AN/0471/2023
Linie 13 – Stadtbahnring auch rechtsrheinisch vollenden!
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SPD Antrag nach § 3
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Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 10.03.2023 AN/0471/2023 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 23.03.2023 Linie 13 – Stadtbahnring auch rechtsrheinisch vollenden! Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die antragstellende Fraktion bittet Sie, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sit- zung des Rates am 23.03.2023 zu setzen: Beschluss: Der Rat beauftragt die Verwaltung - aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie zur Gürtelbahnverlängerung im Kölner Süden - mit der Umsetzung einer erweiterten Mach- barkeitsstudie zur Fortführung der Linie 13 über den Rhein bis nach Mülheim. Besonderes Augenmerk sollen bei den Untersuchungen folgende Punkte sein: 1. Realisierung der Rheinquerung in einem Suchraum zwischen und jeweils einschließlich Südbrücke und Rodenkirchener Brücke. 2. Nutzung der bestehenden HGK-Eisenbahninfrastruktur (ehemalige Hafenbahn Deutzer Hafen) in Poll und in Fortführung nach Vingst. 3. Verknüpfungspunkte mit dem bestehenden Stadtbahn- und S-Bahnnetz, ggf. auch durch Neubau eines S-Bahn-Haltepunkts bei Vingst. 4. Eine zusätzlich zum Ringschluss zu realisierende Stichstrecke aus Richtung Mülheim über die Frankfurter Straße weiter in Richtung Porz. - 2 - 5. Potenziale für Stadtentwicklungspolitische Maßnahmen (z.B. Wohnungsbau und Gewer- beflächen) entlang der Neubaustrecke. 6. Geeignete Unterteilung des Ringschlusses in verkehrswirksame, schrittweise zu realisie- rende Bauabschnitte. Dabei ist eine Priorisierung der einzelnen Abschnitte zu empfehlen. Über die Ergebnisse sind die Bürger*innen in geeigneter Form zu informieren. Begründung: Grundsätzliches Ein ambitionierter und zügiger Ausbau des ÖPNV ist Voraussetzung dafür, die Emissionsziele im Verkehrssektor zu erreichen und die Verkehrsbelastung im Stadtgebiet zu reduzieren. Die stark zentralisierte Angebotsstruktur im Kölner Stadtbahnnetz stellt bereits heute ein Hin- dernis für ein stadtweit attraktives ÖPNV-Angebot dar. Durch die erstmalige Schaffung einer durchgängigen Tangentialverbindung im Rechtsrheini- schen (im Rahmen des Ausbaus des S-Bahn-Netzes nicht vorgesehen) kann eine vollendete Ringlinie 13 die Reisezeiten und den Komfort des ÖPNV gegenüber heute deutlich verbes- sern und zu einer Verkehrsverlagerung vom MIV zum ÖPNV beitragen. Von einer attraktiven Umsteigelinie für Fahrbeziehungen zwischen dem Umland und den innenstadtnahen “Gür- tel-Veedeln” profitieren Pendler*innen in ganz Köln und im Kölner Umland. Sie würde zu- dem die Resilienz des Gesamtnetzes gegen Störungen im Innenstadtbereich erhöhen. Mit Höhenberg, Vingst, Ostheim, Humboldt/Gremberg und Poll würde außerdem gerade die Erschließung von solchen Stadtteilen verbessert werden, in denen besonders viele Einwoh- ner*innen auf das Angebot des ÖPNV angewiesen sind (Privat-Pkw-Dichten von 247 bis 340 ggü. einem stadtweiten Durchschnitt von 378 Pkw je 1.000 Einwohner*innen, vgl. Tabelle 27 Kölner Stadtteilinformationen 2021). Dass die Fortführung der Linie 13 im Rechtsrheinischen keine neue Idee ist, zeigt sich in den bereits in den 80er-Jahren umgesetzten Bauvorleistungen an der unterirdischen Stadtbahn- haltestelle Bahnhof Mülheim sowie den für eine oberirdische Führung freigehaltenen Tras- sen auf der Frankfurter Straße. Nachdem in diesem Jahr mit der Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie zur Fortführung der Linie 13 von Klettenberg zum Rhein zu rechnen ist, gilt es, deren Fortführung auch im Rechtsrheinischen voranzutreiben, um diese Lücke im Kölner Stadtbahnnetz zu schließen. Begründung zu den einzelnen Punkten des Prüfauftrages: Rheinquerung Die Rheinquerung erschließt sich aus dem linksrheinischen Ende der künftigen Verlängerung der Linie 13 und ist insbesondere im Zusammenhang mit der bestehenden Besiedlungs - und Grünlandstruktur besonders herausfordernd. Deshalb müssen der Suchraum weit gefasst und mehrere Varianten untersucht werden. Folgende Varianten sind grundsätzlich denkbar: - 3 - 1. in Höhe der Südbrücke (hierzu sind frühzeitig Gespräche mit DB Netz und go.Rheinland zu starten, um Synergieeffekte bei der Erweiterung der Südbrücke zu nutzen). Nach Möglichkeit sind die Einbeziehung der Linie 15 und deren rechtsrheinische Fortführung zu prüfen. 2. in Höhe des Bayenthalgürtels sowohl als Tunnel- als auch als Brückenlösung. 3. in Höhe der Rodenkirchener Brücke im Verbund mit deren Neubau bzw. Sanierung (hierzu sind Gespräche mit der Autobahn GmbH zu führen, um mögliche Synergieeffekte nutzen zu können). Bei einer Rheinquerung in Höhe der Südbrücke erscheint die ehemalige HGK- Eisenbahninfrastruktur zur Anbindung des Deutzer Hafens prädestiniert und wird auch so schon in beschlossenen Anträgen der Bezirksvertretung Porz (AN/0778/2021) benannt. Die Nutzung der Trasse hat im weiteren Planfeststellungsverfahren den Vorteil einer bereits be- stehenden Widmung und bietet eine optimale Verknüpfungsmöglichkeit mit der Stadtbahn- linie 7. Die Führung weiter nördlich gegenüber dem Gürtel bedeutet zwar einen Umweg der Ringli- nie, würde aber zusätzlich eine Verlängerung der Linie 15 ins Rechtsrheinische ermöglichen. Einzig der teilweise eingleisige Ausbauzustand, der durch Signalisierung geschickt genutzt werden kann, wird sich als Problem benennen lassen. Eine ge meinsame Eisenbahnbrücke für die geplante S 16 und die Stadtbahn erscheint aufgrund der Zuführung der Strecken zum Bauwerk sowie der unterschiedlichen Stromsysteme problematisch, ist jedoch auch zu prü- fen. Die direkteste Linienführung wäre eine Rheinquerung auf Höhe des Bayenthalgürtels nach Poll. Eine Brückenlösung würde auf beiden Seiten des Rheins erhebliche Eingriffe in wertvol- le Grünräume (Naturdenkmal Bayenthalgürtel und Poller Wiesen) bedeuten. Eine Tunnellö- sung, die einerseits am Raderberggürtel in Höhe des Funkhauses abtauchen und anderseits etwa auf Höhe der KiTa Käulchensweg auf die bestehende Trasse der Hafenbahn auftauchen könnte, ist im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie auf technische Machbarkeit und Kosten- rahmen hin zu untersuchen. Eine Führung der Linie 13 weiter stadtauswärts, parallel zur oder sogar in Kombination mit der Rodenkirchener Autobahnbrücke, würde naturgemäß die geringsten Raumwiderstände, aber auch die geringste Erschließungsfunktion bei gleichzeitig großem Umweg aufweisen. Mit der neuen Rheinquerung schaffen wir die erste neue Stadtbahnverbindung über den Rhein seit 1959 und endlich eine 4. Rheinquerung für die Stadtbahn. Köln verlässt damit den Wiederaufbau der ÖPNV-Infrastruktur und startet den ersten echten Ausbau über den Vor- kriegsstatus hinaus - würdig für eine europäische Millionenmetropole im Herzen Europas! Abschnitt Poll -Vingst Für alle Varianten der Rheinquerung erscheint im Bereich zwischen Poll und Vingst die Tras- se der Hafenbahn grundsätzlich geeignet, eine Fortführung der Linie 13 Richtung Vingst auf- zunehmen. Auf Höhe der Siegstrecke ergibt sich aus netztopologischer Sicht die unbedingte Notwendigkeit für eine Verknüpfung der (Tangential-) Linie 13 mit den (radialen) S-Bahn- Linien S 12, 15 und 16. Hierfür muss schon in der Machbarkeitsstudie go.Rheinland einbezo- - 4 - gen werden. Die bereits planfestgestellte Verlängerung der SFS Köln - Rhein-Main (ASG) ist hierbei zu berücksichtigen. Abschnitt Vingst -Mülheim Zwischen der Siegstrecke und dem Bahnhof Mülheim existiert eine Vielzahl denkbarer Vari- anten, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie vertieft untersucht werden sollten. Eine Füh- rung entlang oder auf dem Gelände des Güterbahnhofs Köln-Kalk Nord würde zwar eine vorhandene Schienentrasse nutzen, weist jedoch nur eine geringe Erschließungswirkung auf. Insbesondere die Verknüpfung mit den an dieser Stelle unterirdisch geführten Linien 1 und 9 wäre sehr kostenintensiv, da entsprechende U-Bahn-Haltestellen verlegt oder neu gebaut werden müssten. Eine Führung durch die Ortslage von Vingst, etwa über die Kuthstraße und in Verlängerung die Burgstraße oder Lustheider Straße, würde die bestehenden Wohngebie- te sowie die Haltestelle Vingst optimal anbinden, wäre jedoch in Bezug auf die Straßenraum- gestaltung eine Herausforderung. Der Vingster Ring bietet in seinem großzügig ausgebauten Bestand erhebliches Flächenpo- tential für eine Führung der Linie 13 zwischen Vingst und Ostheim Richtung Frankfurter Stra- ße. Hier wäre insbesondere die Erreichbarkeit der bestehenden Wohnbebauung sowie die Verknüpfung mit der Linie 9 auf Höhe der Ostheimer Straße sicherzustellen. Auch eine Ver- schwenkung über Ostheim selbst, unter Mitnutzung der Bestandsstrecke der Linie 9 zwi- schen Vingster Ring und Frankfurter Straße, ist denkbar. Insbesondere die Verknüpfung zum Busbahnhof Ostheim wäre hierdurch optimal sichergestellt und freigehaltene Flächen auf der Frankfurter Straße im nördlichen Ostheim könnten mitgenutzt werden. Die Auswirkung des Umwegs auf die Attraktivität der Ringlinie insgesamt ist im Rahmen der Machbarkeitsun- tersuchung zu bewerten. Frankfurter Straße Durch den freigehaltenen Mittelstreifen bietet sich die Streckenweiterführung Richtung Mülheim über die Frankfurter Straße zwangsläufig an. Die Verknüpfung mit der Linie 1 kann hier ebenfalls attraktiv hergestellt werden. Auf dem Mittelstreifen hat sich in den vergange- nen Jahrzehnten ein erheblicher Bestand an Straßengrün entwickelt. Die Frankfurter Straße bietet in ihrem Querschnitt viele weitere Arten von Platzreserven (Mehrspurigkeit, Abbiege- fahrstreifen, überbreite Gehwege, Schrägparken). Die Machbarkeitsstudie sollte daher ver- schiedene Möglichkeiten der Umgestaltung des Straßenraums andenken. Auf Höhe der Hei- delberger Straße, wo eine Verknüpfung mit der Linie 3 erfolgt, würde die Trasse voraussicht- lich in einen Tunnel abtauchen, um 400 m weiter nördlich planfrei in die Bauvorleistungen an der Bestandshaltestelle Bahnhof Mülheim einzubinden. Stadtbahnstrecke nach Porz via Frankfurter Straße Noch bis 2022 war die Verlängerung der Linie 13 von Seiten der Stadtverwaltung aus Rich- tung Mülheim über die Frankfurter Straße zum S-Bahn-Haltepunkt Frankfurter Straße ange- dacht. Eine solche Stichstrecke in Richtung Porz ist weiterhin enorm wichtig, um die Ver- kehrsbedürfnisse des Stadtbezirkes Porz in tangentialer Richtung (siehe Nutzung der KVB- Buslinien 151/152) nutzen zu können. Die Nachfragebeziehungen einer solchen Stadtbahn- verbindung Mülheim-Ostheim-Porz weisen nur geringfügige Überschneidungen mit denen einer Komplettierung der Ringlinie 13 auf. Deshalb wäre ggf. für das Gesamtprojekt zusätz- lich eine entsprechende Stichstrecke sinnvoll, die entweder der Frankfurter Straße weiter - 5 - folgend Richtung Wahn oder über die Frankfurter Straße und Steinstraße Richtung Porzer Zentrum weiterzuführen ist. Abschließendes Ein Blick auf die Karte entlang der potentiellen Streckenführungen verrät Potentiale für die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum und Gewerbeflächen, die sinnvoll im weiteren Verfahren aufzugreifen sind und zur weiteren Steigerung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses in der standardisierten Bewertung führen können (vgl. Untersuchung der Streckenverlänge- rung der Linie 4). Ähnlich wie in Freiburg ließen sich so nach dem Prinzip “Erst kommt die Bahn, dann die Bebauung” Flächen entwickeln, die gerade unter Beachtung der klimatischen Herausforderungen zur reduzierten Nutzung des MIV beitragen können und gleichzeitig dringend erforderlichen bezahlbaren Wohnraum mit attraktiver Anbindung schaffen. Es ist klar, dass ein solcher Ringschluss neben Hoffnungen und Befürwortung auch zu erheb- lichen Befürchtungen in der ansässigen Bevölkerung führen kann. Gerade deshalb ist spätes- tens mit Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie eine Bürgerbeteiligung und -information essentiell für die weitere Planung und erfolgreiche Durchführung des Projektes. Dabei müs- sen alle Bevölkerungsteile erreicht werden. Nur so können die Belange aller Bürger*innen in die weiteren Planungen Eingang finden und potentielle Konflikte frühzeitig gelöst werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss 08/2025
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Dezernat, Dienststelle
III/69
Vorlagen-Nummer
AN/0471/2023
Stand: 26.08.2025
Sachstandsbericht
Linie 13 – Stadtbahnring auch rechtsrheinisch vollenden!
Beschluss:
1. Der Rat beauftragt die Verwaltung nach Vorstellung der Machbarkeitsstudie „Gürtelbahn-
verlängerung“ dem Rat das weitere Vorgehen inkl. Zeit-Maßnahmenplan für den Lücken-
schluss der Linie 13 vorzustellen. Der mitbetrachtete Ringschluss im Kölner Süden mit einer
Fortführung der Linie 13 über den Rhein bis nach Mülheim, soll grundsätzlich weiterverfolgt
werden. Dazu sollen die notwendigen Trassen, dort wo vorhanden freigehalten und Lösungen
für die anderen Bereiche aufgezeigt werden.
2. Weiterhin wird die Verwaltung gebeten, in Absprache mit der KVB die aktuelle Priorisierung
der ÖPNV-Netzentwicklung dem Verkehrsausschuss darzustellen.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Über die Ergebnisse der Online-Öffentlichkeitsbeteiligung und die Untersuchungen der Mach-
barkeitsstudie zum Projekt der „Linksrheinische Verlängerung der Stadtbahnlinie 13 bis zum
Rhein“ wurde im Zuge einer Mitteilung (1498/2024) informiert. In der Mitteilung wird auch über
das weitere Vorgehen der Verwaltung informiert.
Nächste Schritte:
Die Darstellung des aktuellen Projektstandes erfolgt in der regelmäßigen Mitteilung zur
„ÖPNV-Netzentwicklung“ und wurde zuletzt für das Jahr 2024 veröffentlicht (2763/2024).
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den: /
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: für das Digitale Berichtswesen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0471/2023
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 10.03.2023
- Erstellt
- 10.03.2023 13:05