A-W/0011/2021
Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße
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Stellungnahme der Verwaltung vom 19.04.2021
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A-W /00A1 Vermessungs- und Katasteramt Tel. 62 00 Amtsleiter 19.04.2021 An die Bezirksvertretung Münster-West zur Sitzung am 22.04.2021 Herrn Bezirksbürgermeister Jörg Nathaus über III UN Stellungnahme zum gemeinsamen Antrag Nr. A-W/0011/2021 der Fraktion Bünd- nis90/Die Grünen/GAL, der SPD-Fraktion, der Ratsgruppe Volt und DIE LINKE vom 31.01.2021 STANT MÜNSTER \2 7. APR, 2021 Amt für & Bezirk, ürger- u, Rateservioe -vorwallung West Zu Nr. 1 - Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße Erledigt mit Beschlussfassung zur Vorlage V/1033/2020. Zu Nr. 2 - Umbenennung Bushaltestelle Auf Anfrage der Verwaltung haben die Stadtwerke Münster GmbH mitgeteilt, dass nach der Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße auch die Haltestelle Apffelsta- edtstraße zeitnah in Henriette-Son-Straße umbenannt wird. Zu Nr. 3 - Bearbeitungsstand des Antrags A-W/0007/2020 der SPD-Fraktion Nach dem Zeitungsartikel in den Westfälischen Nachrichten vom 17.02.2020 mit dem Titel »NS-Mitglied aus fester Überzeugung« über die Straßenbenennung nach Max Apffelstaedt brachte die SPD-Fraktion der BV West am selben Tag den Antrag A-W/0007/2020 mit dem folgenden Beschlussvorschlag ein: Die Verwaltung wird beauftragt, die Apffelstaedtstraße umzubenennen nach einer Wissenschaftlerin. Die Verwaltung hat für die Einschätzung der NS-Vergangenheit von Max Apffelstaedt am 4. März 2020 das Stadtarchiv eingeschaltet. Die Stellungnahme des Stadtarchivs lag am 18. März vor. Am 24. März war der Entwurf einer Beschlussvorlage erstellt, mit der die Verwal- tung die Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Monastirstraße vorschlägt. Zum Hintergrund: Die Verwaltung hatte seit Jahren mehrere Aufträge aus Ratsanträgen und Beschlüssen des Hauptausschusses, eine Straße für die Benennung nach Monastir zu fin- den. Bisherige Versuche der Verwaltung dazu, waren in verschiedenen Stadteilen geschei- tert. Da die Apffelstaedtstraße unmittelbar am Tangentenring beginnt, der hier nach drei Partnerstädten Rishon-Le-Zion, Orl&ans und York benannt ist, schien eine Umbenennung nach Monastir als sehr geeignet und sollte daher umgesetzt werden. Leider hatte sich diese Möglichkeit mit anderen Gesprächen und Überlegungen von Be- zirksvertretungen überschnitten. Dies musste vor ofizieller Beratung der Vorlage zunächst abgewartet werden. Die BV Nord hatte sodann in seiner Sitzung am 09.06.2020 entschei- den, den Platz unmittelbar neben der Westhoffstraße in "Monastirplatz” umzubenennen. Zwischenzeitlich hatte das Stadtarchiv aus Anlass des SPD-Ratsantrags A-R/0019/2019 Recherchen zu Biographien von sechzehn Frauen, die als Namensgeberinnen für Straßen in Münster vorgeschlagen sind, geprüft und noch fünf weitere Frauennamen hinzugefügt. Aus dieser Gesamtliste schien besonders geeignet der Name Waltraut Seitter, eine Natur- wissenschaftlerin der WWU. Die erste Frau auf einem Lehrstuhl für Astronomie in Deutsch- land und eine Wissenschaftlerin von internationalem Rang in Münster. Nach der Entscheidung der BV-Nord am 9. Juni wurde die Beschlussvorlage mit dem Vor- schlag Waltraut Seitter umgehend vorbereitet. Aufgrund der anhaltenden Pandemie-Lage im vergangenen Sommer sowie regelmäßig ausfallender Gremiensitzungen hatte sich die Schlussabstimmung der Vorlage verzögert. Die Vorlage konnte nun in der ersten Sitzung 2021 am 11. Februar beraten werden. Zu Nr. 3 und 4 - Eignung der Namen "Hedwig Kohn’, "Martha Sponer’, ‘Hedwig Mon- tag’ und "Rahel Hirsch’ Das Stadtarchiv wurde eingeschaltet und um Prüfung der Vorschläge gebeten. Zu den vier Personen liegen im Stadtarchiv keine Dokumente vor. Zu den Namen Hedwig Kohn, Herta Sponer und Rahel Hirsch liegen jedoch biographische Angaben in der freien Enzyklopädie Wikipedia vor. Das Stadtarchiv wird, wenn für eine konkrete Straße die Benennung nach einer der vier Frauen in Betracht gezogen wird, weitergehende biographische Angaben re- cherchieren und entsprechende Biographien vorlegen. In der Anlage ist eine aktuelle Sammlung von Vorschlägen für Straßenbenennungen nach Frauen aufgelistet. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wird geprüft, ob einer der Namen realisiert werden kann. Mit freundlichen Grüßen Gez. Jochen Marienfeld 31 Vorschläge für Straßenbenennungen nach Fra Friederike Nadig genannt Frieda Nadig Maria Goeppert-Mayer Nelly Sachs Emmy Noether en Friderike Nadig, *11.12.1987, die Herforder Sozialdemokratin war eine von vier Frauen, die 1948 als Mitglied des Parlamentarischen Rates an der Ausarbeitung des Grundgesetzes mitwirkte. Nachdem sie zuvor im Zuge der Erlasse der NS-Regierung aus dem Beamten- dienst entlassen wurde, arbeitete sie als Gesundheitspflegerin bis sie 1946 Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt wurde. Nach Kriegs- ende war sie in der neuen Bundesrepublik u.a. als Mitglied des nord- rhein-westfälischen Landtags sowie als Bundestagsabgeordnete poli- tisch aktiv. Hier machte sie sich bis zu ihrem Tod 1970 für Gleichbe- rechtigung der Geschlechter und Lohngleichheit stark. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Maria Goeppert-Mayer, *28.6.1906, erhielt im Alter von 57 Jahren für ihre Forschung zur Schalenstruktur des Atomkerns als erste deutsche Physikerin den Physik-Nobelpreis. Die Deutsch-US-Amerikanische Naturwissenschaftlerin wanderte nach dem Studium der Mathematik und Physik in Göttingen mit ihrem US-amerikanischen Ehemann nach Baltimore aus und schrieb dort u.a. mit ihm das viel beachtete Standardwerk „Statistische Mechanik“. Nicht zuletzt im Zuge ihrer Professur am Chicagoer Atomforschungszentrum in den 1950er Jah- ren gilt sie als eine der wichtigsten Forscherinnen aus dem Gebiet der Kernphysik sowie als eine der ersten deutschen weiblichen Wis- senschaftlerinnen in der physikalischen Forschung insgesamt. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Nelly Sachs, *10.12.1891, die jüdische Dichterin aus Berlin war 1966 nicht nur die erste deutsche Literaturnobelpreisträgerin, sondern ebenso die erste Autorin, die ein Jahr zuvor den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt. Nachdem sie zu Beginn der NS-Dik- tatur selbst um ihr Leben fürchten musste, konnte sie 1940 kurz vor dem ihr angekündigten Transport ins Konzentrationslager nach Schweden fliehen. In ihren Werken spiegelt sich die Erfahrung wider und so thematisiert sie hierin bis zum Tod 1970 oftmals den Holo- caust und das Schicksal Israels. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Emmy Noether, *23.3.1882, die jüdische Mathematikerin aus Erlan- gen gilt als „Mutter der modernen Algebra“. Sie ist eine der ersten und erfolgreichsten Frauen innerhalb der naturwissenschaftlichen Disziplin des 20. Jahrhunderts: So war sie u.a. die zweite Deutsche, die an einer deutschen Universität in Mathematik promovierte. Ebenso absolvierte sie als erste Frau in Deutschland im Fachbereich Mathematik erfolgreich ihre Habilitation. Zudem setzte sie sich als So- zialdemokratin in den 1920er Jahren für friedenspolitische Projekte ein bevor sie 1933 angesichts der NS-Herrschaft in die USA emi- grierte, wo sie 1935 an einer Krankheit verstarb. Nach ihrem Tod wurde u.a. ein Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen nach ihr benannt, um nachhaltige weibliche Forschung in diesem Fachbereich an deutschen Universitäten zu fördern. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 1von7 Anna Haag Barbara Renz Marga Spiegel Anna Haag, *10.7.1888, als Politikerin, Pazifistin und Autorin hat sie sich insbesondere für die Rechte der Frauen in der Weimarer Repub- lik und der jungen westdeutschen Bundesrepublik eingesetzt. Ihr Satz „Niemand darf zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden“ aus dem von ihr eingebrachten Gesetz Nr. 1007 des Landes Würt- temberg-Baden wurde 1948 im bundesdeutschen Grundgesetz in Art.4 Abs.3 GG aufgegriffen und gilt als richtungsweisende Errungen- schaft für die Pazifismus-Bewegung in Deutschland. Nachdem sie nach dem Ersten Weltkrieg der „Internationalen Frauenliga für Frie- den und Freiheit‘ beitrat und in der NS-Zeit einem Publikationsverbot unterlag, gründete sie nach Kriegsende das Printmedium „Die Welt- bürgerin“, um Frauen ihre politische Mitverantwortung aufzuzeigen. Bis zu ihrem Tod 1982 setze sie sich außerdem, u.a. im Zuge der Gründung des Hausfrauenverbandes, für die gesellschaftliche Aner- kennung der Hausfrauenarbeit als gleichwertige Tätigkeit ein. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Barbara Renz, *12.12.1863, die katholische Frauenrechtlerin gilt als frühe Aktivistin für Frauenbildung und Gleichstellung. Nach der Been- digung ihres Studiums der Philosophie, Literatur und Psychologie an der Sapienza-Universität in Rom kehrte sie mit Abschluss ihrer Dok- torarbeit nach Bayern zurück. Da Frauen jedoch zum damaligen Zeit- punkt eine Anstellung an einer Universität nicht gestattet war, nahm sie eine fünfjährige Tätigkeit als Privatlehrerin in der USA auf. Ge- meinsam mit ihrem Bruder kam sie 1902 schließlich nach Münster, wo sie eine Zweigstelle des Katholischen Frauenbundes eröffnete. Auch erhielt sie in Münster die Erlaubnis, an der Universität Abend- vorlesungen zu halten. Als Frauenrechtlerin machte sie sich insbe- sondere für die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft und in der katholischen Kirche stark. Von besonderer Bedeutung war für sie bis zu ihrem Lebensende 1955 zudem der Kampf für das Rechte von Mädchen und Frauen auf Ausbildung und Studium. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Marga Spiegel, *21.6.1912, die jüdische Überlebende des Holocausts aus dem nordrhein-westfälischen Schwalm-Eder-Kreis entkam mit Hilfe von katholischen Bauern im Münsterland zwischen 1942 und - 1945 der nationalsozialistischen Verfolgung. Nachdem ihr Ehemann von befreundeten Bauern von der massenhaften Tötung von Juden im heutigen Polen durch die Nationalsozialisten erfuhr, arrangierte er eine Versteckmöglichkeit für seine Ehefrau und seine Tochter bei Landwirten des Münsterlandes. Dank der mutigen Hilfe der Bauern überlebten sowohl sie als auch ihr Ehemann und ihre Tochter die NS- Zeit. 1965 veröffentlichte Marga Spiegel schließlich ihre Erinnerungen an die NS-Zeit und machte die Mithilfe der Münsterschen Bauern publik. Daraufhin wurden die Bauernfamilien, die die Spiegels ver- steckt hatten, von dem israelischen Botschafter in Deutschland mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Bis zu ihrem Tod 2014 war sie als Zeitzeugin um die Aufrechterhaltung der Erinnerung an die NS-Vergangenheit bemüht und besuchte zahlreiche Schulen und Einrichtungen im Münsterland, um von ihren Erlebnissen zu be- richten. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 2von7 Theanolte Bähnisch Anna Siemsen Lily Braun Marianne Kirchgässner Anna Lucas Theanolte Bähnisch, *25.4.1899, die Warendorfer Juristin war die erste Regierungspräsidentin Hannovers und erlangte u.a. auf Grund ihrer Tätigkeiten seit Beginn der NS-Zeit als Anwältin in Berlin für poli- tische Verfolgte Bekanntheit. Nach ihrem Jura-Studium in Münster engagierte sie sich nicht nur bereits 1931 mittels kritischer Schriften gegen die nationalsozialistische Bewegung, sondern forderte immer wieder die Frauen ihrer Zeit zu politischen Engagement auf. Nach Kriegsende gründete sie gemeinsam mit weiteren Frauen den Deut- schen Frauenring, dessen Vorsitze sie langjährig innehatte, und war u.a. als Staatssekretärin in der niedersächsischen Landesregierung tätig bis sie 1973 in Hannover verstarb. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Anna Siemsen, *18.1.1882, die Hammer Politikerin und Autorin enga- gierte sich im Vorstand der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ und widmete sich mit großem Elan dem frühen Kampf um die Etablierung und Einhaltung von Menschenrechten in den ‚1920er Jahren. Nachdem sie in Münster ihre Lehramtsprüfung ab- legte engagierte sie sich in der SPD u.a. von 1923 bis 1931 in der Pa- zifismus-Bewegung der Partei. In der NS-Zeit floh sie in die Schweiz, wo sie maßgeblich an einer regelmäßig erscheinenden frauenpoliti- schen Zeitschrift mitwirkte. Nach Kriegsende macht sich Siemsen bis zu ihrem Tod 1951 weiterhin als Sozialdemokratin speziell für die Bil- dungs- und Jugendarbeit sowie für die europäische Einigung stark. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Lily Braun, *2.7.1865, die Frauenrechtlerin und Autorin setzte sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und engagierte sich so als eine der führenden Persönlichkeiten der damaligen Frauenbewe- gung von 1887 bis 1890 in Münster für dieses Ziel. Auch verfasste sie mehrfach Artikel für die Zeitschrift „Frauenbewegung“, nachdem sie sich bereits in Jugendjahren kritisch mit sozialer Ungerechtigkeit und der Ungleichstellung der Frau in der deutschen Adelsgesellschaft auseinandergesetzt hatte. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1917 setzte sie sich zudem als Mitbegründerin des „Bundes für Mutterschutz“ für bes- sere Arbeitsbedingungen für Frauen und Mütter ein und gilt als wich- tige Figur der frühen Frauenemanzipationsbewegung des Kaiserrei- ches. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Marianne Kirchgässner, *5.6.1769, die blinde Glasharmonikaspielerin und Pianistin war im 18. Jahrhundert mit ihrem musikalischen Können in ganz Europa bekannt. In Münster gastierte sie zwischen 1791 und 1793. Kirchgässner war die erste Instrumentalistin, die mehr als neun Jahre ohne Unterbrechung mit ihrer Musik durch Europa tourte und gilt nicht nur auf Grund ihrer hochmusikalischen Spielart als Pionierin der weiblichen Musikerinnen der damaligen Zeit. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Anna Lucas, *unbekannt, die Schriftstellerin war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Inhaberin der traditionsreichen Regenberg- schen Buchhandlung, einem Münsteraner Buchhandelsunternehmen, welches u.a. einen Verlag, eine Druckerei und eine Buchhandlung umfasste. In den 1920er Jahren initiierte sie den ersten Jugend- und 3von 7 Hanne Nüte-Kämmerer Gisela Naunin Alexandrine von Taxis Johanna van Hal, Schwester Laudeberta Frauenbuchladen in Münster. Hiermit förderte sie bis zu ihrem Tod nicht nur maßgeblich die Präsenz von Frauen im Bereich von Buch- handel und Verlagswesen, sondern bot literaturinteressierten Frauen in Münster mit ihrem Frauenbuchladen eine wichtige öffentliche An- laufstelle. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Hanne Nüte-Kämmerer, *6.5.1903, die sächsische Textilkünstlerin ist besonders für ihre Stoffentwürfe und den Entwurf des sogenannten „Hähnchenmusters“ auch außerhalb von Deutschland bekannt. Nüte- Kämmerer begann 1929 ihre Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Münster und wurde 1955 zur Professorin der Kunstschule ernannt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihr künstlerisches Schaffen, u.a. 1973 das Verdienstkreuz 1. Klasse, und auch ihre Kunstwerke sind seit ihrem Ableben 1981 in zahlreichen Museen wie dem Müns- terschen LWL Museum ausgestellt. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Dr. Gisela Naunin, *16.9.1904, als Juristin und aktive Vorsitzende so- wie Ehrenpräsidentin des Deutschen Frauenrings setzte sie sich in den 1950er Jahren dafür ein, dass das Letztentscheidungsrecht im Streitfall in einer Familie nicht mehr einzig beim Vater liegt. Auch im Rahmen ihres Jura-Studiums an der Münsterschen Universität enga- gierte sie sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Bundesrepublik. Sie erhielt bereits zu Lebzeiten in ihrer Wahlheimat Münster diverse Auszeichnungen für ihren unermüdlichen Einsatz für die Frauenrechte, wie 1996 die Paulusplakette der Stadt Münster. Bis zu ihrem Tod 2002 lebte sie hier mit ihrem Ehemann und setzte sich für Chancengleichheit von Männern und Frauen ein. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Alexandrine von Taxis, *1589, gilt als einzige weibliche Generalpost- meisterin in der Geschichte der Kaiserlichen Reichspost. Sie hat wäh- rend ihrer Amtszeit durch die Einrichtung von Postkursen nach Müns- ter und Osnabrück dafür gesorgt, dass die Dokumente zum Ab- schluss des Westfälischen Friedens 1648 an beide Orte versandt und wenige Jahre später schließlich unterzeichnet werdend konnten. Nachdem ihr Ehemann Leonhard von Taxis verstorben war, über- nahm sie stellvertretend bis zur Volljährigkeit des gemeinsamen Soh- nes das Amt des Generalpostmeisters. Bis zur Ernennung ihres Soh- nes zum neuen Generalpostmeister im Jahr 1646 erweiterte sie konti- nuierlich das Einflussgebiet der Kaiserlichen Reichspost u.a. durch Ausbau der Postroute in die Hafenstadt Calais zugunsten des Post- verkehrs mit England und setzte sich für die Aufrechterhaltung der damaligen Kommunikationswege ein. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Johanna van Hal, *unbekannt, Ordensschwester und Krankenpflege- rin, war während der NS-Zeit im Zuge ihrer Tätigkeit in der Münster- schen Provinzheilanstalt „Marienthal“ unmittelbar mit den Euthanasie- Verbrechen des Nationalsozialismus konfrontiert. Sie entschied sich, Widerstand zu leisten und die menschenverachtenden Taten zu be- hindern bzw. publik zu machen. So ist es ihr zu verdanken, dass der damalige Bischof von Galen von den Krankentransporten erfuhr und 4von 7 Waltraut Seitter Mathilde Grönhoff Katharina Dume Maria Alberti Nerina Erman sich öffentlich gegen die Morde aussprach. Im Sommer 1941 ver- sorgte sie ihn regelmäßig mit Informationen über die nationalsozialis- tischen Euthanasie-Verbrechen, was wiederum von Galen zu seiner berühmten „Euthanasie“-Predigt vom 3. August 1941 veranlasste. Neben diesem ‚stillen Protest‘ ging Schwester Laudeberta auch aktiv gegen die Maßnahmen der Nationalsozialisten vor und riet so u.a. Verwandten, die ihre Angehörigen in der Heilanstalt besuchten, diese zu ihrem eigenen Schutz aus der Heilanstalt zu entlassen. Als sie am 6. September 1971 verstarb, gerieten ihre Taten in Vergessenheit und sind bis heute kaum bekannt. Quelle: SPD-Ratsantrag Nr.: A-R/0019/2019 vom 26.03.2019 Waltraut Seitter (1930-2007) war die erste Lehrstuhlinhaberin für Ast- ronomie in Deutschland. Sie studierte in den USA und wurde nach beruflichen Stationen u.a. in Bonn und Nashville zur Professorin und Direktorin des Astronomischen Instituts der Uni Münster ernannt. Sie war die erste Frau, die in Deutschland einen Lehrstuhl für Astronomie innehatte. In Münster organisierte sie u.a. internationale Tagungen. Ein Asteroid wurde bereits 1986 nach ihr benannt. Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 Die Ratsfrauen Mathilde Grönhoöff und Katharina Dume könnten die Reihe der bereits durch Straßenbenennungen geehrten Ratsfrauen seit 1919 ergänzen. Sie waren beide politisch und karitativ engagiert. Weiteres bei Roswitha Link, „Mit ihrem sozial warm empfindenden Herzen“. Die ersten Frauen in Münsters Stadtverordnetenkollegium 1919-1924, in: Arbeitskreis Frauengeschichte (Hg.) Frauenleben in Münster: ein historisches Lesebuch, Münster 1991, S. 34-67 Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 Die Ratsfrauen Mathilde Grönhoff und Katharina Dume könnten die Reihe der bereits durch Straßenbenennungen geehrten Ratsfrauen seit 1919 ergänzen. Sie waren beide politisch und karitativ engagiert. Weiteres bei Roswitha Link, „Mit ihrem sozial warm empfindenden Herzen“. Die ersten Frauen in Münsters Stadtverordnetenkollegium 1919-1924, in: Arbeitskreis Frauengeschichte (Hg.) Frauenleben in Münster: ein historisches Lesebuch, Münster 1991, S. 34-67 Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 Maria Alberti (1767-1811) war Malerin der Romantik und pflegte als erste Oberin der Barmherzigen Schwestern in Münster z.B. während einer Typhusepidemie in Münster kranke Menschen (Weiteres bei Marion Böker, Malerinnen in Münster — ein Bild gewinnen, in: Arbeits- kreis Frauengeschichte (Hg.) Frauenleben in Münster: ein histori- sches Lesebuch, Münster 1991, S. 300-325, hier S. 306f Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 Nerina Erman (1874-1951) hatte italienische Wurzeln und zog 1902 nach Münster. Sie kämpfte für das Recht der Frauen, studieren zu dürfen, und wurde 1912 Vorsitzende der Ortsgruppe des Frauen- stimmrechtsverbands Nordwestdeutschland in Münster. Weiteres in: Frauenbilder. Geschichte(n) aus Münster, Münster 2007, S. 41 Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 5von 7 Mechthild Demel Hedwig Kohn Hertha Sponer Henriette Son Mechthild Demel (1924-2006) engagierte sich seit den 1960er Jahren für die Friedensbewegung, führte seit 1983 jeden Freitag eine Mahn- wache für Frieden vor der Lambertikirche durch und war unter ande- rem jahrelang beim Friedensforum Münster, in der Flüchtlingshilfe und bei der Bahnhofsmission aktiv. Sie erhielt 2000 die Münster-Na- del. Quelle: Stadtarchiv Münster, Philipp Erdmann, am 02.07.2019 Hedwig Kohn (1887-1964) war eine deutsche Physikerin. Sie gehörte neben Lise Meitner und Hertha Sponer zu den einzigen drei Frauen, die vor dem Zweiten Weltkrieg eine Habilitation in Physik erreichten. Weil Immatrikulationen von Frauen nicht zugelassen waren, begann sie 1906 als Gasthörerin an der Universität Breslau zu studieren. Sie promovierte 1913 und arbeitete danach als Assistentin am Physikali- schen Institut. Nach ihrer Habilitation wurde sie Privatdozentin an der Universität. Wegen ihrer jüdischen Abstammung wurde ihr 1933 die Lehrerlaubnis entzogen. Sie emigrierte in die Schweiz, konnte nach USA auswandern und forschte und lehrte an amerikanischen Univer- sitäten, ab 1952 auch an der Durham University of North Carolina, wo zu der Zeit auch Hertha Sponer arbeitete. Quelle im Internet: https://physik.cosmos-indirekt.de/Physik- Schule/Hedwig Kohn \ Hertha Sponer (1895-1968) war eine deutsche Physikerin. Nach dem Studium in Tübingen und Göttingen promovierte sie 1920 bei Peter Debye (Über ultrarote Absorption zweiatomiger Gase). Von 1921 bis 1925 war sie Assistentin, 1925/26 ermöglichte ein Rockefeller-Stipen- dium ihr einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Berkeley, Kalifor- nien. Bis 1932 war Sponer Privatdozentin und danach bis 1934 au- ßerordentliche Professorin in Göttingen. Sie war Mitarbeiterin des No- belpreisträgers James Franck und arbeitete u.a. mit Edward Teller zusammen. Die Arbeitsgruppe um Franck, der jüdischer Abstammung war, wurde aufgelöst, nachdem dieser gegen die Rassenpolitik pro- testiert hatte und am 17. April 1933 zurücktrat. Durch den Einfluss von Robert Wichard Pohl hatte Sponer in Göttingen keine Chance mehr, da dieser keine Frauen in akademischer Stellung duldete. Nachdem die Universität ihre Stelle zum 1. Oktober 1934 kündigte, gelang ihr die Emigration nach Oslo. Dort half ihr der ebenfalls emi- grierte Mineraloge Viktor Moritz Goldschmidt. Von 1936 bis 1966 war sie Professorin an der Duke University, Durham, North Carolina. 1946 heiratete Sponer James Franck. 1966 kehrte Sponer nach Deutschland zurück. Hertha Sponer starb am 17. Februar 1968 in den Wahrendorffschen Krankenanstalten, Ilten/Hannover. Nach ihr ist auch der Hertha-Sponer-Preis benannt, der alljährlich an junge, wis- senschaftlich erfolgreiche Physikerinnen vergeben wird. Quelle im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Hertha_Sponer Henriette Son (1909-1992) war eine Studentin der Zahnmedizin an der Universität Münster. Sie konnte ihr Studium wegen ihrer jüdi- schen Abstammung nicht abschließen, floh vor dem Nationalsozialis-. mus in die Niederlande und lebte dort untergetaucht in der Illegalität. Nach Kriegsende kämpfte sie, die jahrelang in schwierigsten wirt- schaftlichen Verhältnissen leben musste, über viele Jahre um eine zumindest finanzielle Wiedergutmachung für das erlittene Leid. Hen- riette Son ist 1992 in Amsterdam verstorben. 6von7 Hedwig Montag Rahel Hirsch Hildegard Graf Emilie Koch Charlotte Schmitt Anne Frank Quelle und weitere Angaben in: Bernd Hammerschmidt, Angelika Pries und Marietta Hanekamp, flurgespräche, eine Gemeinschaftsak- tion der WWU Münster und der Fachhochschule Münster, Gedenk- blatt für Henriette Son, http://www.flurgespraeche.de/wp-content/uploads/2017/04/Gedenk- blatt _Son-Henriette.pdf Hedwig Montag, *9.3.1889, die erste Frau, die an der Universität Münster die Höhere Lehramtsprüfung ablegte. Nach bestandenem Lehrerinnenexamen gelangte sie über den in Preußen möglichen "vierten Weg" an die Universität. Sie wurde am 9.3.1889 in Hildes- heim geboren, war katholisch und ledig. Vom Sommersemester 1910 bis zum Sommersemester 1913 studierte sie Alte und Neue Philolo- gie und Geschichte in Münster. Im Februar 1914 legte sie hier ihre höhere Lehramtsprüfung ab. Nach ihrem Studium arbeitete Hedwig Montag als Studienrätin in Siegburg, wo sie vom 22.04.1915 bis zum 08.04.1916 gemeldet war. Danach verzog sie nach Gelsenkirchen. Vorschlag einer Bürgerin, Näheres im Internet: https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ Rahel Hirsch, *15.9.1870 in Frankfurt, 6.10.1953 in London war eine deutsche Ärztin. Sie war 1913 die erste Frau, die in Preußen zur Pro- fessorin der Medizin ernannt wurde. Bis 1938 forschte und lehte sie an der Berliner Charite tätig und musste wegen ihrer jüdischen Ab- stammung 1938 emigrieren. Sie lebte bis 1953 in England. Nähere Information im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Rahel Hirsch Hildegard Graf *04.11.1929 }01.01.2000, Dipl.rer.pol., Ratsmitglied von 1961 bis 1999, Bürgermeisterin 1994-99 Vorschlag vom CDU-Kreisverband, 2015 Gründerin der „Evangelischen höheren Töchterschule“ in der Son- nenstraße, Lehrerin an einer evangelischen Schule an der Georgs- kommende. Vorschlag der AMF - Arbeitsgemeinschaft Münsterischer Frauenorga- nisationen, 2006 und Antrag der CDU-Fraktion in der BV West Nr. A- W/0004/2019 Charlotte Schmitt, *05.09.1909 in Münster, } 26.08.1997 in Berlin, Richterin am Bundesvenwaltungsgericht in Berlin, ab 1958 Senatsprä- sidentin Vorschlag von zwei Bürgerinnen, 2001 Anne Frank *12.6.1929 $März 1945 im KZ Bergen-Belsen, Anne Frank gilt als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völker- mordes in der Zeit des Nationalsozialismus. Vorschlag eines Bürgers, 2018 7von?7
Originalantrag
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31. Januar 2021 An den Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Münster-West Herrn Jörg Nathaus Pantaleonplatz 7 48161 Münster Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße Die Bezirksvertretung möge beschließen: 1. Der Straßenname Apffelstaedtstraße wird aufgehoben. Diese Straße wird nach Henriette Sophie Son in Henriette-Son-Straße umbenannt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den Stadtwerken Münster Gespräche mit dem Ziel zu führen, die bisherigen Haltestellen „Apffelstaedtstraße“ in „Henriette-Son-Straße“ umzubenennen. 3. Die Verwaltung wird gebeten, bis zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West zu berichten, wie der Bearbeitungsstand des Antrags A-W/0007/2020 der SPD-Fraktion ist und warum zum jetzigen Zeitpunkt weder ein eigener Vorschlag der Verwaltung, noch eine Stellungnahme zu den Namen Hedwig Kohn und Martha Sponer vorliegen (zur Prüfung während der Sitzung am 27 .02.2020 vorgeschlagen). 4. Die Verwaltung wird beauftragt, auch die Namen Hedwig Montag und Rahel Hirsch, die von Frau Martina Apffelstaedt in einem Antrag gemäß § 24 GO vorgeschlagen wurden, auf ihre Eignung für zukünftige Straßenbenennungen zu prüfen und das Ergebnis bis zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West vorzulegen. Begründung: 1. Zum Vorschlag der Benennung nach Henriette Sophie Son Der bisherige Namensgeber Max Apffelstaedt ist nach Erkenntnissen des Stadtarchivs Münster schon kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, nämlich am 01.05.1933 der NSDAP beigetreten. Er war ebenfalls Mitglied des nationalsozialistischen Verbands der Hochschullehrer und wurde 1937 durch den NSDAP-Kreisleiter Ernst Mierig zum Ratsherrn der Stadt Münster ernannt. Er war somit in die nationalsozialistische Ideologie verstrickt und tief eingebunden in die nationalsozialistischen Strukturen. Aus diesem Grunde erscheint die Erinnerung an Max Apffelstaedt als nicht tragbar. – 1/3 – Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße Die Zahnärztin Henriette Sophie Son wurde 1909 in Wattenscheid geboren und lebte mit ihren Eltern in Wattenscheid. Im Jahr 1911 zog die jüdische Familie nach Gronau, wo ihr Vater als Zahnarzt arbeitete. Unmittelbar nach dem Abitur immatrikulierte sich Henriette Sophie Son an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und begann ein Studium der Zahnmedizin. Kurz vor ihrem Examen wurde sie zwangsexmatrikuliert. Unter Drohungen und den Protesten nationalsozialistischer Studierendenorganisationen legte sie nach erneuter Immatrikulation ihr Examen ab, ausdrücklich ohne Erteilung einer Approbation aufgrund ihres jüdischen Glaubens, so dass sie ihren Beruf im Deutschen Reich nicht ausüben konnte. 1935 zog Henriette Son in die Niederlande und musste dort erneut ein Studium der Zahnmedizin absolvieren. Nach bestandener Examensprüfung erhielt sie 1939 ihre Approbation. Die Kapitulation der Niederlande gegenüber dem Deutschen Reich führte dazu, dass sie ihren Beruf nur bis 1941 ausüben konnte. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, ging sie in den Untergrund und überlebte die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Henriette Son ein Leben unter großen wirtschaftlichen Entbehrungen führen. Die Geltendmachung und Realisierung von Entschädigungsansprüchen erwies sich als sehr langwierig, ausgesprochen formalistisch und psychisch sehr belastend. Henriette Sophie Son hat unter der nationalsozialistischen Ideologie gelitten, deren Anhänger und exponierter Vertreter Max Apffelstaedt gewesen ist. Sie starb am 05.05.1992 in Amsterdam. Um ihr, deren Schicksal exemplarisch für das vieler anderer jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger ist, zu gedenken, erfolgt die Umbenennung dieser Straße. 2. Berichte über die Bearbeitungsstände verschiedener Vorlagen und Anträge in der Sache Bereits vor einem Jahr wurde die nationalsozialistische Vergangenheit Max Apffelstaedts in der lokalen Presse thematisiert. Die Notwendigkeit einer Umbenennung, dargestellt in der Anfrage der SPD A-W/0007/2020, wurde von allen in der Bezirksvertretung damals vertretenen Fraktionen bejaht. In diesem Zusammenhang wurden die Namen von Frau Hedwig Kohn und und Frau Martha Sponer genannt, mit der Bitte an die Verwaltung, diese Namen zu prüfen. Sie sind, auch wenn dies immer nur ein erster Ansatz sein kann, auf Wikipedia verzeichnet, so dass sich hier ein erster Einstiegspunkt für eine tiefergehende Recherche ergibt. – 2/3 – Umbenennung der Apffelstaedtstraße in Henriette-Son-Straße T atsächlich erfuhr die Bezirksvertretung West jedoch im weiteren Verlauf des Jahres nichts, was mögliche Kandidatinnen für eine Benennung betraf. Inzwischen hatte sich Frau Martina Apffelstaedt, eine Großnichte von Max Apffelstaedt, genötigt gesehen, selbst einen Antrag gem. § 24 GO zu stellen und weitere geeignete Kandidatinnen, nämlich Hedwig Montag und Rahel Hirsch, für eine Umbenennung herauszusuchen und in ihrem Antrag zu benennen. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass es in Münster weiterhin eine Vielzahl belasteter Namensgeber*innen für Straßennamen gibt. Die Umbenennung verläuft in der Regel äußerst schleppend und ist oft von emotional geführten Debatten begleitet. Gleichzeitig ist immer wieder von Seiten der Stadt und der Universität geäußert worden, dass eine Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit hohe Priorität genieße und auch aktiv betrieben wurde und werde. In dem Augenblick jedoch, in dem es konkret wird und Konsequenzen folgen müssen, scheint von diesen Absichten nicht mehr viel übrig zu sein. Aus diesem Grund fordert die Bezirksvertretung an dieser Stelle eine Umbenennung, die aus ihren eigenen Recherchen begründet ist, um zum einen ein weiteres Zeichen gegen den auch in diesen Zeiten wieder aufflackernden Antisemitismus und Rassismus zu setzen, zum anderen mit dieser Benennung einem weiteren Opfer der nationalsozialistischen Hetze mit Frau Henriette Son einen Namen und eine Erinnerung zu geben, und auch der Familie von Frau Martina Apffelstaedt die Belastung zu nehmen. Dennoch sind im Fortgang dieser Angelegenheit mehrere weitere Vorschläge gemacht worden, die die Absichtserklärungen der Stadt und der Universität auch mit Leben füllen können. Daher sollen auch sie dahingehend geprüft werden, ob sie bei weiteren Neu- und Umbenennungen im Stadtbezirk West, insbesondere im Umfeld der medizinischen Institute, passend eingesetzt werden können. Gezeichnet: Für die Fraktion von Für die Fraktion der Für Für Bündnis 90/Die Grünen/GAL SPD Volt Europa Die Linke Anke Pallas Beate Kretzschmar Philip Maurice Jonas Freienhofer Kai Bleker Stephan Brinktrine Karina Kuschewski Alexander Bliefernich Jörg Nathaus Dr. Hedwig Wening Josef Freitag – 3/3 –
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (2)
- Henriette-Son-Straße
- Westhoffstraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-W/0011/2021
- Typ
- Antrag an die BV West
- Datum
- 01.02.2021
- Erstellt
- 01.02.2021 08:52