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0198/2022

Beantwortung Anfrage AN/0061/2022, Psychologische Unterstützungsangebote im Rahmen der Corona-Pandemie

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 18.01.2022

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Nächste Beratung: Gesundheitsausschuss, Sitzung am 18.01.2022

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

4373 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/53 
AN/0061/2022 
Vorlagen-Nummer  18.01.2022 
 0198/2022 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 18.01.2022 
 
Psychologische Unterstützungsangebote im Rahmen der Corona-Pandemie, 
Die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und Volt stellen folgende Fragen an die Stadtver-
waltung: 
1) Wie hoch ist der aktuelle Bedarf an psychologischen Unterstützungsangeboten im Rahmen der 
Corona-Pandemie für Köln? 
2) Welche Art an Unterstützungsangeboten gibt es bereits im Stadtgebiet und wie ist der (Barriere-
freie-)Zugang zu diesen sichergestellt? 
3) Gibt es seitens der Verwaltung bereits Bestrebungen, die Angebote weiter auszubauen und wenn 
ja, wie? 
4) Inwieweit kann das Gesundheitsamt in diesem Zusammenhang selbst Angebote schaffen? 
5) In welcher Form und welchem Ausmaß werden die bisherigen Angebote beworben? 
Die Verwaltung antwortet wie folgt: 
 
Zu 1.: Der aktuelle Bedarf an psychologisch/psychotherapeutischen/kinder- und jugendpsychiatri-
schen Unterstützungsangeboten ist aus klinischer Sicht im Rahmen der Corona-Pandemie stark an-
gestiegen. Nach Kenntnis des Gesundheitsamtes existiert diesbezüglich keine klinische Studie aus 
Köln; zu verweisen ist auf die Copsy-Studie aus Hamburg, die einen deutlichen Anstieg des Bedarfs 
während der Corona-Pandemie erfasst. Klinisch lassen sich im Wesentlichen ein Anstieg depressiver 
Erkrankungen mit vermehrter Suizidalität (auch bei jüngeren Kindern und Jugendlichen), selbstverlet-
zendem Verhalten, Mediensucht und damit verbunden ein starker Anstieg von Schulabsentismus 
wahrnehmen.

2 
 
Zu 2.:  Die Unterstützungsangebote im Stadtgebiet bestehen im Wesentlichen aus vier Säulen:  
 Kassenärztlich finanzierte Angebote (niedergelassene Kinder-  und Jugendtherapeut*innen, 
niedergelassene Ärzt*innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kliniken für Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie und deren Ambulanzen) 
 Beratungsstellen in städtischer, kirchlicher und anderer Trägerschaft 
 Schulpsychologischer Dienst 
 Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst als Sachgebiet des Kinder- und Jugendärztlichen 
Dienstes des Gesundheitsamts. 
 
Zu 3.: Das Amt für Kinder, Jugend und Familie befindet sich aktuell in der Umsetzung eines Projektes 
in Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik. Zielgruppe sind Kinder und Ju-
gendliche, die unter psychischen Beschwerden leiden und auf einen Therapie-Platz in der Kinder- 
und Jugendpsychiatrie oder bei einem niedergelassenen Kinder- und Jugendtherapeuten warten. 
Das Projekt soll bei entsprechendem Bedarf die stark angestiegenen Wartezeiten von regelhaft mehr 
als 6 Monaten  unterstützend überbrücken und eine zeitnahe Versorgung sicherstellen. In der Umset-
zung befindlich ist ein aufsuchender und  je nach Pandemielage telemedizinisch arbeitender nieder-
schwelliger Versorgungdienst, der die Lücke zwischen Schule und Jugendhilfe einerseits und dem 
medizinisch/therapeutischen System andererseits in interdisziplinärer Kooperation schließen soll.  
Die Durchführung des Projektes erfolgt durch eine Psychotherapeutin in Ausbildung, supervidiert 
durch eine Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Zugangswege für die betroffenen Kin-
der und Jugendlichen werden über Jugendhilfe und Schule geebnet.  
Die Finanzierung des Projektes ist im Jahr 2022 sichergestellt durch Bundesmittel („Aufholen nach 
Corona“) 
 
 Zu 4.: Im Gesundheitsamt sind zurzeit keine neuen Angebote geplant. Der Kinder- und Jugendpsy-
chiatrische Dienst führt neben seinem für alle frei zugänglichen Beratungsangebot Sprechstunden in 
den Schulen und beginnend in Kindertagesstätten durch. Dabei waren bislang vor allem Förderschu-
len im Fokus, eine Ausweitung auf inklusiv arbeitende Schulen ist im Prozess. 
Im ersten Eindruck ist der Bedarf an Unterstützung in diesen Schulen extrem hoch, vor allem bezüg-
lich der oben aufgeführten Störungsbilder. Dem Bedarf ist ohne personelle Aufstockung des Dienstes 
kaum Rechnung zu tragen.  
 
Zu 5: Eine Werbung für die Arbeit des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes findet nicht statt. 
Die Arbeit wird durch Netzwerkarbeit und aufsuchende Vorstellung in Schulen, Jugendamt etc. be-
kannt gemacht. Es existiert eine Homepage auf den Seiten der Stadt Köln. 
 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

18.01.2022 Gesundheitsausschuss
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0198/2022
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
18.01.2022
Erstellt
17.01.2022 09:56