Mandari Insight

V/0711/2015

Abschlussbericht zum Maßnahmeprogramm zur Förderung von Teilhabe im Alter und zur Vermeidung von Altersarmut

Vorlagen 29.09.2015

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Anlage 1 V-0711-2015

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Anlage 2 V-0711-2015

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Anlage 3 V-0711-2015

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Berichtsvorlage

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Anlage 1 V-0711-2015

42469 Zeichen

1 
Sozialamt   17.09.2015 
Ingrid Frank & Kristina Lichte              
 
 
Abschlussbericht zum Projekt 
„Fallmanagement- Teilhabe im Alter“ 
 
 
1. Einleitung 
 
„Ich konnte mich immer mit allen Sorgen und Nöten v ertrauensvoll an die Mitarbeiterin wen- 
den und sie gab mir das Gefühl, dass auch ich ein wichtiger Mensch in der Gesellschaft bin.“ 
Mit diesen Worten antwortete ein/e Grundsicherungse mpfänger/in, die im Fallmanagement- 
projekt ‚Teilhabe im Alter’ begleitet wurde, auf die Frage, mit welchen Hilfen die Mitarbeiterin 
der Stadt Münster sie unterstützen konnte.  
Mit dieser Antwort wird deutlich, wie wichtig Werts chätzung und Vertrauen für die durch das 
Projekt angesprochenen Personen sind. Durch Wertsch ätzung und Zuwendung kann Ver- 
trauen entstehen. Vertrauen zwischen Adressat/in un d Fallmanagerin ist der entscheidende 
Baustein, der eine Vermittlung von Angeboten gesell schaftlicher Teilhabe überhaupt erst 
ermöglicht. Die Menschen, die durch das Projekt „Fa llmanagement – Teilhabe im Alter“ an- 
gesprochen werden, haben keine oder nur einzelne ve rtraute Ansprechpartner/innen in ih- 
rem sozialen Umfeld, sie leben teilweise seit vielen Jahren oder Jahrzehnten alleine und fast 
ohne soziale Kontakte. Der Zugang zu diesen Mensche n muss behutsam gestaltet werden, 
um auf einer vertrauensvollen Ebene ein gutes und g ewinnbringendes Gespräch führen zu 
können. Ein Mensch, der seit vielen Jahren keinen B esuch mehr in seiner Wohnung emp- 
fangen hat und dessen einziger regelmäßiger Kontakt  das Personal im Supermarkt oder in 
der Arztpraxis ist, benötigt eine gewisse Zeit, den Besuch und die Vorschläge einer bis dahin 
fremden Person (der Fallmanagerin) zu verarbeiten u nd daraus eigene aktive Handlungen 
abzuleiten.  
Wenn eine vertrauensvolle Basis geschaffen werden k ann, in der sich die zeitliche Abfolge 
der Handlungen an den Bedürfnissen des Adressaten o rientiert, können mit dem Fallma- 
nagement sehr gute Erfolge für die persönliche Lebe nssituation des/der Einzelnen erzielt 
werden. Wie dies seit dem 01.03.2013 im Rahmen des Projektes „Fallmanagement- Teilha- 
be im Alter“ geschehen konnte, soll im Folgenden an hand eines theoriegeleiteten Fallma- 
nagementprozesses beschrieben werden. 
 
 
 
Anlage 1  
zu  Vorlage V/0711/2015

2
 
2. ‚Teilhabe im Alter’ – der Fallmanagementprozess 
 
Das Modellprojekt „Fallmanagement – Teilhabe im Alter“ begann am 01.03.2013. Inzwischen 
konnte das Projekt verstetigt werden. Betrachtet werden soll im Folgenden der Zeitraum vom 
01.03.2013 bis 30.06.2015. Das Projekt und nun die auf Dauer angelegte Arbeit verfolgen 
das Ziel, mangelnder gesellschaftlicher Teilhabe un d sozialer Isolation, und damit einer be- 
sonderen Form der Altersarmut, aktiv entgegen zu wi rken. Innerhalb des Projektes werden 
Menschen kontaktiert und aufgesucht, die einen Ansp ruch auf Grundsicherungsleistungen 
nach dem 4. Kapitel des 12. Sozialgesetzbuches (SGB  XII) haben und ihre persönliche Situ- 
ation im Hinblick auf soziale Kontakte und Teilhabe möglichkeiten als defizitär wahrnehmen. 
Sie sehen für sich einen entsprechenden Verbesserun gs- und Unterstützungsbedarf. Es 
handelt sich dabei in der Regel um Menschen mit mul tiplen Problemlagen. Unabhängig von 
der finanziellen Situation, deren Veränderung nicht angestrebt wird, ist eine nachhaltige Ver- 
besserung der Lebenssituation und der individuellen Zufriedenheit, Ziel des Projektes.  
 
Um dieses Ziel zu erreichen, ist es zunächst notwen dig, diejenigen Personen zu identifizie- 
ren, die mangelnde gesellschaftliche Teilhabe als p ersönliches Defizit betrachten und einen 
entsprechenden Unterstützungsbedarf empfinden. Dies bezüglich wurden die Kriterien pro- 
zesshaft entwickelt, es wurden Personen betrachtet,  die Grundsicherungsleistungen nach 
dem 4. Kapitel SGB XII beziehen, über 65 Jahre alt sind, in der Regel alleine leben und mit 
ihrer sozialen Situation nicht zufrieden sind (etwa  1800 Empfängerinnen und Empfänger der 
Grundsicherung im Alter, die mindestens 65 Jahre al t sind, leben derzeit in Münster). Des 
Weiteren haben diese Menschen keinen pflegerischen Bedarf. Weitere mögliche Indikatoren 
können eine kürzliche Verwitwung oder sehr häufige Hilfeanfragen bzw. scheinbar grundlose 
Kontaktaufnahmen sein.  
Die in Frage kommenden Personen werden von den bish er zuständigen Sachbearbeitern/ 
Sachbearbeiterinnen nach dieser kriteriengeleiteten  Auswahl benannt und im Weiteren von 
den Fallmanagerinnen betreut. Die Sachbearbeiter/innen und die Fallmanagerinnen arbeiten 
gemeinsam in einer Abteilung des Sozialamtes und si nd daher institutionell sehr eng mitei- 
nander verbunden. Dieser Abteilung ist außerdem der  Soziale Dienst für Pflegebedürftige 
und ältere Menschen zugeordnet. Da die älteren Mens chen, die einen pflegerischen Bedarf 
haben, von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern de s Sozialen Dienstes beraten und unter- 
stützt werden, gehören sie nicht zur Zielgruppe der Fallmanagerinnen.  
Für die Auswahl geeigneter Personen orientieren sic h die Sachbearbeiter/innen insbesonde- 
re an den Eindrücken, die sie durch die persönliche n Kontakte mit den Klienten/Klientinnen 
gewinnen konnten. Hier sind oft das intuitive Gespü r und die Erfahrungen der Kolle-

3
gen/Kolleginnen in Kombination mit den genannten Kr iterien ausschlaggebend für eine 
passgenaue Auswahl. Die entsprechenden Prozesse im Austausch der Fälle haben sich 
zwischen den Sachbearbeitern/Sachbearbeiterinnen un d den Fallmanagerinnen gut einge- 
spielt. Nach Übergabe der Fälle obliegt den Fallman agerinnen, neben dem eigentlichen 
Fallmanagement, auch die Bearbeitung der Grundsiche rungsangelegenheiten, die bisher in 
den Händen der Sachbearbeiter/innen lag. Die beiden Fallmanagerinnen arbeiten insgesamt 
mit 1,5 Stellen in dem Projekt, davon entfallen 0,7 5 Stellen auf die Sachbearbeitung der 
Grundsicherung und die übrigen 0,75 Stellen auf die  tatsächliche Projektarbeit, also das 
Fallmanagement.  
 
Die erste Kontaktaufnahme zwischen Fallmanagerin un d Klient/in findet in der Regel telefo- 
nisch statt (bei 79 % der Kontaktaufnahmen). Währen d des Telefongespräches erläutert die 
Fallmanagerin die Rahmenbedingungen und Ziele des P rojektes sowie die damit verbunde- 
nen individuellen Möglichkeiten für die Einzelne/ d en Einzelnen. Ein Großteil der angespro- 
chenen Personen stimmt einem persönlichen Gespräch im Rahmen eines Hausbesuches zu 
und es folgt eine verbindliche Terminvereinbarung. Außerdem sind Gespräche im Büro mög- 
lich, wenn ein Hausbesuch nicht gewünscht wird.  
Personen der Zielgruppe, die telefonisch nicht erre icht werden können, werden entweder 
angeschrieben (15 %) oder es finden ein bis zwei un angekündigte Hausbesuche statt (6 %). 
Personen, die auf diese Weise angetroffen werden ko nnten, reagierten zunächst überrascht, 
aber anschließend sehr positiv. Grundsätzlich ist d ies aber stets die letzte und nur selten 
angewendete Möglichkeit der Kontaktaufnahme geblieb en. In der Regel kann durch die un- 
terschiedlichen Herangehensweisen ein Kontakt hergestellt werden. Nur ein sehr kleiner Teil 
der Zielgruppe konnte gar nicht erreicht werden.  
In Zahlen bedeutet dies, dass insgesamt 381 Persone n im Rahmen des Fallmanagements 
kontaktiert wurden, 424 Hausbesuche sowie intensive Gespräche in den Räumlichkeiten des 
Sozialamtes konnten durchgeführt werden.  
Die Personen, die durch die Fallmanagerinnen kontak tiert wurden, sind zu 72 % weiblich 
gewesen, es wurden 28 % Männer in das Projekt aufge nommen. Bereits an dieser kleinen 
Gesamtheit lässt sich deutlich erkennen, dass Altersarmut weiblich ist.

4
Geschlecht      Migrationsvorgeschichte 
weiblich 
männlich 
ja 
nein 
 
19 % der durch die Fallmanagerinnen betreuten Perso nen haben eine Migrationsvorge- 
schichte, 81 % haben diesen Hintergrund nicht.  
Hinsichtlich der Altersgruppen der angesprochenen Personen ergibt sich folgendes Bild: 
 
Altersgruppe  65 -69  70 -79  80 -89  90 und älter  
Anteil  18,4 % 56,3 % 22,5 % 2,8 % 
 
Insgesamt haben 157 der in das Projekt einbezogenen  Personen aus verschiedenen Grün- 
den eine Unterstützung durch die Fallmanagerinnen a bgelehnt bzw. eine Unterstützung war 
nicht nötig oder möglich, das entspricht einem relativen Anteil von 41 %.  
Bei 16,0 % der Gesamtheit bestand kein Bedarf, nur 13,9 % hatten kein Interesse, bei 5,8 % 
wurde ein pflegerischer Bedarf ermittelt, sodass ei ne Zugehörigkeit zur Zielgruppe nicht 
mehr gegeben war. Bei Feststellung eines pflegerisc hen Bedarfs erfolgte eine Weiterleitung 
an den Sozialdienst für pflegebedürftige und ältere  Menschen. Nur ein kleiner Anteil der ge- 
samten Gruppe (2,9 %) konnte weder telefonisch, noc h schriftlich, noch persönlich erreicht 
werden bzw. ist während des Projektzeitraums verstorben (1,8 %). Bei 0,5 % der Gesamtheit 
bestand nach Bewilligung der Mütterrente kein Grundsicherungsanspruch mehr. 
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein aktiver, er folgreicher Einsatz der Fallmanagerin- 
nen bei insgesamt 186 Personen, also 48,8 % der Ges amtheit, erfolgen konnte. Die übrigen 
38 Personen (10 %) befinden sich mit den Fallmanger innen derzeit noch in den Anfängen 
des Prozesses; eine Bewertung ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.  
 
Insgesamt fand bei 148 Personen ein intensives und ausführliches Beratungsgespräch statt, 
außerdem konnten 151 Personen bei der Überwindung e xistenzieller Probleme unterstützt 
werden. 147 Adressaten konnten bei der Planung und Durchführung einer außerhäuslichen 
Aktivität begleitet werden und für 29 Menschen der Zielgruppe konnte ein Kontakt mit ei- 
ner/einem Ehrenamtlichen vermittelt und organisiert werden.

5
Hinsichtlich der Maßnahmen, die mit dem Personenkre is organisiert und durchgeführt wur- 
den, kommt es zu Mehrfachnennungen, da für einige Menschen mehrere Maßnahmen ange- 
regt werden konnten. Aus diesem Grund sind hier nur absolute Zahlen aufgeführt.  
 
Die sich an die erste Kontaktaufnahme anschließende n Hausbesuche (insgesamt 424) ver- 
laufen sehr unterschiedlich und sind stets individu ell auf die Bedürfnisse der Hilfeempfänger 
/innen abgestimmt. Sowohl die Rahmenbedingungen, be ispielsweise die Dauer der Hausbe- 
suche, als auch der inhaltliche Fokus, wird zwar du rch die Fallmanagerinnen gesteuert, je- 
doch maßgeblich durch die Betroffenen bestimmt.  
Die zuvor im Rahmen einer Schulung zum Thema „Fallm anagement“ entwickelten Hand- 
lungsschritte werden als Grundlage der Gespräche un d des gesamten Fallmanagements 
herangezogen.  
Der Fallmanagementprozess besteht idealtypisch aus fünf Phasen, deren Grundlagen auch 
im Rahmen dieses Projektes angewendet werden. Eine Anpassung dieser Phasen an die 
Ziele des Projektes im Rahmen der Schulung hat den Mitarbeiterinnen eine effiziente An- 
wendung des Fallmanagement-Gedanken ermöglicht. Im Folgenden soll anhand der fünf 
idealtypischen Phasen die praktische Umsetzung des Fallmanagements erläutert werden.  
 
 
2.1 Assessment 
 
Der typische Ablauf des Fallmanagement beginnt mit der Phase des Assessment. In dieser 
Phase geht es in erster Linie darum, die Situation des/der Betroffenen im Dialog umfassend 
einzuschätzen. Im Rahmen eines strukturierten Proze sses werden Bedarfe, Risiken und 
Ressourcen erfasst und bewertet. 
Anhand relevanter Themengebiete und gezielter Frage stellungen, die ebenfalls in der Schu- 
lung beispielhaft ausgearbeitet wurden, konnten sic h die Fallmanagerinnen im Assessment 
ein umfassendes Bild von der aktuellen Situation de s Klienten/ der Klientin machen. Unter 
Heranziehung exemplarischer Fallkonstellationen (auch aus anderen Anwendungsbereichen 
des Fallmanagements) und theoretischem Fachwissen, sind die Obergruppen Wohnen, so- 
ziale Kontakte, Freizeit/ Interessen, Gesundheit, M obilität, finanzielle Situation, Lebensein- 
stellung und biographische Besonderheiten entstande n. Die Gewichtung der Themen in den 
Gesprächen ist sehr unterschiedlich, es werden aber  in der Regel alle Bereiche besprochen 
und berücksichtigt. Eine besondere Bedeutung schreiben die Fallmanagerinnen den Katego- 
rien ‚Wohnen’, ‚soziale Kontakte’ und ‚Gesundheit’ zu. Diese Einschätzung hat sich durch die 
Auswertung der Dokumentationssoftware bestätigt.

6
Die Obergruppen und die entsprechend dazu entwickel ten Unterpunkte helfen den Fallma- 
nagerinnen dabei, innerhalb eines begrenzten Zeitra hmens einen möglichst umfassenden 
Eindruck bezüglich der Interessen, Neigungen, Resso urcen und Probleme der jeweiligen 
Person zu erhalten. Insbesondere gelingt es so, die körperlichen und geistigen Möglichkeiten 
auszuloten, um entsprechend in den folgenden Fallma nagementphasen adäquate Impulse 
setzen zu können.  
 
Zu Grunde gelegt werden in der Assessmentphase folgende Ober- und Untergruppen: 
 
Wohnen  Soziale  
Kontakte 
Freizeit/  
Interessen 
Gesundheit  Mobilität  
Ordnung Freunde Hobby körperlich Bus  
Sauberkeit Nachbarn Sport psychisch/ emoti- 
onal 
Fahrrad 
Barrierefreiheit Familie Verein Lebenseinstel- 
lung 
Auto 
Lage der Wohnung  nützliche Kon- 
takte 
Kirche Sucht Fahrgelegen- 
heiten 
 Tragfähigkeit 
der Kontakte 
wöchentlich wie- 
derkehrende Aktivi- 
täten 
Ernährungszu- 
stand 
Handy 
 Häufigkeit der 
Kontakte 
Wissen um Ange- 
bote 
existenzielle Leis- 
tungen 
 
  Nutzung von Bil- 
dungsangeboten 
  
     
Finanzielle Situ a- 
tion 
Haustier  Lebenseinstellung  Biografie   
Schuldenproble- 
matik 
Haustier Religiosität Biografie  
Umgang mit Geld  Sorgen & Nöte   
Regelung alltägli- 
cher Finanzge- 
schäfte 
 Auseinanderset- 
zung mit dem Le- 
bensende 
  
  Friedhof   
 
 
2.2 Planung 
 
Grundlage für die Planung im Fallmanagementprozess ist die Formulierung von Zielen. Da- 
bei wurde vor allem der so genannte ‚Empowerment-Ge danke’ verfolgt, bei dem es den 
Fallmanagerinnen darum geht, den Klienten/die Klientin zu befähigen, zukünftig intensiv und 
selbstständig am Aufbau und der Erhaltung eines gut  zu bewältigenden Alltags mitzuwirken. 
Dieser Gedanke bezieht sich im beschriebenen Projek t überwiegend auf den Bereich der 
gesellschaftlichen Teilhabe. Die entsprechende Befä higung des Klienten/der Klientin erfor- 
dert eine kleinschrittige Vorgehensweise und Begleitung.

7
Im Gespräch mit den Menschen werden mögliche, erstr ebenswerte und zielführende Verän- 
derungen im persönlichen Alltag erarbeitet und formuliert, die mit Hilfe des Fallmanagements 
erreicht werden sollen. Dabei stehen grundsätzlich die Wünsche und Bedürfnisse der Klien- 
ten/Klientinnen im Vordergrund. Die Fallmanagerinne n geben Anregungen und ermöglichen 
dem Klienten/der Klientin damit eigene Ideen und Zi ele zu verwirklichen. Die Ziele werden 
mit Hilfe der SMART-Kriterien formuliert, sie solle n also spezifisch, messbar, aktiv beein- 
flussbar, realistisch und terminiert sein. Es wird unterschieden zwischen einem übergeordne- 
ten Gesamtziel sowie sich daraus ergebenden Teilzie len und Maßnahmen. Das Gesamtziel 
definiert einen angestrebten Zustand, der erreicht werden soll und beschreibt damit eine 
Richtung für den Hilfeplanungsprozess. Die untergeo rdneten Teilziele definieren das Ge- 
samtziel inhaltlich und zeitlich näher und die Maßn ahmen wiederum konkretisieren die 
Schritte, die erforderlich sind, um ein Teilziel erreichen zu können.  
 
In der Regel werden in der Assessmentphase verschie dene Bedarfe offenkundig, die zu- 
nächst separat voneinander zu betrachten sind, jedo ch häufig in einem engen Zusammen- 
hang stehen. Als Grundlage verschiedener Unterstütz ungsformen werden bei vielen Perso- 
nen aus der Zielgruppe zunächst existenzielle Bedarfe entdeckt, die einer gelingenden sozia- 
len Teilhabe entgegenstehen. Eine fehlende Sehhilfe, ein beschädigtes Gebiss oder ein aku- 
tes Problem in der Wohnung stehen für die Betroffen en im Fokus der Aufmerksamkeit. 
Grundsätzlich vorhandene, aber bisher nicht gedeckt e pflegerische Bedarfe treten regelmä- 
ßig im persönlichen Kontakt zu Tage. In dieser Hins icht muss zunächst in dem Umfang, der 
im Rahmen der Sozialhilfe ermöglicht werden kann, U nterstützung geplant und angeboten 
werden. Erst wenn diese grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sind, kann bei den Menschen 
überhaupt ein Bewusstsein für Teilhabebedarfe und - möglichkeiten entstehen. Sind die pfle- 
gerischen Bedarfe jedoch zu groß, ist eine Begleitu ng durch FM ThiA auf Grund der verein- 
barten Zugangskriterien nicht möglich. Der Sozialdi enst für pflegebedürftige und ältere Men- 
schen hat an der Stelle die weitere Begleitung dieser Personengruppe übernommen.  
Teilhabebedarfe bestehen sowohl im Hinblick auf Kon takte und Unternehmungen außerhalb 
der eigenen Wohnung, als auch bezüglich der Kontakt aufnahme zu Ehrenamtlichen. Die 
Vermittlung der Angebote und Ansprechpartner/innen bezüglich dieser beiden Bereiche stellt 
den Schwerpunkt des Projektes dar.  
Da die Bedarfe der angesprochenen Personen so vielfältig und differenziert sind, ist die Pha- 
se der Planung von besonderer Bedeutung und ebnet d en Weg für die sich anschließende 
Durchführung der Maßnahmen.

8
2.3 Durchführung 
 
Die Durchführung der Maßnahmen wird von den Fallman agerinnen initiiert, beobachtet und 
gesteuert – eine Unterstützung zur Umsetzung der konkreten Ziele ist durch die Fallmanage- 
rinnen stets gewährleistet.   
Vorbereitet wird diese Phase dadurch, dass Erwartun gen und Befürchtungen des Adressa- 
ten/ der Adressatin geklärt werden. Außerdem erfolg en eine Kontaktaufnahme zu den Netz- 
werkpartnern (Anbieter, Einrichtungen, Träger) und eine gemeinsame Planung der anvisier- 
ten Handlungsschritte. Die Fallmanagerinnen stellen  im Anschluss den Kontakt zwischen 
Adressat/in und Leistungserbringer her und verschaffen sich einen Eindruck der Passgenau- 
igkeit und potenzieller Hindernisse der Zusammenarb eit. Die Anpassung der Angebote an 
die Bedürfnisse der Klienten/Klientinnen findet lau fend statt. Grundsätzlich werden Abstim- 
mungen in dieser Hinsicht immer im Rahmen eines koo perativen, für alle transparenten, 
Prozesses getroffen.  
In der Phase der Durchführung ist es von entscheide nder Bedeutung, umfangreiche Ziele in 
kleinere Maßnahmen zu zerlegen. Die Bewältigung der Ziele kann so etappenweise erfolgen 
ohne für den Klienten/ die Klientin ein Gefühl der Überforderung auszulösen.  
 
Insgesamt konnten 147 Personen zu Teilhabeaktivitäten außerhalb Ihrer Wohnung vermittelt 
werden, für 29 Personen aus dem genannten Personenk reises war bzw. ist eine ehrenamtli- 
che Person tätig. An dieser Stelle sind Mehrfachzählungen möglich, da mit einigen Personen 
mehrere Maßnahmen unternommen werden konnten. Unabh ängig davon, machen diese 
Zahlen deutlich, dass sehr viele Menschen von dem Projekt in der Weise profitieren konnten, 
in der es zu Beginn des Projektzeitraums von den Verantwortlichen erhofft wurde.  
Ehrenamtliche werden über stadtteilbezogene Anlaufs tellen oder Ansprechpartner/innen 
sowie über die übergreifende Initiative ‚von Mensch zu Mensch’ mit Interessierten vernetzt. 
Angebote, die außerhalb der eigenen Wohnung vermitt elt werden, sind sehr unterschiedlich 
und orientieren sich an den Wünschen und Bedürfnissen des Klienten/der Klientin sowie den 
entsprechenden Möglichkeiten, die im erreichbaren R adius vorliegen. Neben den Gruppen- 
angeboten, wie einem Gesprächskreis, einer Tanzgrup pe oder einem Kegelverein, sind 
ebenso Möglichkeiten gefragt, bei denen die Mensche n ihre eigenen Kenntnisse, Fähigkei- 
ten und Erfahrungen an eine Gruppe weitergeben könn en. Ebenso besteht ein hoher Bedarf 
an kostenlosen oder preiswerten Bildungsangeboten. Wie auf diese Bedarfe derzeit reagiert 
wird, ist in den einzelnen Stadtteilen sehr unterschiedlich.  
 
Das folgende Schaubild verdeutlicht beispielhaft die Zusammenhänge zwischen Gesamtziel, 
Teilzielen und Maßnahmen im Fallmanagementprozess:

9
 
 
 
Während der Projektlaufzeit konnten bei Einleitung und Organisation der verschiedenen 
Maßnahmen eine Vielzahl wertvoller Kontakte zu Netz werkpartnern geknüpft werden. Auf 
Grund der Aufteilung des Stadtgebietes zwischen den  Fallmanagerinnen kam es zu wieder- 
holten Kontakten mit einigen Netzwerkpartnern und daraus entstehenden guten und gewinn- 
bringenden Kooperationen. Die Akzeptanz der Netzwer kpartner musste sicherlich zunächst 
gewonnen werden. War dann jedoch die Basis für die gemeinsame Arbeit einmal geschaf- 
fen, waren die Reaktionen auf dieses Projekt durch die Beteiligten in den Netzwerken aus- 
nahmslos positiv.  
Insbesondere kann auf eine gute Zusammenarbeit mit den Verbänden der freien Wohlfahrts- 
pflege, den stadtteilbezogenen Initiativen von „von Mensch zu Mensch“ sowie den verschie- 
denen Kontaktstellen der Kirchengemeinden vor Ort z urückgeblickt werden. Durch eine akti- 
ve Beteiligung in den Stadtteil-Arbeitskreisen „Älter werden in …“ waren die Fallmanagerin- 
nen über aktuelle Entwicklungen in den Stadtteilen informiert und konnten eine bestmögliche 
Vernetzung gewährleisten.  
Es kam mit einigen Netzwerkpartnern sogar dazu, dass Personen bei den Fallmanagerinnen 
gemeldet wurden, die keine Grundsicherungsleistunge n empfangen haben. Jedoch konnte 
nach Prüfung der finanziellen Situation festgestellt werden, dass ein Anspruch besteht. Ohne 
die Unterstützung der Netzwerkpartner und der Fallm anagerinnen hätten diese Menschen 
ihren Anspruch möglicherweise aus eigenem Antrieb n iemals geltend gemacht. Für diese 
Menschen konnten die Fallmanagerinnen dann sowohl b ezüglich der finanziellen Situation 
als auch zur sozialen Teilhabe Unterstützung anbieten.  
In Situationen, in denen es um existenzielle Hilfen  ging, ist außerdem die gute Kooperation 
mit der Wohnberatung, der Wohnraumanpassungsberatun g, Anti Rost, der Fachstelle 
Gesamtziel:  
gesellschaftliche 
Teilhabe ermöglichen  
Teilziel 1 :  
existenzielle Bedarfe 
decken 
Teilziel 2 : 
Herstellen sozialer Kon- 
takte – Aktivität außer 
Haus 
Teilziel 3 :  
Vermittlung einer Be- 
zugsperson 
Maßnahme 2a: 
wöchentlicher Besuch 
einer Tanzgruppe 
Maßnahme 2b:  
ehrenamtliches Enga- 
gement im nahegelege- 
nen Altenheim 
Maßnahme 2c:  
Teilnahme am Gemein- 
de- Seniorennachmittag 
(einmal im Monat)

10 
Schwerbehindertenrecht sowie mit dem Sozialdienst f ür pflegebedürftige und ältere Men- 
schen zu nennen. Die Zusammenarbeit mit diesen Stel len war in regelmäßigen Abständen 
erforderlich, existenzielle Hilfen wurden in insges amt 151 Situationen für die Menschen, die 
im Fallmanagement aufgenommen waren und sind, geleistet.  
 
2.4 Monitoring 
 
Im Nachgang zur Umsetzung der Maßnahmen und Ziele h aben die Fallmanagerinnen ihre 
Klienten/Klientinnen weiterhin begleitet und dadurc h fortlaufend den Ablauf der Umsetzung 
der vereinbarten Ziele und Maßnahmen überprüft. Die ser Schritt des Fallmanagementkreis- 
laufs, der Monitoring genannt wird, ist damit Bestandteil des individuellen Fallmanagements.  
Die Mitarbeiterinnen konnten mit Hilfe dieses Instr uments im Blick behalten, ob aus den An- 
regungen und Zielsetzungen tatsächliche Veränderung en und Verbesserungen für die Le- 
bensqualität der Betroffenen entstanden sind. Die Z ielerreichung wurde entsprechend lang- 
fristig verfolgt und nachgehalten, Fortschritte wur den dokumentiert und evaluiert. Es fand 
eine engmaschige Dokumentation der verschiedenen Ko ntakte und der erreichten Teilziele 
statt, Fortschritte und Etappenziele, aber auch Rüc kschritte wurden so gemeinsam erlebt 
und konnten durch die Fallmanagerinnen begleitet werden. Mit Hilfe des einzelfallorientierten 
Monitorings können also sowohl qualitative als auch  quantitative Ergebnisse ermittelt wer- 
den.  
Die besondere Schwierigkeit des Monitorings besteht  darin, eine gute Balance zwischen 
ausreichender Begleitung des Klienten/der Klientin und kontrollierendem Verhalten zu finden. 
Dazu sind verbindliche Absprachen bezüglich des Vorgehens und der zeitlichen Abstände in 
der Monitoringphase von den Fallmanagerinnen und de n Klienten/Klientinnen als sehr hilf- 
reich und angenehm empfunden worden. 
 
2.5 Evaluation 
 
Um den Erfolg des Projektes messen zu können, ist e s wichtig die verschiedenen Teilschrit- 
te, Vereinbarungen und Zielsetzungen zu evaluieren und auf diese Weise eine vom Einzelfall 
unabhängige Gesamtevaluation zu generieren. 
Evaluation bedeutet, dass systematisch Daten zusamm engetragen und analysiert werden, 
um einen Sachverhalt entsprechend bestimmter Kriterien zu bewerten. Auf diese Weise kann 
der erzielte Erfolg präzise und transparent dargestellt werden. 
Dies geschieht qualitativ auf Basis der subjektiven Eindrücke, Einschätzungen und Beobach- 
tungen, die die Fallmanagerinnen in den persönliche n Kontakten (Hausbesuche, Telefonate, 
Gespräche im Büro) sammeln sowie unter Heranziehung  der entsprechend geführten soft- 
warebasierten Dokumentationen.

11 
Für die Bestandteile der Dokumentation, die objekti v, entsprechend festgelegter Indikatoren, 
geführt werden, kann die Evaluation formell-quantitativ durchgeführt werden. Mit Hilfe der Do- 
kumentationssoftware kann jederzeit eine entsprechende Auswertung einzelner Fragestellun- 
gen bezüglich des Fallmanagement-Prozesses stattfinden.  
Die Dokumentationssoftware bietet objektive Evaluat ionsmöglichkeiten an den Stellen, an 
denen die Fallmanagerinnen nach standardisierten Indikatoren Informationen in die Software 
eingepflegt haben. 
Auf diese Weise lässt sich insbesondere differenziert herausstellen, dass von insgesamt 381 
Personen bei 186 Personen das Beratungsziel erfüllt werden konnte. Besonders anschaulich 
wird der Erfolg des Projektes, wenn man betrachtet,  dass 147 Person aus der Zielgruppe 
durch Anregungen der Fallmanagerinnen nun einer neuen Aktivität außerhalb ihrer Wohnung 
nachgehen und 29 Menschen Kontakte mit einem Ehrenamtlichen/einer Ehrenamtlichen auf- 
bauen konnten. Für 151 Personen war auf dem Weg dor thin zunächst Unterstützung im Be- 
reich der existenziellen Bedürfnisse (Wohnsituation , Bekleidung, Gesundheit) erforderlich 
bevor eine Bereitschaft für weitere Schritte gegeben war.  
Die Erreichung des elementaren Projektziels kann an  diesen objektiv erhobenen Werten 
ebenso gut abgelesen werden, wie an den im Folgende n dargestellten Ergebnissen der Ziel- 
gruppenbefragung. 
Der zweite Teil der Evaluation des Projektes „Fallmanagement-Teilhabe im Alter“ beruht auf 
einer anonymen Befragung der Klienten/Klientinnen m ittels eines standardisierten Fragebo- 
gens. Die Heranziehung der Informationen aus den st andardisierten Fragebögen ist der 
quantitativen Evaluation zuzuordnen. Dieser Fragebo gen wurde durch die beiden Fallmana- 
gerinnen und eine Studierende des weiterbildenden M asterstudiengangs  „Clinical Case- 
work“ der Fachhochschule Münster entwickelt. Versendet wurden die Fragebögen durch die 
Fallmanagerinnen. Rückfragen konnten die Klienten/K lientinnen an die Studierende richten, 
ebenso erhielt sie die anonymen Rückantworten und f ührte die methodisch einwandfreie 
Auswertung der Fragebögen mit Hilfe der statistisch en Software „EvaSys“ durch. Vor Durch- 
führung dieser Evaluationsform hat der Personalrat diesbezüglich seine Zustimmung erteilt.  
 
Mit Hilfe dieses standardisierten, den wissenschaft lichen Anforderungen entsprechenden 
Fragebogens wurden insgesamt 152 Personen befragt, 86 Rückläufe sind eingetroffen 
(Rücklaufquote: 56,6 %). 67 % der Befragten sind we iblich, die übrigen 33 % männlich. Der 
Altersgruppe der 70-79-jährigen gehört der größte T eil der Adressatengruppe mit 57 % an. 
22 % der Befragten sind 65-69 Jahre alt und 21 % 80-89 Jahre alt. 
 
Die Klienten/Klientinnen wurden hinsichtlich der Qualität des Fallmanagements befragt und  
schätzten diese im Rahmen der folgenden Fragen anhand von Schulnoten ein:

12 
 
Die Einschätzungen der Befragten nach der Gesamtzuf riedenheit mit dem Projekt werden 
durch das folgende Diagramm noch einmal veranschaulicht:  
0
10 
20 
30 
40 
50 
60 
70 
80 
1 2 3 4 5 6
Gesamtzufriedenheit 
(bewertet mit Schulnoten) 
 
Auf die Frage, mit welchen Hilfen die Mitarbeiterin  der Stadt Münster Unterstützung leisten 
konnte, ergab sich bei 86 Befragten folgendes Bild:  
0 5 10 15 20 25 30 35 
sonstige Hilfen 
Sehhilfe, Zahnersatz o.ä. 
neue Kontakte 
Bekleidung 
Freizeit 
Wohnsituation 
Anzahl 
 
 Schulnote  
Frage  1 2 3 4 5 6 
Die Mitarbeiterin hatte ausreichend Zeit für mich.  74 % 19 % 4 % 1,5 % 0 % 1,5 % 
Die Mitarbeiterin der Stadt Münster war freundlich. 86 % 13 % 1 % 0 % 0 % 0 % 
Die Mitarbeiterin hat sich verständlich ausgedrückt. 82 % 15 % 3 % 0 % 0 % 0 % 
Die Mitarbeiterin ging auf meine Wünsche ein. 71 % 19 % 9 % 0 % 1 % 0 % 
Insgesamt bin ich mit der Unterstützung durch das 
Projekt zufrieden.  
73 % 16 % 10 % 1 % 0 % 0 %

13 
Dieser Grafik ist zu entnehmen, dass die genannten „existenziellen Hilfeleistungen“ einen 
großen Stellenwert einnehmen, jedoch insbesondere d ie Vermittlung von Freizeitangeboten 
und neuen Kontakten im Vordergrund steht. Aus den z ugehörigen Kommentaren wird au- 
ßerdem deutlich, dass die Befragten unter den „sons tigen Hilfen“ kleinere Unterstützungs- 
leistungen bei der Realisierung von Freizeit- und K ontaktangeboten sowie die Unterstützung 
und Vermittlung bei Antragstellungen etc. verstehen.  
 
Zu der offenen Frage, welche Verbesserungsvorschläg e für die Beratung bestehen, hat der 
überwiegende Teil der Befragten geäußert, dass alle s zu ihrer Zufriedenheit abgelaufen sei 
und die Erforderlichkeit für eine Veränderung des F allmanagements nicht gesehen wird. Be- 
sonders positiv zu vermerken sind die Antworten auf  die Frage nach weiteren Unterstüt- 
zungsmöglichkeiten (neben den oben Genannten), die die Fallmanagerinnen leisten konn- 
ten. Zu dieser Frage wurde mehrfach geäußert, dass insbesondere die Wertschätzung und 
Zuwendung der Mitarbeiterinnen ein wichtiger Faktor  auf dem Weg zur gesellschaftlichen 
Teilhabe war. Die Befragten fühlten sich ernst geno mmen, anerkannt und gewürdigt. Dies 
wird nochmals in den Antworten auf die Frage nach d er Gesamtzufriedenheit deutlich. Kriti- 
sche Äußerungen zielten mehrfach auf die Tatsache a b, dass es das Projekt und die damit 
verbundene Unterstützung nicht schon länger gibt. 
 
Die durchgeführten und hier beschriebenen Auswertungen haben gezeigt, dass monetäre Wir- 
kungen des „Fallmanagement – Teilhabe im Alter“ nicht direkt messbar gemacht werden kön- 
nen. Es steht jedoch außer Frage, dass der entscheidende monetäre Nutzen dieses Projektes 
darin besteht, dass Menschen länger in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können, wenn ein 
funktionierendes soziales Netzwerk besteht. Ein solches Netzwerk kann durch die Unterstüt- 
zung der Fallmanagerinnen aufgebaut und aktiviert w erden und damit zur Vermeidung von 
hohen Unterbringungskosten in einer Altenhilfeeinrichtung beitragen. Außerdem sind soziale 
Kontakte eine wichtige und erforderliche Unterstützung bei akuter Krisenintervention. Professi- 
onelle Unterstützung wird dann möglicherweise gar nicht oder erst deutlich später erforderlich.  
Demgegenüber stehen die nicht-monetären Wirkungen, die bereits im Rahmen der Evaluation 
beschrieben wurden und offensichtlich vorhanden sind.   
Neben den, durch die Dokumentationssoftware und die Fragebögen erfassten positiven Effek- 
te des Projektes, gibt es darüber hinausgehende sub jektive, nicht belegbare Eindrücke der 
Fallmanagerinnen, die nicht unerwähnt bleiben sollen.  
Die zugehende Arbeit der Fallmanagerinnen nimmt den Betroffenen Schwellenängste im Hin- 
blick auf das Sozialamt und andere Verwaltungsberei che. Ängste, die durch Vorurteile oder 
schlechte Erfahrungen entstanden sind, bauen sich sukzessive bis zu einem Punkt ab, an dem

14 
die Klienten/Klientinnen den Fallmanagerinnen gleichberechtigt und frei von Ängsten gegen- 
übertreten können.  
Des Weiteren war im Verlauf des Projektes zu beobachten, dass die ursprünglich zuständigen 
Sachbearbeiter/innen zunächst Personen für das Projekt benannt haben, die etwas auffälliger 
waren und ihnen dadurch im Gedächtnis geblieben sind. Im Verlauf der Zeit kam eine Vielzahl 
von Leistungsempfängern/-empfängerinnen hinzu, von denen die Sachbearbeiter/innen nur 
sehr wenig wussten und nur seltene Kontakte erfolgt en. Rückblickend lässt sich festhalten, 
dass diese Personen besonders gut zur Zielsetzung des Projektes passen, da sie neben der 
finanziellen Armut und der Teilhabearmut auch ein a usgeprägtes Schamgefühl hinsichtlich 
ihrer Lebenssituation haben.  
Weiterhin war während der Projektlaufzeit deutlich zu erkennen, dass die Rahmenbedingun- 
gen für das Gelingen des Projektes von entscheidender Bedeutung sind. Ein Projekt mit dieser 
Zielsetzung benötigt vor allem qualitative Zeit und adäquate Ressourcen. Dies war insbeson- 
dere gegeben durch Personalmehraufwand und entsprechende Freiräume für die Mitarbeite- 
rinnen, um den individuellen Bedürfnissen der angesprochenen Personen gerecht werden zu 
können. Außerdem war es sehr gewinnbringend, dass d ie Fallzahl nicht unbegrenzt war und 
die Rekrutierung neuer Personen für die Zielgruppe des Projektes vollständig im Ermessen der 
Fallmanagerinnen lag. So konnten sie den Menschen die individuell erforderliche Zeit widmen, 
ohne dabei andere Aufgaben oder die Betreuung ander er Grundsicherungsempfänger/innen 
zu vernachlässigen. 
 
Der positive Wert des ‚Fallmanagement – Teilhabe im  Alter’ wird außerdem deutlich, wenn 
man die öffentliche Aufmerksamkeit betrachtet, die es erregt. Das Projekt wurde neben den 
lokalen Netzwerkpartnern auch bei der Veranstaltung „Aktivierung und gesellschaftliche Teil- 
habe durch Sozialhilfe“ des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nord- 
rhein-Westfalen (MAIS NRW) anderen Kommunen des Landes präsentiert. Die Resonanz war 
sehr positiv, einige Kommunen haben im Anschluss se hr konkrete Nachfragen gestellt und 
denken intensiv über die Etablierung eines ähnlichen Modellprojektes nach.  
Auf Anregung des MAIS NRW wurden die Fallmanagerinnen außerdem durch den Deutschen 
Verein zum Deutschen Fürsorgetag 2015 eingeladen, um dort mit einer Vorstellung der Projek- 
tidee den Workshop „Aktivierung und gesellschaftliche Teilhabe durch Sozialhilfe“ mit zu ge- 
stalten. Die Idee des Projektes stieß bei den Besuc hern des Fürsorgetages auf großes Inte- 
resse.

15 
3. Fallbeispiele 
 
Um die Arbeit im Projekt „Fallmanagement - Teilhabe im Alter“ zu veranschaulichen, werden 
im Folgenden die konkreten Entwicklungen von Frau F., Herrn H. und Herrn K. vorgestellt.  
 
Frau F. 
Frau F. hat vor drei Jahren ihren Ehemann verloren.  Unter diesem Verlust leidet sie noch 
heute. Ihr verstorbener Ehemann hat stets alles für  sie geregelt. Nun ist sie mit vielen alltäg- 
lichen Angelegenheiten überfordert. 
Sie wohnt in einem zentral gelegenen Mehrfamilienha us im ersten Obergeschoss. Frau F. 
kann aufgrund einer Gehbehinderung die Arbeiten in ihren Haushalt nicht mehr selbstständig 
bewältigen. Auch steigt sie nur noch mühsam die Tre ppen und kann daher das Haus alleine 
kaum noch verlassen. Sie möchte aber auf keinen Fal l umziehen, da sie seit Jahrzehnten in 
diesem Haus wohnt und gute Kontakte zu ihren Nachbarn pflegt.  
Frau F. verbringt den größten Teil ihrer Zeit allei n in ihrer Wohnung. Sie hat telefonischen 
Kontakt zu ihrer Schwester. Ihre Nichte kam in der Vergangenheit gelegentlich und erledigte 
Einkäufe. Da die Nichte jedoch chronisch krank ist,  konnte sich Frau F. nicht darauf verlas- 
sen. Die Vorratshaltung stellte damit ein großes Problem dar. 
Es wurde daher zunächst der Sozialdienst eingeschal tet und Frau F. bekam eine Haushalts- 
hilfe, die nun einmal in der Woche für sie einkauft . Die Kosten werden im Rahmen der Sozi- 
alhilfe übernommen.  
Es fand außerdem eine Vermittlung zum Südviertelbür o statt, wodurch Frau F. nun regelmä- 
ßigen Kontakt zu einem Ehrenamtlichen hat, der sie einmal in der Woche besucht. Der Mit- 
arbeiter ist Student und unterstützt Frau F. bei de r Bewältigung der Treppen. Er geht mit ihr 
spazieren und einkaufen. Bei schlechtem Wetter trin ken die beiden Kaffee in der Wohnung 
der Frau F. und unterhalten sich. Frau F. ist sehr glücklich über die wöchentliche Abwechs- 
lung und möchte ihren ‚Max’ nicht mehr missen. Frau F. soll nun durch die Vermittlung des 
Südviertelbüros Unterstützung durch einen zweiten F reiwilligen erhalten, da sie gerne häufi- 
ger das Haus verlassen möchte.    
Beim Hausbesuch ist der Mitarbeiterin außerdem aufg efallen, dass Frau F. ihre Badewanne 
behinderungsbedingt nicht mehr nutzen kann. Daher w urde, nach Besichtigung der Woh- 
nung durch den Wohnberater der Stadt Münster und fi nanziert durch Mittel der Eingliede- 
rungshilfe, die Badewanne ausgebaut und eine behind ertengerechte Dusche mit entspre- 
chendem Duschstuhl und Haltegriffen eingebaut.    
Frau F. ist sehr zufrieden mit der Verbesserung ihrer Lebensumstände.

16 
Herr H.  
Im Rahmen des Fallmanagement wurde außerdem Herr H.  kontaktiert und besucht. Herr H. 
ist ein sehr freundlicher, älterer Herr, der 32 Jah re lang in einem 12 qm großen Zimmer 
wohnte. Nach seinen Aussagen war der Besuch der Mit arbeiterin der erste Besuch seit vie- 
len Jahren in diesem Zimmer. Das Zimmer war möblier t mit einem Bett, einem Schrank, ei- 
nem Schreibtisch, einen Stuhl und einem Zweiplatten kocher. Gekocht hat er in seinem Zim- 
mer, das Badezimmer nutzte er gemeinsam mit anderen  Personen, die ebenfalls einzelne 
Zimmer in diesem Einfamilienhaus angemietet hatten. 
Herr H. war vor vielen Jahren durch unglückliche Um stände ins Obdachlosenmilieu geraten. 
Daher war er froh, überhaupt wieder ein Dach über d em Kopf zu haben. In dem Haus hat er 
sich jedoch nie wohl gefühlt, da es bei den übrigen  Hausbewohnern häufig zu Alkoholexzes- 
sen und Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. H err H. konsumiert keinen Alkohol und 
fühlte sich in dieser Umgebung nicht wohl. 
Herr H. konnte auch sonst keinerlei soziale Kontakt e aufbauen. Er verbrachte seine Freizeit 
damit, allein mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fa hren. Auch war er viele Jahre nicht beim 
Arzt, insbesondere nicht beim Zahnarzt und wirkte d adurch vernachlässigt. Er hatte inzwi- 
schen massive Probleme mit seinen Zähnen. Diese Ein schränkung, die er selber als sehr 
unangenehm empfand, hinderte ihn zusätzlich, neue soziale Kontakte zu knüpfen.  
Herr H. ist ein stiller und sehr verunsicherter Men sch, der es aus eigenem Antrieb nicht ge- 
schafft hat, seine persönliche Situation zu verbessern.   
Durch die aktive Unterstützung der Mitarbeiterin, konnte Herr H. nun in eine seniorengerech- 
te Wohnung in Gievenbeck umziehen. Außerdem ist er zum Zahnarzt gegangen und hat ein 
Gebiss bekommen. Herr H. fühlt sich sehr wohl in se iner Wohnung, er hat schon Kontakt zu 
seinen Nachbarn aufgenommen. Er besucht regelmäßig einen Senioren-Kaffee-Treff und 
wird vom Sozialbüro des ‚La Vie’ in Gievenbeck betreut.  
Regelmäßig ruft er die Mitarbeiterin an und bericht et von der neu gewonnen Lebensqualität. 
Dabei betont er immer wieder, wie wohl er sich jetzt fühlt.  
 
Herr K.   
Herr K. lebt in einem ländlich geprägten Stadtteil von Münster, er war viele Jahre als Hand- 
werksmeister selbstständig und genießt ein hohes gesellschaftliches Ansehen im Ort.  
Mitte der neunziger Jahre, in wirtschaftlich schlec hten Zeiten, hat er auf Anraten seines 
Steuerberaters für eine angebliche Durststrecke sei ne Altersicherung für das Geschäft ein- 
gesetzt.  
Erschwerend kam in dieser Zeit dazu, dass er keiner lei Unterstützung von seiner Ehefrau 
erhielt und bei der anschließenden Scheidung einen großen Teil seiner Rentenansprüche

17 
abtreten musste. So kam es dazu, dass er, obwohl er  ein Leben lang gearbeitet hat, nun auf 
Grundsicherungsleistungen angewiesen ist.  
Herr K. schämt sich sehr für seinen ‚sozialen Abstu rz’, er möchte auf keinen Fall, dass ir- 
gendjemand in seinem Umfeld Kenntnis davon erlangt. Er ist der Meinung, dass er den Res- 
pekt der Menschen verliert, wenn sein Status als Sozialhilfeempfänger bekannt wird.  
Herr K. hat Mitgliedschaften in diversen Vereinen gekündigt und arbeitet nun noch ehrenamt- 
lich in zwei Vereinen. Nach Vereinsveranstaltungen kehren die ehrenamtlich Tätigen häufig 
gemeinsam in Gastwirtschaften ein. Herr K. kann sic h das nicht leisten und erfindet Ausre- 
den, weshalb er nicht mitgehen kann.  
Er fühlt sich nutzlos, ausgeschlossen und einsam.  
Durch Vermittlung der Mitarbeiterin wurde ein Konta kt zu der Senioreninitiative „Anti Rost“ 
hergestellt. Herr K. arbeitet nun dort aktiv mit, u nterstützt andere Senioren bei kleinen hand- 
werklichen Dienstleistungen und erfährt dadurch Wertschätzung und soziale Nähe.   
 
4. Fazit 
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Zi el, eine nachhaltige Verbesserung der 
Lebenssituation herbeizuführen, im Hinblick auf den  Teilhabegedanken bei einem Großteil 
der Zielgruppe erreicht werden konnte. Sowohl die E rgebnisse der Befragung als auch die 
Informationen aus der Dokumentationssoftware zeigen  dies sehr deutlich. 89 % der Befrag- 
ten drücken ihre Gesamtzufriedenheit mit dem Projek t „Fallmanagement-Teilhabe im Alter“ 
mit den Schulnoten 1 und 2 aus.  
Die bereits erwähnte Kritik der Betroffenen, dass es dieses Projekt nicht schon eher gegeben 
hat, sollte Anlass dafür sein, die Unterstützung de r Fallmanagerinnen zukünftig weiteren 
Grundsicherungsempfängern/ -empfängerinnen zukommen  zu lassen, schließlich leben in 
Münster insgesamt etwa 1800 Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen.   
Von den positiven Auswirkungen, die durch das Proje kt erzielt werden konnten, sollten also 
noch mehr Menschen in Münster profitieren können. W ie eingangs durch das Zitat heraus- 
gestellt wurde, haben die angesprochenen Grundsiche rungsempfänger/innen vielfach Wert- 
schätzung erfahren und fühlten sich als Mitglieder der Gesellschaft und Bürger/innen der 
Stadt Münster ernst genommen. Die eigene Meinung un d die individuellen Lebensumstände 
der Menschen wurden fokussiert, die angesprochenen Menschen erfuhren eine individuelle 
Begleitung. Dies führte, wie bereits ausführlich beschrieben und belegt, zu einem Anstieg der 
Lebensfreude und der Lebensqualität der Menschen. E s ist daher sehr begrüßenswert, dass 
durch die Verstetigung der Projektidee, diese posit iven Auswirkungen auf weitere Grundsi- 
cherungsempfänger/innen und möglicherweise auch auf andere Personengruppen, die durch 
das Sozialamt betreut werden, übertragen werden können.

Anlage 2 V-0711-2015

21165 Zeichen

1 
Bericht zum Projekt 
„Gesünder leben im Alter – ja, ich will“ 
des Beratungs- und BildungsCentrums und der Franz-Bröcker-Stiftung 
Projektzeitraum: Juni 2013 bis Juni 2015 
1. Einleitung
Im vom Rat der Stadt Münster am 27.06.2012 verabschiedeten Maßnahmenpro-
gramm zur Förderung von Teilhabe im Alter und zur Vermeidung von Altersarmut 
wurde als Einzelmaßnahme mit dem Fokus auf Gesundheit auch die „Initiierung von 
wohnortnahen Angeboten zur Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention für 
Seniorinnen und Senioren“ beschlossen. Angeregt wurde, hierzu ein stadtteilbezoge-
nes Modellprojekt mit zweijähriger Laufzeit und einer halben Fachkraftstelle mit An-
bindung an einen Träger der freien Wohlfahrtspflege durchzuführen. Daraus entstand 
das vom Beratungs- und BildungsCentrum der Diakonie Münster konzipierte und 
durchgeführte, von der Franz-Bröcker-Stiftung finanzierte Projekt „Gesünder leben im 
Alter – ja, ich will“. Projektbeginn war Mitte Juni 2013. Das Projekt endet Mitte Juni 
2015, so dass der vorliegende Bericht als „Abschlussbericht“ des Projektes weniger 
als zwei Monate vor dem Projektende betrachtet werden kann. 
Begleitet wurde das Projekt während der vergangenen zwei Jahre durch einen Bei-
rat, dem auch Vertreter des Sozialamtes und des seitens der Stadt für das Projekt 
federführend zuständigen Amtes für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangele-
genheiten angehörten. 
2. Das Projekt „Gesünder leben im Alter – ja, ich will“
Dem Projekt liegt ein sozialraumorientiertes Konzept der Gesundheitsförderung und 
-prävention für ältere Menschen (ab 65 Jahre) zugrunde. Der ausgewählte Projekt-
raum umfasst die Stadtteile Uppenberg, Rumphorst, Schlachthof, Kreuzviertel – ein 
Anlage 2 
zu Vorlage V/0711/2015

2 
 
zusammenhängendes Gebiet nordöstlich der Innenstadt, das aber hinsichtlich der 
Infrastruktur und Angebote für SeniorInnen im sozialen und gesundheitlichen Bereich 
in sich sehr heterogen ist. Neben einer guten Infrastruktur im Kreuzviertel sind die 
anderen drei Stadtteile diesbezüglich eher unterdurchschnittlich ausgestattet. Inter-
essant schien an dieser Kombination der Vergleich der Projekterfahrungen in den 
unterschiedlichen Stadtteile sowie der Versuch, vom Kreuzviertel ausgehend Ent-
wicklungsimpulse für die angrenzenden Stadtteile zu nutzen. 
Übergeordnete Projektidee ist der Ausgleich gesundheitlicher Benachteiligungen ins-
besondere für von Altersarmut betroffene oder bedrohte Menschen. Diese Zielgruppe 
soll für Angebote der Gesundheitsprävention und -förderung gewonnen werden, um 
so ihre Chancen auf gesundes Altern zu erhöhen, Lebensqualität zu verbessern und 
ein selbstbestimmtes Leben bei möglichst langem Verbleib in vertrauter Umgebung 
zu ermöglichen. Dazu sieht der Projektantrag folgende im Rahmen des Projektes 
durchzuführende Maßnahmen vor: 
 
 Einzelfallhilfe: 
-Etablierung eines Angebots aufsuchender Beratung zu gesundheitsspezifi-
schen (nicht-medizinischen!) Themen in den Stadtteilen 
-Eröffnung von Zugangswegen zur Zielgruppe 
-Bekanntmachung des Angebots bei wichtigen Multiplikatoren 
-Durchführung von Hausbesuchen zur Beratung älterer Menschen über Fra-
gen der Gesundheitsprävention/-förderung und der sozialen Teilhabe 
-ggf. Identifizierung spezieller Bedarfe einzelner Personengruppen im Rahmen 
der Beratung 
 
 Ehrenamt: 
-Aufbau eines ehrenamtlichen Besuchsdienstes in Kontakt und Kooperation 
mit anderen Institutionen und Einrichtungen im Stadtteil 
-Gewinnung Ehrenamtlicher 
-Klärung der geeigneten Organisationsform für das ehrenamtliche Engage-
ment 
-Schulung und Begleitung Ehrenamtlicher 
 
 Netzwerkarbeit: 
-Entwicklung und Etablierung einer Netzwerkstruktur für verschiedene Akteure 
in den Stadtteilen (Schwerpunkt Gesundheit, SeniorInnen) 
-Identifikation Handlungsbedarf/-felder im jeweiligen Stadtteil 
-ggf. gemeinsame Entwicklung, Umsetzung, Erprobung neuer Angeboten für 
den Stadtteil unter Einbeziehung von Zielgruppenvertretern 
Mit Blick auf das Erfordernis der Nachhaltigkeit sollen am Ende des Projektes in den 
Stadtteilen entwickelte Angebote und Strukturen sich selbst tragen. Zentrale Erkennt-
nisse aus dem Projekt sollen ggf. auf andere Stadtteile übertragbar sein bzw. für 
dortige Entwicklungsprozesse zur Verfügung stehen. 
Eine fortlaufende Öffentlichkeitsarbeit begleitet die Projektdurchführung.

3 
 
3. Projektdurchführung 
 Öffentlichkeitsarbeit 
-erschienen sind diverse Artikel zum Projekt in verschiedenen Printmedien 
(z.B. WN November 2013, MSZ (Münsters SeniorenZeitung) II/2014, „Hallo“/ 
Sonderbeilage Senioren Juli 2014) 
-Präsentation des Projektes im Internet (Homepages BBC, Franz-Bröcker-
Stifung, Gesundheitsamt) sowie auf dem Seniorenportal der Stadt Münster 
-zwei Flyer zum Projekt wurden entwickelt und mit Projektinformationen an 
alle Hausarztpraxen und Apotheken, Sanitätshäuser usw. in den vier Stadt-
teilen sowie an alle Krankenhaussozialdienste in Münster als Multiplikatoren 
verteilt (z.T. persönlich). Außerdem wurden weitere relevante Akteure mit Zu-
gang zur Zielgruppe informiert (ZAR, Pflegedienste, Anti-Rost). 
-Vorstellung des Projekts bei den Geschäftsstellen der Krankenkassen in 
Münster 
-Anschreiben der Kirchengemeinden in den vier Stadtteilen durch die Stadt 
Münster im April 2014 mit Erinnerung an das Projekt und Bitte um Koopera-
tion. Zeitgleich wurden den betreffenden Kirchengemeinden Informationen 
zum Projekt als Textbausteine für die Gemeindebriefe zur Verfügung gestellt 
 
Projekterfahrungen: 
-Öffentlichkeitsarbeit bzw. Informationsweitergabe über Multiplikatoren ist zen-
tral auf deren Wohlwollen, Engagement, Unterstützung und Mitwirkung ange-
wiesen. Sie lässt sich nicht kontrollieren, bleibt unverbindlich und funktionierte 
im Rahmen des Projekts nur bedingt. Dabei konnten keine Unterschiede fest-
gestellt werden, je nachdem wie die Ansprache erfolgte (persönlich, schriftlich) 
bzw. durch wen (Projektkoordinatorin, Stadt Münster). 
-Große Bedeutung der Tagespresse bei der Ankündigung von Aktionen, Wer-
bung von Ehrenamtlichen u.ä. , ausschlaggebender Faktor für Erfolg oder 
Misserfolg einer Maßnahme. Kann nicht durch Flyer, Ansprache von Multipli-
katoren o.ä. ausgeglichen werden. Allerdings ist der Einfluss auf das, was in 
der Presse erscheint und wie es erscheint, eng begrenzt. 
 
 Einzelfallhilfe 
-Beratungen als Hausbesuche, beim BBC am Hörsterplatz oder auch telefo-
nisch fanden nach Kontaktaufnahme seitens der älteren Menschen statt. Die 
Zahl einmaliger Anfragen an die Projektkoordinatorin lag dabei deutlich höher 
als die Zahl der Mehrfach-Beratungskontakte, die nicht notwendigerweise im 
Rahmen von Hausbesuchen stattfanden. Vielfach wurde auch ein (ein- oder 
mehrmaliger) telefonischer Kontakt seitens der älteren Menschen als für ihr 
Anliegen ausreichend empfunden. 
-Wichtiges Ziel der Beratung war es, auf Wunsch soziale Kontaktmöglichkei-
ten, aber auch Anlaufstellen für weitergehende (gesundheitliche) Unterstüt-

4 
 
zungsbedarfe, Selbsthilfegruppen u.ä. zu vermitteln und ggf. den ersten Kon-
takt dorthin gemeinsam herzustellen. 
-Ältere Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag wurden, wo dies möglich 
war, an die Ehrenamtlichen der Von Mensch zu Mensch-Initiativen weiterver-
mittelt. 
-Anliegen und Fragen, die über das Projekt hinausgingen, wurden durch die 
Projektkoordinatorin an die Ansprechpartner der Stadtteilorientierten Sozialen 
Arbeit, das Informationsbüro Pflege etc. weitergeleitet. 
 
Projekterfahrungen: 
-Wenige Kontakte kamen über Multiplikatoren oder als Reaktion auf sonstige 
Öffentlichkeitsarbeit zustande. Es ist nicht gelungen, strukturierte Zugangs-
wege zur Zielgruppe des Projektes über Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken 
usw. zu eröffnen. Wiederholte Ansprache brachte kaum Resonanz. Kontakte 
entstanden i.d.R. über andere Kanäle (über BBC/Diakonie, Offene Sprech-
stunde/Allgemeines Sozialberatung), daher waren die Anfragenden auch nicht 
beschränkt auf die ausgewählten Stadtteile. 
-Eine Beschränkung nur auf die eigentlich im Fokus stehende Zielgruppe der 
von Altersarmut betroffenen/bedrohten SeniorInnen konnte ebenfalls nicht 
erreicht werden, zumal dieser Aspekt in der öffentlichen Bekanntmachung des 
Beratungsangebotes wegen der potenziell stigmatisierenden Wirkung nicht in 
den Vordergrund gestellt wurde. 
-Bezüglich der im Projekt vorgegebenen inhaltlichen Zuspitzung der Beratung 
auf das Thema „Gesundheit“ für von Altersarmut bedrohte oder betroffene 
Menschen lässt sich eine Diskrepanz zwischen dem, was sozialpolitisch er-
wünscht ist und mit Blick auf eine alternde Gesellschaft auch notwendig er-
scheint, und dem, was Betroffene selbst für notwendig erachten bzw. nachfra-
gen, konstatieren. Ein Bedürfnis älterer Menschen (insbesondere der Zielgrup-
pe), sich zu Gesundheitsfragen im engeren Sinn, zu Bedingungen eines ge-
sunden Lebens im Alter beraten zu lassen, konnte nicht festgestellt werden. 
Auch denjenigen, die sich aus eigenem Antrieb an die Projektkoordinatorin 
wandten, ging es um Anderes, i.d.R. um eine schwierige Lebens- oder soziale 
Situation. Diese verbindet sich zwar regelmäßig mit gesundheitlichen Beein-
trächtigungen. Dennoch suchen die Menschen keine Gesundheitsberatung, 
sondern eine Anlaufstelle, um sich auszusprechen und ggf. gemeinsam zu 
überlegen, wie die eigene Lebenssituation ein wenig verbessert werden kann. 
Die konkreten Bedarfe und Anliegen sind dabei so unterschiedlich wie die 
Lebenssituationen. 
-Wenn ein Bedarf zu benennen wäre, der immer wieder in den Gesprächen 
von den älteren Menschen genannt (und auch zum Hindernis etwa für soziale 
Teilhabe) wurde, dann besteht dieser im ungelösten Problem der Mobilität im 
Alter, das sich auch durch einen gut ausgebauten ÖPNV sowie eine altersge-
rechte Quartiersentwicklung allenfalls entschärfen, aber nicht lösen lässt. 
-Ein weiteres Ergebnis der im Rahmen des Projektes geführten Gespräche mit

5 
 
älteren Menschen bezogen auf Geselligkeit/soziale Teilhabe ist, dass es nicht 
(mehr) reicht, einen Ort als Treffpunkt für ältere Menschen zu haben, an dem 
z.B. in regelmäßigen Abständen ein gemeinsames Kaffeetrinken angeboten 
wird. Durch ein solches Angebot werden viele ältere Menschen nicht ange-
sprochen. Die Bedarfe sind heute individueller und es ist daher schwieriger, 
sie zu bedienen (insbesondere auch wohnortnah). Dennoch wäre es wichtig, 
erst einmal in jedem Stadtteil einen solchen Ort zu haben, an dem dann auch 
unterschiedliche, ggf. von den älteren Menschen selbst mitgestalteten Ange-
boten Raum fänden. 
 
 Ehrenamt 
-Im Projektzeitraum entstanden in den Stadtteilen Uppenberg und Rumphorst 
mit Unterstützung der Projektkoordinatorin feste Gruppen, die ehrenamtliche 
Nachbarschaftshilfe leisten. 
-Organisatorisch eingefügt wurden die neuen Gruppen in das bestehende For-
mat „Von Mensch zu Mensch“, weil hier sowohl Finanzierungsmöglichkeiten 
(Aufwandsentschädigungen, Anerkennungskultur usw.) als auch eine erprobte 
Infrastruktur zur Verfügung stehen. Aus der gleich zu Beginn des Projektes 
entstandenen Kooperation mit der FreiwilligenAgentur entwickelte sich in den 
beiden genannten Stadtteilen eine enge Zusammenarbeit zwischen der Pro-
jektkoordinatorin und Fr. Wegener-Bücker (Koordinatorin Projekt „Von Mensch 
zu Mensch“) beim Aufbau der beiden neuen Gruppen. 
-Der Aufbau der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe wurde in Uppenberg von 
der Wohn- und Stadtbau unterstützt, die für die Gruppentreffen auch Räume 
im Lincoln-Quartier zur Verfügung stellt. 
Beim Aufbau der Nachbarschaftshilfe in Rumphorst leistet die Gemeinde 
Thomas Morus (St. Franziskus) „logistische“ Unterstützung (Bereitstellung von 
Räumlichkeiten). Auch der Wohnungsverein Münster unterstützt den Aufbau 
der dortigen Ehrenamts-Gruppe. 
-In beiden Gruppen ist es gelungen, ehrenamtliche Koordinatoren zu finden, 
die die Organisation ehrenamtlicher Aktivitäten vor Ort weitgehend übernom-
men haben und selbständig durchführen. 
-Zusätzlich zur ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe hat sich die Gruppe in 
Uppenberg auch zu einem Ort gemeinsamer Aktivitäten zur Förderung der 
Geselligkeit im Lincoln-Quartier entwickelt. Neben Informationsveranstaltun-
gen werden ein regelmäßiger offener Kaffeetreff, aber auch sportliche Aktivi-
täten (Nordic Walking) angeboten, die den Gruppenmitgliedern und anderen 
Interessierten im Stadtteil offen stehen. Diese Aktivitäten wurden und werden 
von der Gruppe selbst angeboten und durchgeführt. Die Projektkoordinatorin 
stand nach Abschluss der Etablierungsphase bei Bedarf für Fragen, bei Pro-
blemen und zur Unterstützung größerer Aktionen und Veranstaltungen zur 
Verfügung. 
-Zur Schulung Ehrenamtlicher wurde am 28. März 2014 vom Beratungs- und 
BildungsCentrum ein Impuls-Workshop „Freiwillig engagieren im Quartier“

6 
 
durchgeführt. 
Auch diverse Fortbildungs-Angebote des Beratungs- und BildungsCentrums 
wurden für die in der Nachbarschaftshilfe Engagierten sowie für Ehrenamtliche 
anderer Einrichtungen für Senioren (z.B. Altes Backhaus) geöffnet und gut an-
genommen. Themen der kostenlosen Angebote waren z.B. Altersarmut, Sozi-
alberatung, Kommunikation, Umgang mit Konflikten, Achtsamkeit. 
-Am 24. April 2015 organisierte die Projektkoordinatorin im EVK ein Schu-
lungsangebot für Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit im Rahmen des Bagso-
Projekts „Im Alter IN FORM – Gesunde Lebensstile fördern“. 
 
Projekterfahrungen: 
-Insgesamt sehr positive Erfahrungen und Ergebnisse im Bereich „Ehrenamt“/ 
nachbarschaftliches Engagement, auch durch die gelungene Kooperation mit 
der FreiwilligenAgentur/“Von Mensch zu Mensch“. Über das Projekt konnte 
insbesondere Zeit/ Personaleinsatz in die Kooperationsbeziehungen einge-
bracht werden, über „Von Mensch zu Mensch“ wird die finanzielle Unterstüt-
zung und die Nachhaltigkeit über das Projektende hinaus gewährleistet. 
-Insbesondere eine hohe Identifikation mit der Nachbarschaft, aber auch dem 
Stadtteil sind ein wesentlicher Motor für ehrenamtliches Engagement. Wichtig 
ist es, für den Aufbau neuer Gruppen Anknüpfungspunkte und Kooperations-
partner im Stadtteil (hier z.B. Wohnungsgesellschaften) zu haben. Dadurch 
wird es leichter, Menschen gezielt anzusprechen. 
 
 Netzwerkarbeit 
-Netzwerke, in denen das Projekt vertreten war und ist: 
Arbeitskreise „Älter werden in …“ (Innenstadt-Nord, Innenstadt-Nordost, 
Coerde), Arbeitskreis Uppenberg 
Im Kreuzviertel/Münster Mitte war das Projekt eingebunden in den Aufbau 
eines ServiceWelten-Netzwerkes in Kooperation mit der Handwerkskammer 
Münster (Hr. Dr. Kühn-Gerhard; Geschäftsführer ServiceWelten e.V.). Hierbei 
handelt es sich um ein lokales Netzwerk, in dem Handwerks- und Dienstleis-
tungsbetriebe gemeinsam daran arbeiten, den sich wandelnden Bedürfnissen 
der Gesellschaft gerecht zu werden: mit qualitativ hochwertigen Handwerks- 
und Dienstleistungen und durch kooperative Zusammenarbeit. Mit Blick auf 
den demographischen Wandel sollen dabei auch neue Angebotsformen für 
SeniorInnen entstehen, die sich durch vernetzte und abgestimmte Zusammen-
arbeit unterschiedlicher Handwerke und Dienstleister sowie alterssensibler 
Serviceangebote auszeichnen. Seit Herbst 2014 liegt ein gemeinsamer Flyer 
des Netzwerkes für Münster-Mitte vor, und es existiert eine zentrale Telefon-
nummer für Interessenten, die sich an das Netzwerk wenden möchten. 
Es wurden auch erste Schritte unternommen, um unterschiedliche Netzwerke 
miteinander in Kontakt zu bringen (Vorstellung des ServiceWelten-Netzwerks 
durch daran beteiligte Partner im AK „Älter werden in Innenstadt-Nord“ am 4. 
Februar 2014 und 18. November 2014).

7 
 
-Stadtteilübergreifend entwickelte sich eine enge Kooperation mit dem Projekt 
„Bewegt ÄLTER werden in Münster“ des Stadtsportbundes (Projektkoordina-
tion Fr. Völker-Honscheid). Das Beratungs- und BildungsCentrum ist im Beirat 
dieses Projektes vertreten. 
Aus der Kooperation ist konkret die gemeinsame Veranstaltung „Bewegt 
ÄLTER werden in Münster – Gesünder leben im Alter“ am 4. Dezember 2014 
im Gesundheitshaus hervorgegangen. Weitere Kooperationspartner waren 
eine Ernährungswissenschaftlerin und der Verein für Gesundheitssport und 
Sporttherapie Münster e.V. Die Finanzierung der Veranstaltung erfolgte über 
Projektmittel des Landessportbundes. Geplant war eine Informations- und 
Mitmach-Veranstaltung mit kurzen Informationsbeiträgen zur Gesundheit im 
Alter (Bewegung, Ernährung, soziale Teilhabe) verbunden mit der Möglichkeit, 
Angebote in diesen Bereichen auch konkret auszuprobieren (z.B. gemeinsa-
me Zubereitung einer gesunden und leckeren Zwischenmahlzeit, Seniorobics, 
Sturzprophylaxe, Achtsamkeitstraining). Zudem sollte die Gelegenheit genutzt 
werden, um Bedarfe bei den Teilnehmern abzufragen oder für neue Angebote 
(Gesundheitswandern, Tanztee) Interessenten zu werben. 
Die Teilnehmerzahl an der Veranstaltung war sehr gering. Mögliche Gründe: 
Jahreszeit, andere Veranstaltungen, erfolgloser Versuch, die Veranstaltung 
über die Tagespresse anzukündigen und zu bewerben. 
-Netzwerkkontakt zur Kommunalen Seniorenvertretung. 
-Zur Kooperation mit „Von Mensch zu Mensch“/FreiwilligenAgentur MS s.o. 
 
Projekterfahrungen: 
-Ein wesentliches Element der Netzwerkarbeit in den Stadtteilen sollte es sein, 
gemeinsam mit anderen Akteuren zu erkunden, was Menschen vor Ort sich 
wünschen, was fehlt, um im Viertel „gesund älter zu werden“, und dann ggf. 
auch gemeinsam zu überlegen, ob und wie bestehende Angebotslücke ge-
schlossen werden können. Seitens der Projektkoordinatorin wurde daher 
immer wieder das Interesse an andere Einrichtungen herangetragen, Kräfte im 
Stadtteil zu bündeln, um etwas Neues auszuprobieren, Lücken in der Ange-
botsstruktur zu erkennen und evt. zu schließen usw. 
Ergebnis: Kaum Resonanz. Als ursächlich dafür können mehrere Faktoren 
genannt werden: 
Für einen Stadtteil räumlich zuständige Einrichtungen wie Kirchengemeinden 
orientieren sich nicht primär an den Stadtteilen als solchen. 
Im Stadtteil Schlachthof gab es insgesamt zu wenig Anknüpfungspunkte für 
Netzwerkkontakte, weil dort kaum Einrichtungen vertreten sind. Auch wird der 
Stadtteil nicht als solcher wahrgenommen, nicht einmal von den Menschen, 
die dort leben. 
Vielfach sind kirchliche und soziale Einrichtungen, auch wenn sie selbst im 
Stadtteil aktiv sind, nicht bereit, sich dem Quartiersdenken und Kooperationen 
zu öffnen. Dabei spielt vermutlich Sorge vor Konkurrenz eine nicht unwesentli-
che Rolle.

8 
 
Auch bei Einrichtungen für Senioren im Stadtteil war ein hohes Interesse an 
und eine positive Resonanz auf vom BBC angebotene Schulungen zu ver-
zeichnen, aber ein deutlich geringeres Interesse an gemeinsamen Aktionen, 
Aktivitäten, Angeboten (z.B. Durchführung Zukunftswerkstatt o.ä. im Stadtteil). 
 
4. Fazit 
Im Projekt wurde das Thema Gesundheit/Gesundheitsförderung (mit fortschreitenden 
Projekterfahrungen verstärkt) inhaltlich weiter gefasst und verstanden als nur Bera-
tung über präventive und gesundheitsfördernde Angebote, einen gesundheitsförderli-
chen Lebensstil oder Aufklärung über Leistungen der medizinischen Regelversor-
gung. Als sinnvoller erwies sich eine Orientierung am umfassenden Gesundheitsbe-
griff der WHO, der Gesundheit als Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und 
sozialen Wohlbefindens definiert. Das passt zu einem im Maßnahmenprogramm der 
Stadt Münster zugrunde gelegten Konzept von Armut als Lebenslage, in dem multi-
ple Benachteiligungen in ganz verschiedenen Lebensbereichen ineinandergreifen, 
einander bedingen, sich gegenseitig verstärken usw. Insbesondere in der Einzelfall-
beratung wurde deutlich, dass für viele Rat und/oder Unterstützung suchende ältere 
Menschen ein enger Zusammenhang zwischen Gesundheit und aktueller Lebenssi-
tuation besteht. Dabei setzt aber der von den Betroffenen selbst artikulierte Bera-
tungs- und Unterstützungsbedarf eher und vorrangig an der Bearbeitung ihrer sozia-
len Situation oder ihrer belastenden Lebensumständen an. Gelingt hier eine Verbes-
serung, kann sich in einem zweiten Schritt auch die gesundheitliche Situation verbes-
sern. Das Thema Gesundheit muss also insbesondere im Kontakt mit der im Projekt 
anzusprechenden Zielgruppe in einen weiteren Kontext eingebettet sein. Das Bera-
tungsangebot muss an anderer Stelle ansetzen (Richtung Allgemeine Sozialbera-
tung, offene Anlaufstelle für Fragen zum individuellen Unterstützungsbedarf im Stadt-
teil u.ä.) und darf sich nicht von Anfang an und ausschließlich auf das Thema Ge-
sundheit im engeren Sinne fokussieren. 
Nachhaltige und über das Projekt hinaus wirksame Strukturen sind im Rahmen der 
Projektaktivitäten im Bereich der Ehrenamtsgruppen entstanden, vor allem weil hier 
eine Einbindung der neuen Gruppen in bereits bestehende Organisationsstrukturen 
auf Ebene der Stadt Münster erfolgen konnte. 
Auch das ServiceWelten-Netzwerk wird projektunabhängig verstetigt durch seine das 
Netzwerk tragenden Mitglieder. 
In der verbleibenden Projektlaufzeit bis Mitte Juni ist ein weiterer Aktionstag zum ge-
sunden Älterwerden mit dem Stadtsportbund geplant. Das aufsuchende Beratungs-
angebot besteht bis dahin ebenfalls weiter.

Anlage 3 V-0711-2015

8852 Zeichen

Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
1 
 
 
Bericht zur Programmarbeit BGB und BÄW (Stand 08.20 15) 
– Stadtsportbund Münster 
Die Programme „Bewegt GESUND bleiben in NRW“ und „B ewegt Älter 
werden in NRW“ sind Teil des Gesamtkonzeptes des 
Landessportbundes (LSB)  – welches das Handlungsfel d Sport und 
Gesundheit in den Mittelpunkt des Interesses rückt.  Die 
Landesprogramme werden auf kommunaler Ebene umgeset zt, indem 
sich die Kreis- und Stadtsportbünde um entsprechend e 
Fördermaßnahmen bewerben können. Der Stadtsportbund   Münster 
(SSB) ermöglicht bzw. fördert  auf diesem Wege die Umsetzung in 
Münster. 
 
Die Projektschwerpunkte in Münster bezüglich „Beweg t GESUND 
bleiben“ wurden, angelehnt an die landesweiten 
Programmschwerpunkte, wie folgt festgelegt:  
• Ausbau von gesundheitsorientierte Angebote im Spor tverein 
• Der Sportverein als Gesundheitspartner Sport 
 
Der Focus des Programms „Bewegt GESUND bleiben…“ liegt auf Bewe-
gungsangeboten, die entweder präventive oder rehabilitative Zielsetzung 
haben und entsprechend auch zertifiziert wurden.  
Die Projektschwerpunkte bezüglich „Bewegt ÄLTER werden…“ lauten:  
• Förderung von Bewegung und Sport für den älter wer denden Men-
schen 
• Kommunales Netzwerkmanagement 
 
Der Focus von „Bewegt Älter werden…“  ist dabei auf  alle älter 
werdenden Menschen in den verschiedenen kalendarisc hen 
Lebensphasen gerichtet, ohne dass hier eine strikte  Altersgrenze 
angedacht ist. „Älter werden Alle,   
Anlage 3 
zu Vorlage V/0711/2015

Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
2 
 
 
 
jeden Tag.“ Die Herausforderung ist es, in den vers chiedenen 
Lebensphasen gesund älter bzw. gesund immer älter z u werden, um der 
demographischen Entwicklung entsprechend Rechnung zu tragen.  
Ein in beiden Programmen zu berücksichtigender Aspe kt ist die Installa-
tion oder die Öffnung von Bewegungsprogrammen für alle Erwachsenen, 
auch für die sozialschwächeren oder die mit anderem  soziokulturellem 
Hintergrund. Insbesondere hier ist die Zusammenarbe it im Netzwerk ge-
fragt.  Die Programmumsetzung ist entsprechend  zu einem großen Teil 
abhängig davon, dass die Sportvereine  Ansprechpart ner auf städtischer 
Ebene, auf Ebene der freien Wohlfahrt, in den kommunalen Seniorenver-
tretungen,  in der Ärzteschaft und bei den Kostenträgern haben.  
Der SSB Münster ist bestrebt, diese Netzwerke zu kn üpfen und dann in 
aktiver Zusammenarbeit auch mit  „Leben zu füllen“ d.h. Ziele zu definie-
ren, Inhalte zu konzeptionieren und entsprechende M aßnahmen 
umzusetzen. Bisherige Strukturen in Münster lassen sich der folgenden 
Abbildung entnehmen. Sie basieren auf der Installat ion eines Beirates, 
eines Arbeitskreises der Sportvereine und Kooperati onspartnern für die 
Umsetzung der programmspezifischen Maßnahmen.

Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
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Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
4 
 
Die praktische Umsetzung der beiden Projekte in Münster erfolgt seit Ok-
tober 2013. Auf Basis einer laufenden Bestandserheb ung zur Sport- und 
Stadtentwicklung und zu bereits vorhandenen Angebot en in den 
Sportvereinen Münsters (eigene Fragebogenaktion im Mai 2014) sollen 
Bedarfe ermittelt und anhand von Zielsetzungen ents prechende 
Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. So ergibt s ich aus der Fra-
gebogenaktion, an der sich bis dato 23 Sportvereine , die im 
Handlungsfeld aktiv sind, beteiligt haben, dass die  Bewegungsangebote 
zur Prävention und Rehabilitation orthopädischer Er krankungen in 
Abgrenzung zu z.B. internistischen und neurologisch en Erkrankungen 
dominieren. Stadtteilbezogen ergab sich aus der Umf rage, dass der 
Süden und die Stadtmitte insbesondere Mitte Nord un d Ost ein größeres 
projektspezifisches Angebot haben. Bewegungsangebot e für Ältere gibt 
es am ehesten in der Kategorie „Fit bleiben“ und „s portlich sein und 
bleiben“, während Angebote mit dem Ziel „mobil zu b leiben oder wieder 
zu werden“ (Ältere und Hochaltrige) noch relativ we nig angeboten 
werden. Besonders hier muss der Gedanke der aufsuch enden 
Bewegungsangebote umgesetzt werden, da der wenig mo bile, nicht 
primär sportinteressierte Mensch nicht unbedingt in  die Sporthalle 
kommt. Von Interesse sind Räumlichkeiten im Quartie rin 
Senioreneinrichtungen, in Pfarrheimen usw. Grundsät zlich haben die 
Vereine auch an dieser Stelle das Problem, dass zu wenig Sportstätten 
zur Verfügung stehen. 
Im Rahmen der Projektarbeit wurden bis dato folgende  Maßnahmen und 
Kooperationen initiiert: 
• Workshops und Informationsveranstaltungen für inte ressierte 
Sportvereine, Bewegungsfachkräfte und Übungsleiter zu den 
Themen Prävention und Rehabilitation. 
• Vorstellung des Programms Bewegt ÄLTER werden in  NRW / in 
Münster im Rahmen von Informationsveranstaltungen u nd in den 
Arbeitskreisen der Stadt Münster: Älter werden im Q uartier

Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
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• Durchführen von 2 Aktionstagen zusammen mit der WW U 
(Studium im Alter, Juni 2014) und im Rahmen eines W andertages 
zusammen mit dem Allwetterzoo (August 2015) unter B eteiligung 
mehrere Sportvereine. 
• MuM Gievenbeck (Mehrgenerationen und Mütterhaus e. V.) zusam-
men mit dem TSC Gievenbeck: Installation von 
Bewegungsangeboten (versch. Gymnastikangebote, 
Wassergymnastik und mobile Hockergymnastik in Senio ren-
einrichtungen) 
• Bildungs- und BeratungsCentrum der Diakonie zusamm en mit dem 
VGS Münster e.V.: Durchführung von  gemeinsamen Inf ormations- 
und Mitmachveranstaltungen „Bewegt ÄLTER werden – G esünder 
leben im Alter“ im Gesundheitshaus – 12/14 und im EVK Münster – 
08/15. 
• Haus vom guten Hirten zusammen mit dem VGS Münster  e.V.: 
„Bewegung zu Klang und Musik“ für Menschen mit deme ntiellen 
Erkrankungen; „Bewegung tut gut“ für Senioren im Quartier und bis 
Dez. 2014 auch in der Seniorenresidenz Kastanienhof  (Körperlich 
AKTIV gegen das Vergessen)  
• evangelische Familienbildungsstätte (FaBI) zusamme n mit dem 
VGS Münster e.V.: Sturzprävention – mit sicherem Sc hritt in Rich-
tung Zukunft (ab 09/15)! 
• Demenz Service Zentrum, Haus vom guten Hirten und VGS 
Münster e.V.: Umsetzung des Modells „Sport für Mens chen mit 
dementiellen Erkrankungen“ 
• Tibusresidenz zusammen mit dem VGS Münster e.V.: R ollator- / 
Gehhilfetraining, Seniorobics  
• Seniorenbüros Mauritz und Margareta, Haus vom gute n Hirten und 
VGS Münster e.V.: „Latschen und tratschen im Stadtteil, in Pantof-
felnähe“

Bewegt GESUND bleiben - 
Bewegt ÄLTER werden  
IN MÜNSTER        
 
            
Projektkoordination 
Gabriele Völker – Honscheid 
Nisinghoverweg 12        0151-15002162 (m) 
48165 Münster 
         E-Mail:  gabi.voelker.h@stadtsportbund-ms.de  
 
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Hinweis: Die Angebote „Sport und Demenz“ und „beweg ende Altenein-
richtungen“ werden zusätzlich gefördert. Hier konnten sich Vereine oder 
Einrichtungen direkt beim LSB NRW bewerben. 
Die Bestandsanalyse, das sich daraus ergebende Hand lungskonzept 
und die entsprechenden Maßnahmen werden in 1-2 jähr lichen Treffen 
des Beirates und der Sportvereine vorgestellt und d iskutiert. Zudem ist 
die Erstellung einer Broschüre und somit eine Dokum entation der 
Angebote „Sport für Ältere und im Handlungsfeld Sport und Gesundheit“ 
in Arbeit.    
Perspektivisch sollen Sportvereine, Akteuren im Ges undheitssystem, 
freie Wohlfahrtsverbände, Senioreneinrichtungen und  städtische 
Strukturen motiviert werden im Netzwerk zusammenzua rbeiten, um dem 
Handlungsfeld Sport und Gesundheit und Sport für Äl tere kompetent 
gerecht werden zu können. Sowohl die demographische  Entwicklung als 
auch die Lifestyle begründeten chronischen Erkranku ngen geben 
Anlass, diesem Thema verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen.  
 
 
 
Projektkoordination Stadtsportbund 
(„Bewegt GESUND bleiben und Bewegt ÄLTER werden“) 
  
 
gez. G. Völker-Honscheid

Berichtsvorlage

13702 Zeichen

V/0711/2015 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Sozialamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Abschlussbericht zum Maßnahmeprogramm zur Förderung von Teilhabe im Alter und zur 
Vermeidung von Altersarmut 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
21.10.2015 Integrationsrat Bericht 
22.10.2015 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
26.10.2015 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 
27.10.2015 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
28.10.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und 
 Arbeitsförderung Bericht 
 
 
Bericht: 
1. Ausgangslage: 
Das mit Vorlage V/0405/2012 beschlossene Maßnahmeprogramm Teilhabe im Alter bezog sich 
mit der Umsetzung des Programms und dessen Finanzierung auf die Jahre 2013 – 2014. Da 
einige Maßnahmen verzögert starten konnten und somit auch erst später beendet wurden, konn-
te mit Vorlage V/0870/2014 ein Zwischenbericht zum Umsetzungsstand der Einzelmodule und 
erste Erfahrungen und Ergebnisse vorgelegt und für 2015 ein Abschlussbericht angekündigt wer-
den. Mit dieser Vorlage werden nun weitere Entwicklungen einzelner Maßnahmen oder Ab-
schlussergebnisse vorgestellt. 
 
2. Bausteine des Maßnahmeprogramms  
Das Maßnahmeprogramm besteht aus folgenden zehn Bausteinen: 
• Fallmanagement „Teilhabe im Alter“ (FM-ThiA) 
• „Gesund und aktiv – älter werden in Münster“ 
• „Bewegt älter werden in Münster“ 
• Wohnen im Alter 
• Arbeit - „Perspektive 50plus“ 
• Lokales Beschäftigungsbündnis 
• Neuausrichtung des Begegnungsstättenangebotes für alte und behinderte Menschen 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0711/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Menke 
Ruf: 
492-5025 
E-Mail: 
MenkeChristine@stadt-muenster.de 
Datum: 
03.09.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0711/2015 
 
• Stadtteilorientierte Soziale Arbeit der Wohlfahrtsverbände 
• Stadtteilarbeitskreise „Älter werden in …“ 
• Münster Pass 
Einige der Bausteine sind nicht als Projekte angelegt, sondern sind Themen und Angebote, zu 
denen Handlungsansätze fortlaufend weiterentwickelt werden. Hierzu gibt es teilweise gesonder-
te umfassende Berichterstattungen zur Umsetzung, wie z.B. zum Handlungsprogramm Wohnen. 
Zum Thema Arbeit – „Perspektive 50plus“ gibt es zur im Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 
2015 des Jobcenters weiterführende Informationen, das Programm wird vom Bund noch bis En-
de 2015 gefördert. 
 
2.1 Fallmanagement „Teilhabe im Alter“ (FM-ThiA) 
Zielgruppe dieses neu konzipierten und in Verantwortung des Sozialamtes durchgeführten Fall-
managements sind Münsteranerinnen und Münsteraner über 64 Jahre, die auf Leistungen der 
Grundsicherung nach Kap. 4 SGB XII angewiesen sind. Armut wird hier nicht allein an zu gerin-
gem Einkommen festgemacht, sondern als Unterversorgung in verschiedenen Lebens- und All-
tagsbereichen verstanden. Hier wird im Fallmanagement zugrunde gelegt, dass dieser Gruppe 
Leistungsberechtigter regelmäßige eine realistische Perspektive fehlt, ihre materielle Hilfebedürf-
tigkeit einmal selbst überwinden zu können. Zu den Alltagsbereichen gehören z. B. Wohnen, Ge-
sundheit, Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe; je nach Bedarf lassen sich im Rahmen des 
Fallmanagements auch Einzelaspekte der wirtschaftlichen Situation stabilisieren, etwa im Zu-
sammenhang mit Angeboten einer Budget- oder Schuldnerberatung.  
Die Systematik des Fallmanagements wird im Abschlussbericht (s. Anlage 1) dargestellt. Hier 
wird auch dargestellt, dass neben der Existenzsicherung vor allem Vereinsamung und soziale 
Isolation die Lebenssituation eines großen Teils der Leistungsberechtigen sind. Daher bezogen 
sich die Schwerpunkte der geleisteten Unterstützung auf das Herstellen neuer Kontakte, auf 
Freizeitgestaltung sowie auf Beratung in Fragen des Alltags und punktuelle Begleitung.   
Seit 01.03.2013 sind zwei Mitarbeiterinnen des Sozialamts als Fallmanagerinnen tätig (1,5 Stel-
len), die gleichzeitig die leistungsrechtlichen Aufgaben für die Berechtigten im Fallmanagement 
wahrnehmen (Hilfen aus einer Hand). Die Betreuung im Rahmen des Fallmanagements umfasst 
bei Bedarf bzw. auf Wunsch auch aufsuchende Beratung und gemeinsame Hilfeplanung mit Be-
rechtigten in deren Wohnbereich. Ausgehend von einer Verdoppelung des Arbeitsaufwands je 
Fall ergab sich ein zusätzlicher Bedarf an 0,75 Stellenanteilen, um Fallmanagement in Kombina-
tion mit Leistungsgewährung im Umfang von 1,5 Stellen anbieten zu können. Die Erfahrungen 
haben diese Bemessung als zutreffend bestätigt.  
Die Durchführung der Maßnahme war auf zwei Jahre befristet und wurde als Projekt zum 
28.02.2015 beendet. Im Rahmen der Beratungen für den Haushalt 2015 wurde aufgrund des 
Zwischenberichts, in dem bereits erkennbar war, dass älteren Leistungsberechtigten trotz gerin-
gem Einkommens mehr Lebensqualität ermöglicht wurde, seitens der Politik das Projekt in eine 
Dauermaßnahme überführt und die Stellen fest eingerichtet. 
 
2.2 „Gesund und aktiv – älter werden in Münster“ 
Unter Federführung des Amtes für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten 
wurde auf Basis der Handlungsempfehlungen des Arbeitskreises „Gesund älter werden“ der Ge-
sundheitskonferenz ein stadtteilorientiertes Modell zur aufsuchenden Gesundheitshilfe für ältere 
Menschen entwickelt: „Gesünder leben im Alter – ja, ich will“. Als Kooperationspartner konnte 
hier von der Diakonie Münster das Beratungs- und BildungsCentrum für die Umsetzung und die 
Franz-Bröcker-Stiftung für die Finanzierung einer halben Fachkraftstelle für den Projektzeitraum 
gewonnen werden.

3 
V/0711/2015 
 
Das Projekt bestand aus den Bausteinen Einzelfallhilfe, Ehrenamt und Netzwerkarbeit. Die Maß-
nahme wurde von Juni 2013 – Juni 2015 durchgeführt. Ein ausführlicher Bericht ist in der Anlage 
(2) beigefügt. Die Akteure des Projektes planen derzeit ein weiteres Projektes, in das die Erfah-
rungen aus „Gesünder leben im Alter – ja, ich will“ einfließen.  
 
2.3 „Bewegt älter werden in Münster“ 
Der Stadtsportbund Münster (SSB) hat vom Landessportbund NRW Mittel aus dem Förderpro-
gramm „Bewegt älter werden in NRW“ bewilligt bekommen. Der SSB hat eine Koordinierungsstel-
le für die Begleitung des Programmes eingerichtet. Für eine Bestandsaufnahme wurden alle 
Sportvereine zum einen über das Programm informiert und zum anderen aufgefordert, alle Ange-
bote für Senioren zu benennen und ggf. Bedarf für weitere Angebote zu melden. Die Bestands-
erhebung ist Grundlage für ein Handlungskonzept, für das die Erhebungen auch auf Stadtteil-
ebene analysiert werden müssen. Das Handlungskonzept soll Ende 2015 fertiggestellt sein. Für 
die Arbeit vor Ort soll das Konzept dann in einer Broschüre für Endverbraucher dargestellt wer-
den.  
Die Koordinatorin hat das Programm auf Stadtteilebene in den Arbeitskreisen „Älter werden in …“ 
vorgestellt, um auch dort für das Programm zu werben und Hinweise auf weitere Bedarfe zu er-
fahren. Hieraus haben sich Kontakte und Kooperationen zu unterschiedlichen Akteuren der Bera-
tung, Bildungsstätten, Ehrenamtsinitiativen entwickelt. Im Ergebnis gibt es neue Bewegungsan-
gebote und verschiedene Aktions- und Informationsveranstaltungen für ältere Menschen. Ein 
ausführlicher Bericht zum Programm findet sich in der Anlage (3). 
 
2.4 Lokales Beschäftigungsbündnis 
Mit einem Bündnis zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen sollten Aktivitäten 
entwickelt werden, um künftiger Altersarmut entgegenzuwirken. Hierzu hatte es im Vorlauf der 
Planung erste Gespräche zwischen Wirtschaftsförderung, Handwerkskammer, Industrie- und 
Handelskammer initiiert von der Stadt Münster gegeben. Zur weiteren Erörterung wurde dieses 
Thema mit den Ver.di-Senioren diskutiert. Hier entstand die Idee, eine Veranstaltung gemeinsam 
von Gewerkschaften mit Betriebsräten durchzuführen, zu der ein/e Experte/in zum Thema Ar-
beitsfähigkeit und Alter eingeladen werden sollte. 
 
2.5 Neuausrichtung des Begegnungsstä ttenangebotes für alte und behi n-
derte Menschen 
Mit Vorlage V/0236/2015 wurde vom Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbrau-
cherschutz und Arbeitsförderung der Neufassung der Richtlinien für die Bezuschussung von Be-
gegnungsstätten zugestimmt. Die neuen Richtlinien sind am 01.07.2015 in Kraft getreten. 
Die Richtlinien für die Bezuschussung von Begegnungsstätten für alte und behinderte Menschen 
sind nun in Richtlinien für die Bezuschussung von Begegnungsstätten für alte Menschen umge-
wandelt worden. Begegnungsstätten für Menschen mit Behinderungen werden außerhalb dieser 
Richtlinien gefördert.  
Für die Neuausrichtung der Förderrichtlinien wurden folgende Kriterien festgelegt: 
- Die Angebote der Begegnungsstätten sollen nachfrage- und bedarfsorientiert auf das 
Quartier bezogen sein. 
- Die Angebote müssen offen zugänglich sein, sie sollen die Teilhabe fördern.

4 
V/0711/2015 
 
 
- Die Angebote sollen in Stadtteilnetzwerken (AK’s „Älter werden in Münster“) vorgestellt 
werden. 
- Die Zuschussorientierung an den Öffnungszeiten soll als Basisberechnung bleiben. 
- Besondere Zusatzangebote können eine Bonusförderung erhalten, z. B. Patenschaften, 
Begleitangebote. 
- Über die Förderanträge soll gemeinsam mit der Kommunalen Seniorenvertretung ent-
schieden werden, wozu ein Beirat eingerichtet wird. Dieser setzt sich aus zwei Mitgliedern 
der Kommunalen Seniorenvertretung einem Mitglied der Stadtverwaltung zusammen. 
 
Die Zuschüsse im Rahmen der Förderung von Begegnungsstätten für alte Menschen stellen eine 
Basisfinanzierung mit Anreizkomponente zur Absicherung des Begegnungsangebots dar. Dar-
über hinaus erhalten der Seniorentreff Hansahof e.V. und der Alte Backhaus e.V. im Rahmen der 
verfügbaren Haushaltsmittel jährliche Zuschüsse außerhalb dieser Richtlinien. 
 
2.6 Stadtteilarbeitskreise „Älter werden in …“ 
Die Stadtteilarbeitskreise „Älter werden in …“ werden gemeinsam von der Kommunalen Senio-
renvertretung und jeweils einem Wohlfahrtsverband betreut. Durch diese Vernetzung fließen die 
Belange in den Stadtteilen direkt in die Arbeit der Kommunalen Seniorenvertretung ein. Es wur-
den und werden weitere Stadtteilarbeitskreise eingerichtet, zum Teil werden Zukunftswerkstätten 
für den Arbeitsstart durchgeführt, wie z.B. zuletzt beim AK „Älter werden in Wolbeck“. Mehrere 
Arbeitskreise führen Befragungen im Stadtteil durch.  
Ein Ergebnis der Stadtteilarbeitskreise ist eine stadtteilbezogene Broschüre mit Angeboten für 
Senioren. Diese Broschüren sind immer sehr schnell vergriffen, was den hohen Bedarf an Infor-
mation unterstreicht. Die Erarbeitung dieser Broschüren wird auch für Stadtteile, für die es noch 
keine Broschüre gibt, weiter verfolgt. Bei Neuauflagen wird eine Aktualisierung angestrebt. Für 
die Erstellung der Broschüre wurde zur Umsetzung der gesammelten Daten in eine druckfertige 
Broschüre eine Kooperation mit der Ev. Familienbildungsstätte, die auch das Seniorenportal be-
treut, vereinbart.  
Perspektivisch ist geplant, alle zwei Jahre eine Vernetzungsveranstaltung für alle Stadtteilar-
beitskreise durchzuführen, um den Erfahrungsaustausch zu unterschiedlichen Themen und Ar-
beitsschwerpunkten zu unterstützen. 
 
3. Ausblick 
Das Maßnahmeprogramm stellt eine Grundlage bereit, Altersarmut als kommunales Handlungs-
feld unter den beiden zentralen Gesichtspunkten Förderung von Teilhabe im Alter und Vermei-
dung von Altersarmut wahrzunehmen, weiter zu konkretisieren und fortzuentwickeln. Teilhabe-
förderung wird in die weiteren Planungen und Angebotsentwicklungen für Seniorinnen und Senio-
ren systematisch integriert, in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden der freien Wohlfahrts-
pflege, weiteren Akteuren der sozialen Arbeit sowie anderen Institutionen und Gruppen. Die Zu-
sammenarbeit umfasst insbesondere auch die mit der Kommunalen Seniorenvertretung Münster. 
Zur Einbindung von Teilhabeförderung in kommunales Handeln wird z. B. auf die Belange älterer 
Menschen mit nur geringen finanziellen Mitteln im Rahmen der Beteiligung in Abstimmungspro-
zessen hingewiesen, auch im Zuge altengerechter Quartiersentwicklung wird die Förderung der 
Teilhabe im Alter ein wichtiger Themenkomplex sein.

5 
V/0711/2015 
 
Die aufgeführten Projekte und auf Dauer angelegten Maßnahmen werden bis auf Weiteres fort-
gesetzt. Der Aspekt der Vermeidung oder Reduzierung künftiger Altersarmut für den lokalen Be-
zugsraum Münster konnte bisher ohne konkrete Ergebnisse lediglich vertieft und erörtert werden. 
Weder auf längere noch auf mittlere Sicht lassen sich spezifische Aussagen treffen, da konkret 
für Münster geeignete Prognosemodelle nicht verfügbar sind. Eine differenzierte Informationsun-
terlage stellt jedoch eine fundierte Basis dar und erzeugt u. U. ein stärkeres Interesse, um im 
Verbund mit Institutionen und Akteuren des öffentlichen Sektors, der Wirtschaft und der Zivilge-
sellschaft gegen die fortschreitende Entwicklung von Altersarmut in der Zukunft tätig werden zu 
können. Um eine solche Informationsgrundlage zu schaffen, beabsichtigt die Verwaltung zur em-
pirischen Aufbereitung des Aspekts „Entwicklung/Entwicklungsszenarien künftiger Altersarmut in 
Münster“ eine Expertise von einer geeigneten Einrichtung (Hochschule oder Universität) anferti-
gen zu lassen und hierfür bereitstehende Mittel aus dem Programmansatz einzusetzen; daneben 
werden die unter Ziffer 2.4 angesprochenen Gespräche weiter vertieft. Über die Ergebnisse und 
die weitere Umsetzung der übrigen Maßnahmen wird die Verwaltung den Ausschuss unterrich-
ten. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
 
Cornelia Wilkens 
Stadträtin 
 
 
Anlagen: 
1. Fallmanagement „Teilhabe im Alter“ (FM-ThiA) – Abschlussbericht 
2. „Gesund und aktiv – älter werden in Münster“ - Abschlussbericht 
3. „Bewegt älter werden in Münster“ - Zwischenbericht

Beratungsverlauf (5)

21.10.2015 Integrationsrat
TOP 4.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
22.10.2015 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
26.10.2015 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.10.2015 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.10.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 11 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Hörsterplatz
  • Nisinghoverweg 12

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0711/2015
Typ
Vorlagen
Datum
29.09.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37