0931/2024
Weiterführung „Plan27" - Zugehende Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive
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Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 0931/2024 Freigabedatum 21.03.2024 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Weiterführung „Plan27" - Zugehende Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat beschließt die Weiterführung des bisher anteilig mit kommunalen Mitteln bis zum 30.04.2024 geförderten Angebots „Plan27“ vom 01.05.2024 bis zum 30.04.2025. Gefördert werden sollen – wie bisher: a) bei dem Träger Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH, SPZ Köln Nippes und Köln Chorweiler im linksrheinischen Norden Kölns eine halbe Vollzeitstelle; b) bei dem Träger „Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“ im rechtsrheinischen Köln eine ganze Vollzeitstelle; c) bei dem Träger „Alexianer Köln GmbH“ im linksrheinischen Süden Kölns wie bisher eine halbe Vollzeitstelle. Zusätzlich soll der Träger für die Koordination des Verbunds der drei Trä- ger eine Förderung für eine weitere drittel Vollzeitstelle erhalten. Seitens des Jobcenter Kölns liegt eine Zusage bezüglich einer zukünftigen Förderungsbeteili- gung auf Basis des § 16h SGB II (Bundesmittel) vor. Der auf die Verwaltung entfallende Anteil zur Finanzierung reduziert sich dadurch auf eine Anteilsfinanzierung in Höhe von 35 Prozent. Dem entsprechend ist die rechtskreisübergreifende Förderung - ebenfalls wie bisher - zu fol- genden Anteilen vorgesehen: durch das Jobcenter Köln 65 % durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Abteilung Arbeitsmarktförderung 25 % durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie 10 %. Rat 21.03.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 46.560 € € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2025 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 23.280 € € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: 1. Aufgabe und Ziel der Maßnahme Alle Menschen in Köln sollen gesund aufwachsen und leben und am Arbeitsleben teilhaben können (Masterplan des Dezernats V, Mitteilung 0190/2021 vom 27.05.2021). Junge Menschen, die sich mit psychischen Problemen oder in psychischen Krisen überfordert fühlen, reagieren auf die Belastung häufig mit Abwehr, Rückzug oder Aggression. Wenn sie dann nicht mehr von Regelsystemen wie Gesundheitsversorgung, Ausbildung, Schule, Arbeit erreicht werden, besteht die Gefahr, dass sie frühzeitig „abgehängt“ werden und das Risiko einer lebenslangen Abhängigkeit von Transferleistungen entsteht. Plan27 richtet sich daher als aufsuchendes Unterstützungsangebot an diesen Personenkreis im Alter von 16 bis 26 Jahren. Ziel ist es, bei den jungen Menschen durch früh einsetzende und individuelle Einzel- begleitung nachhaltig auf gesundheitliche, soziale und berufliche Teilhabe in unserer Stadtge- sellschaft hinzuwirken. Sie sollen niedrigschwellig erreicht, in passende Angebote vermittelt und bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive unterstützt werden. 3 2. Ausgangssituation und bisherige Förderung Erstförderung über den Europäischen Sozialfond (ESF) und über Landesmittel Das Projekt „Plan27“ im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ wurde zunächst in allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten mit einer Laufzeit vom 01.04.2017 bis 31.03.2019 initiiert und durchgeführt. Die Auswertungen zeigten, dass mit „Plan27“ ein passendes, zugehendes Angebot für diese bisher noch nicht adäquat versorgte Ziel- gruppe geschaffen werden konnte (siehe Anlage 3, Endbericht ESF-Projekt). Vorübergehend ausschließlich kommunale Förderung Als eine Anschlussförderung des Projektes über den 31.03.2019 hinaus durch das Land abgelehnt wurde, konnte das Angebot zunächst mit ausschließlich kommunaler För- derung verlängert werden. Zahlreiche Anfragen junger Menschen außerhalb der ausge- wiesenen Sozialraumgebiete hatten verdeutlicht, dass im gesamten Stadtgebiet Köln ho- her Bedarf bestand. Daher wurde Plan27 auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet, Diese Finanzierung wurde zunächst durch einen Veränderungsnachweis bis zum 31.12. 2019 (Vorlage 0207/2019) und anschließend durch eine weitere befristete Anschlussför- derung bis 30.04.2022 (Ratsvorlage Nr. 3512/2019) sichergestellt. Aktuell rechtskreisübergreifende Förderung durch kommunale Mittel und Jobcenter bis zum 30.04.2024 Auf Basis einer fortlaufenden Evaluierung der Maßnahme konnte im Anschluss eine rechtskreisübergreifende Förderung von Jobcenter, Amt für Soziales, Arbeit und Senio- ren/Arbeitsmarktförderung und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie bis zum 30.04.2024 umgesetzt werden (siehe Anlage 1, Ratsbeschluss vom 17.03.2022/ Ratsvor- lage Nr. 4440/2021). Zum 01.05.2024 läuft die Förderung aus. 3. Aktuelle Ergebnisse des Angebotes (siehe Zwischenauswertung 31.10.2023, Anlage 2) „Plan27“ verfolgt das Anliegen, die Teilnehmenden in Lebensbereichen wie Gesundheit, Woh- nen, Ausbildung bedarfsgerecht zu stärken, in Angebote zu vermitteln, und bei der Entwick- lung einer beruflichen Perspektive zu unterstützen. In der Regel ist eine intensive individuelle Begleitung der Teilnehmenden erforderlich. Es werden aus dem gesamten Stadtgebiet Köln Teilnehmende in die Maßnahme aufgenommen. Für den Zeitraum vom 01.05.2022 bis zum 31.10.2023 (Stichtag) wurde eine Zwischenaus- wertung durchgeführt. Insgesamt wurden währenddessen 116 Teilnehmende in das Angebot „Plan27“ aufgenommen: 91,4 Prozent der Teilnehmenden der Maßnahme wurden bis zum Stichtag in ein oder mehrere passgenaue Angebote vermittelt und haben damit die Maßnahme erfolgreich durchlaufen. Über 509 Vermittlungen fanden für die Teilnehmenden insgesamt o in Angebote des Gesundheitsversorgungssystems, o in Regelangebote von Schule/Beruf/Vermittlung/ Qualifizierung und o in den Bereich Wohnen statt. Häufig wurden die einzelnen Teilnehmenden in Angebote zweier oder alle drei dieser Lebensbereiche vermittelt, so 4 o 76,7 Prozent der Teilnehmenden in Angebote des Gesundheitswesens, o 66,4 Prozent der Teilnehmenden in Angebote des Jobcenters oder Angebote Schule, Qualifizierung, Ausbildung und/oder Erwerbstätigkeit, o 51,7 Prozent der Teilnehmenden in Angebote des Bereichs Wohnen. 42 Teilnehmende (36,2 % aller Teilnehmenden der Maßnahme) wurden direkt in Schule, Ausbildung und/oder auf den regulären Arbeitsmarkt vermittelt. Das Angebot Plan27 ist durchgehend voll ausgelastet. Wenn Personen anfragen und nicht di- rekt aufgenommen werden können, werden sie informiert, sobald ein Platz frei wird. 4. Bewertung Plan27 stellt einen wichtigen Baustein des Angebots- und Versorgungssystems in Köln dar. Auf Grundlage der bislang gewonnenen Ergebnisse wird es aus fachlicher Sicht als notwendig und sinnvoll erachtet, das Angebot „Plan27“ dauerhaft weiterzuführen und rechtskreisüber- greifend in die Regelfinanzierung überzuleiten. Nur so ist in der Millionenstadt Köln eine nach- haltige Versorgung und Perspektiventwicklung für junge Menschen mit psychischen Proble- men, die ein aufsuchendes Angebot benötigen, zu gewährleisten. 5. Finanzierung Die Gesamtkosten der Maßnahme Plan27 für den Zeitraum vom 01.05.2024 bis zum 30.04.2025 betragen 199.560 € und umfassen Personalkosten (zwei Stellen Sozialarbei- ter/in/Sozialpädagoge/in zuzüglich 0,3 Stelle für die Koordination des Projektes, S12 TVöD SuE) sowie Sachkosten. Die Personalkosten wurden ermittelt auf Basis von Personalkosten- pauschalen, die das Jobcenter als Hauptkostenträger zugrunde legt. Die rechtskreisübergreifende Förderung orientiert sich an den Bedarfen der Teilnehmenden der Maßnahme auf Basis bisheriger Auswertungen der Maßnahme: Jobcenter: 65 Prozent der Teilnehmenden bis zum Alter von 24 Jahren werden vo- raussichtlich im genannten Zeitraum Anspruch auf SGB-II-Leistungen haben, dem ent- sprechend übernimmt das Jobcenter Köln diesen Anteil der Förderung gemäß § 16 h SGB II für Leistungsberechtigte bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs. Amt für Kinder, Jugend und Familie: 10 Prozent der Teilnehmenden werden voraus- sichtlich Jugendhilfebedarf aufweisen und werden in Jugendhilfe-Maßnahmen nach SGB VIII vermittelt, dem entsprechend übernimmt das Amt diesen Anteil der Förde- rung. Amt für Soziales, Arbeit und Senioren /Abteilung Arbeitsmarktförderung/Kommunales Programm für Arbeit und Beschäftigungsfähigkeit (KomProArBeit): 25 Prozent der Teil- nehmenden sind junge Erwachsene mit psychischen Problemen, werden voraussicht- lich keinen Jugendhilfebedarf mehr aufweisen oder nicht gemäß § 16h SGB ll förderfä- hig sein und auch ansonsten aktuell keine Leistungen über das Jobcenter beziehen können, beispielsweise, weil sie im Haushalt der Eltern leben und dort (noch) finanziell mitversorgt werden. Sie fallen trotz ihrer psychischen Problematik und häufig fakti- scher Beschäftigungslosigkeit durch die Maschen des Hilfe-, Förder- und Versorgungs- systems und unterliegen einem erhöhten Risiko der (Langzeit-) Arbeitslosigkeit. Jun- gen Menschen einen Einstieg in die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit sowie früh- einsetzender stabilisierender Hilfe zu ermöglichen, deckt sich mit den Zielsetzungen im Rahmen des Kommunalen Programms für Arbeit und Beschäftigungsförderung (Kom- ProArBeit) für diesen Personenkreis, so dass die Teilfinanzierung – neben präventiven Aspekten im Bereich der Pflichtleistungen des Amtes – aus KomProArBeit erfolgt. 5 Der Träger „Alexianer Köln GmbH“, der die Koordination des Verbundes der drei Trä- ger von „Plan27“ übernimmt, wird sowohl bei der Arbeitsmarktförderung im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren als auch beim Amt für Kinder, Jugend und Familie ent- sprechende Förderanträge stellen. Im Binnenverhältnis der drei beteiligten Träger wird die Kooperation und Weiterleitung entsprechend vertraglich geregelt. Dementspre- chend ergeben sich folgende Förderaufwendungen pro Jahr und Leistungsträger: Übersicht rechtskreisübergreifende Finanzierung insgesamt (davon Sicherstellung kommunale Mittel durch 51/Jugendamt und 50/ Arbeitsmarktförderung) Leistungsträger Anteil in % pro Mo- nat 2024 01.05. bis 31.12. 2025 01.01. bis 30.04. insgesamt 5000/Jobcenter 65 10.810 86.480 43.240 129.720 51/Jugendamt 10 1.663 13.304 6.652 19.956 50/Arbeitsmarkt- förderung 25 4.157 33.256 16.628 49.884 100 16.630 133.040 66.520 199.560 Auszug aus der Übersicht oben: Ausschließlich kommunale Mittel Leistungsträger Anteil in % pro Mo- nat 2024 01.05. bis 31.12. 2025 01.01. bis 30.04. insgesamt 51/Jugendamt 10 1.663 13.304 6.652 19.956 50/Arbeitsmarkt- förderung 25 4.157 33.256 16.628 49.884 35 5.820 46.560 23.280 69.840 Die erforderlichen kommunalen Mittel zur weiteren Förderung des Angebotes „Plan27“ in Höhe von insgesamt 69.840 € werden wie folgt veranschlagt: bei Amt für Soziales, Arbeit und Senioren im Teilergebnisplan 1501 - Wirtschaft und Tourismus, Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen, innerhalb Zuschuss „Kommuna- les Beschäftigungsprogramm“ in Höhe von 49.884 € bei Amt für Kinder, Jugend und Familie im Teilergebnisplan 0604 - Kinder- und Ju- gendarbeit, Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen, innerhalb „Zuschuss für Maß- nahmen der Jugendberufshilfe“ in Höhe von 19.956 €. Die erforderlichen Mittel für das Haushaltsjahr 2024 stehen im erforderlichen Umfang zur Ver- fügung. Die Dezernate IV und V werden im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2025 ff. innerhalb der dann zugewiesenen Budgets die erforderlichen Mittel durch Umschichtung vor- sehen. Insoweit steht die Förderung unter Haushalts- und Finanzierungsvorbehalt. 6. Perspektive Zum Ende der Befristung am 30.04.2025 ist eine Evaluation der Maßnahme vorgesehen, um auf dieser Basis das Angebot bedarfsgerecht fortzuführen und zu verstetigen. Begründung für die Dringlichkeit: Erst nach Abschluss von Abstimmungsprozessen u.a. mit der Bundesagentur für Arbeit konnte das Jobcenter Köln seinen Förderanteil zusagen, weshalb die Fachausschüsse nicht 6 mehr erreicht werden konnten. Der Handlungsdruck angesichts der Situation junger Men- schen mit psychischen Problemen in Köln ist jedoch immens und hat sich darüber hinaus durch die Corona bedingten Rahmenbedingungen weiterhin verschärft. Damit das Projekt im Anschluss an die bisherige Förderung ab dem 01.05.2024 nahtlos weitergeführt werden kann, ist zwingend eine Entscheidung des Rates in der Sitzung am 21.03.2024 erforderlich. Eine spätere Entscheidung käme auch hinsichtlich der Beschäftigung des für „Plan27“ tätigen Fachpersonals zu spät. Die Fachausschüsse werden nach Beschussfassung des Rates per Mitteilung über die Ent- scheidung informiert.
Anlage_1_440_2021_Beschlussvorlage_Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 4440/2021 Freigabedatum 03.02.2022 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Weiterführung des Projektes „Plan27„ – Zugehende Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat beschließt die Weiterführung des bisher mit kommunalen Mitteln bis zum 30.04.2022 geför- derten Projektes „Plan27“ um weitere zwei Jahre bis zum 30.04.2024. Gefördert werden sollen: a) bei dem Träger „Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.“ im linksrheinischen Norden Kölns wie bisher eine halbe Vollzeitstelle. b) bei dem Träger „Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“, im rechtsrheinischen Kölns wie bisher eine ganze Vollzeitstelle. c) bei dem Träger „Alexianer Köln GmbH“ im linksrheinischen Süden Kölns wie bisher eine halbe Vollzeitstelle. Zusätzlich soll der Träger für die Koordination des Verbunds der drei Träger eine Förderung für eine weitere drittel Vollzeitstelle erhalten. Seitens des Jobcenter Kölns liegt eine Zusage bezüglich einer zukünftigen Förderungsbeteiligung auf Basis des § 16h SGB II (Bundesmittel) vor. Der auf die Verwaltung entfallende Anteil zur Finanzie- rung reduziert sich dadurch von einer Vollfinanzierung auf eine Anteilsfinanzierung in Höhe von 35 Prozent. Dem entsprechend ist die rechtskreisübergreifende Förderung zu folgenden Anteilen vorgesehen: Durch das Jobcenter Köln 65 % durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren (Amt 50) 25 % durch das Amt für Kinder, Jugend und Familie (Amt 51) 10 %. Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 10.02.2022 Wirtschaftsausschuss 10.02.2022 Gesundheitsausschuss 15.02.2022 Jugendhilfeausschuss 08.03.2022 Finanzausschuss 14.03.2022 Rat 17.03.2022 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 44.661- € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2023 a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 66.992 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung 1. Ausgangssituation und Ziel der Maßnahme Das Projekt „Plan27“ wurde im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ zunächst in allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten mit einer Laufzeit vom 01.04.2017 bis 31.03.2019 als auf- suchendes Hilfeangebot für junge Menschen vom 16. bis zum 27. Lebensjahr mit psychischen Prob- lemen in komplexen Lebenssituationen initiiert und durchgeführt. Die Förderung in diesem Zeitraum erfolgte über den Europäischen Sozialfond (ESF) und über Landesmittel. Junge Menschen mit psychischen Problemen, die sich überfordert fühlen, auf die Belastung häufig mit Abwehr oder Rückzug reagieren und dadurch aus Regelsystemen wie Gesundheitsversorgung, Ausbildung, Schule, Arbeit herausfallen, sollen niedrigschwellig erreicht, bei der Einbindung in pas- sende Angebote begleitet und bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive unterstützt werden. Ziel ist es dabei, bei diesen jungen Menschen durch früh einsetzende Hilfe nachhaltig auf gesundheit- liche, soziale und berufliche Teilhabe in unserer Stadtgesellschaft hinzuwirken. Die Auswertungen zeigten, dass mit „Plan27“ ein passendes, zugehendes Angebot für diese bisher noch nicht adäquat versorgte Zielgruppe geschaffen werden konnte (siehe Anlage 1, Endbericht ESF- 3 Projekt). Die zahlreichen Anfragen junger Menschen außerhalb der ausgewiesenen Sozialraumgebie- te verdeutlichten zudem, dass in Köln auch über diese Gebiete hinaus hoher Bedarf bestand. Als eine Anschlussförderung des Projektes durch das Land abgelehnt wurde, konnte das Angebot kurzfristig durch einen Veränderungsnachweis über den 31.03.2019 hinaus mit kommunaler Förde- rung bis zum 31.12. 2019 verlängert werden. Ein Beschluss im Finanzausschuss am 11.02.2019 (Vorlage 0207/2019) sah die Fortführung vor, verbunden mit dem Ziel, das Projekt in eine rechts- kreisübergreifende Regelfinanzierung überzuleiten sowie „Plan27“ auf das Stadtgebiet Köln auszu- weiten (siehe Anlage 2, Konzept). In Folge dieser Fortsetzung konnte eine weitere Anschlussförde- rung vom 01.01.2020 bis 30.04.2022 gemäß Ratsbeschluss vom 07.11.2019 (Vorlage Nr. 3512/2019) ermöglicht werden. Die im kommunalen Haushalt veranschlagten Mittel für die Clearingstelle Migrati- on und Gesundheit wurden umgewidmet, da die Clearingstelle eine Weiterförderung des Landes NRW erhielt. Der Zeitraum der beiden befristeten Anschlussförderungen wurde - wie vorgesehen - für eine Erhe- bung der Ergebnisse des stadtweiten Angebots genutzt, um auf Basis einer Zwischenauswertung mit Stand 31.12.2020 eine rechtskreisübergreifende Förderung von Jobcenter, 50 und 51 in die Wege zu leiten. 2. Inhalt und Ergebnisse des Angebotes (Stand Zwischenauswertung 31.12.2020) „Plan27“ verfolgt das Anliegen, die Teilnehmenden bedarfsgerecht in Angebote zu vermitteln und bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive zu unterstützen. Hierfür ist in der Regel eine intensive individuelle Begleitung der Teilnehmenden über eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten erforderlich. Seit 01.04.2019 werden aus dem gesamten Stadtgebiet Köln Teilnehmende in die Maßnahme aufge- nommen. Für den Zeitraum vom 01.04.2019 bis zum 31.12.2020 wurde eine Zwischenauswertung durchge- führt. In diesen 21 Monaten sind insgesamt 149 Teilnehmende zu verschiedenen Zeitpunkten in das Angebot „Plan27“ aufgenommen worden. Davon haben bis zum 31.12.2020 97 Teilnehmende die Maßnahme bereits beendet. Von diesen Teilnehmenden waren 89 Prozent in ein oder mehrere Re- gelangebote vermittelt worden und haben die Maßnahme erfolgreich abgeschlossen. 11 Prozent hat- ten Plan27 vorzeitig verlassen. Insgesamt haben bis zum 31.12.2020 bei den 149 Teilnehmenden über 420 Vermittlungen in das Gesundheitsversorgungssystem, in Regelangebote von Schule/Beruf/Vermittlung/ Qualifizierung oder im Bereich Wohnen stattgefunden. 31 Teilnehmende konnten direkt in Schule, Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden. Durch intensive Begleitung wurde sichergestellt, dass die jungen Menschen in den vermittelten Regelmaßnahmen „ankommen“ (Zwischenauswertung „Plan27“ Stand 31.12.2020, siehe Anlage 3). Das Angebot Plan27 ist voll ausgelastet. 3. Bewertung Auf Grundlage der bislang gewonnenen Ergebnisse wird es aus fachlicher Sicht nicht nur als wün- schenswert, sondern als notwendig und sinnvoll erachtet, das zunächst im Rahmen des Landespro- jektes entwickelte Angebot „Plan27“ dauerhaft weiterzuführen und rechtskreisübergreifend in die Re- gelfinanzierung überzuleiten. Nur so ist in der Millionenstadt Köln eine nachhaltige Versorgung und Perspektiventwicklung für junge Menschen mit psychischen Problemen, die ein aufsuchendes Ange- bot benötigen, zu gewährleiten. 4. Finanzierung Die Gesamtkosten der Maßnahme Plan27 von 382.808 € für 2 Jahre, entsprechend 191.404 € jähr- lich, umfassen Personalkosten (zwei Stellen Sozialarbeiter/in/Sozialpädagoge/in zuzüglich 0,3 Stelle für die Koordination des Projektes, S12 TVöD SuE) sowie Sachkosten. Die Personalkosten wurden ermittelt auf Basis von Personalkostenpauschalen, die das Jobcenter als Hauptkostenträger zugrunde legt. 4 Die zukünftige rechtskreisübergreifende Förderung orientiert sich an den Bedarfen der Teilnehmen- den der Maßnahme auf Basis der Auswertung der Maßnahme im Zeitraum vom 01.04.2019 bis 31.12.2020: Jobcenter: 65 Prozent der Teilnehmenden bis zum Alter von 24 haben im genannten Zeitraum Anspruch auf SGB-II-Leistungen, dem entsprechend übernimmt das Jobcenter Köln diesen Anteil der Förderung gemäß § 16 h SGB II für Leistungsberechtigte bis zur Vollendung des 25. Lebens- jahrs. Amt 51: 10 Prozent der Teilnehmenden weisen Jugendhilfebedarf auf und wurden in Jugendhilfe- Maßnahmen nach SGB VIII vermittelt, dem entsprechend übernimmt Amt 51 diesen Anteil der Förderung. Amt 50: 25 Prozent der Teilnehmenden sind junge Erwachsene mit psychischen Problemen, die kei- nen Jugendhilfebedarf mehr aufweisen oder nicht gemäß § 16h SGB ll förderfähig sind und auch ansonsten aktuell keine Leistungen über das Jobcenter beziehen können, beispielsweise weil sie im Haushalt der Eltern leben und dort (noch) finanziell mitversorgt werden. Sie fallen trotz ihrer psychischen Problematik und häufig faktischer Beschäftigungslosigkeit durch die Maschen des Hilfe-, Förder- und Versorgungssystems und unterliegen einem erhöhten Risiko der (Langzeit-)Arbeitslosigkeit. Jungen Menschen einen Einstieg in die Arbeits- und Beschäfti- gungsfähigkeit sowie früheinsetzender stabilisierender Hilfe zu ermöglichen, deckt sich mit den Zielsetzungen im Rahmen des Kommunalen Programms für Arbeit und Beschäftigungs- förderung (KomProArBeit) für diesen Personenkreis, so dass die Teilfinanzierung – neben präventiven Aspekten im Bereich der Pflichtleistungen des Amtes 50 – aus KomProArBeit er- folgt. Der Träger „Alexianer Köln GmbH“, der die Koordination des Verbundes der drei Träger von Plan27 übernimmt, wird sowohl beim Amt für Soziales, Arbeit und Senioren als auch beim Amt für Kinder, Jugend und Familie entsprechende Förderanträge stellen. Im Binnenverhältnis der drei beteiligten Träger wird die Kooperation und Weiterleitung entsprechend vertraglich geregelt. Dementsprechend ergeben sich folgende Förderaufwendungen pro Jahr und Kostenträger: Übersicht 1 rechtskreisübergreifende Finanzierung insgesamt Kosten- träger Anteil in % Betrag insgesamt Betrag pro Monat Aufwand in 2022 8 Monate 2023 12 Monate 2024 4 Monate Jobcenter/ 5000 65 248.825 € 10.367 € 82.942 € 124.412 € 41.471 € Kommunale Förderung 35 133.983 € 5.583 € 44.661 € 66.992 € 22.330 € Gesamt 100 382.808€ 15.950 € 127.603 € 191.404 € 63.801 € Übersicht 2 Finanzierung Kommunale Förderung Kosten- träger Anteil in % Betrag insgesamt Betrag pro Monat Aufwand in 2022 8 Monate 2023 12 Monate 2024 4 Monate Amt 50 25 95.702 € 3.988 € 31.901 € 47.851 € 15.950 € Amt 51 10 38.281 € 1.595 € 12.760 € 19.141 € 6.380 € Gesamt 35 133.983 € 5.583 € 44.661 € 66.992 € 22.330 € 5 Die erforderlichen kommunalen Mittel zur weiteren Förderung des Angebots „Plan27“ in Höhe von insgesamt 133.983 €, davon 44.661 € im Jahr 2022, 66.992 € im Jahr 2023 und 22.330 € im Jahr 2024 sind / werden wie folgt veranschlagt: bei Amt für Soziales, Arbeit und Senioren im Teilergebnisplan 1501 - Wirtschaft und Touris- mus, Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen, innerhalb Zuschuss „Kommunales Beschäfti- gungsprogramm“ in Höhe von 95.702 € bei Amt für Kinder, Jugend und Familie im Teilergebnisplan 0604 - Kinder- und Jugendarbeit, Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen, innerhalb „Zuschuss für Maßnahmen der Jugendbe- rufshilfe“ in Höhe von 38.281 €. Die erforderlichen Mittel für das Haushaltsjahr 2022 stehen im erforderlichen Umfang zur Verfügung. Die Dezernate IV und V werden im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2023 ff. inner- halb der dann zugewiesenen Budgets die erforderlichen Mittel durch Umschichtung vorsehen. Inso- weit steht die Förderung unter Haushalts- und Finanzierungsvorbehalt. 5. Perspektive Zum Ende der Befristung am 30.04.2024 ist eine Evaluation der Maßnahme vorgesehen, um auf die- ser Basis das Angebot ggfs. bedarfsgerecht fortzuführen und zu verstetigen. 6. Begründung der Dringlichkeit: Der Handlungsdruck angesichts der jungen Menschen mit psychischen Problemen in Köln ist im- mens. Er hat sich darüber hinaus durch die zusätzliche psychische Belastung junger Menschen vor dem Hintergrund der Corona-bedingten Rahmenbedingungen weiterhin verschärft. Im öffentlichen Interesse, im Interesse der jungen Menschen und im Interesse des für Plan27 tätigen Fachpersonals muss eine Weiterführung des Angebotes Plan27 ab dem 01.05.2022 zwingend eingehalten werden. Deshalb ist eine Entscheidung des Rates in der Sitzung am 17.03.2022 dringend erforderlich. Anlagen
Anlage_2_Zwischenauswertung Stand 31.10.23
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1 Auswertung „Plan27“ Zugehendes Angebot zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen bis 27 Jahre im Stadtgebiet Köln Ausgewählte Ergebnisse im Auswertungszeitraum: 01.05.2022 bis 31.10.2023, 18 Monate Datenquelle: Auswertungen der beteiligten Träger im Kooperationsverbund: • Alexianer Köln GmbH • Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH - Flex ible Dienste • SPZ Köln-Nippes und Chorweiler, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH Gesamtauswertung: Gesundheitsamt der Stadt Köln, Alexianer Köln GmbH Ansprechpartnerin: E. Ostermann, Psychiatriekoordination, Gesundheitsamt, elisabeth.ostermann@stadt-koeln.de Köln, den 29.01.2024 2 Gliederung: I Angebot Plan 27 – Darstellung Einzelergebnisse……… ……….Seite 2 bis 6 II Zusammenfassung und Diskussion…………………………...…..Se ite 7 I Angebot Plan27 – Darstellung Einzelergebnisse Ergebnisse des Auswertungszeitraums: 01.05.2022 bis 31.10.2023, 18 Monate 1. Rahmenbedingungen Förderung: vom 01.05.2022 bis zum 30.04.2024 Auswertungszeitraum: vom 01.05.2022 bis zum 31.10.2023 Rechtskreisübergreifende Förderung durch • das Jobcenter Köln • KomProArbeit des Amts für Soziales, Arbeit und Sen ioren (Amt 50) • das Amt für Kinder, Jugend und Familie (Amt 51) Trägerschaft • Rechtsrheinisch: Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH - Flexible Dienste Köln Kalk • Linksrheinisch: SPZ Köln-Nippes und Chorweiler, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH, im Norden Alexianer Köln GmbH im Süden Voraussetzung der Trägerauswahl sozialräumliche und sozialpsychiatrische Vernetzung 2. Teilnehmende während des Auswertungszeitraums - Anzahl und Ausgangssituation Anzahl der Teilnehmenden: 116 Alter der Teilnehmenden bei Eintritt in die Maßnahme, n=116 Anzahl bis 20 21-24 ab 25 Summe 46 53 17 116 in % von der Gesamtanzahl 39,7 45,7 14,6 100 Etwa 55 Prozent der Teilnehmenden war männlich, über 41 Prozent weiblich, unter 4 Prozent divers. 50 Prozent der Teilnehmenden wies Zuwanderungshintergrund auf, entweder sie selbst und/oder mindestens ein Elternteil waren aus dem Ausland zugewandert. 3 Aus dem linksrheinischen Köln nahmen 64 Personen, davon • 29 Personen bei dem Träger Alexianer Köln GmbH, • 35 Personen bei dem Träger SPZ Köln-Nippes und Köl n-Chorweiler, Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH e. V., aus rechtsrheinischen Köln • 52 Personen bei dem Träger Der Sommerberg, AWO Bet riebsgesellschaft mbH - Flexible Dienste Köln Kalk an der Maßnahme Plan27 teil. Abbildung 1: Häufig genannte psychische Probleme bei den 116 Teilnehmenden (Mehrfachnennungen möglich) Überwiegend wurde von Depressionen oder depressiven Phasen, Antriebslosigkeit und/oder Ängsten, teilweise mit einer begleitenden Suchtproblematik, berichtet. Häufig lagen keine ärztlichen Diagnosen vor. Darüber hinaus wiesen einzelne Teilnehmenden Erkrankungen wie zum Beispiel Autismus, psychotische Symptome, Schizophrenie, Posttraumatische Belastungsstörung, Borderline, soziale Phobie, ADHS, Anorexie auf. 20 % 60 % 72 % 79 % 0 20 40 60 80 100 Sucht Angststörungen/Panikattacken Antriebslosigkeit Depressive Phasen Anteil Teilnehmende Plan27 in Prozent Häufig genannte psychsiche Probleme 4 Abbildung 2: Anteil der 116 Teilnehmenden, die zu Beginn der Maßnahme - neben der psychischen Problematik - über Probleme in weiteren wesentlichen Lebensbereichen berichteten (116 Teilnehmende, Mehrfachnennungen möglich) In der Regel gab es bei den Teilnehmenden mindestens in einem weiteren wesentlichen Lebensbereich Probleme, häufig in mehreren Lebensbereichen. 3. Ergebnisse der Maßnahme Plan27 Bei den 116 Teilnehmenden, die in dem Zeitraum 01.05.2022 bis 31.10.2023 an der Maßnahme Plan27 teilgenommen haben, gibt es bisher folgende Ergebnisse: • 106 Teilnehmende, 91,4 Prozent aller Teilnehmenden, haben zum Stichtag 31.10.2023 bereits erfolgreich Vermittlungen ins Regelsystem erhalten , o davon haben 74 Teilnehmende die Maßnahme nach Über leitung ins Regelsystem beendet o 32 Teilnehmende sind noch in Begleitung, da weiter e Vermittlungen zur nachhaltigen Stabilisierung der Lebenssituation durchgeführt werden, • 10 Teilnehmende, 8,6 Prozent, haben die Maßnahme v orzeitig abgebrochen, ohne dass eine Vermittlung stattgefunden hat (siehe Abbildung 3). Die Teilnehmenden, die eine erfolgreiche Vermittlung erhielten , wurden in Angebote mindestens einer dieser Bereiche übergeleitet: • Gesundheitswesen, • Bereich Jobcenter, Schule, Ausbildung und/oder Ber uf und/oder • Bereich Wohnen. 47 % 54 % 80 % 84 % 89 % 0 20 40 60 80 100 Wohnen Finanzen Soziale Kontakte Schule /Ausbildung/Beruf Selbstorganisation Anteil Teilnehmende Plan27 in Prozent Lebensbereiche, in denen Probleme auftreten 5 Häufig wurden die einzelnen Teilnehmenden in zwei oder alle drei dieser Bereiche vermittelt. So wurden von den 116 Personen • 89 Personen (76,7%) in Angebote des Gesundheitswe sens übergeleitet, teilweise mit mehreren Angeboten pro Teilnehmende*n, • 77 Personen (66,4%) in Angebote des Bereichs Jobc enters oder Angebote Schule, Qualifizierung, Ausbildung und/oder Erwerbstätigkeit, übergeleitet, teilweise mit mehreren Angeboten pro Teilnehmende*n, • 60 Personen (51,7%) in Angebote des Bereichs Wohn en, davon 14 Personen in eigene Wohnung und 11 Personen in Ambulant Betreutes Wohnen. übergeleitet. Darüber hinaus gab es Vermittlungen in weitere Bereiche wie zum Beispiel Freizeitgestaltung, Schuldenregulierung. Beispielhaft wird dargestellt, in welche Arten von Angeboten die Teilnehmenden mit erfolgreich beendeter Maßnahme im Bereich Gesundheit und im Bereich Jobcenter/ Ausbildung/Beruf vermittelt wurden: Abbildung 4: Angebotsbereiche Gesundheit: Anzahl der 116 Teilnehmenden, die dorthin vermittelt wurden im Zeitraum 01.05.2022 bis 31.10.2023 (310 Vermittlungen , Mehrfachnennungen pro Person möglich) 22 26 44 47 48 55 68 0 10 20 30 40 50 60 70 80 sonstiges stationäres medizinisches Angebot (teil-)stationäres psychiatrisches oder psychotherapeutisches Angebot/Reha sonstiges Beratungsangebot mit Kommstruktur sonstige Angebote sonstiges ambulantes medizinisches Angebot Angebot U27 /Sozialpsychiatr. Zentrum/Sozialpsychiat. Dienst ambulantes psychiatrisches oder psychotherapeutisches Angebot Anzahl Angebote 6 Abbildung 5: Angebotsbereiche Jobcenter/Ausbildung/Beruf: Anzahl der Teilnehmenden, die dorthin vermittelt wurden im Zeitraum 01.05.2022 bis 31.10.2023 (139 Vermittlungen , Mehrfachnennungen pro Person möglich) 42 Teilnehmende wurden in die Schule, Ausbildung und/oder auf den regulären Arbeitsmarkt vermittelt. (Diese Teilnehmenden wurden insgesamt in 55 Angebote im Bereich Schule, Ausbildung und/oder auf den regulären Arbeitsmarkt, teilweise zeitlich nacheinander oder parallel, vermittelt). Die Maßnahme Plan27 war voll ausgelastet. Es musste eine Liste mit Anfragen geführt werden, wenn Teilnehmende nicht unmittelbar aufgenommen werden konnten. 5 7 11 14 16 16 30 40 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 berufliche Reha Werkstatt für psych. beeinträchtigte Menschen Ausbildung Schule/Uni sonstige Ausbildungsvermittlungsangebote Orientierungs-/Qualifizierungs-, Trainingsmaßnahme,… Arbeitsmarkt Jobcenter (Rehateam, Resodienste, Hotspot, U25 und… Anzahl Angebote 7 II Zusammenfassung und Diskussion: Das Angebot erreicht den Personenkreis, der angesprochen werden soll, und vermittelt sie in bedarfsgerecht in Angebote des Regelsystems: • Alle Teilnehmende wiesen psychische Probleme und überwiegend darüber hinaus Probleme in einem oder mehreren anderen Lebensbereichen wie Schule/Beruf oder Wohnen auf. • Bei den Teilnehmenden waren genderbezogen sowohl die Ausrichtungen männlich, weiblich als auch divers, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, sowie die Altersgruppe 16 bis 26, davon überwiegend Personen von 18 bis 24, vertreten. • 116 Teilnehmende wurden in dem Auswertungszeitrau m in die Maßnahme aufgenommen, Ergebnisse: • Vermittlung von 91 Prozent der Teilnehmenden der Maßnahme in ein oder mehrere passgenaue Angebote • Vermittlung von insgesamt 509 Angeboten an diese Teilnehmende aus den Bereichen o Gesundheitsversorgungssystem, o Regelangebot von Schule/Beruf/Vermittlung/Qualifiz ierung oder o Wohnen • Vermittlung von 42 Teilnehmenden (36,2 % aller Te ilnehmenden der Maßnahme) direkt in Schule, Ausbildung und/oder auf den regulären Arbeitsmarkt. Fazit: • Plan27 erreicht junge Menschen mit psychischen Problemen und in komplexen Lebenssituationen, die von sich aus keinen Zugang zu bedarfsgerechten Angeboten finden. • Durch Plan27 wurde ein früh einsetzendes Präventio nsangebot geschaffen, wenn sich junge Menschen durch psychische Krisen oder Erkrankungen überfordert fühlen, mit Abwehr, Aggression oder Rückzug reagieren und eine „Abkopplung“ vom Regelsystem droht. • Die Maßnahme erweist sich als nachhaltig, da die Teilnehmenden in der Regel in mehrere Angebote vermittelt werden und die Maßnahme erst verlassen, wenn sie ihre Lebenssituation stabilisiert haben. • Durch Zugang zum Regelsystem gelingt gesundheitlic he, soziale und berufliche Teilhabe der jungen Menschen an der Stadtgesellschaft und die Chancen auf Unabhängigkeit von lebenslangem Transferleistungsbezug werden erhöht. Plan27 stellt einen wichtigen Baustein des Angebots- und Versorgungssystems in Köln dar. Eine Fortführung des nachhaltigen Angebots über den 30.04.2024 hinaus wird aus fachlicher Sicht für sinnvoll und notwendig bewertet.
Anlage_3_ESFProjektbericht_Plan27
70568 Zeichen
ESF- Einzelprojekt Nr. 505263 – „Plan27“
Projektbericht der Stadt Köln, Gesundheitsamt
für den Zeitraum 01.04.2017 bis 31.03.2019
Plakat Projekt „Plan27“
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
2
Inhalt:
Projektdaten im Überblick .................................................................................................................... 3
1 Ausgangslage des Projekts............................................................................................................... 4
1.1 Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ .......................................................... ................................................... ..... 4
1.2 Ziel und Aufgabe des Angebots „Plan27“ ........................................................... ................................................... ...... 5
1.2.1 Problemlage Zielgruppe/Quartier ................................................................ ................................................... ........... 5
1.2.2 Lösungsansätze ................................................................................. ................................................... ................... 5
1.2.3 Ziel ........................................ ................................................... ................................................... ............................. 6
1.2.4 Sozialraumbezug und Träger der Maßnahme ........................................................ ................................................... 6
2 Umsetzung .......................................................................................................................................... 7
2.1 Verlauf des Projekts ............................................................................. ................................................... ....................... 7
2.2 Ausgangssituation des Beratungsprozesses und Problemlage der Teilnehmenden .............................................. 10
2.2.1 Einstieg der Teilnehmenden in die Maßnahme ..................................................... .................................................. 10
2.2.2 Persönlicher Hintergrund der Teilnehmenden ..................................................... ................................................... . 11
2.2.3 Problemlagen ................................................................................... ................................................... ................... 14
2.3 Erkenntnisse im Verlauf des Projekts und Lösungsansätze ..................................................................................... 16
2.3.1 Prioritätensetzung bei der Zielplanung ......................................................... ................................................... ........ 16
2.3.2 Berücksichtigung der seelischen Problematik und aufsuchende Arbeit ................................................................... 16
2.3.3 Hoher Bedarf an lebenspraktischer Hilfe und emotionaler Bestärkung .................................................................... 16
2.3.4 Individuell unterschiedliche Zeitdauer der Maßnahme ............................................ ................................................ 17
2.4 Zielerreichung ................................................................................... ................................................... ......................... 18
2.4.1 Anzahl der vermittelten Teilnehmenden ins Regelsystem – Überblick ..................................................................... 18
2.4.2 Anzahl der Regelangebote und Bereiche, in die vermittelt wurde ............................................................................ 18
2.4.3 Vermittlung – parallel in Regelangebote unterschiedlicher Lebensbereiche ............................................................ 20
2.4.4 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Gesundheit .............................................................................................. 21
2.4.5 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Schule/Beruf ............................................................................................ 22
2.4.6 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Wohnen ................................................................................................... 2 3
2.4.7 Überleitung bei Abschluss der Maßnahme ......................................................... ................................................... .. 23
2.4.8 Rückmeldung der Teilnehmenden nach Abschluss der Maßnahme ........................................................................ 23
2.4.9 Vernetzung der Träger im Sozialraum und im sozialpsychiatrischen Hilfesystem .................................................... 24
2.4.9.1 Erfahrungen der Alexianer Köln GmbH…………………… ………………………………………………………..24
2.4.9.2 Erfahrungen des SPZs Köln-Nippes und Köln-Chorweiler………………………………………………………..24
2.4.9.3 Erfahrungen der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH…………………………………………………24
2.4.9.4 Anfragen von Personen außerhalb der Sozialräume…………………………………………..………………….24
2.4.9.5 Einbindung in das sozialpsychiatrische Hilfesystem Kölns…………………………………………………….....25
3 Zusammenfassung der Ergebnisse ................................................................................................ 26
3.1 Verlauf, Erkenntnisse und Zielerreichung ......................................................... ................................................... ...... 26
3.1.1 Verlauf und Erkenntnisse ....................................................................... ................................................... .............. 26
3.1.2 Zielerreichung ................................................................................. ................................................... ..................... 26
3.2 Nachhaltigkeit ................................................................................... ................................................... ......................... 27
3.2.1 Nachhaltigkeit der Maßnahme für die Teilnehmenden, die sie abgeschlossen haben ............................................. 27
3.2.2 Nachhaltigkeit der Maßnahme als Hilfeangebot für junge Menschen in Köln ........................................................... 27
3.3 Bewertung und Ausblick ........................................................................... ................................................... ................ 27
4 Anlage ............................................................................................................................................... 28
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
3
Projektdaten im Überblick
ESF-Einzelprojekt „Plan27“ im Rahmen von „Starke Veedel – starkes Köln“,
Bericht zum Projektverlauf 01.04.2017 bis 31.03.2019
Titel: Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem
und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit psychischen Problemen bis
27 Jahre in allen Sozialraumgebieten, „Plan 27“
Kommune: Stadt Köln
Quartiere: Ausgewiesene Sozialraumgebiete der Stadt Köln:
• Buchheim/Buchforst
• Höhenberg/Vingst
• Humboldt/Gremberg und Kalk
• Mülheim-Nord/Keupstraße
• Ostheim/Neubrück
• Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil
• Bilderstöckchen
• Blumenberg/Chorweiler/Seeberg-Nord
• Bickendorf/Westend/Ossendorf
• Bocklemünd/Mengenich
• Meschenich/Rondorf
Ansprechpartner/in Kommune Gesundheitsamt Köln, Elisa Ostermann
Durchführende Projektträgerin-
nen/Projektträger und An-
sprechpartnerin-
nen/Ansprechpartner
Alexianer Köln GmbH/ Frau Morgenroth
Der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH -
Flexible Dienste Köln Kalk/ Herr Mönch
Verein SPZ Köln-Nippes und
Köln-Chorweiler e. V./ Frau Schwarz
Mittelvolumen ESF 275.184 €
Laufzeit 01.04.2017 – 31.03.2019
Regionalagentur G.I.B., Gesellschaft für innovative Beschäftigungsför-
derung mbH in Bottrop
Ansprechpartner Herr Helmut Kleinen
Geschäftszeichen Geschäftszeichen ESF-505263
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1 Ausgangslage des Projekts
1.1 Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Maßnahme „Plan27“ war Bestandteil des „Integriertes Handlungskonzeptes zum Pro-
gramm „Starke Veedel – Starkes Köln, Mitwirken, Zusammenhalten, Zukunft gestalten“
in Köln . Dieses derzeit noch laufende Programm forciert die Förderung der sozialen, berufli-
chen und gesundheitlichen Teilhabe von Menschen, die ausgegrenzt oder von der Ausgren-
zung bedroht sind.
Es knüpft damit an das seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende kommunale Programm
„Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln “ an. Ziel des insbe-
sondere im Jugend- und Sozialbereich praktizierten Ansatzes der Sozialraumorientierung ist
es, die zum Teil schwierigen Lebensbedingungen der Menschen in elf ausgewählten Sozial-
räumen
a zu verbessern. Die Gebietsauswahl wurde auf Grundlage eines „Monitoring Stadt-
entwicklung“ getroffen (siehe Anlage: zur Zielsetzung und Gebietsauswahl des Integrierten
Handlungskonzepts zum Programm „Starke Veedel – Starkes Köln). Durch eine optimierte
Zusammenarbeit und Vernetzung aller städtischen Dienststellen, der freien Träger, Verbän-
de sowie sonstiger Akteurinnen und Akteure sollten in den elf ausgewählten Sozialräumen
Unterstützungsleistungen begründet und Selbsthilfekräfte gestärkt werden. Um dies zu errei-
chen, wurde im Rahmen des Programms „Lebenswerte Veedel“ unter anderem in jedem
Sozialraum eine Sozialraumkoordinatorin beziehungsweise ein Sozialraumkoordinator ein-
gesetzt.
In seiner Sitzung am 20.12.2016 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, in diesen elf aus-
gewiesenen Stadtgebieten das Leitkonzept „Starke Veedel – starkes Köln“ umzusetzen. An-
liegen von „Starke Veedel – Starkes Köln" ist es, passgenaue Angebotsstrukturen in den
Sozialraumgebieten zu entwickeln. Dies soll dazu beitragen, dort gleichberechtigte Teilhabe
in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen städtebauliche Missstände be-
seitigt werden. Die Stadt ist damit dem Förderaufruf des Landes Nordrhein Westfalen
unter dem Titel „Starke Quartiere – starke Menschen" vom Februar 2015 gefolgt. Ziel des
Aufrufs ist die Stärkung der besonders von sozialer Benachteiligung betroffenen Stadtquar-
tiere sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der in diesen Quartieren le-
benden Menschen. Die Themenbereiche sind dabei vielfältig: sie reichen von präventiven
Angeboten im sozialen und gesundheitlichen Bereich und im Bildungsbereich, über die Stär-
kung der lokalen Wirtschaft, Aufwertungen im Wohnumfeld, Veränderungen im öffentlichen
Raum bis hin zur Verbesserung der Umweltbedingungen.
Im gesundheitlichen Bereich konnte im Rahmen des Programmes „Starke Veedel – Starkes
Köln“ in allen ausgewiesenen Sozialraumgebieten das Projekt „Plan27“ mit der Laufzeit vom
01.04.2017 bis 31.03.2019 als aufsuchendes Hilfeangebot für junge Menschen mit psychi-
schen Problemen eingerichtet werden.
a Ausgewiesene Sozialräume der Stadt Köln sind Bicke ndorf/Westend/Ossendorf, Bock-
lemünd/Mengenich, Meschenich/Rondorf, Bilderstöckchen, Blumenberg/Chorweiler/Seeberg-Nord,
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Humboldt/Gremberg/Kalk, Mülheim-Nord/Keupstraße,
Ostheim/Neubrück, Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1.2 Ziel und Aufgabe des Angebots „Plan27“
1.2.1 Problemlage Zielgruppe/Quartier
Die ausgewiesenen Sozialraumgebiete der Stadt Köln sind gekennzeichnet durch wirtschaft-
liche, soziale und gesundheitliche Benachteiligung. Hier leben gehäuft Familien mit niedri-
gem sozialen Status und Multiproblemlagen.
Viele der dort aufwachsenden jungen Menschen bis 27 Jahre werden aufgrund von ganz
unterschiedlichen und häufig komplexen Problemkonstellationen daran gehindert, eine eige-
ne Lebensperspektive zu entwickeln – insbesondere im Hinblick auf eine berufliche Zu-
kunftsgestaltung. Ihnen fällt es schwer, die altersüblichen Entwicklungsschritte zu gehen. Sie
ziehen sich zurück, vermeiden Kontakt zu anderen Menschen oder verhalten sich aggressiv
und abweisend. Oft werden auch Alkohol bzw. illegale Drogen konsumiert. Ursache eines
solches Verhaltens können psychiatrische sowie weitere Beeinträchtigungen oder Erkran-
kungen sein, die als solche meist (noch) nicht diagnostiziert sind. Dies müsste aber frühzeitig
erkannt und bei der weiteren schulischen oder beruflichen Planung berücksichtigt werden.
Unter Umständen wäre (vorgeschaltet oder) parallel eine Behandlung/Therapie erforderlich,
um eine berufliche Perspektive überhaupt in Angriff nehmen zu können. Erfahrungswerte
belegen, dass junge Menschen, die in einem sozial benachteiligten Umfeld leben und
zusätzlich eine psychische Beeinträchtigung aufweisen, häufig nur durch einen sehr nied-
rigschwelligen, aufsuchenden Zugang an das Regelsystem wie zum Beispiel gesundheitliche
Versorgung, das Bildungssystem und/oder Arbeit herangeführt werden können.
1.2.2 Lösungsansätze
Die Maßnahme beinhaltete die intensive, bedarfsorientierte und gezielte Unterstützung der
Betroffenen zur Entwicklung einer realistischen Lebensperspektive bei Berücksichtigung der
psychischen Problematik. Dafür wurde geschultes Fachpersonal eingesetzt, das aufsuchend
tätig war, über sozialpsychiatrische Kenntnisse verfügte und eng mit dem psychiatrischen
Hilfesystem zusammenarbeitete. Die Betroffenen wurden nach behutsamer Kontaktaufnah-
me an geeignete Regelangebote heranführt und dorthin vermittelt.
Kölner Expertinnen und Experten unterschiedlicher Institutionen, zum Beispiel Jobcenter,
Landschaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der Jugendhilfe und Erwachsenen-
psychiatrie, haben sich zu der Koordinierungsgruppe „U27“ zusammengeschlossen und An-
fang 2016 Handlungsempfehlungen für spezielle Hilfen bezogen auf die Zielgruppe junger
Menschen mit psychischen Problemen entwickelt. Die hier vorliegende Maßnahme fungierte
als ein wesentlicher Baustein innerhalb dieser bedarfsorientierten Angebotsstruktur neben
einem Beratungsangebot, einem Kontaktangebot und Hilfen zur Tagesstrukturie-
rung/Beschäftigung.
Bildungseinrichtungen wie Schulen, sonstige städtische Einrichtungen, Jobcenter U25, alle
Akteure in den Sozialraumgebieten vor Ort sowie die Jugendhilfe waren wichtige Kooperati-
onspartner. Unter anderem erhielten diese auch im Rahmen ihres Tätigkeitfeldes Hinweise
auf Personen der bedürftigen Zielgruppe oder standen in Kontakt mit ihnen. Mit dem Jobcen-
ter und U25 gab es bei der einzelfallbezogenen Begleitung, beispielsweise der Entwicklung
einer beruflichen Perspektive, eine enge Zusammenarbeit.
Das Angebot ergänzte das bestehende Regelangebot des Sozialpsychiatrischen Dienstes
des Gesundheitsamtes, das aufsuchende Hilfen und Beratung für Erwachsene mit einer psy-
chischen Erkrankung nach den gesetzlichen Regelungen des ÖGDG NRW (Gesetz über den
öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen) und PsychKG (Gesetz
über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten) insbesondere in Krisensi-
tuationen vorhält.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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1.2.3 Ziel
Die Chance auf Teilhabe sollte erhöht werden bei jungen Menschen mit psychischen Prob-
lemen, die in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten und nicht (ausreichend) in
das Regelsystem insbesondere in den Bereichen Gesundheit und/oder Schule/Beruf einge-
bunden waren.
Im Projektzeitraum sollten mindestens 40
b junge Menschen mit psychischen Problemlagen
begleitet und je in mindestens ein Angebot vermittelt werden, was einen weiteren Schritt in
Hinblick auf die berufliche Perspektive bedeutet. Dieses Angebot konnte je nach individueller
Problemlage im gesundheitlichen, schulischen, ausbildungs-, qualifizierungs- und/oder be-
rufsbezogenen Bereich liegen.
1.2.4 Sozialraumbezug und Träger der Maßnahme
Entsprechend der Zielgruppe „Junge Menschen mit psychischen Problemen“, die nicht sehr
gehäuft auftritt, jedoch der intensiven Betreuung von Fachpersonal mit sozialpsychiatrischen
Kenntnissen bedarf, war diese Maßnahme – übergreifend und zeitlich parallel in allen aus-
gewiesenen Sozialraumgebieten für 2 Jahre – vorgesehen. Nur so konnte in effizienter Art
und Weise die aufsuchende Hilfe in nah beieinanderliegenden Sozialraumgebieten einge-
setzt werden und sich mit den überwiegend sozialraumgebietsübergreifenden Einzugsgebie-
ten der Hilfsangebote vernetzten.
In dem Projekt waren insgesamt zwei Vollzeitstellen, je eine für die linksrheinischen und eine
für die rechtsrheinischen Sozialraumgebiete innerhalb der Projektlaufzeit von 2 Jahren vor-
gesehen.
Träger der Maßnahme waren
• auf der linken Rheinseite:
„Sozialpsychiatrisches Zentrum (SPZ) Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. “
für die Sozialraumgebiete Chorweiler/Blumenberg/Seeberg-Nord und
Bilderstöckchen,
mit einer halbe Stelle,
die „ Alexianer Köln GmbH “ für die Sozialraumgebiete Bocklemünd/Mengenich,
Bickendorf/Westend/ Ossendorf, Meschenich/Rondorf,
ebenfalls mit einer halben Stelle;
• auf der rechten Rheinseite
„Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH “ für die Sozialraumgebiete
Buchheim/Buchforst, Höhenberg/Vingst, Ostheim/Neubrück, Mülheim-Nord/Keupstr,
Porz-Ost/Finkenberg/Gremberghoven/Eil und Kalk/Humboldt-Gremberg,
mit einer Vollzeitstelle.
Die Träger waren bereits im jeweiligen Einsatzgebieten verortet:
Die Alexianer Köln GmbH ist Träger des Sozialpsychiatrischen Zentrums Rodenkirchen.
Der Träger war vor Projektstart bereits im Sozialraumgebiet Meschenich tätig. Darüber hin-
aus bietet er ein zielgruppenspezifisches Beratungsangebot „Proberaum“ und ein Hilfeange-
b Diese Zahl beruht auf fundierten Schätzungen aus a nderen Bereichen mit aufsuchenden Angeboten.
Es gibt keine Datenbasis zu der Anzahl von jungen Menschen, die dieses Angebot aufsuchender Hil-
fe benötigen, da sich dieser Personenkreis dem Regelsystem entzieht.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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bot zur Tagesstrukturierung und Beschäftigung für junge Menschen mit psychischen Prob-
lemen „Proberaum Worx“ an.
Der SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V . ist Träger der Sozialpsychiatrischen Zen-
tren Nippes und Chorweiler. Sein Arbeitsbereich umfasst in den Stadtbezirken Nippes und
Chorweiler die Beratung, Betreuung und Pflege von Menschen mit psychischen Störungen.
Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH ist in den rechtsrheinischen Sozial-
raumgebieten in Köln in der Jugend- und Eingliederungshilfe verortet, und ihr Angebot um-
fasst im Rahmen der Eingliederungshilfe ein tagesstrukturierendes Angebot im Sozialpsychi-
atrischem Zentrum (SPZ) Kalk, im Rahmen der Jugendhilfe Wohn- und Verselbständigungs-
angebote sowie ambulante aufsuchende Hilfen in den rechtsrheinischen Kölner Stadtbezir-
ken Kalk, Porz und Mülheim.
2 Umsetzung
2.1 Verlauf des Projekts
Startphase
Das Projekt startete mit der Entwicklung eines gemeinsamen Grundverständnisses des Auf-
trages und Handlungsrahmens für die drei Träger und die 11 Sozialraumgebiete. Das Kon-
zept wurde als Basis des Projekts vom Gesundheitsamt der Stadt Köln mit den Trägern ab-
gestimmt und der gemeinsame trägerübergreifende Projektname „Plan27“ kreiert. Darüber
hinaus wurde ein projektbezogener Teilnehmenden-Dokumentationsbogen entwickelt, in
dem von den Trägern Daten zum Verlauf des Projekts festgehalten werden. Die anonymi-
sierte Auswertung dieser Daten dient als Grundlage des vorliegenden Berichts.
Zunächst standen die Präsentation des Angebots in der Öffentlichkeit sowie der Aufbau von
Netzstrukturen im Vordergrund. Die Bekanntmachung des Projektes erfolgte auf verschiede-
nen Wegen: Es wurden Flyer sowie Poster erstellt und verteilt (siehe Abbildung 1 und Titel-
bild). Durch das Gesundheitsamt der Stadt Köln wurde beim Start des Projekts eine Presse-
erklärung herausgeben, und das Projekt wurde auf der Homepage der Stadt Köln und der
beteiligten Träger veröffentlicht. Die Träger stellten „Plan27“ den jeweiligen Sozialraumkoor-
dinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren (siehe 1.1.) sowie in den Sozialraumkonferenzen
vor. Ebenso wurden Akteurinnen und Akteure im Sozialraum und in den Institutionen, wie
zum Beispiel das Jobcenter und die Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ), über den Start des
Projekts informiert. In den Sozialraumgebieten fanden zu „Starke Veedel – Starkes Köln“
Informationsveranstaltungen statt, auch wurde dort das Projekt den Bürgerinnen und Bür-
gern sowie den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von den Trägern präsentiert.
Mit dem Jobcenter und seinen Angeboten, dem Team „U25“, „Hotspot“, „DiMa Team“ (Di sa-
bility Ma nagement-Team, Angebot für gesundheitlich beeinträchtigte Menschen) sowie mit
den Sozialpsychiatrischen Zentren bildeten sich unmittelbar Kooperationen, und von dort
konnten Klientinnen und Klienten in das Projekt vermittelt werden. Bezüglich der Teilneh-
menden des Projektes ohne festen Wohnsitz entstand die Zusammenarbeit mit der Stiftung
„Off Road Kids“.
Von Vorteil für den Aufbau der Netzwerke erwies es sich, dass die „Alexianer Köln GmbH“,
„Die Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH“ und der „Verein SPZ Köln-Nippes und
Köln-Chorweiler e.V.“ bereits vorher in den Sozialraumgebieten tätig waren und selbst ent-
weder Träger eines Sozialpsychiatrischen Zentrums oder bereits als Baustein darin einge-
bunden waren. Daher konnte auf vorhandenen Strukturen aufgebaut werden. Die Anlaufpha-
se des Projekts gestaltete sich kürzer als erwartet. Es gab direkt zahlreiche Nachfragen und
bereits im ersten Projektmonat wurden die ersten Teilnehmenden in die Maßnahme aufge-
nommen, weitere Aufnahmen folgten. Durch die kontinuierliche Netzwerkarbeit wurden die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „Plan27“ weiteren Akteurinnen und Akteuren in den So-
zialraumgebieten bekannt. Persönliche Kontakte mit relevanten Ansprechpartnerinnen und
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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Ansprechpartnern ermöglichten im weiteren Verlauf, dass viele Interventionen schnell und
unkompliziert umgesetzt werden konnten.
Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit im Verlauf des Projekts
Auch über die Startphase hinaus stellten Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit einen wichtigen
Teil des Projektes dar, unter anderem, um durch die anderen Akteure von möglichen Teil-
nehmenden zu erfahren und tätig werden zu können. Eine gute Kenntnis der örtlichen Gege-
benheiten und der Akteure bildete darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für eine wir-
kungsvolle Arbeit mit den einzelnen Klientinnen und Klienten. In Arbeitskreisen erfolgte ein
Austausch über passgenaue Angebote für die Teilnehmenden auf sehr kurzem Wege. Bei-
spielsweise wurde über freie Wohnplätze, neue Angebote in Richtung Berufsvorbereitung
oder freie Therapieplätze informiert. Besonders zu erwähnen ist die regelmäßige Teilnahme
an den Arbeitskreisen in den jeweiligen Sozialraumgebieten.
Darüber hinaus nahmen die Träger an Info-Veranstaltung zu den „Integrierten Stadtentwick-
lungskonzepten“ (ISEKs) im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ in den
Sozialraumgebieten teil und erreichten auch darüber Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
sowie Bewohnerinnen und Bewohner der ausgewiesenen Sozialraumgebiete.
Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit war die Präsentation von „Plan27“ im Rahmen der Kölner
Fachtagung „Von nix kütt nix – junge Kölner bekommen Hilfen?!“ am 20.3.2018 hervorzuhe-
ben (siehe hierzu auch 2.4.9) sowie ein Artikel über „Plan 27“ im Kölner Stadtanzeiger vom
01.09.2018.
Des Weiteren bestand die Gelegenheit, dass das Projekt durch die Stadt Köln bei einer Ta-
gung der G.I.B. und des LZG NRW am 09.07.2018 zum Thema „Verzahnung von Arbeits-
und Gesundheitsförderung im Setting Kommune“ vorgestellt werden konnte.
Darüber hinaus wurde in der „G.I.B.Info 1_19“ und in den „Gesunde Städte Nachrichten
2019“ des Gesunde Städte-Netzwerkes der Bundesrepublik Deutschland je durch einen Arti-
kel über das Projekt berichtet.
In der Koordinierungsgruppe „U27“, die als Arbeitsgruppe der Kommunalen Gesundheitskon-
ferenz Köln angegliedert ist, wurde über das Projekt fortlaufend berichtet. Darüber hinaus
wurden mit dem Jobcenter bilaterale Gespräche geführt, um eine gemeinsame Linie abzu-
stimmen bezüglich der jungen Menschen mit psychischen Problemen abzustimmen, die eine
Berechtigung auf ALGII-Leistungen haben.
Entwicklung der Teilnehmendenzahl und Resonanz erster Zwischenergebnisse
Im Lauf des ersten Projektjahres, vom 01.04.17 bis 31.03.18, hatten mit Stand 31.03.18 be-
reits fünf Personen die Maßnahme abgeschlossen, zwei Personen waren vorzeitig ausge-
schieden und 32 Personen befanden sich in laufender Beratung. Bei der Zwischenauswer-
tung von „Plan27“ nach einem Jahr Projektlaufzeit zeichnete sich bereits ab, dass die Errei-
chung des gesetzten Ziels umsetzbar war, da bereits bei 35 Personen Vermittlungen erfolgt
waren. Diese Auswertung wurde dem Gesundheitsausschuss der Stadt Köln anhand einer
Mitteilung am 13.09.2018 zur Kenntnis gegeben. Das Projekt wurde von den politischen Ver-
treterinnen und Vertretern sehr positiv aufgenommen.
Im zweiten Projektjahr, vom 01.04.18 bis 31.03.19, wurden zu den 32 Personen, die sich in
laufender Beratung befanden, weitere 38 Personen bei „Plan27“ aufgenommen, sodass in
diesem Zeitraum insgesamt 70 Personen an dem Angebot teilnahmen. Davon hatten bis
zum Ende des Projektzeitraums weitere 65 Personen die Maßnahme abgeschlossen, fünf
Personen sind vorzeitig ausgeschieden.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
9
Abschlussphase und Abschluss des Projekts
Zum Abschluss des Projekts waren insgesamt 77 Teilnehmende in die Maßnahme aufge-
nommen worden, davon hatten 70 Teilnehmende die Maßnahme regulär abgeschlossen und
7 Teilnehmende hatten sie vorzeitig beendet.
Die mittlere Laufzeit der individuellen Teilnahmeprozesse betrug 8 Monate, 14 Tage, die
Dauer der Teilnahmeprozesse variierte zwischen 2 und 18 Monaten. In der Varianz der
Laufzeit der einzelnen Beratungsprozesse spiegelt sich unter anderem ein großer Unter-
schied des Hilfebedarfs wider.
In dieser Abschlussphase des Projekts lag der Fokus zum einen auf der Beendung und Do-
kumentation der noch laufenden Teilnahmeprozesse im Projekt zum 31.03.19. Zum anderen
wurde ein politischer Beschluss in den Fachausschüssen des Rats der Stadt Köln vorberei-
tet, der die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die Fortführung des Angebots über die
Projektdauer hinaus vorsah.
Am 11.02.2019 gab es auf Grundlage eines vorgelegten Konzepts der Verwaltung den politi-
schen Beschluss, kommunale Mittel für die Fortführung von „Plan27“ zur Verfügung zu stel-
len, sodass das Angebot auch über das Ende des Projekts am 31.03. hinaus in 2019 weiter-
führt werden konnte.
Abbildung 1: Flyer Projekt „Plan27“.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
10
2.2 Ausgangssituation des Beratungsprozesses und Problemlage der
Teilnehmenden
Auf Grundlage der Dokumentation der einzelnen Beratungsprozesse konnte die Ausgangssi-
tuation der Teilnehmenden des Projekts ausgewertet werden. Dies diente auch dazu, um
festzustellen, ob die Zielgruppe wie vorgesehen erreicht worden war.
2.2.1 Einstieg der Teilnehmenden in die Maßnahme
Die Teilnehmenden wurden häufig durch das Jobcenter, durch Eltern/Familie Angebote und
sozialpsychiatrische Angebote, aber auch durch das Jugendamt und sonstige Institutionen
an „Plan27“ vermittelt (Tab. 1). Darin wird deutlich, dass die Vernetzung von „Plan27“ mit
relevanten Akteuren gelungen ist. Darüber hinaus gab es zahlreiche Vermittlungen durch
unterschiedliche Hilfeangebote wie zum Beispiel „Off Road Kids“ (Anlaufstelle für obdachlose
Jugendliche), Integrationsmanagement Michaelshoven, Bewährungshilfe, Sozialpädagogi-
sche Familienhilfe der Herkunftsfamilie, Streetworker, gesetzliche Betreuung, Ergotherapeu-
tin des Alexianerkrankenhauses, niedergelassene Kinder- und Jugendpsychiater. Diese An-
gebote sind in Tabelle 1 unter „Sonstige Hilfeangebote“ zusammengefasst. Des Weiteren
gab es sonstige Kontaktpersonen wie zum Beispiel Nachbarn oder Freunde, die an „Plan27“
vermittelten.
Tabelle 1: Projekt „Plan27“, Erstkontakt durch …..,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Erstkontakt durch Anzahl Teilnehmende
Jobcenter/U25 13
Eltern/Familie 12
SPZ*/Sozialpsychiatrischer
Dienst/Angebote „U27“** 11
Selbst 11
Jugendamt 5
Sonstige Hilfeangebote 20
Sonstige Kontaktpersonen 5
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77
SPZ*= Sozialpsychiatrische Zentren, Angebote „U27“** = Angebote für junge Menschen mit psychi-
schen Problemen wie zum Beispiel „Proberaum“, Beratungsangebot mit „Kommstruktur“
Insbesondere bei dem Erstkontakt wurde von Seiten des Trägers niedrigschwellig auf die
psychische Situation der/des Teilnehmenden eingegangen. Das konnte beispielsweise bei
der Person zu Hause sein, vor der Haustür, weil der/die Teilnehmende/r niemanden in die
Wohnung lassen wollte oder an einem „neutralen Ort“ (siehe 2.3).
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
11
2.2.2 Persönlicher Hintergrund der Teilnehmenden
Bei Beginn der Maßnahme wurden die Teilnehmenden zu ihrem persönlichen Hintergrund
befragt.
Die Altersstruktur bei den Teilnehmenden der Maßnahme ist in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Projekt „Plan27“, Einstiegsalter der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19.
Einstiegsalter Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an allen
Teilnehmenden
Unter 18 3 4
18 bis 20 23 30
21 bis 24 37 48
ab 25 14 18
Anzahl Tei lnehmende insg esamt 77 100
Das durchschnittliche Einstiegsalter der 77 Teilnehmenden zu Beginn der Maßnahme lag bei
22 Lebensjahren. Dabei betrug das Einstiegsalter der jüngsten Personen in die Maßnahme
16 Jahre. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden war bei Beginn der Maßnahme zwischen 21
und 24 Jahre alt, etwa ein Drittel jünger, der verbleibende Anteil älter.
Hier stellt sich die Frage, über welche weiteren Zugänge die Betroffenen früher erreicht wer-
den könnten, um eher und präventiv tätig werden zu können.
Es wurden mit der Maßnahme junge Menschen mit der Geschlechtszuordnung weiblich,
männlich und divers erreicht. Von den 77 Teilnehmenden waren 44 und damit der überwie-
gende Anteil (57 Prozent) männlich.
25 der 77 Teilnehmenden (32 Prozent) hatten Zuwanderungshintergrund, das heißt, die Per-
son selbst oder mindestens ein Elternteil waren aus dem Ausland zugewandert .
Das Angebot „Plan27“ erreichte alle Sozialraumgebiete, denn es gab Teilnehmende der
Maßnahme in jedem der Sozialraumgebiete (Tab. 3). Einige Teilnehmende ohne festen
Wohnsitz hielten sich allerdings in mehreren Sozialraumgebieten auf und waren daher nicht
genau zuzuordnen. „Plan27“ wurde auch von anderen Akteurinnen und Akteuren in den So-
zialraumgebieten als Kompetenzstelle für junge Menschen mit seelischen Problemen wahr-
genommen. Im Rahmen der Vernetzung wurden passende Ressourcen für eigene Klientin-
nen und Klienten erfragt, ohne dass diese direkt im Rahmen von „Plan27“ unterstützt werden
müssten. Auch davon profitierten die Sozialraumgebiete.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
12
Tabelle 3: Projekt „Plan27“, Zuordnung der Teilnehmenden zu Sozialraumgebieten,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Zuordnung zu Sozialraumgebieten Anzahl Teilnehmende
Bickendorf/Westend/Ossendorf 8
Blumenberg/Chorweiler/Seeber g 12
Gremberghoven/Eil 3
Höhenberg/Vingst 12
Humbold/Gremberg/Kalk 14
Meschenich/Rondorf 5
Ostheim/Neubrück 6
Porz -Ost/Finkenberg 4
Sozialraumgebiete, denen je weniger
als drei Teilnehmende fest zugeordnet
werden konnten (Bilderstöckchen,
Bocklemünd/Mengenich, Buch-
heim/Buchforst, Mülheim-
Nord/Keupstraße)
5
Genaue Zuordnung nicht möglich ( bei
Teilnehmenden, die sich in mehreren
Sozialraumgebiete aufhielten und
keine feste Meldeadresse aufwiesen)
8
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77
Bei der Auswertung der Befragung nach Schulabschluss wurde deutlich, dass zu Beginn der
Maßnahme „Plan27“ jede/jeder vierte Teilnehmende nach eigenen Angaben den für diese
Altersphase charakteristischen „Meilenstein“ Schulabschluss (noch) nicht bewältigt hatte,
auch wenn 96 Prozent der Betroffenen bei Eintritt in die Maßnahme bereits volljährig waren
(Tab. 4).
Tabelle 4: Projekt „Plan27“, höchster allgemeiner Schulabschluss der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Höchster allgemeiner Schulabschluss Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
(Noch) kein Schula bschluss 20 26
Förderschulabschluss 3 3,9
Hauptschulabschluss 20 26
Mittlerer Schulabschluss (u.a. Real-
schulabschluss)
20 26
Fachhochschulreife (Fachabit ur) oder
Hochschulreife (Abitur)
14 18,1
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
13
Über 90 Prozent der Teilnehmenden gaben an, über (noch) keine Berufsausbildung zu ver-
fügen (Tab. 5).
Tabelle 5: Projekt „Plan27“, höchster allgemeiner Berufsabschluss der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19 .
Höchster Berufsabschluss Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
(Noch) keine abgeschlossene Beruf s-
ausbildung 71 92,2
Betriebliche/außerbetriebliche Le hre 6 7, 8
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
Etwa die Hälfte der Teilnehmenden war arbeitslos gemeldet, davon mehr als die Hälfte über
ein Jahr oder länger (Tab. 6).
Tabelle 6: Projekt „Plan27“, Teilnehmende mit gemeldeter Arbeitslosigkeit,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19 .
Gemeldete Arbeitslosigkeit Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen Teilnehmenden
Nicht arbeitslos gemeldet* 39 50,7
Arbeitslos gemeldet weniger als 6
Monate 9 11,7
Arbeitslos gemeldet,
6 Monate bis unter einem Jahr 7 9
Arbeitslos gemeldet,
1 Jahr und länger 22 28,6
Anzahl Teilnehmende insgesamt 77 100
*Anmerkung: über sonstigen Leistungsbezug liegen keine Informationen vor
Diese 38 Personen bezogen bereits Arbeitslosengeld. Bei 23 Personen lag zusätzlich eine
Berechtigung auf Arbeitslosengeld vor, sie hatten sich jedoch noch nicht arbeitslos gemeldet,
sondern taten dies erst im Laufe der Maßnahme.
Somit handelte es sich bei 61 Personen und damit ca. 81,3 Prozent der Teilnehmenden um
Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld. Davon waren 50 Personen, 65 Prozent aller
Teilnehmenden, unter 25 Jahre alt und damit Kunden oder Kundinnen des Jobcenters „U25“.
Die hohe Arbeitslosenquote bei den Teilnehmenden dieser Maßnahme ließ bereits erken-
nen, dass es einen hohen Unterstützungsbedarf in Bezug auf die Entwicklung einer schuli-
schen/beruflichen Perspektive gab.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
14
2.2.3 Problemlagen
Alle Teilnehmenden berichten über psychischen Beeinträchtigungen, die teilweise mit erheb-
lichen Störungen verbunden waren. Darüber hinaus zeigten sich bei nahezu allen Teilneh-
menden folgende Ausgangsproblemlagen:
• Soziale Isolation,
• keine schulische und/oder berufliche Perspektive,
• keine tragende Tagesstruktur,
• keine Einbindung in die Regelversorgung,
• gravierende familiäre Konflikte,
• Überforderung beim Aufbau einer selbständigen Lebe nsführung.
Etwa ein Viertel (19 Teilnehmende, 24,7 Prozent) gab zusätzlich somatische Probleme an.
Bei sechs Teilnehmenden handelte es sich dabei um massive unbehandelte körperliche Be-
schwerden, die dringend einer Behandlung bedurften.
Bei einigen Teilnehmenden hatte in der Vergangenheit oder aktuell eine Vorstellung bei einer
Fachärztin oder einem Facharzt für Psychiatrie stattgefunden, und eine Diagnose lag bereits
vor.
Überwiegend berichteten die jungen Menschen über Depressionen und/oder Antriebslosig-
keit. Auch diejenigen, die bisher noch nicht in ärztlicher Behandlung waren, beschrieben die-
ses Symptom. So äußerten 66 Teilnehmende und damit 85,7 Prozent aller Teilnehmenden
Gefühle der Antriebslosigkeit, Apathie, Depressionen und/oder berichteten von depressiven
Phasen.
Als weitere Diagnosen, inklusive Verdachtsdiagnosen, wurden unter anderem soziale Pho-
bien, Psychosen (unter anderem drogeninduzierte), Panikstörungen, Impulskontrollstörun-
gen, Autismus, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Posttraumatische
Belastungsstörungen (PTBS), Zwangsstörungen, Essstörungen sowie Drogen- und/oder
Alkoholmissbrauch von den Teilnehmenden benannt.
Darüber hinaus wurde ausgewertet, inwieweit bei Teilnehmende Probleme in weiteren wich-
tigen Lebensbereichen auftraten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
15
Dabei wurde deutlich, dass bei den Teilnehmenden überwiegend komplexe Problemlagen
vorlagen. Neben dem Lebensbereich Gesundheit waren bei nahezu allen Teilnehmenden die
Lebensbereiche Selbstorganisation, Schule /Beruf und soziale Kontakte beeinträchtigt
(Abb. 2).
Abbildung 2: Projekt „Plan27“, Probleme in unterschiedlichen Lebensbereichen
So gab der überwiegende Teil der Projektteilnehmenden neben der seelischen Problematik
eine ungeklärte oder problematische Situation im Bereich Schule/Beruf an (siehe oben 2.2.2,
dies entspricht den Auswertungen zu Schulabschluss, Ausbildung, Arbeitslosigkeit der Teil-
nehmenden).
Etwa zwei Drittel aller Teilnehmenden (49 Teilnehmende) wiesen sowohl schulische oder
berufliche Probleme als auch Probleme im Bereich Wohnen auf.
Von den Teilnehmenden mit Problemen im Bereich Wohnen war etwa ein Drittel wohnungs-
los.
Häufig gab es weitere Lebensbereiche, die in Mitleidenschaft gezogen waren, wie zum Bei-
spiel die familiäre Situation, sei es mit der Herkunftsfamilie, der Partnerschaft oder der eige-
nen Familie, sowie die wirtschaftliche Situation, unter anderem durch Schulden, ungeklärte
finanzielle Verpflichtungen oder Mietrückstände.
Fazit: Die vorliegende Datenlage belegt, dass durch „Plan27“ die Zielgruppe des Projekts,
junge Menschen mit psychischen Problemen und komplexen Problemlagen, in den Sozial-
raumgebieten erreicht werden konnten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
16
2.3 Erkenntnisse im Verlauf des Projekts und Lösungsansätze
2.3.1 Prioritätensetzung bei der Zielplanung
Im Erstgespräch stand die Entwicklung einer realistischen Perspektive im Bereich Ausbil-
dung und Beschäftigung fast immer an erster Stelle. Im Verlauf zeigte sich jedoch, dass die-
ses Thema immer weiter in den Hintergrund rückte. Es stellt sich heraus, dass zuvor andere
Themen wie Gesundheit, Wohnen, Schulden und familiäre Probleme angegangen werden
mussten.
Vorrangig war häufig zunächst einmal die Stabilisierung der psychischen Problematik. Dazu
gehörte vor allem die Anbindung an eine (Fach-)Ärztin oder einen (Fach-)Arzt, eine Thera-
peutin oder einen Therapeuten. Wenn sich die Teilnehmenden entschlossen hatten, ärztliche
oder therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, dauerte es in der Regel einige Zeit bis zu
einem ersten Termin. Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich gibt es oft lan-
ge Wartezeiten.
Weitere Themen waren das Suchen und Finden von passenden Wohnmöglichkeiten und der
Aufbau einer tragenden Tagesstruktur. Häufig konnte erst nach der Stabilisierung in diesen
Lebensbereichen eine weitere Planung hinsichtlich schulischer/beruflicher Entwicklung
durchgeführt werden.
2.3.2 Berücksichtigung der seelischen Problematik und aufsuchende Arbeit
Da im Projekt begleitete junge Menschen in ihrer bisherigen Entwicklung beeinträchtigt wa-
ren, ist die Beziehungsarbeit als wesentlicher und sehr zeitaufwendiger Bestandteil der Zu-
sammenarbeit zu nennen.
Die Teilnehmenden gingen unterschiedlich offen mit ihren Problemen um. Eher verschlosse-
ne Menschen brauchten Zeit, um sich auf das Angebot einlassen zu können. Soziale Ängste
traten sehr häufig auf. Sie schränkten die Mobilität ein, da vielfach die Betroffenen Busse
und Bahnen nicht nutzen können. Oft schaffte es den Teilnehmenden bereits Erleichterung,
sich jemandem anvertrauen zu können. Nicht selten hatten sie diese Erfahrung vorher noch
nicht gemacht. Es bewährte sich, die Kontaktaufnahme mit Geduld und ohne Zeitdruck zu
gestalten.
Darüber hinaus erwies es sich als hilfreich, das Setting dem Problem der oder des Teilneh-
menden anzupassen. Der aufsuchende Ansatz ermöglichte dabei die Flexibilität, die es er-
fordert, damit sich einige Teilnehmende überhaupt erst auf die Hilfe einlassen konnten. Dazu
gehört das Aufsuchen und Abholen zu Hause ebenso wie ein Treffen an einem neutralen Ort
wie im Café oder im Büro. Die Mitarbeitenden des Projektes gingen je nach persönlichen und
gesundheitlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden situativ auf deren Bedürfnisse und
Wünsche ein. Dadurch konnten Vertrauen und eine tragfähige Beziehung als notwendige
Voraussetzungen für den Hilfeprozess aufgebaut werden. Die Verlässlichkeit und Kontinuität
der Begleitung durch eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner bei „Plan27“ war
dabei für die Teilnehmenden von großer Bedeutung.
2.3.3 Hoher Bedarf an lebenspraktischer Hilfe und emotionaler Bestärkung
In der Ausgangssituation hatte sich bereits gezeigt, dass bei einer hohen Anzahl der Teil-
nehmenden wichtige Meilensteine der Lebensphase auf dem Weg ins Erwachsenenlebens
noch nicht bewältigt waren, wie Schulabschluss oder Beginn einer Ausbildung. Darüber hin-
aus gab es häufig Handlungsbedarf aufgrund von Problemen in unterschiedlichen Lebensbe-
reichen. Entsprechend bildeten nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Prioritäten-
setzung eine realistische Perspektivbildung und eine in kleine Schritte unterteilte Umsetzung
der gesetzten Ziele die Grundlage der Beratungsprozesse.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
17
Nahezu alle Teilnehmenden benötigten im Laufe des Prozesses lebenspraktische Hilfe, zum
Beispiel bei der Selbstorganisation, der Strukturierung des Tages, dem Ausfüllen von Formu-
laren, Klärung inhaltlicher und organisatorischer Fragen ebenso wie emotionale Unterstüt-
zung wie Motivation und Bestärkung. Bei behördlichen Angelegenheiten bestand ebenfalls
ein hoher Unterstützungsbedarf (Tab. 7).
Tabelle 7: Projekt „Plan27“, geleistete Hilfe während des Prozesses,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Hilfe während des Prozesses
(Mehrfachnennungen) Anzahl Teilnehmende
Prozentualer Anteil an
allen 77 Teilnehmenden
emotionale Stärkung 76 98,7
Perspektiventwicklung 75 97,4
Lebenspraktische Hilfe 74 96,1
Begleitung bei Terminen 67 87,0
Klärung inhaltlicher und
organisatorischer Fragen 63 81,8
Dabei war es von entscheidender Bedeutung, die Teilnehmenden nach Misserfolgen darin
zu bestärken, die gesetzten Ziele weiterhin verfolgen.
Die Erinnerung an Termine, die Begleitung zu Terminen jeder Art sowie eine Vor- und Nach-
bereitung war bei dem überwiegenden Teil der Teilnehmenden erforderlich. Dass jemand
nachfragte und sie bestärkte, auch wenn sie sich nicht meldeten und Termine
vergaßen, war für einen Teil der Betroffenen bis dahin kaum vorstellbar gewesen.
2.3.4 Individuell unterschiedliche Zeitdauer der Maßnahme
Wegen der oft langwierigen Kontaktanbahnung, mitbedingt durch die psychische Beeinträch-
tigung der jungen Menschen, der häufig komplexen Thematik und der langen Wartezeiten
bei medizinischen und therapeutischen Einrichtungen – erwies sich die im Konzept vorgese-
hene Falldauer von 6 bis 9 Monaten teilweise als zu kurz und wurde individuell angepasst,
damit die Betroffenen in Regelangeboten verlässlich angebunden wurden und die Hilfe durch
„Plan27“ nachhaltig wirken konnte. Bei den Beratungsprozessen betrug der kürzeste Zeit-
raum einer oder eines Teilnehmenden in der Maßnahme „Plan27“ 2 Monate, der längste
Zeitraum 18 Monaten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
18
2.4 Zielerreichung
2.4.1 Anzahl der vermittelten Teilnehmenden ins Regelsystem – Überblick
Ziel des Projektes war die Vermittlung von 40 Teilnehmenden in mindestens ein Angebot des
Regelsystems. Wie bereits unter 2.1 bereits erwähnt, waren mit Abschluss des Projekts
am 31.03.2019 nach insgesamt 24 Monaten Projektlaufzeit 77 Personen in die Maßnahme
aufgenommen worden,
davon haben:
• 70 Teilnehmende (91 Prozent) die Maßnahme planmäßi g beendet, das heißt, sie
wurden in mindestens ein Regelangebot vermittelt.
• 7 Teilnehmende (9 Prozent) die Maßnahme vorzeitig verlassen. Sie waren nicht mehr
erreichbar, verweigerten den Kontakt oder teilten mit, es sei kein Bedarf (mehr).
Bezogen auf die Träger ergibt sich die in Tabelle 8 dargestellte Aufteilung.
Tabelle 8: Projekt „Plan27“, Anzahl der Teilnehmenden,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Träger
Anzahl Teilnehmende
davon:
vorzeitig beendet
planmäßig beendet
Alexia ner 21 2 19
SPZ Köln Nippes u. Chorweiler 14 2 12
Sommerberg 42 3 39
Anzahl Teilnehmende insg esamt 77 7 70
Das Ziel, im Projektzeitraum von 2 Jahren mindestens 40 Teilnehmende bedarfsgerecht in
Angebote des Regelsystems zu vermitteln, wurde mit der Vermittlung von 70 Teilnehmenden
zum 31.03.2019 nicht nur erreicht, sondern um 75 Prozent übertroffen.
2.4.2 Anzahl der Regelangebote und Bereiche, in die vermittelt wurde
Im Laufe des Projekts erfolgten zahlreiche Vermittlungen, insbesondere in die Bereiche:
• Gesundheit: an Psychiaterinnen, Psychiater und and ere Fachärztinnen und Fachärz-
te, Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten, psychiatrische Institutsambulanzen,
Sozialpsychiatrische Zentren,
• Schule/Beruf/Vermittlung/Qualifizierung: Anbindung an Maßnahmen und Schulen so-
wie an das Jobcenter/U25/ DiMa-Team und an die Kompetenzagenturen, an die Job-
lotsen und an das Jugendbüro mit dem Ziel, dort eine berufliche Perspektive zu ent-
wickeln,
• Wohnen: an „Reso-Dienste“ der Stadt Köln, BeWo (Am bulant Betreutes Wohnen).
Bei allen Teilnehmenden, die sich auf das Projekt eingelassen haben, konnten die Ressour-
cen gestärkt werden, zum Beispiel durch Strukturierungshilfen im Alltag wie Planung des
Tagesablaufes oder durch Anbindung im Freizeitbereich wie zum Beispiel an Sportkurse,
Jugendzentren, Freizeitgruppen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
19
Die 70 Teilnehmenden, die die Maßnahme regulär beendet haben, erhielten in der Regel
mehrere Vermittlungen. Insgesamt waren während der gesamten Laufzeit des Projekts über
250 Vermittlungen erfolgt,
davon
• 115 in das gesundheitliche Versorgungssystem,
• 92 in das Regelangebot des Bereichs Schule/Beruf
c
• 36 im Bereich Wohnen
• 13 im Bereich Freizeitangebote.
Entsprechend der komplexen Problemlagen gab es zahlreiche Vermittlungen dieser 70 Teil-
nehmenden in Angebote der Lebensbereiche Schule/Beruf, Gesundheit und Wohnen
(Abb. 3).
Abbildung 3: Projekt „Plan27“, Teilnehmende, die in mindestens ein Regelangebot der Be-
reiche Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen vermittelt wurden
Darüber hinaus nahmen 13 Teilnehmende im Bereich Freizeit ein Angebot an. Insbesondere
vor dem Hintergrund, dass ein hoher Anteil der Teilnehmenden Probleme im Bereich sozialer
Kontakte aufwies (siehe 2.2.3), konnte dies zu einer zusätzlichen Stabilisierung der Betroffe-
nen beitragen.
c Zu dem Bereich Schule/Beruf gehört auch das Jobcen ter, da von dort aus Vermittlung und Qualifizie-
rung erfolgen kann.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
20
2.4.3 Vermittlung – parallel in Regelangebote unterschiedlicher Lebensbereiche
Des Weiteren wurde ausgewertet, wieviel der Teilnehmenden parallel in den jeweiligen Le-
bensbereichen Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen vermittelt wurden.
Von den 70 Teilnehmenden der Maßnahme, die ins Regelsystem vermittelt wurden (s.o.),
erhielt
• über die Hälfte (55,7 Prozent) sowohl im Bereich G esundheit als auch im Bereich
Schule/Beruf je mindestens ein Angebot,
• nahezu ein Drittel der Teilnehmenden (30 Prozent) im Bereich Gesundheit und im
Bereich Schule/Beruf sowie zusätzlich im Bereich Wohnen je mindestens ein
Angebot (Abb. 4).
Abbildung 4: Projekt „Plan27“, Teilnehmende, die in Angebote mehrerer Lebensbereiche
(Gesundheit, Schule/Beruf, Wohnen) vermittelt wurden
Es zeigt sich, dass es im Laufe der Maßnahme bei einem hohen Anteil der Teilnehmenden
gelang, diese in unterschiedlichen Lebensbereichen in das Regelsystem zu vermitteln und
dadurch zu einer dauerhaften Stabilisierung beizutragen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
21
In Folge werden die Vermittlungen in die Lebensbereiche Gesundheit, Schule/Beruf, Woh-
nen jeweils differenziert betrachtet.
2.4.4 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Gesundheit
55 Personen wurden in insgesamt 115 Angebote des Gesundheitssystems vermittelt
(Abb. 5).
Abbildung 5: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Gesundheit/gesundheitliches
Versorgungssystem, in die die 55 Teilnehmenden vermittelt wurden,
*SPZ= Sozialpsychiatrische Zentren,
„U27“=Angebote für junge Menschen mit psychischen Problemen
Von den 115 Angeboten, die diese Teilnehmenden insgesamt erhielten, handelte es sich
• zum größtenteils um psychiatrische oder psychother apeutische Angebote
(39,1 Prozent aller vermittelten Angebote im Gesundheitsbereich),
• bei etwa einem Fünftel um Angebote eines Sozialpsy chiatrischen Zentrums, des
Sozialpsychiatrischen Dienstes und/oder Angebote „U27“ für junge Menschen mit
psychischen Problemen (20,9 Prozent aller vermittelten Angebote im
Gesundheitsbereich),
• bei den übrigen Angeboten unter anderem um sonstig e Angebote im medizinischen
Bereich oder Beratungsangebote mit Komm-Struktur.
Teilweise wurden mehrere Angebote pro Teilnehmender/Teilnehmendem benötigt. Daher
variierte die Anzahl an Hilfeangeboten pro Person zwischen 1 und 6. Damit wurde deutlich,
dass bei einigen Teilnehmenden ein hoher Bedarf an unterschiedlichen Angeboten gesund-
heitlicher Versorgung vorlag.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
22
2.4.5 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Schule/Beruf
58 Personen wurden in 92 Angebote des Regelsystems im Bereich Schule/Beruf/ Vermitt-
lung und Qualifizierung angebunden (Abb. 6).
Abbildung 6: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Schule/Beruf, Berufsvermitt-
lung und Qualifizierung, in die die 58 Teilnehmenden vermittelt wurden.
Der überwiegende Teil der Teilnehmenden konnte an Angebote des Jobcenters und der
Agentur für Arbeit angebunden werden. Teilweise waren die Betroffenen dort zwar bereits
gemeldet gewesen, hatten den Kontakt dort hin jedoch nicht aufrechterhalten oder waren
noch nicht in dem richtigen Bereich, zum Beispiel im Rehateam des Jobcenters,
angekommen.
14 Teilnehmende und damit 20 Prozent aller Teilnehmenden, die „Plan27“ regulär abge-
schlossen haben, konnten während der Maßnahme eine Schulausbildung, Berufsausbildung
oder Erwerbstätigkeit beginnen und damit eine konkrete Perspektive in dem Bereich Schu-
le/Beruf realisieren.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
23
2.4.6 Vermittlung ins Regelsystem im Bereich Wohnen
36 Personen wurden im Bereich Wohnen vermittelt (Tab. 9).
Tabelle 9: Projekt „Plan27“, Regelangebote des Bereiches Wohnen, in die die Teilnehmen-
den vermittelt wurden
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Anbindung an das Regelsystem im
Bereich Wohnen und
Art des Angebots
Anzahl Teilnehmende
Betreutes Wohnen (Bewo) 13
Eigene Wohnu ng 10
Sonstiges 13
Anzahl Teilnehmende mit Anbindung
im Regelsystem Wohnen insgesamt 36
2.4.7 Überleitung bei Abschluss der Maßnahme
Wie bereits ausgeführt, kann nicht nur das „Ankommen“ in einem Angebot, sondern auch
das weitere Durchhalten für Teilnehmende eine Herausforderung bedeuten. Bei Abschluss
von „Plan27“ wurden 63 Teilnehmende daher gezielt auf die Beendigung vorbereitet, um
eine Nachhaltigkeit für die Teilnehmenden sicherzustellen (Tab. 10).
Tabelle 10 : Projekt „Plan27“, Überleitung bei Abschluss der Maßnahme,
Zeitraum: 01.04.17 bis 31.03.19
Überleitung bei Abschluss der Maß-
nahme
(Mehrfachnennungen) Anzahl Teilnehmende
gemeinsame Termine mit „Übergabe“
bei dem Regelangebot 43
inhaltliche Vorbereitung der Teilneh-
menden 50
gezieltes Training des Einhaltens von
Terminen 31
Anzahl Teilnehmende , die Unterstüt-
zung erhielten, insgesamt 63
2.4.8 Rückmeldung der Teilnehmenden nach Abschluss der Maßnahme
Sechs Monate nach Abschluss der Maßnahme wurden die Teilnehmenden nochmals kontak-
tiert und nach ihrem Befinden im Vergleich zum Zeitpunkt vor Beginn der Maßnahme
„Plan27“ befragt. Es gab 20 Teilnehmende, bei denen die Maßnahme im Projektzeitraum in
mindestens 6 Monaten regulär abgeschlossen war und die daher bereits kontaktiert worden
waren.
Bei 18 Teilnehmenden lagen bisher Rückmeldungen vor.
Davon äußerten 17 Teilnehmenden, es ginge ihnen besser: Allen 17 Teilnehmenden ging es
in gesundheitlicher Hinsicht besser, 7 davon zusätzlich in Bezug auf den Lebensbereich Per-
spektive Schule/Beruf.
Einer Person ging es genauso wie vor der Maßnahme.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
24
Diese ersten Ergebnisse geben Hinweis auf einen nachhaltig positiven und stabilisierenden
Effekt der Maßnahme für den überwiegenden Teil der Teilnehmenden – auch nach Ab-
schluss der Maßnahme.
2.4.9 Vernetzung der Träger im Sozialraum und im sozialpsychiatrischen Hilfe-
system
2.4.9.1 Erfahrungen der Alexianer Köln GmbH
Die Alexianer Köln GmbH erhielt vielfältige Anfragen zu „Plan27“, insbesondere von den je-
weiligen Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren sowie von Familienbera-
tungsstellen, vom Amt für Kinder, Jugend und Familie und vom Jobcenter/U25. Hoher Zulauf
kam auch über die Stiftung „Off Road Kids“, einer Anlaufstelle für obdachlose Jugendliche.
Im Vordergrund standen bei allen die Abklärung der psychischen Auffälligkeiten und die Ein-
leitung einer ärztlichen Behandlung und Therapie. Hier war die Kooperation mit der psychiat-
rischen Institutsambulanz (PIA) des Alexianer-Krankenhauses in Rodenkirchen von großem
Vorteil. Zu dem Thema Wohnraum gab eine enge Zusammenarbeit mit den ResoDiensten
des Jobcenters und den Bewo-Anbietern. Dies wurde ergänzt durch die Suche auf dem
freien Wohnungsmarkt. Bereits nach dem ersten Jahr Laufzeit von „Plan27“ zeigt sich an-
hand der Auslastung der Maßnahme und den anstehenden Anfragen ein hoher Bedarf. Ins-
besondere nach Artikeln über „Plan27“ in den Printmedien wie der Tagespresse (Kölner
Stadtanzeiger und im Wochenspiegel), kamen viele Anfragen, unter anderem von Eltern, aus
dem gesamten Stadtgebiet. Anfragen aus den anderen Sozialraumgebieten des Projekts
wurden an die anderen beiden Träger von „Plan27“ weitergeleitet.
2.4.9.2 Erfahrungen des SPZs Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V.
Für den Träger SPZ Köln-Nippes und Köln-Chorweiler e.V. ergab sich unter anderem eine
Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln, dem Berufskolleg, dem Jobcenter und dem
Seeberger Treff. Wichtige Kooperationspartner im Sozialraum waren das Jobcenter, vor al-
lem Hotspot/ U25, das SPZ Chorweiler, Stiftung Leuchtfeuer, das Gesundheitsamt mit den
Frühen Hilfen und das Amt für Kinder, Jugend und Familie.
2.4.9.3 Erfahrungen der Sommerberg AWO Betriebsgesellschaft mbH
Das Projekt „Plan27“ wurde in den rechtsrheinischen Sozialraumgebieten stark nachgefragt,
so dass nach wenigen Monaten eine Auslastung gegeben war und zwischenzeitlich sogar
mit einer Warteliste gearbeitet werden musste. Wichtige Kooperationspartnerinnen und -
partner des Sommerbergs waren neben den Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumko-
ordinatoren das SPZ Kalk, das passende Anfragen an „Plan27“ weiterleitete und selber auch
eine Freizeitgruppe für junge Erwachsene mit psychischer Erkrankung anbot. Das im SPZ
vorhandene tagesstrukturierende Angebot des Sommerbergs wurde niedrigschwelliger für
junge Menschen ausgerichtet und konnte daher bei Bedarf auch von Teilnehmenden des
Projekts „Plan27“ genutzt werden. Weitere wichtige Kooperationspartner waren das Jobcen-
ter U25/DiMa, das Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie das Angebot „Work4You“ des
Don-Bosco-Clubs in Köln-Mülheim. Bei „Work4You“ gibt es niedrigschwellige, tagesstruktu-
rierende Angebote, Beratung und Unterstützung sowie Notschlafplätze für junge Erwachse-
ne.
2.4.9.4 Anfragen von Personen außerhalb der Sozialräume
Es gab bei allen drei Trägern zahlreiche Anfragen von Personen, die außerhalb der Sozial-
raumgebiete wohnten und daher nicht in die Maßnahme aufgenommen werden konnten.
Diese wurden an die jeweiligen Sozialpsychiatrischen Zentren, an das Beratungsangebot
„Proberaum“ in Rodenkirchen oder die „U30 Gruppe“ im SPZ Kalk verwiesen.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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2.4.9.5 Einbindung in das sozialpsychiatrische Hilfesystem Kölns
Darüber hinaus vernetzte sich „Plan27“ im sozialpsychiatrischen Hilfesystem Kölns. Die Ef-
fekte äußerten sich unter anderem darin, dass 11 der 77 Teilnehmenden von sozialpsychiat-
rischen Angeboten wie „U27“, Sozialpsychiatrische Zentren und dem Sozialpsychiatrischen
Dienst in „Plan27“ vermittelt wurden (siehe 2.2.1) und wiederum Teilnehmende aus „Plan27“
in insgesamt 24 dieser Angebote angebunden werden konnten (siehe 2.4.4).
Am 20.3.2018 fand unter dem Titel „Vun nix kütt nix – Junge Kölner bekommen Hilfen!?“ eine
gemeinsame Fachtagung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln in Kooperation mit
der Koordinierungsgruppe „U27“d im Dominikus-Brock-Haus der Alexianer Köln GmbH in
Köln-Porz statt (Abb. 7).
Dabei ging es unter anderem um die Handlungsempfehlungen der Koordinierungsgruppe
„U27“ sowie Angebote für jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im Rahmen
dessen wurden die Erfahrungen des Projekts „Plan27“ von den Trägern vorgestellt.
Abbildung 7: Präsentation „Plan27“ im Rahmen der Fachtagung „Vun nix kütt nix – Junge
Kölner bekommen Hilfen!?“, Foto: Lothar Mönch.
d Kölner Expertinnen und Experten unterschiedlicher Institutionen, zum Beispiel Jobcenter, Land-
schaftsverband, Ämter der Stadt Köln, Träger der Jugendhilfe und Erwachsenenpsychiatrie, haben
sich zu der Koordinierungsgruppe „U27“ zusammengeschlossen und unter anderem Anfang 2016
Handlungsempfehlungen für spezielle Hilfen bezogen auf die Zielgruppe junger Menschen mit psy-
chischen Problemen entwickelt.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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3 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.1 Verlauf, Erkenntnisse und Zielerreichung
3.1.1 Verlauf und Erkenntnisse
Nach einer kurzen Anfangsphase, die vor allem durch Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit
der Träger geprägt war, startete das Projekt zügig und es wurden laufend Teilnehmende in
die Maßnahme aufgenommen. Anhand der Auswertung lässt sich feststellen, dass dabei die
Zielgruppe, Jugendliche und junge Menschen mit psychischen Problemen und in komplexen
Lebenssituationen, in allen Sozialraumgebieten erreicht wurde.
Die Stabilisierung der psychischen Gesundheit stand bei den Teilnehmenden in der Regel im
Vordergrund, bevor weitere Probleme angegangen werden konnten. Mitbedingt durch die
häufig komplexen Lebenssituationen der Betroffenen mussten oft erst Probleme in weiteren
wichtigen Lebensbereichen wie Wohnen und Familie bearbeitet werden, ehe die Teilneh-
menden in der Lage waren, sich dem Thema Schule, Ausbildung und Beschäftigung zu wid-
men.
Der aufsuchende Ansatz und das flexible Eingehen auf die seelische Problematik ermöglich-
ten häufig erst, dass die Teilnehmende sich auf die Maßnahme einließen und dabei durch-
hielten. Die Teilnehmenden benötigten zum überwiegenden Teil lebenspraktische Unterstüt-
zung, emotionale Bestärkung und Begleitung bei Terminen zu den Angeboten, in die sie
vermittelt werden. Um eine Nachhaltigkeit von „Plan27“ zu gewährleisten, war die Dauer der
Maßnahme dem Bedarf der Teilnehmenden individuell anzupassen. Sie betrug in Einzelfäl-
len über ein Jahr.
3.1.2 Zielerreichung
Das Ziel, im Projektzeitraum von 2 Jahren mindestens 40 Teilnehmende bedarfsgerecht in
Angebote des Regelsystems zu vermitteln, wurde mit der Vermittlung von 70 Teilnehmenden
zum 31.03.2019 nicht nur erreicht, sondern um 75 Prozent übertroffen.
Von diesen 70 Teilnehmende erhielten
• über 75 Prozent eine Vermittlung in das gesundheit liche Versorgungssystem,
• über 80 Prozent eine Vermittlung in den Bereich Sc hule/Beruf. Der überwiegende Teil
dieser Teilnehmenden konnte an Angebote des Jobcenters und der Agentur für
Arbeit angebunden werden.
• 20 Prozent setzten eine konkrete Perspektive in Be zug auf Schulausbil-
dung/Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit um.
Die Teilnehmenden erhielten in der Regel mehrere Vermittlungen. Insgesamt sind während
der gesamten Laufzeit des Projekts über 250 Vermittlungen erfolgt, davon allein 115 in den
gesundheitlichen Bereich.
Durch intensive Begleitung wurde sichergestellt, dass die Betroffenen in den entsprechenden
Maßnahmen „ankamen“.
Die sozialräumliche Einbindung des Angebotes „Plan27“ und die Vernetzung im Hilfesystem
der Stadt Köln konnte realisiert werden.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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3.2 Nachhaltigkeit
3.2.1 Nachhaltigkeit der Maßnahme für die Teilnehmenden, die sie abgeschlos-
sen haben
Sechs Monate nach Abschluss der Maßnahme wurden 20 Teilnehmende nochmals kontak-
tiert und nach ihrem Befinden im Vergleich zum Zeitpunkt vor Beginn der Maßnahme
„Plan27“ befragt. Die bisher vorliegenden Ergebnisse von 18 der 20 Teilnehmenden geben
Hinweis auf einen nachhaltigen positiven und stabilisierenden Effekt der Maßnahme und
damit auf eine Erhöhung der Chance auf Teilhabe für den überwiegenden Teil der Teilneh-
menden.
3.2.2 Nachhaltigkeit der Maßnahme als Hilfeangebot für junge Menschen in
Köln
Die Förderung des Projekts durch Landesmittel wurde zum 31.03.2019 beendet, es gab kei-
ne Möglichkeit einer Verlängerung der Landesförderung.
Am 11.02.2019 wurden auf Grundlage eines Konzepts für die Weiterführung von „Plan27“
anhand eines politischen Beschlusses kommunale Mittel zur Verfügung gestellt, sodass das
Angebot auch über den 31.03. hinaus bis zum Ende des Jahres 2019 fortgesetzt wird.
Während der Projektlaufzeit hatte es aus zahlreichen weiteren Stadtteilen Kölns, die sich
über alle 9 Stadtbezirke und das gesamte Stadtgebiet verteilen, konkrete Anfragen junger
Menschen geben, die nicht in den ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten und daher
im Rahmen des Projekts nicht in das Angebot aufgenommen werden konnten. Um diese
Menschen nicht auszugrenzen, wurde im Konzept für die Fortführung von „Plan27“ eine Er-
weiterung auf das Stadtgebiet Köln vorgesehen.
3.3 Bewertung und Ausblick
Mit „Plan27“ wurde ein passendes Angebot für eine bisher noch nicht adäquat versorgte
Zielgruppe junger Menschen mit seelischen Problemen geschaffen. Der aufsuchende Zu-
gang und die Begleitung bei Terminen erwiesen sich als wichtiger und notwendiger Bestand-
teil des Hilfeangebots. „Plan27“ stellt damit eine sinnvolle Ergänzung bisheriger Angebote
mit „Komm-Struktur“ dar.
Durch die Stabilisierung von jungen Menschen mit psychischen Problemen, die sich in kom-
plexen Lebenssituationen befanden sowie in ausgewiesenen Sozialraumgebieten wohnten
oder sich dort überwiegend aufhielten, wurde auch ein Beitrag zur Stärkung dieser Quartiere
geleistet. Eine quantitative Messbarkeit der Effekte für die elf Sozialraumgebiete war jedoch
aufgrund der mit der intensiven Einzelbetreuung verbundenen geringen Teilnehmenden-
Anzahl von durchschnittlich sechs bis sieben Personen pro Sozialraumgebiet nicht möglich.
Eine hohe Anzahl an Anfragen außerhalb der ausgewiesenen Sozialraumgebiete ließ des
Weiteren erkennen, dass in Köln auch über die ausgewiesenen Sozialraumgebiete hinaus
Bedarf bestand, der mit der räumlichen Einschränkung nicht gedeckt werden konnte.
Auf Grundlage des bisherigen Verlaufs wird es aus fachlicher Sicht nicht nur als wün-
schenswert, sondern als notwendig und sinnvoll erachtet, das im Rahmen des Landesprojek-
tes entwickelte Angebot „Plan27“ auf Dauer für das gesamte Stadtgebiet weiterzuführen.
Bisher ist es gelungen, für 2019 die Finanzierung des Angebots über kommunale Mittel si-
cherzustellen. Derzeit finden intensivierte Bemühungen statt, das Projekt „Plan 27“ auch
über 2019 hinaus in eine Regelfinanzierung überzuleiten.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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4 Anlage
Auszug des Integrierten Handlungskonzeptes zum Programm „Starke Veedel-Starkes
Köln“
Beigefügter Auszug des Integrierten Handlungskonzeptes (Stand August 2015) zur Zielset-
zung und Gebietsauswahl des Programms „Starke Veedel-Starkes Köln“ wird hier stell-
vertretend beigefügt, da dieses Konzept den Bezugsrahmen für dieses Projekt bildet und
daher dessen Ausführungen auch für das Projekt „„Plan27““ zutreffen:
„1.2 Ziele des Integrierten Handlungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“
Das vorliegende Integrierte Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ greift die Idee
der Sozialraumorientierung auf. Diese wird damit zur Leitlinie des Handelns in diesem Pro-
gramm.
Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, die besonders von sozialer Benachteiligung
betroffenen Stadtquartiere in Köln zu stärken, Armut zu bekämpfen, den sozialen Zusam-
menhalt zu stärken, Prävention zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen
Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Die Förderung dieser Quartiere
wird gleichzeitig auch zur gesamtstädtischen Entwicklung beitragen und den sozialen Zu-
sammenhalt in der Gesamtstadt fördern.
Zur Verbesserung der Lebenssituation der in den Quartieren lebenden Menschen sollen prä-
ventive Maßnahmen beitragen. Deshalb ist ein Ziel dieses Integrierten Handlungskonzeptes,
eine gesamtstädtische Präventionsstrategie zu entwickeln. Grundlage hierfür ist unter ande-
rem der vom Rat der Stadt beschlossene „Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungs-
plan Köln 2011 – Ziele, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven für gerechte Bil-
dungs- und Zukunftschancen“ (vergleiche Anhang 1).
Unter dem Motto „Gemeinsam stark für lebenswerte Veedel“ verfolgt das Programm auch
das Ziel, strukturelle Verbesserungen bei der Entwicklung und Umsetzung integrierter Quar-
tiersentwicklung als Strategie der Stadtentwicklung zu erreichen. Dazu gehört die stärkere
Entwicklung sozialraumorientierten Denkens in der Verwaltung ebenso, wie die abgestimmte
Zusammenarbeit zwischen den in den Quartieren aktiven Akteuren einerseits und die Ab-
stimmung ihres Handels mit den Dienststellen der Stadt andererseits. Gleichzeitig ist die
Bewohnerschaft von allen Beteiligten aktiv einzubinden.
Mit dem hier vorliegenden Konzept baut die Stadt Köln auf den Erfahrungen aus dem Struk-
turförderprogramm MÜLHEIM 2020 auf und strebt erstmals die systematische Erarbeitung
und Umsetzung eines integrierten, quartiersorientierten Handlungsansatzes in einem Pro-
grammgebiet mit mehreren Sozialräumen an. Diesem Ansatz liegt die Leitfrage zugrunde,
wie erfolgreich Stadtentwicklung aus dem Quartier heraus erfolgen kann, welche Faktoren
zum Gelingen beitragen und wie die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in die Quartiers-
entwicklung eingebunden werden können. Erstmalig wird für elf Sozialräume zum einen ein
einheitliches Maßnahmenpaket entwickelt, das in allen Sozialräumen gleichermaßen umge-
setzt wird.“ … „Zum anderen werden zusätzlich gebietsspezifische Lösungen passgenau für
die Bedürfnisse und Anforderungen der unterschiedlichen Sozialräume entwickelt. Besonde-
res Augenmerk wird dabei auf den niedrigschwelligen Zugang zu den Angeboten und ihrer
Verknüpfung gelegt. Bei den gebietsspezifischen Maßnahmen werden auch Maßnahmen mit
Modellcharakter vorgeschlagen. Eine Übertragbarkeit der dort erzielten Erkenntnisse wird
angestrebt.“
„1.3 Gebietsauswahl
Grundlage für die Auswahl des Programmgebietes ist die bestehende Gebietsabgrenzung
des Programms „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“.“… „Mit
Hilfe des Monitorings Stadtentwicklung wurde geprüft, ob es sich hierbei tatsächlich noch um
die Gebiete mit besonderen Handlungserfordernissen handelt, die im Vergleich zur Gesamt-
stadt überdurchschnittlich stark von sozialer Benachteiligung betroffen sind.
ESF-Einzelprojekt Nr. 505263, „Plan27“, Zeitraum 01.04.17 bis 31.03.19
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Methodische Vorgehensweise: Monitoring Stadtentwicklung
Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt
Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Index-
werte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel Soziale Lage, Demographischer Wan-
del oder Wohnen. Für die Auswahl der elf Sozialräume wird im Folgenden der Index „Soziale
Lage“ zugrunde gelegt, der verschiedene Aspekte von Benachteiligung berücksichtigt: Wirt-
schaftliche, politisch – kulturelle und gesundheitliche Benachteiligung. Er setzt sich zusam-
men aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage „Leben in Köln“
und berücksichtigt somit sowohl „harte“ statistische Daten als auch „subjektive“ Einschätzun-
gen der Befragten. Der Index wird durch die Vielfalt an Indikatoren der Tatsache gerecht,
dass sich Benachteiligung in weit mehr als nur monetären Aspekten widerspiegelt. …“
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- 0931/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 21.03.2024
- Erstellt
- 06.03.2024 14:35