V/0482/2013
Zuzugsumfrage 2013
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Berichtsvorlage
14480 Zeichen
V/0482/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Zentrale Ergebnisse der Zuzugsumfrage 2013 (Zuzug nach Münster 2009 - 2012) Beratungsfolge 19.09.2013 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht Bericht: 1. Fragestellung und Methodik Aufgrund der großen Bedeutung der Zuzüge für die Bevölkerungsentwicklung von Münster und für die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hat das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver- kehrsplanung Anfang 2013 die „Zuzugsumfrage 2013“ durchgeführt. Befragt wurde eine Zufall s- stichprobe von 6.500 Personen unter den in diesem Zeitraum Zugezogenen und Ende 2012 noch in Münster wohnhaften Personen über 18 Jahren (41.056 Personen). Insgesamt bietet der Rüc k- lauf mit 1.696 Bögen eine gute quantitative Grundlage für Aussagen zu den Zug ezogenen (vgl. Anlage 1, S. 5-9) und deckt sich hinsichtlich der Altersstruktur mit den aus der Wanderungsstatis- tik zu erwartenden Anteilen. Die Ergebnisse der Umfrage fließen in die zurzeit laufende Erarbeitung eines „Kommunalen Handlungskonzepts Wohnen“ ein (vgl. V/0041/2001/1. Erg.). Gleichzeitig liefert die „Zuzugsu m- frage 2013“ auch Hinweise zu den Chancen, die Zugezogenen dauerhaft an Münster zu binden. Dies ist angesichts des demografischen Wandels eine wichtige Aufgabe und daher ebenfalls von großem Interesse (vgl. V/0371/2008). Die „Zuzugsumfrage 2013“ hat sich auf folgende Fragenkomplexe konzentriert: Soziodemografische und sozioökonomische Strukturen der Zugezogenen Gründe für den Zuzug nach Münster Wohnungssuche – räumliche Präferenzen und gesuchter Wohnungstyp Gründe für die Wahl des Stadtteils und heutiger Wohnort in Münster Wohnsituation nach dem Umzug Zufriedenheit mit Münster als Wohnstandort und mit der heutigen Wohnsituation Pläne für die Zukunft Die Ergebnisse sind in dem beigefügten Beric ht anhand von Grafiken und kurzen Erlä uterungen kompakt aufbereitet (vgl. Anlage 1). Um Entwicklungen aufzeigen zu können, wird die „Zuzug s- umfrage 2005“ der Stadt Münster herangezogen, die den Zuzugszeitraum 2001 – 2004 abbildet. Vorlagen-Nr.: V/0482/2013 Auskunft erteilt: Herr Dr. Hauff Ruf: 492-6135 E-Mail: HauffTho@stadt-muenster.de Datum: 15.08.2013 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0482/2013 2. Zentrale Ergebnisse der Zuzugsumfrage 2013 Hinsichtlich der o. g. Fragenkomplexe, zu denen die amtliche Statistik keine Informationen liefert, lassen sich folgende zentrale Ergebnisse festhalten: Soziodemografische und sozioökonomische Strukturen (vgl. Anlage 1, S. 13-16): Der Zuzug nach Münster wurde 2009 – 2012 sehr wesentlich von Studierenden getragen (41 %), deren Anteil sich gegenüber der Zuzugsumfrage 2005 (26,3 %) deutlich erhöht hat. Der Anteil der ganztägig Berufstätigen unter den Zugezogenen ist mit 35 % gegenüber der Umfrage 2005 (37 %) nahezu gleich geblieben. Auch der Anteil der Rentner/innen bzw. Pe n- sionäre/innen hat sich kaum verändert (2013: 4,7 %; 2005: 5,9 %). Die Zugezogenen verfügen zu großen Teilen entweder über die „Allgemeine Hochschulreife“ (41,2 %) bzw. die „Fac h- hochschulreife“ (6,5 %) oder einen „Fach -/Hochschulabschluss“ (40,6 %). Gegenüber 2005 haben sich die Anteile der Zugezogenen mit „Allgemeiner Hochschulreife“ (33,5 %) und „Fach- /Hochschulabschluss“ (28,2 %) deutlich erhöht. Haushaltstypen (vgl. Anlage 1, S. 17): Die größten Gruppen waren die „jungen Singles“ (unter 35 J.) mit 24,4 %, gefolgt von den „jungen Paaren“ (unter 35 J.) mit 20,2 %. Die zugezogenen Studierenden schlagen sich in s- besondere auch in dem hohen Anteil an Wohngemeinschaften (W G) nieder: WG mit 2 Pers o- nen 12,7 %, WG mit 3 Personen und mehr 15,3 %. Der Anteil der Wohngemeinschaften hat sich im Einklang mit der gestiegenen Studierendenzahl gegenüber 2005 (WG mit 2 -Personen 10 %; WG mit 3-Personen und mehr 8,5 %) deutlich erhöht. Demgegenüber hat sich der Anteil der Familien von 18 % (2005) auf 10 % (2013) verringert. Mit 6,9 % sind 2009 – 2012 vor al- lem Familien mit Kindern unter 6 Jahren zugezogen. Zuzugsmotive (vgl. Anlage 1, S. 18-19): Hauptmotiv für den Zuzug war „Ausbildung/ Studium“ mit 45,4 %, gefolgt von „Arbeit/Beruf“ (27,8 %) und „persönlichen/privaten Gründen“ (20,2 %). Der „Wunsch nach einem anderen Wohnumfeld“ (4,4 %) und der „Wunsch nach einer anderen Wohnung“ (2,2 %) spielten de m- gegenüber kaum eine Rolle . Die Spezifizierung dieser Hauptkategorien macht deutlich, dass der dominierende Grund die „Aufnahme eines Studiums“ mit 32 % war, gefolgt vom „Zusa m- menzug mit Partner/in oder sonstigen Personen“ (11 %). In der Kategorie „Arbeit/Beruf“ waren mehrere Unterkategorien nahezu gleichgewichtig (z. B. „Wechsel des Arbeitgebers“ 8 %, „E r- stanstellung in Münster“ 7 %, „größere Nähe zum Arbeitsplatz“ 6 %, „berufliche Verbess erung in Münster“ 5 %). Wohnungssuche: räumliche Präferenzen und gesuchter Wohnungstyp (vgl. Anlage 1, S. 20-24): Bei der Suche bevo rzugt wurden die „Innenstadt“ (31 %) und der „Innenstadtrand“ (29 %) , hingegen wurde die „Stadt(teil)randlage im Grünen“ nur von 7 % präferiert. Heute wohnt der überwiegende Anteil der Zugezogenen nach eigener Einstufung im „Innen stadtrand“ (31 %), gefolgt von der Innenstadt (21 %) und der „ruhigen Stadtteillage“ (20 %) sowie der „( Nähe zum) Stadtteilzentrum“ (14 %) und der „Stadt(teil)randlage im Grünen“ (13 %). Obwohl diese grundsätzlichen Aussagen nach den verschiedenen Haushalt stypen zu differenzieren sind, waren die „Innenstadt“ und der „Innenstadtrand“ nicht nur ein relevanter Suchraum für „Woh n- gemeinschaften“, „jüngere Singles“ und „jüngere Paare“, sondern auch für nennenswerte Teile der „Familien“. Diese haben aber ebenso auch die „ruhige Stadtteillage“ und zum Teil auch die „Stadt(teil)randlage“ gesucht. Hinsichtlich des gesuchten Wohnungstyps hat sich gezeigt, dass mit 62 % der überwiegende Teil eine „normale Wohnung“ im Hinblick auf Grundriss und Ausstattung gesucht hat . Demge- genüber entfielen auf „Gehobenes Wohnen“ (großzügige Ausstattung/großzügiger Grundriss) 18 %. „Gemeinschaftsorientierte Wohnformen“ (z. B. besondere Wohnprojekte) haben 8 % gesucht, beim „Ökologischen Wohnen“ (z. B. Niedrigenergiehaus) betrug der Antei l 6 %. „Bar- rierefreies/barrierearmes Wohnen“ stand bei 3 % im Fokus der Suche. Diese Präferenzen sind nach Haushaltstypen weiter zu differenzieren, was beispielsweise bei den höheren Suchante i- len nach einem „barrierefreien/barrierearmen Wohnen“ bei „Single s und Paaren über 65 Ja h- ren“ deutlich wird, deren Haushaltstypen allerdings nur relativ kleine Anteile unter den Zug e- zogenen ausmachen. 3 V/0482/2013 Hinsichtlich des grundsätzlichen Wohnungstyps konnten die Zugezogenen ihre Präferenzen weitgehend auf dem Münsteraner Wohnungsmarkt realisieren. 70 % stuften ihre Wohnung als „normal“ ein (Suche: 62 %). Nicht realisierte Präferenzen (Unterschied zw ischen Wunsch und Realität) zeigen sich in den Bereichen „gehobenes Wohnen“ (Differenz 5 %-Punkte) und „Öko- logisches Wohnen“ (Differenz 4 %-Punkte). Gründe für die Wahl des Stadtteils und heutiger Wohnort in Münster (vgl. Anlage 1, S. 25-26): Unter den Mehrfachnennungen stellten sich zwei Gründe als besonders wichtig für die Wahl des Stadtteils heraus: „Nähe zum Arbeitsplatz, Ausbildungs-/Studienort“ (46 %), „Nähe zur I n- nenstadt“ (40 %). Weitergehende Relevanz besaßen auch „Angebot an Wohnungen/ Grun d- stücken“ (25 %), „Nähe zu Grün - und Erholungsflächen“ (20 %) und der „gute Eindruck/ gute Ruf des Stadtteils“ (17 %). Differenziert nach Lebenslagen zeigen sich bei Studierenden und Familien zwar unterschiedliche Bewertungen der Kriterien, gleichwohl spielt bei beiden die „Nähe zur Innenstadt“ eine sehr wichtige Rolle (Studierende: 38 %; Familien: 34 %). Diese Standortpräferenzen haben dazugeführt, dass heute die Mehrzahl der befragten Zuge- zogenen im Stadtbezirk Mitte (59,9 %) wohnt, wovon alleine 30 % auf den Bereich innerhalb des Innenstadtrings entfallen. Der hohe Anteil des Stadtbezirks West (22,6 %) geht wesentlich auf den Stadtteil „Gievenbeck“ mit 12,9 % zurück. Wohnsituation nach dem Umzug (vgl. Anlage 1, S. 27-31): Insgesamt 74 % der Zugezogenen wohnen in einem Mehrfamilienhaus: davon 55 % in einem Haus ab 5 Wohnungen zu Miete, 16 % in einem Haus mit bi s zu 4 Wohnungen zu Miet e und 3 % in einer Eigentumswohnung. In einem Einfamilienhaus (freistehend es Einfamilienhaus , Doppel-, Reihenhaus) wohnen insgesamt 11 % der Zugezogenen (7 % als Mieterin/Mieter, 4 % als Eigentümerin/Eigentümer). 7 % wohnen im Studentenwohnheim. Von den Zu gezoge- nen leben 8 % im Eigentum und 91 % zur Miete. Dieser Durchschnittswert ist nach den ei n- zelnen Haushaltstypen noch weiter zu differenzieren (vgl. Anlage 1, S. 30/31). Veränderung der Wohnsituation mit dem Zuzug (vgl. Anlage 1, S. 32): Im Rahmen des Zuzugs ist es bei vielen Haushalten zu einer Veränderung der Wohnsituation gekommen, die wesentlich mit dem Auszug von „Erstsemestern“ aus der elterlichen Wohnung bzw. dem elterlichen Haus zusammenhängen dürfte. So hat sich die durchschnittliche Woh n- fläche von 109 m² auf 67 m² verringert, die Zahl der bewohnten bzw. zur Verfügung stehenden Räume ging von 4,4 auf 2,7 Rä ume zurück. Hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse haben 39 % angegeben, aus Eigentum am früheren Wohnort in ein gemietetes Objekt gezogen zu s ein. Unter allen Zugezogenen nutzten nur 3 % den Zuzug nach Münster zur Eigentumsbildung. Zufriedenheit mit Münster als Wohnstandort und mit der heutigen Wohnsituation (vgl. Anlage 1, S. 35-37): Die Befragten sind mit Münster als Wohnort überaus zufrieden (42 % sehr zufrieden, 46 % zu- frieden) und haben damit Münster besser bewertet als ihren früheren Wohnort (25 % sehr z u- frieden, 40 % zufrieden). Gute Bewertungen - wenngleich leicht schwächer als für den Woh n- standort Münster - entfielen auch auf das jetzige Stadtviertel (34 % sehr zufrieden, 44 % z u- frieden) und die jetzige Wohnung (31 % sehr zufrieden, 45 % zufrieden). Insgesamt äußern al- le Haushaltstypen hohe Zufriedenheitswerte, die besonders hoch bei „Paaren und Singles über 45 Jahren“ ausfallen. Die Zugezogenen sehen bei einer Reihe von Standortfaktoren deutliche Verbesserungen. G e- nannt werden v. a. „Verkehrsanbindung durch Bus/Bahn“, „kulturelles Angebot“, „Medizinische Versorgung“, „Anbindung an das überregionale Straßennetz“, „Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf“, „Nähe zum Arbeitsort (Studienort)“. Übereinstimmend werden von Studierenden und Familien die „Miethöhe/Finanzierungskosten des Eigentums“ als Hauptve r- schlechterung angesehen, der allerdings bei einem Teil der Familien eine V erbesserung bei der Wohnungsgröße gegenübersteht. Ansonsten werden von Studierenden überwiegend Ve r- schlechterungen angeführt, die mit dem Auszug aus dem Elternhaus oder mit ihrem Umzug in die Innenstadt zusammenhängen dürften. Familien geben demgegenüber hinsichtlich vieler dieser Faktoren ein deutlich positiveres Bewertungsmuster ab. 4 V/0482/2013 Was gefällt an Münster besonders gut? Was gefällt an Münster überhaupt nicht? (vgl. Anlage 1, S. 38-39): Mittels einer offenen Frage wurden die Befragten gebeten, bis zu 3 Pun kte zu nennen, die ihnen an Münster „besonders gut“ und „überhaupt nicht gefallen“. Die Antworten zu den be i- den offenen Fragen wurden dann zu Merkmalskategorien verdichtet. Insgesamt überwiegen die positiven Nennungen (von 86 % der Befragten). An der „Spit ze“ stehen die „Fah r- rad(haupt)stadt“ und die „Altstadt/Innenstadt“, gefolgt von den Merkmalen „Kultur“, „Grünfl ä- chen/Natur“ und „klein und fein/Größe“. Im Vergleich zu 2005 hat es hier unter den ersten vier Nennungen nur leichte Verschiebungen gegeben. Neu in den TOP 5 ist die positive Bewe r- tung der Größe von Münster verbunden mit den entsprechenden Qualitäten („klein und fein“) anstelle des Aasees. Negative Nennungen haben demgegenüber nur 69 % der Befragten abgegeben. Hier stand eindeutig der Kritikpunkt „Mieten/Wohnen zu teuer“ an der Spitze (wie bereits 2005) , gefolgt von „zu wenige Wohnungen“ und „Busse/Buslinien“ (Nachtbus, Taktung, Linien). Ebenso we r- den negative Eigenschaften von Münster angeführt (z. B. stur, spießig, provinziell) sowie „(zu viel) Verkehr/Ampeln“. Im Vergleich zu 2005 wird hier „zu wenige Wohnungen“ als neuer Kr i- tikpunkt an zweiter Stelle genannt, während die Kritik am „Bahnhof/Bahnhofsbereich“ deutlich zurückgegangen ist. Pläne für die Zukunft (vgl. Anlage 1, S. 41): Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass durchaus entsprechende Chancen bestehen , einen Teil der Zugezogenen an Münster zu binden . Nur 18 % haben angegeben, dass sie Münster in jedem Fall wieder verlassen werden. Für 52 % der Befragten hängt ein Verbleib in Münster von bestimmten Bedingungen ab. Hierbei entfällt der größte Teil der Mehrfachne n- nungen auf die beruflichen Perspektiven (46 %). Für 36 % ist die Entwicklung der persönlichen Situation entscheidend, was sich der kommunalen Einflussnahme entzieht . 15 % machen ih- ren Verbleib von dem Wohnungsmarkt in Münster abhängig , was die Schaffung entsprechen- der Rahmenbedingungen für ein attraktives und bezahlbares Wohnungsangebot durch das „Kommunale Handlungskonzept Wohnen“ unterstreicht . Auch für die 23 % der Befragten, die Münster nicht mehr verlassen möchten, ist ein adäquates Wohnungs- bzw. Immobilienangebot von großer Bedeutung. 3. Fazit und Ausblick Die Umfrage liefert somit differenziert nach verschiedenen Haushaltstypen aktuelle Erkenntnisse zum Zuzug nach Münster, wie z. B. zu den demografischen und sozioökonomischen Strukturen, zu den nachgefragten und realisierten Lagen und Wohnungsqualitäten sowie zur Zufriede nheit mit dem Wohnen in Münster. Die Umfrage belegt insbesondere, welche Bedeutung die Hoc h- schulen als „J ungbrunnen“ für Münster besitzen, aber auch welche Rolle arbeitsmarktorientierte Zuzüge spielen. Die Ergebnisse der Umfrage sind damit nicht nur für die Erarbeitung des „Ko m- munalen Handlungskonzeptes Wohnen“ von Bedeutung, sondern können auch mit Gewinn fü r den Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ genutzt werden (vgl. V/0037/2013). I.V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: Bericht „Zentrale Ergebnisse der Zuzugsumfrage 2013 5 V/0482/2013
V_0482_2013_Anlage1
79939 Zeichen
Anlage 1 zur Vorlage V/0482/2013
ZENTRALE ERGEBNISSE DER
ZUZUGSUMFRAGE 2013
(ZUZUG NACH MÜNSTER 2009-2012)
AUGUST 2013
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
2
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
3
Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung und Methodik ........................................................ 5
2 Das Wanderungsgeschehen 2009 – 2012 im Überblick ............. 10
13
13
18
20
25
27
33
41
42
5
6
7
8
8
10
11
12
13
14
15
3 Zentrale Ergebnisse der Zuzugsum
frage 2013 ..........................
3.1 Soziodemografische und sozioökonomische Merkmale
der Zugezogenen....................................................................
3.2 Gründe für den Zuzug nach Münster.......................................
3.3 Wohnungssuche – Räumliche Präferenzen und
gesuchter Wohnungstyp.........................................................
3.4 Gründe für die Wahl des Stadtteils und heutiger Wohnort
in Münster ..............................................................................
3.5 Wohnsituation nach dem Umzug ............................................
3.6 Zufriedenheit mit Münster als Wohnstandort
und mit der heutigen Wohnsituation ......................................
3.7 Pläne für die Zukunft..............................................................
4 Fazit und Ausblick .....................................................................
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Zuzugsumfrage 2013: Ziele und Methodik ...........................................
Abb. 2: Von den Zugezogenen zur Stichprobe .................................................
Abb. 3: Wohnort der Zugezogenen nach Stadtbezirken
– Vergleich: „Rücklauf“ - „Stichprobe“ ................................................
Abb. 4: Altersstruktur der Zugezogenen
– Vergleich: „Rücklauf“ - „Stichprobe“ ................................................
Abb. 5: Räumliche Herkunft der Zugezogenen im Rücklauf................................
Abb. 6: Stadt Münster: Summierte Zu- und Fortzüge
sowie Wanderungssalden 2009 - 2012..............................................
Abb. 7: Zuzüge nach und Fortzüge aus Münster nach Altersgruppen
(Durchschnitt 2009 – 2012, Wohnberechtigte Bevölkerung).................
Abb. 8: Stadt Münster: Zuzüge nach Altersgruppen 1996 – 2012.....................
Abb. 9: Altersstruktur der erfassten Haushaltsmitglieder
im Vergleich zur Altersstruktur der Bevölkerung Münsters ...................
Abb. 10: Berufliche und soziale Stellung: Vergleich 2005 mit 2013.....................
Abb. 11: Höchster Bildungsabschluss: Vergleich 2005 mit 2013.........................
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
4
Abb. 12: Monatliches Nettoeinkommen des Haushalts
- Zuzugsumfrage 2013 im Vergleich zum Mikrozensus 2011................
16
16
17
18
19
20
21
22
22
23
24
25
26
27
28
29
30
30
31
32
33
34
35
37
37
38
39
39
40
41
Abb. 13: Monatliches Nettoeinkommen des Haushalts
- Zuzugsumfrage 2013 im Vergleich zur Fortzugsumfrage 2011...........
Abb. 14: Haushaltstypen der zugezogenen Haushalte im Vergleich
mit der Zuzugsumfrage 2005..........................................................
Abb. 15: Ausschlaggebender Grund für den Umzug nach Münster......................
Abb. 16: Ausschlaggebende Gründe im Einzelnen für den Umzug nach Münster..
Abb. 17: Gebiet der Wohnungssuche.............................................................
Abb. 18: Lage der heutigen und der gesuchten Wohnung .................................
Abb. 19: Bevorzugte Lage bei der Wohnungssuche - nach Haushaltstypen..........
Abb. 20: Lage der jetzigen Wohnung - nach Haushaltstypen.............................
Abb. 21: Gesuchter und bezogener Haus-/ Wohnungstyp .................................
Abb. 22: Gesuchter Haus-/ Wohnungstyp - nach Haushaltstypen.......................
Abb. 23: Gründe für die Wahl des Stadtteils ...................................................
Abb. 24: Gründe für die Wahl des Stadtteils - Studierende und Familien.............
Abb. 25: Haushaltsgrößen nach Haushaltstypen..............................................
Abb. 26: Jetzige und frühere Wohnung - nach Wohnfläche und Zahl der Räume ..
Abb. 27: Aktuelle Wohnsituation der Zugezogenen..........................................
Abb. 28: Aktuelle Wohnsituation der Zugezogenen - nach Haushaltstypen ..........
Abb. 29: Aktuelle Wohnsituation (Miete/Eigentum) - nach Haushaltstypen..........
Abb. 30: Bedeutung der Eigentumsbildung - nach Haushaltstypen.....................
Abb. 31: Wohnsituation vor dem Zuzug und heute in Münster...........................
Abb. 32: Zufriedenheit mit dem alten und dem neuen Wohnstandort .................
Abb. 33: Zufriedenheit mit dem alten und dem neuen Stadtteil/ Stadtviertel
- nach Stadtbezirken ....................................................................
Abb. 34: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im Vergleich
zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters ................................
Abb. 35: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im Vergleich
zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters – hier: Studierende ....
Abb. 36: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im Vergleich
zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters – hier: Familien .........
Abb. 37: Was an Münster besonders gut / überhaupt nicht gefällt .....................
Abb. 38: Was an Münster besonders gut gefällt
- Vergleich mit Zuzugsumfrage 2005 ...............................................
Abb. 39: Was an Münster überhaupt nicht gefällt
- Vergleich mit Zuzugsumfrage 2005 ...............................................
Abb. 40: Würde rückblickend wieder ein Zuzug nach Münster erfolgen? .............
Abb. 41: Pläne für die Zukunft......................................................................
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
5
1 Fragestellung und Methodik
Aufgrund der großen Bedeutung der Zuzüge für die Bevölkerungsentwick-
lung
und für die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hat das Amt für Stadt-
entwicklung, Stadtplanung, Verkehr splanung Anfang 2013 die „Zuzugsum-
frage 2013“ durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage fließen in die Erarbei-
tung des „Kommunalen Handlungskonzepts Wohnen“ ein (vgl. V/0041/2001/
1. Erg.). Die Zuzugsumfrage bildet das Gegenstück zur „Fortzugsumfrage
2011“ (vgl. V/0718/2012), in der Fortzüge aus Münster in die Stadtregion
untersucht wurden.
Die Zuzugsumfrage hat sich auf folgende Fragenkomplexe konzentriert:
Heutige Wohnsituation in Münster
Wohnsituation vor und nach dem Umzug
Zuzugsmotive
Wohnungssuche
Bewertung von Münster
Pläne für die Zukunft
Die Ergebnisse der Umfrage liefern damit Informationen, die der Wande-
rungsstatistik nicht zu entnehmen sind. Sie verdeutlichen insbesondere auch
die demografischen und sozioökonomi schen Strukturen der Zugezogenen
sowie deren Zuzugsmotive. Es wird erho ben, inwieweit die Zuziehenden ihre
Wünsche nach Lage und Wohnungst yp auf dem Münsteraner Wohnungs-
markt realisieren konnten. Damit steht die Sichtweise der Zugezogenen für
das „Kommunale Handlungskonzept Wohnen“ zur Verfügung (vgl. Abb. 1).
Abb. 1: Zuzugsumfrage 2013: Ziele und Methodik
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
6
Für die Umfrage wurde eine Zufallsstic hprobe von 6.500 Personen unter den
2009 - 2012 nach Münster Zugezogenen und Ende 2012 noch in Münster
wohnhaften Personen über 18 Jahren (41.056 Personen) gezogen. Damit
wurde fast jeder sechste in Münster verbliebene Zugezogene in die Erhebung
einbezogen. Dies liegt deutlich über der Stichprobenziehung der regelmäßi-
gen Bürgerumfragen, in die 2 - 3 % der Bevölkerung einbezogen werden.
Der Stichprobenumfang von 6.500 Personen bildet die Voraussetzung für ein
aussagefähiges Vertrauensintervall des Rücklaufs.
Von den 6.500 Personen der Zufallsstichprobe konnten 5.982 postalisch er-
reicht werden, von denen 1.696 Personen geantwortet haben. Die Rücklauf-
quote liegt damit bei 28 % und über den Rücklaufquoten vergleichbarer Um-
fragen (vgl. Abb. 2), wie z. B. München 2010: 25 %; Köln 2007/2008: 17 %
(Zuzug Wohnungsmarktregion) bis 24 % (Zuzug außerhalb Wohnungsmarkt-
region). Allerdings konnte der Rück lauf der Münsteraner Zuzugsumfrage
2005, der bei 34,5 % lag, nicht wieder erreicht werden.
Abb. 2: Von den Zugezogenen zur Stichprobe
"In Münster
weiterhin
wohnhaft"
"Angeschriebene
Haushalte"
"Postalisch
erreichte
Haushalte"
Rücklauf
Umfrage
Tausende
Zugezogene Personen - ab 18 Jahre
in den Jahren 2009 - 2012 = 6 5 . 5 4 3
( Quelle: Meldebestand der Amtes für Bürgerangelegenheiten)
6.500 5.982 1.696
Rücklauf-
quote = 28 %
Brutto -
Stichprobe
Netto -
Stichprobe
41.056
Grund-
gesamtheit
Der Rücklauf zeigt hinsichtl
ich wichtiger Strukturmerkmale, wie z. B. Alter,
Wohnort nach Stadtbezirken, Geschlecht, eine relativ hohe Übereinstimmung
mit der Grundgesamtheit, was eine wichtige Grundlage für die Aussage-
fähigkeit der Ergebnisse ist.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
7
Bezogen auf den Wohnort in Münster ze igt der Rücklauf eine sehr hohe
Strukturtreue, was im Vergleich mit de n jeweiligen Anteilen der Befragten
an der Stichprobe deutlich wird. Die Abweichungen zur Stichprobe liegen
maximal bei 1,3 %-Punkten Die Zugezogenen wohnen schwerpunktmäßig im
Stadtbezirk Mitte (v. a. innerhalb des Innenstadtrings) und im Stadtbezirk
West (v. a. Stadtteil Gievenbeck) (vgl. Abb. 3).
Abb. 3: Wohnort der Zugezogenen nach Stadtbezirken
– Vergleich: „Rücklauf“ - „Stichprobe“
6
30
11,9 12,1
22,6
4,7 5
3,1
4,66
29,7
10,8 11,8
23,8
5,2
3,7 3,7
5,2
1
Alt-
stadt
2
Innen-
stadtring
3
Mitte-
Süd
4
Mitte-
Nordost
5
West
6
Nord
7 Ost 8
Südost
9
Hiltrup
0
5
10
15
20
25
30
35
Rücklauf insg. ( n = 1.696 ) Postalisch Erreichte ( n = 5.982 )
in %
Hinsichtlic
h des Alters besteht ebenfalls eine relativ hohe Übereinstimmung
zwischen Rücklauf und Stichprobe (vgl. Ab b. 4). Hier zeigen sich hinsichtlich
des altersspezifischen Rücklaufs auch die Tendenzen der bisherigen Bürger-
umfragen. Die Altersgruppen bis zu 29 Jahren sind im Rücklauf leicht schwä-
cher vertreten, die Altersgruppen ab 30 Jahren haben etwas besser geant-
wortet als es ihrem Anteil in der Stichprobe entspricht.
Die Abweichungen liegen mit einer Ausn ahme in einer Größenordnung von
bis 1,5 %-Punkten, was eine sehr hohe Übereinstimmung der Altersstruktur
im Rücklauf mit der Altersstruktur der Stichprobe bedeutet. Lediglich bei der
Gruppe 21 - 24 Jahre liegt die Differenz im Rücklauf um 3,4 %-Punkte nied-
riger als es ihrem Anteil in der Stichp robe entsprechen würde, was zu tole-
rieren ist. Aus inhaltlicher Sicht sind damit die Ergebnisse dieser größten
Altersgruppe im Rücklauf in keinem Fall überrepräsentiert (vgl. Abb. 4).
Auch bezogen auf das Geschlecht zeigen sich nur geringe Unterschiede zwi-
schen Rücklauf und Stichprobe. So lieg t der Anteil der Frauen im Rücklauf
bei 55,7 % im Vergleich zu 52,9 % in der Stichprobe. Damit sind Frauen
lediglich mit 2,8 %-Punkten stärker im Rücklauf vertreten.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
8
Abb. 4: Altersstruktur der Zugezogenen
– Vergleich: „Rücklauf“ - „Stichprobe“
9,7
31,7
23,3
15,8
7,5
5,4 5,2
1,4
10,8
35,1
24,2
15,1
6,8
4,1 4
0
18 - 20
Jahre
21 - 24
Jahre
25 - 29
Jahre
30 - 39
Jahre
40 - 49
Jahre
50 - 59
Jahre
60 Jahre
u. älter
ohne
Angabe
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Rücklauf insgesamt ( n = 1.696 ) Postalisch Erreichte ( n = 5.982 )
in %
Da sich viele Angaben in der Zuzugs umfrage auf den jeweiligen Haushalt
beziehen, lassen sich bei Mehr-Perso nen-Haushalten keine gesicherten
geschlechterdifferenzierten Aussagen treffen. Daher wird - wie schon bei der
Fortzugsumfrage 2011 - auf eine geschl echterdifferenzierte Ergebnisdarstel-
lung verzichtet.
Hinsichtlich der räumlichen Herkunft de r Zugezogenen 2009 – 2012, die bis
Anfang 2013 verblieben sind und sich an der Umfrage beteiligt haben, zeigt
sich, dass ein gutes Viertel (24,8 %) aus dem Münsterland stammt. Davon
entfallen 7,9 % auf die elf, an Müns ter angrenzenden Kommunen der Stadt-
region und 16,9 % auf die weiteren Kommunen des Münsterlandes. 35,0 %
der Zugezogenen wohnten zuvor in eine r weiteren nordrhein-westfälischen
Kommune (außerhalb des Münsterlandes). 33,6 % zogen aus anderen Bun-
desländern zu. 4,1 % der Befragten ha tten zuvor ihren Wohnsitz im Ausland
(vgl. Abb. 5).
Abb. 5: Räumliche Herkunft der Zugezogenen im Rücklauf
2,5%4,1%
33,7%
16,9%
7,9%
6
2
3
4
5 1 - Gemeinden der Stadtregion (11)
2 - Sonstiges Münsterland
(BOR, COE, ST,WAF)
3 - Sonstiges NRW
4 - Bund ohne NRW
5 - Ausland
6 - unbekannt
34,8%
1
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
9
Da zur räumlichen Herkunft der verbliebenen Zugezogenen in der Stichprobe
keine Informationen vorliegen, werden zur Einordnung der diesbezüglichen
Ergebnisse Aussagen aus der Wanderungsstatistik herangezogen (durch-
schnittliche Herkunft der Zuziehenden nach Münster im Zeitraum 2009 -
2012).
Die Auswertung der Wanderungsstatisti k verdeutlicht, dass sich die räum-
liche Herkunft im Rücklauf für das Münsterland sehr weitgehend mit der
Wanderungsstatistik deckt (Münsterland gesamt: 25 %; Stadtregion: 9,2 %,
sonstiges Münsterland: 15,8 %). Für das sonstige Nordrhein-Westfalen lie-
gen die Werte der Wanderungsstatistik etwas niedriger (29,6 %), für das
Bundesgebiet ohne Nordrhein-Westfalen ebenfalls (26,5 %). Hingegen weist
die Wanderungsstatistik einen deutlich höheren Zuzug aus dem Ausland auf
(17,1 %). Dieser ist somit in der Umfrage deutlich untererfasst.
Die Gründe für die Untererfassung könnten darin liegen, dass bei den Zuzü-
gen aus dem Ausland möglicherweise eine höhere Mobilität zum Tragen
kommt (z. B. bei ausländischen Studiere nden). Auch ist aus vielen schrift-
lichen Umfragen bekannt, dass sprach liche Zugangsbarrieren zum Frage-
bogen eine Rolle spielen. Nach diesen Erfahrungen dürfte die Untererfassung
nicht nur die Zugezogenen aus dem Au sland betreffen, sondern insgesamt
Menschen mit Migrationsvorgeschichte. Deren Anteil liegt in der Umfrage bei
14 % und müsste im Zusammenhang mit den Zuzügen aus dem Ausland
noch entsprechend höher liegen. Als Konsequenz der Untererfassung der
Zugezogenen aus dem Ausland und der nicht abschätzbaren Untererfassung
von Menschen mit Migrationsvorgesch ichte wird auf eine entsprechende
Differenzierung der Ergebnisse verzichtet.
Die hohe Strukturtreue von Rücklauf und Stichprobe im Hinblick auf Alter,
Wohnort in Münster und Geschlecht ist eine wichtige Voraussetzung dafür,
dass sich die Ergebnisse der Umfrag e grundsätzlich auf die noch Ende 2012
in Münster wohnhaften Zugezogenen üb ertragen lassen. Insgesamt bietet
der Rücklauf mit 1.696 Bögen eine gute quantitative Grundlage für Aussagen
zu den Zuziehenden (Vertrauensintervall bei 50 % +/- 2,4 %-Punkte, bei
5 %
+/- 1,1 %-Punkte).
Im Folgenden werden zunächst kurz die Charakteristika der Zugezogenen
anhand der Wanderungsstatistik erläut ert (vgl. Punkt 2), dann werden die
zentralen Ergebnisse der Umfrage vorg estellt (vgl. Punkt 3). Abschließend
werden wichtige Schlussfolgerungen skizziert und der Umgang mit den
Ergebnissen aufgezeigt (vgl. Punkt 4).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
10
2 Das Wanderungsgeschehen 2009 – 2012 im Überblick
Die positive Entwicklung der (Wohnb erechtigten) Bevölkerung in Münster
zwischen dem 01.01.2009 (281.050 Ew .) und dem 31.12.2012 (296.536
Ew.) wurde wesentlich vom positiven Wanderungssaldo (Zuzüge – Fortzüge)
getragen. Dieser betrug durchschni ttlich für die Jahre 2009, 2010 und 2012
1.499 Menschen/Jahr1. Der Geburtenüberschuss hat zu dem Bevölkerungs-
anstieg in diesem Zeitraum erfreulicherweise auch einen positiven, aber
deutlich geringeren Beitrag geleiste t (durchschnittlicher Saldo Geburten/
Sterbefälle: + 188 Geburten/Jahr).
Grundlage für den positiven Wanderun gssaldo waren die hohen Zuzüge in
den Altersgruppen 18 - 20 und 21 - 24 Jahre. Nur diese beiden Gruppen
zeigten einen kontinuierlich positiven Wa nderungssaldo. In der Altersgruppe
unter 18 Jahre hielten sich Zu- und Fortzüge im Zeitraum 2009 - 2012 nahe-
zu die Waage. In allen anderen Alters gruppen verzeichnete Münster höhere
Fort- als Zuzüge, was insbesondere für die Altersgruppen 25 - 29 Jahre und
30 - 34 Jahre charakteristisch war (vgl. Abb. 6). Auch für die Altersgruppe
65 Jahre und älter hat Münster in diesem Zeitraum einen negativen Saldo
aufgewiesen (500 Zuzüge/Jahr im Vergleich zu 582 Fortzügen/Jahr).
-25.000
-20.000
-15.000
-10.000
-5.000
0
5.000
10.000
15.000
20.000
25.000
unter
18
Jahre
18 - 20
Jahre
21 - 24
Jahre
25 - 29
Jahre
30 - 34
Jahre
35 - 39
Jahre
40 - 44
Jahre
45 - 49
Jahre
50 - 54
Jahre
55 - 59
Jahre
60 - 64
Jahre
65 - 69
Jahre
70 - 74
Jahre
75 J.
und
älter
Altersgruppen
Saldo
Zuzüge
Fortzüge
Wohnberechtigte Bevölkerung
Abb. 6: S
tadt Münster: Summierte Zu- und Fortzüge sowie
Wanderungssalden 2009 - 2012
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Sonderauswertung statistischer Bewegungsd aten
1 Bei dieser Berechnung werden die Fortzüge 2011 ausgeklammert, da sie durch Sonderer-
eignisse (vor allem Einführung der Zweitwohnungssteuer) beeinflusst sind.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
11
Insgesamt konnte Münster im Befragungszeitraum durchschnittlich jährlich
19.733 Zuzüge verzeichnen, denen durc hschnittlich 19.144 jährliche Fort-
züge gegenüberstanden. Von den Zuzü gen entfallen 43,7 % (8.616) auf die
Altersgruppe 18 - 24 Jahre. Mit diesem Anteilswert gehört Münster zu den
Spitzenreitern in Nordrhein-Westfalen.
Nennenswerte Zuzugsanteile entfallen darüber hinaus auch auf die Alters-
gruppe 25 - 29 Jahre (3.912/Jahr) und 30 - 44 Jahre (3.655/Jahr), wenn-
gleich diesen Zuzügen erheblich höhe re Fortzüge gegenüberstanden (5.448/
Jahr bzw. 5.346/Jahr) (vgl. Abb. 7).
Abb. 7: Zuzüge nach und Fortzüge aus Münster nach Altersgruppen
(Durchschnitt 2009 – 2012, Wohnberechtigte Bevölkerung)
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Sonderauswertung statistischer Bewegungsdaten
Eine Einordnung des untersuchten Zu zugszeitraums (2009
- 2012) in das
Zuzugsgeschehen seit 1996 macht deut lich, dass die Altersgruppe 18 - 29
Jahre immer eine sehr hohe Bedeutung hatte (jährliche Zuzüge über 10.000
Personen) (vgl. Abb. 8).
Der Zeitraum seit 2009 ist jedoch durc h weiter gestiegene Zuzugszahlen
dieser Altersgruppe charakterisiert (2011: 13.775 Zuzüge, 2012: 13.183
Zuzüge). Allerdings war auch der zu Vergleichszwecken herangezogene
Zuzugszeitraum 2001 - 2004 (Zuzugsumfrage 2005) bereits durch einen An-
stieg der Zuzüge in dieser Altersgruppe charakterisiert.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
12
Abb. 8: Stadt Münster: Zuzüge nach Altersgruppen 1996 – 2012
Zuzüge nach Münster nach Alter 1996 - 2012
(Wohnberechtigte Bevölkerung)
13183
13775
11800
1135810729
10713
11927
12417
12304
13272
11874
11709
11191
1113010760
1101511196
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
14000
16000
1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Jahre
unter 18 Jahre 18 bis 29 Jahre 30 bis 44 Jahre 45 bis 64 Jahre 65 Jahre und älter
Zuzugsumfrage
2005
Zuzugsumfrage
2013
Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Sonderauswertung statistischer Bewegungsdaten
Interessanterweise hat trotz der gestie genen Zuzüge in der Al
tersgruppe
18 - 29 Jahre Ende des letzten Jahrzehnts der Anteil der Studierenden der
Münsteraner Hochschulen bezogen auf die Wohnberechtigte Bevölkerung
nicht weiter zugenommen. Der Anteil ha t sogar im Vergleich zum Zeitraum
der Zuzugsumfrage 2005 leicht abgenommen. So lagen die Studierenden-
anteile zwischen 2001 und 2004 bei ca. 20 %, während sie im Zeitraum
2009 - 2012 zwischen 16,9 % und 18 % lagen.
Die Ergebnisse der Zuzugsumfrage 2013 geben einen Aufschluss, welche so-
ziodemografischen Merkmale die Zugezo genen charakterisieren und welche
Haushaltstypen den Zuzug schwerpunkt mäßig tragen (vgl. Abb. 14, Seite
16).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
13
3 Zentrale Ergebnisse der Zuzugsumfrage 2013
3.1 Soziodemografische und sozioökonomische Merkmale der
Zugezogenen
Im Fragebogen wurden verschiedene soziodemografische und sozioöko-
nomische Merkmale erhoben, anhand de rer sich die Zugezogenen charakte-
risieren lassen. Der Vergleich zur Be völkerungsstruktur von Münster macht
deutlich, in welchen Punkten die Zu gezogenen hiervon abweichen und wel-
che Haushaltstypen im Zeitraum 2009 - 2012 vorrangig die Zuzüge getragen
haben.
Altersstruktur
Wie nach den Aussagen der Wanderungsst atistik zu erwarten, stellten die
18 - 24 -Jährigen mit 41,4 % die stärkste Altersgruppe im Rücklauf, gefolgt
von den 25 - 29 -Jährigen (23,3 %) und den 30 - 44 -Jährigen (20,3 %).
Bezogen auf die Altersstruktur in Müns ter wird damit unterstrichen, welche
Rolle die Zuzüge als „Jungbrunnen“ für Münster einnehmen (vgl. Abb. 9).
Abb. 9: Altersstruktur der erfassten Haushaltsmitglieder im
Vergleich zur Altersstruktur der Bevölkerung Münsters
41,4
23,3
20,3
10
3,7
1,4
14,2
11,3
24,1
30,1
20,3
0
18 - 24
Jahre
25 - 29
Jahre
30 - 44
Jahre
45 - 64
Jahre
65 Jahre
u. älter
ohne
Angabe
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
Rücklauf Zugezogene - Hauptwohnung, ab 18 J. ( n = 1.696 )
Einwohner MS - Hauptwohnung, ab 18 J. - per 31.12.2012 ( n = 247.458 )
in %
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
14
Berufliche und soziale Stellung
Die Angaben zur beruflichen und sozialen Stellung machen deutlich, dass die
Studierenden mit 41 % die größte Gru ppe unter den Zugezogenen stellen,
gefolgt von den ganztägig Berufstäti gen mit 35 % (vgl. Abb. 10). Dabei
dominieren die Studierenden in den Altersgruppen 18 - 20 Jahre (88 %) und
21 - 24 Jahre (76 %), während die Berufstätigen in der Altersgruppe 25 - 29
Jahre bereits 55 % ausmachen. Hier li egt der Studierendenanteil noch bei
32 %.
Abb. 10: Berufliche und soziale Stellung: Vergleich 2005 mit 2013
37 %
5,2 %
5,8 %
6,1 %
4,1 %
1,9 %
26,3 %
5,9 %
5,5 %
2 %
35 %
2,7 %
4,6 %
3,6 %
3,4 %
0,5 %
41 %
4,7 %
0,9 %
3,6 %
ganztägig berufstätig
Unternehmer / Freiberufler
teilzeitbeschäftigt (< 35 Std.)
nicht erwerbstätig, Elternzeit u.ä.
Ausb., Lehre, Freiw. Soziales Jahr u.ä.
Schüler/-in
Student/-in
Rentner/-in, Pensionär/-in
Hausfrau/-mann
ohne Angabe
0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %
Zuzugsumfrage 2013
Zuzugsumfrage 2005
Der Vergleich zur Zuzugsumf
rage 2005 zeigt, dass der Anteil der Studieren-
den weiter zugenommen hat (von 26 % auf 41 %), während der starke
Anteil der ganztägig Berufstätigen nahezu gleich geblieben ist (2005: 37 %,
2013: 35 %).
Vor dem Hintergrund der Diskussion um den „Rückzug im Alter nach Müns-
ter“ ist zu bemerken, dass die Gruppe der „Rentnerinnen/Rentner bzw. Pen-
sionärinnen/Pensionäre“ unter den Zugezogenen auch 2013 einen ähnlich
niedrigen Anteil wie 2005 einnahm (2005: 6 %, 2013: 5 %). Dieser niedrige
Anteil deckt sich mit den Hinweisen au s der Wanderungsstatistik zur Alters-
struktur der Zuzüge nach Münster.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
15
Höchster Bildungsabschluss
Die Ergebnisse zur beruflichen und sozialen Stellung werden durch die Anga-
ben zu den Bildungsabschlüssen bestätigt. Die Zuziehenden nach Münster
weisen hohe Bildungsabschlüsse auf. 41 % haben die „Allgemeine Hoch-
schulreife“, weitere 41 % verfügen bereits über einen Fach-/Hoch-
schulabschluss. Diese Werte haben si ch im Vergleich zur Zuzugsumfrage
2005 noch einmal deutlich erhöht (2005: 34 % Abitur, 28 % Fach-/Hoch-
schulabschluss) (vgl. Abb. 11).
Abb. 11: Höchster Bildungsabschluss: Vergleich 2005 mit 2013
6,1 %
12,6 %
10,2 %
33,5 %
28,2 %
3,6 %
0,6 %
5,2 %
1,5 %
4,2 %
6,5 %
41,2 %
40,6 %
2,3 %
0,4 %
3,4 %
Volks-/ Hauptschulabschluss
Realschulabschluss
Fachhochschulreife ("Fachabi")
Allgem. Hochschulreife ("Abi")
(Fach) Hochschulabschluss
Anderer Schulabschluss
( Bisher ) ohne Abschluss
Ohne Angabe
0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %
Zuzugsumfrage 2013
Zuzugsumfrage 2005
Einkommensstruktur (Haushaltsnettoeinkommen)
Für die Nachfrage auf de
m Wohnungsm arkt spielt das Einkommen der
Zuziehenden eine wichtige Rolle. Dabei entfielen die größten Anteile der Zu-
ziehenden auf die Einkommensklassen „bis unter 1.100 €“ (25 %), 1.100 -
< 2.000 €“ (22 %) und „3.200 € und mehr“ (18 %). Im Vergleich zu den
Ergebnissen des Mikrozensus für die Bevölkerung von Münster sind die
Zugezogenen in der Einkommensklasse „bis unter 1.100 €“ stärker und in
der Klasse „3.200 € und mehr“ etwas schwächer vertreten (vgl. Abb. 12),
was auf die Struktur der Zuziehenden (v. a. Studierende) zurückgeht.
Ein Vergleich der Haushaltsnettoeinkommen der Zugezogenen mit denen der
2007 - 2010 in das Umland von Münster gezogenen (Fortzugsumfrage 2011)
macht die hohe sozioökonomische Selekt ivität dieser beiden Wanderungs-
prozesse deutlich. Bei den Zugezogene n sind die niedrigeren Einkommens-
klassen („bis unter 1.100 €“, „1.100 - < 2.000 €“) deutlich stärker besetzt,
bei den Fortgezogenen in das Umland die höheren Einkommensklassen („ab
2.600 €“) (vgl. Abb. 13).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
16
Abb. 12: Monatliches Nettoeinkommen des Haushalts
- Zuzugsumfrage 2013 im Vergleich zum Mikrozensus 2011
22,4 %
26,3 %
12,2 %
9 %
20,5 %
9,6 %
24,9 %
21,8 %
11,1 %
7,8 %
18,2 %
16,1 %
bis unter 1.100 EURO
1.100 - < 2.000 EURO
2.000 - < 2.600 EURO
2.600 - < 3.200 EURO
3.200 EURO und mehr
ohne Angabe
0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 %
Zuzugsumfrage 2013
Mikrozensus NRW 2011
(Werte für Münster)
Abb. 13: Monatliches Nettoeinkommen des Haushalts – Zuzugs-
umfrage 2013 im Vergleich zur Fortzugsumfrage 2011*
4,3 %
13,7 %
14 %
15,3 %
17,5 %
10,1 %
8,4 %
16,7 %
24,9 %
21,8 %
11,1 %
7,8 %
7,5 %
5,2 %
5,4 %
16,1 %
bis unter 1.100 EURO
1.100 - < 2.000 EURO
2.000 - < 2.600 EURO
2.600 - < 3.200 EURO
3.200 - < 4.000 EURO
4.000 - < 5.000 EURO
5.000 EURO u. mehr
ohne Angabe
0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 %
Zuzugsumfrage 2013
Fortzugsumfrage 2011
*) Fortzug in das Umland 2007 - 2010 (vgl. V/0718/2012)
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
17
Haushaltstypen
Aus den Angaben zur Altersstruktur, zur Haushaltsgröße (vgl. Abb. 25, Seite
27) und zur Struktur der Haushalte (Z ahl der Erwerbspersonen und der Kin-
der) lassen sich Haushaltstypen bild en, mit denen lebenszyklusspezifische
Aspekte des Wanderungsverhaltens analysiert werden können. Die größte
Gruppe waren die der „jungen Singles“ (< 35 J.) mit 24,4 %, gefolgt von
den „jungen Paaren“(< 35 J.) mit 20,2 %. Die zugezogenen Studierenden
schlagen sich insbesondere auch in dem Anteil an Wohngemeinschaften mit
gesamt 28 % nieder (12,7 % WG mit 2 Personen, 15,3 % WG mit 3 und
mehr Personen). Damit lag dieser Wert noch über den Ergebnissen der Sozi-
alerhebung des Deutschen Studentenwerkes für 2012, wonach in Nordrhein-
Westfalen 21,9 % der befragten Studie renden in einer Wohngemeinschaft
wohnte.
Der Anteil der Familien unter den Zuziehenden lag bei insgesamt 10 % (inkl.
Ein-Eltern-Familien), wobei der größte Anteil mit 6,9 % auf die „Familien in
Expansion“ (Kinder < 6 J.) entfiel. Im Vergleich zur Zuzugsumfrage 2005 hat
sich der Anteil der „Familien“ damit nahezu halbiert (Umfrage 2005: gesamt
18,0 %). Der Anteil der „Wohngemeinschaften“ hat sich hingegen deutlich
erhöht (Umfrage 2005: gesamt 18,5 %). Insbesondere der Anteil der Wohn-
gemeinschaften mit drei und mehr Personen ist deutlich angestiegen (Um-
frage 2005: 8,5 %; Umfrage 2013: 15,3 %) (vgl. Abb. 14), was sicher auch
mit dem gestiegenen Studierendenanteil zusammenhängen dürfte.
Abb. 14: Haushaltstypen der zugezogenen Haushalte im Vergleich
mit der Zuzugsumfrage 2005
0
6,9
10,2
1,1
2,3
20,2
18,1
24,4
21
12,7
10
0
1,8
5,5
2,5
5,1
2,4
4,6
15,3
8,5
0
3,9
5,2
3,2
3
1
2,1
0
1,5
2
1,8
1,5
0 5 10 15 20 25 30 35
Expansion
(+ Kind/er < 6 J.)
alt
(ab 65 J.)
Zuzugsumfrage 2013 ( n = 1.696 )
Zuzugsumfrage 2005 ( n = 2.762 )
% % % % %
jung
(< 35 J.)
älter
(45-64 J.)
mittel
(35-44 J.)
%%
2013
2005
2013
2005
2013
2005
2013
2005
2013
2005
Familien
Ein-Eltern-
Familien
Paare
Singles
WG /
Sonstige*
alt
(ab 65 J.)
jung
(< 35 J.)
älter
(45-64 J.)
mittel
(35-44 J.)
Konsolidierung
(+ Kind/er 6-17 J.)
WG (2 Personen) WG (3 Personen) Sonstige *
%
*) "Sonstige" beinhaltet Mehrpersonenhaushalte (3 und mehr Personen)
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
18
3.2 Gründe für den Zuzug nach Münster
Mittels vorgegebener Kategorien wurde der ausschlaggebende Anlass für den
Umzug nach Münster erhoben, der dann mit einer weiteren Frage spezifiziert
wurde. Hauptmotive für de n Zuzug waren: „Ausbildung/Studium“ (45,4 %),
„Arbeit/Beruf“ (27,8 %) und „Persönliche/Private Gründe“ (20,2 %). Der
„Wunsch nach einem anderen Wohnumfeld“ (4,4 %) und der „Wunsch nach
einer anderen Wohnung“ (2,2 %) spielten demgegenüber kaum eine Rolle
(vgl. Abb. 15).
Abb. 15: Ausschlaggebender Grund für den Umzug nach Münster
45,4%
27,8%
20,2%
4,4%
2,2%
31%
31,2%
33,8%
4,1%
Ausbildung / Studium
Arbeit / Beruf *
Persönliche / Private Gründe
Wunsch nach einem
anderen Wohnumfeld **
Wunsch nach
einer anderen Wohnung
0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50%
Zuzugsumfrage 2013
Zuzugsumfrage 2005
*) in 2005: Summe "Eigene Person" und "Partner/in bzw. andreres Haushaltsmitglied"
**) in 2005: nicht abgefragt
Die Spezifizierung dieser Hauptkategorien macht
deutlich, dass der dominie-
rende Grund die „Aufnahme eines St udiums“ mit 32 % war, gefolgt vom
„Zusammenzug mit Partner/in oder sonstigen Personen“ (11 %). In der
Kategorie „Arbeit/Beruf“ waren mehrere Unterkategorien nahezu gleich-
gewichtig (z. B. „Wechsel des Arbeitgebers“ 8 %, „Erstanstellung in Münster“
7 %, „größere Nähe zum Arbeitsplatz “ 6 %, „berufliche Verbesserung in
Münster“ 5 %) (vgl. Abb. 16).
Der Vergleich dieser Ergebnisse mit der Zuzugsumfrage 2005 bestätigt die
2013 gestiegene Bedeutung der Studiere nden für den Zuzug nach Münster.
Während 2005 mit „Ausbildung/Studium“ (31,0 %) und „Arbeit/Beruf“
(31,2 %) zwei gleichgewichtige Hauptmotive den Zuzug nach Münster präg-
ten, stellt „Ausbildung/Studium“ mit 45,4 % 2013 nun das Hauptmotiv dar.
Die arbeitsmarktorientierten Zuzüge haben demgegenüber ihren Anteil na-
hezu beibehalten. Der leichte Rü ckgang von 31,2 % (2005) auf 27,8 %
(2013) könnte auch auf methodische Ve ränderungen zurückzuführen sein,
da der Wert für 2005 auch die Haushalt smitglieder einschloss, während sich
die Angaben für 2013 nur auf die befragte Person beziehen.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
19
Mit der gestiegenen Bedeutung des Mo tivs „Ausbildung/Studium“ (2013)
hängt sehr wahrscheinlich auch der de utlich gesunkene Anteil der „persönli-
chen/privaten Gründe“ zusammen (2005: 33,8 %; 2013: 20,2 %).
Abb. 16: Ausschlaggebende Gründe im Einzelnen für den Umzug
nach Münster
A u s b i l d u n g / S t u d i u m
Aufnahme eines Studiums 32 %
Wechsel des Studienortes
Größere Nähe zum Studienort
Beginn einer Ausbildung
A r b e i t / B e r u f
Wechsel des Arbeitgebers
Beendigung Ausbildung früherer Ort und Erstanstellung in Münster
Größere Nähe zum Arbeitsplatz
Berufliche Verbesserung in Münster
Versetzung durch Arbeitgeber nach Münster
Ohne Arbeit am früheren Ort und Aufnahme einer Arbeit in Münster
Verlegung der Arbeitsstelle nach Münster
P e r s ö n l i c h e / P r i v a t e G r ü n d e
Zusammenzug mit Partner/in oder sonstigen Personen
Umzug in die Nähe von Freunden, Bekannten, Kindern, Verwandten
Besseres Angebot an Kultur, medizinischer Versorgung, Einzelhandel
Haushaltsverkleinerung (z.B. Auszug der Kinder)
Auszug aus dem Haushalt der Eltern
Haushaltsvergrößerung durch Kinder
A n d e r e s W o h n u m f e l d
Wunsch nach "städtischem" Wohnen
Gute Einkaufsmöglichkeiten
Gute Anbindung an Bus und Bahn
Gute Nachbarschaft
Weniger Lärm u. andere Umweltbeeinträchtigungen
Mehr Grünflächen
Gutes Angebot an Betreuungs-/Bildungsmöglichkeiten für Kinder
Sicheres Wohnumfeld
A n d e r e W o h n u n g ( Wunsch nach … )
... bezahlbarer Wohnung
... kleinerer Wohnung
... besser ausgestattete, komfortablere Wohnung
... eigener Wohnung
... seniorengerechter, barrierefreier Wohnung
... Garten / Terrasse / Balkon
... größerer Wohnung
… Umzug in Seniorenstift, -wohnanlage
... eigenem Haus
... ( besser ) modernisierter Wohnung
3 %
2 %
11 %
2 %
6 %
3 %
2 %
2 %
1 %
5 %
5 %
3 %
8 %
7 %
6 %
5 %
2 %
2 %
1 %
3 %
1 %
1 %
1 %
1 %
1 %
0 %
0 %
1 %
0 %
0 %
0 %
0 %
0 %
0 %
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
20
3.3 Wohnungssuche – Räumliche Präferenzen und gesuchter W oh-
nungstyp
Suchraum der Wohnungssuche
Im Hinblick auf die räumlichen Präfer enzen wurde zunächst der Suchraum
der Zugezogenen erhoben. Dabei wird deutlich, dass 41 % das gesamte
Stadtgebiet von Münster in ihre Suche einbezogen haben, während sich ein
ebenso großer Anteil (41 %) auf bestimmte Stadtteile konzentriert hat.
Die Stadtteile mit den meisten Einzel nennungen lagen in der Innenstadt,
hinzu kam der universitätsnahe Stadtteil Gievenbeck. Dies gibt erste Hinwei-
se auf die besonders nachgefragten La gen. Für 13 % hat sich die Suche so-
wohl auf Münster als auch auf das Umland erstreckt. Hier ist es dann im
Suchprozess zu einer Entscheidung für Münster gekommen (vgl. Abb. 17).
Abb. 17: Gebiet der Wohnungssuche
41 %
41 %
13 %
6 %
davon (Top 5)
Münster
+ Umland
Münster -
gesamtes
Stadtgebiet
Münster -
bestimmte
Stadtteile
keine
Suche
Kreuzviertel ( 6,1 % )
Altstadt ( 3,2 % )
Gievenbeck ( 3,0 % )
Geistviertel ( 2,6 % )
Aaseestadt ( 2,2 % )
Sonstige
Stadtteile
(23,7 %)
Lagepräferenzen bei der Wohnungssuche
Nach de
m Suchraum wurde die Stando rtpräferenz für bestimmte Lagetypen
ermittelt. Hier wurde gegenübergeste llt, welche Lage bei der Wohnungs-
suche bevorzugt gesucht wurde und wo die jetzige Wohnung der Zugezoge-
nen liegt. Bei der Suche bevorzugt wurd en die „Innenstadt“ (31 %) und der
„Innenstadtrand“ (29 %). Demgegenüber war die „Stadt(teil)randlage im
Grünen“ nur bei 7 % die gesuchte Lage.
Heute wohnt der überwiegende Anteil der Zugezogenen nach eigener Ein-
stufung im „Innenstadtrand“ (31 %), gefolgt von der Innenstadt (21 %) und
der „ruhigen Stadtteillage“ (20 %) (vgl . Abb. 17). Auf „( Nähe zum) Stadt-
teilzentrum“ sowie die „Stadt(teil)randlage im Grünen“ entfielen mit 14 %
und 13 % ähnliche Anteilsgrößen.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
21
Abb. 18: Lage der heutigen und der gesuchten Wohnung
21
31
31
29
14
10
20 12
13
7
0
10
jetzige
Wohnung
in Münster
Bei
Wohnungssuche
bevorzugt
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Innenstadt Innenstadtrand
(Nähe) Stadtteilzentrum Ruhige Stadtteillage
Stadt(teil)randlage im Grünen Sonstiges / o.A.
n= 2.022n= 1.707
Diese grundsätzlichen Aussa
gen lassen sich nach einzelnen Haushaltstypen
differenzieren (vgl. Abb. 18). Die „Innenstadt“ bzw. den „Innenstadtrand“ su-
chen überproportional stark „Wohngemeinschaften“ (ab 3 Personen: 78 %,
2 Personen: 67 %) „jüngere Singles“ (65 %) und „jüngere Paare“ (62 %).
Aber auch bei den „Familien“ werden hier Werte von nahezu 40 % erreicht
(Familien in Expansion 38 %, Familien in Konsolidierung 41 %). Darüber
hinaus wurde von Familien und Paaren ab 35 Jahren auch die ruhige Stadt-
teillage gesucht. Ebenso spielt auch die Stadt(teil)randlage eine Rolle. Für
„Singles ab 65 Jahren“ ist auch die „Nähe zum Stadtteilzentrum“ ein rele-
vanter Suchraum (vgl. Abb. 19).
Wenn den Wünschen die heutige Lage der Wohnung gegenübergestellt wird,
zeigt sich, dass die Orientierung auf di e Innenstadt nicht immer realisiert
werden konnte. Häufig resultierte aus dem Wunsch „Innenstadt“ dann der
„Innenstadtrand“ als Wohnstandort. Hier finden sich hohe Anteile an Wohn-
gemeinschaften (ab 3 Personen: 71 %, 2 Personen: 55 %) sowie „jüngere
Paare“ (56 %) und „jüngere Singles“ (55 %). Ebenso führte die Nachfrage
dann auch in andere Lagekategorien, wie „(Nähe zum) Stadtteilzentrum“,
„Ruhige Stadtteillage“ und „Stadtte il(rand)lage“. So wohnen nun auch
beträchtliche Anteile der Familien in der „Ruhigen Stadtteillage“ (z. B. „Fami-
lien in Expansion“ 25 %) und in de r „Stadtteil(rand)lage“ (26 %), wenn-
gleich auch die „Innenstadt“ (15 %), der „Innenstadtrand“ (17 %) und die
„Nähe zum Stadtteilzentrum“ (16 %) relevante Wohnstandorte darstellen
(vgl. Abb. 20).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
22
Abb. 19: Bevorzugte Lage bei der Wohnungssuche
- nach Haushaltstypen
31
17 12 10
29
15 12 15
36
25 26
16
35
44
29
21 29 30
33
23
22
23
29
30 25
9
32
34
10
14 12 10
9
4 8 4
10
9
8
16
14
9
12
19
24 25
13
19 21 15
12
11 16
16
7
7
7
18 6 5
7
19 15
19
4
16 10
3
3
110 12 18 20
7
19 22 23
8 9 15
41
9 5
INSGE-
SAMT
Fam./
Expansion
(+Ki. < 6)
Fam./
Konsoli-
dierung
1-Eltern-
Fam.
Paare,
jüngere
(18-34 J.)
Paare,
mittlere
(35-44 J.)
Paare,
ältere
(45-64 J.)
Paare,
alt
(65+)
Singles,
jüngere
(18-34 J.)
Singles,
mittlere
(35-44 J.)
Singles,
ältere
(45-64 J.)
Singles,
alt
(65 +)
WG
(2 Pers.)
WG
(ab 3 P.)
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Innenstadt Innenstadtrand (Nähe) Stadtteilzentrum
Ruhige Stadtteillage Stadt(teil)randlage Sonstiges / o.A.
n=2.022 n=139 n=20 n=418 n=52 n=73 n=26 n=498 n=44 n=61 n=32 n=258 n=314n=34
Abb. 20: Lage der jetzigen Wohnung - nach Haushaltstypen
21 15 10 6
21 16 12
24 26
20
11
18 22 28
31
17 27
17
35
18 26
20
29
27
30
21
33
43
14
16 10
11
11
7
26 8
13
17
17 21
17
1120
25 23 50
20
25
20
24
20 24
22
21
20
15
13
26 30
17 13
34
16
24
11 12
20 15
8 4
INSGE-
SAMT
Fam./
Expansion
(+Ki. < 6)
Fam./
Konsoli-
dierung
1-Eltern-
Fam.
Paare,
jüngere
(18-34 J.)
Paare,
mittlere
(35-44 J.)
Paare,
ältere
(45-64 J.)
Paare,
alt
(65+)
Singles,
jüngere
(18-34 J.)
Singles,
mittlere
(35-44 J.)
Singles,
ältere
(45-64 J.)
Singles,
alt
(65 +)
WG
(2 Pers.)
WG
(ab 3 P.)
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Innenstadt Innenstadtrand (Nähe) Stadtteilzentrum
Ruhige Stadtteillage Stadt(teil)randlage
n=1.707 n=117 n=18 n=342 n=44 n=69 n=25 n=414 n=41 n=54 n=33 n=215 n=261n=30
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
23
Gesuchter und realisierter Wohnungstyp
Um die Nachfragepräferenzen der Zu gezogenen weiter kennenzulernen,
wurde auch erhoben, welcher Wohnungs typ von den Befragten gesucht und
welcher Wohnungstyp schließlich bezogen wurde.
Hinsichtlich der Suche hat sich gezeigt, dass mit 62 % der überwiegende Teil
eine „normale Wohnung“ im Hinblick auf Grundriss und Ausstattung gesucht
hat, demgegenüber entfielen auf „Gehobenes Wohnen“ (großzügige Ausstat-
tung/großzügiger Grundriss) 18 %. „G emeinschaftsorientierte Wohnformen“
(z. B. besondere Wohnprojekte) habe n 8 % gesucht, beim „Ökologischen
Wohnen“ (z. B. Niedrigenergiehaus) be trug der Anteil 6 %. „Barrierefrei-
es/barrierearmes Wohnen“ standen bei 3 % im Fokus der Suche.
Die hohe Orientierung auf „normales Wohnen“ hängt sicher auch mit der
Einkommenssituation der Zuziehenden zusammen (vgl. Abb. 21).
Abb. 21: Gesuchter und bezogener Haus-/ Wohnungstyp
70%
13%
8%
2%3%5%
Normale Wohnung Gehobenes Wohnen
Gemeinschaftsorientierte Wohnformen Ökologisches Wohnen
Barrierearmes/-freies Wohnen Sonstiges
62% 18%
8%
6%
3%4%
n= 1.733
Jetzige Wohnung / jetziges Haus Gesuchter Wohnungstyp
n= 1.728
Grundsät
zlich konnten die Zugezogenen ihre Präferenzen weitgehend auf
dem Münsteraner Wohnungsmarkt realis ieren. 70 % stuften ihre aktuelle
Wohnung als „normal“ ein (Suche 62 %). Nicht realisierte Präferenzen
(Unterschied zwischen Wunsch und Rea lität) zeigen sich beim „gehobenen
Wohnen“ (5 %-Punkte-Differenz) und beim „Ökologischen Wohnen“ (4 %-
Punkte-Differenz).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
24
Weitergehende Aufschlüsse über die Präf erenzen liefert eine Differenzierung
nach Haushaltstypen. Hier zeigt sich nachvollziehbar, dass der Wunsch nach
„barrierefreiem/barrierearmem Wohnen“ insbesondere bei „Singles über 65
Jahren“ (29 %), bei „Paaren über 65 Jahren“ (24 %) und bei „Paaren 45 -
64 Jahre“ (16 %) besonders ausgeprägt ist. Der Wunsch nach „gemein-
schaftsorientierten Wohnformen“ wird insbesondere von Wohngemeinschaf-
ten (ab 3 Personen: 19 %, 2 Personen: 14 %) artikuliert.
Überproportional hohe Anteile nach gehobenem Wohnen finden sich bei
„Familien mit älteren Kindern“ (67 %), „Paaren über 65 Jahren“ (48 %),
„Paaren zwischen 45 - 64 Jahren“ (40 %) und „Familien mit kleinen Kindern“
(30 %). Allerdings ist zu berücksichti gen, dass diese Haushaltstypen - mit
Ausnahme der Familien mit kleinen Kinder n - nur relativ kleine Anteile unter
den Zugezogenen ausgemacht haben (vgl. Abb. 22).
Abb. 22: Gesuchter Haus-/ Wohnungstyp - nach Haushaltstypen
62
54
17
56
67
57
33
24
74 74
56
25
66 61
18 30
67
22
25
35
40
48
10 9
20
14
7
8
8 3 7
2
3 4
5 7
9
7
14 19
6 11 3
11
5
9
3
7
4
4
6 63
3 7 11
1
5 16
24
1 9
29
2
4 3 7 22
21
5 5
INSGE-
SAMT
Fam./
Expansion
(+Ki. < 6)
Fam./
Konsoli-
dierung
1-Eltern-
Fam.
Paare,
jüngere
(18-34 J.)
Paare,
mittlere
(35-44 J.)
Paare,
ältere
(45-64 J.)
Paare,
alt
(65+)
Singles,
jüngere
(18-34 J.)
Singles,
mittlere
(35-44 J.)
Singles,
ältere
(45-64 J.)
Singles,
alt
(65 +)
WG
(2 Pers.)
WG
(ab 3 P.)
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Normale Wohnung Gehobenes Wohnen Gemeinschaftsorientierte Wohnformen
Ökologisches Wohnen Barrierearmes/-freies Wohnen Sonstiges
n=1.733 n=119 n=18 n=357 n=37 n=70 n=25 n=410 n=43 n=55 n=28 n=228 n=273n=30
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
25
3.4 Gründe für die Wahl des Stadtteils und heutiger Wohnort
in Münster
Neben de
n Lagepräferenzen wurde auch erhoben, aus welchen Gründen der
Zuzug in den heutigen Stadtteil in Münster erfolgte. Dabei stellten sich unter
den Mehrfachnennungen zwei Gründe al s besonders wichtig heraus: „Nähe
zum Arbeitsplatz, Ausbildungs-/Studi enort“ (46 %), „Nähe zur Innenstadt“
(40 %). Weitergehende Relevanz besaßen auch „Angebot an Wohnungen/
Grundstücken“ (25 %), „Nähe zu Grün- und Erholungsflächen“ (20 %) und
der „gute Eindruck/gute Ruf des St adtteils“ (17 %). Immerhin 20 % der
Mehrfachnennungen entfielen auch auf die Kategorie „Stadtteil war für mich
gleichgültig/war zufällig“ (vgl. Abb. 23).
Abb. 23: Gründe für die Wahl des Stadtteils
Nähe zum Arbeitsplatz, Ausbildungs-/ Studienort
Wegen der Nähe zur Innenstadt
Wegen des Angebots an Wohnungen/ Grundstücken
Stadtteil war mir gleichgültig / war zufällig
Wegen der Nähe zu Grün- und Erholungsflächen
Guter Eindruck / guter Ruf des Stadtteils
Bin mit Anderen im Stadtteil zusammengezogen
Hier wohnen Verwandte/ Kinder, Freunde/ Bekannte
Wegen des guten Angebots an Bussen/ Bahnen
Weil es hier gute Einkaufsmöglichkeiten gibt
Weil der Stadtteil einen "städtischen" Charakter hat
Sonstiger Grund: Günstige Miete
Wegen der guten Freizeitangebote
Gutes Angebot an Schulen / Schulformen
Gutes Angebot an Kindertagesbetreuung
Sonstiger Grund: Weitere Nennungen
1 %
1 %
n= 1.686
(Ø 2,3 Nennung pro Befragten)
17 %
11 %
4 %
2 %
40 %
46 %
25 %
9 %
9 %
5 %
11 %
10 %
20 %
20 %
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
26
Wie stark der Einfluss der Lebenslage auf die Kriterien der Standortwahl ist,
macht eine Gegenüberstellung der Gründe für die Wahl des Stadtteils von
Studierenden und Familien deutlich (vgl. Abb. 24).
Bei den Studierenden dominiert die „N ähe zum Studienort“ (55 %), gefolgt
von der „Nähe zur Innenstadt“ (38 %). Hinzu kommt das „Angebot an Woh-
nungen/Grundstücken“ (26 %), wobei auch 26 % der Nennungen auf die
Kategorie „Stadtteil war für mich gleichgültig/war zufällig“ entfielen.
Auch bei Familien kommt der „Nähe zur Innenstadt“ eine wichtige Rolle zu,
auf diese Kategorie entfielen sogar die meisten Nennungen. Hinzu kommen
weitere, nahezu gleichgewichtige Gründe: „Nähe zum Arbeitsplatz“ (28 %),
„Nähe zu Grün- und Erholungsflächen“ (28 %), „Angebot an Wohnungen/
Grundstücken“ (24 %), „guter Eindruck/guter Ruf des Stadtteils“ (23 %),
„Nähe zu Verwandten/Kindern, Freunde/Bekannten“ (19 %).
Abb. 24: Gründe für die Wahl des Stadtteils
- Studierende und Familien
55%
38%
26%
26%
15%
14%
13%
8%
8%
5%
5%
3%
2%
0%
0%
4%
Nähe zum Arbeitsplatz, Ausbildungs-/ Studienort
Wegen der Nähe zur Innenstadt
Wegen des Angebots an Wohnungen/ Grundstücken
Stadtteil war mir gleichgültig / war zufällig
Wegen der Nähe zu Grün- und Erholungsflächen
Bin mit Anderen im Stadtteil zusammengezogen
Guter Eindruck / guter Ruf des Stadtteils
Weil es hier gute Einkaufsmöglichkeiten gibt
Wegen des guten Angebots an Bussen/ Bahnen
Sonstiger Grund: Günstige Miete
Hier wohnen Verwandte/ Kinder, Freunde/ Bekannte
Weil der Stadtteil einen "städtischen" Charakter
Wegen der guten Freizeitangebote
Gutes Angebot an Schulen / Schulformen
Gutes Angebot an Kindertagesbetreuung
Sonstiger Grund: Weitere Nennungen
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
Studierende Familien
55%
38%
26%
26%
15%
14%
13%
8%
8%
5%
5%
3%
2%
0%
0%
4%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
28%
34%
24%
13%
28%
11%
23%
10%
11%
2%
19%
7%
3%
8%
6%
8%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
n= 194
(Ø 2,3 Nennung pro Befragten)
n= 696
(Ø 2,2 Nennung pro Befragten)Diese Präferenzen haben sic
h in folg endem Standortmuster niedergeschla-
gen. Die Mehrzahl der Zugezogenen wo hnt im Stadtbezirk Mitte (59,9 %),
wovon alleine 30 % auf den Bereich innerhalb des Innenstadtrings entfallen.
Der hohe Anteil des Stadtbezirks West (22,6 %) geht wesentlich auf den
Stadtteil „Gievenbeck“ mit 12,9 % zurück. Im Vergleich zu ihrem Anteil an
der Münsteraner Bevölkerung wurden die weiteren Außenstadtbezirke unter-
proportional als Wohnstandorte gewählt (vgl. Abb. 3, Seite 7).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
27
3.5 Wohnsituation nach dem Umzug
Von großer Bedeutung für die Nachfr age auf dem Wohnungsmarkt und die
realisierte Wohnsituation sind die Ha ushaltsgrößen und Haushaltstypen der
Zugezogenen. Daher werden zunächst di e bereits in Kapitel 3.1 ermittelten
und erläuterten Haushaltstypen in Be ziehung zu den nachfragenden Haus-
haltsgrößen gesetzt. Danach werden zentrale Elemente der Wohnsituation
erläutert wie Wohnfläche und Zahl de r Räume, bewohnter Gebäudetyp (Ein-
familien-, Mehrfamilienhaus, Studentenwohnheim) sowie die Frage von Miete
und Eigentum. Abschließend werden di e Veränderungen der Wohnsituation
im Rahmen des Zuzugs nach Münster an alysiert, da diese eine wesentliche
Hintergrundinformation für die Bewe rtung des Wohnstandorts Münster und
der aktuellen Wohnsituation liefern (vgl. Kap. 3.6).
Haushaltsgrößen und Haushaltstyp en der bis 2013 verbliebenen
Haushalte
Wie die Analyse der Zuzugsmotive bereits deutlich gemacht hat, war das Zu-
zugsgeschehen zwischen 2009 und 2012 insbesondere durch Zuziehende
geprägt, die in Münster ein Studiu m aufgenommen haben (32 %). Zusam-
men mit den weiteren zuziehenden Studie renden hat sich dies nicht nur in
der hohen Zahl der Ein-Personen-Haushalte (u. a. „Singles 18 - 24 J.“) nie-
dergeschlagen, sondern zeigt sich au ch bei den Wohngemeinschaften mit
zwei Personen (12,7 %) bei den Zwei -Personen-Haushalten sowie über die
Wohngemeinschaften mit drei und mehr Personen bei den jeweiligen Haus-
haltsgrößen.
Abb. 25: Haushaltsgrößen nach Haushaltstypen
0
13,4
6,4
6
3,4
0,9
0
0
11,1
13,8
8,5
4,7
2
0
7,9
8,4
0
12,7
0
0,7
1-Pers-
Haushalte
2-Pers.-
Haushalte
3-Pers.-
Haushalte
4-Pers.-
Haushalte
Haushalte
ab 5 Pers.
0 1 02 03 04 05 0
Familien*
n = 1.690
1-Eltern-Familien
% % % %
Paare (18-24 J.)
3er-WG's
%%
*) inkl. 1-Eltern-Familien
2er-WG's
Familien*
Familien* WG's
4er-WG's
Singles (18-24 J.) Singles (35 +/ o.A.)
Paare (35 +/ o.A.)
Singles (25-34 J.)
Paare (25-34 J.)
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
28
Abbildung 25 verdeutlicht, dass bei den Zuziehenden, die bis Anfang 2013 in
Münster verblieben sind und die an de r Umfrage teilgenommen haben, der
Anteil der Wohngemeinschaften bei den Haushalten mit drei Personen und
mehr jeweils größer ist al s der Anteil der Familien. Ebenso zeigt sich auch
die Rolle der arbeitsmarktbedingten Zu züge bei den Singles und Paaren in
der Altersgruppe 25 - 34 Jahre (11,1 % bzw. 13,8 %), wobei bei den Paaren
auch persönliche/private Gründe als zweitwichtigster Zuzugsgrund von
Bedeutung sind.
Wohnfläche und Zahl der Räume
Insgesamt zeigt sich eine relativ gleichmäßige Verteilung auf die einzelnen
Wohnflächenklassen bis 90 m². Dabei betr ug der Anteil in der Klasse „46 -
60 m²“ 19 %, auf die Klassen „61 - 75 m²“ entfielen 17 % und „bis zu
30 m²“ 16 %. Mit dem Umzug kommt es bei den befragten Haushalten zu
einer Verkleinerung der Wohnfläche vo n durchschnittlich 109 m² auf 67 m²
in der jetzigen Wohnung in Münster. Dies lässt sich wesentlich auf den Zu-
zug von Erstsemestern zurückführen, die zuvor im elterlichen Haushalt
wohnten.
Auch die Zahl der Räume (ohne Berück sichtigung von Küche und Bad) ver-
ringerte sich mit dem Zugzug. 28% der Befragten wohnen nun in „zwei Räu-
men“, 27 % „in drei Räumen“ und 18 % „in einem Raum“ (vgl. Abb. 26).
Abb. 26: Jetzige und frühere Wohnung
- nach Wohnfläche und Zahl der Räume
16%
12%
19%
17%
14%
10%
3%
4%
5%
8%
6%
12%
10%
8%
17%
6%
22%
11%
bis 30 m²
31 - 45 m²
46 - 60 m²
61 - 75 m²
76 - 90 m²
91 - 120 m²
121 - 140 m²
ab 141 m²
ohne Angabe
0% 10% 20% 30% 40% 50%
Jetzige Wohnung in Münster
( Ø = 67 m² )
Frühere Wohnung außerhalb Münsters
( Ø = 109 m² )
- nach Wohnfläche - nach Zahl der Räume
18%
28%
27%
13%
10%
4%
10%
16%
16%
10%
40%
8%
1 Raum
2 Räume
3 Räume
4 Räume
ab 5 Räume
ohne Angabe
0% 10% 20% 30% 40% 50%
Jetzige Wohnung in Münster
( Ø = 2,7 Räume )
Frühere Wohnung außerhalb Münsters
( Ø = 4,4 Räume )
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
29
Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Studentenwohnheim
Insgesamt 74 % der Zugezogenen wo hnen in einem Mehrfamilienhaus:
davon 55 % in einem Haus ab 5 Wohnun gen zu Miete, 16 % in einem Haus
mit bis zu 4 Wohnungen zu Miete und 3 % in einer Eigentumswohnung.
In einem freistehenden Einfamilienhaus bzw. Doppel-, Re ihenhaus wohnen
insgesamt 11 % der Zugezogenen. Hiervon leben 7 % in einem Mietobjekt,
jeweils 2 % sind Eigentümerin bzw. Eigentümer eines freistehenden Einfami-
lienhauses und jeweils 2 % eines Do ppel-/Reihenhauses. Von allen Zuge-
zogenen, die sich an der Umfrage beteiligt haben und bis Anfang 2013 in
Münster verblieben waren, wohnten 7 % im Studentenwohnheim (vgl. Abb.
27).
Abb. 27: Aktuelle Wohnsituation der Zugezogenen
14%
5%
7%
55%
16%
7%
3%
2%2%
Jetzige Wohnung
in Münster
Jetzige Wohnung
- nach Wohnart und Wohnform -
8 %
( im Eigentum )
79 %
( zur Miete )
14 %
(ohne Angabe)
im Eigentum: Efa
im Eigentum: DH / RH
im Eigentum: ETW
zur Miete: Efa + DH/ RH
zur Miete:
Mefa - bis 4 Wohnungen
zur Miete:
Mefa - ab 5 Wohnungen
zur Miete: Wohnheim
zur Miete: Sonstiges / o.A.
Diese Durchschnittswerte müssen ents prechend den ei
nzelnen Haushalts-
typen weiter differenziert werden. So wohnen von den „Familien in Expan-
sion“ und den „Sonstigen Familienformen“ 21 % in einem eigenen Einfamili-
en-, Doppel- oder Reihenhaus. Bei de n „Paaren über 35 Jahren“ beträgt die-
ser Anteil 29 %. Auch ein gemietetes „Einfamilien-, Reihen-, Doppelhaus“
spielt bei den Familien eine große Rolle: „Familien in Expansion“ 20 %,
„Sonstige Familienformen“ 26 %. Der Anteil derjenigen, die zur Miete im
Studentenwohnheim wohnen, ist erwartungsgemäß bei den „jüngeren
Singles (18 - 34 Jahre)“ mit 17 % überdurchschnittlich hoch (vgl. Abb. 28).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
30
Abb. 28: Aktuelle Wohnsituation der Zugezogenen
- nach Haushaltstypen
50 45
29
51
5
21
21
1
29
2
1
2
1
1
7
3
6
2
4
7
4
20
26
2
9
4
10
6
7
16
13
16
16
26
16
12
16
12
19
55
60
37
26
69
28
55
52
67
58
7
15
2
17
5
10
6
4
5
3
5
1
7
13
7
4
1
2
1
1
1
2
3
1
1
Insgesamt
darunter: Studenten
Familien / Expansion
Sonstige insg.*
Paare, jüngere (18-34 J.)
Sonstige Paare insg.
Singles, jüngere (18-34 J.)
Sonst. Singles insg.
WG (2 Personen)
WG (ab 3 Personen)
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Eigentum: Efa + DH/RH Eigentum: Mefa + Sonstiges
Miete: Efa + DH/RH Miete: Mefa - bis 4 Wohnungen
Miete: Mefa - ab 5 Wohnungen Miete: "Wohnheim"
Miete: Sonstiges ohne Angabe
*) beinhaltet: Familien/Konsolidierung, Ein-Eltern-Familien und Familien mit 3 und mehr Erwachsenen
Verhältnis von Miete und Eigentum
Von den Zugezogenen wohnen 8 % im Eigentum und 91 % zur Miete. Dieser
Durchschnittswert lässt sich nach den einzelnen Haushaltstypen deutlich dif-
ferenzieren. Einen hohen Eigentumsant eil zeigen insbesondere „Familien“
(Familien in Expansion 21 %, Sonstige Familienformen 29 %) und „Paare
jenseits der 35 Jahre“ (35 %) (vgl. Abb. 29).
Abb. 29: Aktuelle Wohnsituation (Miete/Eigentum)
- nach Haushaltstypen
50 45
29
51
8
2
21
29
5
35
2
7
1
91
96
78
70
94
65
96
90
97
98
1
2
1
1
1
2
3
1
1
Insgesamt
darunter: Studenten
Familien / Expansion
Sonstige insg.*
Paare, jüngere (18-34 J.)
Sonstige Paare insg.
Singles, jüngere (18-34 J.)
Sonst. Singles insg.
WG (2 Personen)
WG (ab 3 Personen)
0% 20% 40% 60% 80% 100%
Eigentum Miete ohne Angabe
*) beinhaltet: Familien/Konsolidierung, Ein-Eltern-Familien und Familien mit 3 und mehr Erwachsenen
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
31
Diese Gruppen besaßen zum Teil schon vor dem Zuzug nach Münster Eigen-
tum: „Familien in Expansion“ 13 %, „sonstige Familienformen“ 11 %; „Paare
45 - 64 Jahre“ 26 %, „Paare über 65 Jahre“ 40 %. Zum Teil war der Umzug
aber auch mit Eigentumsbildung verb unden: „Familien in Expansion“ 8 %,
„Sonstige Familienformen“ (Familien/Konsolidierung, Ein-Eltern-Familien und
Familien mit 3 und mehr Erwachsenen) 14 %, „Paare 35 - 44 Jahre“ 9 %,
„Paare 45 - 64 Jahre“ 18 %.
Grundsätzlich ist hinsichtlich der Re levanz dieser Gruppen für den Woh-
nungs- und Immobilienmarkt zu berücksi chtigen, dass diese Haushaltstypen
nur mit relativ geringen Anteilen un ter den Zuziehenden vertreten sind
(Familien: 10 %; Paare über 35 Jahre: 8 %) (vgl. Abb. 30).
Abb. 30: Bedeutung der Eigentumsbildung - nach Haushaltstypen
48
58
50
57
67
39
12
44
78
65
35 39 42
39 19
17
34
19
14
48
47
12
28
39
51
54
3
8
14
3 9
18
2 2
6
4 13
11
2 2
26
40
2
2
6
1
6 3 7 4 2 3 7 7 4
13 8 4
INSGE-
SAMT
Fam./
Expansion
(+Ki. < 6)
Sonstige
Familien-
formen
Paare,
jüngere
(18-34 J.)
Paare,
mittlere
(35-44 J.)
Paare,
ältere
(45-64 J.)
Paare,
alt
(65+)
Singles,
jüngere
(18-34 J.)
Singles,
mittlere
(35-44 J.)
Singles,
ältere
(45-64 J.)
Singles,
alt
(65 +)
WG
(2 Pers.)
WG
(ab 3 P.)
0%
20%
40%
60%
80%
100%
Miete -> Miete Eigentum -> Miete Miete -> Eigentum Eigentum -> Eigentum o. A.
n=1.696 n=117 n=342 n=43 n=66 n=25 n=413 n=41 n=54 n=31 n=215 n=259n=70
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
32
Veränderung der Wohnsituation mit dem Zuzug
Mit dem Zuzug kommt es zu einer de utlichen Veränderung der Wohnsituati-
on. Von 49,2 %, die zuvor in einem freistehenden Einfamilien-, Doppel-,
Reihenhaus gewohnt haben, leben nun 41,8 % in einer Wohnung in einem
Mehrfamilienhaus. Lediglich 3,5 % zoge n aus einem Mehrfamilienhaus in ein
Einfamilienhaus (vgl. Abb. 31).
Abb. 31: Wohnsituation vor dem Zuzug und heute in Münster
Efa/DH/RH
(49,2 %)
Mefa
(40,4 %)
Efa/DH/RH
Efa/DH/RH
Mefa
Mefa
o. A.
o. A.
(10,4%) o. A.
Jetzige
Wohnung
in Münster
Frühere
Wohnung
außerhalb Münsters
-->
Efa/DH/RH
Mefa
6,7%
36,5%
6,1%
o. A.
41,8%
3,5%
3,7%
Diese Prozesse stehen im Ei
nklang mit der Verringerung der durchschnitt-
lichen Wohnfläche von 109 m² auf 67 m² und der Verringerung der bewohn-
ten bzw. zur Verfügung stehenden Räume von 4,4 auf 2,7 Räume.
Hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse haben 39 % angegeben, aus dem Ei-
gentum am früheren Wohnort in ein ge mietetes Objekt gezogen zu sein.
Hiervon entfallen 23 % auf Studierend e. Unter allen Zugezogenen nutzten
nur 3 % den Zuzug nach Münster zur Eigentumsbildung. Diese Veränderun-
gen der Wohnsituation mit dem Zuzug verdeutlichen den Erfahrungshinter-
grund, vor dem die Zugezogenen ihre he utige Wohnsituation in Münster be-
werten.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
33
3.6 Zufriedenheit mit Münster als Wohnstandort und mit der
heutigen Wohnsituation
Zufriedenheit mit Wohnung, Stadtteil/-viertel und Münster
Die Bewertungen machen die überaus hohen Zufriedenheitswerte der Be-
fragten deutlich (vgl. Abb. 32). Diese fallen besonders gut für Münster all-
gemein aus: Hier waren 42 % „sehr zu frieden“ und weitere 46 % „zufrie-
den“. Der Anteil der „nicht Zufriedene n“ bzw. sehr Unzufriedenen“ lag nur
bei 2 %. Im Vergleich dazu lagen die Zufriedenheitswerte für die ehemaligen
Wohnorte der Befragten bei 25 % für „sehr zufrieden“ und 40 % für „zufrie-
den“. Insbesondere der Anteil der „sehr zufriedenen“ ist damit in Münster
deutlich höher (vgl. Abb. 32).
Abb. 32: Zufriedenheit mit dem alten und dem neuen Wohnstandort
Wie zufrieden sind Sie / waren Sie mit ... ?
... Ihrer
jetzigen
Wohnung
... Ihrem
jetzigen
Stadtteil/-viertel
... ganz
allgemein
mit Münster
... Ihrem
früheren
Wohnort
0%
20%
40%
60%
80%
100%
1 = sehr zufrieden 2 = zufrieden 3 = teils / teils 4 = nicht zufrieden 5 = sehr unzufrieden
Ø = 2,0 Ø = 1,9 Ø = 1,7 Ø = 2,3
31
45
19
34
44
17
42
46
10
25
40
23
n= 1.649n= 1.676n= 1.673n= 1.684
Auch die Zufriedenheitswerte für das jetzige Stadtviertel und die jetzige
Wohnung fallen gut aus, sind aber im Vergleich zu Münster insgesamt etwas
schwächer. Sie liegen für das jetzige Stadtviertel bei 34 % für „sehr zufrie-
den“ und 44 % für „zufrieden“, mit der jetzigen Wohnung sind 31 % „sehr
zufrieden“ und 45 % „zufrieden“.
Hinsichtlich der Wohnung fallen die Zu friedenheitswerte der Eigentümer
(64 % „sehr zufrieden“, 32 % „zufrieden“) noch deutlich besser aus als die
der Mieter (28 % „sehr zufrieden“, 46 % „zufrieden“).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
34
Hinsichtlich der Zufriedenheit mit dem Stadtviertel zeigen sich – bezogen auf
den Anteil „sehr gut“ – besonders gute Werte im Stadtbezirk Mitte (40 %
„sehr gut“) und im Stadtbezirk Hiltru p (38 % „sehr gut“) , im Stadtbezirk
Nord liegt der Anteil „sehr zufrieden“ hingegen bei 13 %. Hier überwiegt der
Anteil „teils/teils“ mit 46 % (vgl. Abb. 33).
Abb. 33: Zufriedenheit mit dem alten und dem neuen Stadtteil/
Stadtviertel - nach Stadtbezirken
Stadtteil/
Stadtviertel
in MS insg.
Stadtbezirk
Mitte
Stadtbezirk
West
Stadtbezirk
Nord
Stadtbezirk
Ost
Stadtbezirk
Südost
Stadtbezirk
Hiltrup
0%
20%
40%
60%
80%
100%
1 = sehr zufrieden 2 = zufrieden 3 = teils / teils 4+5 = nicht zufrieden / sehr unzufrieden
Ø
34
44
17
6
13
4 2
26
44
25
34
13
46
7
51
28 21
17
5
54
38
17
8
41
13
8
44
40
1,9 1,8 2,1 2,5 2,0 2,2 1,9
n= 1.673 n= 76n= 52n= 83n= 1.008 n= 376 n= 76
Insgesamt zeigen alle Haushaltstype
n hohe Zufriedenheitswerte mit Müns-
ter, mit ihrem Stadtviertel und ihrer Wohnung. Besonders hoch ist die
Zufriedenheit bei „Paaren“ und „Singl es“ über 45 Jahren. Aber auch bei
Familien und Wohngemeinschaften ist die Zufriedenheit nur geringfügig
geringer.
Ein Vergleich dieser Ergebnisse mit der Zuzugsumfrage 2005 macht deutlich,
dass die Zufriedenheitswerte mit „Müns ter allgemein“, mit dem „Stadtvier-
tel/Stadtteil“ und der „Wohnung“ bis 2013 auf nahezu dem identisch hohen
Niveau geblieben sind.
Dies zeigt sich insbesondere an den Mi ttelwerten, die aus einer fünfstufigen
Skala („1 = sehr zufrieden“ bis „5 = sehr unzufrieden“) gebildet wurden.
Diese liegen für „Münster allgemein“ 2005 und 2013 bei 1,7, für das „Stadt-
viertel bzw. den Stadtteil“ 2005 und 2013 bei 1,9 sowie für die „jetzige Woh-
nung“ bei 1,9 (2005) und 2,0 (2013).
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
35
Beurteilung der jetzigen Wohn ung und jetzigen Wohnumgebung
im Vergleich zur früheren Wohnsituation außerhalb von Münster
Um die Frage der Zufriedenheit mit de r jetzigen Wohnung und der jetzigen
Wohnumgebung differenzierter beurteilen zu können, wurden die Zugezoge-
nen anhand eines Katalogs von 20 Merkmalen um eine Bewertung im Ver-
gleich zur früheren Wohnsituation gebeten. Die Zugezogenen sehen bei einer
Reihe von Standortfaktoren von Münster deutliche Verbesserungen, wie z. B.
„Verkehrsanbindung durch Bus/Bahn“ (+ 46 %-Punkte), „kulturelles Ange-
bot“ (+ 46 %-Punkte), „Medizinische Versorgung“ (+ 40 %-Punkte), „Anbin-
dung an das überregionale Straßennet z “ ( + 3 8 % - P u n k t e ) , „ N ä h e z u E i n -
kaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf“ (+ 34 %-Punkte), „Nähe zum
Arbeitsort“ (+ 29 %-Punkte) (vgl. Abb. 34).
Abb. 34: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im
Vergleich zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters
34
25
16
20
22
26
10
6
2
6
10
3
2
4
5
5
8
14
7
3
27
33
29
28
27
21
16
11
6
16
20
10
7
8
10
13
17
18
15
9
6
3
1
2
4
7
1
1
0
3
8
2
2
2
5
6
11
26
14
34
9
9
4
8
11
11
3
1
1
14
18
7
3
7
11
19
29
24
30
31
Verkehrsanbindung - Bus / Bahn
Kulturelles Angebot
Medizinische Versorgung
Anbindung an überregionales Straßennetz
Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten täglicher Bedarf
Nähe zum Arbeitsort
Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche
Angebot an Schulen / Schulformen
Wohn-/ Betreuungsangebote für Ältere
Sicherheit im Wohnumfeld
Soziale Kontakte am Ort
Möglichkeit zur Mitwirkung am Vereinsleben
Angebot an Kindertagesbetreuung
Spielmöglichkeiten für Kinder
Barrierefreie Ausstattung der Wohnung
Familienfreundliches Wohnumfeld
Wohnumgebung ( z.B. Grünflächen )
Wohnungsgröße
Umweltbedingungen ( z.B. Lärm, Verkehr )
Miethöhe / Finanzierungskosten Eigentum
0 10 20 30 40 50 607 0 0 1 02 03 04 05 06 07 0
1 = stark verbessert 2 = eher verbessert
5 = stark verschlechtert 4 = eher verschlechtert
n=1.672
- sortiert nach dem Saldo verbessert / verschlechert -*
*) hier ohne Antworten "kein Unterschied" und
"betrifft mich nicht" sowie Befragte ohne Angaben.
Saldo
+ 46
+ 46
+ 40
+ 38
+ 34
+ 29
+ 22
+ 15
+ 7
+ 5
+ 4
+ 4
+ 4
+ 3
- 1
- 7
- 15
- 18
- 22
- 53
in %
Verschlechterungen werden v. a. arti kuliert für „Miethö
he / Finanzierungs-
kosten Eigentum“ (- 53 %-Punkte), „Umweltbedingungen (z. B. Lärm / Ver-
kehr) (- 22 %-Punkte), „Wohnungsgr öße“ (- 18 %-Punkte), „Wohnumge-
bung“ (z. B. Grünflächen) (- 15 %-Punk te). Bei diesen Bewertungen dürfte
u. a. eine Rolle gespielt haben, dass viele Studierende nun aus der elterli-
chen Wohnung ausgezogen sind, wo si e mietfrei gewohnt haben und häufig
mehr Wohnfläche zu Verfügung hatten.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
36
Dieses grundsätzliche Bewertungsmuster lässt sich entsprechend den einzel-
nen Nachfragegruppen weiter differenz ieren. So zeigen Studierende und
Familien deutlich unterschiedliche Bewertungen (vgl. Abb. 35, Abb. 36).
Von den Studierenden werden insbeson dere viele weiche Standortfaktoren
von Münster als Verbesserung eingesch ätzt. Im Vergleich zum grundsätz-
lichen Bewertungsmuster werden folgen de Verbesserungen noch stärker
bewertet: „Verkehrsanbindungen mit Bus/Bahn (+ 60 %-Punkte), „Einkaufs-
möglichkeiten für den täglichen Bedarf“ (+ 41 %-Punkte) und „Freizeitmög-
lichkeiten für Jugendliche“ (+ 34 %-Punkte).
Überdurchschnittlich negative Bewertung en entfallen auf „Verschlechterung
der Wohnungsgröße“ (- 46 %-Punkte), „Umweltbedingungen (z. B. Lärm,
Verkehr) (- 41 %-Punkte), „Wohnumgeb ung (z. B. Grünflächen)“ (- 38 %-
Punkte).
In diesen Bewertungen schlägt sich vor allem auch die Veränderung der
Wohnsituation nieder, die mit der Aufn ahme des Studiums in Münster ver-
bunden ist (vgl. Kap. 3.5). Hinzu ko mmt, dass größere Teile der Studieren-
den bisher in „Stadt(teil)randlage im Grünen“ (24 %) und in „ruhiger Stadt-
teillage“ (19 %) wohnten, und nun vorw iegend in Innenstadt- bzw. Innen-
stadtrandlage wohnen. Zusammen mit dem Auszug aus der elterlichen Woh-
nung bzw. dem elterlichen Haus erklär t die veränderte Lage der Wohnung
einen großen Teil der negativen Bewertungen.
Im Vergleich dazu zeigen die Familie n ein erheblich positiveres Bewertungs-
muster, wo entsprechend der Lebenslage auch andere Faktoren in den Fokus
rücken. Im Vergleich zum grundsätz lichen Bewertungsmuster werden fol-
gende Faktoren noch deutlich besse r bewertet: „Angebot an Schulen/
Schulformen“ (+ 40 %-Punkte), „Spi elmöglichkeiten für Kinder“ (+ 29 %-
Punkte), „Familienfreundliches Wohnumfeld“ (+ 25 %-Punkte), „Sicherheit
im Wohnumfeld“ (+ 21 %-Punkte), „Wohnungsgröße“ (+ 18 %-Punkte),
„Wohnumgebung“ (z. B. Grünflächen) (+ 15 %-Punkte).
Hervorzuheben ist, dass Faktoren, be i denen Familien einen originären
Erfahrungshintergrund besitzen, ausgeprägte Verbesserung gesehen werden
(z. B. Schulen, Spielmöglichkeiten für Kinder, Familienfreundlichen Wohnum-
feld etc.).
Eine erhebliche Verschlechterung wird lediglich bei der „Miethöhe bzw. den
Finanzierungskosten des Eigentums“ gesehen (- 46 %-Punkte). Dies hängt
sicherlich einerseits mit dem Mietniveau in Münster zusammen, andererseits
haben aber auch Verbesserungen im Bereich der Wohnungsgröße stattge-
funden, was mit entsprechenden finanziellen Belastungen verbunden ist.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
37
Abb. 35: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im
Vergleich zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters
– hier: Studierende
41
25
22
28
16
16
18
7
9
1
1
3
3
5
1
1
6
3
6
4
31
36
34
25
33
28
19
9
24
6
3
10
5
13
7
9
9
10
13
9
5
2
3
4
3
1
1
0
6
0
0
2
2
6
6
5
17
17
41
35
7
10
12
8
7
4
2
0
18
2
1
10
7
18
14
24
36
37
24
31
Verkehrsanbindung - Bus / Bahn
Kulturelles Angebot
Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten täglicher Bedarf
Nähe zum Arbeitsort
Anbindung an überregionales Straßennetz
Medizinische Versorgung
Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche
Angebot an Schulen / Schulformen
Soziale Kontakte am Ort
Angebot an Kindertagesbetreuung
Wohn-/ Betreuungsangebote für Ältere
Möglichkeit zur Mitwirkung am Vereinsleben
Spielmöglichkeiten für Kinder
Sicherheit im Wohnumfeld
Barrierefreie Ausstattung der Wohnung
Familienfreundliches Wohnumfeld
Wohnumgebung ( z.B. Grünflächen )
Umweltbedingungen ( z.B. Lärm, Verkehr )
Wohnungsgröße
Miethöhe / Finanzierungskosten Eigentum
0 10 20 30 40 50 607 0 0 1 02 03 04 05 06 07 0
1 = stark verbessert 2 = eher verbessert
5 = stark verschlechtert 4 = eher verschlechtert
n=689
- sortiert nach dem Saldo verbessert / verschlechert -*
*) hier ohne Antworten "kein Unterschied" und
"betrifft mich nicht" sowie Befragte ohne Angaben.
Saldo
+ 60
+ 49
+ 41
+ 41
+ 39
+ 39
+ 34
+ 16
+ 9
+ 5
+ 3
+ 1
-
1
- 6
- 12
- 19
- 38
- 41
- 46
- 53
in %
Abb. 36: Beurteilung der jetzigen Wohnung / Wohnumgebung im
Vergleich zur früheren Wohnsituation außerhalb Münsters
– hier: Familien
19
19
19
30
23
20
20
17
18
8
27
17
25
4
7
9
4
16
10
5
29
28
26
21
27
23
21
20
27
25
20
22
12
10
14
18
8
14
15
9
1
3
3
6
7
3
6
1
3
1
11
5
15
1
4
11
2
7
10
33
7
4
9
14
14
11
8
9
17
11
18
19
10
2
9
9
5
23
23
27
Medizinische Versorgung
Angebot an Schulen / Schulformen
Anbindung an überregionales Straßennetz
Verkehrsanbindung - Bus / Bahn
Kulturelles Angebot
Spielmöglichkeiten für Kinder
Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten täglicher Bedarf
Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche
Familienfreundliches Wohnumfeld
Sicherheit im Wohnumfeld
Wohnungsgröße
Wohnumgebung ( z.B. Grünflächen )
Nähe zum Arbeitsort
Wohn-/ Betreuungsangebote für Ältere
Barrierefreie Ausstattung der Wohnung
Angebot an Kindertagesbetreuung
Möglichkeit zur Mitwirkung am Vereinsleben
Umweltbedingungen ( z.B. Lärm, Verkehr )
Soziale Kontakte am Ort
Miethöhe / Finanzierungskosten Eigentum
0 10 20 30 40 50 607 0 0 1 02 03 04 05 06 07 0
1 = stark verbessert 2 = eher verbessert
5 = stark verschlechtert 4 = eher verschlechtert
n=183
*) hier ohne Antworten "kein Unterschied" und
"betrifft mich nicht" sowie Befragte ohne Angaben.
Saldo
+ 40
+ 40
+ 33
+ 31
+ 29
+ 29
+ 27
+ 27
+ 25
+ 21
+ 18
+ 15
+ 12
+ 11
+ 8
+ 7
+ 5
a
+/- 0
a
- 8
- 46
in %
- sortiert nach dem Saldo verbessert / verschlechert -*
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
38
Was gefällt an Münster „besonders gut“ und was gefällt an Müns-
ter „überhaupt nicht“?
Mittels einer offenen Frage wurden die Befragten gebeten, bis zu 3 Punkte
zu nennen, die ihnen an Münster „bes onders gut“ und „überhaupt nicht ge-
fallen“. Die Antworten zu den beiden offenen Fragen wurden dann zu Merk-
malskategorien verdichtet. Insgesamt haben 86 % der Befragten mindestens
eine positive Nennung abgegeben. An der „Spitze“ stehen die „Fahr-
rad(haupt)stadt“ und die „Altstadt/Innenstadt“, gefolgt von den Merkmalen
„Kultur“, „Grünflächen/Natur“ und „Klein und fein/Größe“(vgl. Abb. 37).
Negative Nennungen haben demgegenüber nur 69 % der Befragten abgege-
ben. Hier stand eindeutig an der Spitze der Kritikpunkt „Mieten/Wohnen zu
teuer“, gefolgt von „zu wenige Wohnun gen“ und „Busse/Buslinien“ (Nacht-
bus, Taktung, Linien). Ebenso werden negative Eigenschaften von Münster
angeführt (z. B. stur, spießig, provinziell) sowie „(zu viel) Verkehr/Ampeln“.
Abb. 37: Was an Münster besonders gut / überhaupt nicht gefällt
8,7 %
8,7 %
6 %
5,9 %
5 %
Fahrrad(haupt)stadt
Altstadt / Innenstadt
Kultur
Grünflächen / Natur
Klein und fein / Größe
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
... am BESTEN gefallen:*
*) OFFENE FRAGE - je 3 Nennungen möglich -
( 86 % der Befragten mit positiven Nennungen/
69 % der Befragten mit negativen Nennungen)
... ÜBERHAUPT NICHT gefallen:*
15,8 %
9,5 %
9,3 %
5,5 %
5,2 %
Mieten / Wohnen zu teuer
Zu wenige Wohnungen
Busse / Buslinien
Negative Eigenschaften
(zu viel) Verkehr/ Ampeln
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 2,5 Nennungen pro Person)
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 1,7 Nennungen pro Person)
(Nachtbus, Taktung, Linien)
(z.B. stur, spießig, provinziell)
Der Vergleich dieser Ergebnisse mi t der Zuzugsumfrage 2005 macht deut
-
lich, dass es bei den TOP 5 der besonders positiven Merkmale unter den ers-
ten vier Nennungen nur leichte Verschie bungen gegeben hat. Beispielsweise
hat die Nennung „Fahrradstadt“ weiter an Bedeutung gewonnen, was mit
dem höheren Anteil an Studierenden unter den Zuziehenden zusammenhän-
gen könnte. Der „Aasee“ ist aus de n TOP 5 „herausgerutscht“ und wurde
durch „positive Größe“ mit entspreche nden Qualitäten ersetzt („klein und
fein“) (vgl. Abb. 38).
Deutlichere Veränderungen im Vergleich zur Zuzugsumfrage 2005 hat es bei
den negativen Faktoren gegeben. „Spitzenreiter“ war in beiden Umfragen
das Thema „Mieten/Wohnen zu teuer“.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
39
Abb. 38: Was an Münster besonders gut gefällt
- Vergleich mit Zuzugsumfrage 2005
8,7 %
8,7 %
6 %
5,9 %
5 %
Fahrrad(haupt)stadt
Altstadt / Innenstadt
Kultur
Grünflächen / Natur
Klein und fein / Größe
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
... am BESTEN in 2013 gefallen:* ... am BESTEN in 2005 gefallen:*
9,4 %
6,1 %
5,7 %
5,4 %
5,1 %
Altstadt / Innenstadt
Grünflächen / Natur
Fahrrad(haupt)stadt
Kultur
Aasee
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 2,5 Nennungen pro Person)
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 2,3 Nennungen pro Person)
*) OFFENE FRAGE - je 3 Nennungen möglich
Neu in 2013 ist „zu wenige Wohnungen “, was 2005 nicht in diesem Maße
bemängelt wurde. Die damalige Kritik am „Bahnhofsbereich“ fällt 2013 nicht
mehr in diesem Maße aus, was sich er auch mit den Umbaumaßnahmen und
den Maßnahmen im Umfeld des Bahnho fs zusammenhängt. Die „negativen
Eigenschaften“ (wie z.B. „spießig“) werden 2013 nicht mehr so stark wie
noch 2005 genannt. Auch ist die Kritik an der „Parkplatzsituation“ zurück-
gegangen. Einerseits hat es hier An gebotsverbesserungen durch die Eröff-
nung neuer Parkhäuser in der Innenstadt gegeben, andererseits stand dieser
Faktor durch den höheren Anteil an St udierenden wahrscheinlich weniger im
Fokus (vgl. Abb. 39).
Abb. 39: Was an Münster überhaupt nicht gefällt
- Vergleich mit Zuzugsumfrage 2005
15,8 %
9,5 %
9,3 %
5,5 %
5,2 %
Mieten / Wohnen zu teuer
Zu wenige Wohnungen
Busse / Buslinien
Negative Eigenschaften
(zu viel) Verkehr/ Ampeln
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
11,8 %
8,2 %
7,5 %
6,5 %
5,6 %
Mieten / Wohnen zu teuer
Bahnhofsbereich
Negative Eigenschaften
Parkplatzsituation
Busse / Buslinien
0 % 5 % 10 % 15 % 20 %
% der Nennungen
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 1,7 Nennungen pro Person)
Anteil an Nennungen insgesamt
(Ø 1,5 Nennungen pro Person)
... ÜBERHAUPT NICHT in 2013 gefallen:* ... ÜBERHAUPT NICHT in 2005 gefallen:*
(z.B. stur, spießig, provinziell)
(Nachtbus, Taktung, Linien)
*) OFFENE FRAGE - je 3 Nennungen möglich
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
40
Würde rückblickend wieder ein Zuzug nach Münster erfolgen?
Die hohen Zufriedenheitswerte mit Münste r spiegeln sich auch darin wider,
dass 86 % wieder nach Münster zieh en würden. Davon würden 61 % den
jetzigen Stadtteil wählen, 25 % würden einen anderen Stadtteil bevorzugen.
Lediglich 2 % würden in das Umland von Münster ziehen, für 6 % käme ein
ganz anderer Wohnstandort infrage (vgl. Abb. 40).
Abb. 40: Würde rückblickend wieder ein Zuzug nach Münster
erfolgen?
. 61 %
25 %
2 %
6 %
7 %
Münster,
gleicher Stadtteil
Münster,
anderer Stadtteil
Umland von Münster
Ganz woanders hin
Sonstiges / o.A.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
41
3.7 Pläne für die Zukunft
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stellt die Bindung der
Münsteraner Bevölkerung eine wichtige Aufgabe dar (vgl. V/0371/2008, Anl.
1). Daher ist von großem Interesse, we lche Optionen bestehen, die Zugezo-
genen an Münster zu binden.
Die Umfrageergebnisse machen deutlich , dass hier durchaus entsprechende
Chancen bestehen. Nur 18 % haben angegeben, dass sie Münster in
jedem Fall wieder verlassen werden. Für 52 % der Befragten hängt ein Ver-
bleib in Münster von bestimmten Bedingungen ab.
Von diesen 52 % konnten Mehrfachnennungen zu den Einflussfaktoren eines
möglichen Verbleibs in Münster abgegeben werden. Hierbei spielen die be-
ruflichen Perspektiven mit 46 % an de n Mehrfachnennungen eine besonders
wichtige Rolle. was sich durch den hohe n Anteil der Studierenden unter den
Zuziehenden (41 %) sowie durch die arbeitsmartorientierten Zuzüge als
zweites Hauptmotiv erklären lässt. Fü r 36 % ist die Entwicklung der persön-
lichen Situation entscheidend, was sich der kommunalen Einflussnahme ent-
zieht (vgl. Abb. 41).
Abb. 41: Pläne für die Zukunft
Noch keine
konkreten
Pläne
7 %
18 %Werde
auf jeden
Fall wieder
wegziehen
Ich möchte Münster
nicht mehr
verlassen
23 %
Ob ich
in Münster
bleibe,
hängt von /
vom
... ab
52 %
Mehrfachnennungen vorhanden
(Ø = 1,7 Nennungen)
46 %
36 %
15 %
3 %
... berufliche
Perspektiven
... persönlicher
Situation
... Wohnungsan-
gebot in MS
... sonstigen
Gründen
Kommuna
le Einflussmöglichkeiten besteh en jedoch grundsätzlich bei den
15 %, die ihren Verbleib von dem Wohnungsmarkt in Münster abhängig
machen. Mit der Erarbeitung des „K ommunalen Handlungskonzeptes Woh-
nen“ wird die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen für ein attrak-
tives und bezahlbares Wohnungsangebot derzeit bereits erarbeitet. Auch für
die 23 %, die Münster nicht mehr ve rlassen möchten, ist ein adäquates
Wohnungs- bzw. Immobilienangebot eine wichtige Grundlage.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
42
4 Fazit und Ausblick
Die Zuzugsumfrage 2013 li
efert differenziert nach verschiedenen Haushalts-
typen aktuelle Erkenntnisse zum Zuzug nach Münster. Die Umfrage belegt,
welchen Stellenwert die Hochschulen al s „Jungbrunnen“ für Münster spielen.
42 % der bis 2013 verbliebenen Zugezogenen sind wegen des Studiums
nach Münster gekommen, zum überwieg enden Anteil handelt es sich um
„Erstsemester“ (32 %). Gleichzeitig lassen sich mit Hilfe der Zuzugsmotive
auch die arbeitsmarktorientierten Zuzü ge verdeutlichen, die bei Zugezoge-
nen ab 25 Jahren verstärkt zum Tr agen kommen. Insgesamt kamen 28 %
aus beruflichen Gründen nach Münster.
Der Anteil der Familien unter den Zugezo genen lag bei 10 %. Im Vergleich
mit der Zuzugsumfrage 2005 wird deutlic h, dass sich der Anteil der Familien
nahezu halbiert hat (2005: 18 %). Schwerpunktmäßig zogen 2009 - 2012
Familien mit jüngeren Kindern (unter 6 Jahren) zu,
Vor dem Hintergrund der Diskussionen um den „Rückzug im Alter“ nach
Münster bleibt festzuhalten, dass die Gruppe der „Rentnerinnen und Rent-
ner“ bzw. „Pensionärinnen und Pensionäre“ auch 2013 unter den Zugezoge-
nen mit 5 % einen ähnlich niedrigen Anteil wie 2005 (6 %) einnahm. Auch
quantitativ spielt die Gruppe „65 Ja hre und älter“ mit durchschnittlich 500
Zuzügen im Jahr (2009 - 2012) gegenüber der Gruppe „18 – 24 Jahre“ mit
durchschnittlich 8.616 Zuzügen im Jahr eine untergeordnete Rolle.
Zudem haben sich die Rückwanderungen von 23 % im Zeitraum 2001 -
2004 auf 9 % im Zeitraum 2009 - 2012 verringert. Dies lässt sich wesentlich
auf den anteilsmäßig geringeren Zuzu g von Familien und Paaren mittleren
Alters zurückführen. Eine Erklärung hierfür könnte u. a. in der zugenom-
menen Anspannung des Münsteraner Wohnungsmarktes liegen.
Insgesamt wird die Nachfrage somit du rch „junge Singles“, „junge Paare“
und einen hohen Anteil an Wohngemeinschaften geprägt. Die Umfrage liefert
Ergebnisse zu den nachgefragten La gen (v.a. Innenstadt, Hochschul-,
Arbeitsplatznähe) und Wohnungsqualitä ten sowie zur Einkommenssituation.
Hiermit liegen wertvolle Hinweise zur Erarbeitung des Kommunalen Hand-
lungskonzeptes Wohnen vor.
Münster erhält insgesamt gute Bewertungen als Wohnstandort. Die bekann-
ten Stärken von Münster, wie z. B. Fahrradstadt, Alt-/Innenstadt, Kultur,
Grünflächen und Natur werden bestätig t. Gleichzeitig hat sich neben dem
Negativfaktor „Mieten/Wohnen zu te uer“, der bereits 2005 im Mittelpunkt
der Kritik stand, 2013 als weiterer Faktor die Enge auf dem Wohnungsmarkt
(„zu wenige Wohnungen“) herausgestellt. Dies bestätigt die Notwendigkeit,
mit dem „Kommunalen Handlungskonze pt Wohnen“ die entsprechenden
Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Wohnungsmarktes zu setzen.
Stadt Münster – Zuzugsumfrage 2013
43
Die Stärke von Münster als Studien-, Ar beits- und Wohnstandort wird auch
daran deutlich, dass 86 % der Befragte n wieder nach Münster ziehen wür-
den. Ebenso besteht grundsätzlich di e große Chance, erhebliche Teile der
Zugezogenen durch die Schaffung ents prechender Rahmenbedingungen in
Münster zu binden. Im Vordergrund stehen hier die beruflichen Perspektiven,
gleichwohl hat gegenüber der Zuzugsumfrage 2005 auch das Wohnungsan-
gebot an Bedeutung gewonnen.
Vieles spricht dafür, dass die in de r Zuzugsumfrage 2013 ermittelten Haus-
haltsstrukturen und Nachfragepräferenzen mindestens bis Ende des Jahr-
zehnts weiter Bestand haben werden und somit für die Erarbeitung des
„Kommunalen Handlungskonzeptes Wohnen“ relevant sind. Die Ergebnisse
der Umfrage werden dem Ausschuss fü r Stadtplanung, Stadtentwicklung,
Verkehr und Wirtschaft der Stadt Müns ter zur Kenntnis gegeben. Daneben
findet eine Diskussion im Arbeitskre is „Wohnen in Münster“ mit den Akteu-
ren des Wohnungsmarktes sowie in resso rtübergreifenden verwaltungsinter-
nen Arbeitsgruppen (z. B. AG „Demografischer Wandel“, AG „Wohnen“)
statt. Aufgrund des hohen Anteils vo n Studierenden unter den Zuziehenden
wird eine vertiefende Auswertung fü r den Arbeitskreis „Studentische Woh-
nungsversorgung“ erstellt, um hier entsprechende Schlüsse aus den ge-
äußerten Nachfragepräferenzen zur Weiterentwicklung des studentischen
Wohnungsmarktes zu ziehen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0482/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.08.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37