3540/2021
Beantwortung einer Anfrage der Grün Offenen Liste GOL
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/513/1 Vorlagen-Nummer 19.10.2021 3540/2021 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 16.11.2021 Beantwortung einer Anfrage der Grün Offenen Liste GOL Welche proaktiven Aktivitäten werden von Seiten der Verwaltung getätigt, um mehr Kitagrup- pen für die Umsetzung der herkunftssprachlich bilingualen Kitagruppen zu gewinnen? Welche Möglichkeiten der proaktiven Ansprache von Kitagruppen kann die Verwaltung nutzen, um mehr Kitagruppen für die Umsetzung der herkunftssprachlichen Kitagruppen zu gewin- nen? Die Abteilung Tageseinrichtungen für Kinder im Amt für Kinder, Jugend und Familie steht im engen Austausch mit unterschiedlichen kommunalen Akteuren, wie dem Kommunalen Integrationszentrum Köln, dem Amt für Integration und Vielfalt, dem ZMI- Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln und dem Kölner Integrationsrat, die sich alle für die Themen Mehrsprachigkeit und herkunfts- sprachliche bilinguale Kitagruppen einsetzen. Es werden Veranstaltungen und Fachtagungen genutzt, um möglichst viele Träger und Beschäftigte aus den Kitas für die Mehrsprachigkeit in Kitas zu sensibilisieren und auf die finanzielle Unterstützung aufmerksam zu machen. Wie in der Vorlage 2035 /2021 dargestellt, wurden die freien Träger von Kitas über die städtische Förderung für bilinguale Kitas informiert: in Rundmails, im AK 80 (SGB VIII) sowie im Arbeitskreis AK bilinguale Kitas (regelmäßiger AK im Kommunalen Integrationszentrum KI). Ebenso wurde die Förderung auf öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt, wie zum Beispiel am 07.03.2018 im Rahmen der Veranstaltung des Integrationsrates „Mehrsprachigkeit im Gespräch“, auf dem Sprachfest 2019 des ZMIs mit dem Schwerpunkt "Mehrsprachigkeit in der frühen Bildung" und im Dezember 2018 auf einem Fachtag für Kitas in Köln mit dem Thema „Bei uns ist Mehrsprachigkeit willkommen“. Dieser Fachtag wurde gemeinsam mit dem ZMI-Zentrum für Mehrsprachigkeit und In- tegration Köln durchgeführt. Der ebenso gemeinsam für 2020 geplante Fachtag Mehrsprachigkeit musste aufgrund der Pandemie in den Mai 2022 verlegt werden und ist in Vorbereitung. Auch war bereits ein Vortrag von einer Referentin des Kita Trägers Zebra e.V., zu den Möglichkeiten einer herkunftssprachlichen Bilingualität für 2020 im Arbeitskreis der Fachberatungen in Kölner Kitas geplant und wurde aufgrund von Corona zunächst verschoben. 2 Seit Januar 2021 ist auf der Internetseite des ZMI - Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration Köln eine Seite „Mehrsprachigkeit in Kitas“ freigeschaltet. Hier ist ein Film „Mehrsprachigkeit in Kitas“ zu sehen, in dem über die Förderung informiert wird. Mittlerweile ist auf der Seite ein Interview mit Frau Dr. R. Tracy eingestellt, Titel „Mehrsprachigkeit ist kein Hindernis – sie ist ein Sprungbrett“. Auf diese Homepage des ZMIs hat die Abteilung Tageseinrichtungen für Kinder alle städtischen Kin- dertageseinrichtungen und die freien Träger wiederholt per Mail aufmerksam gemacht. Die Verwaltung überarbeitet gerade die „Richtlinie zur Gewährung von Zuwendung für die Einrichtung von neuen bilingualen / multilingualen Kindertageseinrichtungen in Köln“ und erstellt neue FAQs zur Richtlinie. Die FAQs sind aufgrund von Rückfragen und Erfahrungen von Kita-Trägern und der Ver- waltung entstanden, um Informationen und Antworten auf gängige Fragen zur bilingualen Förderung proaktiv zu verbreiten. Sobald diese neuen Richtlinien und FAQs in den Gremien abgestimmt sind, ist eine erneute Veröf- fentlichung auf der Grundlage der überarbeiteten Richtlinie und Bewerbung der Förderung geplant. Ebenso ist ein Flyer auf der Grundlage der überarbeiteten Richtlinie zur Bewerbung der bilingualen / multilingualen Förderung in Vorbereitung. Am 27.09.2021 wurde bei allen Trägern von Kitas eine Umfrage gestartet, ob und wie der Träger ein bilinguales / multilinguales Angebot in seinen Kitas bereitstellt, um auf dieser Grundlage eine Aussa- ge zum aktuellen Sachstand der bilingualen / multilingualen Kitas treffen zu können. Im Rahmen die- ser Umfrage wurden die Träger auf die Förderung und auf die Möglichkeit hingewiesen, sich weitere Informationen und Beratung einholen zu können. Sprachbildung und Sprachförderung sowie die Anerkennung und Förderung der Erstsprachen gehö- ren zum Auftrag einer jeden Kita und somit zum Kita-Alltag. Das Kinderbildungsgesetz KiBiz NRW bildet die gesetzliche Grundlage für alle Kitas. Hier gilt KiBiz NRW § 19, (4): „Die Mehrsprachigkeit von Kindern in Kitas ist anzuerkennen und zu fördern. Sie kann auch durch die Förderung in bilinguale Kindertageseinrichtungen oder bilingualer Kindertagespflege unterstützt werden.“ Die Bildungsgrundsätze des Landes NRW, als konzeptionelle Grundlage für den gesamten Elemen- tarbereich, unterstützen ebenfalls alle Kitas darin, die Erstsprachen der Kinder wertzuschätzen, anzu- erkennen und in die Arbeit mit den Kindern einzubeziehen. (Bildungsgrundsätze NRW, 2016, Sprache und Kommunikation, S. 92 ff). Eine besondere Bedeutung kommt hier auch der Zusammenarbeit mit Eltern zu, wenn zu Hause die Erstsprachen gefördert werden. Mit dem Bundesprogramm Sprach-Kitas „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ werden bundesweit Sprach-Kitas in besonderer Weise durch Sprach-Fachberatungen darin qualifiziert und unterstützt, Sprachbildung und Sprachförderung inklusiv und alltagsintegriert umzusetzen. In der Beratung der städtischen Kitas durch städtische Sprachfachberatungen ist das Thema Mehrsprachigkeit ein fester Bestandteil. 3 An dem Bundesprogramm nehmen allein 97 städtische Kitas teil. Für alle städtischen Kitas werden Fortbildungsformate angeboten, wie zum Beispiel „Mehrsprachige Kinder in der Kita besser verstehen und unterstützen“, „Wie kommt das Kind zur Sprache? (Früh- )kindlicher Spracherwerb und Sprachentwicklung“, „Multikulturalität in der Kindertageseinrichtung“. Seit 2018 befinden sich zudem alle städtischen Kitas in einer Qualitätsoffensive. Im November 2019 erschien das neue Qualitätshandbuch als konzeptionelle Grundlage für die städti- schen Kitas, das in einem partizipativen Prozess gemeinsam erstellt wurde. Der folgende Auszug verdeutlicht hier den Anspruch der Stadt Köln, die Erstsprachen der Kinder in den Kita-Alltag der städtischen Kitas einzubeziehen. „Die Pädagog*innen zeigen eine demokratische und offene Haltung, in der si ch eine natürliche Mehrsprachig- keit in der Kindertageseinrichtung entwickeln kann. Sie sorgen dafür, dass die Sprachenvielfalt der Kinder sicht- bar wird und ermutigen sie, in ihren Erstsprachen zu sprechen. Die Kinder erleben so, dass alle Sprachen den gleichen Wert haben. Mehrsprachigkeit wird als Kompetenz wahrgenommen und ist ein Teil des Alltags in unse- ren Kindertageseinrichtungen“ (QHB der städtischen Kindertageseinrichtungen, Stadt Köln, 2019). Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3540/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 19.10.2021
- Erstellt
- 07.10.2021 12:09