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V/0309/2015

Flexible Kindertagesbetreuung in Münster - Entwicklungen seit 2014 und Ausblick

Vorlagen 02.07.2015

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 02.09.2015, TOP 13

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

10511 Zeichen

V/0309/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Flexible Kindertagesbetreuung in Münster - Entwicklungen seit 2014 und Ausblick 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
18.08.2015 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
02.09.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
 
 
 
Bericht: 
 
 
1. Ausgangslage  
 
Gesellschaftliche Veränderungen der letzten Jahrzehnte, insbesondere Veränderungen des Ar-
beitsmarktes führen zu wachsenden Flexibilitätsanforderungen für Erwerbstätige. 
Die Angebote der Kindertagesbetreuung müssen sich auf diese geänderten Bedarfe einstellen 
und Betreuungskonzepte so weiter entwickeln, dass dem Bildungsauftrag der Kindertagesbe-
treuung ebenso Rechnung getragen wird, wie den Bedarfslagen der Familien. 
 
In der Stadt Münster werden deshalb Angebote flexibler Kindertagesbetreuung weiter entwickelt 
und ausgebaut.  
 
 
In diesem Zuge hat der Rat der Stadt Münster am 10.12.2014 auf Antrag der  SPD-Fraktion, der 
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/ GAL, der Fraktion Piraten/ ödp und der Fraktion DIE LINKE. 
folgenden Beschluss gefasst:  
 
„Es wird weiterhin in jedem Stadtteil mindestens eine Kita mit flexiblen Öffnungszeiten (zwischen 
6.00 und 20.00 Uhr) vorgehalten. Diese Extrazeit ermöglicht für alle Eltern mit Bedarf eine indivi-
duelle Ausweitung der Betreuungszeit über die Regelöffnungszeit hinaus. Für eine weitere erfolg-
reiche Umsetzung des Projektes werden 100.000 EUR in den Haushalt eingestellt. Über Eltern-
beiträge werden 10.000 EUR als Einnahmeposition refinanziert. Unterschiedliche Bedürfnisse 
von (alleinerziehenden) Eltern erfordern unterschiedliche Lösungen. Daher wird die Verwaltung 
beauftragt, weitere Bausteine der flexiblen Kindertagesbetreuung einzubeziehen bzw. zu entwi-
ckeln.“ 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0309/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Kratz-Trutti 
Herr Wildemann 
Ruf: 
492-5133 
E-Mail: 
WildemannA@stadt-muenster.de 
Datum: 
27.07.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0309/2015 
 
2. Flexible Kindertagesbetreuung in Münster 
 
 
Bereits im Jahr 2009 hat sich aus der AG 78 eine trägerübergreifende A rbeitsgruppe entwickelt, 
die sich mit dem Thema flexible Betreuungszeiten befasste. Die Arbeit sgruppe, bestehend aus 
Vertretern freier Träger (ev. Kirchenkreis, kath. Kirche, Christlicher Verein Junger Menschen 
(CVJM), Outlaw, Elterninitiativen, Arbeiterwohlfahrt (AWO)) und dem Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien, hatte dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien b ereits im Anschluss 
an die Elternumfrage 2009 die „Grundlagen zur Umsetzung flexibler Betreuungszeiten für Kinder-
tageseinrichtungen in Münster“ zur Beratung vorgelegt und veröffentlicht.  
Im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten und Ressourcen initiierte die Arbeitsgruppe im Jahr 2011 
aufgrund politischer Anträge und der sich abzeichnenden gesellschaftlichen Entwicklungen das 
Modellprojekt „Flexible Betreuungszeiten“. 
 
Das Ziel ist es, dem gesellschaftlichen Anliegen nach flexibler Kindertagesbetreuung Rechnung 
zu tragen und dazu bedarfsgerechte und praktikable Umsetzungsmöglichkeiten zu entwickeln. 
Eine Balance zwischen den Bedürfnissen der Kinder, der Eltern und der Kindertageseinrichtun-
gen zu schaffen, spielt dabei eine bedeutende Rolle.  
Bei der Gestaltung der Angebote müssen die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Flexibilität 
und Zumutbarkeit für Kinder unterschiedlichen Alters und die Sicherung des Kindeswohls im 
Zentrum der Betrachtung stehen. 
 
Neben den bestehenden Angeboten der Kindertagesbetreuung und der Kindertagespflege mit 
ihren grundsätzlich flexiblen Angebotsstrukturen wurden in den letzten Jahren in der Stadt Müns-
ter  weitere Bausteine flexibler Kindertagesbetreuung entwickelt, die im Nachfolgenden detaillier-
ter beschrieben werden.

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V/0309/2015 
 
 
 
2.1. Baustein ExtraZeit 
 
Der Baustein ExtraZeit besteht bereits seit dem Jahr 2012 in Form eines Modellprojektes. Insge-
samt sechs Kindertageseinrichtungen haben zunächst unterschiedliche Möglichkeiten zur Um-
setzung einer Randzeitenbetreuung erprobt. Daraus entwickelt hat sich die ExtraZeit, worunter 
insbesondere eine Verlängerung der regulären Betreuungszeit einer Kindertageseinrichtung zu 
verstehen ist. So ist es z.B. im Rahmen dieses Bausteines für eine Kindertageseinrichtung mög-
lich, bedarfsorientiert über eine Regelöffnungszeit von 07:00 – 16:30 Uhr hinaus eine Extrazeit 
von 16:30-18:00 Uhr anbieten.  
Die konkrete Ausgestaltung der ExtraZeit hängt dabei immer von den Bedarfen, dem Standort, 
den jeweiligen Ressourcen und den strukturellen Möglichkeiten der Kindertageseinrichtungen ab. 
Diese zusätzliche Betreuungszeit wird seit dem Haushaltsjahr 2014 mit städtischen Mitteln bezu-
schusst. Der Zuschuss richtet sich nach der Anzahl der angebotenen zusätzlichen Stunden, die 
nicht über die Kindpauschalen des Kinderbildungsgesetzes finanziert werden.  
Im Kindergartenjahr 2014/2015 haben 12 münsterische Kindertageseinrichtungen ExtraZeit vor-
gehalten.   
Im Februar 2015 fand daher ein Erfahrungsaustausch statt, in dem die Einrichtungen erste 
Rückmeldungen über die Umsetzung der ExtraZeit gaben. Deutlich wurde, dass Eltern nur ver-
einzelt Betreuungsangebote über die Kernöffnungszeit hinaus in Anspruch nahmen.  
Eltern, die die ExtraZeit nutzten, konnten den erlebten Stress im Alltag durch die kurzfristige In-
anspruchnahme einer zusätzlichen Betreuungszeit minimieren. Für die Kinder ergibt sich die 
Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre mit den Erziehern den Alltag ausklingen zu lassen. Ein-
zelne Kindertageseinrichtungen meldeten zudem zurück, dass die ExtraZeit ein Kriterium für die 
Auswahl der Kita war.  
 
Weitere Kindertageseinrichtungen wurden im Laufe des Jahres zur Umsetzung der ExtraZeit be-
raten. Die weitere fachliche Begleitung sichert eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des An-
gebotes.  
 
 
 
 
An der ExtraZeit nehmen folgende Kindertageseinrichtungen teil:  
 
Anzahl Bezirke Stadtteil Kindertageseinrichtung  
1  
Mitte 
 
Mauritz-West Elterninitivative die kleine Wiese 
2 Geist Städt. Kita Inselbogen 
3 Uppenberg Outlaw Kita Uppenberg 
4 West Gievenbeck Outlaw Kita Gescherweg 
5 Mecklenbeck Städt. Kita Mecklenbeck 
6 Nord Kinderhaus Outlaw Kita Kinderbachtal 
7 Sprakel Outlaw Kita Sprakel 
8 Ost Mauritz-Ost ev. Schmittingheide 
9 Handorf Elterninitivative Wersepiraten 
10 Süd-Ost Gremmendorf CVJM Janusz-Korczak-Haus 
11 Wolbeck Outlaw Kita Holtrode 
12 Hiltrup Hiltrup kath. St. Clemens

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V/0309/2015 
 
2.2. Baustein FlexiZeit 
 
Zum Kindergartenjahr 2015/2016 wird ergänzend zur ExtraZeit der Baustein FlexiZeit eingeführt. 
In diesem Baustein bieten Kindertageseinrichtungen deutlich erweiterte Regelöffnungszeiten 
(z.B. 7:00 Uhr – 19:00 Uhr) an. 
Eltern erhalten so die Möglichkeit, im Rahmen der erweiterten Regelöffnungszeit die Betreuungs-
zeiten ihres Kindes flexibel zu gestalten, ohne die gebuchte wöchentliche Betreuungszeit insge-
samt zu überschreiten. Kinder können in diesem Zuge an unterschiedlichen Tagen zu unter-
schiedlichen Zeiten betreut werden.  
Hierbei ist stets darauf zu achten, dass die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes nach Kontinuität, 
Verlässlichkeit und Vertrautheit ebenso bedacht werden, wie die Umsetzung der Bildungsstan-
dards. Wechselnde Betreuungszeiten der Kinder im Wochenverlauf bedürfen einer sorgfältigen 
Planung der Angebote für die Kinder und einer genauen Abstimmung  zwischen Eltern und Er-
zieherinnen. Je flexibler Kinder betreut werden, desto wichtiger sind der regelmäßige Austausch 
über das Kind und verlässliche Absprachen zwischen Erzieherinnen und Eltern. 
Geplant ist es, dass zum 01.08.2015 die erste Einrichtung die FlexiZeit anbietet.  
 
An der FlexiZeit nehmen folgende Einrichtungen teil.  
 
 
 
 
2.3. Baustein RandzeitenPLUS (Arbeitstitel) 
 
Zunehmend müssen ArbeitnehmerInnen dem Arbeitsmarkt flexibel zur Verfügung stehen. So sind 
Arbeitszeiten früh morgens, spät abends oder an Wochenenden beispielsweise in der Pflege 
oder im Handel häufig Voraussetzung für den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben.  
 
Alleinerziehende Eltern im SGB II Bezug, die nicht über entsprechende private Betreuungsmög-
lichkeiten verfügen, sind in Einzelfällen auf öffentliche, flexible  Betreuungsangebote angewiesen. 
Betreuungszeiten vor 7 Uhr und nach 18Uhr sind dabei als sensible Betreuungszeiten für Kinder 
anzusehen. 
 
In Ergänzung zu den genannten Bausteinen ExtraZeit und FlexiZeit soll deshalb zukünftig ein 
Baustein RandzeitenPLUS entwickelt werden. Dieser soll alleinerziehenden Eltern, die eine A r-
beit aufnehmen, für die nicht abgedeckten Betreuungszeiten eine Lösung anbieten. Der Projekt-
baustein leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Armutsprävention sowie zur Vereinbarkeit von 
Familie und Beruf und wirkt Benachteiligungseffekten insbesondere alleinerziehender Frauen und 
Männer entgegen. 
Erste Ideen zur Umsetzung eines Projektes RandzeitenPLUS  werden in Kooperation mit dem 
Jobcenter entwickelt.  
 
Insbesondere sollen in diesem Zusammenhang günstige Rahmenbedingung en für eine komm u-
nale Umsetzung des angekündigten Bundeprogramms zum Ausbau von Betreuungsangeboten in 
Randzeiten geschaffen werden.  
 
Die Veröffentlichung einer konkreten Projektbeschreibung samt Förderrichtlinien ist angekündigt 
und muss zunächst abgewartet werden. 
 
 
 
Anzahl Bezirke Stadtteil Kindertageseinrichtung  
1 Mitte Uppenberg Outlaw Kita Uppenberg 
2 Gremmendorf Gremmendorf DRK Kita Schatzkiste

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V/0309/2015 
 
3. Ausblick 
 
ExtraZeit und FlexiZeit werden weiter entwickelt und je nach finanziellen Ressourcen ausg e-
baut. Sie decken Großteile der derzeitig bestehenden Bedarfe von Eltern nach einer Verläng e-
rung sowie nach einer Flexibilisierung der Betreuungszeiten in Kindertageseinrichtungen ab.  
 
Ein Baustein für weitere Betreuungsbedarfe in sensiblen Zeiten außerhalb der Modelle ExtraZeit 
und FlexiZeit kann nicht im Rahmen des bestehenden Budgets gedeckt werden. 
 
Die Verwaltung wird daher eine Beteiligun g an dem in Aussicht gestellten Bundesprogramm mit 
den Arbeitstiteln „Betreuungszeiten“ bzw. „KitaPlus“, in dessen Zuge mit einem Volumen von 100 
Mio. Euro ab dem 01.01.2016 der Ausbau von Betreuungsangeboten in Randzeiten vorangetri e-
ben werden soll, prüfe n. (Pressemitteilung Nr. 062/2015 des Bundesministeriums für Familie, 
Senioren, Frauen und Jugend, Rundschreiben des Deutschen Städtetages v. 07.07.2015). 
 
 
 
 
I.V.  
Gez. 
 
 
Thomas Paal 
Beigeordneter

Beratungsverlauf (2)

18.08.2015 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.09.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 13 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Schmittingheide 9
  • Inselbogen 3
  • Gescherweg 5
  • Kinderhaus
  • Holtrode 12

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Details

Aktenzeichen
V/0309/2015
Typ
Vorlagen
Datum
02.07.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37