4000/2018
Darstellung der Sparten im Kulturausschuss
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4000-2018 Anlage Spartenbericht Theater
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Kulturausschuss - Bericht Theater Orangerie-Theater im Volksgarten Das Orangerie-Theater im Volksgarten, Köln (Orangerie e.V.) wurde 1990 von einem Künstlerkollektiv gegründet. Seit 2007 bezieht das Theater städtische Konzeptionsförderung. Seit Juli 2012 zeichnet Marko Berger für die künstlerische Leitung sowie als Geschäftsführer verantwortlich. Der dreiköpfige Vorstand setzt sich zusammen aus hochqualifizierten Mitgliedern. Gleiches gilt für die Mitarbeiter im Theaterbetrieb, dabei ist der Personalbestand für die Bewältigung der Aufgaben immer noch knapp bemessen. Bauliche Maßnahmen Von 2013 bis heute wurde durch den Architekten Marc Hübert der Bestandsschutz gesichert. Die von Stadt und Land geförderten Teilschritte wurden fristgerecht, im Kosten- und jeweiligen Zeitrahmen erfolgreich durchgeführt (ca. 300.000€, 10% Eigenmittel). Somit wurde der Ganzjahresspielbetrieb ermöglicht und eine Auslastung auf inzwischen 70-80% generiert. Die Vollsanierung wird für 4-5 Jahre in großen Blöcken, im laufenden Betrieb (Sommermonate) geplant. Künstlerisches Profil Inzwischen kooperieren wir mit 25 Kölner Künstlergruppen und Netzwerken (u.a. Freihandelszone Köln: Futur3, Stefanie Thiersch, theater51grad / c.t.201, Acting Accomplices). Für alle diese Gruppen, die regelmäßig mit uns kooperieren, ist die Großraumbühne – klassische Tribünen-Situation bis zur freien Raumgestaltung - nicht mehr wegzudenken. Seit 2012 erfreuen wir uns jährlicher Nominierungen und Auszeichnungen für unsere Künstler in den Sparten Theater, Tanz und Cross-Over. Für 2018 wurden wir in vier Kategorien nominiert (Theater, Tanz, Preis für politisches Theater, Darsteller-Preis). Ab dem 2. Halbjahr 2019 kooperieren das Orangerie-Theater mit dem Freien Werkstatt Theater. Weitere Kooperationen sind in Verhandlung. Kooperationen erzielen für Künstler und Theaterhäuser eine breitere Öffentlichkeitswirkung. Zudem kann stärker darauf geachtet werden, Produktionen dort einzubringen, wo sie – insbesondere räumlich – am besten hinpassen. Arbeitsweise Das Orangerie-Theater konzentriert sich grundsätzlich auf professionelle freie Gruppen und Netzwerke. Konzepte werden zur Umsetzung intensiv diskutiert, die weitere Begleitung durch die Theaterleitung erfolgt, je nach Bedarf, unterschiedlich intensiv, um für Künstler und Haus ein Optimum zu entwickeln. Neben regulären Produktionen veranstaltet das Orangerie- Theater auch internationale Festivals (u.a. URBÄNG – in Kooperation mit der Freihandelszone, Köln). Weitere Bedürfnisse: Theaterhaus/Zentrale Produktionsstätte Die freie Szene benötigt für alle Gruppen dringend Probenräume, in denen VOR dem Einzug in die Theaterhäuser gearbeitet werden kann. Dies gilt Sparten übergreifend, insbesondere auch für Gruppen, die im freien Stadtraum, also ohne feste Häuser arbeiten. Förderstrukturen allgemein Zuständigkeiten und Adressaten müssen transparenter sein, dabei muss die Beratung der Antragsteller einen wichtigen Stellenwert behalten. Die Förderfristen der unterschiedlichen Institutionen müssen harmonisiert werden. Oft liegen diese Monate auseinander, obwohl Abhängigkeiten untereinander bestehen. Finanzierung Im Rahmen des erfreulichen Anstieges allgemeiner Förderbudgets ist es wichtig, Gruppen und Häuser gleichermaßen von notwendigen Erhöhungen profitieren zu lassen. Die Häuser müssen mit den zunehmenden Anforderungen freier Szene-Produktionen, professionell ausgestattet sein, so dass den Gruppen mit ihren Fördermitteln möglichst wenig Zusatzaufwand für Equipment entsteht. Budget für Werbung und Marketing Es wäre wünschenswert, dass die Stadt Köln hier künftig eine „Plattform“ zur Verfügung stellt und finanziert, weil die Budgets freier Theaterhäuser und Gruppen deutlich unter dem eigentlichen Bedarf stehen. Wünschenswert ist weiter, dass eine solche „Plattform“ das gesamte kulturelle Angebot der Stadt berücksichtigt. Angie Hiesl Produktion Zunächst möchten wir uns für die langjährige Unterstützung unserer Arbeit bei der Stadt Köln bedanken. Durch die konzeptionelle Förderung ist es uns gelungen, eine betriebliche Struktur aufzubauen, die uns eine kontinuierliche, professionelle künstlerische Arbeit ermöglicht hat. Angie Hiesl präsentiert seit den 1980er Jahren ihre interdisziplinären Arbeiten. 1997 begann die künstlerische Zusammenarbeit mit Roland Kaiser. Ihre Projekte finden, mit wenigen Ausnahmen, an „kunstfremden“ Orten im privaten und öffentlichen Raum statt. In Deutschland war Angie Hiesl Pionierin für ausschließlich ortsspezifische Theater- und Tanzprojekte. Die vielfach ausgezeichneten Arbeiten werden weltweit gezeigt. 2012 wurde Angie Hiesl mit dem Künstlerinnenpreis des Landes NRW ausgezeichnet. Projekte im öffentlichen Raum Die Produktionsbedingungen für KünstlerInnen im öffentlichen Raum in Köln stellen in vielerlei Hinsicht eine große Herausforderung dar. Strenger gewordene behördliche Auflagen, die nicht der öffentlichen Sicherheit dienen, scheinen oft mehr kommerzielle Interessen zu berücksichtigen, als künstlerische. Immer mehr städtischer Raum wird zum Privatraum, der der Öffentlichkeit nur bedingt zur Verfügung steht. Teilweise müssen Proben genehmigt werden, die das öffentliche Leben in keiner Weise beeinträchtigen. Künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum erfordert aber Flexibilität in jeder Hinsicht. Dass das Kulturamt inzwischen mehr in Genehmigungsprozesse als Bindeglied zwischen Ordnungsamt und KünstlerIinnen einbezogen wird, erleichtert die Kommunikation und führt zu besseren Ergebnissen. Produktionsbedingungen in Köln Positiv anzumerken ist die stetig steigende Zahl der KünstlerInnen und Projekte in Köln, die interdisziplinär und oft auch ortsspezifisch ausgelegt sind. Dies bereichert die Kölner Theater- und Tanzszene gleichermaßen und entwickelt sie auch inhaltlich weiter. Zugleich erfordert dies aber eine Anpassung der Produktionsstrukturen. Es fehlt ein multifunktionaler Produktions- und Probenort, wo performativ und bildnerisch gearbeitet werden kann. Eine große Produktionsstätte in Köln, die spartenübergreifend genutzt werden kann und die sowohl performative als auch bildnerische Arbeiten ermöglicht, sollte gemeinsam mit der Szene diskutiert werden. Die Halle Kalk mit der ehemaligen Museumshalle wäre eine Option. Ein bspw. „klassisches“ Produktionshaus würde nicht alle Aufführungsbedürfnisse abdecken, insbesondere nicht die der KünstlerInnen, die fernab der Bühnen arbeiten. Den verschiedenen künstlerischen Konzepten der freien Theater- und Tanzszene muss dabei auf jeden Fall Rechnung getragen werden. Darüber hinaus möchten wir an dieser Stelle nochmals auf das Fehlen der Kunsthalle in Köln hinweisen. Eine Halle in zentraler Lage könnte Ausstellungen und zeitgenössische performative Kunst miteinander verbinden. Internationales Arbeiten und Austausch Durch die städtische und Landesförderung ist es einigen Kölner Gruppen gelungen, die Arbeit international auszubauen. Dies setzt neue Impulse in Köln, aber auch regional und überregional. Durch die weltweite Netzwerkbildung findet ein Austausch statt, der dazu führt, dass auch internationale KünstlerInnen in den Kölner Produktionen mitwirken und umgekehrt auch die Stadt Köln durch ihre KünstlerInnen im Ausland repräsentiert wird. Dringend notwendig sind an dieser Stelle zusätzliche Gelder zur Intensivierung und zum Ausbau der internationalen Kooperationen. Zu den Finanzen Erfreulich ist die Aufstockung der Mittel in 2017, sodass zumindest in ersten Ansätzen in der Szene sozial verträglichere Honorare gezahlt werden, da ist aber definitiv Luft nach oben! Nach wie vor sind die Mittel für Abspielen oder Wiederaufnahmen von Produktionen zu gering. Die mehrjährigen Förderungen der Stadt ermöglichen aber den Gruppen auf Landes- oder Bundesebene bessere Chancen auf Förderung. Institutionalisierung von Gruppen und Theatern auf Landesebene Die Kölner Politik sollte sich auf Landesebene dafür einsetzen, dass auch Gruppen ohne festes Haus, aufgrund ihres kontinuierlichen Betriebes, in eine Institutionalisierung überführt werden. Um Qualität und Kontinuität zu sichern, wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung. Der starke Nachwuchs in der Kölner Szene ist beachtlich, jedoch sollte darüber nicht die KünstlerInnenschaft in den Hintergrund rücken, die bereits seit vielen Jahren das Stadt- und Landesbild prägt. So wird das Thema einer künstlerischen Grundstrukturförderung oder institutionellen Förderung für freie Gruppen in den nächsten Jahren weiter an Relevanz zunehmen. An der Stelle wäre eine Abstimmung mit dem Ministerium in Düsseldorf von großer Wichtigkeit. Zukunft – neue Konzepte der Zusammenarbeit zwischen städtischen Bühnen und freier Szene Das Theater der Zukunft wird nicht mehr nur in den beiden Kategorien städtische Bühnen und freie Szene gedacht werden können. Bei der Neubesetzung der Intendanz des Schauspiels sollte verstärkt auf den Aspekt Öffnung zu und Kooperationen mit der Szene geachtet werden. Gemeinsame Interessenvertretung Kölner Theater Aktuell hat sich als gemeinsame Interessensvertretung der freien Szene die KIFT (Kölner Initiative freie Theater) gegründet, mit dem Ziel, Lobbyarbeit zu betreiben und neue gemeinsame Strategien für die Kölner Theaterlandschaft zu entwickeln. Comedia Die Institutionalisierung des COMEDIA Theaters begrüßen wir sehr! Neue Besetzung der Intendanz des Schauspiel Köln Wir wünschen von der Szene aus: 1. in der Findungskommission mindestens eine Vertretung der Freien Szene zu haben. 2. Eine Frauenquote 3. Wie oben genannt, die Bereitschaft seitens der neuen Intendanz zur Zusammenarbeit mit der freien Szene in Form von Kooperationen oder auch in Form von Unterstützung durch die Werkstätten und Know-how.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41/41/2 Vorlagen-Nummer 06.12.2018 4000/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 11.12.2018 Darstellung der Sparten im Kulturausschuss hier: Spartenbericht Theater In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei- ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. Die Vertreterinnen/Vertreter der Sparte, Frau Angie Hiesl und Herr Marko Berger stehen für Rückfra- gen aus dem Ausschuss zur Verfügung. Der Bericht ist als Anlage beigefügt. gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4000/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 06.12.2018
- Erstellt
- 30.11.2018 11:39