0484/2017
Einrichtung eines Wasserbusliniensystems
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/VIII 151/3 Vorlagen-Nummer 07.03.2017 0484/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Verkehrsausschuss 21.03.2017 Stadtentwicklungsausschuss 30.03.2017 Einrichtung eines Wasserbusliniensystems Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 10.05.16 die Verwaltung beauftragt, ein Wasserbusli- niensystem zu entwickeln, das Linienverbindungen innerhalb Kölns sowie mit der Stadt Leverkusen, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Bonn umfasst. Das Wasserbusliniensystem soll in das beste- hende ÖPNV-Tarifsystem eingebunden werden. Die Realisierung soll in einem stufenweisen Prozess erfolgen und mit innerstädtischen Verbindungen starten. Vorausgegangen war diesem Beschluss zudem noch der Auftrag der Bezirksvertretung Porz, die in ihrer Sitzung am 30.04.15 die Verwaltung um Prüfung eines Fährbetriebes (Personen/ Kraftfahrzeuge) in Höhe von Köln-Porz / Zündorf-Süd gebeten hat. Seit der Beschlussfassung hat die Verwaltung vorbereitende Gespräche mit der KVB AG, der HGK AG, dem Region Köln/Bonn e.V., der NVR GmbH und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Köln geführt. Am 18.11.2016 hat ergänzend eine Exkursion nach Dordrecht und Rotterdam zum dor- tigen „Waterbus“-System stattgefunden. Neben dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses haben Mitglieder des Verkehrs- und des Stadtentwicklungsausschusses sowie Vertreter der KVB AG, NVR GmbH, HGK AG und der zuständigen Dienststellen der Stadt Köln teilgenommen und sich von der Funktion und den Vorteilen der Schnellbootverbindung zwischen den beiden Städten überzeugt. Der seit 1999 betriebene und seither ständig erweiterte „Waterbus“ bietet dort eine Alternative zu den be- stehenden Verkehrssystemen und weist stetig steigende Fahrgastzahlen auf. Die insgesamt 14 Schif- fe bieten genügend Platz, um Fahrräder mitzunehmen und erweitern so den verkehrlichen Einzugsbe- reich. Zu berücksichtigen ist, dass der Kostendeckungsgrad für den Betrieb trotz des hohen Zu- spruchs (inzwischen rund 2 Mio. Fahrgäste pro Jahr) und der günstigen Rahmenbedingungen in der Region bei 44% liegt. Am 14.11.16 wurde zudem im Rahmen eines regionalen Auftaktgespräches mit den benachbarten Gebietskörperschaften Bonn, Leverkusen und Rhein-Sieg-Kreis und unter Beteiligung der o.g. Koope- rationspartner die Aufgabenstellung unter Betrachtung bereits vorliegender Erkenntnisse diskutiert und um Mitwirkung zur gemeinsamen Vorgehensweise geworben. Im Ergebnis zeigte sich eine eher abwartende Haltung der Gebietskörperschaften zur geplanten Einführung eines Wasserbussystems längs des Rheins, die sich aus den bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen abgeleitet hat. Die Stadt Bonn hat den Beschluss gefasst, erst einmal die Ergebnisse der Kölner Untersuchung abzuwar- ten. Stattdessen wurde von allen Beteiligten ein größerer verkehrlicher Nutzen beim Ausbau der Rhein-querenden Fährsysteme gesehen und ein stufenweiser Planungsprozess empfohlen. Die Leitung der Ford-Werke haben der Verwaltung nunmehr in einem persönlichen Gespräch mitge- teilt, dass sie angesichts der angespannten Verkehrssituation an einer schnellen und kreativen Lö- sung interessiert sind, da eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur Voraussetzung für einen stabilen und wettbewerbsfähigen Unternehmensstandort ist. Die Verwaltung begrüßt im Grundsatz die Idee der Ford-Werke zur Einrichtung einer Fährverbindung, die insbesondere den Beschäftigten des Un- 2 ternehmens eine Alternative zu den bestehenden Verkehrsverbindungen bieten soll, aber auch ande- ren Nutzern eine zusätzliche Möglichkeit bieten könnte, den Rhein zu queren So könnte eine mögli- che Personenfährverbindung nicht nur eine Entlastung für die täglichen Arbeitswege der Mitarbeiter der Ford-Werke darstellen, sondern auch die Verkehrssituation im Zusammenhang mit der Lever- kusener Brücke verbessern. Diesen Vorschlag werden Verwaltung und Ford-Werke nunmehr in enger Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen aufgreifen und prüfen. Eine Ablehnung des Vorschlags, wie zwischenzeitlich in den Medien berichtet, hat es seitens der Verwaltung nicht gegeben. Des Weiteren sind in Zusammenarbeit mit HGK AG und KVB AG die verkehrlichen Grundlagen zu ermitteln, wie nach dem Vorbild des erfolgreichen niederländischen Wasserbuskonzeptes eine oder mehrere Wasserbuslinien das bestehende ÖPNV-System in Köln ergänzen können und wie die In- tegration mit den bestehenden Rheinfähren erfolgen kann. Ziele der geplanten Untersuchung sind die Schaffung schneller Direktverbindungen innerhalb Kölns, die Erschließung bestehender und geplan- ter ufernaher Siedlungsbereiche (z.B. Deutzer Hafen), die Entlastung paralleler Schienen- und Stra- ßenverbindungen sowie die Berücksichtigung multimodaler Verkehre. Im Ergebnis der verschiedenen Linien- und Betriebskonzepte werden der verkehrliche Nutzen und Aufwand ermittelt, damit die weite- ren Schritte zur Entwicklung eines Betreiber- und Geschäftsmodells abgeleitet werden können. Die Untersuchung wird zunächst auf das Stadtgebiet von Köln beschränkt. Es ist beabsichtigt, nach Vor- liegen der Untersuchungsergebnisse die Gespräche mit den benachbarten Gebietskörperschaften zu einer möglichen Erweiterung des Untersuchungs- und Einsatzraumes des Wasserbusses aufzuneh- men. Die Verwaltung wird über den Stand der Planungen und die erreichten Zwischenergebnisse berich- ten. gez. Blome
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur weiteren Bearbeitung in die Verwaltung überwiesen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0484/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 07.03.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27