2007/0286
Vertrag zwischen dem Jugendring Darmstadt e. V. und der Wissenschaftsststadt Darmstadt Jahresbericht 2006
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Jahresbericht
2006
Jugendring Darmstadt e.V.
Eckhardtstraße 7
64289 Darmstadt
Telefon: 06151 – 79733 Fax: 06151 - 719610
email: info@jugendring-darmstadt.de
www.jugendring-darmstadt.de
Der Vorstand des Jugendring Darmstadt e.V.:
Vorsitzende: Lisa Schirkhorschidi-Fröhlich
Stellvertretende Vorsitzende: Patricia Kaczmarek, Benny Scheitterer
Beisitzer: Alexander John, Michael Fütterer
Beisitzerin: Katharina Blessing
Bildungsreferentin : Rose Klaus (halbe Stelle)
Finanzbuchhaltung : Barbara Schilcher (7 Stunden / Woche)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort…………………………………………………………………… ...
1
Einleitung…………………………………………………………………... 2
1.Vorstandsbericht
1.1 Personelle Besetzung…………………………………………………........ ................ 3
1.2 Vorstandssitzungen…………………………………………………… …………….. 3
1.3 Finanzverwaltung……………… ……………………………………… ……………. 4
1.4 Vollversammlungen…………………………………………………… ……………. 4
1.5 Mitarbeit bei Veranstaltungen……………………………………… ........................ 5
1.6 Teilnahme / Mitarbeit bei anderen Trägern………………………… …………….. 7
1.6.1 Eröffnung des Jugendcafes Chillmo……………………………… ……………................................ 7
1.6.2 Jugendkongress des Jugendforums…………………………………… ………… …………………. 7
1.6.3 Lokale Agenda 21………………………………………………………………….... ........................... 8
1.6.4 Jubiläum 60 Jahre ev. Stadtjugendpfarramt……………… ……………………............................... 8
1.7 EDV und Telekommunikations-Support…………………………….. .................... 8
1.8 Einbruch in den Büroräumen………………………………………… ……………. 9
2. Veranstaltungen
2.1 Umme – Die Jugendparty 2006……………………………………… ……………... 10
2.2 PolitikerInnenparcours zur Kommunalwahl…………………… …....................... 13
2.2.1 Kritik der Jugendgruppe SJD-Die Falken……………………………………….. 18
2.3 Internationale Begegnung in Mikuszewo/Polen…………………… …………….. 20
2.3.1 Vorgeschichte…………………………………………………………… ………… ………………….. 20
2.3.2 Konzeption………………………………………………………………………… ………………….. 21
2.3.3 Der Eltern-Mädchen-Jungs-Abend……………………………………… ……… ………………….. 22
2.3.4 19 x Polen und zurück……………………………………………………………. .............................. 22
2.3.5 Einschätzung des Teams…………………………………………………………… ............................... 26
2.3.6 Nachtreffen…………………………………………………………………………...... .......................... 28
2.3.7 „Lulajze Jezunju“ auf dem Bessunger Weihnachtsmarkt…………………………… …………………. 29
2.4 Vorbereitungen „Politik trifft Ehrenamt“………………… …………… ........................ 30
3. Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Trägern
3.1 Rock gegen Rechts mit SSR und DGB-Jugend………………… …………................... 31
3.2 Weltkindertag…………………………………………………............... ....................... 32
3.3 Martinsviertler Tage gegen Rassismus und rechte Gewalt…………………................. 33
4. Mitarbeit in kommunalen Ausschüssen und Arbeitsgemeinschaften
4.1 Jugendhilfeausschuss………………………………………………………………….. . 34
4.2 Fachausschuss Kinder- und Jugendarbeit……………………… ……………………… 34
4.3 Fachausschuss Jugendhilfeplanung……………………………………… ……………. 34
4.4 AG Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen (MAK)…… …………………………….. 34
4.4.1 Fachtag des MAK……………………………………………………………………………… ………. 35
4.4.2 Mädchengarten – der MäGa Kick!............................................................................................................ 36
4.5 AG Weltoffenes Darmstadt…………………………………………………………… . 37
5. Bericht der Bildungsreferentin………………………………………….. 38
1
Vorwort
Dieser Jahresbericht ist, wie alle seine Vorgänger, durch Heterogenität
geprägt. Fast alle im Jugendring arbeitenden Menschen, ob ehrenamtlich
oder hauptamtlich waren beteiligt. Die erkennbar unterschiedlichen
Schreibstile spiegeln die Vielfalt wider, durch die sich das Team aus
Vorstand, Bildungsreferentin und freien Mitarbeitern auszeichnet.
Natürlich wurde am Schluss alles überarbeitet, um Doppelungen und
Längen zu vermeiden. Wir hoffen, das ist uns gelungen.
die AutorInnen:
Lisa Schirkhorschidi-Fröhlich, Patricia Kaczmarek, Benny Scheitterer,
Alexander John, Michael Fütterer, Benjamin Morbeck und Rose Klaus.
Redaktion: Rose Klaus
Layout: Benny Scheitterer
2
Einleitung
Kontinuität und Wandel
Das Jahr 2006 war ein äußerst produktives Jahr, in dem viele erfolgreiche
Projekte fortgeführt und neue Ideen verwirklicht werden konnten.
Der Vorstand konnte gut eingearbeitet und personell unverändert ins
neue Jahr starten und somit effektiver arbeiten. Als besonders
ausgewogen stellte sich die Mischung im Vorstand nach Alter,
Geschlecht und Verbandsherkunft sowie Interessenslage der Einzelnen
heraus.
Kooperationen konnten intensiviert und damit alte Gemeinsamkeiten
bestärkt oder neue Themenfelder gefunden werden. Die erfolgreiche
Arbeit in den kommunalen Ausschüssen konnte sogar ausgeweitet
werden.
An Bekanntem wurde im März wieder ein PolitikerInnenparcours im
Rahmen der Kommunalwahl veranstaltet. Dieses Mal war neben den
stetig hohen Gästezahlen sogar ein Artikel in der Presse, dessen
Nachspiel uns klar das Interesse an Politik auch über den Parcours
hinaus zeigte.
Beteiligungen an Projekten wie Mädchengarten, Rock gegen Rechts und
dem Weltkindertag rundeten ein arbeitsreiches Jahr mit bewährten
Veranstaltungen ab.
Auf zu neuen Ufern ging es bereits im Januar mit einer aufwändigen
Feier für alle ehrenamtlichen Jugendlichen unserer Mitgliedsverbände.
Gemäß einer erfolgreichen Tradition des Jugendrings bemüht sich der
Vorstand, wenn Mitglieder desselben ihren Migrationshintergrund
einbringen können, diesen Bonus für eine besonders authentische
internationale Jugendbegegnung zu nutzen. So konnte über Patricia
Kaczmarek in Kooperation mit dem deutsch – polnischen Verein „die
Brücke“ eine Jugendbegegnung mit Polen organisiert werden, deren
Erfolg sich vor allem in den intensiven Freundschaften unter den
TeilnehmerInnen zeigte und deren Bereitschaft, ihre Begeisterung in
Form von Presseterminen und einem musikalischen Auftritt in
polnischer Sprache auszudrücken.
An der durchgeführten „Rock gegen Rechts“ – Veranstaltung konnte
angeknüpft werden, als der Jugendring im September sich das erste Mal
an den „Martinsviertler Tagen gegen Rassismus und rechte Gewalt“ mit
einer Filmvorführung in seinen Räumen beteiligte.
Die größte Neuerung ergab sich in den Arbeiten an dem Projekt „Politik
trifft Ehrenamt“. Hier wird versucht, über langfristige, interessante und
auch aufwändige Diskussionen neue Strukturen und Möglichkeiten der
Begegnung zwischen PolitikerInnen und ehrenamtlich tätigen
Jugendlichen zu schaffen.
3
1.Vorstandsbericht
1.1. Personelle Besetzung:
Das Jahr 2006 bestritt der im Mai 2005 gewählte Vorstand mit seinem
durchaus konstanten Team von sechs Mitgliedern. Davon waren zwar
Katharina Blessing und Alexander John aus Studiengründen in Marburg
wohnhaft, sie unterstützen aber punktuell erfolgreich die übrigen vier
Vorstandsmitglieder - Lisa Fröhlich, Patricia Kaczmarek, Benjamin
Scheitterer und Michael Fütterer - in ihrer konzeptionellen und
projektbezogenen Tätigkeit im Jugendring Darmstadt e.V.
Als hauptamtliche Kraft stand dem Jugendring weiterhin die
Bildungsreferentin Rose Klaus mit einer halben Stelle zur Verfügung.
Für die Buchhaltung war Frau Schilcher mit sieben Wochenstunden
zuständig.
Im ersten Quartal des Jahres 2006 wurde die Bildungsreferentin und der
Vorstand tatkräftig von dem Praktikanten Benjamin Morbeck
unterstützt. Er betreute eigenverantwortlich das Projekt „Umme-Party“
und der Abschied fiel nach einem halben Jahr exzellenter
Zusammenarbeit schwer. Es wurde deutlich, wie viel mehr der
Jugendring leisten kann, wenn zwei halbe Stellen besetzt sind.
Da für größere Aktionen weiterhin die kurzfristig Unterstützung von
Honorarkräften nötig war, blieb Benjamin Morbeck dem Jugendring
trotz Studium in Münster/ Westfalen - beispielsweise für die
Internationale Jugendbegegnung in Mikuszewo/ Polen - treu.
1.2. Vorstandssitzungen
Der ehrenamtliche Vorstand traf sich im Jahr 2006 zehn Mal. Dies nicht
nur, um die Tagesgeschäfte abzuklären, sondern auch, um über
weiterreichende Projekte, Vollversammlungen, Kooperationen,
Veranstaltungen, jugendpolitische Themen und neue Ideen zu
diskutieren. Die im Schnitt 2 – 3 stündigen Sitzungen fanden sehr
regelmäßig statt. In diesem Jahr gab es auch eine „Mini-Klausur-
tagung“, auf der mehrere komplexe Arbeitsschwerpunkte, wie
beispielsweise die Jahresplanung 2007 und auch dieser Jahres-bericht
geplant und die Aufgabenfelder koordiniert wurden. Weiterhin wurde
das letztendliche Konzept „Politik trifft Ehrenamt“ erarbeitet und
beschlossen, das zuvor auf mehreren Vorstands-sitzungen diskutiert
worden war. Der Vorstand musste auch außerhalb der
Vorstandssitzungen öfters kurzfristige Beschlüsse treffen, die
unaufschiebbar waren. Dies geschah meist per Email oder Telefon.
4
1.3.Finanzverwaltung
Barbara Schilcher übernahm, wie bereits in den letzten vier Jahren, die
Finanzverwaltung. Wie auch im vorigen Jahr stand ihr Patricia
Kaczmarek als Mitglied des Vorstandes im Jahr 2006 zur Seite und
informierte den Vorstand über die finanzielle Situation des Jugendrings.
Zudem diente sie Frau Schilcher als Ansprechpartnerin bei Fragen zum
projektbezogenen Verwendungszweck anfallender Rechnungen. Wie
bereits im Jahre 2005 zeigte sich erneut, dass die diffizile und durchaus
umfangreiche Finanzverwaltung nicht vom Vorstand oder der
Bildungsreferentin bewältigt werden kann.
Zudem stellte sich zu Beginn des Jahres 2006 das Projekt „Umme Party“
als sehr kostenintensiv heraus. Der Vorstand beschloss, in Absprache mit
der Vollversammlung, einen Dispositionskreditrahmen bei der
Sparkasse Darmstadt einzurichten, da mit einem kostendeckenden
Geldfluss erst zum zweiten Quartal 2006 zu rechnen war. Die Tilgung
erfolgte zeitnah.
Auch den Revisoren Patrick Hoffmann (BDKJ) und Jörg Schroeder
(DGB) standen Frau Kaczmarek und Frau Schilcher bei offenen Fragen
zu Projekten und deren Kosten zur Verfügung.
1.4. Vollversammlungen
Im Jahre 2006 trafen sich die Delegierten des Jugendrings zu insgesamt
fünf Vollversammlungen.
Die erste Vollversammlung in diesem Jahr fand am 13.02. im
Jugendwagen in Wixhausen statt. Dort wurde über die vor kurzem
stattgefundene „Umme-Party“ berichtet und eine kurze filmische
Dokumentation vorgeführt. Die Vollversammlung erfuhr viel über die
Aufgaben und Probleme des Jugendwagens. Der bevorstehende
PolitikerInnenparcours war Schwerpunktthema der Sitzung.
Am 25.04. traf man sich zu einer außerordentlichen Vollversammlung.
Auf dieser wurde im Wesentlichen über die vom Jugendring
vorgeschlagenen KandidatInnen für den Jugendhilfeausschuss, den
Fachausschuss Kinder- und Jugendarbeit sowie den Fachausschuss
Jugendhilfeplanung abgestimmt.
Die am 23.05. im Stadtjugendpfarramt stattfindende gut besuchte
Vollversammlung brachte viele interessante Informationen der
vielseitigen Mitgliedsverbände des Jugendrings zusammen. Der
Vorstand berichtete von seinem Gespräch mit Oberbürgermeister Walter
Hoffmann, bei dem er ihm das Konzept „Politik trifft Ehrenamt“
vorgestellt hatte. Die Verbände wurden aufgefordert, Vorschläge für
Veranstaltungen zum Projekt zu machen, bzw. diese zu erarbeiten.
In der am 13.09. in der Bessunger Knabenschule stattfindenden
Vollversammlung wurde heftigst über das Konzept „Politik trifft
Ehrenamt“ diskutiert. Der Vorstand besprach mit den Delegierten
mehrere Kritikpunkte und beschloss, diese bis zur nächsten
5
Vollversammlung in das Konzept einzuarbeiten.
Am 30.11. fand die Vollversammlung in der ev. freikirchlichen
Gemeinde statt. Der Vorstand berichtete, dass die Jugendbegegnung in
der hessischen Partnerregion Wielkopolska in Mikuszewo/Polen ein
voller Erfolg war. Des Weiteren wurde das Konzept „Politik trifft
Ehrenamt“ zum wiederholten Male diskutiert und zum Abschluss
gebracht. Der Vorstand bat um Vorschläge für neue
Vorstandsmitglieder, da im Mai 07 Neuwahlen anstehen.
1.5. Mitarbeit des Vorstands bei Veranstaltungen
Auch in diesem Jahr hat der Vorstand des Jugendrings sich nicht nur an
den Planungen der verschiedenen Projekte beteiligt, sondern auch
während der Veranstaltungen mitgearbeitet.
Zu Beginn des Jahres hat der Vorstand gemeinsam mit der
Bildungsreferentin und dem Praktikanten Benjamin Morbeck die Umme
Party gestaltet. Im Vorfeld wurden die organisatorischen
Aufgabenbereiche innerhalb des Vorstandes, der Bildungsreferentin und
dem Praktikanten aufgeteilt, so dass jeder sich auf die ihm übertragenen
Aufgaben konzentrieren konnte.
Die Veranstaltung in der Bessunger Knabenschule für die ehrenamtlich
arbeitenden Jugendlichen in unseren Verbänden war für uns alle mit
einem hohen Arbeitseinsatz verbunden. Der Vorstand, die
Bildungsreferentin und der Praktikant waren nicht nur mit der
Organisation, sondern auch mit dem Aufbau, dem Abbau und dem
Verlauf der Feier beschäftigt. Während dieser Veranstaltung sind
einzelne Vorstandsmitglieder in unterschiedlichen Bereichen tätig
gewesen, wie z.B. dem Getränkeverkauf und dem Einlass. Besonders
deutlich wird der große Aufwand, der hinter einer Veranstaltung dieser
Größenordnung steht in den Presseberichten.
Ein weiteres großes Projekt war der PolitikerInnenparcours zur
Kommunalwahl in der Oetinger Villa.
Die Aufgabenbereiche wurden auch hier zwar im Vorfeld verteilt, aber
an der Veranstaltung selbst kam der gesamte Vorstand wieder zum
Einsatz. Die Bildungsreferentin übernahm es, sich um die Verbände zu
kümmern, die auf dem Parcours die Thementische stellten. Aufgrund
der Erfahrung unserer Bildungsreferentin mit der kontinuierlichen
Zusammenarbeit und der Kontaktaufnahme zu den einzelnen
Mitgliedsverbänden bzw. deren Delegierten ist dieser Arbeitsbereich
ganz klar bei ihr angesiedelt. Diese zeitaufwendige inhaltliche und
organisatorische Leistung, die im Wesentlichen in der Vorbereitung des
Parcours liegt, kann nicht ehrenamtlich erfolgen. Der Vorstand
übernahm während des PolitikerInnenparcours die Moderation, die
Betreuung der PolitikerInnen, Auf – und Abbauarbeiten und die
Hilfestellung für die teilnehmenden Gruppen.
Ein Vorstandmitglied war an einer internationalen Jugendbegegnung in
6
Polen beteiligt, sowohl an der inhaltlichen Erarbeitung des Programms
als auch an der Betreuung der Jugendlichen vor Ort.
In Zusammenarbeit mit dem Verein die „Brücke“ haben Rose Klaus und
Patricia Kaczmarek die Konzeption dieser Begegnung erarbeitet. Auch
bei dieser Veranstaltung lag die Organisation (u.a. die Beschaffung
projektgebundener Mittel) in der Verantwortung der Bildungsreferentin,
da sie im Bereich der internationalen Begegnungen und der
Bildungsurlaube die fachliche Kompetenz hat, die benötigt wird, diese
Angebote des Jugendrings durchzuführen. Patricia Kaczmarek betreute
gemeinsam mit Benjamin Morbeck die TeilnehmerInnen der Fahrt. Im
Vorfeld wurden gemeinsam mit Rose Klaus pädagogische
Vorgehensweisen und Anleitungen besprochen.
Im Herbst nahm der Vorstand geschlossen am Weltkindertag teil. Hier
kam es aufgrund einer Erkrankung der Bildungsreferentin zwar zu
einem Engpass, da aber der gesamte organisatorische Ablauf von Rose
Klaus gut vorbereitet war, konnte der Vorstand die Veranstaltung
problemlos meistern.
Er packte auch hier mit hervorragendem Teamgeist an und begeisterte
gemeinsam mit einem Zaubererlehrer und der Magic-Bar mehrere
hundert Kinder. Der Vorstand gab den Kindern Hilfestellung beim
Cocktailmixen und beim „Malen des Geschmackes“.
Auch an diesem Tag bedeutete die ehrenamtliche Arbeit, wie auch bei
den o.g. Veranstaltungen mehr als nur körperlichen Einsatz. Unsere
ehrenamtlichen Tätigkeiten beschränken sich nicht nur auf die Planung
und die Organisation, sondern schließen auch die Mithilfe bei der
praktischen Durchführung der Veranstaltungen ein, was z.T. mit einem
mehrstündigen harten Arbeitsaufwand, wie z.B. dem Auf- und Abbau
verbunden ist. Dieser körperliche Einsatz wird häufig unterschätzt.
Trotz unseres Einsatzes müssen wir bei einigen Veranstaltungen noch
Honorarkräfte hinzuziehen, da der Arbeitsaufwand nicht allein vom
Vorstand bewältigt werden kann.
Bei den „Martinsviertler Tagen gegen Rassismus und rechte Gewalt“
haben Michael Fütterer und Alexander John in den Räumen des
Jugendrings in der Eckhardtstrasse einen Film gezeigt. Die Räume des
Jugendrings liegen im Martinsviertel, da lag es nahe, sich an der Aktion
zu beteiligen, vor allem auch deshalb, weil der Vorstand das Thema als
sehr wichtig erachtete.
Im kommunalpolitschen Sektor war ebenfalls Patricia Kaczmarek aktiv.
Sie ist Mitglied des Jugendhilfeplanungsausschusses. Hier finden
regelmäßig Sitzungen statt, über deren relevante Ergebnisse Vorstand
und Vollversammlung informiert werden.
Auch auf den ersten Blick kleinere Aufgaben, wie den Jahresbericht 2005
zu schreiben, bedeuten für den Vorstand einen mehrstündigen
Arbeitsaufwand. Ebenso ist die Verlängerung unseres Vertrages eine
immer wiederkehrende und nicht zu unterschätzende Aufgabe. Hier
wird der Vorstand über Rose Klaus mit wichtigen Informationen
7
versorgt, in Vorstandssitzungen wird gemeinsam die weitere
Vorgehensweise besprochen und geplant. Auch im administrativen,
juristischen Bereich ist der Vorstand aktiv. Hier geht es in erster Linie
um nicht delegierbare Aufgaben wie den Vereinseintrag beim
Ortsgericht, zu dem nur der Vorstand berechtigt ist.
1.6. Teilnahme und Mitarbeit des Vorstands bei Veranstaltungen
anderer Träger
1.6.1. Eröffnung des Jugendcafes Chillmo in Kranichstein
Am 15.2.06 wurde in Kranichstein das Jugendcafe Chillmo eingeweiht.
Rose Klaus und Michael Fütterer kamen als VertreterInnen des
Jugendrings Darmstadt der Einladung zur Eröffnung nach. Zu den
geladenen Gästen gehörten neben Darmstädter PolitikerInnen auch
zahlreiche Gäste aus dem Ehrenamt. Zum Eröffnungsprogramm gehörte
der Auftritt einer Musikgruppe Jugendlicher aus Kranichstein und
Redebeiträge der InitiatorInnen.
Das Jugendcafe ist ein moderner Jugendtreff mit Bistro, Soundstudio,
Multimediabereich, Gruppenraum, Disco, Eventbereich und
Internetcafé. Es richtet sich an junge Leute ab 14 Jahren. Die
Jugendlichen unterhalten den Bistrobetrieb in eigener Regie und
entwickeln gemeinsam Projekte im Bildungs-, Unterhaltungs- und
Freizeitbereich. Angeleitet und unterstützt werden sie von drei
PädagogInnen sowie Honorarkräften.
1.6.2.Jugendkongress des Jugendforums
Am Donnerstag, den 18.5.06 fand der dritte Jugendkongress des
Jugendforums Darmstadt statt. Michael Fütterer war eingeladen im
Rahmen seiner Tätigkeit im Jugendring und als Stadtschulsprecher, den
Workshop „Schule, unser alltäglicher Lebensraum“ zu coachen. Es
wurden folgende Ergebnisse festgehalten:
(zitiert nach http://www.are-u- active.de)
Wir reden über die einzelnen Punkte und über viele Probleme an den
verschiedenen Schulen.
Zusammenfassung:
Der Workshop Schule, unser alltäglicher Lebensraum hat sich für 2
Hauptproblempunkte, passend zum Thema Schulgestaltung entschieden, diese
sind:
- Unterrichtsgestaltung und das
- Schüler – Lehrer – Verhältnis.
Hierzu wurden Zukunftsvorstellungen erörtert;
Wir wollen ein respektvolles Miteinander aber kein „kumpelhaftes“ Schüler –
Lehrer - Verhältnis. Wir möchten an der Unterrichtsgestaltung beteiligt
werden und mehr über die Möglichkeiten der SV erfahren. Das Thema
8
Schulgestaltung scheint für Alle sehr wichtig zu sein. Passend dazu wurden
folgende Punkte erarbeitet:
- Pausenhof
- Cafeteria / Mensa / Kiosk
- Aufenthaltsraum
- Schulbibliothek
1.6.3. Lokale Agenda 21
Am 18. 11. 06 besuchten Alexander John und die Bildungsreferentin eine
Aktion zur lokalen Agenda 21 in der Centralstation. Der Vorstand war
sich der großen Wichtigkeit von nachhaltiger Lebens- und
Wirtschaftsplanung bewusst und nutzte das Treffen, um sich über die
umfassenden Tätigkeiten von Vereinen und Bürgerinitiativen zu
informieren.
1.6.4. Jubiläum 60 Jahre evangelisches Stadtjugendpfarramt
Am 8. 12. folgten Vertreter des Vorstandes und die Bildungs-referentin
einer Einladung des Stadtjugendpfarramts zur Jubiläums-feier seines 60
jährigen Bestehens. Die Programmgestaltung der Feier ließ genügend
Raum für Gespräche, in denen man sich der guten gemeinsam
geleisteten Arbeit bewusst werden und auch Ideen für die zukünftige
Zusammenarbeit austauschen konnte.
1.7. EDV und Telekommunikations - Support
Durch das Zusammenlaufen einer Vielzahl unterschiedlicher
Informationen im Jugendring ist es in der heutigen Zeit unerlässlich,
dass die EDV-Anlage immer zur Verfügung steht und alle benötigten
Aufgaben erfüllen kann. Die Wartung eines solchen Systems erfordert
hohen Zeitaufwand. Die in vielen Mails vorhandenen Viren und andere
schädliche Programme haben auch im letzten Jahr das System mehrere
Male zum Ausfall gebracht. Die Behebung sämtlicher Störungen und die
Wartung übernahm das Vorstands-mitglied Benny Scheitterer. Er stand
seinen VorstandskollegInnen, Frau Schilcher und nicht zuletzt auch der
Bildungsreferentin, die inzwischen einem Großteil ihrer Arbeit ohne PC
nicht mehr nachgehen kann, auch per Telefon, sozusagen als Hotline zur
Verfügung. Die beschriebenen Dienste beziehen sich in ähnlicher Weise
auch auf die Telefonanlage.
9
1.8. Einbruch in den Büroräumen
In der Nacht vom 11. auf den 12.12. 06 wurde in die Räume des
Jugendrings eingebrochen. Die Kriminalpolizei stellte fest, dass die
Einbrecher über die leicht zu öffnenden Fenster des Archivs, in dem die
elektronischen Geräte des Jugendrings in einem Stahlschrank lagern,
eingestiegen sind. Sie versuchten, diesen mit einem Schraubenzieher
gewaltsam zu öffnen. Der Schraubenzieher brach jedoch bei dem
Versuch ab, so dass glücklicherweise nichts entwendet wurde. Das
Liegenschaftsamt entsprach nun dem Vorschlag der Bildungsreferentin,
die Fenster, die zum Innenhof zeigen, vergittern zu lassen. Zuvor
wurden jedoch die Fenster entfernt, da diese nun als unsicher eingestuft
wurden, bzw. durch den Einbruch beschädigt waren. Sie wurden durch
provisorische Holzplatten ersetzt.
Benny Scheitterer übernahm trotz seines engen Arbeitszeitplans die Aus-
und Einräumarbeiten, die notwendig waren, um den Handwerkern den
Zugang zu den Fenstern und damit die Absicherung der Räume zu
ermöglichen.
10
2. Veranstaltungen
2.1. Umme- Die Jugendparty 2006
Der Gedanke, eine solche Veranstaltung ins Leben zu rufen, kam beim
Straßenfest des Jugendrings im Sommer 2005 auf. Ehrenamtliche aus den
Mitgliedsverbänden äußerten dort zum ersten Mal den Wunsch, dass
man auch mal was für sie tun könne. Da es aber schon eine Ehrung für
Ehrenamtliche durch die Stadt gibt, hat der Jugendring sich überlegt,
eine Party zu organisieren auf der jeder ehrenamtlich Tätige aus unseren
Mitgliedsverbänden zwischen 14 und 27 Jahren vorbeikommen kann,
um hauptsächlich Spaß zu haben und natürlich auch um Anerkennung
für die geleistete Arbeit zu erfahren. Die anwesenden Ehrenamtlichen
genossen freien Eintritt und wurden in der Zeit zwischen 18:30 Uhr und
20:30Uhr, bevor die Öffentlichkeit hinzu kam, mit Essen, Getränken und
T-Shirts belohnt. „Umme“ hat also folgende Bedeutung: Wer sich ohne
Entlohnung in den Dienst der Gesellschaft stellt hat das Recht darauf,
mindestens einmal im Jahr, feiern, essen und trinken zu könne ohne
dafür bezahlen zu müssen. „Für Umme Arbeiten und für Umme feiern“.
Die Idee, die Veranstaltung öffentlich zu machen hatte verschiedene
Hintergründe. Zum einen sollten alle sehen und mitbekommen, wie
wichtig, hilfreich, lehrreich und vor allem „cool“ ehrenamtliche Arbeit
sein kann und zum anderen sollte die gute Gelegenheit genutzt werden,
um für den Jugendring und seine Mitgliedsverbände Werbung zu
machen und bei den Jugendlichen Interesse für die Verbände und für
deren Arbeit zu wecken.
Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltung begannen im November
2005. Das Konzept war im Vorstand besprochen und beschlossen
worden. In der Bessunger Knabenschule, irgendwann Ende Januar
sollten zwei Musikbands und ein DJ für musikalische Unterhaltung
sorgen. Die Turnhalle der Knabenschule war für den 27.01.06 zu
bekommen, die Musikbands allerdings nicht. Also wurde das alte
Konzept umgeändert und es sollte nur noch eine Band und ein DJ durch
den musikalischen Abend führen. Als Live - Act konnte der Jugendring
die Nachwuchsmusiker von Big Deal aus Aschaffenburg gewinnen, die
es schafften, aus einem stehenden Haufen Jugend-licher einen
hüpfenden zu machen. Der DJ Part wurde von Holger Gerlach (Radio
YOU FM) übernommen. Die technische Organisation konnte nach
harten finanziellen Verhandlungen Wolfgang Blatter anvertraut werden.
Essen wurde von einem persischen Restaurant geliefert, die Getränke
über die Knabenschule bestellt. Es wurden 200 Din A3 Plakate und 1000
Din A6 Flyer gedruckt. Diese wurden in Schulen und an strategischen
Punkten in Darmstadt aufgehängt und verteilt. Außerdem konnte der
Jugendring eine Kooperation mit dem Radiosender YOU FM
vereinbaren und somit über die Frequenz 104,3 und deren Homepage
für die Umme - Jugendparty werben.
11
Im Inter-net war die Veranstaltung auf den folgenden Seiten zu
bewundern:
partyamt.de knabenschule.de jugendring-darmstadt.de youfm.de
In den Tageszeitungen Darmstädter Echo, Frankfurter Rundschau und
im Monatsmagazin „Fritz“ wurden Pressemitteilungen über die
Jugendparty veröffentlicht. Die beiden o.g. Tageszeitungen haben auch
nach dem großen Abend einen sehr positiven und somit werbe-
wirksamen Bericht über die Party und den Jugendring abgeliefert.
(Was jetzt hier vielleicht so einfach und selbstverständlich zu lesen ist,
bedeutet in der Praxis eine Menge Arbeit, Zeit, Nerven und vor allem
Geduld). Durch Werben über verschiedene Medien und durch ein
gelungenes Fest hat der Jugendring nicht nur das Ziel erreicht, den
anwesenden Ehrenamtlichen ein bisschen was zurückzugeben, sondern
auch der ehrenamtlichen Arbeit als solcher eine bessere Reputation
verliehen. Über die Steigerung des Bekanntheitsgrades, auch was den
Jugendring und seine Mitgliedsverbände angeht muss nicht weiter
gesprochen werden. Noch wichtig zu erwähnen wäre, dass die feiernden
Jugendlichen und ehrenamtlich tätigen Mitglieder, was die Party
anbelangt, nur Positives zu berichten hatten. Die Überlegung, diese Art
von Veranstaltung auch weiterhin, also jeden Januar durchzuführen, ist
mehr als berechtigt.
Der Jugendring bedankte sich bei insgesamt 160 Gästen, davon 40
ehrenamtlich tätig, und bei allen Helferinnen und Helfern, die zum
Gelingen des Festes beigetragen haben.
12
13
2.2. PolitikerInnenparcours zur Kommunalwahl
Für Freitag, 10.März hatte der Jugendring Darmstadt zum
„PolitikerInnenparcours Kommunalwahl“ in die Oetinger Villa
eingeladen.
Die evangelische Jugend
der StadtschülerInnenrat
der Bund der Deutschen Katholischen Jugend
die
SJD - Die Falken
der Jugendwagen Wixhausen
das Jugendhaus Zigarrenkist
das Jugend- und Kulturzentrum Oetinger Villa
das Jugendforum und
VertreterInnen der Mornewegschule
14
diskutierten mit den KandidatInnen:
Hanno Benz und Susanne Steffes (SPD)
Christian Grunwald (Bündnis 90/die Grünen)
Ctirad Kotoucek und Rafael Reißer (CDU)
Leif Blum (FDP)
Rainer Keil und Verena Hoppe (die Linke)
Roswita Emig (die Frauen)
Alexander Nebhuth (Uffbasse)
Ellen Schüßler und Michael Siebert (WASG)
in kleinen Gruppen über folgende Themen:
- Förderung von Jugendverbänden
- Schulentwicklung
- Rechtsextremismus in unserer Region
- Integrierte Gesamtschule - Ganztagsschule
- Orte für Jugendliche
- Jugendwagen Wixhausen - wie geht’s weiter?
- Oetinger Villa muss bleiben!
- Jugendarbeitslosigkeit
- Jugendbeteiligung in Darmstadt
Über allen Themen stand natürlich immer die Frage „Was tun Sie , wenn
Sie gewählt werden?“ Alle interessierten Jugendlichen waren zum
Mitmachen eingeladen! Wahlberechtigten Jugendlichen wurde
empfohlen, den Parcours u.a. auch als Orientierungshilfe nutzen. Ca 60
aktive Jugendliche, die den Parcours mit vorbereitet hatten, diskutierten
an Tischen mit den PolitikerInnen. Gäste beteiligten sich an den
Gesprächen. Insgesamt nahmen zwischen 100 und 120 Menschen an der
Veranstaltung teil. Sehr positiv war, dass viele jüngere Jugendliche den
Weg in die Villa gefunden hatten. Bei der Berichterstattung fiel auf, wie
stark die Gruppen das Verhalten der PolitikerInnen bewerteten. Die
Glaubwürdigkeit der PoltikerInnen sank, wenn sie schlecht vorbereitet
waren, oberlehrerhaft oder gar arrogant wirkten. Zu joviales Auftreten
wurde als unpassend eingestuft. In einem Fall wurde negativ vermerkt,
dass der Politiker keinen Blickkontakt aufnahm. In der Äußerung eines
Politikers kritisierten die Jugendlichen rassistische Tendenzen. Die Teil-
nehmerInnen zeigten sehr deutlich, dass es ihnen wichtig war, ernst
genommen zu werden. Sie erkannten Worthülsen, Ausweichmanöver,
Selbstdarstellungen und leere Versprechungen bzw. wahltaktische
Angebote der PolitikerInnen, wenn nicht gleich auf dem Parcours, so
doch spätestens bei den darauf folgenden Gesprächen in der Gruppe. Sie
kritisierten auch mangelhafte Kommunikationskultur, wenn sie sich
nicht verstanden fühlten. Im Gegenzug wurde Ehrlichkeit (auch wenn
sie schmerzte), Sachkenntnis und gute Vorbereitung der PolitikerInnen
honoriert und als eine Form des „Ernst genommen Werdens“ gewertet.
Konkrete Angebote mancher Parteienver-treterInnen wie die der
15
Unterstützung des Rederechts von Jugendlichen in der STAVO bzw.
eines Platzes im JHA wurden freudig begrüßt. Manche PolitikerInnen
drückten deutlich ihre Anerkennung für den Einsatz der Jugend für ihre
eigene Sache aus (Erhalt des JuKuZ Oetinger Villa) und ließen keinen
Zweifel daran, dass dies die kommunalpolitischen Entscheidungen
beeinflusse.
Insgesamt kann gesagt werden, dass die Jugendlichen versuchten, an der
Sache zu diskutierten und nicht zwangsläufig die kleinen, nicht in der
Regierungsverantwortung stehenden Parteien sympathischer einstuften.
Auch CDU und SPD bekamen für einige Diskussions-beiträge positive
Rückmeldungen. Umso ärgerlicher war, dass in der Presse z.T.
unsachlich berichtet bzw. versucht wurde, eine der Jugendgruppen
parteipolitisch zu verorten. Dies scheint der beste Weg zu sein,
Jugendliche davon abzuhalten, sich kommunalpolitisch zu betätigen:
Indem man so früh wie möglich versucht, ihnen Parteienstrukturen
überzustülpen, die in der Regel dem Wesen des Jugendalters
widersprechen. Mehr dazu im nächsten Punkt.
Aus den Erfahrungen dieses Parcours entwickelte eine der jüngeren
TeilnehmerInnengruppe, die SJD
- Die Falken eine konstruktive Kritik an
der Veranstaltungsform:
In Zukunft soll nach jeder Runde 5 Minuten Zeit sein, um sich als
Gruppe über die Ergebnisse bzw. Bewertung der Diskussionsrunde
verständigen zu können. Zusätzlich soll die Pause zwischen Parcours
und Berichterstattung bleiben. Die PolitikerInnen sollten in der 5
Minuten-Pause eine Aufgabe bekommen, z.B. auch ihrerseits ein
Statement erarbeiten zu einer der Gruppen oder einem der Themen.
Als Hilfe für die Kurzauswertung der Gespräche in der 5 Minuten Pause
hatte die Falkengruppe ein Rasterblatt entwickelt, das folgende Fragen
enthielt:
- War die Person sympathisch?
- Hat sie Interesse gezeigt?
- Wird sie sich in Zukunft für das Thema einsetzen?
- War sie glaubwürdig?
- Gab es sachbezogene Antworten (oder blablabla?)
- War sie inhaltlich kompetent
- Fühlst du dich ernst genommen?
- Würdest du die Person wählen?
16
17
18
2.2.1. Kritik der Jugendgruppe „SJD-die Falken“ an Darmstädter
Echo und Politikern des Parcours
Die Jugendgruppe der Falken, die mit den PolitikerInnen über das
Thema Jugendarbeitslosigkeit diskutiert hatte, war empört über die
Berichterstattung des „Darmstädter Echos“ vom 13.3.06, „Falken
landeten im falschen Nest“ von Frank Horneff. Sie schrieb daraufhin
einen offenen Brief an Frank Horneff, in dem sie dessen verzerrte
Darstellung kritisierte und auch ihre Kritik an einigen Politikern des
Parcours konkretisierte. Marion Kleinsorge, die Vorsitzende des
Darmstädter Ortsverbandes der „Falken“ schickte den offenen Brief der
Gruppe mit einem Anschreiben ihrerseits an alle PolitikerInnen des
Parcours, um die möglicherweise aus dem Artikel entstandenen
Missverständnisse auszuräumen. Als die Bildungsreferentin Anfang Mai
die Falkengruppe besuchte, fand sie frustrierte und verärgerte
Jugendliche vor. Weder Presse noch Politik hatten es für notwendig
befunden, auf deren Kritik zu reagieren. In Einvernehmen mit den
Jugendlichen und der Vorsitzenden der „Falken“, Marion Kleinsorge,
schrieb die Bildungsreferentin im Auftrag des Vorstands des
Jugendrings am 30.5. einen Brief an die PolitikerInnen des Parcours.
Auch daraufhin erfolgte nichts außer mündlichen Reaktionen nicht
betroffener PolitikerInnen der Bildungsreferentin gegenüber. Die
Chance, sich mit den Jugendlichen direkt auseinanderzusetzen, wurde
von den angesprochenen PolitikerInnen nicht wahrgenommen.
Dieser Vorgang bestärkten Vorstand und Bildungsreferentin in ihrem
Vorhaben, die Kommunikationskultur zwischen Politik und Jugend-
verbänden im Rahmen eines geplanten Projektes nachhaltig zu
verbessern.
19
20
2.3. Internationale Jugendbegegnung in Mikuszewo/ Polen
21.- 18.10.06
2.3.1. Vorgeschichte
Schon im Jahre 2004 wurden im Rahmen des Deutsch-Polnischen
Jugend- und Fachkräfteforums in Arnoldshain/Taunus die ersten
Kontakte zu potentiellen Kooperationspartnern für eine inter-nationale
Jugendbegegnung nach Polen geknüpft. Vorstandsmitglied Patricia
Kaczmarek interessierte sich aufgrund ihrer polnischen Herkunft und
ihres Slawistikstudiums für das angedachte Projekt. Sie war
Teilnehmerin dieser Tagung, ebenso wie die beiden Vertre-terinnen des
Deutsch-Polnischen Vereins „Die Brücke“ aus Darmstadt, Dorota
Mondry und Lucyna Simon. Die beiden letzteren kannten den
Jugendring und Rose Klaus, da der Verein in seinen Anfängen die
Räume des Jugendrings so lange für seine Gruppen-aktivitäten genutzt
hatte, bis er ein festes Domizil in der Bessunger Knabenschule gefunden
hatte. Immer wieder wurde in informellen Gesprächen an der Idee
weitergesponnen, bis sich die drei polnisch-stämmigen Frauen und die
Bildungsreferentin schließlich trafen, um gemeinsam erste Bausteine für
das Programm einer internationalen Jugendbegegnung in Polen zu
entwickeln. Schon diese vorbereitenden Gespräche waren sehr
interessant, da sie stark von dem jeweiligen biografischen Hintergrund
der einzelnen Frauen geprägt waren:
Dorota Mondry und Lucyna Simon waren in Polen geboren und
ausgebildet worden, lebten und arbeiteten aber schon sehr lange in
Deutschland. Patricia Kaczmarek ist in Darmstadt als Tochter polnischer
Eltern geboren und aufgewachsen. Erst durch ihr Slawistikstudium
begann sie, sich für ihre kulturellen Wurzeln zu interessieren. Sie hatte
Anfang 2006 zu Studienzwecken einige Wochen in der Heimat ihrer
Eltern verbracht.
Rose Klaus übernahm in dieser Konstellation die Rolle des völligen
Neulings, was Polen als Land betraf und konnte so in der Konzept-
erstellung immer darauf hinwirken, dass die vermutliche Position der
„nur deutschen“ TeilnehmerInnen berücksichtigt wurde. Da viele
Mädchen und Jungen der Jugendgruppe des Vereins „Die Brücke“ von
vornherein an der Reise interessiert waren, wurde schon in der
Konzeption berücksichtigt, dass die TeilnehmerInnen sich mindestens in
drei verschiedene Kategorien einteilen ließen:
- Hier aufgewachsene Kinder polnischer Eltern, die in ihrem
Migrationshintergrund zuhause waren, Polen kannten und die
polnische Sprache beherrschten
- Hier aufgewachsene Kinder polnischer Eltern, die ihrer polnischen
Herkunft eher ablehnend gegenüberstanden und meistens auch
die Sprache nur bruchstückhaft beherrschten
- Nur deutschsprachige Jugendliche mit Neugier auf Land und
Leute
21
2.3.2. Konzeption
Die Bildungsreferentin erstellte auf der Grundlage der Diskussionen mit
dem zukünftigen Team eine den Förderungsrichtlinien für Maßnahmen
der internationalen Jugendarbeit des Regierungspräsidiums Kassel
entsprechende Konzeption, die hier in Auszügen eingefügt wird:
„Der Jugendring Darmstadt plant in Kooperation mit dem Verein „Die
Brücke“, Darmstadt einen internationalen Jugendaustausch mit polnischen
Jugendlichen in Polen.
Der Verein „Die Brücke“ arbeitet in Darmstadt mit Kindern und Jugendlichen
mit polnischem Migrationshintergrund, z.T. finden Veranstaltungen in den
Räumen des Jugendrings statt.
Ziel des Vereins ist es, den Kinder und Jugendlichen, die z.T. schon in
Deutschland geboren sind, ihre Muttersprache, sowie polnische Kultur in
Traditionen und Gebräuchen zu erhalten.
Dies zum einen in der Annahme, dass ein positives ethnisches
Selbstbewusstsein zu einer gelingenden Integration beitragen kann, zum
andern, um es den Kindern und Jugendlichen zu erleichtern, mit den
Erwartungen ihrer Eltern umzugehen.
Da diese jungen Frauen und jungen Männer die Träger eines gegenwärtigen
und zukünftigen Europas sind, halten wir es für sinnvoll, sie unabhängig von
familiären Beziehungen (Verwandtschaftsbesuchen in Polen) mit ihren
Altersgenossinnen in Polen zusammen zu bringen.
Zusätzlich zu den Jugendlichen mit polnischem Migrationshintergrund
werden noch Jugendliche ohne oder mit einem anderen Migrationshintergrund
Teil der Gruppe sein, um das Spektrum abzurunden.
Geplante Themen sind:
• Lebenssituation der Jugendlichen in Schule, Beruf und Freizeit,
Vergleich Deutschland / Polen
(Wie lebt es sich in Deutschland als „Pole“, wie fühlt man
sich in Polen, wenn man seinen Lebensmittelpunkt in
Deutschland hat?)
• Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit in beiden Ländern in Bezug
auf die jeweils andere Nation. Ökonomische Hintergründe von
fremdenfeindlichen Denkweisen.
• Die Rolle der Religion in der polnischen bzw. deutschen Gesell-
schaft
• Gemeinsamkeiten beider Kulturen“
Im Frühjahr 2006 bewilligte das Regierungspräsidium Kassel den
Zuschuss für die Maßnahme. Die Werbung für die Fahrt nach Polen lief
im Wesentlichen über den Verein „Die Brücke“. Aber auch über die
Presse kamen Anmeldungen. Partner in Polen war eine Schulklasse aus
der Umgebung der internationalen Jugendbegegnungsstätte Mikuszewo,
deren Lehrerin Roma Borkowska schon auf der anfangs beschriebenen
Tagung in Arnoldshain Interesse für ein solches Projekt gezeigt hatte.
Lucyna Simon und Dorota Mondry hielten den Kontakt zu Roma
22
Borkowska und der internationalen Jugendbildungs-stätte Mikuszewo.
Auf Vorschlag der Bildungsreferentin wurde als viertes Teammitglied
unser ehemaliger Praktikant Benjamin Morbeck engagiert, der sich mit
seinen Arbeitsschwerpunkten Sport und Medienpädagogik
hervorragend ins Team einfügte.
2.3.3. Der Eltern-Mädchen-Jungs-Abend
Zwei Wochen vor der Abfahrt luden die Bildungsreferentin und das
Team Eltern nebst Töchtern und Söhnen zu einem Infoabend über die
Fahrt ein. Das Team stellte das Programm in groben Zügen vor,
Formalitäten wurden abgeklärt, noch offene Fragen beantwortet.
Dies war sehr wichtig, da die TeilnehmerInnen alle noch sehr junge
waren, die Fahrt in ein für Einige unbekanntes Land ging, gegen das es
so manche Bedenken gab und einige Eltern doch etwas besorgt waren.
Die Jugendlichen hatten, wie erwartet sofort Kontakt zueinander
gefunden. Manche Eltern bedankten sich ausdrücklich für die
hervorragende Organisation. Sie drückten auch aus, dass sie ihre Kinder
bei diesem Team gut aufgehoben wussten. Ein großer Bonus war, dass
einige Eltern und Kinder Dorota Mondry und Lucyna Simon schon vom
Verein „Die Brücke“ her kannten und schätzten. Auch nach der Fahrt
drückten die Eltern große Anerkennung für die hervor-ragende Arbeit
des Teams und die professionelle Organisation des Veranstalters aus.
2.3.4. 19 x Polen und zurück
In der zweiten Herbstferienwoche fuhren insgesamt 15 Jugendliche aus
Darmstadt und Umgebung, darunter zehn Mädchen und fünf Jungen
zwischen 12 und 15 Jahren (mit einer Ausnahme, ein 11-jähriges
Mädchen) mit der Bahn zur internationalen Jugend-begegnung nach
Mikuszewo in Polen.
Ein Teil der
Jugendlichen kam
aus Familien mit
polnischer Herkunft.
Die Jugendlichen mit
Polnisch-Kenntnissen
nahmen eine
wichtige Position
innerhalb der
Gruppe ein, da sie als
Sprachvermittler für
TeilnehmerInnen
ohne Erfahrung mit
der polnischen
Sprache sehr wichtig
waren. Die Gruppe der Jugendlichen aus Polen bestand aus zehn
23
Jugendlichen.
Am zweiten Tag der Begegnung wurde zusammen mit den Teilnehmer-
Innen ein Vertrag erarbeitet und schließlich beschlossen, der sowohl in
Polnisch als auch in Deutsch aufgehängt wurde. Inhalte waren z.B.
gegenseitiger Respekt, Toleranz und Verantwortung sowohl für sich als
auch für jeden anderen in der Gruppe. Bei aufkommenden Unklarheiten
konnte immer wieder auf diesen Vertrag zurückgegriffen werden, der
für alle verbindlich war.
Innerhalb des vierköpfigen Teams aus Deutschland sprachen drei
Teamerinnen polnisch; zudem sprach die Teamerin der polnischen
Gruppe auch deutsch. Neben Zielen wie kennen lernen des Nachbar-
landes und dem kulturellen Austausch zwischen den TeilnehmerInnen
stand der Abbau von Vorurteilen und die grundsätzliche Vermittlung
von Wissen über Polen und Deutschland im Vordergrund.
Kennenlernen von Land und Kultur
Die internationale Jugendbildungsstätte Mikuszwo, die in der
Partnerregionen
Hessens, der
Wojewodschaft
(Region) Wielkopolska
(Altpolen), liegt, erwies
sich auf Grund der
zentralen Lage
zwischen den
bedeutenden Städten
Posen und Gnesen als
geeigneter Platz, um
Ausflüge an historisch
interessante Orte
(Poznan, Gniezno, die
24
Ausgrabungsstätte
Biskupin) mit
professionellen
Führungen in beiden
Sprachen
durchzuführen.
Archäologische
Entdeckungen
belegen, dass es
schon im 9.
Jahrhundert eine
Burg im Zentrum des
heutigen Poznans
(Posen) gegeben hat,
in der sich der
Piastenfürst Mieszko
I., der erste historisch
nachweisbare Fürst
der polnischen
Urstämme, taufen
ließ. Da diese Stadt
bis heute ein
wichtiges
Handelszentrum ist,
lernten die
Jugendlichen sowohl
die spannende
Historie dieser Stadt,
als auch eine
moderne Metropole kennen.
Umgang mit beiden Sprachen – gemeinsame Gestaltung des
Tagesablaufes
In der Jugendbildungsstätte wurden täglich Sprachanimationen und
Sprachspiele angeboten. So lernten beide Gruppen die jeweils andere
Sprache spielerisch kennen. In der Freizeit diskutierten die Teil-
nehmerInnen mit Hilfe der zweisprachigen Jugendlichen lebhaft über
das Leben in Polen und in Deutschland. Sie stellten fest, dass die
Menschen in beiden Ländern vergleichbare Lebensgewohnheiten,
Lebensstandards und Alltagsprobleme haben. Es wurden aber auch
Unterschiede in der Infrastruktur ( Straßen, Bahn, Internetzugang)
festgestellt, die in Polen noch zu verbessern seien. Anknüpfungspunkte
waren immer wieder ähnliche Interessen der TeilnehmerInnen in den
Bereichen Musik, Sport und Schule. Gesellschaftsspiele, sportliche
25
Aktivitäten und gemeinsame Aufgaben wie die Organisation von
Einkaufen, die Gestaltung von Mahlzeiten und gemeinsames
Aufräumen ließ die deutsch-polnische Gruppe schnell zusammen
wachsen. Die
sprachlichen
Kompetenzen beider
Gruppen verbesserten
sich durch das tägliche
Miteinander,
Sprachhemmungen
wurden zusehends
abgebaut. Die
Jugendlichen
entdeckten viele
Kommunikationsmögli
chkeiten und fanden
beide Sprachen
interessant, wobei die
deutsche Gruppe mehr
Schwierigkeiten mit der Aussprache des Polnischen hatte; die Probleme
waren aber zu bewältigen. Alle diskutierten Themen wurden bilingual
erarbeitet. Die TeilnehmerInnen stellten fest, wie wichtig es für die
interkulturelle Verständigung ist, Fremdsprachen zu lernen.
Workshops
Zu den Themen Film, Theater und Musik wurden vom Team Workshops
angeboten. Die Jugendlichen konnten sich die thematische Umsetzung
mit den jeweils angebotenen Medien selbstständig erarbeiten. Als Beis-
piel soll hier das Filmprojekt beschrieben werden, das von Benjamin
Morbeck angeleitet wurde: Die Gruppe, die sich für das Medienprojekt
entschieden hatte, bestand aus 7 Jungs. Davon kamen 5 aus Deutschland
(2 davon beherrschten sowohl die polnische als auch die deutsche
Sprache) und 2 aus Polen (sie sprachen polnisch und englisch). Das Alter
der teilnehmenden Jugendlichen lag zwischen 12 und 14 Jahren. Bei den
Deutschen waren die Schulformen Gymnasium und Realschule vertre-
ten, bei den Polen die Grundschule. (Diese reicht in Polen bis einschließ-
lich zur sechsten Klasse). Die Gruppe verständigte sich zunächst über
die Wirkung von Bild und Ton und über die Manipulationsmöglich-
keiten, die von Radio und Fernsehen, vor allem auch von der Werbung,
genutzt werden. Sprachliche Hürden wurden mit Hilfe der Dolmetscher
(hier: zweisprachiger Teilnehmer) oder nonverbaler Kommunikation
gemeistert. Die Mediengruppe begleitete die gesamte Begegnung mit der
Kamera bzw. dem MD –Player. Sowohl das tägliche Miteinander und die
Präsentationen anderer Workshops als auch die Ausflüge und die Hin-
und Rückfahrt wurden von der Gruppe festgehalten. Der Schnitt des
Filmes war allerdings in der kurzen Zeit in Polen nicht zu schaffen.
Benjamin Morbeck stellte den Film in Eigenarbeit nach der Fahrt fertig.
26
Die Jugendlichen arbeiteten sehr intensiv in ihren jeweiligen AGs und
präsentierten zum Abschluss der Begegnung außer den Filmteilen noch
ein Theaterstück und einen deutsch-polnischen Singwettbewerb.
2.3.5. Einschätzung der internationalen Begegnung durch das
Team:
- Die deutsch-polnische Gruppe hat sich gut integriert und viel von-
einander profitiert. Ab und zu gab es Irritationen, wenn sich die
deutschen Jugendlichen mit polnischem Elternhaus zu sehr mit ih-
ren polnischen AltersgenossInnen identifizierten. Diese stellten
dann belustigt fest, dass die „Deutschen“ trotz polnischer Eltern
doch keine richtigen Polen waren, da sie z.B. ihre Muttersprache
selten lesen oder schreiben und auch nicht perfekt sprechen konn-
ten. Außerdem beherrschten die Deutsch-Polen den angesagten
Verhaltenskodex nicht und benutzten z.B. Flüche, auf die die pol-
nischen Jugendlichen pikiert reagierten.
- Die Jugendlichen haben souverän und selbstständig Aufgaben er-
füllt und eigene Ideen umgesetzt.
- Die TeilnehmerInnen wirkten bei Ausflügen aktiv und interessiert
mit, sie reflektierten und diskutierten das jeweils Gesehene und
Erlebte.
- Das Programm lief im Großen und Ganzen nach Plan, die Tage
waren gut unterteilt in angeleitete Programmpunkte und Zeit für
eigenständige und freie Gestaltung.
- Die Jugendlichen eigneten sich nicht nur Wissen über das
Nachbarland Polen und seine Geschichte an, sondern befassten
sich außerdem auch mit der aktuellen politischen Situation des
Landes.
27
- Es fand ein Austausch statt über die Situation der Schulen in bei-
den Ländern und über die unterschiedlichen Bildungssysteme.
Andere Themen waren der unterschiedliche Stellenwert der Fami-
lie in beiden Ländern und die Verortung der Jugendlichen in ihren
jeweiligen Kulturkreisen. Das Verhalten der polnischen Jugendli-
chen war z.B. von deutlich mehr Respekt gegenüber Erwachsenen
gezeichnet als das der deutschen. ( Hier spielte möglicherweise
eine nicht geringe Rolle, dass die Begegnung für die deutschen Ju-
gendlichen in die Herbstferien fiel, für die polnischen jedoch in
ihre Schulzeit. Die Teamerin der polnischen Gruppe war gleichzei-
tig deren Deutschlehrerin). In diesem Zusammenhang wurde u. a.
thematisiert, ob die polnischen Jugendlichen evtl. nicht so „cool“
wären wie die deutschen.
- Die Jugendlichen haben sich rundum wohl gefühlt und das in
einem, zumindest für einige, sehr fremden Land, weit weg von zu
Hause und den Eltern. Aus Anfangs zwei Gruppen (Deutsch-
28
Polnisch) ist eine große Gruppe entstanden in der jeder Einzelne
mit Respekt und Toleranz behandelt wurde!
- Die Jugendlichen waren nach dieser einen gemeinsam
verbrachten Woche nur schwer zu trennen. Es entstanden
einige Freundschaften. Alle TeilnehmerInnen
wünschten sich, die Begegnung fortzusetzen.
2.3.6. Nachtreffen 26.11.06
Schon in Mikuszewo bzw. auf der Heimfahrt wurde vereinbart, dass sich
die Darmstädter Gruppe trifft, sobald der Film über die inter-nationale
Begegnung fertig geschnitten ist.
Auch für die Reflektion des Erlebten wurde ein zeitnahes Wiedersehen
der Gruppe und des Teams für wichtig erachtet. Alle bis auf eine
erkrankte Teilnehmerin trafen sich im kleinen Partyraum der Bessunger
Knabenschule zu einem köstlichen Buffet, zu dem alle etwas beigetragen
hatten. Der Jugendring sorgte lediglich für Getränke. Da das
Darmstädter Echo weniger an einer Pressemit-teilung unsrerseits über
die Jugendbegegnung, sondern nur an der Möglichkeit eines Interviews
mit den TeilnehmerInnen interessiert war, fragte die Bildungsreferentin
alle TeilnehmerInnen per Mail, ob sie einverstanden wären. Sie stimmten
29
zu und so kam Carolin Eichhofer, eine junge freie Mitarbeiterin des
Darmstädter Echos, die, wie wir später erfuhren, selbst noch Schülerin
war, zu dem Treffen. Die TeilnehmerInnen berichteten sehr lebhaft und,
wie man an dem Artikel sehen kann, wurden sie auch gut verstanden
und wiedergegeben. Höhepunkt des Wiedersehens war die Premiere des
zusammen geschnittenen Filmmaterials, das Benjamin Morbeck an der
Fachhochschule Münster professionell bearbeitet hatte. Der Film wurde
euphorisch aufgenommen; noch einmal wurde über das ein oder andere
gelacht oder kritisch diskutiert. Für das Team war vor allem wichtig zu
erfahren, wie die Jugendlichen nach einiger Zeit über die Reise und das
Erlebte dachten und wie sie nun in Zukunft damit umgehen wollten.
Klar war zudem, dass jede Möglichkeit des Wiedersehens bis zum
Besuch der polnischen Gruppe in Deutschland im Sommer 2007 genutzt
werden würde.
2.3.7. „Lulajze Jezunju“ auf dem Bessunger Weihnachtsmarkt
Der Bessunger Weihnachtsmarkt wird seit 2005 von der Mutter eines
Jugendlichen ausgerichtet, der an der Internationalen Begegnung
teilgenommen hatte. Für Rose Klaus, selbst Bessungerin, ist es schon eine
jahrelange Tradition, mit Kindern und Erwachsenen an einem der
Weihnachtsmarkttage zu singen. Im Vorjahr hatte sie die drei
polnischsprachigen späteren Teammitglieder dazu überredet, mit ihr ein
ganz bestimmtes und unter Polen sehr bekanntes polnisches
Weihnachtslied fürs Publikum zu singen. Beim anschließenden
30
Glühweintrinken entstanden damals die ersten Ideen zu der Polenfahrt.
Es lag nahe – und es war gleichzeitig eine große Herausforderung für
das Team, die Bildungsreferentin und vor allem für die Jugendlichen –
diesen Auftritt mit einem spontanen Jugend- und Erwachsenenchor zu
wiederholen. Es war vor allem dem Team zu verdanken, dass die
Jugendlichen „mitspielten“. Auch Außenstehende konnten beobachten,
dass das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen TeilnehmerInnen und
Team sehr stark war. Selbst die teilweise anwesenden und mitsingenden
Eltern der Mädchen und Jungen störten diese nicht weiter.
Bemerkenswert war, dass vor allem die deutschen Jugendlichen dank
des Sprachtrainings während ihres Aufenthaltes in Mikuszewo keine
Hemmungen hatten, auf Polnisch zu singen, wofür sich die kleinen und
großen Zuschauer des Weihnachtsmarktes mit einem Riesenapplaus
bedankten.
2.4. Vorbereitungen „Politik trifft Ehrenamt“
Einen großen Schwerpunkt der Arbeit des Vorstandes und der
Bildungsreferentin betraf das sich in Planung befindende Projekt „Politik
trifft Ehrenamt“. Vorausgegangen waren konstruktive Gespräche mit
der Politik und vor allem dem OB Walter Hoffmann, in denen die
Wichtigkeit beider Seiten, einen politischen Dialog zwischen
jugendlichen Ehrenamtlichen und der Politik zu schaffen, betont wurde.
Von der bloßen Idee reifte bis Ende des Jahres durch Gespräche mit der
Politik, lebhaften Diskussionen im Vorstand und in drei
Vollversammlungen ein fertiges Konzept, das so im neuen Jahr dem
Oberbürgermeister vorgestellt werden konnte.
31
3. Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Trägern
3.1. Rock gegen Rechts mit dem StadtschülerInnenrat Darmstadt
und der DGB Jugend Südhessen am 10.06.06
Die Veranstaltung begann um 15:00 Uhr mit der Workshopphase. Leider
musste der Workshops „Ideologie der Neuen Rechten“ ausfallen, da der
Referent kurzfristig erkrankt war. Die etwa 50
WorkshopteilnehmerInnen teilten sich auf die beiden anderen
Workshops „Rechte Subkulturen“ und „Soziale Demagogie – Was hat
der Kapitalismus mit dem Faschismus zu tun?“ auf. Der Workshop
„Rechte Subkulturen“ befasste sich mit „Kleidungscodes“ innerhalb der
rechten Szene und analysierte die Liedtexte nationalistischer und
rechtsextremer Pop- und Rockgruppen. Die TeilnehmerInnen bekamen
auch Kostproben dieser Musik zu hören. Anschließend diskutierten sie
über das Gehörte und Gelesene.
In dem Workshop „Soziale Demagogie – Was hat der Kapitalismus mit
dem Faschismus zu tun?“ diskutierten die TeilnehmerInnen über die
Zusammenhänge von Kapitalismus und Faschismus. Die Gruppe
befasste sich mit „faschistischer Kapitalismuskritik“ Ende der 20er Jahre
des letzten Jahrhunderts und von heute. Im Anschluss an die Workshops
begann das Zeitzeuginnengespräch mit Trude Simonsohn (Ausschwitz-
und Theresienstadtüberlebende) und Irmgard Heydorn
(Arbeiterwiderstand gegen das NS-Regime). Zu den etwa 50
TeilnehmerInnen gesellten sich nun noch einmal mindestens 20
Interessierte hinzu. Trude Simonsohn berichtete über ihr Leben und die
Verfolgungen, die sie während der NS-Zeit zu erleiden hatte. Besonders
beängstigend waren ihre Schilderungen über ihre Gefangenschaft in
Auschwitz und Theresienstadt. Am meisten beeindruckte die
Zuhörerinnen und Zuhörer die Aussage, dass ihre Erinnerungen an
Auschwitz getrübt seien. Sie könne das nicht genau erklären, glaube
aber, die Ursache liege an einer „Ohnmacht der Seele“. So wie Menschen
aufgrund extremer körperlicher Schmerzen ohnmächtig werden
könnten, geschehe dies auch bei extremem psychischem Leid.
Irmgard Heydorn erzählte über ihre Aktivitäten im Widerstand gegen
das NS-Regime. Als von Haus aus international geprägter Mensch kam
sie sehr schnell zum Widerstand, verteilte Flugschriften und verschickte
Informationen über das NS-Regime ins Ausland. Heute sei ihr der
„alltägliche Widerstand“, der gegen Rechtsextremismus zu leisten sei,
besonders wichtig. Es gelte immer aufzustehen, wenn Unrecht geschehe.
Auch bedauere sie, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der
militärische Widerstand stärker betont werde, als jener von Gruppen, die
von Beginn an dem NS-Regime Widerstand leisteten. ie
TeilnehmerInnen diskutierten engagiert mit den Zeitzeuginnen und
32
stellten viele interessante Fragen. Zudem wurde das Zeitzeugengespräch
auf Video aufge-nommen und sollte im kommenden Schuljahr allen
SchülerInnen-vertretungen zur Verfügung gestellt werden. Nach
Workshops und Zeitzeuginnengespräch begann das Konzert. Hierbei
traten drei Bands, zum größten Teil aus der näheren Umgebung, auf.
Um die BesucherInnen des Konzerts über Rechtsextremismus
aufzuklären, wurden Flyer ausgelegt. Zusätzlich wurde das Publikum
im Laufe der Veranstaltung über Rechtsextremismus informiert. Nach
einer kurzen Einführung eröffnete „Soundpool“ das Konzert. Soundpool
ist eine Newcomerband aus dem Raum Darmstadt, die sich zum größten
Teil aus Schülern der Edith-Stein-Schule zusammensetzt. Die Stimmung
im Glaskasten war schon zu Beginn der Veranstaltung super. Auch
außerhalb des Gebäudes hatten sich zahlreiche Jugendliche versammelt
und genossen das Konzert und die untergehende Sonne von draußen.
Auf Soundpool folgte „Plowking“. Nun füllte sich der Raum noch mehr,
da viele Jugendliche extra gekommen waren, um die Darmstädter Ska-
Band zu genießen. Vor begeistertem Publikum lieferte Plowking eine
beeindruckende Show ab. Nach dem die Zuschauer vehement Zugabe
forderten, ließ sich die Band auf einige extra Darbietungen ein. Nachdem
Plowking den Saal schon zum Kochen gebracht hatte, fiel es natürlich
schwer, dieses Spektakel zu überbieten. Doch „End of the Line“ brachte
es noch einmal fertig, die Besucher zu später Stunde mitzureißen. Die
fünf Bielefelder Jungs bestachen durch ihren Humor und ihre schnellen
und lauten Songs. Insgesamt wurde die Veranstaltung von ca. 200
Jugendlichen besucht. Die gesamte Veranstaltung lief weitgehend
reibungslos ab. Zwar konnten die Konzertbesucher-Innenzahlen des
letzten Jahres nicht übertroffen werden, dennoch sind vor allem die
Workshops und das Zeitzeuginnengespräch als voller Erfolg
einzustufen.
3.2. Weltkindertag am 24.9.06
Auf dem Marktplatz, am weißen Turm und im City-Carree spielte sich
2006 der Weltkindertag ab. Der Jugendring baute sein buntes Zelt am
weißen Turm auf. An einer großzügig aufgebauten Saftbar konnten sich
die Kinder anhand ausgedruckter Rezepte eigene Cocktails mit
abenteuerliche Namen mischen, z.B. „Rote Füße“, Königlicher Saft“,
„Cinderella“, „Baby Pinha Colada“ oder „Magisches Wasser“. Der große
Renner waren die Kokos- und Sahnecocktails! Wer Lust hatte, konnte
mit den bereitgestellten Farbstiften den Geschmack seines Cocktails in
einem Bild festhalten - fürs Rezept-buch zuhause. Schätzungsweise 200
Kinder zwischen 8 und 12 Jahren besuchten den Stand des Jugendrings
und nahmen auch ein paar Flyer über den Jugendring und seine
Mitgliedsverbände mit.
Im Zelt unterrichtete der junge Zauberer David seine Gäste in „Zauberei
für Anfänger“. Auch hier war der Andrang groß!
33
3.3. Martinsviertler Tage gegen Rassismus und rechte Gewalt
14.-17.9.06
Am 16. 9. leistete der Jugendring seinen Beitrag zu den „Martinsviertler
Tagen gegen Rassismus und rechte Gewalt“, die unter dem Motto
„Miteinander leben“ standen. Geplant war, die Aufnahme des
Zeitzeugengesprächs von der Kooperation „Rock gegen Rechts“ zu
zeigen. Leider war die Tonqualität nicht ausreichend und so mussten wir
auf ein anderes Zeitzeugengespräch „Von der Hölle ins Paradies oder
Chopin hat mich gerettet“ zurückgreifen. Hier berichtet die während
der Filmaufzeichnungen 102 Jahre alte jüdische Pianistin Aliza Sommer-
Herz, wie die Musik ihr half, das Konzentrationslager Theresienstadt zu
überleben und den Verlust ihres Mannes, ihrer Mutter und fast ihrer
ganzen Familie zu ertragen. Trotz des warmen Wetters waren einige
Interessierte gekommen. Als besonders erfolgreich wertet der
Jugendring, dass die meisten Gäste vorher nichts mit dem Jugendring zu
tun hatten und nun auf Grund der Werbung erstmals in die Räume des
Jugendrings gekommen waren. Einige TeilnehmerInnen waren
enttäuscht, nicht den erwarteten Film gezeigt zu bekommen. Nach dem
Fest vor der eigenen Haustür 2005 war dies ein weiterer Schritt, den
Jugendring im Martinsviertel bekannt zu machen.
34
4. Mitarbeit in kommunalen Ausschüssen
und Arbeitsgemeinschaften
4.1. Jugendhilfeausschuss
Auf der außerordentlichen Vollversammlung am 25.4.06 wählten die
Delegierten ihre VertreterInnen für die Ausschüsse. Für den Jugend-
hilfeausschuss wurden Edeltraud Böhm von der Evangelischen Jugend
und Michael Lindner vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend als
stimmberechtigte Mitglieder vorgeschlagen, als stellvertretendes Mit-
glied Alexander John von der DGB-Jugend. Die Stadtverordneten-
versammlung entschied sich für Edeltraud Böhm und Michael Lindner
als stimmberechtigte Mitglieder. Positiv ist, dass der Jugendring in der
neuen Legislaturperiode 2006-2011 wieder mit zwei Delegierten vertre-
ten ist und nicht wie in den Jahren zuvor, nur mit einem stimmberech-
tigten und einem stellvertretenden Mitglied. Die konstituierende Sitzung
des Jugendhilfeausschusses fand am 27.9.06 statt.
4.2. Fachausschuss Kinder- und Jugendarbeit
Für den Fachausschuss Kinder-und Jugendarbeit wurden auf derselben
Vollversammlung folgende Delegierte vorgeschlagen:
Stimmberechtigte Mitglieder: Klaus Bechtold (SJD die Falken), Edeltraud
Böhm, Michael Lindner und Thomas Hörter (ev. Jugend). Als
Stellvertreter: Simon Schäfer (BDKJ). Alle Vorgeschlagenen außer
Thomas Hörter wurden vom Jugendhilfeausschuss gewählt.
Die Delegierten des Jugendrings brachten in der Vollversammlung die
jeweils wichtigen Informationen der entsprechenden Ausschüsse ein.
4.3. Fachausschuss Jugendhilfeplanung
Für diesen Ausschuss wurde Patricia Kaczmarek vom Jugendring-
Vorstand und der Vollversammlung vorgeschlagen und auch vom
Jugendhilfeausschuss gewählt. Die konstituierende Sitzung fand am
30.10. 06 statt. Patricia Kaczmarek berichtete in der letzten Vollversamm-
lung des Jahres über die Sitzung bzw. die Diskussionen und Entschei-
dungen des Jugendhilfeplanungsausschusses zur Vergabe der Rest-
mittel. Als Vorstandsmitglied stand sie in direktem Kontakt zum Büro
des Jugendrings. Von dort wurden die Mitgliedsgruppen- und Verbände
über sie betreffende Entscheidungen informiert.
4.4. AG Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen (MAK)
Für die AG war wie in den vergangenen Jahren die Bildungsreferentin
zuständig. Die Sitzungen des MAK fanden in der Regel einmal
monatlich statt.
35
4.4.1. Fachtag des MAK : „Wie und wo erreiche ich Mädchen
heute und in Zukunft?“
Am 3. März fand der Fachtag im Haus der Adventgemeinde mit den
Referentinnen Prof. Dr. Elke Schimpf (EFH Darmstadt), Dipl. päd. Paola
Banfi (Projekt Soziale Stadt Rüsselsheim) und Marta Andre-zewjeska
M.A. für gesellschaftliche Prophylaxe und Resozialisation (EFH
Darmstadt) statt.
Folgende Fragen wurden in Arbeitsgruppen und Fachbeiträgen
bearbeitet:
• Welches Wissen ist in Bezug auf die aktuelle Lebenssituation von
Mädchen für die Mädchenarbeit relevant?
• Auf welche theoretischen Ansätze der Genderdebatte wird in der
Mädchenarbeit Bezug genommen?
• Wie ist die regionale Infrastruktur in Darmstadt für Mädchen
einzuschätzen?
• Welche Arbeitsprinzipien und Organisationsformen sind für eine
Arbeit mit Mädchen aus Sicht der Fachfrauen in Darmstadt zeit-
gemäß?
• Welche Zugänge zu Mädchen in Darmstadt nutzt die Mädchenar-
beit?
Ein wichtiges Ergebnis der Fachtagung war, dass sich die Situation der
Mädchen heute in vielerlei Hinsicht verbessert hat. Allerdings hat sich
daraus auch eine doppelte Vergesellschaftung von Mädchen und Frauen
entwickelt: Sie müssen für beide Seiten Kompetenzen entwickeln und
zusammenbringen: für die Erwerbs- und die Fürsorge-arbeit. Durch die
Einsparungen im Jugendhilfebereich wird oft die Mädchenarbeit Opfer
dieser Maßnahmen. Sie wird wieder einmal als Luxusthema begriffen.
Dies macht es heute genau so notwendig wie zu der Gründungszeit des
MAK, Mädchenarbeit kontinuierlich auf der politischen Ebene zu
thematisieren. Die Bildungsreferentin arbeitete u.a. in der Arbeitsgruppe
„Widersprüchlichkeit“ mit, die sehr genau beleuchtete, wie wichtig es
ist, immer wieder genau hinzuschauen, wo die aktuellen Bedürfnisse der
Mädchen und jungen Frauen liegen. Diese stehen z.T. auch im
Widerspruch zu den Werten, die die Pädagoginnen für sich vertreten.
Der Anspruch, den die Teilnehmerinnen dieser Arbeitsgruppe an sich
stellten, war, immer genau zwischen eigenen Wertvorstellungen und
denen des Klientels zu differenzieren. Dies schließt natürlich mit ein, zu
den eigenen Wertvorstellungen zu stehen, sie aber nicht den Mädchen
und jungen Frauen überzustülpen. Als wichtig für eine gelingende
Mädchenarbeit wurde u.a. eine parallel laufende qualifizierte
Jungenarbeit in den Einrichtungen der Stadt, in Jugendgruppen und
Verbänden gesehen. Die Dokumentation des Fachtages kann im
Jugendringbüro eingesehen werden und ist evtl. noch in der Abteilung
Kinder- und Jugendförderung des Jugendamtes der Stadt Darmstadt
erhältlich.
36
4.4.2. Mädchengarten - der MäGa Kick! - am 9.6.06
Diesmal hatte sich der MAK entschieden, seine jährliche
Großveranstaltung mit dem Thema des Jahres, der Fußballwelt-
meisterschaft zu verbinden. Ursprünglich war dies im Rahmen eines
größeren Events vorgesehen, das die AG K.O.B.R.A. u.a. als „WM-Park“
im Bürgerpark Nord geplant hatte. Dort wollte sich der MAK mit einem
eigenen Mädchenzelt und entsprechenden Angeboten platzieren.
Nachdem aufgrund verschiedener Schwierigkeiten das Großprojekt
Anfang März geplatzt war, entschied sich der MAK für die schon zur
Tradition gewordene Umbenennung des Herrngartens in Mächengarten
mit einem sich auf die WM beziehenden Angebot.
Mädchenfrauschaften trugen am ersten Tag der WM ein Turnier unter
den Augen der Weltmeisterinnen Pia und Tina Wunderlich aus
Frankfurt aus. Auch viele nicht fußballbezogene Angebote lockten
zwischen 250 und 300 junge Frauen und Mädchen in den Mädchen-
garten. Ab 18.00 Uhr wurde das Spiel Costa Rica – Deutschland auf
Großleinwand in die Räume des Aktivspielplatzes übertragen. Die
allgemeine Begeisterung über den Beginn der WM und das Bilder-
buchwetter übertrug sich auch auf die Stimmung der PassantInnen des
Mädchengartens.
37
Dies machte die Arbeit am Haupteingang Karolinenplatz, an dem die
Bildungsreferentin zusammen mit ihrer Kollegin vom
Stadtjugendpfarramt, Edel Böhm den Vorübergehenden Rede und
Antwort stand zu Sinn und Zweck der Veranstaltung, fast schon zu
einem Vergnügen. Drei Mitgliedsverbände des Jugendrings, die selbst
Mädchenarbeit anbieten, waren beim MäGa-Kick vertreten. Der ASB
stellte einen Rettungswagen mit rein weiblicher Besatzung zur
Verfügung, den der Jugendring zum Teil finanzierte.
4.5. AG Weltoffenes Darmstadt
Die Bildungsreferentin nahm im Rahmen ihrer zeitlichen Möglich-keiten
an den Sitzungen der AG Weltoffenes Darmstadt teil.
Anfang Januar gingen durch die Darmstädter Presse erschreckende
Berichte:
In Griesheim, gerade vor der Darmstädter Haustür hatten sich am
7. Januar anscheinend zunächst unbemerkt von Bevölkerung und
Verfassungsschutz mehr als 500 jugendliche Neonazis aus ganz
Deutschland, teilweise auch aus angrenzenden Ländern zu einem
Konzert versammelt. Es gab Randale, die Bevölkerung wurde von mit
Baseballschägern bewaffneten Trupps bedroht und vor allem Antifa-
Jugendliche, die als erste zur Stelle waren, wurden angegriffen. Die
Polizei kam viel zu spät und konnte offensichtlich nicht viel aus-richten.
Das Treffen war in einem Griesheimer Lokal als Geburts-tagsfeier
angemeldet worden.
Für Samstag, den 21.1. rief ein noch nie da gewesenes breites Bündnis
aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien, der
Oberbürgermeister, WASG und Uwiga, der Asta der TU, die Antifa , die
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DGB-Jugend, die Jusos, der SV 98, das JuKuZ, die Bessunger
Knabenschule und das Hoffart-Theater zu einer Kundgebung gegen die
Naziumtriebe auf. Sprecher von SPD, FDP, Bündnis 90 die Grünen, freier
Kulturszene und Antifa Gruppe Darmstadt im JuKuZ hielten Reden,
wovon letztere sich deutlich von ihren Vorrednern absetzten. Die Antifa-
Gruppe machte die staatstragenden Parteien verantwortlich für eine
rassistische Abschiebepraxis in Deutschland und Europa und zog den
Schluss, dass die kapitalistischen Verhältnisse in Deutschland
begünstigen, dass sich die Stärkeren gegen die Schwächeren (in diesem
Fall Flüchtlinge) durchsetzen. Dies sei ein geeigneter Nährboden für
faschistische Umtriebe. Weiterhin beklagte diese Gruppe, dass die
Polizei weit härter gegen Antifas vorginge als gegen die Neonazis, dass
sie sogar deren Demonstrationen gegen den Willen der Bevölkerung
schützten und damit durchsetzten. Auch in Griesheim habe die Polizei
zunächst durch Abwesenheit geglänzt und vor der Übermacht der Nazis
gekniffen. Der noch sehr junge Redner bekam viel Beifall. Die
Bildungsreferentin war in der vorangegangenen Sitzung der AG
Weltoffenes Darmstadt darauf angesprochen worden, ob es nicht in den
Reihen des Jugendrings Jugendliche gäbe, die sich gegen Nazis
engagierten. Sie bejahte und sagte zu, sich mit diesen in Verbindung zu
setzen und sie in die AG einzuladen. Da Herr Otman, der Leiter der AG
Weltoffenes Darmstadt auch auf der Kundgebung anwesend war,
versuchte sie vor Ort, den Kontakt herzustellen. Die Antifa-Vertreter
wollten sich überlegen, ob sie einen Antrag an die AG stellen sollten und
versprachen, sich wegen einer Einladung dorthin an die
Bildungsreferentin zu wenden. Daraufhin passierte trotz mehrerer
Anfragen der Bildungsreferentin nichts. In der nächsten Sitzung der AG
Weltofffenes Darmstadt stellte Jürgen Barth zusammen mit den
Fraktionen Uffbasse und Offene Stadt einen Antrag, die Antifa Gruppe
Darmstadt für den Preis für Zivilcourage vorzuschlagen. Dieser Antrag
wurde nicht befürwortet.
Auf der Sitzung am 29.9.06 wurde vereinbart, dass der „Preis für
Zivilcourage“ in „Preis für Gesicht zeigen“ verändert wird.
5 . Bericht der Bildungsreferentin
5.1. Unterstützende Arbeit für den Vorstand
Rose Klaus unterstützte die Arbeit der Vorstandsmitglieder auf
unterschiedlichste Weise.
- Koordinierung und Vorbereitung von Vorstandssitzungen,
Erarbeiten von inhaltlich relevanten Unterlagen, Erstellung einer
Tagesordnung, die vorab per Mail verschickt wurde, Teilnahme an
allen Vorstandssitzungen und Vollversammlungen, Erledigung
der auf den Sitzungen besprochenen Aufgaben.
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- Vorbereitung und Koordinierung der Gespräche mit der Verwal-
tung
- Ständiger Kontakt mit der Verwaltung in Sachen Vertrag z.B. über
die Wege desselben innerhalb der Verwaltung. Vergleich der Ein-
arbeitungen der Verwaltung in den Vertrag mit den vom Jugend-
ring gewünschten Änderungen. Der Magistrat forderte über die
Verwaltung zusätzlich zum Vertragsentwurf Satzung und Kon-
zeption des Jugendrings an (März 06).
- Gespräche mit Vorstandsmitgliedern über diverse Aufgaben,
Nachbereitung von Vollversammlungen und Veranstaltungen.
- Überarbeitung der Protokolle von Vollversammlungen, vor allem
Überprüfung der formalen Korrektheit, Überarbeitung des Jahres-
berichts.
- Unterstützung bei Briefen an offizielle Stellen. (17.7.: Brief an Bür-
germeister Glenz mit der Bitte um Personalbewirtschaftungskos-
ten, die dem Vorstand von Frau Diekmann versprochen worden
waren), Vorbereitung der Papiere zur Eintragung beim Amtsge-
richt/Vereinssache.
- Begleitung bei Besuchen von für den Jugendring relevanten
öffentlichen Veranstaltungen, dabei bekannt machen bzw. in Kon-
takt bringen der jeweiligen Vorstandsmitglieder mit Personen aus
Politik, Verwaltung und MitarbeiterInnen anderer freier Träger.
- Gespräche über sinnvollen Einsatz von Hard-und Software im
Büro, Anschaffungen
- Verschiedene Materialtransporte zu Veranstaltungen bzw. Ein-
käufe für Veranstaltungen - das Auto der Bildungsreferentin war
außer punktuell gemieteten Fahrzeugen (z.B. am Weltkindertag)
das einzige verfügbare Transportmittel.
- Öffentlichkeitsarbeit: Überarbeitung von Beiträgen für die Lokal-
presse bzw. für überregionale Veröffentlichungen. Beratung bei öf-
fentlichen Redebeiträgen des Vorstands.
5.2. Geschäftsführung
Neben den üblichen Aufgaben wie Postbearbeitung, Pressearbeit,
Telefondienst, Adressenverwaltung, Vollversammlungs-Einladungen,
Rundbriefen und Informationen per Post oder E-Mail, Abrechnungen,
Schlüsselverwaltung, Organisation der Behebung von PC – Problemen
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bzw. Probleme mit dem Kopierer und den allgemeinen die Büro-
organisation betreffenden Tätigkeiten kam noch Folgendes hinzu:
Durch den Einbruch in das Archiv am 11./12.12. (siehe Punkt 1.8.) war
die Bildungsreferentin tagelang mit Polizei, Versicherungen,
Handwerkern, Liegenschaftsamt etc. pp. beschäftigt. Dadurch
verzögerten sich andere Jahresabschlussarbeiten.
Rose Klaus übernahm die Aufstellung der KandidatInnen für die zu
wählenden kommunalen Ausschüsse, organisierte die hierfür
notwendige außerordentliche Vollversammlung und sorgte für die
Vollständigkeit der Daten der BewerberInnen und die rechtzeitige
Abgabe der Liste.
Die verschiedenen Ausfälle und Probleme mit der EDV-Anlage
beanspruchte nicht nur die Zeit des Verantwortlichen im Vorstand,
Benny Scheitterer, sondern auch die Zeit der Bildungsreferentin, da sie
zunächst selbst Wege suchte, mit den jeweiligen Problemlagen
zurechtzukommen.
5.3. Jugendbildungsarbeit
Die meiste Zeit der Bildungsreferentin nahmen die großen Veran-
staltungen des Jahres in Anspruch, insbesondere die „Umme“- Party
und die internationale Jugendbegegnung in Polen. Beide Veran-
staltungen waren ein Novum im Jugendring. Obwohl bei der „Umme“-
Party große Teile von Benjamin Morbeck eigenverantwortlich in
Absprache mit dem Vorstand erledigt wurden, war Rose Klaus gefragt,
wenn es um den inhaltlichen Teil der Veranstaltung ging. Die
Vorbereitung des PolitikerInnenparcours zur Kommunalwahl lag allein
in der Verantwortung von Rose Klaus. Teilweise liefen die Vorbe-
reitungen für beide Veranstaltungen parallel. Die konkreten
Vorbereitungen für die Polenfahrt begannen im März. In der
Verantwortung der Bildungsreferentin lagen:
- die Konzeptionsentwicklung gemeinsam mit dem Team
- die Mittelbeantragung beim RP Kassel
- Kostenvoranschläge bei Bus und Bahn
- Vorbereitung der Teamtreffen
- Coaching des Teams
- Entwicklung des Flyers, Werbung, Presse
- Vorbereitung des Praktikanten Benjamin Morbeck auf seine Rolle
im Team
- Beschaffung der benötigten Geräte für die Medienarbeit
- Telefonate mit dem RP und dem polnischen Konsulat wegen
Grenzformalitäten
- Sämtliche Korrespondenz mit den TeilnehmerInnen, per Mail,
Post, Telefon
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- Vorbereitung des „Eltern-Mädchen-Jungs-Abends“
- Checklisten für das Team
- Verabschiedung der Gruppe am Hauptbahnhof
- Während die Gruppe in Polen war, „Bodenstationsfunktion“
während des eigenen Urlaubs
- Begrüßung der Gruppe/Organisation der Presse
- Kostenaufstellung für das RP, gemeinsam mit Patricia Kaczmarek
- Organisation des Nachbereitungstreffs / Presse
- Organisation der Teamberichte
- Organisation und Durchführung des Weihnachtsmarktsingens
Gegen Ende des Jahres arbeitete die Bildungsreferentin gemeinsam mit
verschiedenen Vorstandsmitgliedern verstärkt am Konzept „Politik trifft
Ehrenamt“. Sie leitete die Konzeptdiskussion in der Vollversammlung
und arbeitete Ergänzungen ein. Auch an der Entwicklung des Flyers, in
dem die Idee des Konzeptes möglichst treffend umgesetzt werden sollte,
war sie wesentlich beteiligt.
Bei den Kooperationsveranstaltungen mit anderen Trägern war die
Bildungsreferentin vor allem in der Vorbereitung und Koordination
aktiv, da hier vor allem der Vorstand in den Vordergrund trat.
5.4. Arbeit mit/ für die Mitgliedsgruppen- und verbände
Im Berichtszeitraum wurden 10 Rundbriefe per Post und mehrere
Rundmails an die Verbände verschickt. Außerdem wurden zahlreiche
Kurzberichte, Veranstaltungshinweise und aktuelle Infos per Mail
rundgeschickt, da die meisten Delegierten inzwischen über einen
Internetzugang verfügen. Trotzdem war es manchmal notwendig, in
zeitaufwändigen Aktionen Mitglieder gezielt anzurufen, um sie von der
Notwendigkeit der Teilnahme an bestimmten Aktivitäten zu überzeu-
gen. Auch im Jugendring ist die Überlastung ehrenamtlich arbeitender
Jugendlicher durch Mehrfachverpflichtungen und Jobs neben
(anstrengender) Schule bzw. Studium deutlich zu spüren.
Informationen, die das Büro über Mail erreichten, z. B. Aufrufe zu
verschiedenen Aktionen bzw. Demonstrationen, wurden per Mail
weitergeleitet.
Anfragen aus der Bevölkerung, verschiedene Probleme Kinder und
Jugendliche betreffend wurden, insofern sie nicht den Arbeitsbereich des
Jugendrings tangierten, je nach Situation an Mitgliedsverbände oder
andere Institutionen weitergeleitet.
So wandte sich z.B. eine Rat suchende afghanische Frau, deren Tochter
die Zwangsverheiratung drohte, an den Jugendring. Ein Vater aus dem
Landkreis erwartete eine Beratung zum Sorgerecht für seinen Sohn. Rose
Klaus beriet VertreterInnen von Mitglieds-verbänden und anderen
Gruppen zu Themen wie Vereinsgründung, Antrag Preis für
Zivilcourage, juristischen, pädagogischen und politischen Fragen.
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5.6. Verleih von Geräten, Überlassung der Räume im Jugendring
Verliehen wurden folgende Geräte:
Laptop, Beamer, Magic Bar,Talkboxzelt, Digitalkamera und Partyzelt.
Die Einführung an den jeweiligen technischen Geräten für Personen, die
sich nicht damit auskannten, übernahm Benny Scheitterer vom
Vorstand.
Der Gruppenraum wurde als Treffpunkt regelmäßig von der Gruppe
„DIDF“ genutzt. Mehrere Gruppen ohne eigene Räume nutzten den
Gruppenraum in unregelmäßigen Abständen.
5.7. Einladungen
Die Bildungsreferentin besuchte Mitgliedsverbände zu verschiedenen
Anlässen, so z.B. die Veranstaltung der DGB-Junioren zum Thema
„Rechtsextremismus in Südhessen“, die Diskussion der Falkengruppe
zur Presse beim „PolitikerInnenparcours“, das Sommerfest des
Jugendhauses Zigarrnkist , das Jubiläumskonzert des Akkordeon-
Konzertvereins und das 60jährige Jubiläum des ev. Stadtjugend-
pfarramts.
Im März erreichte den Jugendring die traurige Nachricht vom
plötzlichen Tod eines langjährigen Delegierten:
Pidi Schwab
vom Jugendhof Bessunger Forst war einem Herzinfarkt erlegen.
Rose Klaus war auf der Beerdigung und der anschließenden Feier im
Jugendhof Bessunger Forst. Viele ehemalige und aktuelle haupt- und
ehrenamtliche JugendarbeiterInnen trafen sich dort, um sich an das
Leben von Pidi zu erinnern. In einem Diabeitrag wurde deutlich, wie
sehr die Entwicklung des Jugendhofs von seinem Schaffen geprägt war.
Alle waren sehr betroffen, vor allem über den plötzlichen und viel zu
frühen Tod dieses etwa gleichaltrigen und sehr beliebten Kollegen.
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5.8. Arbeitsgemeinschaften
Die Bildungsreferentin arbeitete in der „AG Weltoffenes Darmstadt“ und
in der „AG Arbeit mit jungen Mädchen und Frauen“ (MAK) regelmäßig
mit. Im Rahmen des MAK war sie an der Vorbereitung und
Durchführung der Veranstaltung „MäGa Kick“ beteiligt. (siehe 4.4.2.)
5.9. Regionale Kontakte
Im Berichtszeitraum fanden zwei vom Hessischen Jugendring
organisierte Treffen der BildungsreferentInnen von Jugendringen in
Hessen statt, an denen Rose Klaus teilnahm. Hier ging es vor allem um
Erfahrungsaustausch, die kommunale Jugendpolitik bzw. die des Landes
Hessens. Außerdem wurde von erfolgreichen Veranstaltungen der
politischen Jugendbildung berichtet.
5.10. Praktikum
Wie im Jahresbericht 2005 ausführlich beschrieben, setzte Benjmain
Morbeck, Student der Sozialpädagogik an der Universität
Münster/Westfalen sein im Oktober 05 begonnenes Praktikum bis Ende
Februar 06 fort. Er wurde vom Vorstand mit dem Projekt „Umme“-Party
beauftragt, für das er in Zusammenarbeit mit einzelnen Vorständen und
der Bildungsreferentin verantwortlich war. Der Vorstand übernahm
zeitweise die Betreuung des Praktikanten und war für ihn Ansprech-
partner, wenn die Bildungsreferentin nicht da war. Rose Klaus wertete
mit ihm gemeinsam das Projekt „Umme-Party“ aus und unterstützte ihn
bei seinem Bericht. Insgesamt kann gesagt werden, dass Benjamin
Morbeck ein sehr erfolgreiches Praktikum absolvierte, in dem input und
output sich die Waage hielten. Da er innerhalb seines Studiums den
Schwerpunkt Medienpädagogik belegte und auch mit einer
Jugendgruppe in Münster im Rahmen eines weiteren Praktikums medial
arbeitete, wurde er von Vorstand und Bildungsreferentin angefragt, den
männlichen Part im Mikuszewo-Team zu übernehmen. (siehe 2.3.) Auch
diese Arbeit war sehr erfolgreich. Benjamin Morbeck wird weiterhin
dem Jugendring als freier Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
5.11. Jahresbericht
Der Jahresbericht wird von Rose Klaus entworfen und, nachdem die
Vorstandsmitglieder ihre Beiträge geschrieben haben, von ihr
zusammengestellt und überarbeitet. Bereiche, die hauptsächlich der
Bildungsreferentin zugeordnet sind, werden von ihr verfasst.
Diese ganze Prozedur nimmt viel Zeit in Anspruch, ist aber wichtig, da
nur so ins Bewusstsein gerufen und damit relativ genau erfasst werden
kann, wie viel Zeit und Energie der Vorstand an ehren-amtlicher Arbeit
in den Jugendring investiert hat und was durch hauptamtliche Arbeit
abgedeckt werden muss. Wir hoffen, dass uns gelungen ist, dies auch
den LeserInnen dieses Berichtes nahe gebracht zu haben.
2007/0286
1685 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 15.05.2007 Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat V Amt: Sozialverwaltung an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Tagesordnung: I II Verteiler: Vorlage-Nr. 2007/0286 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Vertrag zwischen dem Jugendring Darmstadt e. V. und der Wissenschaftsststadt Darmstadt Jahresbericht 2006 Vorlage vom: 09.05.2007 Beschlussvorschlag: Der Magistrat nimmt von der Berichterstattung des Jugendringes Darmstadt e. V. über die Aktivitäten im Jahr 2006 Kenntnis. Anlagen: Jahresbericht Jugendring 2006 Beschluss des Magistrats vom 2 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.05.2007: Der Jugendring Darmstadt e. V. betreibt seit Beginn 1980 Jugendbildungsarbeit in Darmstadt. Grundlage hierfür ist gegenwärtig eine Vereinbarung zwischen dem Jugendring Darmstadt e. V. und der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die aufgrund des Magistratsbeschlusses vom 12.08.1981/Nr. 1053 getroffen wurde. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, den Jugendring Darmstadt e. V. regelmäßig um Berichterstattung über seine Aktivitäten zu bitten, um dann darüber zu entscheiden, ob ein gemeinsames Gespräch mit dem Jugendring notwendig wird. Aus diesem Grund wird der Jahresbericht 2006 vorgelegt. Darmstadt, 09.05.2007 dr-gö, Nst.: 32 73 Dezernat V Jochen Partsch Stadtrat Anlage Jahresbericht 2006
Beratungsverlauf (1)
Orte (4)
- Eckhardtstraße 7
- Marktplatz
- Karolinenplatz
- Am Hauptbahnhof
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2007/0286
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.05.2007
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00