2492/2024
Sachstandsbericht zur Umsetzung eines stadtweiten Entsiegelungskatasters
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VIII/671/22 Vorlagen-Nummer 26.11.2024 2492/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 28.11.2024 Sachstandsbericht zur Umsetzung eines stadtweiten Entsiegelungskatasters Mit der Beschlussvorlage 3066/2022 ‚Dasselbe in Grün‘ – aus grauer wird grüne Infrastruktur soll für das Stadtgebiet Köln ein systematisches und methodisch fundiertes Entsiegelungskon- zept und hierauf aufbauend ein digitales Entsiegelungskataster erstellt werden. Im Förderwett- bewerb ‚Anpassung Urbaner Räume an den Klimawandel‘ des Bundes war die Beschlussvor- lage nicht erfolgreich und die Fördermittel zur Erstellung eines Entsiegelungskatasters wurden nicht bereitgestellt. Das Amt für Grünflächen und Landschaftspflege arbeitet dennoch an ei- nem Workflow zur Identifizierung, Plausibilisierung und Priorisierung von Entsiegelungspoten- zialen im öffentlichen Raum und deren anschließender Zusammenführung in einem Entsiege- lungskataster und wird dieses im Entwurf bis Frühjahr 2025 vorlegen. Das Ziel des Prozesses ist die Identifizierung von Entsiegelungspotenzialflächen im öffentli- chen Raum im Stadtgebiet. Hierfür wurde eine Geodaten- und Luftbildauswertung innerhalb diesen Jahres erstellt, bei der an Hand von definierten Auswahlkriterien erste Flächenpotenzi- ale zur Entsiegelung und somit zur Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen identi- fiziert wurden und welche nun im weiteren Verfahren vertiefend betrachtet werden. Darüber hinaus wird der entworfene Workflow ämterübergreifend diskutiert und Anregungen integriert. Ferner gilt es die einzelnen Auswahl- und Bewertungskriterien auf Nachvollziehbarkeit, Zieler- reichung und Plausibilität zu überprüfen und zu optimieren. Mit Hilfe der Entsiegelungsmaßnahmen und dem Entsiegelungskataster soll langfristig der weitere Flächenverbrauch gemäß des Klimaschutzplanes des Bundes auf Netto-Null reduziert werden und somit der Übergang in eine Flächenkreislaufwirtschaft vollzogen werden. Dies bil- det einen essentiellen Baustein für das Ziel, in Köln bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. In der Anlage sind die aktuellen Sachstände zum Thema aufgeführt, die insgesamt dazu bei- getragen haben, das stadtweite Entsiegelungskataser zu entwickeln. gez. Wolfgramm Anlage
Anlage1 Sachstand Entsiegelung 2024
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November 2024 Sachstand: Entsiegelung und Entsiegelungskataster 1. Hintergrund Mit der Beschlussvorlage 3066/2022 ‚Dasselbe in Grün‘ – aus grauer wird grüne Infrastruktur soll für das Stadtgebiet Köln ein systematisches und methodisch fundiertes Entsiegelungskonzept und hierauf aufbauend ein digitales Entsiegelungskataster erstellt werden. Das Ziel ist die Identifizierung von Entsiegelungspotenzialflächen im öffentlichen Raum des gesamten Stadtgebiets. Die steigende zunehmende Flächenversiegelung in den deutschen Großstädten ist seit vielen Jahren ein städtebaulich, ökologisch und klimabezogenes viel diskutiertes Thema. Allgemeiner Konsens ist, dass der Flächenverbrauch eingedämmt werden muss, um den Herausforderungen des Klimawandels, der Verringerung der Biodiversität und der zunehmenden Flächenkonkurrenz nachhaltig begegnen zu können. Das Umweltbundesamt hebt in seinem Bericht den Beitrag von Entsiegelungsmaßnahmen zur Erreichung der Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung hervor. Bewusst wird der Fokus auf Entsiegelungspotenziale in urbanen Räumen gelegt, da hier im Gegensatz zu ländlichen Gebieten der höchste Handlungsdruck in Bezug auf Klimaanpassung und -verbesserung besteht. Nach Aussage des Umweltbundesamtes können mit konkreten Entsiegelungsmaßnahmen grundsätzlich folgende Klimaanpassungsziele unterstützt werden: - „gesundheitsschutzbezogene (Reduzierung von Hitzestress und Lufttrockenheit, Schaffung von Grün- und Freizeitflächen) - wasser(schutz)bezogene (Reduzierung von Bodentrockenheit und Niedrigwasser, von Grundwasserspiegelschwankungen und von Überschwemmungen und Hochwasser), - bodenschutzbezogene (Reduzierung von Bodenentwicklungsveränderungen, Bodensuffosion und -erosion) und - naturschutzbezogene (Reduzierung von Biodiversitätsverlusten).“ November 2024 2. Modellprozess Pilot Widdersdorf Im Rahmen der engen Zusammenarbeit mit den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) wurde das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen beteiligt, über die Firma Hexagon einen Modellprozess zur Flächenidentifizierung zu entwickeln. Als Pilotraum für die Prozessentwicklung wurde der Stadtteil Widdersdorf festgelegt, da die StEB hier bereits die Erstellung einer Ausdifferenzierung der Beläge nach Abflussbeiwert mit Hilfe von KI-Auswertungen beauftragt hatte. Auf Grundlage dieser Betrachtung konnte eine Methodik zur Entsiegelung exemplarisch abgeleitet werden. Ziel der Pilotbetrachtung war es die Chancen und Restriktion der Geodatenanalyse unter Einbindung einer KI auszuloten, notwendige Datengrundlagen zu eruieren und die Plausibilität der Ergebnisse zu überprüfen. Die Erkenntnisse aus der Betrachtung eines Stadtteils sollten die Grundlagen und Rahmenbedingungen für eine stadtweite Analyse liefern. Bei der Identifizierung von Entsiegelungspotenzialen wurden sowohl Ausschlusskriterien (z.B. Bereiche mit hoher Verkehrsbelastung, ÖPNV- Haltestellen, Altlastenverdachtsflächen, usw.) als auch der Versiegelungsgrad (Voll- oder Teilversiegelung; Nähe zu bestehenden Grünflächen) bei der Gewichtung in 5 Klassen berücksichtigt. November 2024 Die Ergebnisse der Analyse sind eine sogenannte „Dashboard“ überführt und visualisiert worden. An Hand der Einfärbung lassen sich nun die jeweiligen Entsieglungspotenziale ablesen, die Flächengrößen können ausgelesen werden. Die Potenziale sind nach ihrer Gewichtung in 5 unterschiedlichen Rot-Tönen dargestellt – je intensiver die Einfärbung, desto größer die Entsiegelungspotenziale. November 2024 Nach Rückfragen und Anpassungsvorschlägen wurde die Methodik im Mai 2024 abgeschlossen. Die gemeinsame Erarbeitung mit der Firma Hexagon war eine große Hilfestellung; zeigte aber auch die Grenzen der Geodatenauswertung mittels KI-Unterstützung auf. Die Erkenntnisse bilden eine Blaupause für den weiteren Arbeitsprozess zur Erstellung eines Entsiegelungskatasters, der nun stadtintern weitergeführt wird. 3. Workflow/Prozess Das Ziel des Prozesses ist die Identifizierung von Entsiegelungspotenzialflächen im öffentlichen Raum im Stadtgebiet und deren Bündelung in einem Kataster. Hierfür wurde aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Modellprozess „Pilot Widdersdorf“ gemeinsam mit dem Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster eine Geodatenanalyse innerhalb diesen Jahres erstellt, bei der an Hand von definierten Ausschluss- und Auswahlkriterien erste Flächenpotenziale zur Entsiegelung und somit zur Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen identifiziert wurden und welche nun im weiteren Verfahren vertiefend betrachtet werden. Darüber hinaus hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen einen Workflow zum Identifizieren, Analysieren, Plausibilisieren und Priorisierung von Entsiegelungspotenzialen im öffentlichen Raum und deren anschließender Zusammenführung in einem Entsiegelungskataster erarbeitet, der im Januar 2025 ämterübergreifend vorgestellt und diskutiert werden soll. Der entworfene Workflow gliedert sich in die vier Arbeitsschritte: 1) Identifizieren Die Identifizierung von Flächenpotenzialen wird auf drei Säule aufgebaut: a. Geodatenanalyse Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Modellprozess „Pilot Widdersdorf“ wird gemeinsam mit dem Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster eine Geodatenanalyse innerhalb diesen Jahres erstellt. b. Ämterabfrage Durch eine gezielte Abfrage bei den bauenden und grundstückverwaltenden Dienststellen sollen Entsiegelungspotenzialen im Bestand oder in aktuellen Planungsprozessen identifiziert und in den Workflow eingebracht werden, c. Auswertung bestehender Beschlüsse Bestehende politische Beschlüsse werden systematisch nach Ansätzen zur Entsiegelung im öffentlichen Raum gesichtet. Flächenpotenziale aus den drei Betrachtungen werden in den Prozess aufgenommen. November 2024 2) Analysieren Die Flächen aus der Identifikation werden einer weitergehenden Analyse unter Anwendung sogenannten Ausschlusskriterien unterzogen. Hieraus hervorgegangene Potenzialflächen werden in einen Flächensteckbrief überführt. Inhaltlich werden diese Informationen über die Flächengröße, den Stadtbezirk und Stadtteil, eine Priorisierungsstufe, Ökopunke zum Erstellen von Ausgleichsflächen, sowie bereits bekannte Beschlüsse oder Maßnahmen geben. Die Flächensteckbriefe werden im Zuge der Plausibilisierung und Priorisierung fortgeschrieben. Beispielhafte Darstellung eines Flächensteckbriefs 3) Plausibilisieren In einer ämterübergreifenden „Flächenkonferenz“ werden die jeweiligen Flächensteckbriefe auf konkurrierende Nutzungs- und Entwicklungsinteressen sowie Plausibilität überprüft und Empfehlungen der Ämter in die Steckbriefe aufgenommen. November 2024 4) Priorisieren Die potentiellen Flächen werden in ein Priorisierungs-Ranking gebracht. Hierbei fließen unterschiedliche Auswahlkriterien ein, wie zum Beispiel die Anbindung an vorhandene Grünflächen, Lage in einem Hitze- oder Starkregen-Hotspot oder die Möglichkeit ein Projekt kurzfristig in die Wege zu leiten. 4. Angewandte Ausschluss- und Auswahlkriterien zur Flächenidentifikation Für die Identifizierung von Flächenpotentialen werden im Workflow verschiedene Ausschluss- und Auswahlkriterien angewendet. Ausschlusskriterien: Die Ausschlusskriterien finden vor allem bei der Identifizierung von Flächen Anwendung: Kein kommunales Eigentum/verfügbares Fremdeigentum Straßenflächen mit hoher Verkehrsbelastung (>11.000 PKW); insbesondere Durchgangsstraßen ÖPNV Trassen/Haltestellen Fahrradwege Unterbaute Flächen (U-Bahn, Tiefgaragen etc.) Sport- und Spielplätze Hochwasserschutzanlagen mit Puffer 20 m Deponien/Altlastverdachtsflächen Boden ohne Versickerungsfähigkeit Darüber hinaus ist die Flächengröße ein wichtiges Ausschlusskriterium, da eine Mindestgröße vorausgesetzt wird. Hier wird unterschieden in Flächen die an eine bestehende Grünfläche angrenzen und dieser zugefügt werden kann und Einzellagen. Bei Letzteren wird aktuell eine Mindestgröße von 500m² angesetzt, damit eine funktionierende Grünfläche entstehen kann. Auch werden versiegelte prozentuale Anteile von Flächen bestimmt und in die Bewertung einbezogen. Weist eine Fläche einen Versiegelungsgrad von mindestens 80 % auf, so wird diese als Potential zur Entsiegelung angezeigt. Durch die Wichtung werden Flächen in Grünanlagen ebenfalls zur Analyse betrachtet und nicht ausgefiltert. Auswahlkriterien: Die Auswahlkriterien finden vor allem bei der Priorisierung von Flächen Anwendung: Anbindung an eine vorhandene Grünfläche, Lage in einem Hitze- oder Starkregen- Hotspot, die Versickerungsfähigkeit des Bodens oder die Möglichkeit ein Projekt kurzfristig in die Wege zu leiten. November 2024 November 2024 5. Ausblick auf den weiteren Prozess Ziel ist es bis Januar 2025 einen Entwurf des Workflows und der Flächensteckbriefe vorliegen zu haben und diese zunächst verwaltungsintern ämterübergreifend zu diskutieren. Im Anschluss werden die bisher angewandten Kriterien verfeinert und angepasst sowie Daten validiert. Im 1. Quartal 2025 ist ein Fachgespräch mit den umweltpolitischen- und verkehrspolitischen Sprechern der Ratsfraktion vorgesehen um den Workflow, die angewendeten Kriterien, das weitere Vorgehen zu besprechen und einen Einblick in das Kataster zu geben.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2492/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 26.11.2024
- Erstellt
- 15.08.2024 12:50