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0582/2018

Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2018 hier: Netzwerktreffen für Schwarze Menschen und People of Color und Informationsabend mit der Initiative „In Gedenken an Oury Jalloh“

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 29.03.2018

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.05.2018, TOP 10.10

Beschlussvorlage Rat

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Beschlussvorlage Rat

8058 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/5001/1 
 
Vorlagen-Nummer 
 0582/2018 
Freigabedatum 
28.03.2018  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2018 hier: Netzwerktreffen für Schwarze 
Menschen und People of Color und Informationsabend mit der Initiative „In Gedenken an Oury 
Jalloh„ 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat der Stadt Köln beschließt, dem Antragsteller ‚Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V.‘ 
 einen Beitrag in Höhe von 2.100 €  
- für ein Netzwerktreffen für Schwarze Menschen und People of Color sowie  
- eine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative „In Gedenken an Oury Jalloh“ 
zu vergeben.  
 
Finanzmittel stehen im Teilergebnisplan 0504, Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, „Antirassis-
mustraining“ unter Zeile 15, Transferaufwendungen zur Verfügung.  
 
Integrationsrat 16.04.2018 
Ausschuss Soziales und Senioren 19.04.2018 
Finanzausschuss 30.04.2018 
Rat 03.05.2018

2 
Begründung 
Seit 2007 fördert die Stadt Köln Maßnahmen aus den Mitteln für Antirassismustraining. Sowohl die 
zunehmende Sensibilität unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure gegenüber den unterschiedli-
chen Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung als auch die positive Bewertung der 
bereits erreichten Ergebnisse führen dazu, dass Maßnahmenträger weitere Präventionsmaßnahmen 
in Form von Fortsetzungs- und Aufbauprojekten planen und in ihrem Vorgehen inhaltliche und me-
thodische Vielfalt sowie innovative Elemente anwenden. Die öffentliche und teilweise sehr polarisie-
rend geführte Debatte um Migration zeigt, dass der Bedarf nach solchen Maßnahmen sehr hoch ist.  
Im Haushaltsplan 2018 sind 10.000 € für Antirassismus-Projekte veranschlagt. Eine Aufstockung um 
weitere 40.000 € sind im Rahmen der Verteilung der Mittel aus dem Integrationsbudget vorgesehen. 
Die Entscheidung zur Verteilung der Mittel aus dem Integrationsbudget liegen in der gleichen Sitzung 
mit der Vorlage 0344/2018 vor. 
Der Träger Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. beantragt für 2018 eine Projektförderung für 
 ein Netzwerktreffen „Let’s Connect“ für Schwarze Menschen und People of Color mit geplanten 
ca. 50 Teilnehmer*innen, sowie 
 eine thematisch daran anschließende Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative „In Gedenken 
an Oury Jalloh“ mit geplanten ca. 90 Besuchern. 
Menschen afrikanischer Abstammung sind in sehr hohem Maße starker Benachteiligung aufgrund 
von Diskriminierung ausgesetzt. Die Erfahrung der Ausgrenzung bis hin zu offenem Rassismus erle-
ben sie täglich in nahezu allen Bereichen wie z.B. beim Zugang zu Bildung, Arbeit, Wohnraum, der 
Gesundheitsversorgung etc. und prägen sie und ihren Lebensalltag in besonderer Weise. 
Die zwangsläufig ständige Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und der von außen heran getrage-
nen Infragestellung ihrer Persönlichkeit und ihrer Identität, bedeutet für diese Menschen eine sehr 
hohe alltägliche Belastung. Je nach Persönlichkeit, Alter, Biografie und sozialem Umfeld können die-
se Menschen unterschiedlich damit umgehen. 
Die Bekämpfung der rassistischen Diskriminierung gegenüber Schwarzen Menschen und People of 
Color erfordert daher vielfältige Ansätze, um ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu er-
reichen.  
An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Begriffe „Schwarze Menschen“ und „People of Color“, die in 
dieser Vorlage auch nachfolgend benutzt werden, Begriffe sind, die von Organisationen von Men-
schen mit einer nicht-weißen Hautfarbe, wie zum Beispiel „Initiative Schwarze Menschen in Deutsch-
land e.V.“, selbst geprägt wurden und im Sinne des selbstbewussten Umgangs mit eigener Identität 
verwendet werden. Dies trifft auch für die Beschreibung des hier dargestellten Projekts, dessen Idee 
aus der Community der Menschen afrikanischer Herkunft in Köln kommt. Daher haben diese Begriffe 
keinen ausgrenzenden, diskriminierenden Charakter. 
 
Ein wesentlicher Ansatz der Bekämpfung einer rassistischen Diskriminierung Schwarzer Menschen 
ist das Empowerment. Menschen sollten darin gestärkt werden, diesen Anfeindungen selbstbewusst 
entgegenzutreten und rassistische Anfeindungen nicht individualisieren bzw. personalisieren.  
Ein wesentliches Ziel beider geplanter Veranstaltungen ist es daher, Menschen in Köln, die von Ras-
sismus betroffen sind und oft isoliert mit diesen Erfahrungen umgehen müssen, miteinander zu ver-
netzen, einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu fördern und zu zeigen, dass sie sich dagegen 
auf unterschiedliche Art und Weise zur Wehr setzen können. 
Der gemeinsame Austausch, sowie die Erfahrung, dass die Schaffung einer Öffentlichkeit und Nut-
zung rechtlicher Mittel zum Erfolg führen können, kann eine starke empowernde Wirkung besitzen.  
Die Antragstellerin beschreibt, dass in 2017 die Empowerment-Veranstaltungsreihe 2017 „M_Powern: 
Handeln & Wirken von Schwarzen Menschen und People of Color in rassismuskritischen Räumen“ 
auf sehr positive Resonanz stieß und daher in 2018 weitere Veranstaltungen mit und insbesondere 
für Schwarze Menschen und People of Color vom AntiDiskriminierungsBüro Köln / Öffentlichkeit ge-
gen Gewalt e.V. organisiert werden sollen. 
Geplant ist konkret: 
 Als Auftakt der Veranstaltungsreihe 2018 ist zunächst ein 2. Netzwerktreffen „Let’s connect“ für 
Schwarze Menschen und People of Color im Kölner Raum geplant, bei dem sich Aktivist_innen, 
Gruppen und Initiativen vorstellen und auf ihre Projekte und Veranstaltungen aufmerksam ma-
chen können. Diese Veranstaltung stellt die Menschen in den Mittelpunkt, die selber von Rassis-

3 
mus betroffen sind. Ziel ist eine Information über bestehende Angebote und Netzwerke in Köln 
und dem Umland, mit der Einladung diese aktiv zu nutzen und zu unterstützen. 
 Zu einem späteren Zeitpunkt findet eine Veranstaltung mit Aktivisten der Initiative „In Gedenken 
an Oury Jalloh“ statt, die für alle Interessierten offen ist. (Oury Jalloh, ein aus Sierra Leone stammender 
Geflüchteter, wurde am 7. Januar 2005, in Dessau in Polizeigewahrsam genommen und verbrannte, unter nicht ab-
schließend geklärten Umständen an eine feuerfeste Unterlage fixiert, in der Zelle.) Dieser Projektteil möchte 
deutlich machen, dass rassistische Diskriminierung insbesondere Schwarzer Menschen durch Po-
lizeigewalt und juristische Verfahrensweisen nicht einfach hingenommen werden müssen, son-
dern dass es sich lohnen kann, sich mit politischen und juristischen Mitteln dagegen zur Wehr zu 
setzen. 
 
Die Inhalte der Veranstaltung sollen simultan auf Englisch und Französisch und in die Deutsche Ge-
bärden Sprache (DGS) übersetzt werden, um einen barrierearmen Zugang zu gewährleisten. Damit 
sollen auch Menschen erreicht werden, die sich thematisch zwar angesprochen fühlen, die Veranstal-
tung aufgrund von Sprachbarrieren nicht besuchen würden. 
 
Die vorgesehene Beratungsfolge ergibt sich aus dem § 22 Integrationsrat (§§ 27 i.V.m. 126 GO) 
Absatz 7 der Hauptsatzung der Stadt Köln in der vom Rat der Stadt Köln am 15.03.2016 beschlos-
senen Fassung:  
„(7) Der Integrationsrat wirkt an den Beratungen über die Haushaltssatzung mit. Er berät über 
alle Haushaltsansätze, die seine Aufgaben betreffen und kann dazu Vorschläge und Anregun-
gen machen.  
Drüber hinaus weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, die dieser nach der Maßgabe einer 
vom Rat zu beschließenden Richtlinie zur Förderung der Integrationsarbeit in Köln selbststän-
dig vergeben kann.  
Dabei handelt es sich insbesondere um 
  Zuschüsse für die Arbeit von Vereinen, Zentren und Initiativen, die in der Migrations-, In-
tegrations- und Antidiskriminierungsarbeit tätig sind, 
 Verwendung von EU-, Bundes- oder Landesmitteln zur Förderung der Integration und des 
friedlichen, gleichberechtigten Zusammenlebens. 
Die Beschlüsse des Integrationsrates über die Verwendung von Haushaltsmitteln gibt die Verwaltung 
den entsprechenden Fachausschüssen und dem Finanzausschuss unverzüglich zur Kenntnis. Der 
Rat entscheidet abschließend.“

Beratungsverlauf (4)

16.04.2018 Integrationsrat
TOP 8.2 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
19.04.2018 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 4.2 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
30.04.2018 Finanzausschuss
TOP 12.3 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
03.05.2018 Rat
TOP 10.10 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0582/2018
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
29.03.2018
Erstellt
21.02.2018 11:06