existenziellen Probleme und
auch das unterschiedliche Bildungsverständnis führen dazu, dass sie die Schule wenig oder
gar nicht besucht haben. Deshalb entspricht das Alter der Jugendlichen häufig nicht dem ihrer
Mitschüler*innen. Aus diesem Grund finden wir es wichtig, unsere Projektteilnehmenden,
unabhängig vom Alter, aber entsprechend der Jahrgangsstufe, bis hin zur erfolgreichen
Teilnahme an KAoA zu fördern.
Zusätzlicher Schwerpunkt der Zielgruppe: Schüler*innen am Beginn der SEK I
Die Übergangsphase von der Grundschule zur weiterführenden Schule ist für alle Kinder
herausfordernd und risikobehaftet. Für Schüler*innen aus bildungsfernen Familien mit
gebrochenen Bildungsbiografien ist der Übergang durch zusätzliche Hürden erheblich
erschwert und abbruchgefährdet, unter anderem wegen mangelnder Sprachkenntnisse der
Eltern, Ängsten und Unwissenheit über das deutsche Schulsystem.
Erfahrungen zeigen, dass die fünfte Klasse enorm wichtig für die schulische Entwicklung und
Weiterentwicklung der Schüler*innen ist. Die Kinder, die gut in der fünften Klasse
zurechtkommen, zeigen auch in den weiterführenden Klassen gute Leistungen. Und
umgekehrt: Viele Jugendliche gehen „verloren“, falls die entsprechenden Förderinstrumente
nicht rechtzeitig angewendet werden. Aus diesem Grund sollten die Kinder und Jugendlichen
schon in der fünften Klasse in unser Projekt aufgenommen werden.
Ganz im Sinne der „Eckpunkte zur Integration von neu zugewanderten Kindern und
Jugendlichen in Kölner Schulen“1 möchten wir zu den integrativen Prozessen der
Menschen mit Migrationshintergrund beitragen und ihnen helfen, ihre Potenziale zu erkennen,
zu entwickeln und anzuwenden. Dies sind lange und schwierige Prozesse, die ein hohes Maß
an Geduld, Verständnis, Sensibilität und Hilfsbereitschaft seitens aller Akteure verlangen.
3.2. Jugendhilfe- Schulaufsicht – Projektträger: gemeinsame Ziele:
Der Rom e.V. ist vor allem der Realisierung des Menschenrechtes auf Bildung und den damit
verbundenen besseren Lebens- und Berufsperspektiven der Roma verpflichtet.
Die gemeinsame Zielsetzung im Projekt orientiert sich an den Bedarfen der
Projektteilnehmenden und an ihrer Ausgangslage.
1„Eckpunkte zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Kölner Schulen“
https://zmi-koeln.de/wp-content/uploads/2018/11/eckpunkte_zmi.pdf
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Unsere gemeinsamen Bestrebungen bezüglich aller projektteilnehmenden Kinder und
Jugendlichen sind:
Schulbesuch möglich machen
Jugendliche in der Regelschule halten
Regelmäßigen Schulbesuch etablieren und absichern
Schulische Leistungen verbessern
Hemmungen gegenüber dem deutschen Schulsystem abbauen
Den Wert der Bildung und der schulischen Systeme in Roma-Familien vermitteln
Das schulische Umfeld für die Problematiken der Roma sensibilisieren
Die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule nachhaltig
verbessern
Schulische Akteure für das Potenzial der Roma- Kinder und Jugendlichen
sensibilisieren
Nachhaltige Arbeitsinstrumente und Arbeitsstrukturen entwickeln, die das Ende
unseres Einsatzes in den jeweiligen Schulen überdauern
Den Übergang Schule-Beruf sichern
Die von uns gewünschte Erweiterung unsere Zielgruppe ist mit neuen Herausforderungen
verbunden. Bisher haben wir unsere Kräfte hauptsächlich in dem Spannungsfeld „Übergang
Schule-Beruf“ konzentriert. Künftig soll unser Fokus auch auf den Beginn der Klasse 5
gerichtet werden.
Zielsetzung zu Beginn der SEK I:
Einstieg in die Sekundarschule bedarfsgerecht gestalten.
Den Kindern Mut machen, ihr Interesse an und ihre Motivation für die neue
Schulform steigern.
Einbeziehung des Elternhauses durch Information und Beratung
Zielsetzungen im Hinblick auf den Übergang „Schule-Beruf“:
Frühzeitige Vorbereitung (ab Klasse 8) der Integration in bestehende Bildungs- und
Berufsorientierungsstrukturen.
Zugang zu den Standardelementen der Landesinitiative „KAoA“ ermöglichen.
Übergabe an die Fachkräfte des Regelsystems und Begleitung des Übergabeprozesses
(Siehe Punkt 4.3.2.)
4. Arbeitsmethoden
Um die gesetzten Ziele zu erreichen, haben wir verschiedene „Instrumente“ und Strategien
erarbeitet. Da sich diese in der Modellprojektphase bewährt haben, möchten wir sie weiter als
Kernelemente unserer Arbeitsmethodik anwenden.
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4.1.Schaffen einer Vertrauensbasis:
Um erfolgreich das Schulförderprojekt durchzuführen und dementsprechend die gesetzten
Ziele zu erreichen, war und ist das Schaffen von Vertrauen eine Grundvoraussetzung. Dies ist
nur möglich durch ein hohes Maß an Verständnis und ein breites Spektrum an Wissen über
die Roma-Kultur und eine andere kulturell bedingte Weltanschauung und differierende
Erziehungsstile.
Die gemachten Hausbesuche, Beratungsgespräche, Begleitungen und intensive Elternarbeit
bieten Gelegenheit, eine Beziehung zu den Projektteilnehmenden aufzubauen und ihnen den
soziokulturellen und institutionellen Zugang zur Aufnahmegesellschaft zu erleichtern, indem
wir Hemmschwellen abbauen und Wissen vermitteln.
4.2. Hausbesuche:
Durch den kulturellen Hintergrund der Mitarbeitenden (Roma-Hintergrund der
Schulmediatoren) kommen die Hausbesuche relativ schnell zustande, da das ursprüngliche
Misstrauen der Zielgruppe schnell abgebaut wird. Hierfür sind die Sprach- und
Kulturkenntnisse entscheidend.
Der tiefe Einblick in die Familienstruktur der Zielgruppe und ihre aktuelle Wohn- und
Lebenssituation erlaubt, die Kernprobleme der jeweiligen Familien zeitnah zu erkennen. So
können die Familienverhältnisse beobachtet, dementsprechend Schlüsse gezogen und je nach
individuellem Bedarf geeignete Strategien für die Jugendlichen entwickelt werden. So haben
zum Beispiel einige Familien eine offene und modernere Lebenshaltung und wir können
sofort auf die Mitwirkung der Eltern bei der Beschulung der Kinder zählen, während andere
Familien sehr traditionell sind; daher soll eine kultursensiblere Annährungsweise angewendet
werden und Schritt für Schritt Zwischenziele gesetzt werden.
Darüber hinaus steigt die Bereitschaft der Klienten (in der vertrauten Atmosphäre des eigenen
Zuhauses) Hilfe anzunehmen. Das erleichtert die Beratungs- und Überzeugungsarbeit, das
Aufzeigen von Möglichkeiten und Perspektiven sowohl für die Eltern als auch für die Kinder
erheblich.
Im Hinblick auf die Erweiterung der Zielgruppe auf die fünfte Klasse werden bei Bedarf noch
intensivere Hausbesuche geplant, damit die Kinder das Gefühl von Sicherheit bekommen und
eine allgemein positive Einstellung gegenüber der Schule entwickeln.
Außerdem wohnen viele der Kinder und Jugendlichen aus Südosteuropa in
Flüchtlingsheimen. Ein Besuch in den Heimen dient auch als Brücke zwischen der
Aufnahmegesellschaft und den Projektteilnehmenden.
4.3. Beratung und Begleitung:
4.3.1.Beratung:
Aufgrund des hohen Maßes an Vertrauen, das uns unsere Projektteilnehmenden schenken,
können wir effektive und individuell angepasste Beratungen und Begleitungen durchführen.
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Bisher fanden viele der Beratungsgespräche im Rom e.V. statt. Künftig sollen Beratungs-
und Infogespräche vermehrt im Rahmen der Sprechstunde an den Schulen stattfinden.
Kernelement der Beratungsgespräche sind die Aufklärungs- und Informationsgespräche
(so zum Beispiel wissen viele Roma- Eltern nicht was „Schulpflicht“ bedeutet oder dass sie
im Krankheitsfall die Schule über die Abwesenheit ihres Kindes informieren sollen), als auch
motivierende Gespräche mit den schulpflichtigen Kindern.
Im Rahmen unseres Beratungsangebots helfen wir den Projektteilnehmenden, einige
Probleme praktischer Natur zu bewältigen, wie zum Beispiel das Ausfüllen von Formularen
(Beantragung von Schülertickets und Leistungen des BuT), Übersetzung und Erläuterung
von Dokumenten, Ausfüllen des Berufswahlpasses, Suche nach betrieblichen Praktika,
Anfertigung von Lebenslauf, etc.
4.3.2.Begleitung:
Um der Zielgruppe effektiv helfen zu können, sind Beratung und Information allein meistens
nicht genug, denn es fehlt häufig an Umsetzungskapazität seitens der Zielgruppe (Gründe:
fehlenden Sprachkenntnisse, Angst, Unwissen, etc.). Deshalb ist die „Begleitung“ als
Arbeitsinstrument äußerst wichtig für die erfolgreiche Anbindung der Jugendlichen an das
deutsche Schulsystem.
So sollen weiterhin Begleitungen zu den Standardelementen der Landesinitiative „KAoA“
möglich sein. Besonderer Unterstützungsbedarf zeichnet sich im Rahmen der Berufsfelder-
Erkundung und der betrieblichen Praktika ab. Bei Bedarf und in Abstimmung mit den
Fachkräften des Regelsystems sollen die Jugendlichen wie bisher begleitet werden, um sich
über mögliche Praktikumsplätze zu informieren oder sich vor Ort für schon zugesagte
Praktikumsstellen anzumelden.
Auch die Weitervermittlung unserer Jugendlichen an Berufskollegs oder Jugendwerkstätten
bedarf in der Regel unserer Unterstützung in Form einer Begleitung durch das ganze
Verfahren hindurch: vom Infotermin bis hin zur Anmeldung vor Ort.
4.4 Kooperation mit schulischen und außerschulischen Akteuren:
Mit vereinten Kräften, in Zusammenarbeit mit unseren schulischen und außerschulischen
Kooperationspartnern, konnten wir den Weg zur nachhaltigen Integration unserer
Projektteilnehmenden ebnen. Dies möchten wir auch in der Zukunft fortsetzen.
Besonders erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und
Familie und dem Schulamt für die Stadt Köln, mit dem Kommunalen Integrationszentrum,
mit Interkulturellen Zentren, Sportvereinen, Jugend- und Freizeitzentren, Trägern der
Potentialanalysen, Jugendwerkstätten, Jugendmigrationsdiensten und Beratungsstellen in den
Sozialräumen.
Mit der Erweiterung der Zielgruppe auf Roma aus dem gesamten südosteuropäischen
Zuwanderungsgebiet wird künftig die Kooperation mit Flüchtlingsheimen wichtig sein, wie
auch die noch intensivere interne Kooperation zwischen „Angle Dikhas“ und der
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Beratungsstelle des Rom e.V., da man nur durch die Stabilisierung der prekären
aufenthaltsrechtlichen Lage der Familien auf kontinuierliche schulische Erfolge seitens der
Kinder hinarbeiten kann.
Unsere Kooperation mit den Schulen zeichnet sich dadurch aus, dass sie flexibel auf die
Bedarfe der einzelnen Schulorte eingeht: Elternsprechtage/Beteiligung an
Beratungsgesprächen mit Klassenleitungen, Konflikt- und Mediationsgespräche in Schulen,
Beratungs- und Teilnahme an Hilfeplangesprächen mit Institutionen aus Jugendhilfe und
Schule, Unterstützung bei BuT-Anträgen, Elterncafés in Schulen u.a.
Darüber hinaus soll weiterhin die Sensibilisierung des schulischen Umfelds durch
Kommunikation stattfinden. Dies kann am besten durch „Runde Tische“ erfolgen (mit allen
an dem Prozess Beteiligten- Schüler*innen, Eltern, Lehrer, ggf. Schulsozialarbeiter*innen,
ASD, Projektmitarbeiter*innen). Mit den schulischen Akteuren sollen, wie bisher,
regelmäßige Gespräche zum Informationsaustausch installiert werden. Ziele:
Austausch über einzelne Kinder und Jugendliche
Informationen über kulturelle und vor allem soziale Hintergründe, z.B. für
unpünktliches Erscheinen, Materialprobleme und häufiges Fehlen
Sensibilisierung der schulischen Akteure für die Zielgruppe.
Neben dem Austausch über einzelne Kinder und Jugendliche soll in diesen Runden mittels
Informationen über kulturelle und vor allem soziale Hintergründe, z.B. für unpünktliches
Erscheinen, Materialprobleme und häufiges Fehlen, für die Zielgruppe sensibilisiert werden.
Nur wenige Lehrer*innen kennen die Lebensbedingungen der zugewanderten Familien mit
prekären Beschäftigungsverhältnissen. Daher sollen unsererseits bei Bedarf auch Schulungen
und Workshops angeboten werden.
In diesem Rahmen stellen wir den Kollegien und Netzwerkpartnerschaften bei Bedarf
Leitfäden zur Elternarbeit zur Verfügung; die Projektergebnisse werden in die Entwicklung
von ansprechenden Arbeitsmaterialien, z.B. zur Berufsfeld-Erkundung und in
Handreichungen für Lehrer*innen einfließen.
4.5 Elternarbeit:
Ein Kernelement unserer Arbeit ist die Elternarbeit. Die Einstellung der Eltern gegenüber
„Schule“ und „Bildung“ ist ausschlaggebend für unsere Arbeit mit den Jugendlichen.
Die Erfahrung zeigt, dass in Familien, in denen sich eine Lernkultur etablieren konnte und in
denen Elternteile selbst zur Schule gegangen sind oder Deutschkurse besucht haben, die
schulische Erfolgsquote der Kinder und Jugendlichen größer war als in solchen, wo Eltern
selbst Analphabeten waren oder keinen Wert auf Bildung legten.
Mit einem hohen Maß an interkultureller Sensibilität konnten wir zahlreichen Familien ein
neues Bild und eine neue Einstellung gegenüber „dem Wert“ und Sinn der Bildung vermitteln
und neue Lebensperspektiven für die ganze Familie schaffen.
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Neben den Hausbesuchen, Beratungsangeboten und Einzelgesprächen sind die von uns
durchgeführten Elterncafés „Kafavás“ ein Bestandteil unserer Elternarbeit. Das gut besuchte
Angebot zeichnet sich durch eine sehr familiäre Atmosphäre aus, wo ein produktiver
Austausch zwischen den jeweiligen Familien stattfindet und wir Gelegenheit zu Aufklärungs-
und Überzeugungsarbeit haben.
Um eine möglichst erfolgreiche Arbeit leisten zu können, bilden sich unsere
Mitarbeiter*innen zu professionellen Elternbegleitern aus, indem sie Kurse zur Qualifizierung
als Elternbegleiter*in im Rahmen des ESF_ Bundesprogramms „Elternchance II- Familien
früh für Bildung gewinnen“ im Februar 2020 absolvieren werden. Einer unserer Kollegen hat
bereits die Qualifizierung absolviert.
4.6 Lerngruppe:
Seit März 2017 finden in den Räumlichkeiten des Rom e.V. wöchentlich Lerngruppen statt,
wo jeder der Jugendlichen sich bezüglich seiner/ihrer Schulerfahrung und Schulproblematiken
austauschen kann. Die Lerngruppen haben sich als sehr effektiv in Richtung Übermitteln von
Lernstrukturen und Lernmethoden erwiesen. Aus diesem Grund sind sie besonders wichtig für
die Fünft- und Sechstklässler. Zukünftig möchten wir durch Motivations- und
Überzeugungsarbeit auch die Schüler aus der fünften Klasse dazu animieren, unsere
Lerngruppen zu besuchen.
Zusammen mit fachlichen Schulpaten werden verschiedene Lernprobleme bewältigt und
kognitiv fördernde Aufgaben gemacht (Hausaufgaben - Mathematik und Sprache, Literatur).
Unsere Schulmediatoren optimieren die Kommunikation zwischen Jugendlichen und
ehrenamtlich Tätigen. Die Tür der Lerngruppe steht allen der Zielgruppe offen.
4.7 „Warme“ Übergabe
Wie bereits geschildert ist die Eingewöhnungsphase unserer Kinder in die fünfte Klasse
erheblich schwieriger als für die deutschen Schüler*innen, da auch Traumata, Angst,
sprachliche Defizite und ein Mangel an Resilienz vorhanden sind. Daher möchten wir das
Ankommen in den neuen Lebensabschnitt so „sanft“ wie möglich gestalten und bei Bedarf die
Kinder für den Anfang von dem vertrauten häuslichen Umfeld abholen und zur Schule
begleiten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass eine solche Unterstützung den Schülern sehr
effektiven Halt gibt und ihnen das Eingewöhnen in ein neues schulisches Umfeld erleichtert.
5. Weiterentwicklung des Projektes im Rahmen der Verstetigung in die Kölner
Bildungslandschaft.
5.1. Feste Anbindung an bestimmten Schulen
Um unsere Kapazität besser einsetzten zu können, soll das Projekt an bestimmten Schulen, die
das Schulamt auswählt, fest angebunden sein.
Im Hinblick auf die Rückmeldung des Schulamtes bezüglich der Schulen mit dem höchsten
schulischen Bedarf, werden die Arbeitskräfte des Projekts bedarfsgerecht an folgenden zwei
Schulen eingesetzt:
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1. Hauptschule Kopernikus, Bonner Str. 40, 51145 Köln (Porz Eil)
2. FS Wilhelm-Leyendecker-Schule, Leyendeckerstraße 20-24, 50825 Köln
In Abstimmung mit den Fachkräften der jeweiligen Schulen werden die Roma-Familien
ausgewählt, mit denen wir arbeiten werden. In regelmäßigen Abständen werden Runde Tische
zum Austausch zwischen Schule und dem „Angle Dikhas“- Team installiert. Zu dem
Austausch (Evaluierung und Weiterentwicklungsstrategien) werden auch Fallbesprechungen
gehören, mit der Möglichkeit, sich von bestimmten Familien „abzulösen“ (falls kein Bedarf
mehr besteht oder die Familienproblematiken über unseren Rahmen hinausgehen und die
Familien weitervermittelt werden sollen). An ihrer Stelle werden, in Abstimmung mit der
Schule, neue in das Projekt aufgenommen.
Da wir mehr Schulen bei dem Integrationsprozess unserer Zielgruppe unterstützen möchten,
finden wir ein Rotationsprinzip der Kooperation sehr sinnvoll; die zeitlichen Rahmen der
Zusammenarbeit mit den Schulen sollen flexibel gestaltet werden, je nach Bedarf der
jeweiligen Schulen.
Wenn der Förderbedarf in der jeweiligen Schule nicht mehr vorhanden ist, würden wir
bedarfsgerecht und in Abstimmung mit den Fachkräften der Schule die Zusammenarbeit
beenden und stattdessen eine neue Schule ins Projekt aufnehmen, in der größerer Bedarf
besteht.
Mit Schulen, wo trotz Langzeit-Zusammenarbeit einen erhöhter Unterstützungsbedarf
weiterhin besteht, werden wir gerne die Zusammenarbeit fortführen.
So könnte mittel- und längerfristig nicht nur der Zugang zur Ressource Bildung, sondern auch
der zu qualifizierter Ausbildung/Arbeit für immer mehr Roma-Schüler*innen möglich
gemacht werden.
Über die feste Bindung an konkreten Schulen hinaus und parallel zu dem
Verstetigungsprozess, wird ein Zeitraum von drei Monaten angestrebt (bis 31.03.2020), um
die Projektteilnehmenden, mit denen wir momentan arbeiten, weitervermitteln zu können. Wir
behalten uns auch nach dieser „Ablösezeit“ das Recht vor, besonders schwierige Fälle
weiterhin zu betreuen.
5.2. Arbeitsablauf
Der Einsatz der einzelnen Methoden gestaltet sich im Projektverlauf wie folgt:
In Phase I (Vorbereitung) findet die Kontaktaufnahme mit den Schulleitungen,
Lehrer*innen, bereits vorhandenen Mediator*innen und Sozialarbeiter*innen der beteiligten
Schulen statt; die Kooperationsrahmenbedingungen werden vereinbart; über Gespräche und
Befragungen wird der Unterstützungsbedarf gemeinsam ermittelt und abgestimmt.
Raumkapazitäten in den Schulen müssen erfragt werden. Die Vernetzung zwischen allen
Akteuren beginnt. Arbeitspakete werden definiert. Zum Auftakt der Zusammenarbeit stellen
wir das Projekt im Rahmen einer Lehrerkonferenz vor.
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In Phase II (Halten und Binden) wird die regelmäßige aufsuchende und nachgehende
Elternarbeit fortgesetzt und eine Beziehung zu den einzelnen Familien hergestellt: Durch
Anbieten von Unterstützung, Überzeugungsarbeit, Aufzeigen von Möglichkeiten und
Perspektiven sowohl für die Eltern als auch für die Kinder. Durch Begleitung zu
ausgewählten Terminen oder Veranstaltungen entsteht eine belastbare Zusammenarbeit - nur
regelmäßige Elternarbeit ist erfolgreich.
Mit den Schüler*innen finden nach einer ersten Kontaktaufnahme Motivations- und
Perspektivengespräche statt - wenn möglich mit Zielvereinbarungen. Auch Krisenintervention
kann notwendig sein.
Die einzelnen Elemente der Elternarbeit werden installiert: Hausbesuche, Einzelberatung,
individuelle Begleitung, Elterncafe. Entsprechend der abgestimmten Bedarfe werden die
Angebote in den einzelnen beteiligten Schulen und/oder als gemeinsame Angebote im
Quartier und/oder in den Räumlichkeiten des Trägers eingerichtet. Ebenso starten die
„Runden Tische“, an denen neben den betroffenen Schüler*innen die am jeweiligen
Einzelfall beteiligte Projektmitarbeiter*innen, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen,
ggf. auch Eltern, teilnehmen und die in dieser Phase vorrangig dem einzelfallbezogenen
Informationsaustausch dienen.
In Phase III (Festigung und Weitergabe) in der fünften und achten Klasse werden „Runde
Tische“ zwischen den jeweils Beteiligten fortgesetzt, in denen über bisherige mögliche
Probleme und Erfolge informiert sowie das weitere Vorgehen geplant wird.
Die gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse über die Arbeit mit der Zielgruppe soll
weitergegeben werden. Der Zugang zu den Schülern kann auch nach Abschluss des Projekts
durch eine sorgfältige „Fallübergabe“, mehrsprachige Arbeitsblätter in einfacher Sprache und
Elternbriefe erarbeitet werden, damit nach Ende des Projekts die Nachhaltigkeit gesichert ist.
Bei Abschluss der Arbeit an einem Schulstandort veranstaltet der Träger zwecks transparenter
Erfahrungssicherung eine Übergabekonferenz mit allen Beteiligten.
5.3. Interne Arbeitsaufteilung.
Unser Team versteht sich als Integrationslotsen und besteht aus drei Mitarbeiter*innen - eine
Teamleiterin und zwei Schulmediator*innen, die auch übersetzen. Die Aufgaben der
Teamleiterin sind, die Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit mit den Eltern zu
schaffen sowie die Koordinierung des Einsatzes aller Mitarbeiter*innen, als auch die
Kontaktpflege mit allen schulischen und außerschulischen Akteuren; dazu
Kriseninterventionen, Berichtswesen und die Dokumentation des Projekts. Hausbesuche,
Elternbegleitung, Schülerbegleitungen und Beratungen können ebenfalls von der Leitung, je
nach zeitlicher Kapazität, durchgeführt werden. Eine Unterstützung durch Honorarkräfte ist
wünschenswert, da diese flexibel nach aktuellen Bedarfen eingesetzt werden können.
Die Mitarbeiter arbeiten in doppelter Funktion: einmal als Mediatoren, also als Vermittler
Lehrer - Schüler, Eltern- Lehrer, Schüler - Schüler; dann aber auch als Integrationslotsen für
die Schüler*innen ins Schulsystem, wie auch in die Anfänge der Berufsvorbereitung.
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Nicht zuletzt stellen sie über sprachliche (Sprachkenntnisse in verschiedenen Dialekten des
Romanes, Bulgarisch, Mazedonisch, Serbokroatisch, Albanisch und sind im Team vorhanden)
und kulturelle Vertrautheit einen engen persönlichen Kontakt zu den Kindern, Jugendlichen
und ihren Familien her.
Ihre Aufgaben sind flexibel und an den abgestimmten Bedarfen ausgerichtet: Abholen
einzelner Schüler*innen, Begleitung zum Unterricht, Unterstützung bei Lehrergesprächen und
Ämter-Besuchen. Eine wichtige Funktion haben Einzelgespräche und Gruppenangebote.
Die Mediatoren-Funktion wird benötigt bei der Durchführung von Hausbesuchen und
Elternabenden/Elterncafés (Vermitteln und Übersetzen).
Sehr wichtig sind der Austausch und die Kommunikation zwischen Teamleitung und
Schulmediatoren. Er findet in Form von Berichten und regelmäßigen Teamsitzungen statt.
Im Hinblick auf unsere Ressourcen und unsere bisherige Arbeitserfahrung rechnen wir mit
einer Betreuungskapazität von ca. sechs bis acht Familien pro Mitarbeiter.
6. Erfolgsindikatoren
Aktive transparente Zusammenarbeit im schulischen Umfeld
Verbleib der Jugendlichen in der Regelschule
Regelmäßiger Schulbesuch
Gestiegene Motivation und Interesse der Projektteilnehmenden und ihrer Eltern
gegenüber dem Schulprozess
Verbesserte Kommunikation zwischen Schule und Eltern (zum Beispiel
Krankenmeldung abgeben, Schule kontaktieren, an Veranstaltungen und
Elterngesprächen teilnehmen, etc.)
Etablierung einer nachhaltigen Sensibilisierung des schulischen Umfeldes
Erfolgreiche Weitervermittlung der Jugendlichen (KAoA)
Interesse gegenüber der Bildungs- und Berufsorientierung
Eigeninitiative seitens der Eltern und der Schüler*innen
6.1 Messkriterien des Erfolges
Die Problematiken unserer Zielgruppe variieren stark, da die Ausgangslage der einzelnen
Familien unterschiedlich ist. Während eine bulgarische Familie hauptsächlich Probleme
finanzieller Natur hat, da Bulgarien Mitglied der EU ist, sind die Probleme der geflüchteten
Menschen fast immer verbunden mit einem unklaren Aufenthaltsstatus. Auch der
Bildungsstand jedes Kindes variiert stark. Daher stellt die Einführung allgemeingültiger
Messkriterien für den Erfolg eine große Herausforderung dar.
Im Hinblick auf diese Tatsache haben wir versucht, Evaluierungskriterien festzulegen, die mit
der Tendenz zur Verbesserung der individuellen Lage verbunden sind.
Messkriterien schulischer Erfolg seitens der Projektteilnehmenden:
Reduzieren der individuellen Fehlstunden (pro Monat nicht mehr als 20
unentschuldigte Fehlstunden)
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Verbesserung der individuellen, schulischen Leistung (Orientierung anhand der
Schulzeugnisse).
Verlässliche Teilnahme an den Standardelementen von KAoA
Feedback seitens des schulischen Umfelds:
Fragebogen zur Evaluation der Zusammenarbeit. Er bietet den Beteiligten die
Gelegenheit eines jährlichen Feedbacks bzgl. der Wirksamkeit unsere Einsatzes und
unserer Zusammenarbeit abzugeben. Danach evaluieren wir die Ergebnisse.
Verbleibquote der Schüler im schulischen Regelsystem.
Vermittlungsquote im Rahmen der Begleitung des Übergangprozesses „Schule-Beruf“
Über die transparente Umsetzung und abgestimmte Weiterentwicklung der Arbeit müssten
sich die Beteiligten in regelmäßigen Abständen verständigen. Folgende Treffen sollen künftig
stattfinden:
Jährliches Reflektionsgespräch mit Jugendamt, Schulamt, Rom e.V., Kommunalem
Integrationszentrum, KAoA, RBB
Qualitätsentwicklungsgespräche mit Jugendamt und Schulamt, zweimal jährlich, zur
kleinschrittigen Weiterentwicklung des Konzepts und Evaluierung der
Bedarfssituation
Netzwerk- Treffen: Runder Tisch mit Rom e.V., KI und anderen Roma-Projekten
Reflektionstreffen mit den schulischen Fachkräften zwecks Austausch, Evaluierung
und Weiterentwicklungsplanung in regelmäßigen Abständen (jeden zweiten Monat)
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/51/511 Vorlagen-Nummer 4363/2019 Freigabedatum 08.01.2020 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Jährliche Förderung aus kommunalen Mitteln für die Maßnahme „Angle Dikhas“ des Trägers Rom e.V. ab dem 01.01.2020 Beschlussorgan Jugendhilfeausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Jugendhilfeausschuss beschließt die Förderung des Integrationsprojektes „Angle Dikhas“ des Trägers Rom e.V.. Die hierfür benötigten Finanzmittel in Höhe von 143.000 € stehen im Teilergebnisplan 0606 – Hilfen für junge Menschen und ihre Familien, – Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen, Sachkonto 531800 – Zuschüsse an übrige Bereiche – ab dem Haushaltsjahr 2020 zur Verfü- gung. Jugendhilfeausschuss 28.01.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 143.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren wurde das Projekt „Angle Dikhas“ zur Integration und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus rumänisch und bulgarischen Zuwandererfamilien durch den Träger Rom e.V., in enger Kooperation und Begleitung des Amtes für Schulentwicklung und des Jugendamtes, in mehreren Schulen erfolgreich umgesetzt. Die bisherige Förderung erfolgte über das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Lan- des Nordrhein-Westfalen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Fördermittel für das Jahr 2019 wurden durch das Ministerium vorbehaltlich der nachfolgenden Weiterführung des Ange- botes durch die Stadt Köln zur Verfügung gestellt. Das Konzept von Angle Dikhas sieht den Einsatz von muttersprachlich ausgebildeten Assistenz- und Fachkräften vor, die selbst einen Roma- bzw. Migrationshintergrund haben. Der Ansatz stellt einen wichtigen Gelingensfaktor in der Zielsetzung zur Integration der Kinder und Jugendlichen in das Schul- und Ausbildungssystem dar. Erfolgreich konnten 108 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 20 Jahren durch die kultursensible Unterstützung und bedarfsgerechte Förderung im Regelsystem stabilisiert, beziehungsweise in Anschlussmaßnahmen weitervermittelt werden. Maßgeblich hat die intensive Elternarbeit zu den Erfolgen beigetragen und wird auch zukünftig genutzt, um eine Vorbildfunktion den eher bildungsfremden Zuwandererfamilien zu vermitteln und gleichzeitig eine Brückenfunktion zwischen Herkunftsfamilien und dem hiesigen Bildungssystem herzustellen. 3 Aufgrund bisheriger Erfahrungen mit der Zielgruppe und in Abstimmung mit dem Amt für Schulent- wicklung wurde das Konzept bedarfsgerecht weiterentwickelt. Zukünftig werden zusätzlich Schülerin- nen und Schüler in der Übergangsphase von der Grundschule zur weiterführenden Schule begleiten- de Unterstützung erhalten können. Das Angebot von Angle Dikhas soll im Rotationsprinzip an zwei Sek I Schulen eingesetzt werden und nach gelungener Zielerreichung, in enger Abstimmung mit den beteiligten Akteuren, zu anderen wei- terführenden Schulen mit Betreuungsbedarf wechseln. Das Konzept des Rom e.V. wird der Beschlussvorlage als Anhang beigefügt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4363/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 08.01.2020
- Erstellt
- 16.12.2019 09:22