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3696/2017

Sonderausstellung "Wallrafs Erbe. Ein Bürger rettet Köln" im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud vom 23.03.2018 - 08.07.2018

Mitteilung Ausschuss 29.11.2017

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Sitzung am 05.12.2017, TOP 5.3

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

8542 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/4510 
 
Vorlagen-Nummer  29.11.2017 
 3696/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Betriebsausschuss Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud 05.12.2017 
 
Sonderausstellung "Wallrafs Erbe. Ein Bürger rettet Köln" im Wallraf-Richartz-Museum & 
Fondation Corboud vom 23.03.2018 - 08.07.2018 
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud mit 
dem Historischen Institut und dem Kunsthistorischen Institut der Universität Köln, dem Kölni-
schen Stadtmuseum und der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. 
 
Am 9. Mai 1818 unterzeichnete der Theologe, Universalgelehrte, Universitätsrektor und Sammler 
Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) sein endgültiges Testament zu Gunsten der Stadt Köln. 
Seine umfassenden und vielgestaltigen Sammlungen sollten „zu ewigen Tagen“ in seiner Hei-
matstadt „zum Nutzen der Kunst und Wissenschaft“ verbleiben. 200 Jahre später ist es an der 
Zeit, des Sammlers, des Menschen wie des Gelehrten zu gedenken, Wallrafs Leistungen insge-
samt für die Stadt Köln zu würdigen, aber auch nach seiner Bedeutung heute zu fragen. Um 
möglichst vielen Facetten der Person Wallrafs gerecht zu werden, beteiligten sich alle Kölner 
Sammlungen, die mit Wallrafs Sammlungen eng verbunden sind, an der Ausstellung: dazu gehö-
ren die Universitäts- und Stadtbibliothek, das Historische Archiv der Stadt Köln, das Kölnische 
Stadtmuseum, das Römisch-Germanische Museum, das Museum Schnütgen und das Museum 
für Angewandte Kunst.  
 
Zielsetzung  
Eine Ausstellung über Wallraf ist kritische Würdigung und Hommage zugleich. Im Zentrum steht 
Wallrafs leidenschaftlicher Einsatz zur Bewahrung des stadtkölnischen Erbes in bewegten Zeiten 
unter französischer und, ab 1815, unter preußischer Herrschaft. Ohne Wallraf würde die Muse-
umslandschaft seiner Heimatstadt fraglos ärmer dastehen. Doch soll die Person Wallraf auch aus 
politischer wie kulturpolitischer Perspektive betrachtet und eine Neubewertung erreicht werden. 
Nicht zuletzt geht es um die Verordnung Wallrafs im geistes- und ideengeschichtlichen Kontext 
seines Zeitalters. Das Projekt kann auf zahlreiche Vorarbeiten und Forschungen gründen, unter 
denen das große Projekt „Wallraf digital“ vom Historischen Institut der Universität Köln hervorzu-
heben ist.  
 
Die Ausstellung gliedert sich in drei größere Themenbereiche: I. Wallraf - Der Sammler;  
II. Wallraf in seiner Zeit; und III. Wallraf: Was bleibt?  
Diese drei Themenbereiche sind selbst noch einmal untergliedert:  
 
I. Wallraf - Der Sammler:  
 
1.  Das Gefüge einer Sammlung - pars pro toto;  
2. "Eine Art von produktiver Ordnung" versuch das "Chaos" der Wallraf'schen Sammlung;  
3.  Das Kunstwerk zwischen sakraler Reinszenierung und Historisierung.

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Fraglos ist die Tätigkeit Wallrafs als universaler Sammler, der höchst Bedeutsames ebenso 
wie Marginales in großer Zahl in seiner Dompropstei zusammentrug, von größtem Interesse 
für die Nachwelt. Aus diesem Grund werden Gemälde, Zeichnungen, antike Werke, natur-
wissenschaftliche Geräte und Apparaturen, kostbare Bücher und Handschriften, Skulpturen, 
kunstgewerbliche Gegenstände und vieles andere mehr zur Anschauung kommen. Zeitge-
nössische Darstellungen und Besucherberichte können dabei als Leitfaden dienen, dem 
Sammler Wallraf einen „Hausbesuch“ abzustatten. 
Bezüglich mancher Sammlungsgebiete sind wichtige neue Forschungsergebnisse vorzule-
gen – so etwa hinsichtlich der grandiosen Bibliothek oder der graphischen Sammlung. Über 
die Bestandserschließung und -präsentation hinaus sollen aber auch die Systematiken und 
Dynamiken des Sammelns um 1800 vorgestellt werden; hat diese „Umbruchzeit“ doch allge-
mein zu einer erheblichen „Mobilisierung“ der Kunst geführt. 
Dass Wallraf aber weit mehr war als ein bedeutender und eigensinniger Sammler, soll gleich-
falls Hervorhebung finden – er war Hochschullehrer und letzter Rektor der alten Kölner Uni-
versität vor der französischen Besetzung; er war Theologe, Botaniker, Mediziner, aber eben 
auch ein „cultural entrepreneur“, ein „change agent“, der im Bereich von Kunstmarkt und 
Kunsttransfer im europäischem Kontext kundig und tätig war.  
 
II. Wallraf in seiner Zeit: 
 
4. Wallraf und der ästhetische Diskurs in seiner Zeit. Von Schlegel bis Goethe; 
5. Die Franzosenzeit (1794-1814): Zwischen Revolution und eRstauration/Restitution; 
6. Wallraf und die Preußenzeit (1814-1824) / Eine Sammlung sucht ihr Zuhause. 
 
Auch Wallrafs Wirken während der Franzosenzeit und seine Bemühungen um die Würdigung 
und Wiederherstellung des Kunstbestandes in Köln sind bedeutsame Aspekte der Ausstel-
lung. Im Mittelpunkt steht sein Verhältnis zu Napoleon. Beispielhaft sollen aber auch sein 
Netzwerk, etwa seine vielfältigen Beziehungen nach Paris, wo er sich 1812 aufhielt, zur Dar-
stellung kommen. Auch den zahlreichen Spuren, die der „Erzbürger“ Wallraf in Köln hinter-
lassen hat, sein „Nachleben“ gleichsam, sind einer eigenen Betrachtung würdig: Wer weiß 
heute noch, dass Wallraf den Melatenfriedhof entworfen oder zahlreiche Straßennamen für 
seine Heimatstadt festgelegt hat? 
III. Wallraf: Was bleibt? 
 
7. "Wallraf digital". Das online-Portal der Universität Köln; das Wallraf-Portal der Universitäts- und 
Stadtbibliothek. 
8. Wallraf heute: Sammlungs-und Museums-Visionen. 
 
Aber auch die Geschichte der Institution "Museum" in Köln wird in der Ausstellung Erwäh-
nung finden: Hatte schon Wallraf stets darauf gedrungen und zahlreiche Pläne gefasst, seine 
Sammlungen zur öffentlichen Ausstellung zu bringen, so setzt unmittelbar nach seinem Tod 
die öffentliche Präsentation des „Wallrafianums“ ein, häufig unter mehr als unzureichenden 
Umständen. Erst mit der durch den Kölner Kaufmann Johann Heinrich Richartz ermöglichten 
Errichtung des ersten Museumsbaus an der Minoritenkirche (Eröffnung 1861) finden Wallrafs 
Sammlungen eine adäquate Unterbringung.  
Mit der Ausstellung soll somit das vielfältig verknüpfte Netzwerk um Wallraf wieder aufleben, 
um nicht zuletzt auch seine übergreifende Bedeutung für Köln als Stadt der Künste und der 
Wissenschaft untersuchen zu können.

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Im Folgenden sind die Aufwendungen und Erträge zur Sonderausstellung dargestellt: 
 
Ertragsart Planerträge 
Eintritte (1) 46.600,00 € 
Verkaufserlöse (2) 0,00 € 
Zuschuss Landschaftsverband Rheinland (3) 15.000,00 € 
Zuschuss Sparkasse KölnBonn 5.000,00 € 
Zuschuss Kreissparkasse Köln 3.000,00 € 
Zuschuss Imhoff Stiftung 25.000,00 € 
Zuschuss Freunde des Wallraf-Richartz-Museum & Museum Ludwig 
e.V. (insgesamt 25.000,00 € einschl. Katalog)  (4) 15.000,00 € 
Ausstellungsetat (5) 50.400,00 € 
Summe Erträge 160.000,00 € 
  
Aufwendungsart Planaufwendungen 
Vorbereitung 1.000,00 € 
Honorare 5.000,00 € 
Restaurierung 5.000,00 € 
Versicherung 10.000,00 € 
Transport 20.000,00 € 
Architektur 36.000,00 € 
Katalog (2) (4) 0,00 € 
Bewachung 30.000,00 € 
Reinigung 7.000,00 € 
Didaktik 15.000,00 € 
Presse / Öffentlichkeitsarbeit 25.000,00 € 
Eröffnung 5.000,00 € 
Sonstiges 1.000,00 € 
Summe Aufwendungen 160.000,00 € 
 
(1) Es wird von insgesamt 10.500 zahlenden Besuchern zu folgenden Eintrittspreisen (Kombi -Ticket) 
ausgegangen: 
 
- Vollzahler: 9,00 € 
- Ermäßigt: 5,50 € 
- Schüler: 2,00 € 
 
Die Eintrittspreise (außer Eintrittskarten für Schüler) werden zu 75% der Sonderausstellung und 
zu 25% der Ständigen Sammlung zugerechnet, da während der Laufzeit der Sonderausstellung 
ausschließlich Kombi-Tickets angeboten werden. 
 
(2) Durch die großzügige Unterstützung der Freunde des Wallraf -Richartz-Museum & Museum Lu d-
wig e.V. w ird die Erstellung des Kataloges durch die Freunde realisiert. Die Verkaufserlöse des 
Kataloges gehen zur Refinanzierung an den Förderverein.

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(3) Der Zuschuss des Landschaftsverbandes Rheinland ist zweckgebunden für die Museumspäd a-
gogik zur Ausstellung zu verwenden. 
 
(4) Die Freunde des Wallraf -Richartz-Museum & Museum Ludwig e.V. unterstützen die Ausstellung 
mit insgesamt 25.000,00 €. Die Freunde produzieren und finanzieren den Ausstellungskatalog. 
Der restliche Zuschussanteil wird dem Museum zur Verfügung gestellt. 
 
(5) Der Sonderausstellungsetat des Museums beträgt jährlich 200.000,00 €. Für die Sonderausste l-
lung „Wallrafs Erbe“ wird ein Betrag in Höhe von 50.400,00 € aus dem Sonderausstellungsetat 
2018 finanziert. Die Betriebsleitung ist bestrebt, durch Akqui rierung weiterer Zuwendungen Dritter 
den geplanten Eigenanteil noch zu reduzieren. 
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

05.12.2017 Betriebsausschuss Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
TOP 5.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3696/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
29.11.2017
Erstellt
27.11.2017 16:27