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V/0309/2008

Straßenbenennung Neuhausweg

Vorlagen 17.07.2008

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Biographie-Neuhaus

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Biographie-Neuhaus

15696 Zeichen

- 1 - 
„Das Soziale steckt im Blut“ : Hermann-Josef Neuhaus 1 
                                               
1 Quelle: 
Bernhard Nacke (Hrsg.), Visionen und Realitäten - Persönlichkeiten und Perspektiven aus der christlich-sozialen 
Bewegung Münsters, Verlag Regensberg, Münster, 1993, ISBN 3-7923-0658-1> 
 
Als der bisherige Vorsitzende des münsteri- 
schen CDU-Sozialausschusses, Georg 
Feldmann, im Januar 1950 nach nur halb- 
jähriger Amtszeit überraschend starb, trat 
mit Hermann-Josef Neuhaus ein Mann an 
seine Stelle, der von nun an mehr als 
zwanzig Jahre lang maßgeblich die Geschi- 
cke und das Profil der CDA der Westfalen- 
metropole bestimmen sollte.  
Hermann-Josef Neuhaus wurde am 7. April 
1920 als viertes von fünf Kindern des Kauf- 
manns Fritz Neuhaus und seiner Frau Ma- 
ria in Münster geboren. Wie so viele Vertre- 
ter der christlich-sozialen Bewegung ent- 
stammte auch er einem Elterhaus, das ihn 
wie selbstverständlich in das katholische 
Sozialmilieu einband und in einen fest ge- 
gründeten Glauben hineinwachsen ließ, der 
ihn ein Leben lang trug.  
Während seiner Schulzeit schloss Neuhaus 
sich dem katholischen Jugendbund Neu- 
deutschland (ND) an. Die gemeinsame 
Freizeitgestaltung mit Jugendlichen aus 
dem gleichen konfessionellen Milieu und 
mit ganz ähnlichen Idealen, wie er selbst 
sie besaß, scheint Neuhaus tief geprägt zu 
haben. Als konfessioneller Jugendverband 
gerieten die münsterischen ND`ler nach der 
nationalsozialistischen „Machtergreifung“ 
rasch in Konflikt mit Hitler-Jugend und Ges- 
tapo; Verdächtigungen, Postkontrollen, 
Haussuchungen und Verhöre waren die 
Folge. Diese staatlichen Repressionen führ- 
ten Neuhaus schon früh auch in politische 
Distanz zum NS-Regime. Die Ermordung 
des Reichsführers des katholischen Sport- 
verbandes DJK, Albert Propst, und des 
Vorsitzenden der Katholischen Aktion, Erich 
Klausener, im Zuge der nationalsozialisti- 
schen Säuberungsaktion Röhm-Putsch im 
Sommer 1934 – von Neuhaus selbst als 
„Schlüsselerlebnis“ bezeichnet -, entlarvten 
die Herrschaft Hitlers in den Augen des 14-
jährigen dann endgültig als „mörderisches 
Unrechtssystem“. Die Einsicht in den totali- 
tären Unrechtscharakter des Dritten Rei- 
ches war eine der wichtigsten Triebfedern 
seines späteren politischen Engagements.  
1936 beendete Neuhaus seine Schulzeit 
auf dem realgymnasialen Zweig der „Städ- 
tepenne“ Ratsschule mit der mittleren Reife 
und begann eine kaufmännische Lehre bei 
einer privaten Sachversicherung. Nach Ab- 
schluss der Lehre wurde er im Sommer 
1941 zum Kriegsdienst bei der Luftwaffe 
eingezogen; als Flugabwehr-Soldat gelang- 
te er nach Hamburg. Die Erlebnisse des 
Krieges formten Neuhaus nachhaltig. „Die 
Schrecken der Hamburger Bombennächte“, 
bekannte er später, „sind aus der Erinne- 
rung nicht zu löschen. Sie müssen zu einer 
Verurteilung des Krieges führen. In Ham- 
burg lernte der junge Soldat Elisabeth Hof- 
mann kenne, die, aus dem Fränkischen 
stammend, als Praxis- und Haushaltsgehil- 
fin bei einer Hamburger Arztfamilie ange- 
stellt war. Am 26. April 1945, wenige Tage 
vor Kriegsende, heirateten beide. Nur eine 
Woche später geriet Neuhaus bei der Be- 
setzung Hamburgs durch britische Truppen 
in Kriegsgefangenschaft.  
Nach seiner Entlassung im August 1945 
nahm er umgehend seinen Beruf als Versi- 
cherungsangestellter wieder auf, wurde 
daneben aber auch politisch sehr rasch 
aktiv. Nach eigenen Angaben zählte er im 
Oktober zu den Mitbegründern der Christ- 
lich-Demokratischen Union in Hamburg. 
Überdies war der damals 25-jährige im 
Herbst 1945 einer der Initiatoren eines Ju- 
gend-Arbeitskreises innerhalb der CDU, 
aus dem später die Junge Union der Han- 
sestadt hervorging. (Nach eigenen Anga- 
ben war Neuhaus einer der Gründer der 
Jungen Union in Hamburg-Blankenese 
(Aufstellung „Politische Betätigung“)

- 2 - 
Zwei Momente vor allem scheinen den 
frisch entlassenen Kriegsgefangenen zur 
politischen Mitarbeit in der entstehenden 
CDU motiviert haben. Zu seiner Verwurze- 
lung im katholischen Glauben, in dem reli- 
giöse Überzeugung und gesellschaftlich-
politischen Engagement von jeher eine Ein- 
heit bilden, trat der spezifische Erfahrungs- 
hintergrund des Dritten Reiches. Sein eige- 
nes Erleben des totalitären und inhumanen 
Charakters der NS-Diktatur, aber auch des 
Bekennermutes katholischer Leitfiguren wie 
Bischof Galen gegen diese Regime, ließen 
in Neuhaus die Überzeugung reifen, dass 
nach dem Ende des Nationalsozialismus 
nun alle Christen zum gemeinsamen Auf- 
bau einer ethisch fundierten Demokratie 
aufgerufen seien.  
Maßgeblich beeinflusst wurde sein Ent- 
schluss, für einen Neuaufbau in christli- 
chem Geist politisch aktiv zu werden, durch 
Publikationen wie Eugen Kogons „Der SS-
Staat“, die sehr bald nach Kriegsende 
schonungslos das ganze Ausmaß der 
Verbrechen des Dritten Reiches aufzude- 
cken begannen.  
Als Neuhaus, dessen Eltern während des 
Zweiten Weltkrieges bei einem Bombenan- 
griff auf Münster ums Leben gekommen 
waren, an der Jahreswende 1945/46 in sei- 
ne Heimatstadt zurückkehrte, um dort eine 
Stelle als Inspektorenanwärter bei der Lan- 
desversicherungsanstalt Westfalen (LVA) 
anzutreten, setzte er sein politisches Enga- 
gement in der zweieinhalb Monate zuvor 
gegründeten Christlich-Demokratischen 
Union Münsters fort. Gemeinsam mit seiner 
Schwester Anneliese, die später den ersten 
Geschäftsführer der westfälischen CDU-
Sozialausschüsse, Heinrich Tilly, heiratete, 
nahm er im Februar 1947 in Herne an einer 
der ersten Tagungen der Sozialausschüsse 
der Britischen Zone Teil. Im Mai 1947 ge- 
hörte er dann, wie erwähnt, zu den Grün- 
dern des münsterischen CDU-Sozialaus-
schusses. Anfang 1948 als Jugendvertreter 
in den Kreisvorstand entsandt, wurde Neu- 
haus im Oktober desselben Jahres mit nur 
28 Jahren in den Rat der Stadt Münster 
gewählt, wo er sich rasch als engagierter 
Vertreter des sozialen und katholischen 
Flügels seiner Partei profilierte. So trat er 
schon in einer seiner ersten Ratssitzungen 
im Februar 1949 vehement für eine Resolu- 
tion des Stadtrates an den Parlamentari- 
schen Rat zugunsten einer Verankerung 
der Konfessionsschule im Grundgesetz ein. 
Neuhaus` harsche Kritik an der ablehnen- 
den Haltung der Fraktionen von SPD und 
FDP gegenüber seinem Antrag veranlasste 
SPD-Fraktionschef Geringhoff zu der Erklä- 
rung, seine Partei sei es leid, sich weiterhin 
„von einem jungen Mann an der Nase he- 
rumführen zu lassen“  Im Dezember 1949 
bewies Neuhaus dann, dass er im städti- 
schen Rat auch vor Auseinandersetzungen 
mit den eigenen Parteifreunden nicht zu- 
rückscheute. Als er gegen die Mehrheit 
seiner eigenen Fraktion für eine Stärkung 
des Mitbestimmungsrechts der städtischen 
Angestellten plädiert, ein Vorstoß, für den 
er sich bezeichnenderweise auf die Be- 
schlüsse des Bochumer Katholikentages 
berief, wurde er vom Fraktionsvorsitzenden 
der CDU, Wagner, in die Schranken ver- 
wiesen. Neuhaus antwortete mit dem Dich- 
terwort „Weh Dir, wenn Du nicht bist wie wir 
und etwas anderes sagst,“  woraufhin ihm 
Oberbürgermeister Boyer mit der Begrün- 
dung, solche Ausführungen gingen über 
den Rahmen einer persönlichen Erklärung 
hinaus“, das Wort entzog. 
Trotz der in solchen und anderen Episoden 
zutage tretenden Gradlinigkeit war Neuhaus 
alles andere als ein jugendlicher Heißsporn. 
Äußerlich von gedrungener Statur, paarte 
der junge Ratsherr in seinem Naturell und 
politischen Stil eine christlich fundierte Prin- 
zipientreue mit dem Bemühen um Offen- 
heit, Sachlichkeit und einen fairen, mensch- 
lichen Umgang mit dem politischen Gegner. 
Laute Töne und Polemik um ihrer selbst 
willen waren Neuhaus fremd, vielmehr 
pflegte er auch in hitzigen Debatten einen 
abwägenden, sachlichen Ton. Dass zum 
politischen Handeln auch die Fähigkeit zum 
Kompromiss und taktisches Geschick gehö- 
ren, hat Neuhaus während seiner politi- 
schen Lehrjahre im Stadtrat ebenfalls ler- 
nen können und müssen.

- 3 - 
Sein Engagement und seine Sachkompe- 
tenz ließen den jungen Politiker schon wäh- 
rend seiner ersten Ratsperiode zum füh- 
renden Sozialexperten der christdemokrati- 
schen Fraktion aufsteigen. 1952 lobten die 
CDU nahen Westfälischen Nachrichten das 
kommunalpolitische Engagement des CDA-
Vorsitzenden wie folgt: 
„Die CDU hatte in der vergangenen Wahl- 
periode mit Herrn Neuhaus einen Vertreter 
im Rate, der mutig und frei die verschie- 
densten schwierigen Probleme angefasst 
hat. Die Beihilfe für den Ausbau der Ju- 
gendheime, der Wohnheime, Schulfragen 
und die Belange des ,kleinen Mannes` fan- 
den stets weitgehende Unterstützung durch 
ihn.“  
Der Einsatz für die „Belange des Kleinen 
Mannes“, die Jugend, die sozial Schwachen 
und Kinderreichen, bildete für den 1952, 
1956 und 1961 jeweils mit deutlicher Mehr- 
heit wieder in das münsterische Kommu- 
nalparlament gewählten Neuhaus auch in 
den folgenden Ratsperioden die Richt- 
schnur seines Handelns.  
Eine wichtige Rolle in seinem Selbstver- 
ständnis als „ Christlich-Sozialer“  wie in sei- 
nem konkreten gesellschaftlich-politischen 
Engagement nahm für Neuhaus die Mitar- 
beit in berufsständischen und gewerkschaft- 
lichen Organisationen ein. So wurde er 
schon 1946 Mitglied der Deutschen Ange- 
stelltengewerkschaft, später übernahm er 
den Vorsitz der Fachgruppe LVA Westfalen 
im Deutschen Beamtenbund, um 1975 nach 
seinem beruflichen Wechsel nach Bochum 
als Sozialberater des Bundesknappschafts- 
verbandes der ÖTV beizutreten. Zudem war 
Neuhaus seit 1950 Mitglied des Betriebs- 
bzw. Personalrates der Landesversiche- 
rungsanstalt Westfalen, von 1954 bis 1958 
hatte er dessen Vorsitz inne.  
Neben seiner Tätigkeit in Beruf und Politik 
fand der Vater von sechs Jungen und zwei 
Mädchen Zeit und Energie, gemeinsam mit 
seinem Arbeitskollegen Heinrich Große 
Erdmann eine Selbsthilfe-Initiative zur Er- 
richtung einer Wohnsiedlung für LVA-
Angestellte zu ergreifen. In der Anfang der 
fünfziger Jahre auf der Sentruper Höhe 
entstandenen LVA-Siedlung fand auch die 
Familie Neuhaus eine neue Heimat. Nach- 
barn erinnern sich, dass sich im Haus der 
Neuhaus in der Redigerstraße nicht nur für 
die acht eigenen Kinder, sondern auch für 
die der Nachbarn und für Ferienkinder aus 
Berlin immer ein Platz gefunden habe. 
Als 1958 der bisherige Landtagsabgeordne- 
te Münsters, Georg Jöstingmeier, seinen 
Rückzug aus der Politik ankündigte, wurde 
Neuhaus auf Vorschlag des münsterischen 
CDU-Sozialausschusses zu Jöstingmeiers 
Nachfolger nominiert und am 6. Juli 1958 
mit 59,1 Prozent der abgegebenen Stim- 
men zum neuen Repräsentanten des Wahl- 
kreises Münster-Stadt im Düsseldorfer 
Landtag gewählt. In dem umfangreichen 
Aufgabenkatalog, den der 38-jährige sich 
selbst für sein neues Amt stellte, standen 
sozialpolitische Fragen an erster Stelle. 
Besondere Aufmerksamkeit gedachte der 
neugewählte Landtagsabgeordnete der 
Sicherung der freien Wohlfahrtsträger und 
der freien Jugendverbände zu widmen, ein 
Anliegen, das ihn als überzeugten Vertreter 
des Subsidiaritätsprinzips, der katholischen 
Soziallehre und als Gegner staatsdirigisti- 
scher Tendenzen auswies.  
Wie angesichts seiner politischen Biogra- 
phie nicht anders zu erwarten, entwickelten 
sich in den folgenden 17 Jahren, die Neu- 
haus dem nordrhein-westfälischen Landtag 
angehörte, vor allem die Jugend-, Sozial- 
und Familiepolitik zu Domänen des Münste- 
raners. (Neuhaus war u.a. von 1958-1975 
Mitglied des Ausschusses für Arbeit, Sozia- 
les und Gesundheit, dessen Vorsitz er fünf 
Jahre lang innehatte, sowie von 1962-1975 
Mitglied des Ausschusses für Jugend, Fa- 
milie und politische Bildung, zuletzt als des- 
sen stellvertretender Vorsitzender.) Darüber 
hinaus trat Neuhaus wie zuvor schon auf 
kommunaler Ebene nun auch im Landtag 
als „Pionier der Behindertenarbeit“ in Müns- 
ter gehörte Neuhaus in den fünfziger Jah- 
ren zu den maßgeblichen Förderern der 
Schule für spastisch gelähmte Kinder) her- 
vor; er hatte maßgeblichen Anteil am Zu- 
standekommen eines Gesetzes zur Be-

- 4 - 
schulung und Betreuung geistig Behinder- 
ter.  
Dass Person und politisches Engagement 
bei Hermann-Josef Neuhaus eine Einheit 
bildeten, dokumentierte nicht zuletzt seine 
Tätigkeit als Familienfunktionär. 1969 wur- 
de der achtfache Vater, der zuvor schon 
den Landesvorsitz im Bund der kinderrei- 
chen und jungen Familien innegehabt hatte, 
zum Präsidenten des Deutschen und Vize- 
präsident des Europäischen Familienver- 
bandes gewählt.  
Unter Journalisten und politischen Wegge- 
fährten in Düsseldorf galt Neuhaus als einer 
der Stillen im Landtag, der „beharrlich, mit- 
unter „pingelig“, ohne großes Aufheben“, 
aber sehr engagiert und effektiv an der Ge- 
setzgebung des Landes, insbesondere auf 
dem Feld der Sozialpolitik, mitwirkte. In 
seinem Handeln habe er bei allem politi- 
schen Instinkt, taktischen Geschick und der 
Fähigkeit zum Kompromiss nie einen Zwei- 
fel an seiner christlich-sozialen Grundsatz- 
treue gelassen. Im Zentrum des politischen 
Wirkens von Hermann-Josef Neuhaus 
stand dabei stets der Mensch, besonders 
derjenige, der über keine eigene Lobby 
verfügte. Er selbst sagte von sich: „Das 
Soziale steckt im Blut“.  Und sein langjähri- 
ger Fraktionskollege Heinrich Ostrop be- 
schrieb in einer Laudatio zum 70. Ge- 
burtstag von Neuhaus den Politikstil seines 
Parteifreundes wie folgt: 
„Als ich das erste Mal seinen Schreibtisch 
sah, war dieser bis auf eine gerade ausrei- 
chende Schreibfläche voll beladen. Die 
Berge bestanden weniger aus Parlaments- 
drucksachen, sondern aus Bürgerpost, Peti- 
tionen, Bittgesuchen und schlechten Erfah- 
rungen mit Behörden, Dienststellen aller 
Art. Wenn der Abgeordnete dann in der 
Fraktion, im Petitions- und Sozialausschuss 
und im Plenum seine Problem-Stapel vom 
Stapel ließ, dann geschah das zwar in ru- 
hig-sachlichem Ton, aber mit der unglaub- 
lich hartnäckigen Eindringlichkeit, die den 
Staranwälten des kleinen Mannes zu eigen 
ist. Vielen war das zu viel des Guten.“  
Ostrop ergänzte, der Jubilar werde „es als 
Kompliment verstehen, wenn er „zum linken 
Flügel“ seiner Partei gezählt werde.  
Vielleicht war diese Bekenntnis zum linken 
Flügel der CDU der Grund dafür, dass Neu- 
haus der Aufstieg in einen Ministerrang 
verwehrt blieb. So glatt er zwar im Sommer 
1966 bei der Bildung des dritten Kabinetts 
galt  Meyers als aussichtsreicher Anwärter 
auf das Amt des nordrhein-westfälischen 
Wohnungsbauministers, unterlag aber in 
der parteiinternen Ausscheidung seinem 
Fraktionskollegen Franz Berding.  
1975 verzichtete Neuhaus nach vier Man- 
datsperioden freiwillig auf eine erneute 
Kandidatur und schied aus dem Landtag 
aus. Endgültig beendete er seine politische 
Karriere schließlich dort, wo er sie dreißig 
Jahre zuvor begonnen hatte: Als Vorsteher 
der neugeschaffenen Bezirksvertretung 
Münster-West stellte er sich 1975 noch 
einmal in den Dienst der Kommunalpolitik 
Münsters, ehe er sich 1984 nach einem 
Schlaganfall vollends aus der Politik zu- 
rückziehen musste. Am 12. Februar 1991 
ist Hermann-Josef Neuhaus in seiner Hei- 
matstadt Münster gestorben.  
„Der Gemeinschaft verpflichtet sein, sich für 
den Mitmenschen verantwortlich fühlen“,  so 
schrieb Neuhaus selbst das Leitmotiv sei- 
nes politischen Handelns. Auch wenn – 
oder gerade weil – wie Heinrich Ostrop an- 
merke, Neuhaus „nicht einmal die katholi- 
sche Soziallehre als Handbuch für seinen 
Dienst gebrauchte“,  da er alles, „was er 
nicht schon mitbrachte….. zu Hause lernen“  
konnte, war er in seiner Biographie und 
seinem Wirken ein zugleich typischer wie 
bewundernswerter Repräsentant der christ- 
lich-sozialen Bewegung.

Beschlussvorlage

1689 Zeichen

V/0309/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Straßenbenennung  Neuhausweg 
 
Beratungsfolge 
 
 
21.08.2008 Bezirksvertretung Münster-West Entscheidung
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
Die Straße innerhalb des Bebauungsplans Nr. 505 : Roxeler Straße / Schmeddingstraße er-
hält den Straßennamen Neuhausweg. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
Es entstehen keine Kosten.  
 
 
Begründung: 
Hermann-Josef Neuhaus war von 1975 bis 1984 der erste Bezirksvorsteher der damals neu-
geschaffenen Bezirksvertretung Münster-West. 
Hermann-Josef Neuhaus (*07.04.1920 in Münster †12.02.1991 in Münster) war Versiche-
rungsangestellter, CDA-Vorsitzender, Gründ ungsmitglied des CDU-S ozialausschusses in 
Münster, ab 1948 bis 1964 Ratsmitglied der Stadt Münster, 1958 bis 1975 Mitglied des Land-
tages, 1975 bis 1984 erster Bezirksvorsteher der BV-West. Neuhaus engagierte sich jahrzehn-
telang in vielen Gremien der Jugend-, Sozial- und Familienpolitik. Er war Vater von 8 Kindern 
und wohnte in der Redigerstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft der zu benennenden Straße. 
Sein Lebenslauf ist als Abschrift beigefügt. 
Die Familie Neuhaus hat der Absicht der Straßenbenennung zugestimmt. 
Das Gebäude Schmeddingstraße 171 wird zukünftig von der neuen Straße erschlossen und 
erhält dann eine Adresse am Neuhausweg.  Das Wohnhaus ist im städtischen Eigentum. 
I.A.: 
 
gez. 
 
 
 Anlagen:  
Schultheiß Übersichtsplan 1 : 5.000 
Stadtdirektor Lebenslauf H.-J. Neuhaus 
 
  
Vorlagen-Nr.: 
V/0309/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
30.04.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

Beratungsverlauf (1)

21.08.2008 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 4.2.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Redigerstraße
  • Roxeler Straße
  • Schmeddingstraße 171
  • Sentruper Höhe

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0309/2008
Typ
Vorlagen
Datum
17.07.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37