0130/2024
Stellungnahme zu einem Antrag der CDU-Fraktion aus der Sitzung der Bezirksvertretung Porz am 30.11.2023 (AN/2022/2023) betreffend "Ausbau der palliativen Versorgungsstruktur in Porz/im Rechtsrheinischen"
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
7077 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
V/53/530
Vorlagen-Nummer 24.01.2024
0130/2024
Stellungnahme zu einem Antrag
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Gesundheitsausschuss 05.03.2024
Bezirksvertretung 7 (Porz) 14.03.2024
Stellungnahme zu einem Antrag der CDU-Fraktion aus der Sitzung der
Bezirksvertretung Porz am 30.11.2023 (AN/2022/2023) betreffend "Ausbau der
palliativen Versorgungsstruktur in Porz/im Rechtsrheinischen"
In der Sitzung der Bezirksvertretung Porz am 30.11.2023 stellte die CDU-Fraktion fol-
genden Antrag (AN/2022/2023):
Die Bezirksvertretung Porz bittet den Gesundheitsausschuss die Verwaltung zu beauftragen,
eine Überprüfung des Bedarfs weiterer Palliativplätze in Porz/im Rechtsrheinischen vorzuneh-
men und bei entsprechendem Bedarf in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Hospiz
und Palliativ Köln einen Standort für ein Hospiz zu finden.
Die Verwaltung nimmt dazu wie folgt Stellung:
Die Stadt Köln verfügt über ein sehr gut ausgebautes Palliativ- und Hospiznetz. Wichtige Bau-
steine sind dabei die ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativdienste, die speziali-
sierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), das Palliativzentrum der Uniklinik Köln, die Palli-
ativstationen an Krankenhäusern, die Hospiz + Palliativ Arbeitsgemeinschaft Köln e. V. und
das Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln e. V.. Unbedingt zu nennen sind auch die vielen Eh-
renamtlichen in der Sterbebegleitung, die eine wesentliche Stütze in der Stadtgesellschaft
sind. Sie begleiten, hören zu und gehen einfühlsam auf das Erlebte ein. Sie spenden Trost
und nehmen Ängste, wenn die physischen bzw. seelischen Schmerzen den Erkrankten „ein-
holen“.
Bettenbestand und Empfehlungen zum Bedarf
Stationäre Hospizbetten
Die European Association for Palliative Care und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedi-
zin empfehlen 40 bis 50 Betten in stationären Hospizen pro 1 Million Einwohner*innen.1
Das ALPHA Büro (Ansprechstellen im Land NRW zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und
Angehörigenbegleitung) schätzt auf der Grundlage des Gutachtens zum Bedarf an Hospizbet-
ten in Nordrhein-Westfalen (siehe Jansky, M./Nauck, F./Jaspers, B., hrsg. v. ALPHA NRW
1 Quellen: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: https://www.dgpalliativmedizin.de/images/sto-
ries/%C3%9Cbersicht_zum_aktuellen_Stand_der_Hospiz_08 -2015_wegweiser.pdf
2
2017) ein, dass sich für stationäre Hospizbetten in der Stadt Köln folgender Bedarfswert
ergibt: minimaler Bedarfswert von 28 Betten, ein maximaler Bedarfswert von 39 Betten.
In Köln gibt es 4 stationäre Hospize. Die Stadt Köln verfügt aktuell über 40 Betten in den vier
Hospizen im Stadtgebiet.
Am 3. Juli 2023 sind folgende Hospizplätze vorhanden:
Hospiz St. Marien 12
Caritas Hospiz an St. Bartholomäus 8
Caritas Hospiz Johannes Nepomuk Haus, Hospiz f. palliative Therapie Johannes-
Nepomuk-Haus
10
Hospiz St. Hedwig 10
gesamt 40
Tabelle 1: Hospizbetten in der Stadt Köln
Stationäre Palliativbetten
Die European Association for Palliative Care und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedi-
zin empfehlen 40 bis 50 Betten auf allen Palliativstationen pro 1 Millionen Einwohner*innen.
Die Stadt Köln verfügt aktuell über 45 Betten auf den 5 Palliativstationen.
In der Stadt Köln ergibt sich zum Stand 4. Juli 2023 folgende Bettenanzahl in den Palliativsta-
tionen:
Kliniken der Stadt Köln, Standort Merheim 10
St. Vinzenz-Hospital GmbH 9
Uniklinik Köln 15
St. Hildegardis Krankenhaus (Station Christophorus) 6
St. Elisabeth-Krankenhaus 5
gesamt 45
Tabelle 2: Palliativstationen und -betten in der Stadt Köln
Die Empfehlungen beruhen auf der Betrachtung einer gesamten Stadt. Es wird hierbei nicht
bezirklich, sozialräumlich oder links- und rechtsrheinisch unterschieden.
Aufgrund des Ist- und Sollvergleiches der Bettenkapazitäten in Köln auf der Grundlage der
Empfehlungen der European Association for Palliative Care und der Deutschen Gesellschaft
für Palliativmedizin und des Gutachtens zum Bedarf an Hospizbetten in Nordrhein-Westfalen
in Verbindung mit der Einschätzung des ALPHA-Büros „erscheint es, mit dem Blick auf die
Bedarfe und Bedürfnisse schwerstkranker und sterbender Menschen in Köln, nicht notwendig
zu sein, noch ein weiteres Hospiz in die Planung zu nehmen. Stattdessen empfiehlt das AL-
PHA-Büro ausdrücklich (…), die hospizliche und palliative Versorgung stärker als bisher in die
Grundversorgung zu integrieren. Dazu gehört in besonderem Maße die weitere Implementie-
rung von Hospizkultur und Palliativversorgung in den stationären Pflegeeinrichtungen der Al-
ten- wie der Eingliederungshilfe. Unterstützungsangebote für die Einrichtungen wären hier
auch denkbar (…), die sich der hospizlichen und palliativen Versorgung und Begleitung der
Bürger*innen widmen möchten. Zudem erscheint ein Schulterschluss mit der Initiative „Caring
Community Köln“ sehr sinnvoll, um sektoren- und versorgungsformenübergreifend vorzuge-
hen.“2
Die Stadt Köln unterstützt und stärkt die bisherigen Strukturen der Hospiz- und Palliativversor-
gung bereits wie folgt:
2 Zitat vom ALPHA Büro
3
2013 unterzeichnete die Stadt Köln die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender
Menschen.
2020 wurde die Caring Community Köln gegründet. Dies ist eine Initiative des Palliativ- und
Hospiznetzwerk Köln e.V. und der Stadt Köln (Gesundheitsamt), welche die Stadtgesellschaft
im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer stärken und ihre Kompetenzen fördern will.
Weiterhin fördert die Stadt Köln seit 2022 gemeinsam mit den Landesverbänden der Kranken-
kassen und den Ersatzkassen die Netzwerkkoordination des Kölner Palliativ- und Hospiznetz-
werks Köln e. V. gem. § 39d SGB V und der dazu gehörigen Förderrichtlinie des GKV-Spit-
zenverbands. “Die Förderung soll die regionalen Akteurinnen und Akteure, wie Pflegedienste,
Ärztinnen und Ärzte, ambulante (Kinder-) Hospizdienste, SAPV-Teams oder auch allgemeine
kommunale oder kirchliche Angebote (z. B. der Seelsorge oder Trauerberatung), darin unter-
stützen, sich untereinander besser abzustimmen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Hier-
durch wird ein weiterer Beitrag geleistet, um die Versorgung und Begleitung von Menschen in
ihrer letzten Lebensphase zu verbessern.“
2023 hat ein Werkstattgespräch mit zahlreichen Vertreter*innen der Hospiz- und Palliativver-
sorgung in Köln zur Verbesserung der Versorgung und Begleitung von Menschen mit nicht
heilbarer fortgeschrittener Erkrankung in Köln stattgefunden. Dabei ging es um noch beste-
hende Defizite in der Hospiz- und Palliativversorgung und um die Wege, diesen zu begegnen.
Ein weiteres Treffen ist für das 2. Quartal 2024 geplant.
Weiterhin unterstützt das Gesundheitsamt das Projekt "Buddy“ mit dem Ziel, die Begleitung
und Versorgung von Menschen mit schwersten fortgeschrittenen Erkrankungen und deren Zu-
gehörige durch einen haupt- oder ehrenamtlichen Buddy zu verbessern.
gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0130/2024
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 13.03.2024
- Erstellt
- 09.01.2024 10:20