AN/0903/2020
Tragfähige Konzepte für ein sicheres Kölner Nachtleben in Corona-Zeiten statt Räu-mungen und Kneipensterben
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SPD Dringlichkeitsantrag nach § 12
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An die Vorsitzende des Hauptausschusses Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 31.07.2020 AN/0903/2020 Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Hauptausschuss 03.08.2020 Tragfähige Konzepte für ein sicheres Kölner Nachtleben in Corona-Zeiten statt Räu- mungen und Kneipensterben Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgenden Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der Son- dersitzung des Hauptausschusses am 03.08.2020 zu setzen. Auf unseren Antrag zur Einbe- rufung der Sondersitzung wird verwiesen. Präambel: Insbesondere an den Wochenenden erleben wir, dass immer mehr Menschen nach dem langen „Shutdown“ und den nunmehr erfolgten Öffnungen von Restaurants, Kneipen und Kiosken auch in den späteren Abendstunden zusammenstehen und sich draußen treffen möchten. Viele Gastronom*innen haben mit Corona-bedingten wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen oder stehen sogar vor dem wirtschaftlichen Aus. Ein weiterer, ggf. örtlicher Lock- down wäre für diese Branche insgesamt der Todesstoß. Seit ein paar Wochen steigen aller- dings nun auch wieder die Corona-Infektionszahlen in Köln leicht an. All dies sind Tatsachen und Widersprüche, für deren Ausgleich wir Lösungen finden müssen. Das heißt, wir müssen in Köln dafür sorgen, dass die Infektionszahlen nicht weiter ansteigen, und gleichzeitig die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen negativen Folgen für Köln abfedern. - 2 - Deswegen fordert der Hauptausschuss die Stadtverwaltung auf: 1) eine Task Force der betreffenden Ämter zu etablieren. Diese soll in Zusammenarbeit mit den Gastronom*innen, Clubbetreiber*innen und Anwohner*innen ein Gesamtkonzept für ein sicheres Nachtleben in Zeiten der Corona-Pandemie entwickeln, um einem lokalen Lockdown vorzubeugen. Dabei müssen die Hygiene- und Abstandsregeln der Corona- Schutzverordnung und die Empfehlungen der Gesundheitsexpert*innen eingehalten wer- den. 2) Dieses Konzept soll folgende Punkte beinhalten: a.) Es müssen schnellstmöglich dezentrale Möglichkeiten geschaffen werden, damit sich Menschen den pandemiebedingten Hygienevorschriften entsprechend treffen und entfalten können. Hierbei geht es insbesondere um die Dezentralisierung von Treffpunkten. Dezentralisierung soll auch für Open-Air-Events oder Vereinsfeste un- ter Gastronomie-ähnlichen Bedingungen ermöglicht werden. b.) Um die Kölner Gastronomie zu stärken, soll es Gastronomie-Gutscheine geben. Als Beispiel dient die von der Stadt Wien gestartete „Gastro-Gutschein“-Aktion. c.) Nachtbürgermeister*innen sollen als Vermittler*innen zwischen Clubs, Bars, Anwoh- ner*innen und Besucher*innen auftreten. Auch hier können verschiedene andere Städte als Beispiel dienen, die dieses Konzept seit Jahren erfolgreich verfolgen. d.) Pop-up-Biergärten, die durch am Ort ansässige Gastronom*innen betrieben werden, sollen genehmigt werden. e.) Die Außengastronomie muss unbürokratisch ausgeweitet werden, und es müssen Flächen bereitgestellt werden, indem z. B. Straßen gesperrt werden. f.) Das Gesundheitsamt muss dringend personell gestärkt werden. Wünschenswert wä- re es, wenn auch in den späten Abendstunden Aufklärungsarbeit durch Gesund- heits- und Ordnungsamt an den Hotspots des Kölner Nachtlebens (Schaafenstraße, Zülpicher Straße, Ringe, etc.) durchgeführt werden könnte. Begründung: Zwar kann man derzeit der Presse entnehmen, dass in Deutschland noch keine zweite Welle der Corona-Pandemie drohe, aber dies bedeutet nicht, dass es in einzelnen Kommunen nicht doch zu plötzlichen Ausbrüchen kommen kann, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Die Pandemie ist leider noch lange nicht vorbei. Global gesehen steigt die Zahl der Neuinfektionen exponentiell weiter an. Einige Länder haben immer noch nicht den Höhe- punkt der ersten Welle erreicht und müssen viele Erkrankte und Todesopfer beklagen. In Deutschland sind wir zum Glück bisher glimpflich davongekommen. Wir müssen daher ei- nerseits dafür sorgen, dass das so bleibt, und gleichzeitig die wirtschaftlichen und gesell- schaftlichen Folgen der Corona-Krise im Auge behalten sowie Lösungen schaffen. - 3 - Anstatt die Gastronom*innen und Arbeitnehmer*innen in den schweren Corona-Zeiten zu unterstützen und zu entlasten, legt die Stadtverwaltung ihnen mit überzogenen und planlo- sen Maßnahmen noch mehr Steine in den Weg. Zum Beispiel wurde in der Schaafenstraße trotz des Vorliegens eines umfangreichen Hygienekonzepts ein Biergarten der ansässigen Gastronom*innen nicht genehmigt. Die Schaafenstraße wurde dann sogar mehrfach ge- räumt, was die Situation auf den Gehwegen erst richtig verschärfte. Dieses Vorgehen stieß bei allen Beteiligten auf völliges Unverständnis, erhöhte das Risiko eines Corona-Ausbruchs und führte somit sogar zu weniger Sicherheit! Begründung der Dringlichkeit: Aufgrund der steigenden Infektionszahlen und dem durchweg sommerlichen Wetter an den Wochenenden ist es dringend erforderlich, dass die Stadt das von der Oberbürgermeisterin zugesagte Gesamtkonzept für die Gestaltung des Kölner Nachtlebens entwickelt. Das ge- sellschaftliche und wirtschaftliche Leben ist nach dem Lockdown wieder angelaufen, und es braucht nun schnellstmöglich ein planvolles Verwaltungshandeln, um Menschen vor dem Corona-Virus zu schützen und gleichzeitig den wirtschaftlichen Bankrott der Gastronomie zu verhindern. Die geschilderten Missstände im Kölner Ausgehleben müssen dringend abge- stellt werden. Die zu treffenden Entscheidungen dulden daher keinen Aufschub. Zudem ist der Antrag dringlich, da die seit dem 15. Juli 2020 gültige Fassung der Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO) Stand heute am 11. August 2020 außer Kraft tritt, sodass jetzt auf eine ziel- orientierte und praktikable Folgeregelung bei bestmöglichem Infektionsschutz hingewirkt werden kann. Mit freundlichen Grüßen gez. Rafael Struwe SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Schaafenstraße
- Zülpicher Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- AN/0903/2020
- Typ
- SPD Dringlichkeitsantrag nach § 12
- Datum
- 31.07.2020
- Erstellt
- 31.07.2020 12:06