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0567/2022

Beantwortung der Anfrage AN/0154/2022 "Beratungsfrequenz beim schulpsychologischen Dienst und bei den Erziehungsberatungsstellen"

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 17.02.2022

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Nächste Beratung: Jugendhilfeausschuss, Sitzung am 08.03.2022

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

6375 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
IV/5110 
 
Vorlagen-Nummer 17.02.2022 
 0567/2022 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Jugendhilfeausschuss 08.03.2022 
 
Beantwortung der Anfrage AN/0154/2022 "Beratungsfrequenz beim schulpsychologischen 
Dienst und bei den Erziehungsberatungsstellen" 
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die CDU-Fraktion stellen die nachfolgende Anfrage in der 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 25.01.2022 zur Beratungsfrequenz beim schulpsycho-
logischen Dienst und bei den Erziehungsberatungsstellen: 
„Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen ist bedingt durch die Corona-Situation in vielen 
Bereichen schwieriger worden, sowohl familiär gesehen als auch untereinander. Sie können schon 
seit langem nicht mehr so unbeschwert spielen, sich verabreden, abhängen etc.  
Corona bedingt sind diese Möglichkeiten sehr erschwert worden. 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung: 
1. Wie häufig bzw. zu welchen Themen im Vergleich zu der Zeit vor Corona wird der schulpsy-
chologische Dienst als Beratungsstelle aufgesucht? Gibt es signifikante Veränderungen? 
 
2. Wie sind die ebensolche Frequenz und die Beratungsthemen bei den Erziehungsberatungs-
stellen?“ 
 
Die Verwaltung antwortet wie folgt: 
Ad 1: 
Seit den Schulöffnungen im Frühjahr 2021 ist eine deutliche Zunahme von Anfragen im Schulpsycho-
logischen Dienst der Stadt Köln zu beobachten. Während der Schulschließungen in der Pandemie 
sind die Anfragen zurückgegangen. 
Die Berater*innen arbeiten mit großem Engagement und hoher Flexibilität professionell mit den Rat-
suchenden und nutzten die zur Verfügung stehenden Formate der Videoberatung, Telefonberatung 
und, unter den bekannten Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wurden und werden die Beratung sowie 
Diagnostiktermine in Präsenz in der Beratungsstelle und auch Schulen und Familiengrundschulzen-
tren angeboten. 
Im letzten Jahr hat bei den Fachkräften der Beratungsstelle eine deutliche professionelle Entwicklung 
in Richtung Digitalisierung der Angebote stattgefunden. Eine große organisatorisch-praktische Er-
leichterung stellt in der Pandemie für unsere Ratsuchenden das zusätzliche Angebot von Videobera-
tung dar. 
Anfragen und Anmeldungen zum Thema Schulabsentismus, zu Ängsten und psychosomatischen 
Beschwerden kommen wesentlich häufiger vor als noch vor der Pandemie.

2 
Gez. Voigtsberger 
In der schulpsychologischen Diagnostik zeigt sich, dass die Leistungsrückstände mancher Schü-
ler*innen, gerade auch der Kinder und Jugendlichen, welche nicht von ihren Eltern unterstützt werden 
konnten, sehr hoch sind.  
Der Medienkonsum ist auch durch das Homeschooling deutlich gestiegen, so dass Schüler*innen 
insgesamt sehr viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht haben. Dies hat zu Bewegungsmangel und 
auch Konzentrationsschwierigkeiten geführt.  
Aber auch eine Zunahme von herausforderndem Schüler*innenverhalten wie die Zunahme von Ge-
walt und Aggression in den Klassen ist in den Unterrichtsbeobachtungen zu beobachten. 
Hinzu kommt eine deutliche Zunahme in der Komplexität von Beratungsfällen sowie auch eine späte-
re Inanspruchnahme der Beratung des Schulpsychologischen Dienstes durch die Pandemie, so dass 
sich manche Auffälligkeiten wie z. B. der Schulabsentismus bei Vorstellung bereits chronifiziert ha-
ben. Dies führt dazu, dass eine wesentlich umfangreichere und zeitintensivere Fallbearbeitung not-
wendig ist.  
Die Beratungsprozesse sind Corona-bedingt zusätzlich fragiler geworden. Beratungen müssen wegen 
Kinderbetreuung oder Erkrankung deutlich häufiger kurzfristig abgesagt werden. 
 
Ad 2: 
Die Nachfrage nach Beratung und Unterstützung ist in der Familienberatung auch während der Pan-
demie sehr hoch. Die Berater*innen arbeiten mit großem Engagement und hoher Flexibilität professi-
onell mit den Ratsuchenden und nutzten die zur Verfügung stehenden Formate der Videoberatung, 
Telefonberatung und, unter den bekannten Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wurden und werden die 
Beratung sowie Diagnostiktermine in Präsenz in den Beratungsstellen und auch Familienzentren bzw. 
Kindertagesstätten angeboten. 
Im letzten Jahr hat bei den Fachkräften der Beratungsstelle eine deutliche professionelle Entwicklung 
in Richtung Digitalisierung der Angebote stattgefunden. Eine große organisatorisch-praktische Er-
leichterung stellt in der Pandemie für unsere Ratsuchenden das zusätzliche Angebot von Videobera-
tung dar. 
In der Beratung ist eine zunehmende Erschöpfung bei Eltern wahrnehmbar sowie Ängste und de-
pressive Verstimmungen bei Kindern und Jugendlichen - eine Wahrnehmung, die sich mit empiri-
schen Untersuchungen deckt. Insbesondere bei jüngeren Kindern korreliert dies mit den Ängsten und 
Sorgen ihrer Eltern, um Gesundheit, Arbeit und Zukunft.  
Die Corona-Pandemie spitzt die familiären Spannungen, die Anlass zur Beratung sind, mehr zu. Im 
letzten halben Jahr wird bei Familien eine weitere Zunahme massiven Ausgebrannt- und Überfordert-
Seins beobachtet, vor allem aufgrund der ständig wegbrechenden Betreuungs- und Bildungsangebote.  
Auf dem Hintergrund des Wegfalls bzw. Unregelmäßigkeiten des KiTa- und Schulalltags, der Begren-
zungen der sozialen Kontakte sind Kinder und Jugendliche nun schon im zweiten Jahr massiv einge-
schränkt darin, zentrale Entwicklungsaufgaben zu lösen: Kinder können mangels Erprobung von Zuge-
hörigkeit und Sicherheit in Gruppen und Gemeinschaft das soziale Lernen nicht ausrei chend entwi-
ckeln. Jugendliche stagnieren mangels Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen und Erwachsenen in 
Schule, Vereinen und Freizeit in der Entwicklung von Autonomie, Ablösung und Zukunftsperspektiven.  
Beobachtet werden vermehrt Konflikte in Partnerschaft und Familie zum Umgang mit Impfung, Infek-
tion und Quarantäne.  
Zu beobachten ist eine deutliche Zunahme in der Komplexität von Beratungsfällen sowie auch eine 
spätere Inanspruchnahme der Beratung der Familienberatung durch die Pandemie. Manche Frage-
stellungen haben sich u.U. verschleppt oder chronifiziert. Dies führt dazu, dass eine wesentlich um-
fangreichere und zeitintensivere Fallbearbeitung notwendig ist.  
Die Beratungsprozesse sind Corona-bedingt immer fragiler geworden. Beratungen müssen wegen 
Kinderbetreuung oder Erkrankung deutlich häufiger kurzfristig abgesagt oder verschoben werden.

Beratungsverlauf (1)

08.03.2022 Jugendhilfeausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0567/2022
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
17.02.2022
Erstellt
16.02.2022 10:08