Mandari Insight

2009/0160

Zukunftswerkstatt Feuerwehr Zwischenbericht an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung

Magistratsvorlage 22.04.2009

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

2009/0160

29.1 KB · application/pdf

Ansehen

2009/0160

12953 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
05.05.2009 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat VI Dezernat VI an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Feuerwehr  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2009/0160 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
 
Betreff: Zukunftswerkstatt Feuerwehr 
Zwischenbericht an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung 
 
Vorlage vom: 22.04.2009 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat nimmt den Zwischenbericht zur Zukunftswerkstatt Feuerwehr zur Kenntnis. 
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Beschluss des Magistrats vom

2 
... 
 
Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 17. Januar 2008 wurde der Magistrat 
beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Feuerwehren einen 
Feuerwehrentwicklungsplan aufzustellen. Dazu sollte zu Beginn eine Zukunftswerkstatt Feuerwehr 
durchgeführt werden. 
Die Zukunftswerkstatt wurde unter der externen Moderation von Herrn Dipl. Sozialpädagoge Robert 
Reichstein vom Beratungsunternehmen Beratung kreativ durchgeführt. Der erste Seminartag fand 
am 13. Juni 2008 statt. Neben dem Brandschutzdezernenten, Herrn Stadtrat Wenzel, nahmen 
Vertreter der Fraktionen von CDU, SPD, Die Grünen, FDP und Die Linkspartei teil. Für die 
Feuerwehren nahmen Vertreter der beiden Werkfeuerwehren Merck und Evonik-Röhm, der vier 
Freiwilligen Feuerwehren, des Stadtkreisfeuerwehrverbandes und der Stadtjugendfeuerwehr, des 
Personalrates und der Amtsleitung der Feuerwehr teil. 
Von den Teilnehmern wurde anhand von vorbereiteten Schautafeln der Ist-Stand der Feuerwehr in 
den Bereichen Aufgaben, Personal, Unterbringung, Technik und Feuerwehr in der Gesellschaft 
herausgearbeitet. 
Mit einem Referat über die demografische Entwicklung Darmstadts und die daraus erwachsenden 
Probleme und Perspektiven für die Feuerwehr stimmte Herr Günther Bachmann vom Amt für 
Wirtschaft und Stadtentwicklung auf die Gruppenarbeit ein. 
In der Gruppenarbeit wurden zu den Bereichen, die in der Ist-Analyse betrachtet wurden, 
Zukunftsvisionen für die „Feuerwehr 2020“ entwickelt. Diese Visionen wurden den gesamten 
Seminarteilnehmern vorgestellt und diskutiert. Dabei wurden die Visionen auf Realisierbarkeit,  
emotionale Wirkung und Schwachpunkte hin betrachtet. Eine Bewertung der Vorschläge führte zur 
Bildung von vier Arbeitsgruppen mit folgenden Themen: 
 
1. Arbeitsgruppe: Standorte / integrierter Stützpunkt / Gefahrenabwehrzentrum 
2. Arbeitsgruppe: Stärken und Schwächen von Ehrenamt und Hauptamt / Ausbildungsberuf 
3. Arbeitsgruppe: Zentralwerkstatt (Synergien) / Feuerwehrverbund 
4. Arbeitsgruppe: kompatible Basisbeladung / Technik 
 
Die Arbeitsgruppen hatten den Auftrag, die genannten Themen bis zum nächsten Seminartag am 
16. Februar 2009 zu konkretisieren und Vorschläge zum weiteren Vorgehen zu machen. 
 
 
Ergebnisse der Arbeitsgruppen 
Arbeitsgruppe 1 (Standorte / integrierter Stützpunkt / Gefahrenabwehrzentrum): 
 
Es wurde festgestellt, dass die Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren Innenstadt, Arheilgen 
und Wixhausen ebenso wie die Wache der Berufsfeuerwehr in einem schlechten Zustand sind und 
dringender Sanierungsbedarf besteht.  
 
Vorschlag 1:  
Die im ersten Seminar formulierte Vision der Zusammenlegung der Freiwilligen Feuerwehren 
Arheilgen und Wixhausen soll nicht weiter verfolgt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren sind eine 
aktive und lebendige Organisation aus ihrer Verwurzelung und Identifikation mit den Stadtteilen. Bei 
der Schaffung eines künstlichen Gebildes mit einem Geräte haus zwischen den Stadtteilen besteht 
das hohe Risiko, dass es künftig in beiden Stadtteilen nicht mehr gelingt, ausreichend Personal für 
die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen. Die beiden Freiwilli gen Feuerwehr Wixhausen und Arheilgen 
stellen neben dem kommunalen Brandschutz einen Gefahrstoff-Zug und einen Löschzug im 
Katastrophenschutz. Somit sind dort insgesamt 12 Fahrzeuge dort stationiert sind. Eine 
Zusammenlegung würde eine übermäßig große Feuerwehr mit mehr als 100 aktiven Einsatzkräften 
und 40 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr ergeben. Dies erscheint nicht zweckmäßig. Eine 
Zusammenlegung an einem Standort außerhalb der jeweiligen Ortskerne brächte zudem absehbare

3 
... 
Probleme bei der Jugendarbeit (Erreichbarkeit für die Jugendlichen) und bei Einsätzen 
(Alarmierungszeiten) insbesondere für die Freiwillige Feuerwehr Wixhausen mit sich. 
 
Vorschlag 2:  
Das Gerätehaus in Arheilgen müsste in naher Zukunft aufwändig saniert werden. Das im Ortskern 
gelegene Grundstück sollte stattdessen vermarktet werden und für das 3. Revier der Polizei und die 
Freiwillige Feuerwehr Arheilgen ein gemeinsames Gebäude errichtet werden. Eine gemeinsame 
Unterbringung von Polizei und Feuerwehr wird in Ober-Ramstadt seit vielen Jahren erfolgreich 
praktiziert und bietet eine Reihe von Synergieeffekten. Die Verwaltung ist derzeit auf der Suche 
nach einem geeigneten Grundstück. 
 
Vorschlag 3:  
Die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt ist derzeit in einem W ohngebäude des Bauvereins 
untergebracht. Der angemietete Bereich ist für eine Feuerwehr absolut unzweckmäßig, der 
Gebäudezustand ist mangelhaft. Sowohl die übrigen Mieter des Gebäudes als auch die Mitglieder 
der Freiwilligen Feuerwehr sind mit der Situation extrem unzufrieden. Die Freiwillige Feuerwehr 
Innenstadt soll daher mittelfristig auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr untergebracht werden. Da 
bereits jetzt die Situation auf der Wache der Berufsfeuerwehr beengt ist, soll ein Planungsbüro mit 
einer Projektstudie beauftragt werden, um die Machbarkeit zu prüfen und die Kosten zu ermitteln. 
 
Arbeitsgruppe 2 (Stärken und Schwächen von Ehrenamt und Hauptamt / Ausbildungsberuf):
 
Die Feuerwehr Darmstadt hatte im Jahr 2360 Einsätze, von denen 175 von den Freiwilli gen 
Feuerwehren (allein oder zusammen mit der Berufsfeuerwehr) geleistet wurden.  
Die Stärken der Freiwilligen Feuerwehr liegen in der großen Zahl an Einsatzkräften, der Präsenz in 
den einzelnen Stadtteilen, der guten Motivation und dem hohen Ausbildungsstand sowie der 
Verfügbarkeit nachts und an Wochenenden. Die Schwächen liegen in der schlechten Verfügbarkeit 
während der regulären Arbeitszeiten sowie der geringeren Einsatzerfahrung.  
Daneben liegt ein grundsätzliches Risiko für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in 
möglichen Problemen mit dem Arbeitgeber, wenn auf Grund häufiger Einsätze Fehlzeiten 
entstehen. 
 
Vorschlag 1: 
Die Feuerwehr soll prüfen, ob nachts und an Wochenenden die Freiwilli gen Feuerwehr enger in das 
Einsatzgeschehen eingebunden werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl der 
Einsätze für die Freiwilli gen Feuerwehren auch nicht zu hoch werden darf, da sonst Probleme am 
Arbeitsplatz entstehen.  
Ein Vorschlag hierzu wird zwischen Amtsleitung der Feuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren 
ausgearbeitet. 
 
Vorschlag 2: 
Derzeit sehen die Laufbahnverordnungen der Bundesländer als Voraussetzung für den mittleren 
feuerwehrtechnischen Dienst eine abgeschlossene Berufsausbildung vor.  
In Düsseldorf wird derzeit in einem Modellversuch in Zusammenarbeit von Berufsfeuerwehr und 
Werkfeuerwehr Henkel eine dreijährige Ausbildung durchgeführt, die 18 Monate berufliche 
Ausbildung und 18 Monate feuerwehrtechnische Ausbildung beinhalten und mit einer Anerkennung 
der Industrie- und Handelskammer abschließt. Damit könnte die gesamte Ausbildungszeit verkürzt 
werden und im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs kann bereits den Schulabgängern ein 
Ausbildungsangebot gemacht werden. Der Verlauf des Versuchs soll weiter verfolgt werden und bei 
einem positiven Abschluss wenn möglich übernommen werden. 
 
Arbeitsgruppe 3 (Zentralwerkstatt / Synergien / Feuerwehrverbund):

4 
... 
Die technischen Arbeiten für Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren der Stadt Darmstadt 
werden durch Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr durchgeführt. Die Berufsfeuerwehr und die 
Werkfeuerwehr Merck haben eine vergleichbare Größe hinsichtlich Personal und Technik. Aus 
diesem Grund wurde intensiv geprüft, wie die Zusammenarbeit in den Bereichen Atemschutz, 
Bekleidung, Fahrzeuge, Kommunikation, Gefahrgutausstattung und Schlauchwerkstatt aussehen 
könnte. Derzeit versprechen eine Zusammenarbeit im Bereich der Schlauchpflege und Absprachen 
bei der einsatztaktischen Ausrichtung der Fahrzeugbeschaffung erkennbar Synergieeffekte. 
Die Zusammenarbeit aller Feuerwehren in der Region wurde unter dem Stichwort 
Feuerwehrverbund diskutiert. Es wird davon ausgegangen, dass durch gemeinsame Nutzung von 
Ressourcen unter Beibehaltung der derzeitigen Qualität Kosten gespart werden können. Daneben 
wird die zunehmende Komplexität der Aufgaben voraussichtlich nur durch Zusammenarbeit und 
Spezialisierung bewältigt werden können. Dies wird bereits in einer Reihe von Projekten umgesetzt, 
soll aber auf weitere Bereiche ausgedehnt werden. 
 
Vorschlag 1: 
Die Feuerwehren der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Werkfeuerwehr Merck bilden 
zusammen einen Schlauchpool. Die Pflege der Schläuche soll die Werkfeuerwehr Merck als 
Dienstleister für den gesamten Schlauchpool durchführen. Dadurch kann auf einen Neubau einer 
Schlauchwerkstatt mit geschätzten Kosten von 300.000 Euro bei der Berufsfeuerwehr verzichtet 
werden und durch die gemeinsame Reservevorhaltung kann die Anzahl der Schläuche somit 
insgesamt verringert werden. Der Schlauchpool soll bei Interesse grundsätzlich offen für weitere 
Feuerwehren sein. 
Die Leiter der Feuerwehren Merck und Darmstadt haben den Auftrag, eine entsprechende 
Vereinbarung vorzubereiten.  
 
Vorschlag 2:  
Die gesetzlichen Grundlagen sehen die Eigenverantwortlichkeit der Kommunen im Brandschutz vor. 
Davon abgesehen gibt es sowohl auf politischer Ebene als auch auf Ebene der Feuerwehren zum 
Teil deutliche Zurückhaltung in Bezug auf eine engere Zusammenarbeit über Gemeinde- oder 
Kreisgrenzen hinaus. Es kann daher nicht mit einem Feuerwehrverbund in strukturierter Form in 
naher Zukunft gerechnet werden. Stattdessen müssen Netzwerke gebildet werden sowohl zwischen 
den Feuerwehren als auch mit anderen an der Gefahrenabwehr beteiligten Organisationen. Diese 
Netzwerkbildung sollte als ein Ziel der Feuerwehr in den Bedarfs- und Entwicklungsplan 
aufgenommen werden. 
Die Bereitschaft und die Anstrengungen der Feuerwehren für eine bessere Zusammenarbeit muss 
auf politischer Ebene unterstützt werden. 
 
Arbeitsgruppe 4 (kompatible Basisbeladung / Technik):
 
Die wesentlichen Diskussionspunkte in dieser Arbeitsgruppe waren die einheitlichen Beladung, die 
praxisorientierte Ausrüstung und die finanziellen Probleme bei der Beschaffung und Unterhaltung. 
Dabei wurde festgestellt, dass die praxisorientierte Ausrüstung und einheitliche Beladung in weiten 
Bereichen als gegeben betrachtet werden können. Als Problem wird die zu geringe finanzielle 
Ausstattung der Feuerwehr sowohl im Finanzhaushalt wie im Ergebnishaushalt gesehen. 
 
 
Vorschlag 1: 
Der Bedarf der Feuerwehr wird bereits jetzt im Bedarfs- und Entwicklungsplan beschrieben. Das 
daraus sich ergebende Beschaffungskonzept mit den dazu notwendigen Haushaltsmitteln soll in 
den Bedarfs- und Entwicklungsplan aufgenommen werden und für die Zukunft die Grundlage für die 
Haushaltsplanung bilden.

5 
... 
Vorschlag 2: 
Es bedarf der Überzeugung der Vertreter der Parteien, dass die Mittelanmeldungen der Feuerwehr 
dem notwendigen Bedarf entsprechen und die Feuerwehr eine hohe Bedeutung für die Sicherheit in 
der Stadt hat. Dazu sollen die Vertreter der politischen Gremien mit der Leitung der Feuerwehr vor 
den Haushaltsplanungen auf Basis des Bedarfs- und Entwicklungsplanes über die notwendigen 
Maßnahmen beraten. 
 
 
Aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppen wurde ein Maßnahmenplan für das weitere Vorgehen 
entwickelt. Als konkrete Projekte, die in den Arbeitsgruppen weiter entwickelt werden müssen, 
wurden benannt: 
1. Detaillierte Planungen zu den Standortfragen der FF Arheilgen und Innenstadt 
2. Weitere Maßnahmen für eine effektivere Zusammenarbeit von Berufsfeuerwehr, Freiwilligen 
Feuerwehren und Werkfeuerwehren  
3. Den Vertrag zur Bildung eines gemeinsamen Schlauchpool zwischen der Feuerwehr 
Darmstadt und der Werkfeuerwehr Merck zur Unterschriftsreife bringen 
4. Beschreibung der notwendigen Prozesse für die Abstimmung zwischen der Feuerwehr und 
der Politik  
 
Der nächste Seminartag der Zukunftswerkstatt soll im November 2009 stattfinden. Bis dahin sollen 
die vier beschriebenen Projekten zu einem umsetzbaren Abschluss gebracht werden.  
 
Darmstadt, 22.04.2009 
 
 
Dezernent VI 
 
 
 
Dipl.-Ing. Dieter Wenzel 
Stadtrat

Beratungsverlauf (1)

TOP 220 zur Kenntnis

Details

Vorlagen-Nr.
2009/0160
Typ
Magistratsvorlage
Datum
22.04.2009
Erstellt
29.09.2026 00:00