3949/2017
Stadtbibliothek Köln Bericht 2017/2018
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Jahresbericht 2017_2018 - KEIN UMDRUCK
42145 Zeichen
2017 / 2018
Redaktion/Layout/Konzeption: Stadtbibliothek Köln
Fotos: © Stadtbibliothek Köln, falls nicht anders angegeben
Druck: Druckhaus Süd, Köln
Stand: Januar 2018
Im Text wird wegen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet.
Die Oberbürgermeisterin
Stadtbibliothek
Der Oberbürgermeister
Foto auf der Titelseite: Eine von Vize-Bürgermeister Wang Ning angeführte Delegation aus der Partnerstadt
Peking besucht die Stadtbibliothek Köln
Mit großer Freude blicken wir auf das vergangene Jahr. Der enorme Zuspruch, den wir erfahren, bestätigt und
bereichert unsere innovative Bibliotheksarbeit. Die Besucherzahlen haben sich weiter nach oben entwickelt –
fast 2,4 Millionen Menschen sind unserer Einladung 2017 gefolgt.
Die Digitalisierung zeigt sehr deutlich: Der Lernprozess hört nie auf – weder für uns als Mitarbeitende, noch
für unsere Besucherinnen und Besucher. Die Bedeutung der Bibliothek als nichtkommerzieller Lern-, Kreativ-
und Begegnungsort nimmt kontinuierlich zu. Digitale Services und Programme rund um technologisch-gesell-
schaftliche Themen erfreuen sich dabei zunehmender Beliebtheit. Stets gehen wir proaktiv vor und machen di-
gitale Entwicklungen frühzeitig transparent – unter anderem in unseren Veranstaltungsforen und Workshops.
Partizipative Angebote, Bürgerbeteiligung und ehrenamtliches Engagement stehen bei uns besonders im Fokus.
Dankbar erleben wir die Anerkennung unserer Arbeit, was uns auch 2018 beflügelt. Dazu zählen beispiels -
weise: Schwerpunktmittel für MINT-und Digitalprojekte seitens der politischen Entscheidungsträger, die Un -
terstützung unserer interkulturellen Arbeit durch die renommierte „Kulturstiftung des Bundes“ oder die Aus -
zeichnung Kölns als „Vorlesestadt 2017“ in der Kategorie Nachhaltigkeit, die – neben vielen anderen Akteuren
– auch auf unseren Aktivitäten beruht. Bei all unserem Handeln werden wir national und international auch
außerhalb unserer Branche stark wahrgenommen. Das freut uns sehr.
Im Namen des gesamten Teams danke ich unseren Unterstützern, Sponsoren und Partnern, aber auch unseren
höchst engagierten Ehrenamtlichen und unseren Fördervereinen für ihre kreative Arbeit, die wir nicht hoch
genug wertschätzen können.
Vorwort von Dr. Hannelore Vogt
Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln
Die Zentralbibliothek soll bei laufendem Betrieb einer Generalsanierung
unterzogen werden. Bei einem entsprechenden Baubeschluss Anfang
2018 dauert die Baumaßnahme voraussichtlich von 2019 – 2023. Der
Besucherbereich wird auf der Grundlage eines innenarchitektonischen
Wettbewerbes zeitgemäß umgestaltet. Bauherr ist die Gebäudewirt -
schaft der Stadt Köln; die Stadtbibliothek ist Mieter und Nutzer. Während
der Umbauphase stehen die Bestände weiterhin – teils im Magazin – zur
Verfügung und auch die Programmangebote werden weitestgehend
aufrechterhalten.
Konsequent wurden die Vorbereitungen zur Generalsanierung weiter -
getrieben. Die Leistungsphase der Entwurfsplanung inklusive der Farb -
gestaltung konnte abgeschlossen werden. Der Anspruch ist, ein archi -
tektonisches Zeichen für eine offene und integrative Großstadtkultur
zu setzen. Ein Highlight wird sicher die Dachterrasse. Mit Blick auf die
Zukunft wird ein flexibles Konzept für einen innovativen Wissens-, Lern,-
und Erlebnisraum geschaffen, in das sich die Bürger aktiv einbringen kön-
nen.
Generalsanierung „Zentralbibliothek“
Design Thinking – Neugestaltung der Stadtteilbibliothek Kalk
Die Stadtteilbibliothek Kalk erhält eine neue Innengestaltung. Zu -
schüsse kamen vom Landesprogramm „Zuweisungen für Investiti -
onen an Gemeinden zur Förderung von Quartieren mit besonderem
Entwicklungsbedarf “.
Die Kalker Bibliothek, Experimentierfeld für Gaming und medial-digita-
le Kompetenzen, wird mit mutigem Design und neuen interkulturellen
Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien ausgestattet – ange -
passt an die örtlichen Bedürfnisse. Bereits im Vorfeld der Konzeptent -
wicklung hat die Stadtbibliothek die Kalker Bürgerschaft im Rahmen
einer Nutzerbefragung beteiligt. Die Ergebnisse flossen in einen mo -
dernen „Design Thinking Prozess“ ein, an dem Bibliotheksmitarbeiten-
de unterschiedlichster Einsatzbereiche involviert wurden. So entsteht
in Kalk gerade ein neuer Lebensraum mit hoher Aufenthaltsqualität
und viel Raum zum eigenen Tun.
Der niederländische Architekt Aat Vos hat als „Art Director“ wertvolle
Impulse für die Neugestaltung geliefert; unterstützt wird er vom Büro
„FRANKE Architektur / Innenarchitektur“. Spezialgebiete von Aat Vos
sind die Wiederbelebung öffentlicher Räume und die Gestaltung von
Bibliotheken. Er hat in Oslo, Amsterdam und Antwerpen an Bibliothe -
ken gearbeitet.
http://aatvos.com/project/koln-kalk-library/
“One of the great achievements of the Kalk project is the team’s energy and informal belief to just realize the project. That turns out to be a source of energy we can
rely on. It is a team effort – and that is what makes the process great. This will become visible in Kalk.“ (Aat Voss – architect).
Der Makerspace, Forum zum Selbermachen, hat sich auch 2017 räum-
lich und inhaltlich ausgeweitet – mit modernster Hardware und akti -
vierenden Angeboten. Die Makeridee wird permanent weiterentwi -
ckelt, dabei werden die implementierten Technologien, Services und
Programme nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz beurteilt. So haben
auch die aktuellen Virtual Reality-Produkte große Auswirkungen auf
die Medienkultur und das Thema „Künstliche Intelligenz“ wird unsere
Zukunft maßgeblich beeinflussen. Das Angebot der Stadtbibliothek
an ihre Besucherinnen und Besucher beinhaltet, Technik nicht nur
kennenzulernen, sondern aktiv zu nutzen und selbst Hand anzulegen.
Inzwischen ist die ganze Bibliothek zum „Makerspace“ geworden –
einem Ort, an dem man Neues lernt, Dinge ausprobiert und eigenes
Wissen an Andere weitergibt.
An diesem Beispiel zeigt sich die neue Rolle der öffentlichen Bibliothek.
Sie bietet nicht nur mediale Informationen, sondern schafft eine stets
aktuelle technische Plattform, um den Menschen kreative Prozesse
und Ergebnisse zu ermöglichen – sie werden vom Konsumenten zum
Produzenten.
Feste Bestandteile des Programmes sind beispielsweise die zweimal
jährlich erscheinenden Workshop-Programme „Digitale Werkstatt“,
„Makerspace“ und die „MakerKids“. Die Workshops sind inzwischen
Selbstläufer.
Beispiele für Kompetenzangebote:
Regelmäßige Vorführungen von Virtual Reality-Brillen, wie „HTC Vive-
Brille“ und „Oculus Rift“ mit der Möglichkeit, Lizenzen zur Selbstnut -
zung zu erwerben.
VR-Lizenz: In Workshops lernt man, wie man eine VR-Brille und den
dazugehörigen Computer richtig bedient – danach kann man Termine
reservieren und die HTC Vive kostenfrei nutzen.
Auch für die selbstständige Nutzung des 3D-Druckers werden Work -
shops angeboten. Inzwischen haben schon etwa 400 Personen die „Li-
zenz zum Drucken“ erworben.
Makerspace – Labor der kreativen Entfaltung
Wer möchte nicht einmal zum Mond reisen, in der Tiefsee tauchen
oder in einen Vulkan hinabsteigen – und das alles, ohne die Bibliothek
zu verlassen? Möglich wird das mit Google Expeditions. Mit diesen
Virtual Reality-Anwendungen lassen sich faszinierende Landschaften,
erstaunenswerte Sehenswürdigkeiten und spektakuläre Naturphäno -
mene hautnah miterleben. Die Stadtbibliothek Köln wurde von der
„Stiftung Lesen“ und der Google Zukunftswerkstatt eingeladen, sich
am Pilotprojekt „Google Expeditions“ zu beteiligen. Dabei handelt es
sich um sphärische Fotos von Sehenswürdigkeiten, Naturphänomenen
oder Ausstellungsräumen. Mit einer VR-Brille wie dem Cardboard und
dem Smartphone können diese Räume aus einer 360°- Perspektive
erkundet werden. Über die Faszination der virtuellen Realität wird der
Forschergeist angeregt und eine Brücke zwischen VR und Lesen ge -
schlagen, denn immer werden auch Sachbücher zum jeweiligen The -
ma vorgestellt.
Im Rahmen von Klassenführungen und mit ihrem Workshop-Format
“Makerkids“ nimmt die Stadtbibliothek Kinder auf eine ganz besonde-
re virtuelle Reise mit. So wurden schon Dinosaurier bestaunt und ein
solcher aus einem Gipsblock freigelegt und zusammengesetzt.
Wir schwimmen neuerdings mit Haien...
Eine Brücke zwischen VR und Lernen
Coding in der Bibliothek: Roboter NAO – calliope mini
Roboter und ihr möglicher Einsatz in unterschiedlichen Arbeitsfel -
dern werden kontrovers diskutiert – eine gesellschaftlich bedeutende
technologische Entwicklung, über die die Stadtbibliothek informiert.
Bereits 2016 wurde der humanoide Roboter NAO angeschafft und in -
zwischen mit komplexer Programmierung ausgestattet. Er ist nun in
der Lage, Gesichter zu erkennen, zu sprechen (auch auf Kölsch), zu lau-
fen oder Tai-Chi vorzuführen. NAO wird nicht nur präsentiert, sondern
auch in offenen Programmiertreffen gemeinsam mit Besucherinnen
und Besuchern weiterentwickelt. Begleitend dazu werden in der Ver -
anstaltungsreihe „wissenswert“ die gesellschaftlichen und ethischen
Auswirkungen der künstlichen Intelligenz thematisiert und aktuelle
Neuerscheinungen vorgestellt.
Eine neue Coding-Errungenschaft der Bibliothek ist der „calliope
mini“. Kinder können damit leicht Lichtabläufe, Geräusche oder kleine
Spiele programmieren. Pilotphasen zum Einsatz in Grundschulen ab
dem dritten Schuljahr laufen bereits. Ein Grund mehr für die Stadtbi -
bliothek, in ihren MakerKids-Workshops erste Programmiererfahrun -
gen mit calliope möglich zu machen – auch hier mit einem besonderen
Blick auf Mädchen.
Ausblick: Ausleihe von „calliope minis“. Weiteres gemeinsames Programmieren
mit dem humanoiden Roboter NAO, u. a. mit Schülerinnen der Liebfrauenschule
Zu den Gesellschaftern der Calliope GmbH gehören neben dem Kölner Stephan
Noller u. a. auch die Design-Professorin und Internetbotschafterin der Bundesre-
gierung Gesche Joost. Das Projekt wird von den Unternehmen Google, Microsoft,
SAP , Bosch, Cornelsen und der Deutschen Telekom-Stiftung unterstützt.
Viele naturwissenschaftliche und technische Phänomene werden über
Geschichten erfahrbar. Hier setzt das neue Angebot der Stadtbiblio -
thek „MINT-Erziehung und Bibliothek der Dinge“ an. MINT ist ein Ak -
ronym für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
MINT-Fächer in den Schulen sollen eine frühe Beschäftigung mit den
Themen ermöglichen. Die Stadtbibliothek unterstützt dies an ihren
speziellen MINT-Stationen mit einem Grundbestand an MINT-Büchern
begleitet von einer vielfältigen „Bibliothek der Dinge“. Zum Einsatz
kommen hier Mikroskope, Teleskope, Magnete, Sets zur künstlerisch-
handwerklichen Bildung wie Nähen, Origami oder Physik-Experimen -
tierkästen oder die programmierbare Raupe „Flitzi“ – ein Coding-
Spielzeug für Kleinkinder. Alle Geräte sind ausleihbar! Flankiert wird
das Angebot durch MINT-Vorlesepaten, um Kinder über das Vorlesen
in Verbindung mit kleinen Experimenten für die entsprechenden The-
men zu begeistern. MINT-Inhalte und Lesekompetenz werden gewinn-
bringend verknüpft. Die Stadtbibliothek ist Kooperationspartner im
Netzwerk Vorlesen der Stiftung Lesen, unterstützt von der Telekom-
Stiftung.
MINT – Erziehung für Kinder von 2 - 10
Ausblick: Großes MINT-Jahr der Stadtbibliothek in 2018 mit dem ersten MINTköln-Festival, einem MINTspace und einem MINTmobil.
Die Stadtbibliothek Köln zeigte sich überaus engagiert in der Akqui -
se von zusätzlichen Finanzmitteln und der Implementierung von zu -
kunftsweisenden Projekten mit prominenten Partnern.
Neue Projekte Open Roberta – die Stadtbibliothek Köln
wird 2018 Open Roberta Coding Hub
Laut „MINT-Nachwuchsbarometer 2017“ wünscht sich sowohl ein
Großteil der Schüler als auch der Lehrkräfte mehr digitale Bildung. Um
Lern- und Lehrangebote auch außerschulisch zu fördern, eröffnet das
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme
(IAIS) unterstützt von der Google Zukunftswerkstatt in der Stadtbib -
liothek Köln einen „Open Roberta Coding Hub“. Über diese Program -
mierungs-Plattform können Kinder auf einfache Weise und spielerisch
selbst Roboter und Minicomputer programmieren lernen.
Durch das Fraunhofer-Institut geschulte Lernpaten vermitteln dabei
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das spielerische Programmie-
ren von Robotern und Mini-Computern (wie dem hauseigenen NAO)
sowie „LEGO Mindstorms“ oder „Calliope“. Die Förderung von Mäd -
chen ist der Bibliothek dabei ein besonderes Anliegen.
Ausblick: Ab Anfang 2018 wird es zweimal im Monat unter anderem kostenlose
Lernangebote zum Umgang mit Calliope für Kinder, Eltern und Lehrer geben. Die-
ses Angebot ist Teil des MINT-Schwerpunktprogramms 2018.
Die Stadtbibliothek freut sich über die Auszeichnung einer umfas -
senden mehrjährigen Förderung im Rahmen des Programms „360°
– Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ durch die Kultur -
stiftung des Bundes. Mit diesem Programm fördert die renommierte
Bundeskulturstiftung erstmals Bibliotheken in Deutschland. In einem
mehrstufigen Auswahlprozess, bei dem die Direktorin nach dem Vor-
auswahlverfahren einer Fachjury das Kölner Vorhaben persönlich
präsentieren durfte, wurde die Stadtbibliothek Köln als eine von fünf
Bibliotheken deutschlandweit für die Förderung ausgewählt. Der
Fonds 360° fördert „.. für ihr erfolgreiches Engagement für Diversität
bekannte Einrichtungen. Die Bibliotheken, die in Städten mit hohem
migrantischem Bevölkerungsanteil angesiedelt sind, haben sich vorge-
nommen, als interkulturelle Literatur- und Medienhäuser der Zukunft
zu öffentlichen Begegnungsräumen für alle zu werden. Dafür erhalten
sie je 360.000 Euro…“ heißt es in der Pressemitteilung der Kulturstif -
tung des Bundes.
Die Bibliothek möchte weitere interkulturelle Programmangebote
schaffen und dabei vor allem auch jugendliche Migranten in Planung
und Gestaltung einbinden. In Zusammenarbeit mit Schulen sollen zu -
sätzliche Praktikumsplätze für Jugendliche entstehen und die Biblio -
thek soll als Ausbildungsplatz vorgestellt werden.
Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenz aller
Mitarbeitenden, also auch eine Diversifizierung nach innen.
„Maker interkulturell“ – Kulturstiftung des Bundes fördert die Stadtbibliothek Köln
I am very happy to know that your Library has received 360.000 € fund. I read in the below mentioned link. http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/projek-
te/nachhaltigkeit_und_zukunft/fonds-fuer-kulturen-der-stadtgesellschaft.html Bangalore Team wishes you all the best. (Goethe-Institut Bangalore am 15.12.2017)
sprachraum – gelebte Integration
Der sprachraum wurde im Oktober zwei Jahre alt und gilt als großer
Gewinn für Köln. Er ist ein offener Lernort und Treffpunkt für Menschen
unterschiedlicher kultureller Herkunft und wird von Ehrenamtlichen
wie Geflüchteten intensiv genutzt. Das dortige Team der Ehrenamtli -
chen hat sich 2017 auf 93 Menschen vergrößert. Sie helfen bei allen
Fragen zu Sprache und zur Alltagsbewältigung, organisieren Veranstal-
tungen zum Deutschlernen oder führen sie selbst durch. Die Website
des sprachraums wurde inzwischen in 14 Sprachen übersetzt, inklusive
Kölsch.
Neben einem Einblick in andere Kulturen habe der Umgang mit
überwiegend geflüchteten Menschen auch ihren Blick auf die eigene
Sprache und Kultur verändert – so die Meinung vieler der im sprach -
raum tätigen Ehrenamtlichen. Im sprachraum fanden 2017 450
Veranstaltungenstatt. In Kooperation mit mittlerweile rund 30 Bil -
dungspartnern wurden 90 interkulturelle Führungen durchgeführt.
Der sprachraum fand eine großartige internationale Berichterstat -
tung, unter anderem im Guardian, Artikel und Berichte sind unter
www.stbib-koeln.de/sprachraum zu finden.
Cologne library opens its doors to refugees: ‚You fill this room with life‘
The Cologne Public Library is serving as a social and educational space for the
city’s refugees, as counterparts across Germany increasingly become places
for community engagement. Could the UK learn from this? (The Guardian -
Ross Davies in Cologne Tuesday 21 February 2017 12.00 GMT)
https://www.theguardian.com/cities/2017/feb/21/cologne-library-opens-
doors-refugees-you-fill-room-with-life
Jeder Mensch hat eine Geschichte – und jede Geschichte ist es wert,
gehört zu werden. Unter dieser Maxime hat sich die Stadtbibliothek
Köln mit Bibliotheken aus Roskilde (Dänemark), Malmö (Schweden)
und Athen (Griechenland) zusammengetan, um die Geschichten von
Menschen aufzuzeichnen, die erst seit kurzer Zeit Teil unserer Gesell -
schaft sind: Menschen mit Fluchterfahrung. Die Stadtbibliothek Köln
nimmt an einem EU-Projekt teil, das geflüchteten Menschen ein Forum
bietet, ihre persönlichen Erfahrungen und Geschichten zu dokumen -
tieren und zu veröffentlichen – gerne in ihrer Muttersprache, in Schrift,
aber auch in Bild, Ton oder Video. Das EU-Projekt „A Million Stories“ soll
zu einer interkulturellen und multimedialen Sammlung von Geschich-
ten werden, die das Leben schreibt: Kindheit, Herkunft, Ausbildung,
Wünsche und Hoffnungen – aber eben auch Not, Kummer, Flucht und
Ungewissheit. Das Projekt will den Blick auf die Herkunftsländer der
Geflüchteten lenken, die aktuellen Lebensumstände seit ihrer Ankunft
in Deutschland zeigen und zum Dialog anregen.
Ausblick: „A Million Stories“ – in Text, Bild, Film, Audio – werden 2018 auf einer
gemeinsamen Website veröffentlicht.
EU-Projekt A Million Stories – Menschen mit
Fluchterfahrung erzählen
Die Stadtbibliothek bietet eine neue Lernmethode an, die eine Balance
zwischen selbstständigem und gemeinsamem Lernen verspricht: Man
lernt online zuhause und trifft sich mit den anderen Kursteilnehmen -
den regelmäßig in der Bibliothek. Vorbild der Kölner „Lernteams“ ist
die Peer 2 Peer University (P2PU), einer mit dem MIT (Massachusetts
Institute of Technology, Cambridge) verbundenen Non-Profit-Organi-
sation, die ihre Materialien Open Source zur Verfügung stellt.
Der Kölner Philipp Schmidt, Director of Learning Innovation am MIT
Media Lab, hat damit seine Vision von Openness in der digitalen Bildung
verwirklicht und unterstützt die Stadtbibliothek bei der Umsetzung.
Für über 1.800 Themen gibt es jetzt umfangreiche, professionell er -
stellte E-Learning-Kurse bei Lynda.com – für alle Bibliotheksmitglieder
kostenlos über die E-Ausleihe zugänglich. Die didaktisch hervorragend
aufgebauten Trainingsvideos finden sich insbesondere in den Berei -
chen Bildbearbeitung & Fotografie, Web, Video & Audio, 3D und CAD,
Design, IT, Programmierung, Business und Marketing.
Lernteams – Gemeinsam online lernen in der Stadtbibliothek
Ausblick: Die ersten Lernteams wurden von der Bibliothek moderiert, die künftigen Gruppentreffen sollen geschulte Ehrenamtliche übernehmen.
„Bildung 4.0 ist jedoch mehr als digitales Lernen oder digitaler Wissenstransfer. E-Learning, Blended Learning, Lernplattformen, MOOCs vermitteln Inhalte wie Fron -
talkurse oder Fernstudien. Aber so entwickelt sich noch keine Kompetenz. Diese entwickelt sich nur ko-kreierend in der alltäglichen Praxis... Bildung 4.0 muss weit
flexibler gedacht werden als in den uns vertrauten Bildungskanälen und -schemata. Dabei die informellen Potenziale des lebenslangen Lernens nicht nur als Worthülse
zu nutzen, ist die Herausforderung unserer Zeit.“
http://flowcampus.com/allgemein/bildung-4-0-manifest/
Gaming – Pädagogik vereint mit Spaß
Anfang Dezember 2017 wurde die erste bundesweite Studie zur deut-
schen Games-Branche vorgestellt, ihr wird ein „enormes wirtschaftli -
ches und kulturelles Potential“ attestiert – immer unter der Vorausset-
zung der richtigen politischen Impulse.
Die Stadtbibliothek Köln engagiert sich bereits seit 2010 aktiv im Be -
reich Gaming und erlebt den rapiden Bedeutungszuwachs hautnah.
Alle Stadtteilbibliotheken verfügen inzwischen über Konsolenstati -
onen, die für offene Spielangebote oder zielgruppenspezifische Pro -
grammarbeit verwendet werden. Die Spieletestergruppen des Spie -
leratgebers NRW wurden erfolgreich weitergeführt. Ein FIFA-Turnier,
die E-Sport-Veranstaltung „Hearthstone & Overwatch“ oder eine In -
formationsveranstaltung zur frühkindlichen Mediennutzung gehörten
zu den Angeboten. Im Rahmen der „Nacht der Bibliotheken“ konnten
Besucher mit VR-Brillen virtuelle Welten erkunden und an einer digita-
len Schnitzeljagd teilnehmen. Auch der Dialog mit Ausstellern, Veran-
staltern und Besuchern der Gamescom gehört zum Pflichtprogramm
des Gaming-Teams.
Innovation lebt von den Kompetenzen des Bibliotheksteams. Von -
einander lernen ermutigt zu neuen Experimenten. Auch ein Scheitern
wird als Wissenserwerb gesehen und bedeutet neuen Ansporn. Diese
in Deutschland noch nicht so weit verbreitete Lernkultur, die Druck
mildert und Wagemut ermöglicht, wird in zahlreichen Workshops
auch an die Bürgerinnen und Bürger weitergegeben.
Das Bibliotheksteam – lernen und vermitteln
Seit August 2017 nehmen die angehenden FAMIS (Fachangestellte für
Medien- und Informationsdienste) an BLOK teil. BLOK ist das erste bun-
desweit etablierte Online-Berichtsheft für die duale Berufsausbildung
und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
gefördert. Die Auszubildenden nutzen außerdem einen virtuellen Be -
sprechungsraum, um Projekte ortsunabhängig und zeitlich flexibel zu
planen. In der Praxis wird den Auszubildenden Freiraum zur Gestaltung
kleinerer Coding- oder MINT-Workshops gegeben, die sie vor allem in
der Bocklemünder Juniorbibliothek erproben. Große Resonanz bei Rat
und Verwaltung fand die Präsentation des neuen Angebots „google
expeditions“ beim „Digital Education Day 2017“ der Stadt Köln.
https://www.online-ausbildungsnachweis.de
Ausblick 2018: Mitwirkung an der Neukonzeption der Juniorbibliothek Bockle -
münd – Entwicklung einer Coding-Konzeption für Dash&Dot, die kinderfreund -
lichen Roboter
Ausbildung – neue Wege durch BLOK
Internationale Besucher kamen aus Japan, Indien, Australien,
Indonesien, Russland, China, aus den Niederlanden und von den
Philippinen.
Kölner Kolleginnen und Kollegen waren eingeladen als Referenten in
Brasilien, Tschechien, Indien, Russland, Belgien, Peru, Polen, Spanien,
Türkei sowie der Schweiz.
Beispiele für den internationalen Austausch
„Bibliotheken und Museen sind die Visitenkarten ihrer Städte“
(Wang Ning, Vize-Bürgermeister von Peking)
© Günther Ortmann
In „wissenswert“ werden aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und
wissenschaftliche Themen – vorwiegend anhand von Buchneuer -
scheinungen – ausführlich und mit dem Publikum diskutiert. Das For -
mat steht für neue Impulse und einen lebendigen Diskurs. Eine Aus -
wahl der Gäste 2017: Gerd Gigerenzer, Thomas Metzinger, Matthias
Politycki, Constantin Schreiber, Rolando Villazón, Wolf Singer, Ranga
Yogeshwar, Louvrens Langevoort, Joachim Frank, Denis Scheck, Gert
Scobel, Gisela Steinhauer. Kooperationspartner waren u. a. die Verlage,
die Max-Planck-Institute in Berlin und Köln, das Literaturhaus Köln und
die Kölner Buchhandlungen.
„wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“
Das Literatur-in-Köln-Archiv und das Heinrich-Böll-Archiv der Stadtbi -
bliothek feierten den 100. Geburtstag des Kölner Ehrenbürgers und
Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Gespräche über Bölls neu
erschienene „Kriegstagebücher“, sein Verhältnis zu Willy Brandt oder
die Ausstellung „Heinrich Böll und die Bildende Kunst“ sind besondere
Beispiele für die Feierlichkeiten. Die Stadtbibliothek möchte Heinrich
Böll weiterhin durch Inhalte und lebendige Aktivitäten in Erinnerung
halten, an denen auch junge Menschen partizipieren können. Es gilt,
sein Denken zu vermitteln und die Zeitlosigkeit seiner Gedanken wach-
zuhalten und dazu in einen aktiven kontinuierlichen Diskurs mit den
Kölnerinnen und Kölnern allen Alters zu treten.
100 Jahre Heinrich Böll – die Stadtbibliothek feiert
den Kölner Ehrenbürger
Diese Veranstaltungsreihe wendet sich an technikaffine Men -
schen und bietet ein offenes, partizipativ ausgelegtes Forum
rund um das Thema technologische Entwicklungen und Trends.
geeks@cologne nahm hochaktuelle Themen wie Robotik, Künstliche
Intelligenz, Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Open
Data in den Fokus. Die Events wurden durch eine Vielzahl von Koopera-
tionspartnern mit Vorträgen und Live-Demonstrationen unterstützt,
darunter die Universität Bonn, das Fraunhofer Institut, Kuka Robotics,
IBM, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) oder die
deutsche medienakademie.
Ein Höhepunkt war der „Tag der Virtuellen Realität“. Die Besucher
konnten neue Produkte testen, mit Anwendern und Entwicklern spre-
chen und sich über Projekte von Firmen und Institutionen aus Köln und
der Region informieren.
geeks@cologneGesund leben – Körper, Geist, Gesellschaft
Die neue Veranstaltungsreihe, passend zu den Medienangeboten auf
der dritten Etage der Zentralbibliothek, ist zu einer festen Institution
geworden. Es gab folgende Themenabende: Humor und Achtsamkeit,
Gewaltfreie Kommunikation, Resilienz im Arbeitsleben, AD(H)S und
Asperger, Gesundheitszentrale Darm.
In Vorbereitung für 2018 sind Themen wie Depression, Schlaf, Hoch -
sensibilität und Glück.
Alle Eltern, deren Kinder im nächsten Jahr in Köln schulpflichtig wur -
den, erhielten eine Informationsbroschüre und eine Einladung zur
kostenlosen Anmeldung ihrer Kinder in der Stadtbibliothek – zur sofor-
tigen Medienausleihe und Nutzung aller interaktiven und interkulturel-
len Angebote. Nach der Einschulung kommen die Kinder im Rahmen
einer Klassenführung in die Bibliothek – so werden jährlich fast 2000
Erstklässler erreicht.
Veranstaltungen mit dem Yunus Emre Institut 2017: türkisch-deutsche Lesungen
„Mert und der wundersame Fes“ von Betül Sayın mit begleitender Buchausstel -
lung, Gedichtlesungen mit Necdet Neydim aus Istanbul in der Stadtteilbibliothek
Nippes.
Kooperation mit der SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn:
Internationale Kinder- und Jugendbuchwochen, Gastland Frankreich
Die Veranstaltungen in der gesamten Stadtbibliothek zeigten einen
interessanten Querschnitt durch die französische Kinderliteratur und
eine beeindruckende Bandbreite an Möglichkeiten, eine Lesung für
Kinder zu gestalten.
Bibliotheksausweis in jede Schultüte –
Basisaktion mit Breitenwirkung
Sprach- und Leseförderung der Stadtbibliothek –
ein unerschöpfliches Potenzial
Von den „Bücherbabys“ bis hin zu „Digital Storytelling“ spannt sich
das Kontinuum der Sprach- und Leseförderungsaktivitäten im gesam-
ten Bibliothekssystem. Leseförderung ist eines der fünf strategischen
Handlungsfelder der Stadtbibliothek und hat höchste Priorität in der
täglichen Arbeit.
Köln ist „Nachhaltige Vorlesestadt 2017“
Das haben am 20.12.2017 die Initiatoren und Partner des bundes -
weiten Wettbewerbs „Vorlesestadt 2017“ – Stiftung Lesen, DIE ZEIT,
Deutsche Bahn Stiftung und Deutscher Städte- und Gemeindebund
– bekanntgegeben. Die von der Stadtbibliothek Köln eingereichte Be -
werbung überzeugte die Jury, das Votum war einstimmig. Köln werbe
seit vielen Jahren für das Vorlesen und mache sich für die Bildung sei -
ner Kinder stark, lobte die Jury und führte aus: „Nachhaltige und kon -
tinuierliche Leseförderung wird in Köln großgeschrieben. Die Stadt -
bibliothek Köln ist neben der Kölner Freiwilligenagentur, dem Jungen
Literaturhaus Köln, der Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn, der
KidCologne, den Lesementoren und dem Leselauf von Run & Ride for
Reading e.V. Dreh- und Angelpunkt des Kölner Vorleseengagements.
„In mehr als einer Kultur zuhause“ ist Motto und Leitbild der mehr -
sprachigen Sprach- und Leseförderung der Stadtbibliothek. Mit ihrer
Initiative „Wir sprechen viele Sprachen“ hat sie ein wirkungsvolles und
überaus beliebtes Format für Kinder geschaffen – unabhängig von
deren Sprache, Kultur und Religion. Grundschulkinder lesen dabei in
Deutsch und ihren Herkunftssprachen vor Publikum gemeinsam eine
Geschichte vor. Der Gewinn besteht in einem unschätzbaren Lernef -
fekt für Sprache und andere Kulturkreise.
Wir sprechen viele Sprachen –
Kinder lesen ein Buch in 15 Sprachen
„Wie die Ergebnisse der internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung
(IGLU) zeigen, haben fast 20% der Viertklässler in Deutschland Probleme
beim Lesen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass in Deutschland immer noch die
soziale Herkunft für den Bildungserfolg von Kindern letztendlich entschei -
dend ist. Lesekompetenz als Grundlage jeder Bildung ist von ganz erhebli -
cher Bedeutung. Hier spielen die Bibliotheken … eine wichtige Rolle, denn sie
unterstützen als außerschulische Bildungspartner seit langem bei der Förde-
rung der Lesekompetenz.“ (dbv Deutscher Bibliotheksverband: Potenzial der
Bibliotheken für Leseförderung von Kindern nutzen und stärken, 8. 12. 2017)
Der 100. Geburtstag Heinrich Bölls bot eine ausgezeichnete Ausgangs-
situation für ein ganzjähriges Kinderprogramm, das auf Bewährtes
setzte und auch viel Neues bot. Im Zentrum stand dabei das Buch „Der
kluge Fischer“, das basierend auf einem Text Bölls von dem Zeichner
Emile Bravo kongenial als Bilderbuch zum Thema Glück gestaltet wur-
de. Dieses Buch war auch der Startschuss für die ganz neue Kinderakti-
on „Junges Buch für die Stadt“ – eine Komplementäraktion für die jün-
geren Zielgruppen zum bestehenden beliebten Kölner Format „Buch
für die Stadt“. Die Partner Junges Literaturhaus Köln, Kölner Stadt-An-
zeiger und Stadtbibliothek Köln werden diese so erfolgreich gestartete
Aktion künftig jedes Jahr durchführen. Auf der SPIEGEL-Bestsellerliste
erreichte „Der kluge Fischer“ sogar einen stolzen vierten Platz in der
Kategorie „Bilderbuch“. Das ganz Jahr über stand „Der Kluge Fischer“
im Zentrum aller Sprach- und Leseförderungsaktivitäten der Stadtbib-
liothek: Bilderbuch-Apps, Bilderbuchkino, Bibliotheksquiz, Kamishibai,
BeeBot-Miniroboter, Führungen oder Vorlesestunden mit Ehrenamtli-
chen. Insgesamt wurden allein 180 „Fischer-Aktionen“ durchgeführt!
Junges Buch für die Stadt: Der kluge Fischer
100 Jahre Heinrich Böll für Kinder
Am Bundesweiten Vorlesetag, Freitag, 17. November, feierte die
Stadtbibliothek Köln mit Schulklassen, Kindern, Eltern und Lehrern
und der Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein großes Lesefest.
Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker würdigte die nachhaltigen,
vielschichtigen und mehrsprachigen Sprach- und Leseförderungspro -
gramme der Stadtbibliothek und ihre systematische Vernetzung in die
Kindergärten, Schulen und Familien. Mit ihren regelmäßigen – auch
mehrsprachigen – Vorleseaktionen erreiche allein die Stadtbibliothek
jährlich Tausende Kinder und Jugendliche. Ein Drittel der Bibliotheks -
nutzer gehört übrigens zu dieser Altersgruppe.
Lesefest „Der Kluge Fischer“
am Bundesweiten Vorlesetag
Stadtbibliothek vernetzt sich – Präsenz auf Tagungen und Messen
20.03. - 24.03. CeBIT: Die Stadtbibliothek Köln wurde vom „Ministerium für Inneres und Kommunales NRW“ eingeladen, sich auf der
CeBIT mit ihren MINT-Angeboten und dem Roboter NAO zu präsentieren.
s. a. https://stadtbibliothekkoeln.blog/2017/04/03/mit-unserem-nao-auf-der-cebit-2017/
27.03. Bildungspartner NRW – Bericht über den Schulservice der Stadtbibliothek im Landtag NRW
25.04. Library Lovers Breakfast im EU-Parlament in Brüssel – Präsentation der Bibliothek vor Europaparlamentariern
30.05. - 02.06. Deutscher Bibliothekartag in Frankfurt a. M. – Präsentation mit Vorträgen zu Zukunftsstrategien
24.06. Kulturfestival Irkutsk / Russland – Digitale Bildung in der Stadtbibliothek Köln
27.06. VHS-Forum – Anwendertreffen der Onleihe-Bibliotheken
19.08. - 25.08. IFLA World Library and Information Congress in Breslau – Präsentation des sprachraums / A Million Stories
https://biistories.wordpress.com/2017/08/22/poster-session-alles-ist-politisch
16.10. Infostand auf der Uni-Messe in der Mensa der Universität zu Köln zusammen mit dem Kulturdezernat
17.10. Zentralbibliothek – Bürgerveranstaltung „Kölndigital“ mit Informationsständen, Aktionen und Workshops zum digitalen
Angebot der Stadt und der Stadtbibliothek
17.10 - 18.10. EU-Parlament in Brüssel bei „Generation Code – Libraries make you smarter“ während der European Code Week –
Präsentation Stadtbibliothek und Vertreter des Deutschen Bibliotheksverbandes
5.11. Infostand bei der Bildungungskonferenz „Bildung im digitalen Wandel“ im Rathaus mit NAO, 3D-Druck und E-Learning
25.11. Kölner Digital Education Day Infostand und Workshop
27.11. - 28.11. Midterm-Meeting des EU-Projekts „A Million Stories“ in Köln – digitales Storytelling-Projekt für geflüchtete Menschen
29.11. Literaturfestival Bangalore / Indien: Digitale Bildung und Literatur
Außerschulischer Lernort – Stadtbibliothek im Landtag NRW
Nach mehr als zehn Jahren „Bildungspartner NRW“ haben Landesregierung und Kommunale Spitzenverbände die erfolgreiche Partnerschaft von
Schulen und außerschulischen Bildungs- und Kultureinrichtungen erneuert. Zusammen mit ihrer Partnerschule „Gymnasium Kreuzgasse“ war auch
die Stadtbibliothek Köln eingeladen, um den Anwesenden, unter ihnen die damaligen Ministerinnen Sylvia Löhrmann und Christina Kampmann, über
ihre guten Erfahrungen mit „Bibliothek und Schule“ zu berichten. Man war sich einig, dass das theoretische Lernen in der Schule durch die außerschu-
lischen Lernorte erst erfahrbar gemacht wird und die praktische Komponente für die Schüler wichtig ist, um Unterrichtsinhalte wirklich zu begreifen.
Die regelmäßigen Besuche helfen dabei, die Partnerschaft zu pflegen und zu intensivieren.
Ungewöhnliche Messepräsenz – Stadtbibliothek auf der CEBIT
Als die Einladung vom Innenministerium NRW kam, herrschte große
Euphorie: Ein Stand auf der CeBIT für die Stadtbibliothek und ihren
NAO-Roboter! Viele der diesjährigen Messethemen passten gut zu
den Angeboten der Stadtbibliothek: Digitalisierung, Robotik, Künst -
liche Intelligenz, Virtuelle Realität. Perfekt positioniert an einem der
Hauptgänge zog der kleine Roboter viel Aufmerksamkeit auf sich.
Selten verging eine Minute, ohne dass jemand fasziniert stehen blieb
und mehr über NAO erfahren wollte, und oft bildeten sich richtige
Menschentrauben. Mit seinem niedlichen Auftreten ist er die perfek -
te Motivationshilfe, um Kindern und Erwachsenen den Einstieg in die
Programmierung zu versüßen. Da sich die Stadtbibliothek auch in
der MINT-Förderung stark macht, fielen die Gespräche mit den Mes -
sebesuchern leicht. Viele informierten sich über die Eigenschaften
des Roboters, philosophierten über die Zukunft der Mensch-Roboter-
Interaktion, gaben uns ihre Visitenkarten für zukünftige Kooperatio -
nen oder zeigten sich verblüfft über die Angebote unserer Bibliothek.
Unsere Antwort zu letzterem: Wir sind eine Kultur- und Bildungsein -
richtung, ein Ort jenseits des Konsumzwangs. Ja, wir verleihen Bücher
und engagieren uns in der Leseförderung, aber wir beschränken uns
bei weitem nicht auf das Medium Buch und das geschriebene Wort.
Wir sind nicht passiv und statisch, sondern ein aktiver Ort, der Wissen
vermittelt, Kreativität fördert und zum Selbertun aufruft. Dazu dienen
unser Makerspace, unsere Workshops und unsere Veranstaltungen.
Über unsere Angebote in der digitalen Bildung hielt die Direktorin der
Stadtbibliothek zwei Vorträge auf der CeBIT.
Tigerbooks: Über 2.000 interaktive Bücher, E-Books und Hörbücher
mit den tollsten Geschichten bekannter Kinderbuchverlage für Kinder
zwischen 2 und 10 Jahren, gesammelt in einer App, werden kostenlos
für Bibliotheksmitglieder angeboten.
E-Learning mit Lynda: Neben den im letzten Jahr eingeführten Sprach-
kursen des renommierten Anbieters Rosetta Stone können seit Som -
mer 2017 auch die professionellen Video-Trainings von Lynda alias Vi-
deo2Brain von allen Mitgliedern kostenlos genutzt werden – integriert
im E-Medien-Portal www.e-ausleihe.de
Basiswissen Schule: Seit Herbst integriert im Munzinger-Portal: Das
komplette Paket der kompakten Duden-Nachschlagewerke für den
gesamten Schulstoff ab der 5. Klasse ist jederzeit online nutzbar.
Neue Online-Angebote – überall und
jederzeit nutzbar
Die Selbstverbuchungstechnologie RFID (Radio-frequency Identifica -
tion) ist bereits seit 2012 in der Zentralbibliothek Standard. Anfang
2017 folgten die Stadtteilbibliothek Haus Balchem und Ende 2017 die
neu renovierte Stadtteilbibliothek Chorweiler. Bis Ende 2018 soll die
erweiterte RFID-Technik mit Ausleih-, Rückgabe-, Bezahl- und Recher-
chefunktion in allen Stadtteilbibliotheken eingeführt und in Betrieb
genommen werden. Ebenso sollen die bisherigen Magnetkarten-Bi -
bliotheksausweise auf verschlüsselte RFID-Kundenkarten umgestellt
werden.
Der RFID-Ausbau ist eine wichtige bibliotheksstrategische Maßnahme.
Neben der Selbstverbuchung werden weitere Serviceerleichterungen
und -erweiterungen wie selbstständiger Zugang zu IT-Geräten, Toilet-
ten, Taschenschränken möglich, was in letzter Konsequenz auch erwei-
terte, kundenfreundliche Öffnungszeiten erlaubt.
Den Mitarbeitenden ermöglicht das die dringend erforderliche stärke-
re Einbindung in die Wissensvermittlung und Projektarbeit auf allen
Ebenen.
RFID – neueste Verbuchungstechnologie
Schlaglichter aus den Stadtteilbibliotheken
Bocklemünd: Vorlesestunden mit Lesehund Bella
Bücherbus: 19 Haltestellen wöchentlich, leider unterbrochen von häu-
figen Reparaturen
Chorweiler: Wiedereröffnung von Chorweiler im Januar 2018 nach Sa-
nierung im laufenden Betrieb; Präsentationen und Lesungen des Bu -
ches „Der kluge Fischer“ vor 20 Grundschulklassen
Ehrenfeld: Lesung mit Luc Blanvallain im Rahmen der Internationalen
Kinder- und Jugendbuchwochen
Haus Balchem: Wiedereröffnung März 2017 nach umfassender Reno -
vierung; Bücherbabys; Literaturcafé; Comic Lounge; Quilting
Kalk: wöchentliche Gaming-Spieletester Gruppen mit Kindern und Ju -
gendlichen; ab August 2017 umfassende Renovierung
Mülheim: Vorlesestunden mit Lesehund Joy; Digital Storytelling;
Gaming-Event „Mülheim zockt“
Neubrück: Dauerbrenner Wii für Senioren; Literaturkreis; Neubrücker
Kunstsommer; Kalk Gestalten; mehrsprachiges Angebot „Neubrück
liest“
Nippes: „Integration durch Leseförderung“ mit der GGS Alzeyerstr.;
Manga-Workshops für Mangabegeisterte; MINT-Vorlesestunden;
Strickmammselcher
Porz: Bilderbuchkino, auch bei Klassen- und Kitaführungen; Ran-ans-
Lesen für Schulen in sozialen Brennpunkten; Beratungen zur „onleihe“;
Porzer Seniorentag 2017 – „Leben mit allen Sinnen“
Rodenkirchen: Ausstellung „Die Halle“ – Porträts von Rodenkircher
Flüchtlingen; zahlreiche Veranstaltungen mit dem Förderverein Litera-
mus; Ran-ans-Lesen; Patenschaften mit Schulen in Meschenich
Sülz: Autorenwerkstatt für Nachwuchsautoren; „Calliope mini“ zum
Programmieren für Kinder; TigerBooks mit vielen Apps; Vorlesen in
vielen Sprachen (span., ital., engl.)
Minibibs: Bücherbüdchen im Stadtgarten und im Wasserturm in Kalk
– Vorstellung der Angebote der Stadtbibliothek, Kindergartenführun -
gen; LeseWelten-Vorleseaktionen diesmal u.a. mit Fritz Pleitgen
Zahlen, Daten, Fakten
Das Bibliothekssystem
Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek, Musikbibliothek, Makerspace, Heinrich-Böll-Archiv, Literatur-in-Köln-Archiv (LiK),
Blindenhörbibliothek, Bibliothek Germania Judaica e.V.
Stadtteilbibliotheken 11 Stadtteilbibliotheken (Haus Balchem ist nach langjähriger Renovierung seit März 2017 wieder geöffnet, die Sanierung
von Chorweiler im laufenden Betrieb wird Anfang Januar 2018 nach kurzer Schließzeit beendet sein, Kalk wird seit August
2017 umfassend renoviert und neugestaltet.
Bücherbus 19 Haltestellen
minibibs 2 „minibibs“ (Wasserturm in Kalk und Bücherbüdchen im Stadtgarten)
Besucher 2.376.890 – Zuwachs um 1,5 % zum Vorjahr
Mediennutzung 7.530.777
E-Ausleihen – Nutzungen 406.700
Beratungs- und
Informationsgespräche
457.650
Weiterhin steigende Besucherzahlen, stabile Werte bei der Mediennutzung.
Veranstaltungsangebote werden noch stärker wahrgenommen.
Digitale Angebote und Programme erfreuen sich steigender Beliebtheit.
Die Ausleihrenner 2017
Belletristik Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
Sachbuch Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die
Erfindung der Natur
Kinderbuch Jeff Kinney: Gregs Tagebuch Band 11: Alles Käse!
Hörbuch Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut
Film Inferno
Kinderfilm Findet Dorie
Musik-CD Bravo – The Hits 2016
Veranstaltungen /
Besucher
3.089
50.216 – Zuwachs um 13% zum Vorjahr
Social Media
Facebook 4.350 Follower
20 % Zuwachs zum Vorjahr
Twitter 4.100 Follower
15 % Zuwachs zum Vorjahr
Blog 42.000 Aufrufe aus 91 Ländern
Instagram 1100 Follower aktuell
70 % Zuwachs zum Vorjahr
Mitarbeitende / Stellen 206 / 155
Auszubildende 13
Ehrenamtliche 158
„Wissen teilen, statt es zu verkaufen – welch ein Anachronismus
im Zeitalter digitaler Geschäftemacherei! Die offene Bibliothek gilt
es zu verteidigen, denn sie bildet das Betriebssystem einer besseren
Gesellschaft. Auch in einer modernen Digitalwelt haben wir alle
die historische Verpflichtung, die Staffel unseres Weltkulturerbes
an die nächste Generation weiterzugeben. Museen, Konzerthallen
und Bibliotheken waren nie Profitcenter und lebten stets von der
Unterstützung der Gesellschaft. Daran sollten wir festhalten, heute
und auch morgen.“ Ranga Yogeshwar/ Nächste Ausfahrt Zukunft
(ersch. 5.10.17) anlässlich der Vorstellung seines Buches in der Zent-
ralbibliothek am 29.12.17
„Für mich ist die Kölner Stadtbibliothek ein bewundernswertes und
vorbildliches Leuchtturm-Projekt – ein Beweis dafür, dass Bildung
lebt. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen auf
vielerlei Weisen, wie man mit Bildung und Büchern Menschen tat -
sächlich helfen kann: mit Sprachkursen, 3D-Druckern oder den Mög-
lichkeiten, Software zu erproben. Naturwissenschaften und neues
Wissen werden lebendig und buchstäblich begreifbar gemacht. All
das gehört zu unserer Wissensgesellschaft genauso wie die Biblio -
thek, die den Geist der Bücher erfahrbar macht. Die Stadtbibliothek
hat es geschafft, Menschen durch Bildung und Wissen zu begeistern,
zusammenzubringen und ein lebendiges Zentrum der Kultur in Köln
zu sein.“ Gert Scobel
© Günther Ortmann © Günther Ortmann
Mitteilung Ausschuss
2016 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/43 Vorlagen-Nummer 10.01.2018 3949/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 23.01.2018 Stadtbibliothek Köln Bericht 2017/2018 Der Ausschuss Kunst und Kultur soll über die wesentlichen Planungen für 2018 und die Aktivitäten der Stadtbibliothek Köln aus dem Jahr 2017 informiert werden. Der Bericht 2017/2018 wird den Mitgliedern des Ausschusses für Kunst und Kultur als Infobroschüre über den Postverteiler, elektronisch sowie in der Sitzung zur Verfügung gestellt. Die Direktorin wird dem Ausschuss einen kompakten Überblick – vor allem über die laufenden Pla- nungen - geben. Einige Fakten Weiterhin steigende Besucherzahlen, stabile Werte bei der Mediennutzung. Veranstaltungsangebote werden noch stärker angenommen. Samstag ist Familientag in allen Einrichtungen der Stadtbibliothek. Digitale Angebote und Veranstaltungen rund um digitale Entwicklungen sowie zu MINT- Themen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Bedeutung der Bibliothek als nichtkommerzieller Lern-, Kreativ- und Begegnungsort mit vielfältigen Schnittstellen zu virtuellen Anwendungen nimmt weiter zu. Partizipative Angebote, Bürgerbeteiligung und ehrenamtliches Engagement stehen immer stärker im Fokus. Kollaboratives Arbeiten wird zentral und Makerspaces werden als Kreativräume zu gleichwer- tigen Bibliotheksangeboten. Leseförderung, Medienpädagogik und digitale Bildung werden gleichrangig und parallel wahr- genommen. Ebenso Printmedien und E-Books. Im Rahmen des Böll-Jahres erfuhren die zahlreichen Angebote der Stadtbibliothek große Be- achtung, besonders auch die Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. 2017 2016 Veranstaltungen 3.089 3.093 Stabil Veranstaltungsbesucher 50.216 44.318 Zuwachs um 13 % zum Vorjahr Besucher 2.376.890 2.341.507 Zuwachs um 1,5 % zum Vorjahr Mediennutzung 7.530.777 7.577.999 Stabil, geringfügige Abweichung um -0,6 % gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3949/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 10.01.2018
- Erstellt
- 14.12.2017 16:33