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AN/0050/2022

Klosterkirche "Zum guten Hirten"

Antrag nach § 3 der GeschO des Rates 11.01.2022

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 3 (Lindenthal), Sitzung am 24.01.2022, TOP 8.1.9

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Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-Fraktion,

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Sachstandsbericht BV

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Anlage

6430 Zeichen

Die ehemalige Klosterkirche Zum Guten Hirten, 
jetzt die Syrisch-Orthodoxe Kirche St. Petrus und Paulus 
In der Klosterstraße 79 in Köln-Lindenthal 
 
 
Köln ist ein besonderer und überregional bedeutender 
Schauplatz des modernen Kirchenbaus des 20. Jahrhunderts, der 
einen besonders qualitätvollen Schwerpunkt im Stadtteil 
Lindenthal hat, wo sich die großen deutschen Architekten 
praktisch die Klinke in die Hand gaben.  
 
Hier baute Dominikus Böhm 1930-32 in Hohenlind die  
Krankenhauskirche St. Elisabeth, die 1949/50 die Darstellung 
des Jüngsten Gerichts von Peter Hecker in der Apsis erhielt. 
1950/51 entstand nahe des romanischen Krieler Dömchens von 
Otto Bongartz die Pfarrkirche St. Albertus Magnus, deren Chor 
1962 ebenfalls von Peter Hecker ausgemalt wurde. 1961 fügten 
Joachim und Margot Schürmann an den erhaltenen neugotischen 
Turm von St. Stephan in der Bachemer Straße einen 
transparenten kubischen Glasbau an. 1961/62 errichtete Emil 
Steffann mit St. Laurentius ebenfalls einen Kubus, der 
allerdings ein geschlossener Backsteinbau mit ungewöhnlich 
stimmungsvollem Innenraum ist. 1962/63 entstanden St. Thomas 
Morus in der Decksteiner Straße und 1962-64 die Klosterkirche 
zum Guten Hirten in der Klosterstraße, beide von Fritz 
Schaller und den Typ „Zelt Gottes“ vermittelnd. Von 1962-65 
ist die Krankenhauskirche St. Johannes der Täufer in der 
Stelzmannstraße und von 1967-70 Christi Auferstehung als 
„Betonskulptur“ in der Brucknerstraße, beide von Gottfried 
Böhm. Den Abschluss bildet 1968/69 die Kirche der katholischen 
Hochschulgemeinde in der Berrenrather Straße von Josef Rikus, 
ebenfalls ein eindrucksvoller Sichtbetonbau.

Diese ungewöhnliche Perlenkette großer Architektur ist so 
etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal von Lindenthal, worauf 
dieser Stadtteil besonders stolz sein darf. Bisher sind die 
Bemühungen, diesen Schatz geschlossen zu erhalten, auch von 
Erfolg begleitet worden, wie z.B. die Umnutzung von St. 
Laurentius für die Universität bezeugt.  
 
Nun aber soll mit dem vom Erzbistum Köln geplanten Abriss          
der ehemaligen Klosterkirche zum Guten Hirten ein besonders 
wichtiger Stein aus dieser Krone individueller Kirchbauformen 
gebrochen werden. 
Die 1962-64 von Fritz Schaller gebaute Kirche ist eine ostwest 
ausgerichteten Saalkirche, an die im rechten Winkel nach 
Norden ein Schwesternschiff mit darunter befindlicher 
Unterkirche (sogenannte Krypta, wohl ehemals Werktagskirche 
des Ordens) angefügt ist. Alle Teile sind durch die zentrale 
Stellung von Altar und Tabernakel verbunden, sodass Gemeinde, 
Asylantinnen und Orden zwar räumlich getrennt aber doch 
gemeinsam den Gottesdienst feiern konnten. Aufgabe des im 19. 
Jahrhundert gegründeten Ordens war die Aufnahme, Betreuung und 
Ausbildung von damals so genannten „gefallenen Mädchen“, die 
meist wohl sexuell ausgebeutete Frauen in 
Abhängigkeitsverhältnissen waren, denen die Schwestern Asyl 
gewährten und eine Ausbildung vermittelteten, um sie auf ein 
selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Gegen Ende des 20. 
Jahrhunderts war diese Aufgabe aufgrund veränderter 
Einstellung der Gesellschaft nicht mehr aktuell (Frauenhäuser 
übernahmen die neue Aufgabe, misshandelte Frauen zu schützen) 
und der Orden gab den Standort in der Klosterstraße auf. 1991 
wurde die Kirche für 30 Jahre an die syrisch-orthodoxe 
Gemeinde vermietet. Im Äußeren blieb der Bau, der 
architektonisch den Typ „Zelt Gottes“ darstellt, unverändert. 
Im Inneren, das über schlanken Rundstützen von einem 
hochaufragenden „Zeltdach“ dominiert wird, ist der Tabernakel 
am originalen Standort erhalten. Der ebenfalls von Karl

Matthäus Winter geschaffene Altar wurde im Zusammenhang mit 
der Errichtung der für den Gottesdienst der Syrisch-Orthodoxen 
wichtigen Altarwand nach Osten verschoben. Das 
Schwesternschiff wird nun als Gemeindesaal genutzt. Das 
ursprüngliche Patrozinium der Schmerzhaften Mutter Maria wurde 
in „Sankt Petrus und Paulus“ geändert. 
 
Insgesamt ist der Bau in der Grundstruktur erhalten, 
insbesondere die in allen Teilen vorhandenen Fensterbänder mit 
dem schönen Glasfensterzyklus von Franz Pauli, der im 
Hauptschiff an der Ost- und Südseite Darstellungen aus dem 
Leben Jesu zeigt, an der Nordseite Szenen aus dem Leben 
Johannes des Täufers und an der Westseite aus der Apokalypse. 
Auch im Schwesternschiff sind die Fensterbänder mit einem 
reichhaltigen Programm erhalten sowie in der Unterkirche 
(Krypta) und in der Sakristei, wo sich auch ein Selbstporträt 
Paulis befindet. Bis auf einige Schäden, vor allem an der 
Südseite des Hauptschiffs, sind die Fenster noch in relativ 
gutem Zustand, müssten aber dringend von außen gesichert 
werden und natürlich wäre eine baldige Behebung von Schäden 
begrüßenswert.    
 
Nach Ablauf des Pachtvertrages konnte die Syrisch-Orthodoxe 
Gemeinde, die hier seit mehr als 30 Jahren etwa 400 Familien 
betreut und gerne an diesem Ort geblieben wäre, zwar eine 
Verlängerung bis etwa 2024 erreichen, ist aber gezwungen, sich 
nach einer neuen Bleibe umzusehen. Diese soll als Neubau in 
Kasselberg entstehen, wofür vor etwa 3 bis 4 Monaten ein 
Bauantrag eingereicht wurde. Woher die geschätzten Baukosten 
von acht Millionen Euro für den Neubau der Kirche kommen 
sollen, weiß man nicht. 
 
Der Abbruch der bestehenden und voll funktionsfähigen Kirche 
wird dagegen vonseiten des Erzbistums (und seiner diversen

Gruppierungen) nur betrieben, um das gesamte Grundstück an der 
Klosterstraße optimal vermarkten zu können.  
 
Wie eingangs ausgeführt, würde damit erstmals einer der 
wichtigen Bauten im Kranz der modernen Kirchenbauten in 
Lindenthal verloren gegeben werden. Noch dazu der Bau eines 
Ordens, dessen segensreiches Wirken durch die von allen 
begrüßten gesellschaftlichen Veränderungen, die keine 
„gefallenen Mädchen“ mehr kennt, heute nicht mehr benötigt 
wird. Die Kirche ist also auch ein Denkmal dieses sozialen 
Fortschritts. Zusätzlich ist mit der Neunutzung durch die 
Syrisch-Orthodoxe Gemeinde, deren liturgisch bedingte 
Änderungen den ursprünglichen Zusammenhang ohne Probleme 
kenntlich lassen, ein nun seit Jahrzehnten geprägter optimaler 
christlicher Ort geworden, der längst seine eigenen 
Traditionen entwickelt hat und vielen aus ihrer angestammten 
Heimat ins liberale Köln als Gastarbeiter oder Flüchtlinge 
Gekommenen neue Heimat wurde.  
 
Prof. Dr. Hiltrud Kier                        November 2021

Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-Fraktion,

2635 Zeichen

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 
CDU-Fraktion 
SPD-Fraktion 
Gerd Kaspar/FDP  
Lothar Müller/Die Linke 
 
 
                                                In der Bezirksvertretung Lindenthal  
Klettenberg Sülz Lindenthal Braunsfeld Müngersdorf Junkersdorf Marsdorf W eiden 
Lövenich Widdersdorf  
 
Frau Bezirksbürgermeisterin 
Cornelia Weitekamp 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker                                                                        Köln, den 22. November 2021  
 
Betreff: Denkmalschutz für die ehemalige  Klosterkirche ZUM GUTEN HIRTEN  
 
Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin,  
sehr geehrte Oberbürgermeisterin,  
 
wir bitten Sie, folgenden Antrag der Bezirksvertretung Lindenthal auf die Tagesordnung 
der nächsten Sitzung am 6.Dezember 2021 zu setzen:  
 
Die Bezirksvertretung bittet, die 1962-1964 von FRITZ SCHALLER gebaute 
ehemalige Klosterkirche ZUM GUTEN HIRTEN in Köln Lindenthal, Klosterstraße 
79 unter DENKMALSCHUTZ zu stellen.   
 
Begründung: 
Diese Kirche gehört zu einem Kranz überregional bekannter, moderner Kirchen 
im Stadtteil Lindenthal mit besonders qualitätvoller Architektur, der in seiner 
GESAMTHEIT ( es handelt sich um 9 Kirchenbauten) erhalten werden muss. 
Leider wurden Kirchen ausgenommen, als Bauten der fünfziger Jahre unter 
Denkmalschutz gestellt wurden. Man glaubte, dass sie ein unantastbares, ewiges 
,Leberecht’ haben. 
Hier wirkte segensreich ein Orden, der in damaliger Zeit den sogenannten 
,gefallenen’ und damit ausgegrenzten Mädchen ein Zuhause, Ausbildung und die 
Chance auf ein selbstbestimmtes Leben gab.  
Diese Saalkirche ist ein architektonisches Highlight, das Zelt Gottes darstellend. In 
ihrer Grundstruktur ist sie mit einem Schwesternschiff und einer Krypta erhalten. 
Ebenso schützenswert wie das Gebäude sind die in allen Teilen vorhandenen 
umlaufenden Fensterbänder mit dem außerordentlichen Glasfensterzyklus von 
FRANZ PAULI. Auch im Schwesternschiff existieren die Fensterbänder mit großer 
Aussagekraft, sowie in der Krypta und in der Sakristei. In letzterer befindet sich 
ein Selbstporträt Paulis. 
Diese Kirche ist also auch ein Denkmal des sozialen Fortschritts.  
 
Die Schutzwürdigkeit der Kirche ergibt sich auch aus der fachlichen 
Stellungnahme der Frau Prof. Dr. Hiltrud Kier (Anhang).

gez. Ute Ackermann                                  gez. Svenja Führer                   
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   CDU-Fraktion 
 
gez.  Friedhelm Hilgers 
SPD-Fraktion 
 
gez. Gerd Kaspar                                        gez. Lothar Müller 
FDP                                                                Die Linke

Sachstandsbericht BV

1314 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VI/48 
 
 
Vorlagen-Nummer 
AN/0050/2022
Stand: 10.07.2023 
Sachstandsbericht  
Klosterkirche "Zum guten Hirten" 
Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, CDU-Fraktion, SPD-
Fraktion,  
Gerd Kaspar/FDP und Lothar Müller/Die LinkeBeschluss: 
  
Die Bezirksvertretung bittet, die 1962-1964 von FRITZ SCHALLER gebaute ehemalige Klosterkir-
che ZUM GUTEN HIRTEN in Köln Lindenthal, Klosterstraße 79 unter DENKMALSCHUTZ zu stel-
len.  
  
 
 
Status    in Bearbeitung 
 
    erledigt 
 
 
Aktueller Bearbeitungsstand: 
In den Jahren 2015 – 2017 wurde im Rahmen der Sichtung aller Kölner Nachkriegskirchen 
der 60er und 70er Jahre, die noch nicht in die Denkmalliste eingetragen wurden, eine wissen-
schaftliche Prüfung und Besichtigung auf ihren Denkmalwert hin vorgenommen. Hierbei wurde 
auch die Klosterkirche ‚Zum guten Hirten‘ überprüft. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass der 
Kirche keine Denkmaleigenschaft zukommt. Daher ist die Voraussetzung für eine Unter-
schutzstellung gemäß § 2 DSchG NRW nicht gegeben. Das Amt für Denkmalschutz und 
Denkmalpflege hält abschließend an diesem Untersuchungsergebnis fest (siehe Mitteilung 
vom 08.06.2022 an die Bezirksvertretung Lindenthal). 
Nächste Schritte: 
keine 
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:  
entfällt

Beratungsverlauf (1)

24.01.2022 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)
TOP 8.1.9 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0050/2022
Typ
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
Datum
11.01.2022
Erstellt
11.01.2022 11:08