Mandari Insight

V/0285/2017

Ratsantrag Nr. A-R/0027/2016 der Ratsgruppe Piraten/ÖDP: Münster wird Bio-Stadt

Vorlagen 29.03.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen, Sitzung am 09.05.2017, TOP 6.11

Anlage zu V/0285/2017

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage zu V/0285/2017

10070 Zeichen

"Antrag an den Rat Nr. A-R/0027/72016 |

rar der ec

. Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP. :

\ı

Münster wird Bio- Stadt

Der Rat möge beschließen: . = nu 2

Die Stadt Münster wird Mitglied i im Netzwerk Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise.

u Begründung:

Wie im Städtetag aktuell (812018, s. sr) dargestellt wird, gibt es bereits ein :

- funktionierendes Netzwerk, welches sich zukunfisweisend für den Ausbau der Bio-
Branche einsetzt: Während der Bio-Landbau im Vergleich zum konventionellen '
- Agrarwesen große Nachhaltigkeitsvorteile mit sich bringt (u.a. schonender Bodengebrauch, \
“geringerer Einsatz von.Chemikalien, Schutz der Artenvielfält), ‚führt der meist lokal und °
“regional stattfindende Vertrieb von Bioprodukten zu’ einer wirtschaftlichen Stärkung ganzer
Regionen. Aus diesen und anderen Gründen’wäre die Mitgliedschaft im Netzwerk .Bio-
Städte, -Gemeinden und -Landkreise fiehtungsweisend für die Stadt Münster und das
gesamte Münsterland. .
Bisher sind im Netzwerk folgende Städte aktiv: Augsburg, Bremen, Darmstadt, ‚Frei, \
Heidelberg, Karlsruhe, Lauf/ Pegnitz, München, Nürnberg.

Gez.
Piraten — Ratsherr. Johannes Schmänck
ÖDP - Ratsherr Franz Pohlmann

Anhang 1: May, Ulrich & Pluschke, Peter: > Engagement für eine Zukunftsbranche neues
 Slädtenetzwerk für mehr Bio, in: Stadtetag aktuell art 9. Berlin 2016, S. &f.

r

Engagement für eine Zukunftsbranche-

neues Städtenetzwerk für mehr Bio

Von Dr. Ulrich Maly und Dr. Peter Pluschke

Seit 2010 arbeiten Städte, die den Ökolandbau und
-Bio-Lebensmittel fördern, zusammen. Anfang Februar
2016. fand nun das offizielle Gründungstreffen des
Netzwerkes der deutschen Bio-Städte in Augsburg
statt. Die zunächst lose Zusammenarbeit hat sich voll
bewährt, so dass nun die formale Gründung mit Unter-
zeichnung einer Kooperationsverelnbarung vollzogen
wurde. Im Fokus des Bio-Städte Netzwerkes stehen
der Erfahrungsaustausch, gemeinsame Projekte, die
Akquise von Fördermitteln und öffentlichkeitswirksame
Aktionen. Durch das gemeinsame Auftreten soll auch
das politische Gewicht erhöht werden. Möglichst viele
‘ Städte, Gemeinden und Landkreise sollen sich des-
halb dem Netzwerk anschließen. Die bislang aktiven
Städte sind: Augsburg, Bremen, Darmstadt, Freiburg,
Hamburg, Heidelberg, Ingolstadt, Karlsruhe,
Lauf/Pegnitz, München, Nürnberg, Witzenhausen.

Diese Städte haben eine Kooperationsvereinbarung
' als Basis für die Zusammenarbeit formuliert. Darin
enthalten sind die Ziele des Netzwerks.

® Den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und

“die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen
Transportwegen und regionaler Wertschöpfung
fördern. j

* Vorrang für Bio-Lebensmittel bei öffentlichen
Einrichtungen, Veranstaltungen und Märkten
“ gewähren. Insbesondere bei der Essenversorgung
von Kindern und Jugendlichen auf gesunde Bio-
Lebensmittel setzen. :

« Über vielfältige Aktionen, Veranstaltungen und
Maßnahmen private Verbraucherinnen und
Verbraucher, aber auch Betriebskantinen und
Cateringunternehmen ansprechen.

* . Im Rahmen der Wirtschaftsförderung die Bio-
Branche vernetzen und Arbeitsplätze in einer .
Zukunftsbranche fördern. i

* Darauf hinwirken, dass sich die staatliche Förder-
politik wesentlich stärker auf die Bio-Branche und
entsprechende Kooperationsprojekte fokussiert,
und agrarpolitische und wirtschaftspolitische Maß-
nahmen enger mit den kommunalen Aktivitäten -*
verzahnt werden.

Städtetag aktuell 3/2018

Alle interessierten Städte sind eingeladen, das Netz-
werk kennenzulernen und darin mitzuarbeiten. Das
Netzwerk der Bio-Städte ist ein Aktiven-Netzwerk
im besten Sinne, ohne feste Organisationsform und
Mitgliedsbeiträge. Je nach Projekt und Aktion wird
die Finanzierung gemeinsam besprochen und fest-
gelegt. In der Kooperationsvereinbarung ist auch
beschrieben, was eine Bio-Stadt ausmachen sollte,
Die Kooperationsvereinbarung kann auf der Website
www.biostaedte.de heruntergeladen werden. Es gibt
vier Kriterien, die nicht sofort, aber im Laufe der Zeit
von Bio-Städten erfüllt sein sollten.

Bio-Städte ...

«= haben einen entsprechenden Ratsbeschluss,
= verfolgen selbst definierte Ziele, .
« setzen Projekte, Aktionen und Maßnahmen um,

« benennen eine zuständige Stelle bzw. Ansprech-
person.

Gefördertes Projekt: Mehr Bio-Lebensmittel
in der kommunalen Beschaffung -

Öffentliche Auftraggeber in, Deutschland beschaffen
jährlich Produkte, Bau- und Dienstleistungen in

einem Umfang von rund 19 Prozent.des Bruttoinland-
produkts. Im Jahr 2010 lag das Einkaufsvolumen bei
knapp 480 Milliarden Euro, mit jährlich steigender
Tendenz. Etwa die Hälfte entfällt auf die Kommunen.
Werden insbesondere Lebensmittel nachhaltig be-
schafft, so stellt dies einen mehrfachen Vorteil dar,
sowohl für die öffentliche Hand selbst, als auch für
die Gesellschaft, die Umwelt und das Wohl zukünftiger
Generationen. Wichtiges Anliegen der Bio-Städte ist
es deshalb, den Bio-Anteil in der öffentlichen Beschaf-
fung in.Kantinen, Krankenhäusern, Schulen und Kitas
und bei Märkten und Veranstaltungen kontinuierlich
zu steigern. Beispiel: Der Anteil an Biolebensmitteln
beträgt in Nürnbergs städtischen Kitas mittlerweile
40 Prozent, in den Schulen sind es 20 Prozent. Bis
2020 will die Stadt in den Kitas 75 Prozent, in den

Schulen 50 Prozent und in. den weiteren Einrichtungen

25 Prozent biozertifizierte Lebensmittel anbieten.

Um gesetzliche und vergaberechtliche Sicherheit zu
schaffen und.die Erfahrungen beider praktischen
Umsetzung änschaulich darzustellen, hat das Bio-
Städte-Netzwerk ein gemeinsames Projekt mit dem
Titel. „Mehr Bio'in Kommunen“ auf'den Weg gebracht.
Wichtiger Unterstützer ist das Bundesministerium für,
Ernährung und Landwirtschaft mit Mitteln aus dem
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere
Formen nachhaltiger Landwirtschaft. Ergebnis wird
eine beschaffungsrechtliche Expertise und ein Praxis-
leitfaden „Strategien und Konzepte zur erfolgreichen
Einführung von Bio-Lebensmitteln im Verpflegungs-

“bereich von Kommunen“ sein. Ab Juni/Juli 2018 wird

der Leitfaden auf der Website www.biostädte.de als
Download zur Verfügung stehen und deutschlandweit
in Veranstaltungen vorgestellt werden.

Weitere Ansatzpunkte für Städte

Kommunen leisten wichtige Informations- und Motiva-
tionsarbeit über Veranstaltungen, Aktionen und Bil-
dungsprojekte. Bei Veranstaltungen, wie dem Biofest
„Bio erleben“ in Nürnberg mit bis zu 40.000 Besu-
chern, kommen Menschen oft zum ersten Mal mit Bio-

. lebensmitteln in Berührung: Schätzungsweise werden

fünf bis zehn Prozent der Besucher anschließend zu
neuen Kunden im Biofachhandel und bei Biounterneh-
men. Kommunen erleichtern so den Marktzugang für
Verbraucher. -

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfüllen

" Städte eine weitere wichtige Funktion: Sie vernetzen

Unternehmen und erschließen:neue Märkte. Durch
gemeinsame Projekte mit Erzeugern, Verarbeitern und
Handel können neue Produkte platziert und die regio-
nale Wertschöpfung gestärkt werden. In Nürnberg
geschieht dies mit Urgetreide, Gemüse, Streuobst
und Fleisch. Beim Urgetreide brachte die Stadt zum
Beispiel alle Akteure an einen Tisch, um Anbau und
Verkauf-von Emmer und Kreuzritterweizen zu fördern.
Forciert wird die direkte Kooperation zwischen Land-
wirten-und Verbrauchern auch durch die Initiative
Solidarische Landwirtschaft (SOLAWI), die mit dem
Projekt „Stadt, Land, Beides“ auf eine gemeinschaft-
lich getragene Landwirtschaft aufbaut. Auf die kom-
munale Kompetenz setzen die Bundesländer Bayern .
und Hessen mit ihren „staatlich anerkannten Öko-,
Modellregionen“, bei denen Gemeindeverbünde die
Chance erhalten, zukunftsfähige Ideen zur Entwicklung
des Ökolandbaus in ihren Kommunen umzusetzen. -
Nürnberg hat diesen Titel im Verbund mit zwei angren-.
zenden Landkreisen eriangt.

. Warum Bio und die Bio-Branche?

Die Bio-Branche ist.eine der nachhaltigsten und zu:
kunftsträchtigen Branchen, wie die Entwicklung der
BioFach, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, ein-
drucksvoll zeigt. Durch die beachtliche Zahl an Unter-
nehmen und Arbeitsplätzen erlangt die Biobranche an
wirtschaftlicher Bedeutung und ist insofern in Städten
ein lohnendes Betätigungsfeld für die Wirtschafts-
förderung. Der ökologische Landbau schont Böden,
sorgt für weniger belastetes Abwasser, fördert die
Artenvielfalt und trägt dazu bei, unser Klima zu scho-
nen. All dies sind wichtige Aspekte, an denen Umwelt-
verwaltungen ansetzen. In Biolebensmitteln finden
sich.mehr sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, eine grö-
Bere Vielfalt gesundheitsfördernder Bakterien, weni-
ger Rückstände von Agro-Chemikalien, Kunstdünger
und Zusatzstoffen. Aus diesen Gründen setzen sich
Ernährungsberater zunehmend für Biolebensmittel
ein. Die steigende Bedeutung zeigt sich auch im Kon-
gress StadtLandBio, der im Februar wieder parallel
zur BioFach in Nürnberg stattfand. 170 Teilnehmer
diskutierten die Chancen, Möglichkeiten und Heraus-
forderungen, die nachhaltige Land- und Ernährungs-
wirtschaft hat, und wie sich diese in der kommunalen
Beschaffung, beim Aufbau regionaler Wertschöp-
fungsKetten oder im Tourismus und bei Veranstaltun-
gen gewinnbringend umsetzen lässt: Dieser Kongress
wird im Jahr 2017 wieder stattfinden.

Insgesamt zeigt sich, dass der Ökolandbau und die
Bio-Branche ideal sind, um Städte und Region stärker
miteinander zu vernetzen, Gerade Großstädten kommt
immer mehr die Aufgabe.zu, die Versorgung der '
Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen, regionalen
Lebensmitteln zu sichern. Insofern ist es naheliegend,
dass sich Städie sowohl auf deutscher (Netzwerk _
Bio-Städte) als auch auf europäischer Ebene (Organic
Cities Network, Cittä del Bio) vernetzen, um den Öko-
iandbau, die regionale Produktion, eine nachhältige

 Verbrauchs- und Esskultur sowie den Verzicht auf

Gentechnik in Lebensmitteln zu fördern, Weltere
Informationen finden Sie unter www.biostaedte.de
sowie www.stadtlandbio.de. :

Dr. Ulrich Maly
Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg

Dr, Peter Pluschke

Referent für Umwelt und Gesundheit
Stadt Nürnberg, Sprecher des Netzwerkes
Bio-Städte Deutschland . °

Städtetag aktuell 3/2016

Beschlussvorlage

16557 Zeichen

V/0285/2017 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Ratsantrag Nr. A-R/0027/2016 der Ratsgruppe Piraten/ÖDP: Münster wird Bio-Stadt 
 
Die Stadt Münster wird Mitglied im Netzwerk Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
09.05.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Entscheidung 
 
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
I. Sachentscheidung:  
 
1. Der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen nimmt zur Kenntnis, dass die Ve r-
waltung zahlreiche Bio -Stadt-Themen wie „Ökolandbau, regionale Produktion, nachhaltige Ve r-
brauchs- und Esskultur sowie Verzicht auf Gentechnik“ grundsätzlich als wichtige Aufg abenfelder 
betrachtet und auch bereits auf verschiedenen Ebenen bearbeitet oder unterstützt.  
 
2. Der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen nimmt zur Kenntnis , dass Bio -
Stadt-Inhalte in den gegenwärtig laufenden Prozessen „Modellprojekt Global nachhaltige Ko m-
mune in NRW“ (V /0070/2016) und „ZukünfteMünster 20 І 30 І 50“ (V /0494/2016) mit betrachtet 
und priorisiert werden. 
 
3. Der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen lehnt die Aufnahme eigener Pl a-
nungen bzw. Konzepte zu „Münster wird Bio -Stadt“ unter Abwägung der aktuellen und perspekt i-
vischen Bedarfe, der fachlichen Belange und der Wirtschaftlichkeit ab. 
 
4. Der Antrag A -R/0027/2016 der Ratsgruppe Piraten/ÖDP: „Münster wird Bio -Stadt“ vom 
15.06.2016 (s. Anlage) ist damit erledigt. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: keine 
 
 
 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0285/2017 
Auskunft erteilt: 
Frau Wißen 
Ruf: 
492 67 65 
E-Mail: 
WissenD@stadt-muenster.de  
Datum: 
13.04.2017 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0285/2017 
 
Begründung: 
 
1. Angebote in Münster 
In den Bereichen „Förderung des Ökolandbaus und der Bio -Branche“ wurde in Münster in den ve r-
gangenen Jahren bereits einiges umgesetzt. Beispiele dafür sind: 
 
- Der Verein Umweltforum Münster übernimmt die Rolle als koordinierender Dachverband für sei-
ne derzeitigen 16 Mitglieder mit einer großen Bandbreite an Projekten, Aktionen und Beratung s-
angeboten, er führt die Geschäfte der AG Lokal e Agenda 21 und ist als Netzwerkpartner an zah l-
reichen Initiativen im Umwelt- und Biobranchenbereich beteiligt (wie: Münster isst veggie, BUN D-
jugend: ESSEN MACHT…, Aktionsbündnis gentechnikfreie Stadt Münster, Veggie Street Day 
2016, NABU-AG-Obstwiesenschutz, NABU Botanische Führungen, NABU Streuobstwiesen-Obst- 
und Saftvermarktung, Schulbauernhof, Waldschule). Das Umwelthaus ist zudem Anlaufstelle und 
Treffpunkt für alle umweltbewegten Münsteranerinnen und Münsteraner. 
- Die Arbeitsgemeinschaft Lokale Agenda 21  hat es sich zur Aufgabe gemacht, von bürge r-
schaftlicher Seite die Diskussion über eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Agenda 21 
(umsichtige Nutzung von Ressourcen) lebendig zu erhalten und sie mit den Zielen der 2030 -
Agenda für Nachhaltige Entwicklung (kommunale Strategien auch in den Ber eichen terrestrische 
Ökosysteme und Bio-Produktionsmuster und -Konsum) weiter zu führen.  
- Bio-Supermärkte, Supermärkte mit biologischen / regionalen Produkten, Bio -Gemüse-
Abos, Biohöfe, Unternehmen mit Ökotextilien bzw. Biokosmetik 
- Bürgerbewegung Münster nachhaltig e. V.: Gemeinsam mit Netzwerkpartnern engagiert sich 
eine Gruppe von aktiven, ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Münster seit 
2013 u.a. dafür, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen gesunden und auf   
„Bioprodukten“ ausgerichteten Lebensweise in der städtischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik 
zu verankern. 
- Fairtrade-Stadt Münster: 2011 erhielt Münster den Titel "Fairtrade -Stadt" wegen des vielfäligen 
Engagements in den Bereichen „Fair handeln, fair einkauf en, fair leben“. Seitdem hat die 
Steuerungsgruppe mit großem ehrenamtlichen Engagement zahlreiche Maßnahmen und Projekte 
umgesetzt, um den Fairen Handel in Münster sukzessive auszuweiten. Dieses Engagement kann 
mit Beschluss der Ratsvorlage V/0185/2016 weiterhin intensiviert werden. 
- Modellprojekt „Global nachhaltige Kommune in NRW“:  Mit Ratsbeschluss vom 16.03.16 
(V/0070/2016) ist die Stadt Münster der Musterresolution des Deutschen Städtetages „2030 
Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ beigetreten 
und beteiligt sich am Modellprojekt „Global nachhaltige Kommune in NRW“, das im Herbst 2017 
mit der Verabschiedung von kommunalen Nachhaltigkeitsstrategien seinen Abschluss findet. Es 
soll dargelegt werden, welchen Beitrag Münster zur Erreichung der 17 globalen Entwicklungsziele 
- in Abstimmung mit dem in Planung befindlichen Zukunftsprozess für Münster - leisten kann. 
(Entwicklungsziele sind u.a. „Gesundheit, nachhaltige Landwirtschaft fördern, Verantwortungsvo l-
ler Umgang mit Konsum und Produktion“).  
- Die Initiative „Münster isst veggie“ zielt auf die Einführung und Begleitung eines freiwilligen v e-
getarischen Tages, eines sogenannten „Veggietages“ in Münster und informiert über die Auswir-
kungen unserer Ernährung auf Umwelt, Klima, Gesundheit und Tierschutz. An jedem Donnerstag 
soll in teilnehmenden Mensen, Kantinen und Restaurants das vegetarische Angebot erhöht  und 
besonders beworben werden. Den Veggie-Gastronomieführer gibt es in gedruckter Form und er 
steht im  intera ktiven amtlichen online -Stadtplan der Stadt Münster zum download bereit 
(www.muenster.de/stadtplan → Weitere Themenbereiche). 
- Ökologischer Bauernmarkt (freitags von 12 – 18 Uhr auf dem Domplatz), Bio-Gemüse-Abos 
und Wochenmärkte mit Bioständen

- 3 - 
V/0285/2017 
- Pachtverträge: Alle seit 2011 erneuerten städtischen Pachtverträge wurden um folgende Klausel 
zum Gentechnikverzicht ergänzt: „Der Anbau von  als gentechnisch verändert gekennzeichnetem 
Saat- und Pflanzgut auf der Pachtfläche ist nicht gestattet“. 
- Qualitätsmanagement / Gesundheitsförderung / Hygiene: Im Amt für Gesundheit, Veterinär - 
und Lebensmittelangelegenheiten arbeiten zur Zeit drei Oecotrophologinnen im Bereich 
Gesundheitsmanagement an Schulen. 
- Der Verein Regionale Landwirtschaft Münsterland e.V. (RLM) ist ein Verein, der in Münster seit 
vielen Jahren an der Förderung einer umweltverträglichen und regionalen Landwirtschaft sowie 
an der Förderung des ökologischen Landbaus arbeitet. 
- Der Schulbauernhof Emshof  ist eine pädagogische Einrichtung und wird nach den Bioland -
Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Im Sinne einer „Bildung für nachhaltige 
Entwicklung – BNE“ arbeitet der Emshof vor allem mit Schulklasse n sowie Kinder - und Jugend-
gruppen, die in der Landwirtschaft, im Garten oder in der Küche mithelfen, die Tiere versorgen 
und so Zusammenhänge zwischen Lebensmittelerzeugung, Ernährung, Umwelt und Eine Welt er-
fahren. 
- Städtische Umweltberatung: Die Beratungs stelle mitten in der City bietet Beratung, Aktionen 
und Öffentlichkeitsarbeit u.a. zu Themen wie: ökologische Landwirtschaft, Bio -Siegel, 
Saisonkalender zum bundesweiten Tag der Regionen. 
- Verpflegung an Schulen: In der Folge der Ratsbeschlüsse zur biologis chen Vielfalt in den 
Kommunen (Vorlage: V/0360/2011) und zur Mittagverpflegung an Schulen (Vorlagen V/0657/2012 
und V/0657/2012/1. Erg.) werden vom Amt für Schule und Weiterbildung neue Ausschreibungen 
für die Schulverpflegung zentral für alle Schulen durc hgeführt. Mittlerweile werden bereits 37 
Schulen von Caterern beliefert, die eine Dienstleistungskonzession erhalten haben. Die 
vertragliche Verpflichtung und eidesstattliche Erklärung (nach Leistungs - und 
Dienstleistungsverzeichnis der Stadt Münster) bede utet für diese Carterer die Belieferung mit 
mindestens 20 % Bio -Produkten (nach Warenwert), mit Milch, die gentechnikfrei gekennzeichnet 
ist, mit 100 % sonstigen gentechnikfreien Produkten sowie die Erfüllung weiterer Auflagen wie 
formfreie Fleisch- und Wu rstwaren oder definierte Eiprodukte. Zudem muss an jedem Tag eine 
vegetarische Alternative angeboten werden. Für die Ausschreibung der Kita -Verpflegung werden 
vergleichbare Vertragsvorgaben für Caterer zurzeit abgestimmt. 
- Zukunftsfähige Schulverpflegung - Tagung: Im Juli 2016 fand im Rahmen des vom Bundesm i-
nisterium für Ernährung und Landwirtschaft initiierten Projektes „Bio kann jeder“ eine T agung des 
Amtes für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten zum Themenbereich „Zukunft 
mitgestalten! Caterer, Schulen und Verwaltung gemeinsam auf dem Weg zu einer zukunftsfäh i-
gen Schulverpflegung“ im Stadtweinhaus mit 65 Akteur innen und Akteuren  aus dem Bereich 
Schulverpflegung statt. Fazit: Diese wollen durch aktiven Austausch die „Schulverpflegung in 
Münster – gesund und lecker“ verbessern. 
 
Diese Aufzählung zeigt, dass sowohl in den Bereichen Ehrenamt und Verwaltung als auch in der 
Wirtschaft die Nachhaltigkeitsziele „Ökolandbau, regionale Produktion, nachhaltige Verbrauchs - und 
Esskultur sowie Verzicht auf Gentechnik in Lebensmitteln“ grundsätzlich als wichtige Aufg abenfelder 
betrachtet und auch bereits bearbeitet werden. Trotz dieses breiten Engagements fehlt es innerhalb 
der Kommune jedoch bisher an einem koordinierenden Gesamtkonzept für die Förderung des Ök o-
landbaus und der Bio-Branche. 
 
2. Münster wird Bio-Stadt? Information zu den Bio-Städten in Deutschland 
Laut Kooperationsvereinbarung des Netzwerkes Bio-Städte, -Gemeinden und -Landkreise können nur 
Biostädte dem Netzwerk beitreten.  
 
Bio-Städte sind darin folgendermaßen definiert: 
 sie haben einen Ratsbeschluss mit definierten Zielen und Aufträgen, wie die lokale Bio -Branche 
(Bio-Lebensmittel, Naturkosmetik, Öko-Textilien) gefördert werden soll.

- 4 - 
V/0285/2017 
 sie setzen Projekte, Aktionen, Maßnahmen im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten um. 
 sie benennen eine zuständige Stelle bzw. Ansprechperson für die Umsetzung des Bio -Stadt-
Ratsbeschlusses. 
 
Die jahrelangen Erfahrungen aus dem Teilnehmerkreis der Biostädte zeigt: Ratsbeschlüsse seien 
wichtig, aber genügten nicht: Für eine erfolgreiche Bio-Strategie müsse die Machbarkeit, in Bezug auf 
die Erhöhung des Anteils ökologischer Lebensmittel - möglichst aus dem regionalen Umfeld - 
aufgezeigt werden. Noch wichtiger für die Motivation und für die Unterstützung in der praktischen 
Umsetzung sei die personelle Ausstattung. Unabdingbar seien daher feste und begeisterte 
Ansprechpartner, die auch die zeitlichen und finanziellen Ressourcen haben, sich um die Förderung 
von nachhaltigen Bio -Produkten in allen Kooperationsfelder n des Bio -Städte-Netzwerkes zu 
kümmern.  
 
Für die Umsetzung des Ratsantrags „Münster wird Bio -Stadt“ würde die erfolgreiche Bearbeitung der 
Bio-Strategie-Aufgaben mit oder ohne Teilnahme im Netzwerk Bio -Städte wiederkehrende Kosten in 
Höhe von ca. 85.000,- € / Jahr erfordern: 
 36.000,- € Personalkosten (1/2 Stelle; EG 11) 
 25.000,- € Sachmittelbudget  
 25.000,- € Fördermittel für Projekte  
 
Zum Vergleich:  
München (1,44 Mio. Einwohner) ist seit über 10 Jahren Biostadt. Das Aufgabenfeld Biostadt ist dort 
organisatorisch im Bereich Gesundheitsförderung angesiedelt. Es ist ausgestattet mit 2 Vol lzeit-
Stellen, einem jährlichen Sachmittelbudget und einem Fördertopf von 100.000, - € für Projekte. Das 
Umweltreferat finanziert zudem eine beim Bund Naturschutz angesiedel te halbe Projektstelle „Ökolo-
gisch Essen“, die Unternehmen berät, die Bio in ihre Betriebskantinen integrieren wollen.  
 
3. Informationen zum Netzwerk Bio-Städte,- Gemeinden und -Landkreise 
Seit 2010 arbeiten deutsche Städte, die den Ökolandbau und Bio -Lebensmittel fördern, zusammen. 
Im Vordergrund stehen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte. Im Februar 2016 fand das 
Gründungstreffen des Netzwerkes der deutschen Bio -Städte mit Unterzeichnung einer 
Kooperationsvereinbarung statt. Aktuell arbeiten 12 akti ve Bio -Städte aus fünf Bundesländern im 
Netzwerk Bio-Städte zusammen.  
 
Das Netzwerk hat folgende Ziele:  
 Den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio -Lebensmitteln mit kurzen 
Transportwegen und regionaler Wertschöpfung fördern. 
 Vorrang für Bio -Lebensmittel bei öffentlichen Einrichtungen, Veranstaltungen und Märkten. 
Insbesondere bei der Essenversorgung von Kindern und Jugendlichen auf gesunde Bio -
Lebensmittel setzen. (Dazu wurde - mit Unterstützung durch das Bundesministerium für 
Ernährung und Landwirtschaft - der Praxisleitfaden „Mehr Bio in Kommunen“  mit 
Rechtsgrundlagen für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln und Catering -
Dienstleistungen, Strategien und Konzepte n zur erfolgreichen Einführung von Bio -Lebensmitteln 
im Verpflegungsbereich von Kommunen erarbeitet und im Februar 2017 veröffentlicht). 
 Über vielfältige Aktionen, Veranstaltungen und Maßnahmen private Verbraucherinnen und 
Verbraucher, aber auch Betriebskantinen und Cateringunternehmen ansprechen. 
 Im Rah men der Wirtschaftsförderung die Bio -Branche vernetzen und Arbeitsplätze in einer 
Zukunftsbranche fördern. 
 Darauf hinwirken, dass sich die staatliche Förderpolitik wesentlich stärker auf die Bio-Branche und 
entsprechende Kooperationsprojekte fokussiert, un d agrarpolitische und wirtschaftspolitische 
Maßnahmen enger mit den kommunalen Aktivitäten verzahnt werden.

- 5 - 
V/0285/2017 
 Darüber hinaus soll die Bio -Branche auch in den Bereichen Naturkosmetik und Öko -Textilien 
gefördert werden. Das deutsche Netzwerk trägt zum Aufbau e ines flächendeckenden Netzwerkes 
von Bio-Städten auf europäischer Ebene bei.  
Die Mitgliedschaft im Bio-Städte-Netzwerk gemäß der Kooperationsvereinbarung bedeutet: 
 Jedes Mitglied benennt eine Ansprechperson für sämtliche Fragen der Zusammenarbeit. 
 In der eigenen Kommune werden Aktivitäten und Projekte im Sinne der Kooperationsfelder 
durchgeführt und im Zwei-Jahres-Turnus über geplante und durchgeführte Vorhaben berichtet.  
 Die Außenpräsentation des Netzwerkes übernehmen jeweils zwei Personen (Sprecher innen und 
Sprecher) mit politischem Amt für die Dauer von zwei Jahren. 
 Die Geschäftsstelle übernimmt ein Mitglied für die Dauer von zwei Jahren.  
 Zweimal im Jahr findet im Wechsel ein Netzwerktreffen bei einem der Mitglieder statt. Die Organ i-
sation der Netzwerktreffen sowie die Umsetzung der dort getroffenen Beschlüsse erfolgt durch die 
Geschäftsstelle. Bei Bedarf werden Arbeits- oder Projektgruppen eingerichtet.  
 In einem im Zwei -Jahres-Turnus von der Geschäftsstelle zu erstellenden Rechenschaftsbericht 
werden die gemeinsamen Projekte, Aktionen und Veranstaltungen dargestellt.  
 Jedes Mitglied trägt die bei ihm entstehenden Kosten selbst. Laufende Personal - und Sachkosten 
der Geschäftsstelle werden jeweils vom geschäftsführenden Netzwerk-Mitglied getragen.  
 
 
Fazit: 
Bio-Stadt-Inhalte „Förderung des Ökolandbaus und der Bio -Branche“ sind in beiden stadtweiten Pr o-
jekten „Modellprojekt Global nachhaltige Kommune in NRW“ und „Planungsprozess Zukün fteMünster 
20 І 30 І 50“ enthalten. Sie werden daher in den gegenwärtig l aufenden Prozessen in Bezug auf die 
Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele sowie Strategien für die Stadt Münster b ereits mit betrachtet 
und priorisiert. Die Verwaltung schlägt vor, die Beendigung der beiden stadtweiten Projekte „Model l-
projekt Global nachhaltige Kommune in NRW“ und „Planungsprozess Zukün fteMünster 20 І 30 І 50“ 
mit den dort zu erwartenden Entscheidungen in Bezug auf die Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele 
sowie -strategien für die Stadt Münster abzuwarten.  
Sollte ein Ergebnis aus diesen Prozessen sein, die lokale Bio -Branche weitreichender als bisher zu 
fördern, so könnte daraufhin in einem ersten Schritt eine Ratsvorlage „Münster wird Bio -Stadt“ erar-
beitet werden. Die Vorlage müsste definierte Ziele und einen Aufgaben- und Maßnahmenkatalog ent-
halten, wie die lokale Bio -Branche (Bio -Lebensmittel, Naturkosmetik, Öko -Textilien) in Münster zu 
fördern ist. Zudem müsste dann über die finanzielle und personelle Ausstattung für diese Au fgaben 
und deren organisatorische Verortung in der Stadtverwaltung entschieden werden.  
Unter Abwägung der akt uellen und perspektivischen Bedarfe, der fachlichen Belange und der Wir t-
schaftlichkeit schlägt die Verwaltung vor, gegenwärtig keine separate Bearbeitung der Bio -Stadt-
Themen anzustreben.   
 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
 
Matthias Peck 
Stadtrat 
 
Anlage: 
 
Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP Nr. A-R/0027/2016 „Münster wird Bio-Stadt“ inclusive An-
hang 1

- 6 - 
V/0285/2017

Beratungsverlauf (1)

09.05.2017 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.11 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Domplatz

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0285/2017
Typ
Vorlagen
Datum
29.03.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37