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V/0774/2008

Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr.0039/2008 vom 20.08.2008: "Raum für alle": Neue Perspektiven zur Gestaltung von Straßen und Plätzen in Münster

Vorlagen 11.09.2008

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 24.09.2008, TOP 2.4

Beschlussvorlage

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Anlage 1: Ratsantrag 0039/2008 "Raum für alle"

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Beschlussvorlage

1885 Zeichen

V/0774/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr.0039/2008 vom 20.08.2008: "Raum für alle": Neue 
Perspektiven zur Gestaltung von Straßen und Plätzen in Münster 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
24.09.2008 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, zum Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. 0039/2008 vom 
20.08.2008 in der für Dezember 2008 geplanten Ratsvorlage zur Fortschreibung des Masterplan 
Verkehrssicherheit / Aufstellung eines Verkehrssicherheitsprogramms Stellung zu nehmen. 
 
 
Begründung: 
 
Das Prinzip shared space zielt auf eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, indem der 
Verkehrsraum in eine Mischverkehrsfläche umgestaltet und sämtliche Verkehrszeichen entfernt 
werden. Es gilt dann lediglich § 1 der StVO, welcher ständige Vorsicht und gegenseitige Rück-
sichtnahme im Straßenverkehr vorschreibt. Inwieweit dadurch die Verkehrssicherheit für alle Ver-
kehrsteilnehmer erhöht werden kann, wird derzeit an verschiedenen Modellbeispielen untersucht. 
Einziges deutsches Beispiel ist ein ca. 400 m langer Abschnitt der Ortsdurchfahrt in der Gemeinde 
Bohmte in Niedersachsen. 
 
Die Verwaltung beabsichtigt, auf der Basis des GdV-Gutachtens den Masterplan Verkehrssicher-
heit fortzuschreiben und ein Verkehrssicherheitsprogramm aufzulegen. In diesem Zusammenhang 
wird die Verwaltung zu dem o.g. Ratsantrag Stellung nehmen. Die entsprechende Ratsvorlage ist 
für Dezember 2008 vorgesehen. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
Anlagen: 
Vorlagen-Nr.: 
V/0774/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Böhme 
Ruf: 
492 61 56 
E-Mail: 
Boehme@stadt-muenster.de  
Datum: 
11.09.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0774/2008 
Anlage1: Ratsantrag 0039/2008 „Raum für alle“

Anlage 1: Ratsantrag 0039/2008 "Raum für alle"

3414 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0039/2008  
 
 
Antrag  
 
 
 
19.08.2008 
 
 
 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
 www.spd-muenster.de  
„Raum für alle“: Neue Perspektiven zur Gestaltung v on 
Straßen und Plätzen in Münster 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird gebeten, Möglichkeiten aufzu zeigen, im Sinne des 
Konzepts „Raum für alle“ in zunächst zwei ausgewähl ten Straßen- oder 
Platzbereichen unserer Stadt auf Verkehrsschilder, Verkehrsinseln und andere 
Barrieren zu verzichten.  
 
2. Bei diesem Verfahren ist die Beteiligung der Bür gerschaft im Entscheidungs- 
und Planungsprozess in besonderer Weise sicherzuste llen (z.B. Workshops, 
Bürgerversammlungen etc.).   
 
3. Um Kosten einzugrenzen, sollten vorrangig solche  Straßen und Plätze als 
mögliche Bereiche geprüft werden, bei denen ohnehin  nennenswerte 
Baumaßnahmen anstehen. Etwaige Fördermöglichkeiten durch europäische 
und andere Ebenen sollten genutzt werden. 
 
 
Begründung: 
 
 
Mit dem Konzept des „Raum für alle“ (oder auch „Sha red Space“; siehe auch 
www.shared-space.org  bzw. www.shared-space.de) soll die herkömmliche Tr ennung 
der verschiedenen Nutzungsfunktionen im Straßenraum  aufgehoben werden. Das 
entscheidende Merkmal ist, dass Verkehrsschilder, V erkehrsinseln, Ampeln und 
andere Barrieren nicht mehr notwendig sind. Das Kon zept plädiert für eine 
Gestaltung des öffentlichen Raums, die ein Gleichge wicht zwischen Verkehr, 
Verweilen und allen anderen räumlichen Funktionen h erstellt.  Motorisierte 
Verkehrsteilnehmer sollen nicht verdrängt, sondern zum rücksichtsvollen Miteinander 
mit Fußgängern, Radfahrern und spielenden Kindern g ebracht werden. Der neue 
Planungsansatz beinhaltet somit neue Ausgangspunkte  für den Gebrauch und die 
Unterhaltung unserer Straßen und öffentlichen Räume . Das Konzept bietet nach 
Auffassung vieler Beobachter auf diese Weise die Mö glichkeit, unsere Straßen 
sicherer zu machen und gleichzeitig die Attraktivit ät der Wohnviertel zu erhöhen. 
Auch wenn sich diese veränderte Planungsphilosophie  erkennbar nicht überall 
umsetzen lässt und auch nicht als fertiges Patentre zept betrachtet werden sollte, so 
kann hier nach den bisherigen Erfahrungen zumindest  für Teilbereiche ein Mehr an 
Lebensqualität, Verkehrssicherheit und auch Verkehrsfluss erreicht werden.

2 
Elementarer Bestandteil des Konzepts ist die Beteil igung der Anwohner. In einem 
interaktiven Planungsprozess sollen die direkt Betr offenen an der Formulierung von 
Lösungen im Straßenraum des Quartiers mitwirken. Di e Entscheidungs- und 
Planungsprozesse sind entsprechend zu organisieren.   
 
Nachdem in der niedersächsischen Gemeinde Bohmte ei n innerörtlicher 
Straßenraum entsprechend verändert wurde, wollen nu n auch Städte wie Hannover 
und Hamburg nachziehen. Für Münster bietet es sich an, bei der Realisierung des 
Konzepts auch die Ordnungspartnerschaft „Verkehrsunfallprävention“ einzubeziehen. 
 
 
 
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert      Udo Reiter 
Anika Bergner   Dr. Michael Jung     Anne Schulze W intzler 
Hedwig Chudziak   Marianne Koch     Joachim Tonn   
Philipp Gabriel    Gaby Kubig-Steltig     Beate Vil hjalmsson 
Beanka Ganser   Kurt Pölling      Holger Wigger  
Anne Hakenes    Karsten Rahn     Karl-Heinz Winter 
Marianne Hopmann

Beratungsverlauf (1)

24.09.2008 Hauptausschuss
TOP 2.4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0774/2008
Typ
Vorlagen
Datum
11.09.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37