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4000/2018

Darstellung der Sparten im Kulturausschuss

Mitteilung Ausschuss 06.12.2018

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4000-2018 Anlage Spartenbericht Theater

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4000-2018 Anlage Spartenbericht Theater

9876 Zeichen

Kulturausschuss - Bericht Theater 
 
Orangerie-Theater im Volksgarten 
 
Das Orangerie-Theater im Volksgarten, Köln (Orangerie e.V.) wurde 1990 von einem 
Künstlerkollektiv gegründet. Seit 2007 bezieht das Theater städtische Konzeptionsförderung. 
Seit Juli 2012 zeichnet Marko Berger für die künstlerische Leitung sowie als Geschäftsführer 
verantwortlich.  
Der dreiköpfige Vorstand setzt sich zusammen aus hochqualifizierten Mitgliedern. Gleiches 
gilt für die Mitarbeiter im Theaterbetrieb, dabei ist der Personalbestand für die Bewältigung 
der Aufgaben immer noch knapp bemessen.  
Bauliche Maßnahmen 
Von 2013 bis heute wurde durch den Architekten Marc Hübert der Bestandsschutz gesichert. 
Die von Stadt und Land geförderten Teilschritte wurden fristgerecht, im Kosten- und 
jeweiligen Zeitrahmen erfolgreich durchgeführt (ca. 300.000€, 10% Eigenmittel).  
Somit wurde der Ganzjahresspielbetrieb ermöglicht und eine Auslastung auf inzwischen 
70-80% generiert. Die Vollsanierung wird für 4-5 Jahre in großen Blöcken, im laufenden 
Betrieb (Sommermonate) geplant.   
 
Künstlerisches Profil 
Inzwischen kooperieren wir mit 25 Kölner Künstlergruppen und Netzwerken (u.a. 
Freihandelszone Köln: Futur3, Stefanie Thiersch, theater51grad / c.t.201, Acting 
Accomplices). Für alle diese Gruppen, die regelmäßig mit uns kooperieren, ist die 
Großraumbühne – klassische Tribünen-Situation bis zur freien Raumgestaltung - nicht mehr 
wegzudenken.   
Seit 2012 erfreuen wir uns jährlicher Nominierungen und Auszeichnungen für unsere 
Künstler in den Sparten Theater, Tanz und Cross-Over. Für 2018 wurden wir in vier 
Kategorien nominiert (Theater, Tanz, Preis für politisches Theater, Darsteller-Preis). 
Ab dem 2. Halbjahr 2019 kooperieren das Orangerie-Theater mit dem Freien Werkstatt 
Theater. Weitere Kooperationen sind in Verhandlung.    
Kooperationen erzielen für Künstler und Theaterhäuser eine breitere Öffentlichkeitswirkung. 
Zudem kann stärker darauf geachtet werden, Produktionen dort einzubringen, wo sie – 
insbesondere räumlich – am besten hinpassen.  
Arbeitsweise 
Das Orangerie-Theater konzentriert sich grundsätzlich auf professionelle freie Gruppen und 
Netzwerke. Konzepte werden zur Umsetzung intensiv diskutiert, die weitere Begleitung durch 
die Theaterleitung erfolgt, je nach Bedarf, unterschiedlich intensiv, um für Künstler und Haus 
ein Optimum zu entwickeln. Neben regulären Produktionen veranstaltet das Orangerie-
Theater auch internationale Festivals (u.a. URBÄNG – in Kooperation mit der 
Freihandelszone, Köln).  
Weitere Bedürfnisse: 
Theaterhaus/Zentrale Produktionsstätte 
Die freie Szene benötigt für alle Gruppen dringend Probenräume, in denen VOR dem Einzug 
in die Theaterhäuser gearbeitet werden kann. Dies gilt Sparten übergreifend, insbesondere 
auch für Gruppen, die im freien Stadtraum, also ohne feste Häuser arbeiten.  
Förderstrukturen allgemein  
Zuständigkeiten und Adressaten müssen transparenter sein, dabei muss die Beratung der 
Antragsteller einen wichtigen Stellenwert behalten. Die Förderfristen der unterschiedlichen

Institutionen müssen harmonisiert werden. Oft liegen diese Monate auseinander, obwohl 
Abhängigkeiten untereinander bestehen.  
Finanzierung 
Im Rahmen des erfreulichen Anstieges allgemeiner Förderbudgets ist es wichtig, Gruppen 
und Häuser gleichermaßen von notwendigen Erhöhungen profitieren zu lassen. 
Die Häuser müssen mit den zunehmenden Anforderungen freier Szene-Produktionen, 
professionell ausgestattet sein, so dass den Gruppen mit ihren Fördermitteln möglichst 
wenig Zusatzaufwand für Equipment entsteht.     
Budget für Werbung und Marketing 
Es wäre wünschenswert, dass die Stadt Köln hier künftig eine „Plattform“ zur Verfügung stellt 
und finanziert, weil die Budgets freier Theaterhäuser und Gruppen deutlich unter dem 
eigentlichen Bedarf stehen. Wünschenswert ist weiter, dass eine solche „Plattform“ das 
gesamte kulturelle Angebot der Stadt berücksichtigt.   
 
Angie Hiesl Produktion 
 
Zunächst möchten wir uns für die langjährige Unterstützung unserer Arbeit bei der Stadt Köln 
bedanken. Durch die konzeptionelle Förderung ist es uns gelungen, eine betriebliche 
Struktur aufzubauen, die uns eine kontinuierliche, professionelle künstlerische Arbeit 
ermöglicht hat. 
Angie Hiesl präsentiert seit den 1980er Jahren ihre interdisziplinären Arbeiten. 1997 begann 
die künstlerische Zusammenarbeit mit Roland Kaiser. Ihre Projekte finden, mit wenigen 
Ausnahmen, an „kunstfremden“ Orten im privaten und öffentlichen Raum statt. In 
Deutschland war Angie Hiesl Pionierin für ausschließlich ortsspezifische Theater- und 
Tanzprojekte. Die vielfach ausgezeichneten Arbeiten werden weltweit gezeigt. 2012 wurde 
Angie Hiesl mit dem Künstlerinnenpreis des Landes NRW ausgezeichnet. 
 
Projekte im öffentlichen Raum 
Die Produktionsbedingungen für KünstlerInnen im öffentlichen Raum in Köln stellen in 
vielerlei Hinsicht eine große Herausforderung dar. Strenger gewordene behördliche 
Auflagen, die nicht der öffentlichen Sicherheit dienen, scheinen oft mehr kommerzielle 
Interessen zu berücksichtigen, als künstlerische. Immer mehr städtischer Raum wird zum 
Privatraum, der der Öffentlichkeit nur bedingt zur Verfügung steht. Teilweise müssen Proben 
genehmigt werden, die das öffentliche Leben in keiner Weise beeinträchtigen. Künstlerische 
Arbeit im öffentlichen Raum erfordert aber Flexibilität in jeder Hinsicht.  
Dass das Kulturamt inzwischen mehr in Genehmigungsprozesse als Bindeglied zwischen 
Ordnungsamt und KünstlerIinnen einbezogen wird, erleichtert die Kommunikation und führt 
zu besseren Ergebnissen.  
 
Produktionsbedingungen in Köln 
Positiv anzumerken ist die stetig steigende Zahl der KünstlerInnen und Projekte in Köln, die 
interdisziplinär und oft auch ortsspezifisch ausgelegt sind. Dies bereichert die Kölner 
Theater- und Tanzszene gleichermaßen und entwickelt sie auch inhaltlich weiter. Zugleich 
erfordert dies aber eine Anpassung der Produktionsstrukturen. 
Es fehlt ein multifunktionaler Produktions- und Probenort, wo performativ und bildnerisch 
gearbeitet werden kann. Eine große Produktionsstätte in Köln, die spartenübergreifend 
genutzt werden kann und die sowohl performative als auch bildnerische Arbeiten ermöglicht, 
sollte gemeinsam mit der Szene diskutiert werden. Die Halle Kalk mit der ehemaligen 
Museumshalle wäre eine Option. Ein bspw. „klassisches“ Produktionshaus würde nicht alle 
Aufführungsbedürfnisse abdecken, insbesondere nicht die der KünstlerInnen, die fernab der 
Bühnen arbeiten. Den verschiedenen künstlerischen Konzepten der freien Theater- und 
Tanzszene muss dabei auf jeden Fall Rechnung getragen werden.

Darüber hinaus möchten wir an dieser Stelle nochmals auf das Fehlen der Kunsthalle in Köln 
hinweisen. Eine Halle in zentraler Lage könnte Ausstellungen und zeitgenössische 
performative Kunst miteinander verbinden. 
 
Internationales Arbeiten und Austausch 
Durch die städtische und Landesförderung ist es einigen Kölner Gruppen gelungen, die 
Arbeit international auszubauen. Dies setzt neue Impulse in Köln, aber auch regional und 
überregional. Durch die weltweite Netzwerkbildung findet ein Austausch statt, der dazu führt, 
dass auch internationale KünstlerInnen in den Kölner Produktionen mitwirken und umgekehrt 
auch die Stadt Köln durch ihre KünstlerInnen im Ausland repräsentiert wird.  
Dringend notwendig sind an dieser Stelle zusätzliche Gelder zur Intensivierung und zum 
Ausbau der internationalen Kooperationen.  
Zu den Finanzen 
Erfreulich ist die Aufstockung der Mittel in 2017, sodass zumindest in ersten Ansätzen in der 
Szene sozial verträglichere Honorare gezahlt werden, da ist aber definitiv Luft nach oben! 
Nach wie vor sind die Mittel für Abspielen oder Wiederaufnahmen von Produktionen zu 
gering. Die mehrjährigen Förderungen der Stadt ermöglichen aber den Gruppen auf Landes- 
oder Bundesebene bessere Chancen auf Förderung. 
 
Institutionalisierung von Gruppen und Theatern auf Landesebene 
Die Kölner Politik sollte sich auf Landesebene dafür einsetzen, dass auch Gruppen ohne 
festes Haus, aufgrund ihres kontinuierlichen Betriebes, in eine Institutionalisierung überführt 
werden. Um Qualität und Kontinuität zu sichern, wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung. 
Der starke Nachwuchs in der Kölner Szene ist beachtlich, jedoch sollte darüber nicht die 
KünstlerInnenschaft in den Hintergrund rücken, die bereits seit vielen Jahren das Stadt- und 
Landesbild prägt. So wird das Thema einer künstlerischen Grundstrukturförderung oder 
institutionellen Förderung für freie Gruppen in den nächsten Jahren weiter an Relevanz 
zunehmen. An der Stelle wäre eine Abstimmung mit dem Ministerium in Düsseldorf von 
großer Wichtigkeit.  
 
Zukunft – neue Konzepte der Zusammenarbeit zwischen städtischen Bühnen und 
freier Szene 
Das Theater der Zukunft wird nicht mehr nur in den beiden Kategorien städtische Bühnen 
und freie Szene gedacht werden können. Bei der Neubesetzung der Intendanz des 
Schauspiels sollte verstärkt auf den Aspekt Öffnung zu und Kooperationen mit der Szene 
geachtet werden. 
 
Gemeinsame Interessenvertretung Kölner Theater 
Aktuell hat sich als gemeinsame Interessensvertretung der freien Szene die KIFT (Kölner 
Initiative freie Theater) gegründet, mit dem Ziel, Lobbyarbeit zu betreiben und neue 
gemeinsame Strategien für die Kölner Theaterlandschaft zu entwickeln.  
 
Comedia 
Die Institutionalisierung des COMEDIA Theaters begrüßen wir sehr! 
Neue Besetzung der Intendanz des Schauspiel Köln 
Wir wünschen von der Szene aus: 
1. in der Findungskommission mindestens eine Vertretung der Freien Szene zu haben. 
2. Eine Frauenquote  
3. Wie oben genannt, die Bereitschaft seitens der neuen Intendanz zur Zusammenarbeit mit 
der freien Szene in Form von Kooperationen oder auch in Form von Unterstützung durch die 
Werkstätten und Know-how.

Mitteilung Ausschuss

1155 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/41/41/2 
 
Vorlagen-Nummer  06.12.2018 
 4000/2018 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 11.12.2018 
 
Darstellung der Sparten im Kulturausschuss 
hier: Spartenbericht Theater 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die 
Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei-
ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht 
soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, 
wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. 
 
Die Vertreterinnen/Vertreter der Sparte, Frau Angie Hiesl und Herr Marko Berger stehen für Rückfra-
gen aus dem Ausschuss zur Verfügung. 
 
Der Bericht ist als Anlage beigefügt. 
 
 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Beratungsverlauf (1)

11.12.2018 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
4000/2018
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
06.12.2018
Erstellt
30.11.2018 11:39