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1354/2021

Aufstellung von zwei Gedenkstelen am Rosengarten im Volksgarten zu Ehren der Kölner Edelweißpiratinnen und Edelweißpiraten

Beschlussvorlage Bezirksvertretung 15.04.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 1 (Innenstadt), Sitzung am 22.04.2021, TOP 3.22

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3468 Zeichen

Der Volksgarten als Treffpunkt von Edelweißpirat*innen
Während der gesamten NS-Zeit war der Volksgarten mit seinem »Rosengarten« der 
wohl wichtigste Treffpunkt für unangepasste Jugendliche in Köln. Hier trafen sie 
sich unter der Woche, während die Wochenenden für Fahrten und Wanderungen ins 
Umland reserviert waren. Im Laufe der Jahre bildeten sich immer neue »Volksgarten-
gruppen«, während sich andere durch Einberufungen zum Reichsarbeitsdienst und 
zur Wehrmacht auflösten. 
Die aktivste dieser Gruppen fand sich in den Jahren 1941/42 zusammen, als sich im 
Volksgarten oft bis zu 200 Edelweißpirat*innen trafen, um hier abseits von Kriegs-
alltag und Drill selbstbestimmt die ihnen verbliebene Freizeit zu verbringen. Dieser 
innerstädtische Ort entsprach in besonderer Weise dem Lebensgefühl der unange -
passten Jugendlichen. Hier konnten sie ihre Naturverbundenheit leben und ihre Lie-
der singen, womit sie ihren Drang nach Unabhängigkeit zum Ausdruck brachten. Damit 
standen sie in hartem Kontrast zum NS-Regime und provozierten insbesondere die 
Hitlerjugend, die Großveranstaltungen und vormilitärische Erziehung propagierte.
Die Gruppen der Unangepassten lehnten Gleichförmigkeit ebenso ab 
wie jede Form von Ausgrenzung. Entsprechend »bunt« setzten sie 
sich zusammen: Karl »Schicko« Gilles aus Bickendorf etwa war ein 
typischer »Fahrtenjunge« ohne weitergehende politische Ansprüche. 
Gertrud »Mucki« Kühlem (spätere Koch) hingegen, die zeitweise sein 
»Fahrtenmädchen« war, betätigte sich auch im Widerstand, ohne 
dass das ihre Freundschaft beeinträchtigte. Wolfgang Ritzer kam  
aus Deutz in den Volksgarten, die »schwarze Käthe« Thelen stieß 
aus Nippes dazu und Harry Schwabe aus Longerich. Sie alle und  
die übrigen Edelweißpirat*innen waren ausgeprägte Individuen, 
 bildeten jedoch eine ungezwungene und zugleich verschworene 
Gemeinschaft.
Als solche wurden sie von Hitlerjugend und Gestapo verfolgt. Am 
4. Dezember 1942 verhaftete die Gestapo die fünf genannten sowie 
35 weitere Jugendliche in unmittelbarer Nähe des »Rosengartens« 
im Rahmen einer Razzia in einer Gaststätte am Eifelplatz. Anschlie-
ßend wurden sie im EL-DE-Haus, dem Sitz der Kölner Gestapo, verhört 
und misshandelt, danach für einige Wochen in Brauweiler inhaftiert.
Bis zum Kriegsende versammelte sich auch die jüngere Generation 
Kölner Edelweißpirat*innen weiterhin regelmäßig im Volksgarten. 
Der Park mit seinem »Rosengarten« war zwischen 1933 und 1945 
der zentrale und wichtigste innerstädtische Treffpunkt der unange-
passten Jugendlichen Kölns. 
Edelweißpiraten-Treffen auf  
dem Drachenfels, um 1940/41.   
Hockend hinten links:  
Fritz Prediger als Köln-Deutz.
»Verrückte Welt« unterschieb Wolfgang Ritzer (2.v.r.) dieses um 1941/42 entstandene 
Foto, auf dem Edelweißpirat*innen mit vertauschten Geschlechterrollen spielen. 
Gertrud »Mucki« Kühlem mit Karl »Schicko« Gilles 
am 16. Mai 1942 auf dem Weg von Ründeroth nach 
Engelskirchen.
Kölner Edelweißpirat*innen auf  
dem Drachenfels in Königswinter,  
um 1942. Gertrud »Mucki« Kühlem 
(3.v.l.) trägt eine Kappe, die anderen 
»eingeweihten« Jugendlichen  
als Hinweis auf ihre politische 
 Zuverlässigkeit diente.
Wolfgang Ritzer (Mitte) mit befreundeten Edelweißpirat*innen »auf Fahrt« in 
 Scheiderhöhe bei Rösrath, Ostern 1942.
Edelweißpiraten aus Longerich mit Harry Schwabe im Juni 1942.
Edelweißpirat*innen am Felsensee, um 1940/41. Links die » »Schwarze Käthe«,  
2.v.r. Traudel Strohscheid.

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

1848 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4520 
 
Vorlagen-Nummer 
 1354/2021 
Freigabedatum 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Aufstellung von zwei Gedenkstelen am Rosengarten im Volksgarten zu Ehren der Kölner 
Edelweißpiratinnen und Edelweißpiraten 
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Innenstadt beschließt die Aufstellung von zwei Gedenkstelen aus Cortenstahl 
mit einem vom NS-Dokumentationszentrum erarbeiteten Infotext (s. Anlage) am Rosengarten im 
Volksgarten zu Ehren der Kölner Edelweißpiratinnen und Edelweißpiraten.      
 
 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 22.04.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Der Volksgarten mit seinem Rosengarten war der wichtigste Treffpunkt für unangepasste Jugendliche 
in Köln. Die aktivste und größte Gruppe unter ihnen waren die Edelweißpiratinnen und Edelweißpira-
ten. Bis zu 200 von ihnen kamen in den Jahren 1941/42 im Volksgarten zusammen. Unter diesen 
waren „Mucki“ Kühlem (spätere Koch), Wolfgang Ritzer, Karl Gilles und viele andere, die von der Ge-
stapo verhört und misshandelt wurden.  
Die Zustimmung des Stadtkonservators zur Aufstellung der beiden Gedenkstelen liegt vor.  
Die Gedenkstelen aus Cortenstahl werden an zwei Eingängen zum Rosengarten aufgestellt. Ihre Fi-
nanzierung ist bereits gesichert: der Erwerb der Stelen in Höhe von 3.000 Euro durch den Beschluss 
vom 4. November 2019 zur Vergabe der Stadtverschönerungsmittel im Stadtbezirk Innenstadt und 
durch die Übernahme der Kosten für Grafik und Herstellung der Infotafeln in Höhe von 2.500 Euro 
durch das NS-Dokumentationszentrum. 
 
Anlage

Beratungsverlauf (1)

22.04.2021 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 3.22 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Eifelplatz
  • Am Rosengarten

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Details

Aktenzeichen
1354/2021
Typ
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
Datum
15.04.2021
Erstellt
12.04.2021 14:43