3327/2019
Bewirtschaftung des städtischen Waldes 2019/2020
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/671/2 Vorlagen-Nummer 01.10.2019 3327/2019 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 07.10.2019 Bewirtschaftung des städtischen Waldes 2019/2020 Der städtische Wald konnte sich leider in diesem Jahr von der extremen Dürre des Jahres 2018 nicht erholen. Aufgrund geringer Niederschläge im Winter und Frühjahr 2018/19 und dem trockenen Som- mer wurden die Bodenwasservorräte nicht aufgefüllt, sodass der Wald bereits zu Beginn der Vegeta- tionsperiode mit einem erheblichen Wasserdefizit auskommen musste. Im April wurden die Folgen der Dürre besonders bei Buchenalthölzern an Waldrändern im Stadtwald, im Äußeren Grüngürtel und im Gremberger Wäldchen erkennbar. Einzelne Altbuchen trieben nicht aus, andere entwickelten nur eine schüttere Belaubung. In der Folge starben ganze Bäume oder Teile der Baumkrone ab. Ab Mai mussten deshalb im Stadtwald und Äußeren Grüngürtel Bäume zur Verkehrssicherung entlang der stark frequentierten Waldwege und entlang von Straßen und Bebauung gefällt werden. Um Altbuchen zu erhalten, bei denen nur ein Teil der Krone abgestorben war, wurden mit Hubsteigern trockene Äste herausgeschnitten um eine Gefährdung durch herausbrechende Kronenteile zu vermeiden. In den geschwächten Buchenbeständen ist die waldbauliche Strategie möglichst viele abgestorbene, ge- schwächte Bäume und Bäume mit abgestorbenen Kronenteilen stehen zu lassen, wenn es die Ver- kehrssicherheit zulässt. Dadurch wird das Waldgefüge so lange wie möglich erhalten und im Schutz der Bäume kann sich Naturverjüngung entwickeln. Es gibt Erfahrungen nach Dürrejahren, dass ge- schwächte Bäume sich wieder erholen, wenn wieder ausreichend Niederschlag fällt. Beim Bergahorn führte die Trockenheit zu einem Schub der Rußrindenkrankheit. Im gesamten städti- schen Wald ist Bergahorn, vor allem auf trockenen Standorten und an sonnenexponierten Waldrän- dern, befallen. Die Bäume sterben sehr schnell ab. Trockenschäden, wie eine schüttere Belaubung, abgestorbene Bäume oder Kronenteile sind auch vereinzelt bei der Eiche zu erkennen. Der Befall durch Eichenprozessionsspinner nahm vor allem im linksrheinischen Wald zu. Insgesamt macht die Eiche aber noch einen vitalen Eindruck. Die Esche hat unter der Trockenheit weniger gelitten, aller- ding werden weiterhin Bäume vom Eschentriebsterben befallen. In den Fichtenbeständen konnte die Borkenkäferkalamität auch durch den Aushieb und die Abfuhr befallener Bäume nicht gestoppt wer- den, sodass die meisten Fichtenbestände, vor allen in Dünnwald, abgestorben sind. Die abgestorbe- nen Bäume werden zum größten Teil stehen gelassen und nur entlang von Waldwegen und Straßen zum Schutz der Waldbesucher gefällt. Die abgestorbenen Fichten haben als Totholz eine wichtige ökologische Funktion. In ihrem Schutz kann sich die vorhandene Laubholznaturverjüngung entwi- ckeln. Der städtische Wald besteht überwiegend aus Laubholzmischbeständen. Dadurch ist er widerstands- fähiger gegen über Witterungsextremen und Schädlingsbefall, da beigemischte Baumarten die abge- storbenen Bäume ersetzen können. In den meisten Beständen ist natürliche Verjüngung vorhanden, sodass Lücken durch nachwachsende Bäume geschlossen werden. Die flächig abgestorbenen Fich- tenbestände liegen eingebettet in Laubholzbestände, sodass sich von dort aus Laubholznaturverjün- gung auf den Schadensflächen entwickeln kann. Positiv wirken sich jetzt auch die in der Vergangen- heit durchgeführten Umbaumaßnahmen in den Fichtenbeständen aus. In den durch Borkenkäfern abgestorbenen Beständen sind oft Vorausverjüngungen vor allem von Buche, Eiche, Hainbuche, Bir- ke vorhanden, sodass Pflanzungen zur Wiederaufforstung nur in geringem Maße erforderlich sind. Sie beschränken sich auf Initialpflanzungen trockenheitsertragender Baumarten (v.a. Eiche, Linde, 2 Vogelkirsche, insgesamt 3900 Stück) in weiten Pflanzverbänden, die dann zusammen mit der Natur- verjüngung zu Laubmischwäldern heranwachsen können. Insgesamt ist festzustellen, dass die Vitalität des städtischen Waldes durch die Trockenheit ge- schwächt ist. Obwohl zum Aufbau klimastabiler Wälder eine regelmäßige Waldpflege zur Förderung der Baumartenvielfalt und Stabilität des Waldes geboten ist, ist es vor dem Hintergrund des Trocken- stresses unter dem der Wald steht, nicht zu vertreten Durchforstungen zu planen, da nicht absehbar ist, wie sich die Vitalität des Waldes weiter entwickeln wird. Deshalb sind im Winter 2019/20 keine Durchforstungen in den Altwäldern des Äußeren Grüngürtels und im rechtrheinischen Wald vorgese- hen. In den jungen und mittelalten Beständen werden nur die für 2019 geplanten aber noch nicht durchgeführten Durchforstungen umgesetzt, wenn es die Vitalität des Waldbestandes zulässt. Dies wird vor Beginn der Maßnahme vom Förster beurteilt. Forstbetriebliche Schwerpunkte der Waldpfle- gearbeiten im städtischen Wald werden im kommenden Winter die notwendigen Fällungen zur Ver- kehrssicherung entlang von Wegen, Bebauung und Straßen sein. Diese verteilen sich auf den Wald im ganzen Stadtgebiet. gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3327/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 01.10.2019
- Erstellt
- 20.09.2019 17:04