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V/0818/2021

Tätigkeitsbericht des ab 01. März 2021 beim Kulturamt eingerichteten Stadtteilkulturmanagements, erstes Fazit und nächste Schritte

Vorlagen 27.10.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Hiltrup, Sitzung am 24.02.2022, TOP 4.3

Berichtsvorlage

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Anlage A

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Anlage1_Entwicklungsperspektiven Stadtteilkultur in Münster

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Berichtsvorlage

34359 Zeichen

V/0818/2021
V/0818/2021
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
Tätigkeitsbericht des ab 01. März 2021 beim Kulturamt eingerichteten
Stadtteilkulturmanagements, erstes Fazit und nächste Schritte
Beratungsfolge
11.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht
11.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht
11.11.2021 Bezirksvertretung Münster-West Bericht
16.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht
16.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht
16.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht
16.11.2021 Kulturausschuss Bericht
Bericht:
Mit diesem Bericht stellt das Kulturamt die ersten Tätigkeiten und Maßnahmen des ab 01. März 2021
eingerichteten Stadtteilkulturmanagements vor. Außerdem zieht das Kulturamt ein erstes Resümee,
um daraus weitere Schritte und Maßnahmen für das Jahr 2022 abzuleiten.
Hintergrund und Relevanz
Die Kulturgeschichte Münsters ist wesentlich geprägt durch das Engagement der Bürgerinnen und
Bürger für ihre Stadt. Dazu zählt auch das Engagement für das kulturelle Leben in der Stadt, im
Zentrum und besonders in den Stadtteilen. Stadtteilkultur baut Brücken zwischen Generationen und
Kulturen. Sie ist damit integraler Bestandteil der vielfältigen Kulturlandschaft Münsters. Ihr
spezifischer Ausdruck entsteht aus gewachsenen Strukturen des Engagements sowie aus den
kulturhistorischen Wurzeln eines Ortes. Aufführungen, Ausstellungen, Kursangebote, Projekte,
Performances, Festivals und offene Angebote schaffen vielfältige Zugänge zur Kultur. Sie tragen zur
gesellschaftlichen Entwicklung und T eilhabebei. Neben kulturellen Angeboten tragen auch Ateliers,
Werkstätten, Proberäume, Studios und Kunst am Bau zur kulturellen Aufladung eines Stadtteils bei.
Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur sowie die künstlerische Eigenaktivität
in den Stadtteilen leistet einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt und fördert die
Identifikation der Menschen mit ihrem Umfeld.
Kulturamt
29.10.2021
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Schwalm
T elefon:492-4110
Schwalm@stadt-
muenster.de

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Im Zuge der Beratungen zum Haushaltsplan 2018 wurde beschlossen, die Zielsetzung in der
Produktgruppe „Stadtteilkulturarbeit“ (040104) dahingehend zu ergänzen, dass die Aufrechterhaltung
bzw. der Ausbau eines eigenen Kulturangebots in allen Stadtteilen anzustreben sind. Die Verwaltung
ist damit aufgefordert und verpflichtet, in allen Stadtteilen ein kulturelles Angebot umzusetzen bzw. die
im starken Maße auch bürgerschaftlich getragene Stadtteilkultur zu stärken und weiterzuentwickeln.
Eine im Auftrag der Kulturpolitik seitens der Kulturverwaltung im Jahr 2018 vorgelegte erste
Bestandsaufnahme (V/0921/2018) zeigte, dass die Möglichkeit, kulturelle Angebote im nahen Umfeld
zu nutzen, höchst unterschiedlich ist. Während einige Stadtteile bereits über eine vielfältige
gewachsene kulturelle Infrastruktur und Netzwerke verfügen, zeichnet sich in anderen Stadtteilen eine
kulturelle Unterversorgung beispielsweise im Bereich der kulturellen Bildung ab.
Mit Blick auf das prognostizierte Bevölkerungswachstum besteht insgesamt dringender
Handlungsbedarf, eine zeitgemäße wohnortnahe kulturelle Versorgung sowie angemessene
Austausch- und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Notwendigkeit einer zukunftsfähigen
Entwicklung der Stadtteile wurde durch verschiedene Beteiligungsverfahren (Forum: „Vielfalt der
Stadtteile…“; „Forum urbane Wissensquartiere“) im Prozess Münster Zukünfte untermauert. Die hohe
Relevanz der Stadtteilkultur in einer wachsenden Stadt spiegelt sich auch in neuen
Förderprogrammen des Bundes und des Landes.
Die Corona Pandemie hat außerdem in besonderem Maße die Bedeutung der Quartiere und
Stadtteile verdeutlicht. Eine neue Idee der Stadtgestaltung gewinnt weltweit immer größeren Zulauf:
die 15-Minuten-Stadt. Die Idee dazu stammt von Prof. Carlos Moreno von der Sorbonne in Paris. In
der Stadt der kurzen Wege soll es den Bewohnerinnen und Bewohner möglich sein, innerhalb
kürzester Zeit zur Arbeitsstätte, Wohnung und zu Freizeit- und Kulturmöglichkeiten zu gelangen. Das
Fahrrad soll dabei eines der Hauptverkehrsträger sein.
Einrichtung einer Fachstelle Stadtteilkultur im Kulturamt
1. Einbindung von Erfahrungswerten in das Stadtteilkulturmanagement
Vor dem Hintergrund der ausgeführten hohen Relevanz wurde mit politischem Beschluss im
Kulturamt eine übergeordnete Fachstellenleitung „Stadtteilkulturmanagement“ zur substanziellen
Weiterentwicklung der Stadtteilkultur geschaffen. Dieser sind die kommunalen Begegnungshäuser
Meerwiese und Kap.8 und zugeordnet, um insbesondere auch deren langjährige Erfahrungswerte
in der programmatischen und logistischen Führung eines Stadtteilkulturhauses in eine
gesamtstädtische Stadtteilkulturarbeit einfließen zu lassen.
2. Chancen und Ziele der Stadtteilkulturarbeit
Mit dem Management der Stadtteilkultur verfolgt das Kulturamt u. a. auch Ziele des ISM-
Prozesses. Stadtteilkultur schafft mit einem qualitativ hochwertigen Kulturangebot persönliche und
gesellschaftliche Reflexions- und T eilhabemöglichkeitenim unmittelbaren Lebensumfeld. Sie lädt
die Bürgerschaft direkt und indirekt ein, mit kulturellen Fragen in Berührung zu kommen.
Stadtteilkultur bildet eine wichtige Grundlage, um dem Ziel „Kultur für alle“ näherzukommen, da
Menschen in ihrem Alltag mit Musik, Theater, T anz, Film, Literatur, Kunst und vielen anderen
künstlerische Ausdrucksformen in Berührung kommen und diese selber gestalten können.
Kulturelle T eilhabe und Selbstwirksamkeit für Kinder- und Jugendliche und andere Zielgruppen
wird insbesondere durch facettenreiche, strukturell verankerte Angebote (inter-)kultureller Bildung
oder durch interaktive Kulturprojekte, die leicht zu erreichen sind, ermöglicht. Besonders in den
Stadtteilen eröffnet sich die Möglichkeit für eine große Vielfalt an Kooperationsformen. Diese
lokalen Netzwerke sind ein wichtiger Faktor, um anvisierte Zielgruppen (frühzeitig) zu erreichen.
Die Potenziale kultureller T eilhabekommen dezentral am besten zum Tragen, da Häufigkeit und
Intensität vielfältiger Kulturkontakte elementare Bestandteile gelingender Sozialisations- und
Bildungsprozesse darstellen. Gleichzeitig bauen die dezentralen Kulturangebote durch geschickte
Verzahnung mit Kulturangeboten im Stadtkern ein erweitertes Kulturpublikum auf. Die damit
zusammenhängenden Projekte, Prozesse und Philosophien werden im Kulturamt systematisch mit

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den Arbeitsfeldern z.B. der (inter-)kulturellen Bildung verzahnt oder an Projekte und Entwicklungen
des Kultur- und Veranstaltungsmanagements z.B. als „Außensatelliten“ innerstädtischer
Veranstaltungen angebunden. Perspektivisch trägt die künstlerische und kulturelle Arbeit dazu bei,
Münster als lebendige Kulturstadt zu stärken.
3. Stadtteilkulturmanagement als zentrale Anlaufstelle
Mit der Besetzung der Fachstelle Stadteilkulturmanagement seit März 2021 ist nun eine zentrale
Anlaufstelle für die Pflege und Entwicklung der Stadtteilkultur in Münster eingerichtet worden, um
insbesondere Eigeninitiativen im Bereich der Kultur zu beraten, zu unterstützen und zu fördern.
Außerdem analysiert sie stadtweite Bedarfe, initiiert und unterstützt Kulturnetzwerke, moderiert den
Austausch von Erfahrungen, bringt Impulse ein, berät im Themenfeld „Nachwuchsgewinnung“,
trägt zum Aufbau einer Anerkennungskultur im Ehrenamt bei, setzt sich für die Relevanz der Kultur
ein und ist zuständig für die nachhaltige strukturelle Sicherung der Kultur in den Stadtteilen. Sie
wirkt an den Schnittstellen zwischen Verwaltung (z. B. Stadtplanung, Marketing, Schule, Jugend
und Familie), Politik, zivilgesellschaftlichem Kulturengagement, professionellen und nicht-
professionellen Kulturproduzenteninnen und Kulturproduzenten hat das Wechselspiel zwischen
Kultur im Zentrum und den Stadtteilen im Blick, in dem Maßnahmen klug verzahnt werden. Dabei
bezieht das Stadtteilkulturmanagement die individuellen Identitäten der Stadtteile und Quartiere mit
ihren eigenen kulturgeschichtlichen Wurzeln mit ein.
Überblick der Tätigkeiten der Fachstelle Stadtteilkultur in 2021
Seit März 2021 hat sich das Stadtteilkulturmanagement einen ersten Überblick über den Status quo
des gewachsenen Reichtums der vielfältigen Kultur in den Stadtteilen (professionelle und
ehrenamtliche Landschaft der Akteure, Angebote, kulturelle Infrastruktur, Kulturpublikum etc.)
verschafft. Die Kontaktaufnahme in das Feld der Akteure war Corona-bedingt deutlich erschwert.
Gleichzeitig konnte die Krise als Chance für die Stadtteilkultur genutzt werden, da im Zuge der
Pandemie viele einmalige Sonderförderungen sinnvoll genutzt werden konnten. Beispielsweise
konnten Mittel für das Begegnungszentrum Meerwiese und das Kap.8 akquiriert werden, die dazu
genutzt werden, deren kulturelle Infrastruktur zu optimieren. Im Umkehrschluss werden mit diesen
Mitteln indirekt freie Kulturakteure unterstützt, da sie die optimierte Ausstattung für ihre Arbeit nutzen
können. Parallel erfolgte eine Einarbeitung in zentrale Handlungsfelder, um erste konkrete
Modellmaßnahmen umzusetzen. Darüber hinaus konnte die Stelleninhaberin in aktuellen dringlichen
ressortübergreifenden Prozessen mitwirken. Flankierend dazu konnte das Stadteilkulturmanagement
die kontakteinschränkende Zeit nutzen, um zunächst in amts- und verwaltungsinternen
Kommunikationsprozessen das Themenspektrum der Stadtteilkultur noch stärker mit bestehenden
Förderprogrammen des Kulturamtes im Bereich der (inter-)kulturellen Bildung wie z.B. „Kulturrucksack
NRW“, zu verbinden oder auch bei Querschnittsprozessen, wie z.B. „Global Nachhaltige Kommune“
zu platzieren.
1. Stadtentwicklung und Kulturelle Infrastruktur in 2021
Die Stelleninhaberin hat sich 2021 u.a. auf die Mitarbeit in aktuell dringliche und laufende
Stadtteilentwicklungsprojekte und -prozesse konzentriert, um hier in Zusammenarbeit mit der Leitung
des Kulturamtes vorausschauend Potenziale für eine nachhaltig ausgerichtete Stadtteilkultur zu
identifizieren und sichtbar zu machen.
1.1. Stadtteilentwicklungskonzepte
Durch die Einrichtung der Stelle des Stadtteilkulturmanagements hat das Kulturamt nun auch die
Ressource, bei Stadtteilentwicklungskonzepten die aktuell erarbeitet werden
(Stadtteilentwicklungskonzept Berg Fidel, Stadtteilentwicklungskonzept Angelmodde, Wolbeck,

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Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, Mariendorf, Südmühle und Gelmer,
Stadtteilentwicklungskonzept Hiltrup) mitzuarbeiten, um Aspekte der Kulturentwicklung (Programmatik
und kulturelle Infrastruktur im Bestand oder als Teil von Neubauten) als integralen Bestandteil der
Stadtentwicklung einzubringen. Diese ersten Hinweise werden in den laufenden Verfahren weiter
vertieft und konkretisiert. Das Stadtteilkulturmanagement setzt sich dafür ein, dass bei zukünftigen
Beteiligungsformaten, die im Zuge der Stadtteilentwicklungskonzepte durchgeführt werden,
Kulturschaffende beteiligt werden, um ihre Perspektive in der lokalen Stadtentwicklung zu
berücksichtigen.
1.2. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Stadtentwicklung
Das Stadtteilkulturmanagement hat die Chance genutzt, in einem von Münster Marketing
durchgeführten Beteiligungsformat für Kinder und Jugendliche aus Berg Fidel das Thema der Kultur
mit einzubringen. (Siehe https://stadtsache.de/bergfidel/doku/). Die Rückmeldungen der jungen
Menschen werden ausgewertet und fließen in das Stadtteilentwicklungskonzept für Berg Fidel ein.
Darüber hinaus liefert der Beteiligungsprozess wertvolle Hinweise für die dortige lokale Kulturarbeit.
1.3. Erschließung (dezentraler) Produktions- und Präsentationsorte
Darüber hinaus arbeitet das Kulturamt mit dem Stadteilkulturmanagement an dem durch das
Konversionsmanagement der Stadt Münster moderierten ressortübergreifenden Entwicklungsprozess
für die denkmalgeschützten Immobilien auf York und Oxford, die als Bürgerhäuser den Aufbau eines
lebendigen Quartiers unterstützen sollen, mit.
In beide Verfahren hat das Kulturamt seine kulturfachliche Perspektive eingebracht. Vor dem
Hintergrund des lokalen und gesamtstädtischen Kulturbedarfs als auch wegen der den Denkmälern
innewohnenden komplexen Kulturgeschichte wurde für beide Standorte das große Potenzial
identifiziert, die Gebäude als lebendige Orte der Kultur für die gewachsenen und neuen
Nachbarschaften als auch für die Münsteranerinnen und Münsteraner selbst zu entwickeln. In diesem
Zusammenhang konnten erste Gedanken und Überlegungen sowie Rahmenbedingungen für eine
Implementierung von Kultur formuliert werden. Um die ersten Szenarien zu entwickeln, konnte das
Stadtteilkulturmanagement die langjährigen Erfahrungswerte des Kulturamtes in der Leitung und
Organisationsentwicklung von Stadtteilkulturhäusern nutzen, um eine Ausgangsidee zu formulieren,
die insbesondere die langfristige Multifunktionalität sowie Flexibilität und eine größtmögliche
Auslastung der Räumlichkeiten in den Fokus setzt.
Beide Entwicklungsansätze reagieren auch auf den gesamtstädtischen dringenden Bedarf an
Proberäumen für die professionellen freien Kinder- und Jugendtheaterensembles und die
Notwendigkeit des Ausbaus (inter-)kultureller Bildung. Herausgestellt wurde, dass die dezentrale
Verankerung von Produktionsstätten zur kulturellen Aufladung der benannten Orte beiträgt und das
Knüpfen von lokalen Bildungspartnerschaften ermöglicht.
2. Empowerment: Kulturentwicklung im Bestand + mobile Stadtteilkultur
Nicht alle Stadtteile verfügen (bereits) über einen etablierten oder geplanten Stadtteilkulturort oder eine
Struktur, die Kulturangebote vorhalten oder Kultur(er)leben ermöglichen. Durch Information, Beratung,
Inspiration, Beteiligung der Eigenkräfte vor Ort kann zivilgesellschaftliches Kulturleben initiiert werden.
Dafür braucht es besondere Formate, um nach erlebnis- und beteiligungsorientierten Wegen für eine
ortsspezifische, bedarfsgerechte und nachhaltig verankerte Stadtteilkultur zu suchen. Gleichzeitig
können temporäre Bespielungen Potenziale für die Erschließung von Kulturräumen im Bestand
greifbar machen.

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2.1. Modellprojekt Kulturaufbau im Bestand
KULTUR.WÜNSCHE.HANDORF ist der Projekttitel eines ersten Modellvorhabens, dessen
langfristiges Ziel es ist, Kultur im Bestand zu etablieren. Dies konnte mithilfe des
Stadtteilkulturmanagements auf den Weg gebracht werden. Unterstützt wird ein kleines informelles
Kulturnetzwerk, das sich in Handorf gebildet hat. Zu diesem gehören sowohl lokale ehrenamtlich und
institutionell engagierte Akteure als auch das Kreativ-Haus e. V. als Partner aus der Innenstadt. In
Zusammenarbeit mit dem Stadtteilkulturmanagement wurde ein mehrstufiges Konzept erarbeitet, das
die Potenziale der Gemeinderäume der Zionsgemeinde für kulturelle Angebote aufzeigt, indem dort
temporäre partizipatorische Kulturaktionen durchgeführt werden.
Das Stadtteilkulturmanagement hat die Projektbeteiligten bei der Förderantragsstellung an das
Kulturamt unterstützt. Dies machte eine Unterstützung i. H. von 15.000 Euro im Rahmen des
Festivals „Herzglut – Kultursommer 2021“ möglich, die einmalig durch den pandemiebedingten
kommunalen Corona-Sonderfonds zur Verfügung standen. Weitere Mittel i. H. von 3.000 Euro hat das
Quartiersmanagement Handorf durch das „Projekt Miteinander und nicht allein“, welches durch das
MAGS NRW gefördert wird, bereitgestellt. Gleichzeitig stoßen diese Aktionen den Austausch über
Kultur vor Ort an. Die Projektseite www.stadtteilkultur.info/muenster/handorf mit integrierter Umfrage,
fragt zudem nach den Kulturbedürfnissen der vor Ort lebenden Menschen. Die Rückmeldungen
werden ausgewertet, um daraus Rückschlüsse für die anschließende Netzwerkarbeit und
Empowerment- Prozesse sowie das Knüpfen von Bildungspartnerschaften zu ziehen.
2.2. Modellprojekt mobile Stadtteilkultur
Eine Möglichkeit, Stadtteilkultur zu initiieren und zu leben, sind mobile bzw. temporäre Angebote, die
viel kulturelle Energie freisetzen können. Das Stadtteilkulturmanagement konnte das große
ehrenamtliche Engagement der Musikschule Wolbeck e. V. unterstützen, in dem es bei der
Antragstellung auf Mittel aus dem kommunalen Corona-Sonderfonds i. H. von 8.200 Euro als wichtige
Drittmittel für die Mischkalkulation der Musikwoche Süd-Ost geholfen hat. Das Musikfestival konnte
damit im Rahmen des Herzglut-Kultursommerprogramms realisiert werden.
Aus Sicht des Stadtteilkulturmanagements haben die Initiatoren der Musikwoche Süd-Ost aus
mehreren Blickwinkeln sehr vorbildlich gearbeitet, da sie die Musikkultur im Stadtteil in den Fokus
stellte, eine breite T eilhabe ermöglichten sowie die Stadtteile Wolbeck, Angelmodde und
Gremmendorf miteinander verbunden haben. Das umfangreiche Programm feierte mit mehr als 100
Musikerinnen und Münsteraner, über 30 Bands, Orchestern, Ensembles, Chören an 8 verschiedenen
Veranstaltungsorten die Welt der Musik mit ihren verschiedenen Richtungen und Stilen. Darüber
hinaus haben die Initiatoren Profis und Laien in Kontakt gebracht, die Nachwuchsförderung
mitgedacht und vielfältiges bürgerschaftliches Engagement eingebunden. Das
Stadtteilkulturmanagement wird die Musikwoche mit den ehrenamtlich Engagierten vor Ort evaluieren
und mit überlegen, wie die Impulse ggf. verstetigt werden bzw. zukünftig noch weitere Orte für Kultur
erschlossen werden können.
3. Stadtteilkulturhäuser als wichtige Ankerpunkte und Brückenbauer in die Quartiere
Aspekt „Profil und „Reichweite“: Der Fokus lag in den ersten Monaten zudem auf der
Auseinandersetzung mit der Rolle bereits bestehender Stadtteilkulturhäuser als wichtige strategische
Ankerpunkte für eine kulturelle Grundversorgung „vor der Haustür“. Betrachtet wurden deren
spezifische Arbeitsweisen, Organisations- und Finanzierungsmodelle sowie deren Profile. In diesem
Zusammenhang wurden u. a. „Stellschrauben“ identifiziert, mit denen diversere T eilhabemöglichkeiten
optimiert werden können.

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Aspekt „Querschnittsthemen“: Die erste Zeit konnte dafür genutzt werden, um sich mit dem
Zusammenhang zwischen der Stadtteilkultur und wichtigen Zukunftsthemen wie z. B. Diversität und
Nachhaltigkeit, (inter-)kulturelle Bildung und T eilhabe zu befassen. Insbesondere die
Stadtteilkulturhäuser leisten bereits einen zentralen Beitrag, verschiedene Interessensgruppen und
Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalitäten mit Kunst und Kultur in Berührung zu
bringen. Die systemische Arbeit der Häuser baut hier bereits Brücken zu verschiedenen kulturellen
Ausdrucksformen. In den gemeinsamen Gesprächen mit den vor Ort tätigen T eams, konnten erste
Überlegungen zu folgenden Fragen zusammengetragen werden: „Wie binden wir viele Perspektiven
in unser Kulturangebot ein?“ „Welche Form der Einladung und welche Angebote braucht es, um eine
breitere T eilhabezu ermöglichen?“
Aspekt „ Nutzung Corona-bedingter Fördertöpfe“: Das Stadtteilkulturmanagement hat intensiv mit den
T eams des Kap.8 im Stadtteil Kinderhaus und des Begegnungszentrums Meerwiese im Stadtteil
Coerde zusammengearbeitet, um u. a. auf aktuelle Entwicklungsfragen und „Corona-
Herausforderungen“ reagieren zu können. Die coranabedingten Sonderfonds konnten vor allem auch
dazu genutzt werden, um eine kulturelle Infrastruktur vorzuhalten, die auch in Pandemiezeiten genutzt
werden kann und die, die Umsetzung von o. g. Querschnittsthemen fördert.
3.1. Bürgerhaus Kap.8 in Kinderhaus
Das Kap.8, als Stadtteilkulturzentrum im Bürgerhaus, hat seit seiner Gründung in den 80er-Jahren
kontinuierlich sein Profil in Hinblick auf eine qualitativ hochwertige Kulturarbeit vor Ort geschärft. Nach
dem Leitsatz „Aus dem Stadtteil für den Stadtteil“ wurden unter der Philosophie der „aufsuchenden
Kulturarbeit“ wohnortnahe Kulturangebote initiiert, das (kulturelle) Miteinander der Menschen vor Ort
bereichert und ein idealer Nährboden für die Umsetzung neuer Ideen geschaffen. In Zusammenarbeit
mit dem Stadtteilkulturmanagement wurden verschiedene Anknüpfungspunkte identifiziert, die helfen,
den Anspruch der qualifizierten T eilhabe an Kunst und Kultur noch breiter aufzustellen und ein
diverses Publikum zu erreichen.
Beispiel „Sommerbühne“: Unter dem Titel „Kulturfrische – Sommerbühne am Kap.8“ wird der
Außenbereich des Kap.8 zur Durchführung von Outdoor-Veranstaltungen ab 2022 infrastrukturell
ertüchtigt und ist so auch bei anhaltender Pandemie bespielbar. Mit der neuen Plattform wird der
Kulturbetrieb im Stadtteil weiterentwickelt, werden neue Kooperationen angestoßen und neue
Zielgruppen erschlossen. Bewährte Formate sollen mit innovativen Programmideen, aber auch
populären Profilen verknüpft werden. Programmatisch strebt das Kap.8 eine kulturelle Vielfalt an, die
die T eilhabefür die sehr heterogene Stadtteilgesellschaft in Kinderhaus ausbaut und einen intensiven
Austausch über Kunst und Kultur anregt.
Das Stadtteilkulturmanagement hat in Zusammenarbeit mit dem Kap.8 und dem Begegnungszentrum
Meerwiese die Projektkonzeption und die Förderanträge auf den Weg gebracht, um die Chance zu
nutzen, einmalig pandemiebedingt aufgelegte Förderfonds zu nutzen. Durch einen Gesamtantrag
beim „Investitionsfonds kulturelle Infrastruktur (IKI)“ des Landes NRW konnte ein 80%iger Zuschuss i.
H. v. 146.160 Euro erwirkt werden Die Gesamtsumme beträgt 182.700 Euro. Davon entfallen ca. 50%
für die Sommerbühne. Für den ersten programmatischen Aufschlag der Sommerbühne entwickelte
das T eam des KAP .8 ein Konzept und stellte einen Förderantrag beim Bundesförderprogramm
„NEUSTART Kultur“ (Programm 2) i. H. v. 50.000 Euro. Ein Juryentscheid liegt noch nicht vor.
Beispiel „Kunst am Rand“: Das Stadtteilkulturmanagement hat darauf hingewirkt, die erfolgreiche
Konzeption „Kunst am Rand“ weiterzuentwickeln und die Beziehungsarbeit vor Ort zu verstetigen.
Das Projekt entwickelt seit 2005 seine besondere Relevanz durch den behutsamen und
teilhabeorientierten Entwicklungsprozess. Besonders ist, dass vielfältige gesellschaftliche Gruppen

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schon bei der Projektrealisierung vor Ort durch unterschiedliche Rollen eingebunden werden. Daher
soll ergänzend zum etablierten Parcours ein partizipatorisches Kunstprojekt auf dem Gelände des
zukünftigen Wohngebietes Moldrickx-Quartier entwickelt werden. Dieses soll die Menschen, die in
den angrenzenden sehr unterschiedlichen Sozialräumen leben, einladen, sich mithilfe künstlerischer
Methoden mit Fragen des Zusammenlebens auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig hat das Stadtteilkulturmanagement darauf hingewirkt, verschiedene Fördermöglichkeiten
für den weiter entwickelten Ansatz zu nutzen. Diese sollen u. a. dazu dienen, qualifizierte
Kunstschaffende mit einer Aufwandsentschädigung motivieren zu können, an diesem „sozialen“
Kulturprojekt mitzuwirken und qualitative Kulturteilhabe für ein kulturfremdes Publikum zu
ermöglichen. Für 2022 werden u. a. Fördergelder i. H. v. 3.000 Euro bei der allgemeinen
Kulturförderung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe beantragt. Für die Projektrealisierung
werden ergänzend Fördermittel beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung
aus dem Förderprogramm „Heimat-Fonds“ i. H. von ca. 28.000 Euro beantragt.
3.2. Begegnungszentrum Meerwiese
Nach 20 Jahren Begegnungszentrum für den Stadtteil Coerde und Theater in der Meerwiese als
Kompetenzzentrum der Stadt Münster für Kinder- und Jugendtheater bedarf es einer differenzierten
Auseinandersetzung. Die gewachsenen Organisationsstrukturen, veränderten Anforderungen und
Bedarfe der Stadtteilkulturarbeit sowie sich stark verändernde Produktionsanforderungen im Kinder-
und Jugendtheater führten und führen zu vermehrten Nutzerkonflikten und Mehraufwand in der
Raumlogistik. Potenziert werden diese durch den stark erhöhten Bedarf an Räumen von lokalen
Vereinen, Institutionen und Kulturveranstaltern als auch von städtischen Abteilungen. Die Erstanalyse
hat verdeutlicht, dass es einer vertiefenden Auseinandersetzung bedarf, um die veränderten
Anforderungen an das Begegnungszentrum in einem wachsenden Stadtteil des Begegnungszentrums
zu identifizieren. Diese kann in Form von Gesprächen und Umfragen stattfinden. In diese Evaluation
sollten sowohl die bisherigen Kernnutzerinnen und Kernnutzer als auch die lokale Bürgerschaft und
Vereine einbezogen werden. Diese Erhebung des Status quo kann damit eine wichtige Grundlage
darstellen, um die Logistik der Multifunktionalität langfristig zu optimieren. Gleichzeitig dienen die
Ergebnisse auch dazu, die aktuellen Bedarfe an die Immobilie detaillierter benennen zu können.
Erste Schritte hinsichtlich einer verbesserten kulturellen Infrastruktur konnten auf den Weg gebracht
werden, da im Zuge der Pandemie verschiedene Förderprogramme aufgelegt wurden. Gemeinsam
wurde, entsprechend der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel des Bundes über das
„NEUSTART Sofortprogramm“ für Corona bedingte Investitionen im Kulturbereich begonnen, mit dem
T eamdes Begegnungszentrums Meerwiese und durch Unterstützung des Veranstaltungsmeisters des
KAP .8den bislang technisch nicht ausgerüsteten großen Saal der Meerwiese so auszustatten, dass
dort ein Theaterbetrieb möglich ist. So wurden die dort agierenden freien Ensembles während der
Pandemie unterstützt und gleichzeitig konnte auf aktuelle dramaturgische und theaterpädagogische
Anforderungen reagiert werden.
Durch eine weitere bewilligte Zuwendung des Landes NRW durch das in 3.1. erwähnte
Förderprogramm des Landes NRW „Investitionsfonds kulturelle Infrastruktur (IKI)“ wird nun die noch
fehlende T ontechnik angeschafft, das Traversensystem verstärkt und die Beleuchtungstechnik
erweitert. Außerdem verhilft ein LED-Projektor mit Mediaplayer, Computer und Schnittplätzen
qualitätsvolle Streamings, Aufzeichnungen aber auch Live- Projektionen im öffentlichen Raum zu
realisieren. Ergänzend dazu konnte ein Audiosystem (Besucherführungssystem) angeschafft werden,
das Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen neue Rezeptionserlebnisse ermöglicht. Darüber
hinaus bietet dies eine große Bandbreite für die Integrationsarbeit, da beispielsweise
theaterpädagogisch im T andem gearbeitet werden kann und das Sprachtraining ein integraler
Bestandteil eines Projektes sein kann. Die infrastrukturelle Qualifikation des Bespieltheaters eröffnet

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nun insbesondere die Möglichkeiten, niederschwellige Zugänge zum Theaterleben in allen Milieus der
Stadtgesellschaft zu schaffen. Die technische Ausstattung des Saales und das technische Equipment
eröffnet dem professionellen Bereich „Theater für junges Publikum“ sowie der theaterpädagogischen
Arbeit mit allen Altersgruppen in dem Saal mit 440 m² neue Möglichkeiten. Damit kann besonders die
kulturelle Bildung im Stadtteil gestärkt werden.
3.3. Bürgerhaus Bennohaus
Das Bennohaus ist im Netzwerk der Stadtteilkulturhäuser ein fester und wichtiger Bestandteil. Wegen
seiner exponierten Lage am Kanal und seiner langjährigen Erfahrungswerte im Bereich der kulturellen
Medienarbeit hat es neben seiner lokalen Wirkung eine Bedeutung, die über den Stadtteil/das
Quartier hinausgeht. Seit seiner Gründung und seiner Erweiterung in den 1980er-Jahren haben sich
im nahen Umfeld Veränderungen im Hinblick auf die kulturelle Angebotspalette ergeben. Die B-Side,
das Hansakulturforum, die multifunktionale Aula der neuen Mathilde-Anneke-Gesamtschule (kann von
lokalen Vereinen und Initiativen genutzt werden) sowie das Digitallabor des in der Innenstadt neu
entstehenden WDR-Gebäudes tragen zu veränderten Rahmenbedingungen bei. Gleichzeitig haben
sich u. a. durch Corona die Bedarfe an zeitgemäßer Medienarbeit drastisch gewandelt. Der Bedarf
einer kulturellen Profilierung wurde durch einen externen Beratungsprozess zum Nutzungskonzept
des Bennohauses durch ein beauftragtes Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und -
entwicklung e. V., der im Zeitraum vom 09.08.18 bis 14.03.19 stattgefunden hat, in seinem
Ergebnisbericht festgehalten (siehe Vorlage V/0974/2019). Die Herausarbeitung des kulturellen
Markenkerns hat sich pandemiebedingt sowie aufgrund der notwendig gewordenen Interimslösung
der Geschäftsführung des Bennohauses verzögert.
Das Kulturamt unterstützt das regelgeförderte Bürgerhaus Bennohaus bei der Fortführung des
Profilierungs- und Zukunftsprozesses, in dem auch Fragen einer notwendigen Sanierung und die
anstehenden städtebaulichen und räumlichen Veränderungen, die sich durch den Wegzug des
ansässigen Ruderclubs ergeben, berücksichtigt werden sollen. Dazu trägt das
Stadtteilkulturmanagement zunächst die kommunalen Fachsichten zusammen. Ziel ist es, in 2022 in
Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Ostviertel e. V. (AKO e.V.) und unter Einbeziehung der
Bezirkspolitik ein Konzept zu erarbeiten, um Schritte und Rahmenbedingungen für den weiteren
Profilierungsprozess zu definieren und die dafür notwendigen Finanzmittel im Rahmen der
Etatberatungen der Folgejahre beschließen zu lassen.
Hinweis 1: Genutzt werden sollen dafür Mittel der Produktgruppe 0401, die ursprünglich zur
Finanzierung der Personalkosten für den ehemaligen Leiter des Bennohauses zur Verfügung
standen. Diese wurden kapitalisiert und ergebnisneutral innerhalb der Produktgruppe
Kulturmanagement/Kulturförderung von den Personalaufwendungen in Sachaufwendungen
umgeschichtet. Ein Teil dieser Mittel fließt in den Personalkostenzuschuss für die Geschäftsführung
des Hauses. Über die Verwendung der verbleibenden Mittel entscheiden die Gremien des Rates, bis
ein neues Nutzungskonzept den Verbleib neu regelt (siehe Vorlage V/0900/2018).
Hinweis 2: Das Stadtteilkulturmanagement hat außerdem auf den dringenden Handlungsbedarf der
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Küche im Bennohaus reagiert, um eine zeitnahe
Inbetriebnahme der für den Kulturbetrieb notwendigen Gastronomie zu ermöglichen. Mit der Vorlage
V/0496/2021 wurde ein investiver Zuschuss i. H. von 45.000 Euro aus bestehenden Haushaltsmitteln
an den AKO e. V. auf den Weg gebracht.
4. Bedarfserhebung für Beratungs- und Vernetzungsbedarf des Ehrenamts
Flankierend zu den benannten Tätigkeiten hat das Stadtteilkulturmanagement eine erste Evaluierung
vorgenommen, um herauszufinden, welcher Service insbesondere ehrenamtlich Engagierten bislang

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im Bereich der Stadtteilkultur fehlt. Als wichtige Beratungsthemen wurde identifiziert:
Nachwuchsgewinnung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung, Antragstellung, Kulturvermittlung und
Netzwerkarbeit sowie Vereinsgründung.
Insbesondere wurde festgestellt, dass es in den letzten Jahren vermehrt Anfragen zur Unterstützung
im Bereich der Veranstaltungskonzeption, -organisation und der Veranstaltungstechnik und -sicherheit
gab, da insbesondere die Inszenierungsmöglichkeiten in den letzten Jahren komplexer und auch
bedingt durch die Pandemie hybrider geworden sind. Oft fehlt den Kulturakteuren (Laien und Profis)
die ausreichende Erfahrung für die Umsetzung der geplanten Konzepte. Häufig führen Defizite im
Planungsprozess im Vorfeld zu erhöhten Kosten und zu erhöhtem Aufwand oder Sicherheitsrisiken.
Beispielsweise ist es für ehrenamtliche Kulturakteure nicht immer leicht, die Vielzahl an Gesetzen,
Vorschriften und Verordnungen oder regionale Bestimmungen sowie Ermessensspielräume bei der
Auslegung von Gesetzen z.B. im Bereich Arbeitsschutz und -sicherheit,
Versammlungsstättenverordnung sowie Veranstaltungs- und Unfallversicherung einzuschätzen.
Folgerichtig braucht es die Konzeption eines Qualifizierungs- und Beratungsangebots, das
insbesondere auch Fragen zur Veranstaltungstechnik- und Sicherheit beantworten kann. Die
Konkretisierung dieser Überlegungen ist für 2022 angedacht. Ergänzend dazu sollen Ideen für den
Aufbau einer Anerkennungskultur für ehrenamtliches Engagement sowie für Formen des Wissens-
und Erfahrungsaustausches entwickelt werden.
Fazit und Bedarf einer Entwicklungsstruktur und einer Finanzbasis
1. Notwendigkeit einer Entwicklungsstruktur
Aufbauend auf der im Jahr 2018 durchgeführten ersten Bestandsaufnahme sollen 2022 die
gesamtstädtischen Stadtteilkulturbedarfe weiter evaluiert werden. Gleichzeitig sollen gewachsene
lokale Strukturen (Kulturnetzwerke, Akteure, Räume) sichtbar und aufgezeigt werden. Darauf sowie
auf die Kommunikation mit wichtigen „Schlüsselpersonen“ soll die Erarbeitung einer
Entwicklungsstruktur, die lokale und gesamtstädtische Bedarfe und Ziele in einen
Gesamtzusammenhang stellt, aufbauen. Das anvisierte Konzept stellt Gelingensfaktoren und
Rahmenbedingungen sowie Maßnahmen für die Sicherung und die Weiterentwicklung eines
lokalspezifischen, inklusiven, inspirierenden, beziehungsorientierten, sparten-, milieu- und
generationenübergreifenden sowie diversen und nachhaltigen Stadtteilkulturangebots (Kulturräume +
Kulturprogramme) vor. Integraler Bestandteil ist der Vorschlag für die Priorisierung von Maßnahmen
und Tätigkeiten, um insbesondere zu einer gesamtstädtischen Sicherung und Entwicklung der
Stadtteilkultur beizutragen, von der möglichst viele Münsteranerinnen und Münsteraner profitieren.
(Siehe Anlage 1)
2. Finanzbasis als Motor der Stadtteilkultur
Im pandemiebedingten Ausnahmejahr konnten Finanzmittel des kommunalen Sonderfonds genutzt
werden, um Stadtteilkulturprojekte im Ehrenamt zu unterstützen oder um Projekte zu unterstützen, die
neue Formen der Kulturarbeit vor Ort anstoßen. Darüber hinaus konnten die kulturelle Infrastruktur
und das kulturelle Angebotsspektrum in den Stadtteilen von den bereits erwähnten verschiedenen
Sonderförderprogrammen des Bundes und des Landes profitieren. Eine Finanzbasis kann folgerichtig
als Motor der Stadtteilkultur dienen, da finanzielle Mittel insbesondere zivilgesellschaftliches
Engagement vor Ort motivieren oder den Ausbau der inter (kulturellen) Bildung in den Stadtteilen
unterstützen. Kommunale Mittel können zudem helfen, um Formate zu entwickeln, von denen viele
Stadtteile profitieren. Sie ermöglichen zudem den Aufbau eines Qualifizierungs- und
Inspirationsprogrammes sowohl für ehrenamtlich Engagierte als auch für freie Kulturschaffende. In
der Pandemiezeit wurde deutlich, dass kommunale Mittel erforderlich waren, um z. T .deutlich höhere
Komplementär- und Drittmittel generieren zu können. Folgerichtig stellen sie einen wichtigen Faktor
dar, um bestehendes Engagement zu sichern und um die Stadtteilkultur substanziell und
perspektivisch weiterzuentwickeln.

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V/0818/2021
In Vertretung
Gez.
Cornelia Wilkens
Stadträtin
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1: Entwicklungsperspektiven Stadtteilkultur in Münster

Anlage A

2245 Zeichen

Anlage A zur V/0818/2021
Kurzüberblick
Mit diesem Bericht stellt das Kulturamt die ersten Tätigkeiten und Maßnahmen des ab 01.März
2021 eingerichteten Stadtteilkulturmanagements vor. Außerdem zieht das Kulturamt ein erstes
Resümee, um daraus weitere Schritte und Maßnahmen für das Jahr 2022 abzuleiten.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Es werden die Ziele verfolgt:
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität
weiterentwickeln:
 mit hoher Umwelt- und Naturqualität
 mit breitem Freizeit- und Sportangebot
 mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der
Stadtgesellschaft
 Wir werden Münster auf der Basis unserer Geschichte und des Prinzips von „T oleranz
durch Dialog“ zu einer weltoffenen Stadt weiterentwickeln.
T eilziele:
Empowerment der Zivilgesellschaft
Förderung des “Rechts auf Kultur”
Sicherung und Aufbau Kulturelle Infrastruktur (Räume + Programme)
Synergieffekte durch Gesamtsteuerung und Vernetzung sowie Wissens- und
Erfahrungstransfer
Förderung von Querschnittsthemen
Zugang zur Inter(kulturellen) Bildung
Aufbau von Förderkonzeptionen
(hier u.a. Nutzung von europäischen, bundesweiten und regionalen Förderangeboten)
Finanzierung
Produktgruppe: 0401 Kulturmanagement/Kulturförderung
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein
Bereits veranschlagt? Ja X Nein
Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
X vollständig
freiwillig

Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Die Berücksichtigung von Querschnittsthemen ist ein integraler Bestandteil der substanziellen
Entwicklung der Stadtteilkultur. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Aspekte der
Themenbereiche in der Konzeption von Formaten, Veranstaltungen, Qualifizierungs- und
Impulsmaßnahmen, Kulturprojekten bis hin zu Kommunikationsmaßnahmen als auch bei
Konzeptionen diverser T eilhabebestmöglichst mitgedacht werden.

Anlage1_Entwicklungsperspektiven Stadtteilkultur in Münster

4900 Zeichen

Anlage 1 zur Vorlage V/0818/2021 
 
Entwicklungsperspektiven Stadtteilkultur in Münster 
Die ersten Erfahrungen aus dem neuen Arbeitsfeld des Kulturamtes verdeutlichen, dass es eine 
Struktur für die Entwicklung der Kultur in den Stadtteilen bedarf, um sowohl bestehende Angebote 
und Strukturen zu sichern als auch ein attraktives und qualitativ hochwertiges kulturelles Angebot 
weiter auszubauen und zu entwickeln. Diese soll auf der Basis der Gespräche mit den Bezirksver-
tretungen und weiteren Gesprächspartnern:innen aus „Schlüsselfeldern“ der Stadtteilkultur sowie 
auf den Ergebnissen des anstehenden Stadtforums Kultur aufgebaut werden. Dieser anstehende 
Kommunikations- und Austauschprozess soll sowohl aktuelle als auch prognostizierte Bedarfe zu-
sammentragen, 
da sich viele Stadtteile aufgrund von Wachstumsprozessen z.B. in Form von neuen Wohngebieten 
im Wandel befinden. Gleichzeitig geht es darum die gewachsenen Strukturen vor Ort kennenzuler-
nen, um gemeinsam Formen der Unterstützung zu erarbeiten. 
 
Für die geplanten Gespräche stehen folgende Entwicklungsfelder und die damit verbundenen Fra-
gen im Fokus: 
Entwicklungsfeld 01: Information/Beratung/Service/ Qualifizierung/ Vernetzung/ Teilhabe 
Wie kann zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich der Kultur und Empowerment-Prozesse 
gestärkt, initiiert, unterstützt und anerkannt werden? 
Wie kann die Individualität und die spezifischen Rahmenbedingungen vor Ort sowie lokales Erfah-
rungswissen eingebunden, gestärkt und gepflegt werden? 
Was braucht es für die Pflege und Initiierung von lokalen Kulturnetzwerken? 
Wie entstehen innovative Formate des Kulturdialogs und Möglichkeiten der Interaktion? 
Entwicklungsfeld 02: Netzwerk Stadtteilkulturhäuser mit eigenen Profilen 
Wie können Stadtteilkulturhäuser ihr Profil schärfen? 
Wie können sie untereinander kommunizieren und von einander profitieren? 
Wie können sie ihre Verzahnung ins Quartier ausbauen? 
Entwicklungsfeld 03: Vielfältige kulturelle Infrastruktur für Produktion und Rezeption 
Welche Formate befördern eine Kultur, die gesellschaftliche und persönliche Möglichkeiten der Re-
flexion schafft und die einlädt, neue Perspektiven kennenzulernen? 
Wie gelingt der Aufbau einer facettenreichen sichtbaren kulturellen Infrastruktur und wie werden 
bauliche Potenziale sichtbar gemacht? 
Entwicklungsfeld 04: Querschnittsthemen (Interkultur, Diversität, Digitalität, Nachhaltigkeit) 
Welche Strukturen braucht der Ausbau der Inter(kulturellen) Bildung vor der Haustür? 
Wie finden Querschnittsthemen ihren Platz in der Stadtteilkultur? 
Wie kann multiperspektivisch mit den historischen Wurzeln eines Stadtteils gearbeitet werden?  
Entwicklungsfeld 05: Kulturprogramme (dauerhaft + mobil) / ( interaktive + passive) 
Welche Strukturen braucht ein kontinuierliches Angebot? 
Worin liegt die Chance mobiler und temporärer Angebote?  
Entwicklungsfeld 06: Co-Kreationen und Wechselwirkung (Zentrum + Stadtteile) 
Wie gelingt die geschickte Verzahnung kulturelle Aktivitäten im Zentrum und in den Stadteilen? 
Entwicklungsfeld 07: Kulturprojektpool – von dem mehrere Stadtteile profitieren 
Wie könnte ein Projektpool aussehen, von dem mehrere Stadteile profitieren? 
Entwicklungsfeld 06: Kulturkommunikation (analog, digital, formell, informell) 
Welche Kommunikation braucht es, um Bürgerschaft zu informieren, zu inspirieren und um ver-
schiedene Zugänge zur „Welt der Kultur“ zu eröffnen?

Anlage 1 zur Vorlage V/0818/2021 
 
Entwicklungsfeld 07: Förderung / Sponsoring / Lobbyarbeit / Patenschaften / Netzwerke 
Was braucht es, um gesamtstädtisch eine „Kultur- Community“ aufzubauen, deren gemeinsames 
Ziel eine bedarfsgerechte, ortsspezifische und inspirierende Stadtteilkultur ist?  
 
Ziel ist es, die zusammengetragenen Informationen, Ideen, Wünsche und Bedarfe sukzessive zu-
sammenzutragen und auszuwerten. Im Zuge des Kommunikationsprozesses soll zudem die An-
laufstelle Stadtteilkultur bekannter werden. Aus den Ergebnissen und Hinweisen soll eine Struktur 
entwickelt werden, die lokale und gesamtstädtische Bedarfe in einen Gesamtzusammenhang stellt 
und die Schnittstellen zu anderen Akteuren der Stadtteilentwicklung aufzeigt. Gleichzeitig sollen 
mögliche „blinde Flecken“ (z. B. bisher nicht berücksichtigte Sparten oder kulturelle Antworten) 
identifiziert werden. Integraler Bestandteil ist der Vorschlag für die Priorisierung von Maßnahmen 
und Tätigkeiten, um insbesondere zu einer gesamtstädtischen Sicherung und schrittweisen Ent-
wicklung der Stadtteilkultur beizutragen, von der möglichst viele Münsteraner profitieren. Die Struk-
tur setzt sich daher zusammen aus Gelingensfaktoren und Rahmenbedingung für die substanzielle 
Entwicklung der Stadtteilkultur. Sie steht für einen dynamischen und agilen Entwicklungsprozess. 
Demzufolge soll der Kulturausschuss in kontinuierlichen Abständen über den Stand informiert wer-
den.

Beratungsverlauf (7)

11.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Ost
TOP 3.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
11.11.2021 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 5.5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 4.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.11.2021 Kulturausschuss
TOP 15 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
16.11.2021 Bezirksvertretung Münster-Südost
TOP 3.5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
07.12.2021 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
24.02.2022 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 4.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Kinderhaus

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Details

Aktenzeichen
V/0818/2021
Typ
Vorlagen
Datum
27.10.2021
Erstellt
27.10.2021 17:29