V/0951/2014
Umweltdaten Münster 2012/2013
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Vorlage Umweltdaten 2012_13 Anlage 1
57880 Zeichen
Umweltdaten Münster 2012/13
Anlage 1
64 62
51 47 46
43 40
30
40
50
60
70
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Jahresmittelwert N0 2 [µg/m³]
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Umweltindikatoren für Münster............................................................................ 3
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen ..................................................... 3
3. Umweltindikatoren im Überblick .......................................................................... 4
4. Die Umweltmedien im Detail ............................................................................... 7
Abfall ....................................................................................................................... 7
Abwasser .............................................................................................................. 10
Biodiversität .......................................................................................................... 13
Boden/Fläche ....................................................................................................... 17
Grün ...................................................................................................................... 21
Klima / Energie ..................................................................................................... 23
Lärmimmissionen.................................................................................................. 26
Luftschadstoffe ..................................................................................................... 29
Natur und Landschaft - Schutzgebiete .................................................................. 32
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung ............................................................. 35
Umweltmanagement ............................................................................................. 38
Verkehr/Mobilität ................................................................................................... 40
Wasser ................................................................................................................. 43
3
1. Umweltindikatoren für Münster
Mit den Umweltdaten 2009 hat die Stadt Münster erst mals Umweltindikatoren
festgelegt, mittels derer die Umweltsituation in Mü nster regelmäßig beobachtet und
gesteuert werden kann. Die Umweltdaten werden im 2- jährlichen Turnus
fortgeschrieben, um jeweils einen schnellen Überbli ck über Zustand, Entwicklung
und Steuerungsnotwendigkeiten der Umwelt zu erlangen.
Zielsetzung der Umweltindikatoren im Überblick
• Zusammenschau der relevanten Umweltbelange
• Kontinuierliche Umweltbeobachtung und –dokumentat ion
• Darstellung von Entwicklungstrends
• Abgleich mit festgelegten Zielsetzungen zum Umwel tschutz
• Ableitung von Handlungserfordernissen
2. Fortschreibung von Umweltdaten und -zielen
Die vorliegende Fortschreibung der Umweltdaten umfa sst in dieser Ausgabe die
beiden Jahre 2012 und 2013. Gegenüber der vorherige n Ausgabe wurden die
Umweltdaten gemäß Beschluss des Ausschusses für Umw eltschutz und Bauwesen
vom 15.10.2013 (V/0619/2013) dahingehend ergänzt, dass das Thema Ausgleich als
zusätzliche Information eingefügt wurde. Das Thema soll zukünftig regelmäßig unter
dem Thema „Natur und Landschaft“ behandelt werden..
Für folgende Umweltmedien liegen Umweltindikatoren vor:
• Abfall
• Abwasser
• Biodiversität
• Boden/Fläche
• Grün
• Klima/Energie
• Lärm
• Luft
• Natur und Landschaft (neu: einschließlich Thema Eingriffsregelung)
• Umweltmanagement
• Verkehr/Mobilität
• Wasser
4
3. Umweltindikatoren im Überblick
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2012 /
2013
Soll-Wert
(Zieljahr)
Abfall Abfälle und Wertstoffe aus
Haushalten [kg/EW*a]
459
(2009)
438 / 431 425
(2020)
Abwasser
Stickstoff-Emissionen aus
Kläranlagen / Nges-Ablauffracht
[t/a].
139
(2011)
119 / 128 120
(2010)
Kupfer in Klärschlämmen [mg/kg] 388
(2011)
354 / 334 550
(2010)
Zink in Klärschlämmen [mg/kg] 468
(2011)
434 / 411 1.400
(2010)
Boden/Fläche Jährlicher Zuwachs der Siedlungs-
und Verkehrsfläche [ha/a]
156
(2011)
91 / 51 30
(2020)
Biodiversität
Bestandentwicklung ausgewählter
Indikatorarten
- Wiesenschaumkraut
Anzahl Individuen Grünland
- Laubfrosch
Anzahl Individuen
besiedelte Gewässer
- Schwanenblume
- Vorkommen am Emmerbach
- Vorkommen an der Aa
- Steinbeißer
besiedelte Gewässer
> 5.000
(2012)
k.A.
k.A
2
(2007)
k.A.
395 / 279
20 / 13
stark
schwach
- / 4
wird noch
festgelegt
Grün
Eingriffe in das Grünsystem [St./a] k.A 0 0
(ab 2013)
1 Nicht für jeden Indikator liegt eine jährliche Fortschreibung vor.
5
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2012 /
2013
Soll-Wert
(Zieljahr)
Klima /
Energie
Kohlendioxid-Emissionen [t/EW*a] 7,0
(2011)
7,0 / 6,7 5,4
(2020)
Anteil der erneuerbaren Energien
am Energieverbrauch der Stadt [%]
2,6
(2011)
4,3 / 4,5 20
(2020)
Natur und
Landschaft
Fläche der Naturschutzgebiete [ha] 1.905
(2011)
1.905
/ 1.905
2133
(2014)
(4.668)
Vergleichs-
wert BSN
im
Regional-
plan
Natur und
Landschaft
Ausgleichsflächen im Rahmen von
Bebauungsplänen [ha]
-
/ 0
Kein
Zielwert
Lärm -
immissionen
Lärmbelastung an
Hauptverkehrsstraßen
L
den >55 dB(A) [Einwohner tags]
29.074
(2008)
- / 27.575 Liegt
noch
nicht vor
Lnight >50 dB(A) nachts
[Einwohner nachts]
19.454
(2008)
- / 16.496 Liegt
noch
nicht vor
Lden >70 dB(A) tags [Einwohner
tags]
6.450
(2008)
- / 1.952 Liegt
noch
nicht vor
Lnight >60 dB(A) nachts
[Einwohner nachts]
6.862
(2008)
- / 2.535 Liegt
noch
nicht vor
Luftschad -
stoffe
Stickstoffdioxid -Immissionen
[µg/m³]
46
(2011)
43 / 40 40
(ab 2010)
Feinstaub-Immissionen
[Überschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)]
22
(2011)
13 / 17 <36
(ab 2011)
Ozon-Immissionen
[Überschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)]
20
(2011)
14 / 15 <26
(ab 2010)
6
Umwelt-
medium
Indikator Letzter
Ist-Wert
(Jahr)
Neuer
Ist-Wert 1
2012 /
2013
Soll-Wert
(Zieljahr)
Umwelt -
management
ÖKOPROFIT-Betriebe
[Anzahl Staffeln / 2 Jahre]
1
(2009/
2010)
1
(2011/
2012)
1
(ab 2011)
Verkehr /
Mobilität
Anteil Umweltverbund am Modal
Split [%]
63,7
(2007)
- / 71,0
(2013)
70
(2025)
Anteil des Kfz-Anteils im
Regionalverkehr [%]
80
(2007)
k.A. 75
(2025)
Wasser Anteil der Fließgewässer mit
Gewässergüteklasse II-III oder
besser [%]
89
(2010)
89 / k.A. 100
(2020)
7
4. Die Umweltmedien im Detail
Umweltmedium/Ressource:
Abfall
Indikator:
Abfälle und Wertstoffe aus Haushalten
Definition:
Abfallaufkommen (nur Haushalte) pro Kopf der Bevölkerung. [kg/EW*Jahr]
Erläuterung:
Die Haushaltabfälle (Hausmüll, Sperrmüll, Wertstoff e u.ä.) stellen einen Teil der
insgesamt anfallenden Siedlungsabfälle dar. Zu den sonstigen Siedlungsabfällen
gehören zudem Baurestabfälle, Rückstände der Stadtr einigung und Gewerbeabfälle.
Der Bezug auf die Bevölkerungszahl stellt die relative Vergleichsmöglichkeit sicher.
Datenlage/Grafik:
Zielwert: 425 kg/EW*a (2020)
0
25.000
50.000
75.000
100.000
125.000
150.000
2008 2009 2010 2011 2012 2013
Siedlungsabfälle Verwertung/Deponierung [t]
deponierte
Abfälle
Verwertung
8
Qualitative Ziele:
Abfallvermeidung schont Ressourcen; aber Abfall ist auch “Rohstoff”. Durch
ordnungsgemäße Verwertung können Abfallpotenziale g enutzt werden. Durch die
schadlose Beseitigung nicht verwertbarer Abfälle we rden Umweltschäden
vermieden. Eine nachvollziehbare Überwachung der Ab fallströme sichert den
sorgsamen Umgang mit Abfall.
• Prioritäre Vermeidung von Abfall
• Optimierte Verwertung von Abfällen durch Weiteren twicklung des
stoffstromoptimierten Abfallwirtschaftskonzeptes
• Entsorgung der in Münster anfallenden Abfälle nur im Rahmen abfallrechtlicher
Vorgaben
Quantitative Ziele:
Senkung des Abfallaufkommens der Haushalte auf 425 kg/EW*a.
Der Zielwert wurde im Rahmen der Beratung der Umwel tdaten 2009 als Prüfwert
festgelegt. Aus Sicht der Abfallwirtschaftsbetriebe ist eine Reduzierung des Abfall-
und Wertstoffaufkommens aus Haushalten um 10.000 t zum Erreichen des
Zielwertes von 425 kg/EW*a auch bei Durchführung de r unten aufgeführten
Maßnahmen nicht zu realisieren (vgl. Vorlage V/0223/2011).
Entwicklung
:
In 2012 und 2013 ist das Abfallaufkommen der Hausha lte gegenüber dem Schnitt
der letzten Jahre weiter leicht gesunken und nähert sich dem Zielwert an. Die
Steigerung der Einwohnerzahl in Münster (2.Wohnsitz ) wirkt sich dabei positiv auf
die Zielerreichung aus. Es bleibt aber weiterhin be i der kritischen Einschätzung
durch die AWM, ob durch die Maßnahmen eine deutlich e Reduzierung des Abfall-
und Wertstoffaufkommens zu erreichen ist.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Einrichtung von „Give-Boxen“ – zunächst auf den e lf Recyclinghöfen der AWM.
Eine spätere Ausweitung auf den Stadtbereich ist de nkbar. Hintergrund: Die Give
Boxen (alte, umgebaute Telefonzellen) dienen als „Tausch- und Verschenkmarkt“
vor Ort. Bürger können dort für Interessierte Spiel zeug, CDs/DVDs und Bücher
ablegen, die noch gut erhalten sind, aber von ihnen selbst nicht mehr verwendet
werden.
• Einrichtung einer Online-Tauschbörse auf der Home page der
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Aktueller Stand (Juli 2014): Die
entsprechende Internetseite wird aktuell entwickelt und voraussichtlich Ende
August/Anfang September 2014 online gehen.
• Tipps zur Abfallvermeidung auf der Homepage der A WM und in AWM-
Broschüren (z. B. Eigenkompositierung, Second-Hand etc.)
• Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Abfallvermeidung “ (Aktionstage, Pressearbeit,
aktuelle AWM-Kampagne „101 saubere Lösungen für Mün ster“, abfallpäda-
gogische Angebote für Schulen und Kitas)
9
Adressaten:
Bürgerinnen und Bürger
Kosten:
Umlage über Gebühren
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Geschäftsberichte / Abfallbilanz der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Aktualisierung:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2008 2009 2010 2011 2012 2013
Gesamtaufkommen
Siedlungsabfälle [t]
173.653
195.414 221.042 178.371 185.199 173.128
Anteil verwertete
Siedlungsabfälle [%]
83%
83% 84% 81% 82% 81%
10
Umweltmedium/Ressource :
Abwasser
Indikator :
Stickstoff-Emissionen aus Kläranlagen
Definition :
Der Indikator gibt die jährlich aus den Kläranlagen in die Vorfluter emittierte Fracht
an Stickstoff an. Die Angabe erfolgt als Gesamtstickstoff in Tonne pro Jahr [t/a].
Erläuterung :
Stickstoff führt zur Eutrophierung von Gewässern. D ie Verringerung der Stickstoff-
Emissionen führt zu einer Verbesserung der Gewässergüte.
Erläuterung :
Datenlage/Grafik :
Zielwert: 120 t/a
Qualitative Ziele:
Die Wasserrahmenrichtlinie schafft einen Rahmen für den Schutz der Gewässer. Zur
Erreichung der anspruchsvollen Ziele der WRRL trägt auch eine leistungsfähige
Abwasserbehandlung bei.
Ziele:
• Fortführung des Qualitäts- und Umweltmanagements in der Stadtentwässerung.
• Elimination von Nährstoffen aus dem Abwasser
• Schrittweise Reduzierung der Verschmutzung durch prioritäre Stoffe und
schrittweises Einstellen von Einleitungen, Emission en und Verlusten prioritärer
gefährlicher Stoffe in Oberflächengewässer sowie Verhindern und Begrenzen der
Einleitung von Schadstoffen in das Grundwasser.
11
Quantitative Ziele :
Integrierendes Ziel ist die Einhaltung der Zielvorgaben der WRRL (vgl. Wasser)
• Ziel hinsichtlich der Stickstoffemission ist eine Nges-Ablauffracht von ca. 120 t/a.
• Ziel hinsichtlich der Klärschlämme ist die Einhal tung des QLA Gütezeichens für
Kupfer und Zink (Cu = 550 mg/kg, Zn = 1.400 mg/kg]
Entwicklung :
Der Zielwert der Stickstoff-Emission von 120 t/a wu rde 2012 knapp unterschritten,
2013 aber nicht erreicht. Die Veränderungen sind ei nerseits auf Schwankungen im
Zulauf, andererseits auf Veränderungen in der Betri ebsweise der Verfahrensschritte
zurückzuführen. Die Reinigungsleistung war jedoch b ei deutlicher Unterschreitung
der Überwachungswerte hinsichtlich der Eliminationsrate von ca. 92 % konstant.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Eine Studie zur Vorbehandlung stark stickstoffhalti ger Prozesswässer auf der
Hauptkläranlage liegt vor. Die in der Studie genann ten Maßnahmen sollen ab 2015
realisiert werden. Dadurch werden die Prozesswässer separat und energieeffizient
entfrachtet. Dies wird zu einer Reduzierung der emittierten N-Frachten führen.
Die Zielwerte für Klärschlämme wurden erreicht. Die Konsequenzen, die sich ggf.
aus der Novellierung der Düngemittelverordnung und der Novellierung der
Abfallklärschlammverordnung
ergeben, werden im Entsorgungskonzept
berücksichtigt.
Adressaten:
Stadt Münster
Kosten:
2012: 10.000 € (Studie)
2013: 75.000
€ (Leistungsphasen I-IV)
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Tiefbauamt
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2010 2011 2012 2013
Eliminationsrate Stickstoff [%] 91,9 92,2 92,4 92,1
CSB-Emissionen [t/a] 726 696 668 652
Eliminationsrate CSB [%] 95,6 94,3 93,2 93,1
Phosphor-Emissionen [t/a] 8 7 6 5
12
Eliminationsrate Phosphor [%] 97,1 97,1 97,4 97,4
Angeschlossene Einwohnerwerte [EW] 373.500 367.300 367.300 367.300
Kupfer im Klärschlamm HKA [mg/kg] 384 388 354 334
Zink im Klärschlamm HKA [mg/kg] 496 468 434 411
13
Umweltmedium/Ressource :
Biodiversität
Indikator :
Repräsentative Arten
Definition :
Für ausgewählte Indikatorarten erfolgt im 3-5 jähri gen Turnus im Auftrag der Stadt
Münster eine Erhebung der Bestandssituation bzw. de r Populationsentwicklung in
Münster durch die NABU-Naturschutzstation Münsterla nd e.V.. Die Indikatorarten
geben stellvertretend Hinweise auf die Entwicklung der Biodiversität der wichtigsten
Lebensraumtypen:
1. Jahr: Wiesenschaumkraut (frische-feuchte Wiesen), Laubfrosch (Stillgewässer)
(vgl. Umweltdaten 2010/2011)
2. Jahr: Steinbeißer (Fließgewässer), Schwanenblume (Gewässerufer),
3. Jahr: Kiebitz (Feuchtwiesen, Brachflächen), Korn-/Mohnblume (Acker/Feldflur).
Erläuterung
:
Die Bestandsentwicklung der repräsentativen Arten s teht stellvertretend für die
Bestandsentwicklung vieler anderer Arten. Sie zeigt die Qualität von Biotopen und
die Eignung der Landschaft als Lebensraum.
Qualitative Ziele
:
Auf der Grundlage eines Beschlusses des Hauptaussch usses vom 29.09.2010 ist
die Stadt Münster dem „Bündnis für biologische Vielfalt“ im Rahmen der Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“ beigetreten. Die Stadt verpflichtet sich damit die
Biodiversität im Bereich folgender Bereiche zu fördern:
• Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich
• Arten und Biotopschutz
• Nachhaltige Nutzung
• Bewusstseinsbildung und Kooperation.
Die Zielsetzung weiterer Umweltmedien/Ressourcen si nd auch im Sinne der
Biodiversität von Relevanz (z.B. Boden/Fläche, Wasser, Grünflächen).
Quantitative Ziele
:
Erreichung nachhaltiger Populationsgrößen bzw. Sied lungsdichten der gewählten
Referenzarten. Für die ausgewählten Arten müssen di e Zielgrößen im Rahmen des
weiteren Monitorings der Arten noch entwickelt werd en. Auf der Grundlage der
bislang vorliegenden Daten ist eine entsprechende Festlegung noch nicht möglich.
14
Datenlage/Grafik:
Abbildung:
Vorkommen der Schwanenblume am Emmerbach südlich Amelsbüren
(NABU 2013)
Entwicklung:
Die Untersuchungen aus 2013 zeigen, dass die Schwan enblume an geeigneten
Standorten (z.B. Emmerbach) mit ausreichend flachen Uferbereichen noch recht
weit verbreitet ist, sofern die Ufer nicht zu stark durch Gehölze verschattet sind. In
weiten Bereichen potentiell geeigneter Gewässer, z.B. der Münsterschen Aa, kommt
die Art jedoch aktuell wegen zu starker Fließgeschw indigkeit, der verkürzten
Gewässerläufe und fehlender Uferzone nicht oder nur sporadisch vor.
15
Abbildung:
Vorkommen des Steinbeißers in Münster (orangefarben e Punkte = Daten LANUV
1998 bis 2012; blaue Punkte = Erhebung NABU 2013)
Entwicklung
:
Im Rahmen der Untersuchungen zum vorliegenden Beric ht konnten 2013
Steinbeißer in allen beprobten Fließgewässern (Müns tersche Aa, Angel,
Emmerbach, Werse) nachgewiesen werden. Lediglich in den beiden renaturierten
Abschnitten der Münsterschen Aa unterhalb, also nör dlich, des Stadtgebietes bei
Haus Coerde und am Nevinghoff fehlte die Art. Eine Besiedlung dieser Abschnitte ist
noch nicht eingetreten, ist aber zukünftig zu erwarten.
16
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen sind im Zuge des weiteren Monitorings u nd nach Definierung von
Zielgrößen noch festzulegen.
Adressaten:
Stadt Münster, Landwirte und sonstige Grundeigentüm er, Wasser- und
Bodenverbände, NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. u.a.
Kosten:
Noch nicht bezifferbar.
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. im Auftrag des Amtes für Grünflächen
und Umweltschutz.
Weitere Daten: Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Sta dtplanung,
Verkehrsplanung
Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Wes tfalen (IT.NRW),
Landwirtschaftszählung 2010
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2001 2003 2005 2007 2010*
Anteil der Ackerflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
80,3
80,9 80,8 81,4 82,8
Anteil der Grünlandflächen an der
landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche [%]
17,7
17,6 17,9 17,4
16,0
* Daten 2010 ggü. den Vorjahren mit leicht veränder ter Erhebungsmethodik; die nächste
vergleichbare Zählung findet nach Auskunft des Land esbetriebes Information und Technik erst im
Jahr 2016 wieder statt und steht Mitte 2017 zur Verfügung.
17
Umweltmedium/Ressource :
Boden/Fläche
Indikator :
Siedlungs- und Verkehrsfläche
Definition :
Die Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV) beinhaltet die Gebäude- und Freiflächen,
Betriebsflächen (ohne Abbauland), Erholungs-, Verke hrs- und Friedhofsflächen. Die
Angabe erfolgt in Hektar und stellt die Veränderung gegenüber dem Vorjahr für die
einzelnen Flächennutzungsarten und in der Gesamtsumme dar.
Erläuterung :
Die Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche stellt als Summenindikator einen
Maßstab für den Verlust von Freiflächen und die Ver änderung von Böden durch
Siedlungs- und Verkehrszwecke dar. Bisherige Nutzun gsfunktionen wie
Landwirtschaft, Erholungsräume, Biotope oder Frisch luftkorridore gehen verloren.
Durch den hohen Versiegelungsgrad von Siedlungs- un d Verkehrsflächen (NRW
58%, Stand 2009) werden natürliche Bodenfunktionen in erheblichem Umfang
zerstört. Diese Flächeninanspruchnahme – allgemein häufig auch als
„Flächenverbrauch“ bezeichnet – ist jedoch nicht mi t Versiegelung gleichzusetzen,
da auch unbebaute Erholungsflächen und Gärten zur S iedlungs- und Verkehrsfläche
zählen.
Datenlage/Grafik
:
+60
+79
+44
+81
+178
+117
+63
+156
+91
+51
-150
-125
-100
-75
-50
-25
0
25
50
75
100
125
150
175
200
225
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
in ha
Jahr
Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche der Jahre 2004-2013
nach Flächennutzungsarten - Zielwert 2020 = 30 ha/Jahr
Gebäude- und Freifläche Verkehrsfläche Erholungsfläche Betriebsfläche Friedhof
Zielwert 2020: 30 ha/Jahr
18
Qualitative Ziele :
Der Boden ist aufgrund seiner vielfältigen Funktion en im Naturhaushalt ein
unverzichtbares Gut. Sein Verlust ist nicht ausglei chbar. Münster trägt auch als
Mitglied der „Allianz für die Fläche“ Verantwortung . Als eine von sechs
Pilotkommunen ist Münster 2014 vom Umweltministeriu m NRW mit dem
„Meilenstein“ als flächensparende Kommune zertifiziert worden (Meilenstein „Gold“).
Ziele:
• Reduktion der Inanspruchnahme von Freiflächen für Siedlungs- und
Verkehrszwecke
• Erhaltung natürlicher Böden
• Sicherung besonders schutzwürdiger Böden
• Reduzierung von einwirkenden Belastungen.
Quantitative Ziele
:
In Anlehnung an die Zielsetzung auf Bundes- und Lan desebene (Verringerung des
Zuwachses an SuV-Fläche bis 2020 auf 5 ha pro Tag i n NRW) wird für Münster ein
durchschnittlicher jährlicher Zielwert für den Zuwa chs an SuV-Flächen für das
Zieljahr 2020 von rund 30 ha festgelegt, der nicht überschritten werden soll. Eine
Überschreitung ist nur begründet vertretbar, um der Entwicklung des Oberzentrums
Münster aufgrund der besonderen Funktionen, der Bed arfe aus
Einwohnerentwicklung und aus Arbeitsplatzentwicklun g angemessen gerecht
werden zu können. Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt
soll dafür Rechnung getragen werden, dass eine nach haltige Flächenentwicklung
nicht zu Lasten von Menschen mit geringen und mittl eren Einkommen geht (vgl.
Vorlage V/0288/2012/1. Erg.)
Entwicklung
:
Im Hinblick auf den Zielwert befindet sich die jähr liche Inanspruchnahme für
Siedlungs- und Verkehrsflächen in den letzten Jahre n absolut auf einem relativ
hohen Niveau. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt d er Zuwachs an SuV-Fläche in
Münster deutlich unter dem Durchschnitt von Nordrhe in-Westfalen. In den letzten
Jahren beruhte die erhebliche Steigerung der Siedlu ngs- und Verkehrsflächen zu
einem großen Teil auf der Zunahme der Erholungsfläc hen (2008: 128 ha, 2009: 93
ha, 2011: 82 ha, 2012: 40 ha). Hierbei ist zu berüc ksichtigen, dass es sich dabei
nicht nur um eine tatsächliche Ausdehnung der Erhol ungsflächen in diesem Umfang
handelt, sondern für den Anstieg auch methodische G ründe (statistische
Umschlüsselungen von Flächen) ausschlaggebend waren . Auch für die Jahre 2012
(+91 ha) und 2013 (+51 ha) sind die Werte für die j ährliche Zunahme der SuV-Werte
in erheblichem Maße durch Umschlüsselungen von Fläc hen beeinflusst (2012:
Friedhofsflächen +19 ha; 2013: Betriebsflächen +148 ha, Gebäude-/Freifläche –133
ha). Die Aussagefähigkeit der Werte ist hierdurch entsprechend eingeschränkt.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Maßnahmen gemäß Vorlage V/0288/2012, die ca. 127 ha städtebauliches
Wiedernutzungspotenzial bieten (kontinuierliche For tschreibung entsprechend den
vorhandenen Potenzialen, den zur Verfügung stehende n Ressourcen und den
parlamentarischen Zielsetzungen)
19
• Wiedernutzung der aufgegebenen britischen Kaserne nstandorte und
Wohnstandorte
• Umstrukturierung des Bereiches zwischen Meckmannw eg und Schwarzer Kamp
zu einem attraktiven Wohnquartier
• Weitgehende Umnutzung der ehemaligen OSMO-Flächen nördlich des
Stadthafens 1 in ein innerstädtisches Wohnquartier
• Städtebauliche Entwicklung des bisher als Parkrau m genutzten Bereichs
zwischen Hörsterstraße / Sonnenstraße / Korduanenstraße / Bült
• Weitere Stärkung der inneren Entwicklung im Berei ch Wohnen gemäß Vorlage
V/0006/2011 (Erfassung und Bewertung von Entwicklun gspotenzialen;
modellhafte Erprobung von Aktivierungs- und Prozess strategien in zwei
Quartieren)
• Qualifizierung des Flächenmonitorings durch Hinzu ziehung weiterer Quellen (z.
B. Luftbilder) und Nutzung laufender Verwaltungspro zesse (z. B. Fortschreibung
der Deutschen Grundkarte), um ein realistisches Bil d der realen
Flächennutzungsveränderungen zu erhalten.
Eine Fortschreibung der Maßnahmen erfolgt im sog. F lächenbericht zur
Zertifizierung als flächensparende Kommune, der End e 2014 den zuständigen
Gremien zur Beratung vorgelegt werden soll (V/0761/2014).
Adressaten:
Stadt Münster, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), externe
Maßnahmenträger, Private Grundstücks- und Immobilieneigentümer.
Kosten:
Zurzeit noch nicht bezifferbar
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
IT.NRW (Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung) auf der Basis von
Angaben des Vermessungs- und Katasteramtes der Stad t Münster (Auswertung des
Automatisierten Liegenschaftsbuches); Jahres-Statis tik des Amtes für
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Weitere Daten: Amt für Grünflächen und Umweltschutz
20
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2009 2010 2011 2012 2013
Siedlungs- und Verkehrsfläche [ha] 9.785 9.849 10.004 10.095 10.146
Anzahl erfasster Altlasten-/Verdachtsflächen
[Stück]
678
618 642 661 615
Noch nicht bewertete Altlasten-
/Verdachtsflächen [%] *
7% 8% 7% 7% 11%
* Veränderungen basieren auch auf der Neuaufnahme u nbewerteter bzw. Entlassung bereits
bewerteter Altlasten-/Verdachtsflächen.
21
Umweltmedium/Ressource :
Grün
Indikator :
Bauliche Eingriffe in das Grünsystem
Definition :
Der Indikator gibt die jährliche Anzahl der baulich en Eingriffe in das Grünsystem der
Stadt Münster an. Berücksichtigt werden Eingriffe ( > 500 m² versiegelte Fläche) in
die Grünzüge sowie den 1. und 2. Grünring gemäß Grü nordnung der Stadt Münster.
(Ausgenommen sind privilegierte Vorhaben im Außenbereich).
Erläuterung :
Das Grünsystem der Stadt Münster ist von maßgeblich er Bedeutung für die
Freiraumsicherung. Es stellt die Grundvoraussetzung dafür dar, dass der Freiraum
seine Funktionen für Freizeit und Erholung einersei ts sowie Natur-/
Landschaftsschutz und Stadtökologie andererseits er füllen kann. Flächenverluste in
diesen Bereichen führen zu nachhaltigen Beeinträcht igungen der
Freiraumfunktionen.
Datenlage/Grafik
:
Wird erst seid 2013 neu erhoben. Eine Grafik liegt daher noch nicht vor.
Qualitative Ziele :
Sicherung des kohärenten Systems der städtischen Grünzüge und Grünringe gemäß
Grünordnung.
Weitere Ziele mit Bezug zu öffentlichen Grünflächen:
• Sicherstellung der Erreichbarkeit und Vernetzung von Grünflächen
• Bereitstellung geeigneter Angebote für alle Nutze rgruppen
• Ausstattung aller Stadtteile mit qualitativ hochw ertigen und bedarfsgerechten
Grünflächen
• Bedarfsgerechte Pflege zur nachhaltigen Sicherste llung der Funktionalität
• Gewährleistung der stadtökologischen Funktionen v on Grünflächen, z.B. für das
Stadtklima oder als Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Quantitative Ziele
:
Als maßgeblicher Indikator soll zukünftig die Anzah l der baulichen Eingriffe in das
Grünsystem der Stadt Münster erhoben werden. Ziel i st es, derartige Eingriffe
vollständig zu vermeiden.
Von der Festlegung eines Zielwertes für die Größe d er öffentlichen Grünflächen pro
Einwohner wurde Abstand genommen, da sich maßgebend e Faktoren wie
Aufenthaltsqualitäten, räumliche Vernetzung oder st adtökologische Funktionen
22
quantitativ nicht hinreichend abbilden lassen. Der Orientierungswert des Deutschen
Rates für Landespflege (DRL 1992) liegt bei 15 m²/Einwohner.
Entwicklung :
Im Jahr 2013 wurden keine Eingriffe von mehr als 50 0 m² versiegelte Fläche
innerhalb des städtischen Grünsystems vorgenommen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Vermeidung von Eingriffen in das Grünsystem.
Adressaten:
Stadt Münster
Kosten:
keine
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung
:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2009 2010 2011 2012 2013 *
Öffentliche Grünflächen [ha] 348 354 355 360 374
Öffentliche Grünflächen je Einwohner 12,6 12,7 12,3 12,4 12,7
Spielplatzflächen [ha] 63 64 64 61 49*
Anzahl Spielplätze [Stück] 330 334 336 313 314
Einzelbäume / überwiegend
Straßenbäume gemäß Baumdatei
[Stück]
46.554
47.209 47.816 48.330 47.880
*ab 2013 Flächenabgrenzungen von Spiel- und Grünflächen bereinigt, daher Abzug bei Spielflächen
und Zuwachs bei Grünflächen
23
Umweltmedium/Ressource :
Klima / Energie
Indikator :
Kohlendioxid-Emissionen
Definition :
Der Indikator gibt die lokale CO 2-Emission pro Einwohner durch die Nutzung fossiler
Energieträger an. Die Emissionen umfassen energiebe dingte Emissionen
(Raumwärme, Prozesswärme, Elektrizität) und persone nverkehrsbedingte
Emissionen. Die Angabe erfolgt in Tonnen pro Einwohner und Jahr [t/EW*a].
Erläuterung :
Der Indikator zeigt den Beitrag der Stadt Münster an der Klimaproblematik durch das
Treibhausgas CO 2 an.
Datenlage/Grafik :
9,1
8,1 7,4 7,4
7,0 7,0 6,7
5,0
6,0
7,0
8,0
9,0
10,0
1990 2006 2009 2010 2011 2012 2013
CO 2-Emissionen
[t/EW*a]
Zielwert 2020: < 5,4 t/EW*Jahr
Qualitative Ziele :
Der Treibhauseffekt zwingt zum Handeln. Durch den r ationellen Einsatz von Energie
und die Nutzung regenerativer Energien kann der Aus stoß klimaschädlicher CO 2-
Emissionen begrenzt werden.
Ziele:
• Reduzierung der CO
2-Emissionen durch Senkung des Energieverbrauchs im
Bereich Wärme, Strom und Verkehr
• Steigerung des Anteils der Nutzung und Erzeugung regenerativer Energien
Quantitative Ziele :
• Senkung der CO 2-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 % (ggü. dem S tand
1990 von 9,1 t/EW *a um mindestens 3,7 t/EW*a auf < 5,4 t/EW*a)
• Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am E nergieverbrauch der Stadt bis
2020 auf 20%
24
Entwicklung :
Mit dem deutlichen Ausbau der Klimaschutzaktivitäte n und dem damit verbundenen
Anstieg der erneuerbaren Energien sowie dem Bau der GUD-Anlage im Jahr 2005
konnte in Münster bis Ende des Jahres 2013 eine Red uzierung der CO 2-Emissionen
pro Kopf der Bevölkerung um 27% gegenüber 1990 erre icht werden. Die absolute
Reduzierung von 1990 bis 2013 beläuft sich wegen de r gestiegenen
Bevölkerungszahlen auf 20%.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen gemäß „Handlungskonzept zur Umsetzung d es
Klimaschutzkonzeptes 2020 in Münster“ (vgl. Vorlage V/0592/2010 und
V/0592/2010/E1)
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster GmbH, IHK, Handwe rk, Wohnungswirtschaft,
Energieberater, Busunternehmer, u.a.
Kosten:
6.625.000 € bis zum Jahr 2020
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Stadtwerke Münster GmbH / Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung
:
Von 1990 bis 2005 alle 5 Jahre. Ab 2009 (nach Änderung der Systematik) jährlich.
Weitere Daten zum Umweltmedium :2
2009 2010 2011 2012 2013
Sonnenenergie Photovoltaik [kWp] 7.667 11.765 19.974 31.599 37.519
Sonnenenergie Thermie
(m² Kollektorfläche)
15.212
18.155 20.493 19.766 20.438
2 Bedingt durch methodische Weiterentwicklungen in d er Datenerfassung ergeben sich z.T.
geringfügige Veränderungen der Daten ggü. den Umweltdaten 2010/2011.
25
2009 2010 2011 2012 2013
Stromverbrauch [kWh/Einw./Jahr] 5.181 5.187 4.972 4.770 4.664
Heizenergiebedarf [kWh/Einw./Jahr] 11.466 11.433 10.559 10.667 10.229
Kommunaler Heizenergiebedarf
[Mio kWh/Jahr]
58,2
59,6 58,2 59,3 59,3
Stromverbrauch kommunale
Einrichtungen [Mio kWh/Jahr]
15,6
16,6 15,6 16,9 15,9
Anteil erneuerbarer Energien am
Gesamt-Energieverbrauch der Stadt
[%]
2,0
2,3 2,6 4,3 4,5
26
Umweltmedium/Ressource :
Lärmimmissionen
Indikator :
Lärmbelastung an Hauptverkehrsstraßen
Definition :
Geschätzte Anzahl der Menschen an Hauptverkehrsstra ßen, d.h. Straßen mit mehr
als 6 Mio. Kfz/Jahr, die in Häusern wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
Lden >55 dB(A) tags oder L night >50 dB(A) nachts bzw.
Lden >70 dB(A) tags oder L night >60 dB(A) nachts
[Einwohner tags/nachts]
Erläuterung
:
In Münster werden auf der Grundlage der Umgebungslä rmrichtlinie die Gebiete
ermittelt, bei denen die Lärmbelastung durch Verkeh r besonders hoch ist. Im Jahr
2012 wurde das relevante Straßennetz Münsters untersucht.
Zum Vergleich: Die vorsorgeorientierten Orientierun gswerten der DIN 18005 für
Allgemeine Wohngebiete betragen 55 dB(A) tags und 4 5 dB(A) nachts.
Lärmimmissionen >70 dB(A) tags und >60dB(A) nachts spiegeln die Schwelle der
Gesundheitsgefährdung wider.
Datenlage/Grafik
:
Qualitative Ziele :
Der allgegenwärtige Lärm hat sich zu einem zentrale n Umweltschutzthema
entwickelt. Die Gesundheit gefährdende oder die Leb ensqualität mindernde
Lärmpegel sollen daher vermieden werden.
27
Ziele:
Senkung der Anzahl der Münsteraner, die von gesundh eitsgefährdenden bzw.
erheblich belästigenden Lärmimmissionen betroffen sind.
Kurzfristig: Vermeidung von Gesundheitsgefährdung (> 65 dB(A) / 55 dB(A))
Mittelfristig: Minderung der erheblichen Belästigun g (>60 dB(A) / 50 dB(A))
Langfristig : Vermeidung von erheblicher Belästigun g (>55 dB(A) /45 dB(A))
[ Immissionswerte = L den / L night ]
Quantitative Ziele :
Eine quantitative Zielvorgabe wird in der Lärmaktio nsplanung entwickelt, die sich zur
Zeit noch in der Aufstellung befindet.
Entwicklung:
Die Lärmbelastungen an Hauptverkehrsstraßen sind 20 13 im Vergleich zu 2008 vor
allem nachts signifikant zurückgegangen. Diese Lärm minderung geht überwiegend
auf die verminderte Höchstgeschwindigkeit im Hauptverkehrsstraßennetz zurück.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen werden im Rahmen der Lärmaktionsplanung entwickelt.
Adressaten:
Noch festzulegen
Kosten:
Noch festzulegen
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
LANUV NRW / Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung
:
5-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2008 2013
Geschätzte Zahl der von Umgebungslärm durch Schienenlärm
der Eisenbahnen des Bundes in ihren Wohnungen belasteten
Menschen:
LDEN > 55 dB(A) tags 14.600 k.A*
LNIGHT > 50 dB(A) nachts 12.100 k.A.
28
LDEN > 70 dB(A) tags 1.630 k.A.
LNIGHT > 60 dB(A) nachts 2.790 k.A.
*Eine Fortschreibung der Übersicht für Schienenlärm erfolgte bislang nicht. Das
Eisenbahnbundesamt hat die entsprechende Kartierung bzw. die Ergebnisse noch
nicht durchgeführt bzw. vorgelegt.
29
Umweltmedium/Ressource :
Luftschadstoffe
Indikator :
Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Immissionen
Definition :
Jahresmittel für NO 2 [µg/m³] und Anzahl der Tage mit Überschreitung des
Tagesgrenzwertes für PM 10 [Überschreitungstage > 5 0 µg/m³] an der
kontinuierlichen Messstation Weseler Straße.
Erläuterung
:
Der Grenzwert für das NO 2-Jahresmittel liegt bei 40 µg/m³ (ab 2010). Für PM 10 gilt
ein Tagesgrenzwert von 50 µg/m³, der maximal an 35 Tagen pro Jahr überschritten
werden darf. PM 10 umfasst alle Feinstäube < 10 Mik rometer, die als
gesundheitsgefährdend einzustufen sind. Zentrale Qu elle für lokale Feinstaub- und
Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßenverkehr.
Datenlage/Grafik :
64 62
51 47 46
43 40
30
40
50
60
70
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Jahresmittelwert N0 2 [µg/m³]
Zielwert 2010: 40 µg/m³
31
38
22 22 22
13 17
0
10
20
30
40
50
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Überschreitungstage PM 10 > 50 µg/m³ [Tage]
Zielwert 2010: < 36 Überschreitungstage
30
Qualitative Ziele :
Feinstäube und Stickoxide stehen im Brennpunkt der aktuellen Diskussionen zu
Luftschadstoffen. Ozon ist als Hauptverursacher des Sommersmogs mit zu
betrachten. Um mögliche Gesundheitsgefahren und nac hteilige Umweltfolgen zu
mindern ist es erforderlich, dass die entsprechende n Luftbelastungen gemindert
werden.
Ziele:
• Einhaltung der Grenzwerte zum Schutz der menschli chen Gesundheit der EU-
Luftqualitätsrichtlinie für die Leitsubstanzen Ozon, PM10 und NO
2
• Verringerung der flächenhaften Stickstoffdepositi onen
Quantitative Ziele
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für NO
2 von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert ab
2010
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für PM10 von < 36 Ü berschreitungstage mit
> 50 µg/m³ (24 Std.-Mittel)
• Einhaltung des EU-Grenzwertes für Ozon von < 26 Ü berschreitungstage mit 120
µg/m³ (8 Std.-Mittel)
Entwicklung :
Die Stickstoffimmissionen sind von 2007 bis 2013 rü ckläufig. Der Grenzwert für
Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) wurde im J ahr 2013 an der Weseler Straße
erstmals nicht überschritten. Hierfür sind verschie dene Faktoren ursächlich
(meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten de r Fahrzeugflotte, ...). Als eine
Maßnahme zur Minderung der Immissionen besteht seit dem 1. Januar 2010 im
Stadtkern von Münster eine Umweltzone. An der Messs tation „Bült“ verbleibt trotz
leichter Abnahmen der NO2-Belastungen eine Überschreitung des Grenzwertes.
Aus der Entwicklung der Feinstaubbelastung kann abg elesen werden, dass auch
zukünftig die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitu ng des Grenzwertes für PM 10
sehr gering sein wird.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Mit Hilfe des Luftqualitätsplans (2009) wurden Ma ßnahmen zur Minderung der
Belastungen eingeleitet (z.B. Umweltzone).
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Bürgerinnen und Bürger
Kosten:
Gemäß Vorlage: V/1072/2008
• erstmalige Beschilderung für die Einrichtung eine r Umweltzone (50.000,-€)
• begleitende Öffentlichkeitsarbeit (50.000,- €)
31
• Einnahmen für Bewilligung von Genehmigungen im Ra hmen der Umweltzone
(jährliche Erträgen von ca. 30.000,- €)
Gemäß Vorlage: V/0991/2013
• Änderung der Beschilderung (Kostenschätzung 5.000 ,-€)
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
LANUV NRW / Bezirksregierung Münster
Aktualisierung
:
jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2009 2010 2011 2012 2013
Ozon-Immissionen Münster Geist
[Überschreitungstage mit 120 µg/m³
(8 Std.-Mittel)]
8
18 20 14 15
Ozon-Immissionen (Jahresmittelwert)
Münster-Geist [µg/m³]
39
41 41 40 43
32
Umweltmedium/Ressource :
Natur und Landschaft - Schutzgebiete
Indikator :
Schutzgebiete
Definition :
Fläche der Schutzgebiete (Naturschutzgebiete / Landschaftsschutzgebiete) in Hektar
[ha].
Erläuterung
:
Der Indikator gibt den Stand der Sicherung der für Natur und Landschaft
bedeutsamen Landschaftsbestandteile wieder. Nicht e nthalten sind die Geschützten
Landschaftsbestandteile mit einer Gesamtgröße von 159,1 ha.
Datenlage/Grafik :
Vergleichswert: 4.686 ha BSN-Flächen
(BSN = Bereiche für den Schutz der Natur gemäß Regionalplan 2014)
Qualitative Ziele
:
Die unterschiedlichen Naturräume und Nutzungsformen haben zur Ausbildung der
für Münster typischen Landschaften und Lebensräume geführt. Diese gilt es zu
sichern und zu optimieren.
Ziele:
• Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen
• Schutz der bedeutsamen Natur- und Kulturlandschaf ten
• Erhaltung und Entwicklung der natürlichen Vielfal t der Tier- und Pflanzenwelt /
Biodiversität von Arten und Lebensgemeinschaften
33
• Anreicherung strukturarmer Landschaftsräume mit g liedernden und belebenden
Elementen
• Sicherung der Landschaft für die Erholung des Men schen
Quantitative Ziele :
Als Vergleichsmaßstab für die Größe der zu schützen den Gebiete wird
näherungsweise auf die Flächen, die im Entwurf des Regionalplans als „Bereiche für
den Schutz der Natur (BSN)“ dargestellt sind, zurück gegriffen. Dabei handelt es sich
um ökologisch hochwertige und daher schutzwürdige u nd schutzbedürftige Gebiete.
„Bei der Umsetzung der BSN kommt auf die Träger der Landschaftsplanung die
Aufgabe zu, unter Beachtung der lokal bestehenden B edingungen Umsetzungs-
konzepte zum Aufbau eines Biotopverbundsystems zu e ntwickeln. Sie wählen aus
den fachplanerischen Instrumenten die notwendigen F estsetzungen (z.B. Natur-
schutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützte L andschaftsbestandteile) aus
und bestimmen deren gebietsscharfe Abgrenzung“ (Reg ionalplan Münsterland
2014). Der Regionalplan verzeichnet insgesamt 4.668 ha als BSN-Flächen. Die
Konkretisierung der Schutzausweisungen erfolgt somi t über die Landschaftspläne.
Ziel ist daher auch eine flächendeckende Landschaft splanung für den Außenbereich
von Münster.
Entwicklung
:
Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letzte n Jahren konstant geblieben und
zeigt erst mit dem Satzungsbeschluss des Landschaft splans 3 „Roxeler Riedel“ im
Jahr 2014 Veränderungen. Die Fläche der Naturschutz gebiete stieg um 12 % auf
2.133 ha. Die Fläche der Landschaftsschutzgebiete e rhöhte sich um 13 % auf 9.941
ha. Im Vergleich zu den BSN-Flächen des Regionalpla ns sind ca. 41% als
Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Waldflächen haben in den letzten Jahren eine kontin uierliche Zunahme erfahren, die
überwiegend eine Folge forstrechtlichen Ausgleichs bei Eingriffen in Waldbestände
darstellt. Die leichte Abnahme der Naturdenkmale be ruht auf natürlichen Abgängen
in Folge von Sturmereignissen oder Krankheitsbefall der Bäume.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Umsetzung der Landschaftspläne 1-3
• Aufstellung des Landschaftsplans 4
Adressaten:
Stadt Münster
Kosten:
Geschätzte Kosten für Umsetzung des LP 3 (Maßnahmen realisierung und
Grunderwerb): 1,2 Mill. €
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
34
Weitere Daten:
Jahresstatistik des Amtes für Stadtentwicklung, Sta dtplanung, Verkehrsplanung /
Amt 61
Aktualisierung
:
Jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2009 2010 2011 2012 2013
Waldfläche [ha] 4.798 4.843 5.297 5.381 5.400
Landwirtschaftliche Fläche [ha] 13.881 13.968 14.030 13.903 13.873
Anzahl der Naturdenkmale 331 329 329 326 325
35
Umweltmedium/Ressource :
Natur und Landschaft - Eingriffsregelung
Indikatoren :
1. Ersatzgeld
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von B ebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenka taster
Erläuterung
:
Die Indikatoren setzen den Beschluss der Vorlage V/ 0619/2013 um, über die
Abwicklung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung regelmäßig zu berichten.
1. Ersatzgeld
Definition :
Übersicht über Einnahmen, Ausgaben und über die für landschaftspflegerische oder
Artenschutzmaßnahmen noch zur Verfügung stehenden E rsatzgelder [€] nach
Landschaftsgesetz im Zusammenhang mit Eingriffen in Boden, Natur und
Landschaft.
Datenlage/Grafik
:
Eine Übersicht über die in 2014 geplanten bzw. sich bereits in der Realisierung
befindlichen landschaftspflegerischen Maßnahmen ist in der Anlage A-1 dargestellt.
Entwicklung:
Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist t endenziell rückläufig. Die Stadt
Münster dringt darauf, dass im Zusammenhang mit Ein griffsvorhaben der
entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen Vorhabenträger nachgewiesen wird.
36
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung:
2-jährlich
2. Flächenbilanz Eingriff/Ausgleich im Rahmen von B ebauungsplänen und
Satzungen nach § 34 BauGB
Definition:
Im Zuge der planrechtlichen Aufstellung von Bebauun gsplänen und Satzungen nach
§ 34 (4) BauGB werden Freiflächen im Außenbereich f ür Siedlungs- und
Verkehrsflächen „verbraucht“. Für den naturschutz- und forstrechtlichen Ausgleich
der Eingriffe werden z. T. landwirtschaftliche Prod uktionsflächen in Anspruch
genommen. Dargestellt werden der „Flächenverbrauch“ durch entsprechende
Verfahren mit zugeordnetem Ausgleich und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.
Datenlage/Grafik
:
Entwicklung :
Von insgesamt sechs zwischen dem 01.08.13 und 09.09 .14 in Kraft getretenen
Bebauungsplänen umfassen vier Innenbereichsverfahre n zur Nachverdichtung. Die
Stadt Münster ist auch weiterhin um eine Reduzierun g des Flächenverbrauchs im
Außenbereich bemüht. Auch in den kommenden Jahren w ird die Stadt Münster in
erheblichem Maße die Innenentwicklung forcieren.
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung
:
2-jährlich
37
3. Größe des Flächenpools im Kompensationsflächenkataster
Definition:
Die nicht für Eingriffe in Natur und Landschaft geb undenen Flächen im Flächenpool
des Kompensationsflächenkatasters (Komkat) stehen f ür zukünftige
Kompensationsflächenbedarfe zur Verfügung.
Datenlage/Grafik:
Entwicklung:
Die Entwicklung des Flächenpools für Kompensationsm aßnahmen ist mit der
städtischen Siedlungsentwicklung unmittelbar verknü pft. Insbesondere die
Bebauungsplanverfahren im Innenbereich (nach § 13 a BauGB) sind aufgrund der
planungsrechtlichen Bedingungen meist nicht mehr ko mpensationspflichtig. Der
größte Teil der zur Rechtskraft gelangenden kompens ationspflichtigen Verfahren
wird vorhabenbezogen durchgeführt. Hierbei stellt d er jeweilige Vorhabenträger
Kompensationsflächen in entsprechender Größenordnung zur Verfügung. Insgesamt
kann deshalb das vorhandene Flächenpoolangebot gege nwärtig als ausreichend
bewertet werden.
Datenherkunft/Zuständigkeit:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung:
2-jährlich
38
Umweltmedium/Ressource :
Umweltmanagement
Indikator :
ÖKOPROFIT-Betriebe
Definition :
Anzahl der Betriebe, die sich am Projekt ÖKOPROFIT der Stadt Münster beteiligen.
Erläuterung :
Seit 2001 unterstützt die Stadt Münster im Rahmen d es Projektes ÖKOPROFIT
Unternehmen bei der Erarbeitung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen im
Bereich Energie, Abfall, Wasser und Rohstoffe. Der Indikator ist ein Maßstab für das
Umweltengagement von Unternehmen in Münster.
Datenlage/Grafik
:
Qualitative Ziele :
Betriebliche Prozesse haben erheblichen Einfluss au f die Umwelt. Durch
Optimierung dieser Prozesse kann die Umwelt entlast et werden (z.B. reduzierter
Wasserverbrauch, Energieeinsparung, Abfallvermeidung u.a.m.)
Ziele:
• Förderung des betrieblichen Umweltschutzes in Mün steraner Unternehmen
• Ausbau des Umweltmanagements im Konzern Stadt Mün ster
Quantitative Ziele
:
Eine konkrete Zielvorgabe für die Anzahl der Betrie be, die sich pro Jahr am
ÖKOPROFIT beteiligen, lässt sich nicht benennen. Pr imäres Ziel ist es, das
erfolgreiche ÖKOPROFIT-Projekt dauerhaft in Münster zu etablieren.
39
Entwicklung :
Im Durchgang 2012 wurden erneut 12 Betriebe neu aus gezeichnet. Darüber hinaus
wurden 4 Betrieb rezertifiziert, d.h. sie unterzoge n sich einer erneuten Überprüfung
ihrer Maßnahmen im Umweltschutz. Seit Beginn des Pr ojektes steigt die Anzahl der
Gesamtbetriebe kontinuierlich auf gegenwärtig 85 Be triebe an. Bislang konnte die
Kontinuität im Sinne der Zielfestlegung erhalten bleiben.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Einwerbung weiterer Betriebe.
Adressaten:
Stadt Münster, Gewerbebetriebe / Münsteraner Unternehmen
Kosten:
ca. 16.000,- € je Durchgang (nach Abzug von Landesmitteln)
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Aktualisierung
:
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2009 2010 2011 2012 2013
Anzahl Kontakte in der Umweltberatung /
Umweltservice [Stück]
12.035
12.081 10.286 13.730 12966
Hinweis: 2010 Daten nur vom 04.01.-17.12.2010 wegen der Verlagerung der
Umweltberatung vom Kundenzentrum des Stadthauses 3 zum Stadtwerke-City-
Shop. Die Daten umfassen ab November 2011 die Kunde nkontakte im
Umweltservice sowie der Beratungen in der Umweltber atung im Stadtwerke-City-
Shop.
40
Umweltmedium/Ressource :
Verkehr/Mobilität
Indikator :
Anteil Umweltverbund am Modal Split
Definition :
Anteil des Umweltverbundes (Fußgänger, Radfahrer, Ö PNV/SPNV) am Modal Split
in Prozent [%].
Erläuterung
:
Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verke hrs auf die verschiedenen
Verkehrsträger. Für den Indikator relevant ist der Anteil des Umweltverbundes
(Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV/SPNV) am Gesamtverkehr. Darüber hinausgehend
sind für die langfristige Bewertung des Verkehrs un ter Nachhaltigkeitsaspekten aber
auch künftige Anteile der Elektromobilität im Kfz-V erkehr sowie der
Fahrzeugbesetzungsgrad, der zurzeit in Münster 1,25 Personen/Pkw beträgt, von
Relevanz. Die Beeinflussung dessen ist jedoch wesen tlich von bundesweiten
Rahmenvorgaben abhängig und weniger auf kommunaler Ebene steuerbar.
Datenlage/Grafik :
25,0% 21,2% 21,5% 13,4% 15,7% 21,7%
29,2% 33,9% 31,7%
35,2% 37,6%
39,1%
6,6% 6,6% 9,5% 10,9%
10,4%
10,2%
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
1982 1990 1994 2001 2007 2013
Anteil und Zusammensetzung des Umweltverbundes am M odal Split
[in % des Münsteraner Verkehrs]
Bus + Bahn
Fahrrad
Fuß
Zielwert 2025: 70% Umweltverbund
geplante neue Zielgröße: 75 %
Qualitative Ziele
:
Der Verkehr wirkt sich maßgeblich auf viele Bereich e der Umwelt aus. So hängt die
Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm oder der CO 2-Ausstoß in erheblichem Maße
von der Wahl des Verkehrsmittels ab. Daher soll der Umweltverbund im Modal Split
gestärkt werden.
41
• Erhöhung des Wegeanteils des Fußgängerverkehrs
• Weitere Stärkung des Fahrradverkehrs
• Stärkung des ÖPNV/SPNV
• Minderung des Kfz-Anteils im Regionalverkehr (Pen dler)
Quantitative Ziele (Berichtsstand 2013)
:
Zielwerte für das Jahr 2025:
70 % des Verkehrs der Münsteraner entfallen auf den Umweltverbund, davon
• 40 % Rad
• 18 % Fuß
• 12 % ÖPNV/SPNV
Im Regionalverkehr Minderung des Kfz-Anteils von z.Zt. ca. 80% auf ca. 75 %.
Entwicklung
:
Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mitte l einen Anstieg des
Umweltverbundes. 2013 ist der Anteil des Umweltverb undes gegenüber der
Autonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass de r Umweltverbund erstmals
über 70% lag. Der gesetzte Zielwert für das Jahr 2025 von 70 % wurde damit bereits
frühzeitig erreicht. Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1.
Auf Grund dieser erfreulichen Entwicklung ist es du rchaus realistisch, als Zielgröße
für den Umweltverbund einen 75% Anteil zu benennen.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
Maßnahmen gemäß des in Arbeit befindlichen verkehrlichen Rahmenplans „Mobilität
Münster 2025“ (ehemals Verkehrsentwicklungsplan Mün ster 2025, V/0266/2007,
V/0982/2007, V/1019/2008 und V/0625/2010) mit den T eilbausteinen 3. Nahver-
kehrsplan Stadt Münster (Entwurf 3. Nahverkehrsplan Stadt Münster V/0985/2013),
P+R-Anlagen in Münster - Bestandsaufnahme und Konze pt (V/0953/2013),
Fortschreibung Radverkehrskonzept (in Bearbeitung)).
Adressaten:
Stadt Münster, Stadtwerke Münster GmbH, Regionalbus unternehmen,
Zweckverband SPNV Münsterland, angrenzende Kreise, Nachbargemeinden u. a.
Kosten:
Keine Angaben möglich, zumal der o. g. Mobilitätspl an im Wesentlichen
Programmaussagen enthalten wird, die anschließend i n Planungen umgesetzt und
dann auch erst mit Kosten belegt werden können und b) Kostenangaben zum
jetzigen Zeitpunkt eine aufwendige wissenschafts-th eoretische Modellierung
erforden, die extern vergeben werden müsste.
42
Datenherkunft/Zuständigkeit :
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung:
• Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Müns teraner - Ergebnisse einer
Haushaltsbefragung im Herbst 2013, Beiträge zur Sta dtforschung,
Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 1/2014
• Zwischenbericht Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025, Vorlage V/1019/2008
• Mobilität Münster/Münsterland 2050 (V/0625/2010)
Weitere Daten: Stadtwerke Münster
Aktualisierung
:
Erfassung des Modal Split in möglichst regelmäßigen Zeitabständen mittels
Haushaltsbefragungen zum Mobilitätsverhalten der Mü nsteraner. Die letzte
Aktualisierung aus 2013 ist in die Umweltdaten eingeflossen.
Weitere Daten zum Umweltmedium :
2009 2010 2011 2012 2013
Entwicklung der Fahrgastnachfrage auf den
Stadtbussen [Fahrgäste in Mio./Jahr]
1)
32 32 35 38 40
Länge der Radwege [km] 2) 457* 459 460 460
469
(* ab 2009 veränderter Berechnungsmodus)
1982 1990 2007 2013
Anteil des Umweltverbundes am regionalen
Verkehr (Einpendler) [%]
3)
24,3 21,9 19,1 k.A.
Anteil des Umweltverbundes am
Gesamtverkehr [%]
3)
54,3 52,9 52,1 k.A.
Quellenangaben:
1) Geschäftsberichte Stadtwerke Münster
2) Jahresstatistik Stadt Münster 2012/2013
3) Mobilität Münster 2025
43
Umweltmedium/Ressource :
Wasser
Indikator :
Guter ökologischer und chemischer Zustand (Gewässergüteklasse II-III oder
besser) bzw. Potenzial für alle Fließgewässer (gem. EG-WRRL)
Definition :
Der gute ökologische Zustand der Fließgewässer ist ein zentrales Ziel der EG-
Wasserrahmenrichtlinie. Die Zustandbewertung und Zi elerreichung wird durch ein
regelmäßiges Monitoring seitens des Landes NRW durc hgeführt. In diesem
Verfahren sind die größeren Fließgewässer (Aa, Wers e, Angel, Mecklenbach,
Kinderbach, Emmerbach, Kreuzbach, Getterbach, Floth bach, Offerbach und
Kannenbach) eingebunden.
Für die übrigen kleineren Gewässer wird der Indikat or der Gewässergüte auf der
Grundlage eigener Untersuchungen herangezogen.
Dieser Indikator gibt den Anteil der Gewässerabschn itte von Fließgewässern an,
deren Gewässergüteklasse mit der Klasse II-III (kri tisch belastet) oder besser
bewertet wird. Die Angabe erfolgt in Prozent. [%]
Erläuterung
:
Die "biologische Gewässergüte" lässt vor allem die Beeinträchtigung der Gewässer
durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und die si ch daraus ergebenden Defizite im
Sauerstoffhaushalt erkennen. Bei der Überwachung de r Fließgewässer ist die
biologische Gewässergüte ein Leitparameter für die Beschaffenheit des Gewässers.
Datenlage/Grafik :
74,0%
83,0% 84,0% 81,0%
86,0%
89,0% 89,0% 89,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
100,0%
1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012
Anteil der Fließgewässerabschnitte
mit Gewässergüteklasse II-III oder besser
[in % der Fließgewässerabschnitte]
Zielwert 2020: 100% Gewässergüteklasse II-III oder besser
44
Qualitative Ziele :
Gewässer sind in Münster ein prägendes Element. Die Sicherung und Verbesserung
des ökologischen Zustandes von Oberflächengewässern und Grundwasser ist eine
Herausforderung für die Zukunft. Der Erhalt von Auen und Retentionsräumen schützt
vor Hochwassergefahren.
Ziele:
• Generelle Vermeidung starker Verschmutzungen in a llen Münsteraner
Gewässern
• Einhaltung der Qualitätsziele der Wasserrahmenric htlinie (WRRL)
• Verbesserung der Wasserqualität des Aasees
• Nachhaltige Sicherung einer guten Qualität und Qu antität des Grundwassers
Quantitative Ziele
:
100% der Fließgewässerabschnitte haben bis 2020 ein e Gewässergüteklasse II-III
oder besser
Erläuterung:
Sanierungsziel gemäß WRRL ist in NRW der gute ökolo gische Zustand für 40% und
das gute ökologische Potenzial für 60% der Gewässer bis 2027.
Der gute Zustand ist definiert als ein Zustand, der von eine m "sehr guten" (d.h.
weitgehend anthropogen unbeeinflussten) Zustand nur geringfügig abweicht. Er ist
ausgerichtet auf die Vielfältigkeit vorhandener Pfl anzen- und Tierarten und die
morphologische Gewässerausprägung.
Da die Regelungen der WRRL sich in Münster im wesen tlichen auf die
Hauptgewässer beziehen und die weiteren Gewässer ni cht erfassen, wird als
Vergleichsmaßstab die Gewässergüte herangezogen, di e für alle namhaften
Gewässer in Münster regelmäßig geprüft wird. Im Vor dergrund steht die Beseitigung
von stark verschmutzten Gewässern ab Gewässergütekl asse III. Der zudem
angestrebten Erhöhung des Anteils von Gewässern mit Gewässergüteklasse II sind
z.T. naturräumlich bedingte Grenzen gesetzt.
Entwicklung
Ab dem Jahr 2000 ist eine deutliche Verbesserung de r Gewässergüte zu erkennen.
Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlreiche Maßnahmen
zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässer schutz abzielen. Im letzten
Erhebungsintervall von 2010-2012 stellte sich keine erneute Verbesserung der
Gewässergüte ein. Eine weitere Verbesserung der Gew ässergüte erweist sich
bislang insbesondere bei kleinen Gewässern mit geri nger Wasserführung im
Sommer als schwierig.
Erforderliche Maßnahmen zur Zielerreichung:
• Maßnahmen zur Abwasserreinigung und Abwasserablei tung aus dem
Abwasserbeseitigungskonzept (ABK)
45
• Umsetzungsfahrpläne zur WRRL
• Ökologische Verbesserung der kleineren Gewässer
Adressaten:
Tiefbauamt, Wasser und Bodenverbände im Stadtgebiet
.
Kosten:
Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes (ABK): 73 Mio €
Umsetzungsfahrpläne WRRL: Diese Kosten können noch nicht beziffert werden. Die
sind von der Stadt und von den Wasser- und Bodenver bänden aufzubringen. Diese
Maßnahmen werden zur Zeit mit 80% vom Land gefördert
Ökologische Verbesserung von kleineren Fließgewässe rn. Die sind von der Stadt
und von den Wasser- und Bodenverbänden aufzubringen . Diese Maßnahmen
werden zur Zeit mit 80% vom Land gefördert.
Datenherkunft/Zuständigkeit
:
Tiefbauamt
Amt für Grünflächen und Umweltschutz
Stadtwerke Münster
Aktualisierung
:
2-jährlich
Weitere Daten zum Umweltmedium
:
2009 2010 2011 2012 2013
Privater Trinkwasserverbrauch *
[l/Einw. und Jahr]
47.149
47.541 46.973
Nitrat im Trinkwasser (Mittelwert der vier
Wassergewinnungsgebiete Münster) in
mg/l
11,9
12,8 12,2 12,9 12,4
Microcystine (Toxine der Cyanobakterien/
„Blaualgen“) im Aasee, Mittelwert der
Jahresmesswerte [µg/l]
0,5
0,2 0,4 1,2 1,0
* Daten gegenüber 2009 nach Angaben der Stadtwerke Münster korrigiert
(Bezug: Einwohner am Ort der Hauptwohnung)
Ersatzgeld – Maßnahmen 2014 Anlage A-1
Projekt Landschaftspflegerische
Maßnahmen
NSG/
LSG
Flächen -
größe
Nutzung vor
Maßnahme
Nachfolge -
nutzung
Stand des
Projekts
Vorauss.
Baukosten
Kosten
Liegenschaf
t
Kosten gesamt
Erwerb von
zusätzlichen
Amphibienschut
z-zäunen
• Aufstellen von Schutz-
zäunen an neuen
Standorten
- - - - Beendet 2.010,- € 0 2.010,- €
Uferrandstreifen
westl.
Coermühle/
südl. Gittruper
Str.
Gittrup
• Anlage einer Baumreihe
• Anlage einer Feldhecke
• Entwicklung eines
Hochstaudensaums
- 1.023 m² vorhandener
Uferrand-
streifen mit
Extensivbe-
wirtschaftung
Keine
grundle-
gende Än-
derung der
Bewirt-
schaftung
In der
Herstellung
12.050,- € 5.115,- € 17.165,- €
Kleingewässer
Fachwerk
Gieven-beck
Gievenbeck
• Anlage eines Klein-
gewässers
• Anlage eines Eichen-
spaltpfostenzauns
- 900 m² Grünfläche Klein-
gewässer
In der Her-
stellung
8.290,- € 0 € 8.290,- €
Summen: 22.350,- € 5.115,- € 27.465, -€
Berichtsvorlage
8074 Zeichen
V/0951/2014 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Umweltdaten Münster 2012/2013 Beratungsfolge 27.01.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Bericht: 1. Einleitung Die Umweltdaten Münster sind eine Zusammenstellung wichtiger Daten zur Entwicklung der Umwelt in Münster. Sie umfassen alle wesentlichen Umweltthemen und werden mit Beschluss des Rates der Stadt Münster vom 12.12.2012 im 2-jährlichen Turnus fortge- schrieben. Nunmehr liegen die Umweltdaten für die Fortschreibungsjahre 2012 und 2013 vor und sind in der beigefügten Anlage 1 zur Vorlage dokumentiert. 2. Fortschreibung der Umweltdaten 2012/2013 Die Entwicklung der Indikatoren für die einzelnen Umweltthemen werden in nachfolge n- der Tabelle kurz ausgeführt: Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren Abfall In 2012 und 2013 ist das Abfallaufkommen der Hausha lte gegenüber dem Schnitt der letzten Jahre weiter leicht gesunken und nähert sich dem Zie lwert an. Die Steigerung der Einwohnerzahl (2.Wohnsitz) in Münster wirkt sich d a- bei positiv auf die Zielerreichung aus. Es ble ibt aber weiterhin bei der krit i- schen Einschätzung durch die AWM, ob durch die eingeleiteten Maßnahmen wie Tauschbörsen und erweiterte Öffentlichkeitsarbeit eine deutliche Red u- zierung des Abfall- und Wertstoffaufkommens zu erreichen ist. Abwasser Der Zie lwert der Stickstoff -Emission von 120 t/a wurde 2012 knapp unte r- schritten, 2013 aber nicht erreicht. Die Veränderungen sind einerseits auf Schwankungen im Zulauf, andererseits auf Veränderungen in der Betrieb s- weise der Verfahrensschritte zurückzuführen. Die Reinigungsleistung war jedoch bei deutlicher Unterschreitung der Überwachungswerte hinsichtlich der Eliminationsrate von ca. 92 % konstant. Boden/Fläche Im Hinblick auf den Zielwert befindet sich die jährliche Inanspruchnahme für Vorlagen-Nr.: V/0951/2014 Auskunft erteilt: Herr Kuttenkeuler Ruf: 492 67 44 E-Mail: Kuttenkeuler@stadt-muenster.de Datum: 17.12.2014 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0951/2014 Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren Siedlungs- und Verkehrsflächen in den letzten Jahren absolut auf einem rela- tiv hohen Niveau. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt der Zuwachs an SuV - Fläche in Münster deutlich unter dem Durchschnitt von Nordrhein -Westfalen. In den letzten Jahren beruhte die erhebliche Steigerung der Siedlungs- und Verkehrsflächen zu einem großen Teil auf der Zunahme der Erholungsfl ä- chen (2008: 128 ha, 2009: 93 ha, 2011: 82 ha, 2012: 40 ha). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es sich dabei nicht nur um eine tatsächliche Ausde h- nung der Erholungsfl ächen in diesem Umfang handelt, sondern für den A n- stieg auch methodische Gründe (statistische Umschlüsselungen von Fl ä- chen) ausschlaggebend wa ren. Auch für die Jahre 2012 (+91 ha) und 2013 (+51 ha) sind die Steigerungsraten der SuV -Flächen in erheblichem M aße durch Umschlüsselungen von Flächen beeinflusst (2012: Friedhofsfl ächen +19 ha; 2013: Betriebsflächen + 148 ha, Gebäude-/Freifläche –133 ha). Die Aussagefähigkeit der Werte ist hierdurch entsprechend eingeschränkt. Biodiversität Im Rahmen der Untersuch ungen zum vorliegenden Bericht wurden in 2013 als Fischart der Steinbeißer sowie die Schwanenblume als Ind ikatoren für Fließgewässer neu untersucht. Eine Entwicklung ist noch nicht ablesbar. Grün Eingriffe in das Grünsystem gemäß der Grünordnung der Stadt Münster tra- ten nicht auf. Klima / Energie Mit dem deutlichen Ausbau der Klimaschutzaktivitäten und dem damit ve r- bundenen Anstieg der erneuerbaren Energien sowie dem Bau der GUD - Anlage im Jahr 2005 konnte in Münster bis Ende des Jahres 2013 eine R e- duzierung der CO2-Emissionen pro Kopf der Bevölkerung um 27% gegenüber 1990 erreicht werden. Die absolute Reduzierung von 1990 bis 2013 beläuft sich wegen der gestiegenen Bevölkerungszahlen auf 20%. Lärm- immissionen Die Lärmbelastungen an Hauptverkehrsstraßen s ind 2013 im Vergleich zu 2008 vor allem nachts signifikant zurückgegangen. Diese Lärmminderung geht überwiegend auf die verminderte Höchstgeschwindigkeit im Hauptve r- kehrsstraßennetz zurück. Luftschadstoffe Die Stickstoffimmissionen sind von 2007 bis 2013 rückläufig. Der Grenzwert für Stickstoffimmissionen (Jahresmittelwert) wurde im Jahr 2013 an der W e- seler Straße erstmals nicht überschritten. Hierfür sind verschiedene Faktoren ursächlich (meteorologische Bedingungen, Emissionsverhalten der Fahrzeug- flotte, ...). Als eine Maßnahme zur Minderung der Immissionen besteht seit dem 1. Januar 2010 im Stadtkern von Münster eine Umweltzone. An der Messstation „Bült“ verbleibt trotz leichter Abnahmen der NO2 -Belastungen eine Überschreitung des Grenzwertes. Aus der E ntwicklung der Feinstaubb elastung kann abgelesen werden, dass auch zukünftig die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung des Grenzwe rtes für PM 10 sehr gering sein wird. Natur und Land- schaft - Schutz- gebiet Die Entwicklung der Schutzgebiete ist in den letz ten Jahren konstant gebli e- ben und zeigt erst mit dem Satzungsbeschluss des Landschaftsplans 3 „R o- xeler Riedel“ im Jahr 2014 Veränderungen. Die Fläche der Naturschutzgebie- te stieg um 12 % auf 2.133 ha. Die Fläche der Landschaftsschutzgebiete e r- höhte sich um 13 % auf 9.941 ha. Natur und Land- schaft - Eingriffs- regelung Die Entwicklung der Einnahmen über Ersatzgeld ist tendenziell rückläufig. Die Stadt Münster dringt darauf, dass im Zusammenhang mit Eingriffsvorhaben der entsprechende Ausgleich durch den jeweiligen Vorhabenträger nachge- wiesen wird. Von insgesamt sechs zwischen dem 01.08.13 und 09.09.14 in Kraft getrete- nen Bebauungsplänen umfassen vier Innenbereichsverfahren zur Nachver- dichtung. Die Stadt Münster ist auch weiterhin um eine Reduzierung des Flä- 3 V/0951/2014 Umweltmedium Entwicklung der Indikatoren chenverbrauchs im Außenbereich bemüht. Die Entwicklung des Flächenpools für Kompensationsmaßnahmen ist mit der städtischen Siedlungsentwicklung unmittelbar verknüpft. Insbesondere die Bebauungsplanverfahren im Innenbereich (nach § 13 a BauGB) sind auf- grund der planungsrechtlichen Bedingungen meist nicht mehr kompensati- onspflichtig. Umwelt- management Im Durchgang 2012 wurden erneut 12 Betriebe neu ausgezeichnet. Da rüber hinaus wurden 4 Betrieb e rezertifiziert, d.h. sie unterzogen sich einer erne u- ten Überprüfung ihrer Maßnahmen im Umweltschutz. Seit Beginn des Projek- tes steigt die Anzahl der Gesamtbetriebe kontinuierlich auf gegenwärtig 85 Betriebe an. Bislang konnte die Kontinuität im Sinne der Zielfestlegung erha l- ten bleiben. Verkehr / Mobili- tät Die Entwicklung in Münster seit 1982 zeigt im Mittel einen Anstieg des U m- weltverbundes. 2013 ist der Anteil des Umweltverbundes gegenüber der A u- tonutzung nochmals deutlich gestiegen, so dass der Umweltverbund erstmals über 70% lag. Der gesetzte Zielwert für das Jahr 2025 von 70 % wurde damit bereits frühzeitig erreicht. Das Fahrrad bleibt Verkehrsträger Nr.1. Auf Grund dieser erfreulichen Entwicklung ist es durchaus realistisch, als Zielgröße für den Umweltverbund einen 75% Anteil im Jahr 2025 zu benennen. Wasser Ab dem Jahr 2000 ist eine deutliche Verbesserung der Gewässergüte zu e r- kennen. Die Verbesserung der Gesamtsituation ist in erster Linie auf zahlre i- che Maßnahmen zurückzuführen, die auf einen konsequenten Gewässe r- schutz abzielen. Im letzten Erhebungsintervall von 2010-2012 stellte sich kei- ne erneute Verbesserung der Gewässergüte ein. Eine weitere Verbess erung der Gewässergüte erweist sich bislang insbesondere bei kleinen G ewässern mit geringer Wasserführung im Sommer als schwierig. 3. Ausblick Zum Jahresende 2016 erfolgt die erneute Vorlage der dann fortgeschrittenen Umweltd a- ten Münster. Entwicklungstrends lassen sich durch den längeren Betrachtungsraum dann noch besser ableiten und interpretieren. I.V. Gez. Thomas Paal Stadtrat Anlage 1: Umweltdaten Münster 2012/2013
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (11)
- Hörsterstraße
- Sonnenstraße
- Korduanenstraße
- Weseler Straße
- Schwarzer Kamp
- Gittruper Straße
- Am Emmerbach
- Nevinghoff
- Kreuzbach
- Coermühle
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0951/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.12.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37