1418/2026
Bericht der Geschäftsführung Mahnmal Kuratorium Keupstraße für die Jahre 2024 und 2025
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Mitteilung Ausschuss
7945 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VII/4520 Vorlagen-Nummer 20.05.2026 1418/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration 09.06.2026 Bericht der Geschäftsführung Mahnmal Kuratorium Keupstraße für die Jahre 2024 und 2025 Am 26.10.2023 hat der Rat der Stadt Köln nach vorherigen entsprechenden Beschlüs- sen des Integrationsrates (jetzt: ACI), der Bezirksvertretung Mülheim sowie des Aus- schusses Kunst und Kultur das Konzept für das „Kuratorium für ein Denkmal zu den Anschlägen des NSU in der Keupstraße und der Probsteigasse“ beschlossen. Wie in diesem Konzept vorgesehen, führte das NS-Dokumentationszentrum Vortreffen mit den Direktbetroffenen, mit Vertreter*innen der Kölner Schulen sowie mit Vertre- ter*innen der Zivilgesellschaft durch. Dabei wurde ausführlich über das Projekt berich- tet sowie Vertreter*innen aus diesen Bereichen für das Kuratorium gewählt. Der expe- rimentelle Charakter des Kuratoriums und das rollierende System haben sich dabei vorerst bewährt. Trotz der Risiken eines partizipativen Ansatzes ist es gelungen, das konsensuelle Wollen der Beteiligten herauszuarbeiten, die unterschiedlichen Bedarfe zusammenzuführen und gleichermaßen fortwährend Betroffenenperspektiven in den Mittelpunkt zu stellen. Die Geschäftsführung wird zukünftig vom NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit einer Mitarbeiterin von interKultur e.V. übernommen. Nach intensiven Vorbereitungen und Abstimmungen mit den Beteiligten fand am 3. Mai 2024 unter Beteiligung der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln die konstituie- rende Sitzung des Kuratoriums in Mülheim statt. Alle Mitglieder waren anwesend. Sie wurden über den Stand der Dinge informiert, es wurden Formalia zum Kuratorium dis- kutiert, und es erging der Beschluss, ein erstes Filmprojekt durch den AaK-Jugendla- den durchführen zu lassen. Im Anschluss wurde die Presse informiert. Im Mittelpunkt 2 dieses in 2024 umgesetzten Filmprojekts standen die Bedarfe der beteiligten Jugendli- chen auf der Keupstraße und ihre Perspektiven auf die Straße. Die Geschäftsführung beteiligte sich intensiv an den Vorbereitungen zum 20. Jahres- tag des Anschlags (Birlikte) am 9. Juni 2024. Neben vielen anderen Aktivitäten und Veranstaltungen, in die auch die Mitglieder des Kuratoriums involviert waren, wurden ein Prototyp des Denkmals sowie zahlreiche Interviews mit Betroffenen im Friseursa- lon Özcan (der damals Anschlagsziel des NSU gewesen war) präsentiert. Die Inter- views können als Video-Ausstellung von der Geschäftsführung auf verschiedenen Mo- nitoren auch zu anderen Gelegenheiten – wie Jahrestagen u. ä. – präsentiert werden. Die Geschäftsführung des Kuratoriums war im Jahr 2024 darüber hinaus auf verschie- denen Veranstaltungen zugegen bzw. führte diese maßgeblich durch. Dazu zählte ein Treffen des Kuratoriums mit Sven Lehmann, damaliger Staatssekretär im Bundesfami- lienministerium, zum Thema „NSU-Dokuzentrum“. Dieses bundesweite Projekt soll auch in Köln eine Verankerung finden. In welcher Form dies geschehen könnte, wurde bei besagtem Treffen diskutiert. Die Präsentation des Mahnmals sowie des Kuratori- ums waren Inhalt bei Workshops im Rahmen von „Schule ohne Rassismus“ und bei einem Netzwerktreffen der Stadtteilkonferenz Keupstraße. Im Jahr 2025 gab es vor der Kuratoriumssitzung eine Sondersitzung für Direktbe- troffene, die nicht an der Kuratoriumssitzung teilnehmen konnten. Dabei wurde u. a. der in 2024 produzierte Film gemeinsam angesehen und diskutiert. Am 11. März 2025 fand die zweite Sitzung des Kuratoriums in Mülheim statt. Es wurde ein vorläufiger Beschluss zur Aufnahme des in 2024 produzierten Films des AaK-Jugendladens „Diese Straße ist ein Teil von mir“ getroffen. Die finale Version lag aufgrund eines Personalwechsels in der Projektleitung noch nicht zur Kuratoriumssit- zung vor. Es wurde ein neues Filmprojekt „Kein Kampf auf leeren Magen“ als Koope- rationsprojekt mit dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln beschlossen. Der 2025 umgesetzte Film begleitet die Frauengruppe von „Herkesin Meydanı“ bei ihren regelmäßigen Treffen im „Raum für alle“ auf der Keupstraße. Er zeigt, wie bei diesen Treffen Räume geschaffen werden, in denen Gespräche entstehen, Erinnerungen ge- teilt und gemeinsames Gedenken möglich wird. Die Geschäftsführung hatte zuvor die Medienproduktion ausgeschrieben; es war eine Bewerbung eingegangen. Auf der Sitzung wurde der Leitfaden für künftige Medienproduktionen diskutiert sowie eine vorläufige Geschäftsordnung beschlossen. Zudem wurde die Geschäftsführung 3 beauftragt, Möglichkeiten einer Zwischennutzung auf dem für das Mahnmal vorgese- henen Standort Ecke Schanzenstraße/Keupstraße zu prüfen. Zum Zeitpunkt der Kura- toriumssitzung waren weiterhin keine baulichen Fortschritte zu vermelden. Die Baugenehmigung für das Grundstück wurde seitens der Stadt schon lange erteilt. Die Ausnutzung der Genehmigung kann durch die Verwaltung jedoch nicht beeinflusst werden. So ist der Zeitpunkt des Baubeginns durch die Firma gentes weiterhin nicht abschätzbar. Dieser Umstand löst bei den meisten Mitgliedern des Kuratoriums Un- verständnis und Frustration aus. Die Motivation zur Mitarbeit im Kuratorium ist eng an die Erwartung einer baldigen Realisierung des Mahnmals geknüpft. Je weiter die Rea- lisierung fortgeschritten ist und sich materialisiert, desto konkreter und greifbarer wird die Aufgabe der Kuratoriumsmitglieder – die Auswahl von Medienproduktionen, die im Mahnmal zu sehen sind. Der digitale Teil des Mahnmals ist in der Entwicklung; eine finale Fertigstellung ist je- doch erst mit der Fertigstellung des materiellen Teils möglich. Die bereits produzierten Filme sollen ab 2027 der Öffentlichkeit über eine Website zugänglich gemacht wer- den. Die Interviews mit den Betroffenen sind bereits jetzt über www.mahnmal-keup- strasse.de zugänglich. Die Geschäftsführung begleitete die Direktbetroffenen in 2025 auf verschiedenen Ebe- nen, beispielsweise bei Treffen mit der Geschäftsführung des Integrationsrats zu Fra- gen von Austauschmöglichkeiten (Räume) für Betroffene, bei Treffen mit der Opferbe- ratung Rheinland und der Erstellung eines Wegweisers oder in Form zahlreicher Ein- zelgespräche. Zudem war die Geschäftsführung im steten Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akt- euren wie der Sozialraumkoordination Mülheim-Nord/Keupstraße und anderen. Im Vorfeld der Kommunalwahl wurden interessierte Kandidat*innen über das Mahnmal informiert. Das Thema Mahnmal war Gegenstand mehrerer Veranstaltungen, die die Geschäftsführung durchführte. Im engen Austausch mit dem Künstler wurden die weiteren Entwicklungen diskutiert. Die Geschäftsführung beantwortete Anfragen und bearbeitete Anträge aus den politi- schen Gremien und stand für Anfragen aus Wissenschaft, Medien und Zivilgesell- schaft zur Verfügung. Möglichkeiten der Zwischennutzung wurde in Zusammenarbeit mit anderen Ämtern geprüft. Eine Interimslösung auf dem privaten Grundstück stellte sich aufgrund fehlender finanzieller Mittel im Haushalt der Stadt sowie mangelnder Personalressourcen als nicht realistisch dar. Dies bekräftigte die damalige Oberbür- 4 germeisterin Reker in der Presse und in einer Sitzung der Bezirksvertretung 9 (Mül- heim). Die Geschäftsführung beteiligte sich 2025 erneut an den Aktivitäten zum Jahrestag des Anschlags in der Keupstraße am 9. Juni. Dabei wurden u.a. der Film des AaK Ju- gendladens gezeigt, die Grundidee und -struktur des Mahnmals in Form eines eigens für den Jahrestag produzierten Trailers präsentiert sowie auf Monitoren verschiedene Interviews mit Direktbetroffenen gezeigt. Diese sind Teil der o. g. Video-Ausstellung. Ausgesuchte Interviews waren in Form einer Miniausstellung unter Mitwirkung der Ge- schäftsführung ab November 2025 im Café Paradies auf der Keupstraße zu sehen und sollen 2026 im „Raum für alle“ gezeigt werden. Gez. Charles
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1418/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.05.2026
- Erstellt
- 11.05.2026 14:19