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1199/2017

Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates der Fraktion Die Linke vom 09.03.2017:

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 21.06.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 22.06.2017

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Angebote des Beratungsnetzes in 2016

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

9242 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/50/502 
 
Vorlagen-Nummer 
 1199/2017 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 22.06.2017 
 
 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates der Fraktion Die Linke vom 09.03.2017: 
 Einschränkung des gender- und kultursensiblen Beratungsangebots für erwerbslose Frauen 
In der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 08.03.2017 stellte die Fraktion DIE 
LINKE vor dem Hintergrund der ab 01.01.2016 weggefallenen Finanzierung des frauenspezifischen 
Beratungsangebotes des Vereins Frauen gegen Erwerbslosigkeit durch das Land NRW folgende 
Fragen:  
 
1. Frauen tragen nach wie vor ein hohes Armutsrisiko. In NRW ist jede zehnte von SGB II Leis-
tungen abhängig. 46 Prozent aller Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern sind im SGB 
II Bezug.  
Welche Beratungsangebote existieren in Köln für diese Zielgruppe?  
 
2. Welche Maßnahmen führt die Stadt Köln durch, welche fördert sie?  
3. Gibt es Planungen für weitere Maßnahmen, um die Benachteiligung von erwerbslosen Frauen 
auszugleichen, und dem stark wachsenden Bedarf an Erwerbsberatung für Migrantinnen ein 
adäquates Angebot entgegenzusetzen?  
4. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt Köln, das auf die besondere Lebenslage alleinerziehen-
der Frauen zugeschnittene Beratungsangebot des Vereins „Frauen gegen Erwerbslosigkeit“ 
stärker zu unterstützen, evtl. auch über nicht städtische Finanzquellen?  
 
5. Viele geflüchtete Frauen schätzen die niederschwelligen Angebote sowie die kinderfreundliche 
und interkulturelle Atmosphäre. Bisher hat der Verein die Frauen und ihre Familien auf dem 
Weg in Arbeit begleitet und eine Lotsenfunktion übernommen. Die Integration von geflüchteten 
Frauen und ihren Familien ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben der Zukunft. 
Sieht die Stadt Köln eine Möglichkeit das Beratungsangebot des Vereins wieder zu etablie-
ren? 
 
Die Verwaltung beantwortet die Fragen wie folgt: 
 
Zu Frage 1: 
Grundsätzlich stehen alle Angebote des Jobcenters Frauen offen. 
 
Darüber hinaus bietet das Jobcenter Köln außerdem auf die Bedarfe von Frauen, Frauen mit 
Fluchterfahrung oder erziehende Frauen ausgerichtete folgende Angebote an: 
 
 
AGH  
Arbeitsgelegenheiten 
Das AGH-Portfolio umfasst auch einige speziell auf die Bedarfs-
lagen von Frauen (mit und ohne Migrationshintergrund) ausge-
richtete Einsatzstellen

2 
 
Alternative Wege in den 
Job 
Psychosoziale Unterstützung und Beratung von Frauen mit dem 
Ziel der beruflichen Orientierung und des (Wieder-) Einstiegs in 
Erwerbstätigkeit 
BiSKids Unterstützung bei der Suche nach geeigneter Kinderbetreuung, 
Unterstützung bei der Betreuung in Randzeiten oder in Notfallsi-
tuationen für den Bereich Mülheim 
Donna Refugia Beratung, Information und Austausch für Frauen mit Fluchtge-
schichte 
Frauenberatungsstelle 
FrauenLeben e.V. 
Hilfe bei der Bewältigung von Konflikten, sozialen Problemlagen 
und psychischen Erkrankungen 
Frauenberatungsstelle 
„Der Wendepunkt“ 
Stabilisierung der Gesamtsituation, 
Individuelle Unterstützung bei der Beseitigung von Vermittlungs-
hemmnissen zur Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt 
Kölner Alleinerziehende 
im Aufbruch 
Beratungs-, Unterstützungs- und Qualifizierungsangebot ausge-
richtet speziell auf die Bedarfe von Alleinerziehenden 
Migrantinnen aktiv vor 
Ort (Mia) 
Beratungs- , Unterstützungs- und Qualifizierungsangebot ausge-
richtet speziell auf die Bedarfe von Migrantinnen im Alter von 30 
bis 45 Jahre  
MIMIK Stabilisierende und motivierende Unterstützung mit dem Ziel der 
beruflichen Qualifizierung von jungen Frauen mit Familienver-
antwortung 
NAVI für Erziehende Unterstützung bei der Integration in den Arbeits- und Ausbil-
dungsmarkt, angepasst an die individuellen Lebensumstände 
sowie Unterstützung bei Organisation und Ausbau der Kinderbe-
treuung. 
Projekt für erwerbslose 
Migrantinnen über 40 
Jahre (MiGa 40) 
Beratung und Unterstützung bei der Entwicklung beruflicher Per-
spektiven 
Strickleiter I Beratung und Unterstützung von Opfern häuslicher Gewalt mit 
dem Ziel der Stabilisierung und des Erhalts ihrer Beschäftigungs-
fähigkeit 
Strickleiter II Unterstützungsangebot für Frauen mit multiplen psychosozialen 
Problemlagen, die einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen. 
TEP 
Teilzeitberufsausbildung 
– Einstieg begleiten 
Perspektiven öffnen 
Vorbereitung und Begleitung einer Ausbildung in Teilzeit für jun-
ge Menschen mit Familienverantwortung oder Erwachsene mit 
pflegebedürftigen Angehörigen. 
Xenia Stabilisierungs-, Beratungs-, Orientierungs- und Qualifizierungs-
angebot für erziehende Migrantinnen im Alter von 18-35 Jahre 
mit dem Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
 
 
 
Neben diesen von verschiedenen Trägern in Kooperation mit dem Jobcenter aufgelegten Angeboten 
bieten auch die im „Kölner Beratungsnetz“ zusammengeschlossenen Arbeitslosenberatungsstellen 
Vingster Treff, KALZ, ABC Höhenhaus und ECHO Beratungen an. Zudem bestehen in den Arbeitslo-
senzentren der Träger Veedel e.V., Kellerladen, Lindweiler Treff und Frauen gegen Erwerbslosigkeit 
offene Angebote für Frauen. 
 
Diese Leistungen werden durch das Land Nordrhein Westfalen  mit Mitteln des europäischen Sozial-
fonds sowie durch die Stadt Köln finanziell unterstützt. 
 
Aktuell liegen die Schwerpunkte der Beratungen auf 
 Beratung zu Leistungen nach dem SGB II, III und XII, verstärkt auch für Menschen mit Migra-
tionshintergrund 
 Beratung zur Berufswegeplanung und Berufsorientierung

3 
 
 Beratung zu Kosten der Unterkunft zum Erhalt der Wohnung 
 
Das breit gefächerte Angebot des Beratungsnetzes ist in der als Anlage beigefügten Übersicht darge-
stellt. 
 
 
Zu Frage 2: 
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. erhielt bis zum 31.12.2015 durch das Land NRW eine 
Förderung sowohl als Erwerbslosenberatungsstelle wie auch als Arbeitslosenzentrum. Die Finanzie-
rung erfolgte im Rahmen eines mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds ausgestatteten Förderpro-
gramms. 
Ab 2016 wurde die Förderung der Erwerbslosenberatungsstelle durch das Land NRW eingestellt, die 
Förderung des Arbeitslosenzentrums fortgesetzt.  
Die Stadt Köln fördert in diesem Angebotsspektrum weiterhin das Arbeitslosenzentrum des Vereins. 
Entsprechend der vom Rat im Jahr 2009 beschlossenen Konzeption der Arbeitslosenberatungsstellen 
und Arbeitslosenzentren werden insgesamt acht in einem Netzwerk verbundene Einrichtungen finan-
ziell gefördert. Bei der Förderung wird zwischen den laut Beschluss als Arbeitslosenberatungsstelle 
und als Arbeitslosenzentrum eingeordneten und mit unterschiedlichem Leistungsspektrum tätigen 
Einrichtungen differenziert. 
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit erhält dem entsprechend als Arbeitslosenzentrum eine 
kommunale Förderung von derzeit 8.039 €. 
Des Weiteren erhalten die vier Träger Agisra e.V., Hagazussa e.V. Frauen Leben e.V. und Frauen 
gegen Erwerbslosigkeit e.V. als Frauenberatungsstellen für unterschiedliche Zielgruppen und 
Schwerpunkte eine kommunale Förderung zur Abdeckung allgemeiner Personal- und Sachkosten. 
Die Vereine FrauenLeben und Frauen gegen Erwerbslosigkeit erhalten zudem eine Förderung im 
Rahmen kommunaler Eingliederungsleistungen durch das Jobcenter Köln. 
 
Zu Frage 3 : 
Das sehr breit gefächerte Angebot wird auch in Zukunft fortgesetzt. Die Beratungsnachfrage in Köln 
bleibt auf hohem Niveau. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist in den Beratungen 
vor Ort bei den Trägern gestiegen. Verstärkt suchten neben Menschen mit türkischer Herkunft auch 
Personen mit Herkunft Irak, Bulgarien, Iran, Syrien, Polen oder Afghanistan die Beratungsangebote 
auf. Die Herausforderungen an die fachliche Beratung sind komplexer geworden und die Zusammen-
arbeit der Träger mit anderen Fach- und Dienststellen wurde intensiviert. 
 
Zu Frage 4 : 
Im Rahmen der bestehenden Kooperationen unterstützt die Verwaltung den Verein auch bei der Er-
schließung nichtstädtischer Finanzquellen, um das Beratungsangebot zu stärken. 
Aktuell sind der Verwaltung jedoch keine konkreten Förderprogramme bekannt, die dem Verein offen 
stehen könnten. 
 
Zu Frage 5 : 
Ein niederschwelliges Angebot mit kinderfreundlicher und interkultureller Atmosphäre steht weiterhin 
in dem als Arbeitslosenzentrum geführten Bereich des Vereins zur Verfügung, allerdings mit einem 
gegenüber der früheren Beratungsstelle eingeschränkten Leistungsspektrum. 
 
Eine erneute Etablierung des bisherigen, umfänglicheren Beratungsangebots des Vereins ist aus 
Sicht der Veraltung nur durch die Akquise weiterer Finanzmittel realisierbar. Eine erneute Einbezie-
hung in die Finanzierung als Erwerbslosenberatungsstelle durch das Land NRW wäre zu begrüßen. 
 
Ergänzend zu den konkreten Fragestellungen teilt die Verwaltung mit, dass der Verein Frauen gegen 
Erwerbslosigkeit im Auftrag des Jobcenter Köln sowohl in alleiniger Trägerschaft wie auch gemein-
sam mit anderen Anbietern Angebote für erwerbslose Frauen durchführt.

4 
 
 
Somit ist der Verein „Frauen gegen Erwerbslosigkeit“ nach wie vor ein wichtiger Partner in Bezug auf 
die Beratung und Unterstützung von Frauen insbesondere im SGB II Bezug. 
 
Anlage

Angebote des Beratungsnetzes in 2016

3838 Zeichen

33 
                        
                                                                                                                          
Angebote Beratungsnetz Köln 2016 
 
Infoveranstaltungen 
 
Aktuelle Änderungen im SGB II 2016 
– vom Antrag bis zum Widerspruch  
Orientierung am Arbeitsmarkt 
Arbeitsrecht 
Zum 9. Rechtsvereinfachungs-gesetz 
Veranstaltungen für Geflüchtete 
Teilhabe- und Bildungspaket 
Anrechnung von Einkommen 
Rechte und Pflichten (SGB II +III) 
Alles rund um das Thema Wohnen + 
ALG II 
Zumutbarkeit von Arbeit (SBG II / III) 
Erklärung Hartz IV Bescheid 
ALGII im Bundesfreiwilligendienst 
Beschäftigung in der Gleitzone 
Kosten der Unterkunft 
Rechte von Minijobbern 
Energiesparen 
Aufenthaltsrecht 
Ausländerrechtliche Änderungen im 
ALG II 
Präventionsveranstaltungen: 
Schuldnerberatung 
Sucht im Alltag 
Hilfe zur Stressbewältigung 
Entspannungstraining 
Nachbarschaftshilfe 
Tauschringe 
Deutsches Gesundheitswesen (für 
russisch sprechende Ratsuchende) 
Schwangerschaft                          und 
Familienplanung (für russisch 
sprechende Ratsuchende) 
Vereinbarkeit von Fam ilie und Beruf 
Mutter-Kind-Kur  
Einführung Rückenschule 
Kurse 
 
Sprachkurse,  insbesondere 
für Geflüchtete 
EDV Kurse 
 
Bewerbungstraining &  
Bewerbungstrainingsmodule 
 
Alphabetisierungskurse 
 
Integrationssprachkurse  
 
Berufsbezogener 
Konversationskurs 
 
Kurse zur beruflichen 
Orientierung 
 
 
Förderungsangebote für 
Kinder und Jugendliche 
 
Einzelcoaching für 
Jugendliche in das 
Berufsleben 
Nachhilfeangebote  
PC Gruppen  
Hausaufgabenbetreuung 
Eltern-Kind-Gruppen 
Kreativangebote 
Offene 
Angebote/Treffen 
 
Selbstbewusst trotz 
Arbeitslosigkeit – Geht das? 
Freie Initiative Erwerbsloser 
„Top in Job“ 
Multikulturelles Frauenfrühstück 
Interkulturelles Cafe für 
Alleinerziehende 
Interkulturelles Erwerbslosen-
café 
PC-Nutzung zur Stellensuche 
Sprachcafe für Geflüchtete 
Gesundheitscoaching 
Freizeit- und Ferienangebote, 
Ausflüge und Exkursionen 
Sportangebote (Bewegung und 
Entspannung) 
Spielnachmittag für Mütter und 
Väter mit Kindern im Alter von 
5-7 Jahren 
Russische Seniorengruppe 
Computerclub  
Frühstücksbuffet 
Freitagsfrühstück für Menschen 
mit und ohne Arbeit 
Nähtreff/Nähwerkstatt 
Interkulturelle Kochgruppen 
Mittagessenangebote 
Cafe Schatztruhe (Treffpunkt im 
Stadtteil) 
Secondhand-Cafe 
Vereinstreff im Waggon 
Nachtcafé 
Nachbarschaftsfeste 
 
 
Dienstleistungen 
 
Begleitprojekt ins Jobcenter 
Wäscherei mit Bring- und 
Holservice 
Catering 
Fahrradreparatur  
Kinderfriseur 
Raumvermietung 
Stadtteilzeitung 
Seniorenkalender 
Holzwerkstatt Reparatur von 
Möbeln, Kunstgewerbe 
Schreinerei (Anfertigung von 
Kleinmöbeln, Reparaturen 
etc.) 
Vorbereitung zur Einrichtung 
einer Lebensmittelausgabe 
 
Veranstaltungen 
Eröffnung neuer  Beratungs-
raum - barrierefrei 
Stadtteilfeste 
Sommerstraßenfest 
Weihnachtsmarkt 
Weltfrauentag 
Hennaabend 
Krabbelstube 
Ferienfreizeit 
Beratungsangebote 
Beratung zum SGBII, III, XII 
Wege in Arbeit- 
Berufswegeplanung 
Einzelcoaching auch für 
für Arbeitssuchende mit 
gesundheitlichen Einschränkungen 
KDU- Kosten der Unterkunft 
Sozialberatung in persischer, 
türkischer, englischer,  spanischer 
und französischer Sprache 
Psycho-soziale Beratung bei 
Stress und Angst 
Rechtsberatung, Schwerpunkt 
Zuwanderungsgesetz 
Migrationsberatung 
Beratung bei fehlender 
Kinderbetreuung und Vereinbarkeit 
Familie und Beruf 
Antragsberatung 
Teilhabe- und Bildungspaket 
Existenzgründung 
Schuldnerberatung 
Verbraucherberatung im Quartier 
Mieterberatung 
Ernährungsberatung  
Energieberatung 
Multiplikatorenfortbildungen 
Zuwanderungs- und Staats-
angehörigkeitsgesetz 
Sozialleistungen für EU 
BürgerInnen 
Einführung in die Grundlagen  der 
Schuldnerberatung -  prävention 
Schuldenfallen lauern überall

Beratungsverlauf (1)

22.06.2017 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1199/2017
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
21.06.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27