AN/0561/2024
Sicherheit in den KVB- Haltestellen und Bahnen & Bussen
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Gem. Dringlichkeitsantrag nach § 12 (CDU)
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Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln Volt-Fraktion im Rat der Stadt Köln An die Vorsitzende des Hauptausschusses Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 12.04.2024 AN/0561/2024 Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Hauptausschuss 15.04.2024 Sicherheit in den KVB- Haltestellen und Bahnen & Bussen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die antragstellenden Parteien bitten Sie, folgenden Dringlichkeitsantrag auf die Tagesord- nung der kommenden Sitzung des Hauptausschusses am 15. April 2024 zu setzen: Beschluss: Der Hauptausschuss der Stadt Köln beschließt, 1. das von der KVB ausgearbeitete Konzept „KVB SOS“ (siehe Anlage) zur Erhöhung der Sicherheit an den Haltstellen und in den Bahnen & Bussen wird unterstützt. In Er- gänzung soll im Konzept ein regelmäßiger Austausch mit Trägern aus der Sozialar- beit, bzw. Streetworker*innen und den zusätzlichen Sicherheitsteams der KVB mit dem Ziel von unterstützenden Maßnahmen der präventiven Sozialarbeit in den Halte- stellen, Bussen und Bahnen, erfolgen. 2. für die kurzfristige Umsetzung im laufenden Haushaltsjahr sollen die bislang nicht verausgabten Mittel aus dem politischen VN „Abbau von Angsträumen“ Teilplan 0201 herangezogen werden. Dort waren für das Jahr 2023 500.000,- € und das Jahr 2024 1.000.000,- € eingestellt. 3. KVB und Verwaltung sollen erörtern, wie eine Finanzierung über 2024 hinaus dar- gestellt werden kann. 4. Es erfolgt eine Evaluation des Konzepts nach einem Jahr. - 2 - Begründung: Die subjektiv erlebte Aufenthaltsqualität und das Sicherheitsempfinden in einigen Haltstellen sowie vereinzelt in Bahnen und Bussen erzeugen bei den Fahrgästen ein erhebliches Unsi- cherheits- und Angstgefühl. Wie jüngst auch der Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 28.03.2024 über die Missstände in der unterirdischen Haltestelle Appellhofplatz eindrücklich beschreibt. Diese Situation bewegt viele die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden - insbe- sondere in den Abend- und Nachtstunden. Das ausgearbeitete Sicherheitskonzept der KVB - ergänzt um die Einbindung von Trägern der Sozialarbeit - kann hier eine Besserung herbei- führen. Begründung der Dringlichkeit: Die Zustände in manchen Bahnen/Bussen und an einigen Haltstellen, insbesondere in den U- Bahnhaltestellen, haben sich in der letzten Zeit erheblich verschlechtert. Das für das Si- cherheitskonzept „KVB SOS“ notwendige Personal muss umgehend neu eingestellt und ins- besondere das vorhandene Personal gesichert werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Lino Hammer gez. Niklas Kienitz Grüne- Fraktionsgeschäftsführer CDU-Fraktionsgeschäftsführer gez. Lucas Sickmöller Volt- Fraktionsgeschäftsführer
Anlage "SOS"- Konzept KVB
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Anlage Folgende Ziele sollen zusätzlich verfolgt/etabliert werden: - Verbesserung der Einsatzzeiten von Sicherheitspersonal insbesondere in den Außenbezirken und zu Nachtzeiten (Sicherheitsgefühl) - Verbesserung der Servicequalität durch digitale Arbeitsmittel und Schulung (Servicequalität, Mobilitätsberatung vor Ort) - Aufbau eines Monitoring-Systems zur Verbesserung der Sauberkeit, Beseitigung von Verunreinigungen und Mängeln an Haltestellen (Betriebsqualität; Sicherheitsgefühl) - Durchsetzung von Hausrecht durch Qualifikation bzw. Verbesserung der Qualifikation von Mitarbeitenden (objektive Sicherheit) - Verbesserte Fahrausweisprüfung durch Erhöhung der Prüfquote insbesondere auf den Außenlinien der KVB (Einnahmensicherung; Sicherheitsgefühl) - Verstärkte Präsenz an Plätzen mit besonderen Handlungsbedarf (objektive und subjektive Sicherheit erhöhen) Darüber hinaus wurden Schwerpunkthaltestellen identifiziert. Diese weisen einerseits ein besonders hohes Fahrgastaufkommen auf, andererseits sind sie erfahrungsgemäß Anlaufstellen für problematische Personengruppen. Die Präsenz von Mitarbeitenden stellt nicht nur eine Hilfe zum reibungslosen Fahrgastwechsel dar, sondern schreckt problematische Personengruppen vom Aufenthalt in ÖPNV- Anlagen ab. Mit folgenden zusätzlichen Maßnahmen sollen die oben genannten Ziele erreicht werden: 1. Team „KVB Service, Ordnung und Sicherheit“ in einem neuen Bezirkssystem Die bisherige Trennung der Aufgaben in „Fahrausweisprüfung“, „Service“ und „Sicherheit“ wird aufgegeben. Stattdessen werden gemeinsame Teams „KVB SOS – Service, Ordnung und Sicherheit“ [derzeitiger Arbeitstitel] gebildet, die sich je nach Situation auf die anstehenden Aufgaben fokussieren können. Diese Teams werden auf bis zu fünf Bereiche linien- und/oder anlassbezogen aufgeteilt. Innerhalb der Bereiche erhalten die Teams jeweilige Linien und Haltestellenpakete und begleiten innerhalb des Stadtbezirks die Bahnen auf abgestimmten Streckenabschnitten u. a. bis zu den Endhaltestellen. An den Stationen ist zwischenzeitlich auszusteigen und die Örtlichkeiten zu kontrollieren. Zu prüfen sind die Einrichtung der Stationen auf Funktionstüchtigkeit, Sauberkeit und Vollständigkeit der Fahrgastinformation. Fahrgästen in den Bahnen und in den Stationen sind Auskünfte zu erteilen und wenn nötig Hilfestellungen zu leisten. Mögliche Verstöße gegen die Hausordnung werden von den Teams vor Ort aufgelöst, ggf. unter Beteiligung der Sicherheitsordnungspartner. Eine exemplarische Bezirkseinteilung der Präsenzteams "KVB SOS" könnte sein: - Bezirk 1: Innenstadt vom Rhein bis zu den Ringen. - Bezirk 2: außerhalb der Ringe ab der Aachener Straße nördliches Stadtgebiet. - Bezirk 3: außerhalb der Ringe ab der Aachener Straße südliches Stadtgebiet. - Bezirk 4: nördlich der B55 (Linie 1) im rechtsrheinischen Stadtgebiet. - Bezirk 5: südlich der B55 (Linie 1) im rechtsrheinischen Stadtgebiet. Aus Sicht der KVB werden - unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen - folgende Dienstzeiten für sinnvoll erachtet: Die Dienstzeiten der Bezirkstreifen „KVB SOS“ sind in zwei Schichten aufgeteilt. Ausgenommen ist der Bezirk 1 Innenstadt, welche mit Teams in 3-Schichten (24/7) besetzt sind. Die o.g. Dienstzeiten orientieren sich an den Hauptnutzungszeiten der KVB und sind dementsprechend so ausgelegt, „möglichst“ viele Fahrgäste zu erreichen. Gleichwohl ist das subjektive Sicherheitsempfinden in den Zwischenzeiten geringer. Darüber hinaus erhält jeder Bezirk einen mobilen Funkwagen „KVB SOS mobil“ (insgesamt 5 Stück), welche in drei Schichten an sieben Tagen in der Woche im Einsatz sind (24/7), um auf besondere betriebliche Belange zu reagieren. Die „KVB SOS mobil“ unterstützt punktuell je nach Bedarf und Anforderung auch an Endhaltestellen bei der Anschlusssicherung. Mit diesem Vorgehen soll sichergestellt werden, dass unabhängig von Notrufen (mit der Polizei) ein Hilfeersuchen (z.B. durch einen Fahrgast oder KVB Fahrer*in) im gesamten Stadtgebiet schnellstmöglich durch „Personal vor Ort“ beantwortet werden kann. Die KVB empfiehlt die Einrichtung der oben genannten Maßnahmen mit einer quantitativen und qualitativen Verstärkung durch 38 zusätzliche Personale [Kosten knapp 2,4 Mio. € pro Jahr]. Die Maßnahme stärkt das subjektive Sicherheitsgefühl durch erhöhte Präsenz, obgleich die Maßnahme nur punktuell das Streckennetz sowie Nachtzeiten abdecken kann. Für eine Abdeckung aller Bezirke des Stadtgebietes zu allen Zeiten wäre eine zusätzliche Teamverstärkung von insgesamt 81 zusätzlichen Personalen erforderlich [Kosten 5,3 Mio. €]. Abschließend ist anzumerken, dass die Maßnahme "Sicherheit durch verstärkte Präsenz" bereits punktuell mit „Präsenzteams“ an Schwerpunkthaltestellen im Stadtgebiet erprobt worden ist. Bei diesen Schwerpunktaktionen zeigte sich sehr kurzfristig eine positive Wirkung. Durch die o.g. Erweiterung des Personalbestandes, sowie die Optimierung der Einsatzmöglichkeiten durch Ausweitung des Betreuungsgebietes ist ein verbessertes Ergebnis möglich. 2. Qualitätssicherung Der Qualitätssicherung kommt eine besondere Bedeutung zu, um Entwicklungen auch adäquat begegnen zu können. Zur Qualitätssicherung wurde ein Drei-Säulen- Modell entwickelt: Zur Auswertung werden die Daten aus Sicherheitsvorfällen, Meldungen der Sicherheitsordnungspartner, Fahrgastbeschwerden und Fahrgastbefragungen zusammengeführt. Über ein entsprechendes Aufgabenmanagement werden Maßnahmen an die Teams weitergegeben. Die neue Teamleiterstruktur sorgt für eine Rückkoppelung und Meldung der Wirksamkeit von Maßnahmen. Die KVB prüft parallel die Einrichtung einer Sicherheitszentrale. Aufgrund der erweiterten Aufgabenstellung in der neuen Team- und Bezirksstruktur sind insbesondere die Servicekräfte im Thema Sicherheit zu schulen. Nur gut ausgebildete Mitarbeitende können an der Schnittstelle zum Fahrgast optimale Arbeit leisten. Neue Mitarbeitende werden durch die KVB entsprechend geschult. Das Ausbildungskonzept wurde dabei den Bedürfnissen angepasst und beinhaltet u.a. die Schulungsthemen: Kundenorientierung, Tarifschulung, Streckenkunde, IHK Sachkundeprüfung (§ 34a GewO), zweiteiliges Deeskalationstraining, Erste -Hilfe- Kurs, BodyCam-Schulung und Rechtskunde. Die Inhalte und der Umfang werden regelmäßig überprüft. Finanzierung Die zuvor beschriebenen Maßnahmen entsprechen nach Maßgabe des Öffentlichen Dienstleistungsauftrags (ÖDLA) einer Änderung der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtung und führen gem. Ziffer 9.1 in Verbindung mit 13.1 ÖDLA zu einer Erhöhung des Soll-Ausgleichs. Zusammenstellung der Kosten der KVB zu den oben aufgeführten Einzelmaßnahmen: Personalkosten 38 Mitarbeiter x 63.000 € = 2.394.000 € p. a. Ausstattung Techn. Ausstattung und Arbeitsmittel: Handfunkgeräte, BodyCam, Mobile Datenerfassungsgeräte, Taschenlampe, Grundausstattung Dienstkleidung usw. = ca. 68.000 €. Mitarbeiterqualifikation Die Kosten der Mitarbeiterqualifikation belaufen sich auf ca. 1.000 € pro Mitarbeiter = 38.000 €. Zusammenfassung Personalkosten 2.394.000 € Ausstattung der Mitarbeiter 68.000 € Ausbildungskosten 38.000 € Gesamtkosten 2.500.000 € Die Einstellung und Ausbildung der Personale erfolgt nach Beschluss und wird spätestens Ende 2024 abgeschlossen. Der zusätzlich entstehende Verlust der KVB i. H. v. ca. 2,5 Mio. € für 2024 ff wird aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages von der Stadtwerke Köln GmbH (SWK) ausgeglichen. Unter sonst gleichen Bedingungen wird dies zu einer Ergebnisbelastung im Kernhaushalt durch eine geringere Gewinnausschüttung der SWK an den städtischen Haushalt ab dem Haushaltsjahr 2025 führen. Auswirkungen auf den Klimaschutz Die Verwaltung verfolgt das Ziel, die sektorspezifischen Beiträge zum Klimaschutz zu erfüllen. Die hier dargestellten Maßnahmen stärken den Umweltverbund im Bereich der Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs und bieten den Bürgerinnen und Bürgern so eine adäquate Mobilitätsmöglichkeit im Vergleich zur Nutzung des privaten Pkw. Somit trägt dies zu einer möglichen Reduktion des Treibhausgasausstoßes bei. Insgesamt können die hier dargestellten Maßnahmen als positiver Beitrag zum Klimaschutz bewertet werden.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0561/2024
- Typ
- Gem. Dringlichkeitsantrag (CDU)
- Datum
- 11.04.2024
- Erstellt
- 11.04.2024 16:40