Mandari Insight

V/0405/2021

Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2017-2021

Vorlagen 18.05.2021

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Gleichstellung, Sitzung am 17.06.2021, TOP 7

V/0405/2021-Projekt Marischa_Anlage 1

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

V/0405/2021-Projekt Marischa_Anlage 1

1701 Zeichen

Anlage 1 V/0405/2021
Anlage 1: Projekt Marischa –Öffentlichkeitsarbeit 2017-2021
2017
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/heisser-kaffee-und-hilfe-auf-dem-strassenstrich-in-
muenster
https://www.muenster.de/stadt/presseservice/pressemeldungen/web/frontend/index.php?show=97
8162
2018
https://www.magazinleben.de/leben-lesen-2/ - Seite 24 bis 26 „Mit heißem Kaffee über den Strich“
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/pfarrer-kossen-putzt-klos-auf-weihnachtsmarkt-in-leeden/
2019
https://www.muenster.de/stadt/presseservice/pressemeldungen/web/frontend/output/standard/desi
gn/standard/page/1/show/1010525
https://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/3856954-Projekt-wendet-sich-an-
Freier-Wuerde-fuer-Strassenprostituierte
https://www.aids-nrw.de/front_content.php?idcat=1669&idart=7161
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/video-die-wuerde-von-prostituierten-ist-unantastbar/
https://www.muenster.de/stadt/presseservice/pressemeldungen/web/frontend/output/standard/desi
gn/standard/page/1/show/1033952
Kurzfilm „Zhana“:http://www.muenster.org/projektmarischa/2020/04/09/film-zhana/
2020
https://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/4131928-One-Billion-Rising-
Demonstration-in-der-Innenstadt-Tanzen-fuer-ein-Leben-ohne-Gewalt
https://www.bistum-
muenster.de/startseite_aktuelles/newsuebersicht/news_detail/seminar_zum_thema_option_fuer_di
e_armen/
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/corona-krise-wie-marischa-sich-jetzt-um-
strassenprostituierte-kuemmert/
https://wiedertaeufer.ms/die-not-der-frauen-von-der-siemensstrasse/
2021
Film „sexy“von der Medienkünstlerin Petra Bresser in Kooperation mit Projekt Marischa:
https://vimeo.com/527197719/a0f03f39a2

Anlage A

1260 Zeichen

Anlage A zur V/0405/2021 
Kurzüberblick 
Tätigkeitsbericht des Projektes Marischa 2017-2021 
Streetwork-Projekt zur Verbesserung der Situation von Sexarbeiterinnen.  
 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Die Hauptziele des Projekts Marischa sind Gesunderhaltung, Förderung der Gesundheit der 
Prostituierten, Integrationshilfe und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Kooperation von hauptamtlicher 
und ehrenamtlicher Arbeit. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja x Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2021 enthalten? x Ja  Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2021 enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja x Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja x Nein   
 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
Ratsbeschluss zum Haushalt 2015 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Das Projekt unterstützt die Integration von Migrantinnen und versucht ihre berufliche Situation als 
Sexarbeiterinnen zu verbessern.

Berichtsvorlage

19535 Zeichen

V/0405/2021 
V/0405/2021 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2017-2021 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   02.06.2021 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und  
Arbeitsförderung 
Bericht 
   17.06.2021 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Das Streetwork-Projekt Marischa wurde im Frühjahr 2013 von zwei Münsteraner Studierenden initi-
iert. Unterstützt durch weitere ehrenamtlich Tätige wurde und wird aufsuchende Arbeit am Straßen-
strich in der Siemensstraße geleistet, mit dem Ziel, die Situation der Sexarbeiterinnen zu verbessern, 
verlässlicher Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin zu sein und langfristig Ausstiegsperspektiven 
aufzuzeigen. 
Im Rahmen der Haushaltssatzung 2016 wurden zunächst für 2 Jahre vom Rat der Stadt Münster För-
dermittel für das Projekt Marischa bewilligt. Damit konnte eine hauptamtliche Projektstelle (0,5 VZÄ 
Sozialarbeit) eingerichtet werden. Die Förderung wurde 2017 um weitere 3 Jahre bis Ende 2021 ver-
längert. Das Projekt Marischa und damit auch die hauptamtliche Mitarbeiterin ist dem Gesundheits-
amt angegliedert. Die Mitarbeiterin ist Sozialpädagogin und gebürt ige Bulgarin. Die Sexarbeiterinnen 
an der Siemensstraße kommen meist aus Bulgarien. Das Beratungsangebot wird zunehmend von 
Frauen in Anspruch genommen, die in Bordellen, Clubs, Wohnungen und als Escort s arbeiten und 
überwiegend aus osteuropäischen Ländern  (Rumänien, Slowakei, Polen) kommen. Der Erstkontakt 
findet in den verschiedenen Prostitutionsstätten in Kooperation mit den aufsuchenden medizinischen 
Angeboten des Gesundheitsamtes statt.  
Muttersprachliche Kontaktaufnahme und kultursensible Beratung sind wesentliche Aspekte für die 
Akzeptanz des Projekts. 
Die Hauptziele des Projekts Marischa sind Gesunderhaltung, Förderung der Gesundheit der Prostitu-
ierten, Integrationshilfe und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Kooperation von hauptamtlicher und ehrenamt-
licher Arbeit. 
 
 
Haupt- und Ehrenamt 
 
Das bewährte Konzept der Zusammenarbeit zwischen Haupt - und Ehrenamt konnte in den letzten 3 
Jahren verstetigt und weiterentwickelt werden. Die Anzahl der aktiven Ehrenamtl ichen hat sich mit 12 
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
21.05.2021 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Grachenova 
Telefon: 492-5386 
Grachenova@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0405/2021 
Menschen stabilisiert. Neu entwickelt wurde die „Mitarbeit im Hintergrund“ für Menschen, die sich 
zeitlich bedingt nicht kontinuierlich einbringen können, aber in „Notfallsituationen“ ansprechbar sind.  
Ein 2-tägiger Workshop unter Leitung der hauptamtlichen Mitarbeiterin gibt neuen Ehrenamtlichen 
einen Einblick in die Arbeit des Projekts sowie den Möglichkeiten und Grenzen von Ehrenamt. Neu im 
Berichtszeitraum war die Möglichkeit, dass drei Praktikantinnen ihr mehrmonatiges 
studienbegleitendes Praktikum im Projekt Marischa absolvieren konnten. Dadurch konnten 
Projektideen verwirklicht werden, die weder allein durch ehrenamtliches Engagement noch bei der 
begrenzten Stundenzahl nur durch die hauptamtliche Mitarbeiterin hätten umgesetzt werden können:  
 
 Erstellen eines Leitfadens „Ehrenamtliche Tätigkeit im Projekt Marischa“ – Zusammenfassung 
der Ergebnisse einer Fachtagung 
 Erstellen einer professionellen Webseite (http://www.muenster.org/projektmarischa/) 
 Erstellung eines Flyers zu den Angeboten des Projektes Marischa (dreisprachig – deutsch, 
bulgarisch, englisch) 
 Drehbuch zu dem Kurzfilm „Zhana“, der die komplexe Arbeits- und Lebenssituation der Frauen 
auf der Straße darstellt und authentische Erzählungen der Frauen, die auf der Siemensstraße 
arbeiten, einbindet. Der Film richtet sich vor allem an die Freier und soll zum Nachdenken und 
Umdenken anregen, sowie zu einem respektvollen Umgang mit den Frauen sensibilisieren. 
 
 
Streetwork 
In den letzten drei Jahren wurde die aufsuchende 
Tätigkeit intensiviert und dreimal monatlich Street-
work auf dem Straßenstrich durchgeführt. An-
sprechpartner/-innen für die angetroffenen Frauen 
waren sowohl die hauptamtliche Mitarbeiterin  als 
auch die Ehrenamtlichen, gelegentlich unterstützt 
durch Dolmetscher /-innen. Bei den einzelnen 
Streetwork-Terminen wurde je nach Jahreszeit eine 
variable Zahl der Prostituierten auf der Straße ange-
troffen und angesprochen. In sgesamt wurden circa 
70 Frauen durch das Projekt Marischa in den drei 
Jahren begleitet und beraten. Von diesen sind 41 Erstkontakte. Die gesamte Kontaktzahl liegt bei 
520.  
Fast alle (ca. 95%) stammen aus Bulgarien. Die Anzahl der Kontakte beim Streetwork ist in den letz-
ten 3 Jahren kontinuierlich angestiegen. Die geringeren Kontaktzahlen in den Jahren 2020 und 2021 
sind durch das corona-bedingte Tätigkeitsverbot begründet (s. Abb. Nr. 1)  
 
In der Regel findet die Streetwork zwischen 21 Uhr und 23 Uhr statt. Etwa s mehr als ein Drittel  der 
auf der Straße angetroffenen und a ngesprochenen 
Frauen haben sich später telefonisch oder persön-
lich bei der hauptamtlichen Mitarbeiterin im Ge-
sundheitsamt ge meldet. Bei der aufsuchenden 
Tätigkeit können Termine für ausführliche persönli-
che Beratungen im Gesundheitsamt, für weitere 
Hilfen durch das Projekt Marischa, für die gesund-
heitliche Beratung nach § 10 ProstSchG und für 
die anonyme und kostenlose ärztlich e Beratung 
und Untersuchung im Gesundheitsamt abgespro-
chen werden. Abb. Nr. 2 gibt einen Einblick in die 
Themen, die von den Prostituierten beim Streetwork häufiger angesprochen wurden.  
 
 
Kultursensible Beratung  
Im Berichtszeitraum wurden von der hauptamtlichen Mitarbeiterin insgesamt 1.769 überwiegend mut-
tersprachliche Beratungen durchgeführt. Davon waren 821 telefonische Beratungen und Terminab-
0
100
200
300
2017 2018 2019 2020 2021
Nr. 1    Streetwork 2017 -2021 - Kontakte
alle Ers tkontakte
0 20 40 60 80
Verhütung
Fragen zum ProstSchG
pers. Situation
über Kunden
Konflikte untereinander
Corona
Nr. 2 Beratungsthemen beim Streetwork
2021 2020 2019 2018 2017

- 3 - 
V/0405/2021 
sprachen. 948 persönliche Beratungen fanden überwiegend im Gesundheitsamt statt. Hinzu kamen 
1.320 in der Mehrz ahl telefonische Abstimmungen, Terminvereinbarung en aber auch fachlicher Aus-
tausch mit kooperierenden Institutionen. 
 
 
Schwerpunktthemen: 
 
 Beratung zum Prostituiertenschutzgesetz 
 
Das 2017 in Kraft getretene Prostituiertenschutzgesetz stellt sowohl die Frauen und als auch das Pro-
jekt Marischa vor viele neue Herausforderungen: Die gesundheitliche Pflichtberatung beim Gesund-
heitsamt, die Anmeldung beim Ordnungsamt und die anschließend e Anmeldung beim  
Finanzamt sind Verpflichtungen, die die Frauen vor scheinbar unlösbare Probleme stellen. Das Pro-
jekt Marischa hilft den Frauen diese Hürden zu meistern: Aufklärung über Rechte und Pflichten nach 
dem ProstSchG, Begleitungen zu verschiedene n Ämtern, Postfacheröffnung, Bankkontoeröffnung, ... 
Nach dem 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) müssen Menschen, die in 
der Sexarbeit tätig sein wollen, eine gesundheitliche Pflichtberatung in Anspruch nehmen. Diese Be-
ratung wird mit einem 0,25 Stellenanteil durch die selbe haup tamtliche Mitarbeiterin geleistet, 
wodurch sich Synergieeffekte mit der Arbeit für das Projekt Marischa ergeben. Alle im Bericht aufge-
führten Tätigkeiten beziehen sich jedoch ausschließlich auf die Arbeit im Rahmen des Projektes Ma-
rischa. 
 
 Beratung zu Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch 
 
In vielen Beratungsgesprächen wurde festgestellt, dass die Sexarbeiterinnen über effektive Verhü-
tungsmethoden sehr wenig oder gar nichts wissen. Die Frauen, die durch die Ausübung ihrer Tätig-
keit schwanger werden, e rhalten Unterstützung durch das Projekt Marischa in dieser besonderen 
Lebenssituation. Auf ausdrücklichen Wunsch konnten Brücken zum Jugendamt und anderen hilfeleis-
tenden Beratungsstellen geschlagen werden. Zu einem möglichen Schwangerschaftsabbruch haben 
die Frauen selten das Gespräch gesucht. Einige Frauen haben sich nach ausführlicher Beratung für 
eine dauerhafte Verhütung entschieden. 
 
 Beispiele für Beratung in besonders schwierigen Situationen  
 
Ausstieg:  
Zwei der Frauen sind in diesem Zeitraum dauerhaft aus dem Milieu ausgestiegen: 
In einem der Fälle konnte dies nur durch eine Kooperation mit mehreren Ämtern und Beratungsstellen 
gelingen. Das Projekt Marischa konnte dank des Engagements der Ehrenamtlichen für drei Tage eine 
sichere Begleitung und Betreuung der Frau über den Tag hinweg organisieren. Sie und ihr Kind sind 
sicher in ihr Heimatland zurückgekehrt. 
Einer anderen Frau, die aus der Prostitution aussteigen wollte, wurde der Personalausweis 
entwendet. Das Projekt Marischa hat sich dafür ei ngesetzt, dass die Frau schnellstmöglich einen 
Termin beim bulgarischen Konsulat in Berlin erh ielt. Innerhalb kürzester Zeit wurde ihr ein 
Ersatzausweis ausgestellt, mit dem sie in Bulgarien einreisen konnte. 
Nicht immer gelingt der Ausstieg beim ersten Ve rsuch: Eine weitere Frau erhielt bis zum möglichen 
Wegzug aus Münster eine Woche Unterkunft und Verpflegung an einem sicheren Ort. Am neuen von 
ihr selbst ausgewählten Wohnort vermittelte das Projekt einen Erstkontakt zu einer Beratungsstelle. 
Nach einem z weiwöchigen Aufenthalt entschied sich die Frau in ihre gewohnte Umgebung nach 
Münster zurückzukehren. Nach ihrer Rückkehr hat sie den Kontakt zum Projekt Marischa wiederauf-
genommen. 
 
Zwangslagen 
Es ist sehr schwierig zu beurteilen, ob sich Frauen in einer Situation befinden, in der sie zur Prostitu-
tion gezwungen werden. Bei Verdacht arbeitet das Projekt Marischa eng mit anderen Fachberatungs-
stellen und Behörden zusammen, versucht möglichst engen Kontakt zu den Frauen zu halten, bietet

- 4 - 
V/0405/2021 
moralische Unterstützung und Begleitung an und hilft den Alltag möglichst angstfrei zu gestalten. Bei 
Bedarf wird juristische Beratung und psychosoziale Betreuung organisiert. 
 
 
Begleitung: 
 
Ergänzend zu den Beratungen beim Streetwork oder 
im Gesundheitsamt haben die Frauen in den letzten 
Jahren vermehrt Begleitungen zu Ämtern und unter-
schiedlichen medizinischen und sozialen Einrichtungen 
nachgefragt.  
In der Zeit von 2017 bis 2021 fanden 600 Begleitungen 
aus unterschiedlichsten Anlässen statt. Diese wurden 
überwiegend von der hauptamtlichen Mitarbeiterin ge-
leistet, da die Termine während der üblichen  Bürozei-
ten stattfinden mussten  und die Ehrenamtlichen  nicht 
zur Verfügung standen. (s. Abb. Nr. 3) 
 
 
Kooperationen 
 
Mitentscheidend für die erfolgreiche Arbeit des Projekts sind verlässliche Kontakte zu Kooperations-
partnern in Münster und überregional. Neben der bewährten Zusammenarbeit im Einzelfall mit ver-
schiedenen Ämtern und Einrichtungen der Stadtverwaltung und der  Unterstützung durch ein Netz-
werk von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, sind Institutionen wichtig, die auch längerfristig 
Unterstützung anbieten können. Die Kooperation mit der „Europa Brücke Münster“ wurde in den letz-
ten drei Jahren ausgebaut. Neben dem fachlichen Austausch ist die Expertise und Unterstützung z.B. 
bei der Suche nach einer Unterkunft besonders wertvoll. Als neuer Kooperationspartner konnte die 
Coesfelder Tafel e.V. gewonnen werden. Aufmerksam geworden durch einen Presseartikel zur Sit ua-
tion der Frauen in der Corona -Zeit stellt der Verein regelmäßig Lebensmittel und Sachspenden zur 
Unterstützung der Frauen zur Verfügung.  
Bewährt hat sich die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster. Sie bietet die Möglichkeit, 
regelmäßig die Studierenden über die Arbeit von Projekt Marischa zu informieren. Nach diesen Ver-
anstaltungen haben sich mehrere Menschen entschieden, als Ehrenamtliche im Projekt mitzuarbei-
ten.  
Überregional bestehen Arbeitskooperationen bei speziellen Fragestellungen mit ver schiedenen Pros-
titutionsfachberatungsstellen (u.a. Madonna e.V. Bochum, Cassandra in Nürnberg, Nadezhda in 
Herford, Mitternachtsmission Dortmund).  
Mit der in Münster vorgestellten Beratungsstelle TAMAR ist es leider zu keinerlei ergänzende r Zu-
sammenarbeit in dem gesamten Berichtszeitraum gekommen. Auf den mehrfach angebotenen fachli-
chen Austausch und auf die Kooperationsangebote seitens des Projekts Marischa wurde bisher nicht 
eingegangen.  
 
 
Arbeit unter Coronabedingungen  
 
Mit Beginn der Pandemie/ Corona  Virus SARS-CoV-2/ im März 2020 ist die Inanspruchnahme des 
Beratungs- und Begleitungsangebotes des Projektes Marischa deutlich gestiegen. Den in der Prosti-
tution tätigen Frauen fehlte und fehlt der persönliche Kontakt und die Beratung beim Streetwork, die  
auch von den ehrenamtlichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Projektes vor den Zeiten der 
Pandemie regelmäßig geleistet wurde. Es wurde vermehrt der direkte Kontakt zu der hauptamtlichen 
Mitarbeiterin gesucht. Die Beratungen wurden im 1. Lockdown außer halb des Gesundheitsamtes un-
ter Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen (Mund -Nasen-Bedeckung, Einweghandschuhe, Ein-
haltung eines Mindestabstandes) weiter durchgeführt. Das gute Wetter hat dazu beigetragen, dass 
Informationsweitergabe und persönliche Beratu ng die ganze Zeit über möglich waren. Die Frauen 
0
500
1000
Nr. 3          Begleitung 2017-2021

- 5 - 
V/0405/2021 
wurden über die angeordneten Maßnahmen und besonders darüber aufgeklärt, wie sie sich selbst 
und andere vor dem Virus schützen müssen.  
Von März 2020 bis August 2020 und von November 2020 bis jetzt wurde ein  Tätigkeitsverbot für 
Prostituierte verordnet. In den Monaten September und Oktober 2020 war die Tätigkeit im Prostituti-
onsgewerbe vorübergehend erlaubt. Die Frauen gingen ihrer Beschäftigung erneut nach. Auch die 
aufsuchende Arbeit auf dem Straßenstrich wurde vom Projekt Marischa wiederaufgenommen – es 
wurde über die aktuelle Pandemie -Situation, über die Einhaltung der verabschiedeten Schutzmaß-
nahmen aufgeklärt, unter denen die Frauen arbeiten durften. Mund-Nasen-Schutzmasken und Desin-
fektionsmittel wurden verteilt. 
Seit April 2020 werden in Kooperation mit der HIV/STI -Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Infor-
mationsflyer in bulgarischer, rumänischer und deutscher Sprache erstellt und ständig aktualisiert. Sie 
informieren über die jeweils aktuell geltenden Corona-Vorschriften, Hygienevorgaben und über Ange-
bote des Projekts Marischa  sowie der STI/HIV - Beratungsstelle des Gesundheitsamtes der Stadt 
Münster. 
Die Flyer wurden sowohl unter den Frauen des Straßenstrichs als auch unter den Personen, die in 
den Bordellen in Münster übernachten durften, verteilt. Dort, wo niemand anzutreffen war, wurden sie 
in die Briefkästen gegeben. 
Seit November 2020 ist  die Tätigkeit im Prostitutionsgewerbe wieder verboten. Die hauptamtliche 
Mitarbeiterin und die Ehrenamtlichen haben unter der Einhaltung der Corona -Schutzmaßnahmen 
weiterhin ihre Zielgruppe im Rahmen eines neuen Angebots „Treffpunkt - Marischa“ betreut. 
Es wird niedrigschwellige Beratung durch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ange-
boten. Darüber hinaus werden Lebensmittelspenden, Lebensmittelgutscheine, Fahrkarten für den 
ÖPNV und Guthaben für Mobilfunkkarten um die Kontaktaufnahme zu ermöglichen, organisiert. 
Da die Frauen ihrer Arbeit nicht nachgehen dürfen, wurde für manche von ihnen ein Antrag gem. 
SGB II (Grundsicherung) beim Jobcenter gestellt. Andere wurden dabei unterstützt eine andere Be-
schäftigung zu finden.  
Die Pandemie hat auc h das Miteinander der Akteure im Projekt Marischa vor neue Herausforderun-
gen gestellt: Arbeitstreffen finden online statt, Fragen und Vorgehensweisen werden in einem Online 
Arbeitsforum abgesprochen und abgestimmt. Man bemüht sich um Sach - und Geldspenden. Um si-
cherzustellen, dass alle Frauen in der Siemensstraße über die aktuelle Situation korrekt informiert 
sind, findet regelmäßig eine Art verkürzter „Streetwork“ statt. Sollte eine Frau auf der Siemensstraße 
angetroffen werden, wird sie über die momentane  Lage informiert und über das Tätigkeitsverbot auf-
geklärt.  
 
 
Öffentlichkeitsarbeit und Spenden 
 
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema Prostitution und speziell für die Situation der 
Sexarbeiterinnen in Münster ist ein wichtiges Anliegen des Projektes Marischa. Die erstellten Flyer, 
eine neue Webseite, der Film Zhana  sowie ein weiterer Film, aber auch die regelmäßige Berichter-
stattung der Print - und Onlinemedien in Münster geben aus unterschiedlichsten Perspektiven Einbli-
cke in die Arbeit des Projektes Marischa und das Thema Prostitution.  
In den Jahren 2017 bis 2020 sind großzügig und regelmäßig Spenden aufgrund von Presseartikeln 
(s. Anlage1) auf das städtische Konto für die Frauen des Projekts eingegangen. Von diesen wurden 
Ausgaben getätigt, beispielsweise für akute Behandlungen und Untersuchungen, verschriebene Me-
dikamente, Notunterkünfte, Simkarten, Bustickets, Lebensmittelgutscheine, Verpflegung beim Street-
work etc... Anfang 2017 betrug die Spendensumme des Projektes circa 7.000 €. U.a. wurden im Jahr 
2018 5.000 € von der Katholischen Kirche für die Erstellung des Films „Zhana“ gespendet. Im Jahr 
2020, d.h. in der Corona Zeit, spendeten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster allein in den Mo-
naten April - Juni 4.365,06 € für die Unterstützung der Frauen in diesen schwierigen Zeiten. Zum En-
de des Jahres 2020 beläuft sich die Summe auf dem Konto des Projekts Marischa auf 5.853,73 
€. Das Gesundheitsamt, das die Bargeld - und Kontoführungs-Verwaltung übernommen hatte, wurde 
aufgrund der Corona -Situation Ende des Jahres 2020 vollständig auf bargeldlosen Zahl ungsverkehr 
umgestellt. Im Dezember 2020 wurde ein „Förderverein Marischa“ gegründet und ein neues Konto für 
die weitere Spendenverwaltung des Projekts durch den Förderverein eingerichtet. Die Hauptaufgaben

- 6 - 
V/0405/2021 
des Fördervereins sind Verwaltung und Akquise von Spendengeldern sowie die Unterstützung der 
Weiterentwicklung des Projekts. 
 
 
Herausforderungen und Perspektiven 
 
Das Projekt Marischa ist mittlerweile fest eingebunden in die Hilfestrukturen der Stadt Münster.  
Die Anbindung an das Gesundheitsamt bietet der hauptamtlichen Mitarbeiterin die Möglichkeit schnell 
und unbürokratisch auch abteilungsübergreifende Unterstützung in besonderen Situationen nachzu-
fragen und zu erhalten. Von den Klientinnen wird z.B. das Angebot der kostenlosen und anonymen 
ärztlichen Beratung und Untersuchung zu HIV und ander en sexuell übertragbaren Krankheiten ge-
schätzt. 
Die Kombination von Haupt - und Ehrenamt ermöglicht einerseits verlässliches Handeln in offiziellen 
Strukturen, anderseits aber auch „Notfallhilfen“ - in den Abendstunden und am Wochenende.  
 
In den vergangenen Jahren ist das Arbeitsfeld des Projektes Marischa deutlich umfangreicher gewor-
den:  
 es konnte ein stabiles Vertrauensverhältnis zu den Klientinnen aufgebaut werden, was zu 
einer erhöhten Anfrage nach Begleitung und Beratung geführt hat.  
 seit Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes besteht erhöhter Beratungs - und 
Unterstützungsbedarf 
 die Zielgruppe ist größer geworden: Das Angebot des Projektes Marischa wird zunehmend 
von Frauen nachgefragt, die in den Bordellen, in Privatwohnungen und anderen 
Prostitutionsstätten arbeiten.  
 aufsuchende Arbeit findet in Kooperation mit medizinischen Angeboten des Gesundheitsamtes 
auch in Bordellen und anderen Prostitutionsstätten statt. 
 
 
 
 
 
in Vertretung 
 
gez. 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
Anlagen: Anlage 1: Projekt Marischa – Öffentlichkeitsarbeit 2017-2021

Beratungsverlauf (2)

02.06.2021 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
17.06.2021 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Siemensstraße 2021

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0405/2021
Typ
Vorlagen
Datum
18.05.2021
Erstellt
11.05.2021 14:56