V/0290/2013
Änderung des Schulnamens der Karl-Wagenfeld-Schule in Hermann-Landois-Schule
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Beschlussvorlage
4151 Zeichen
V/0290/2013
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Schule und Weiterbildung
Betrifft
Änderung des Schulnamens der Karl-Wagenfeld-Schule in Hermann-Landois-Schule
Beratungsfolge
28.05.2013 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
04.06.2013 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
12.06.2013 Hauptausschuss Vorberatung
12.06.2013 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
Die Karl-Wagenfeld-Schule erhält mit Wirkung zum 01.08.2013 (Schuljahresbeginn 2013/14) die
Bezeichnung
Hermann-Landois-Schule
- Städtische Realschule -
II. Finanzielle Auswirkungen:
Es wird zur Kenntnis genommen, dass geringe Kosten entstehen (z.B. für Kopfbögen, Stempel),
die aus dem Schuletat finanziert werden.
Begründung:
Ausgelöst durch einen Auftrag des Ältestenrates der Stadt Münster hat eine Kommission au fgrund
politischer An träge bei einigen Straßennamen geprüft, ob deren Namensgeber das NS -Regime
unterstützt haben.
Im Fall der Wagenfeldstraße, benannt nach Karl Wagenfeld, ist parallel auch die Karl -Wagenfeld-
Schule als städtische Realschule berührt.
Vorlagen-Nr.:
V/0290/2013
Auskunft erteilt:
Herr Watermann
Ruf:
492 40 10
E-Mail:
Watermann@stadt-muenster.de
Datum:
08.05.2013
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0290/2013
In ihrer Sitzung am 15 . Juni 2011 hat die Kommission zur Wagenfeldstraße folgende Empfe hlung
abgegeben:
"Die Kommission empfiehlt einstimmig (bei 1 Enthaltung) die Umbenennung der Wagenfeldstraße.
Maßgeblich für das Votum war, dass Wagenfeld sich aus voller Überzeugung, nicht a us opportu-
nistischen Gründen, dem NS -Regime angedient hat. Auf seine Arbeit vor 1933 konnte die nati o-
nalsozialistische Ideologie aufbauen."
Die Bezirksvertretung Mitte hat in ihrer Sitzung am 22. Mai 2012 diese Empfehlung aufgegriffen
und den Beschluss zur Umbenennung der Wagenfeldstraße in Robert-Blum-Straße gefasst.
Die Karl-Wagenfeld-Schule hat die Arbeit der Kommission und die Diskussion in der Stadt Münster
rund um ihren Namensgeber aus naheliegenden Gründen sehr aufmerksam verfolgt. Mit der Em p-
fehlung der Kommission und der anschließenden Umbenennung der Wagenfeldstraße hat die
Schule einen sehr breiten und offenen Diskussionsprozess für einen neuen Schulnamen eröffnet.
So sind alle Schülerinnen und Schüler sowie die Erziehungsberechtigten schriftli ch gebeten wo r-
den, Namensvorschläge einzureichen. Diese Bitte war natürlich auch an das Kollegium und die
Beschäftigten vor Ort gerichtet.
Ein Gremium aus Schulleitung, Schülerinnen und Schülern und Eltern hat die Vorschläge gesichtet
und eine Vorschlagsliste mit insgesamt 10 Namen erarbeitet; davon 7 Namensvorschläge aus dem
naturwissenschaftlichen Bereich, 1 Musikerin und 2 Zeitzeuginnen der NS-Geschichte.
Die 3 Gruppen der Schulkonferenz (Lehrerkollegium, Schulpflegschaft und Schülervertretung) h a-
ben jeweils getrennt über diese Vorschlagsliste abgestimmt. Die jeweils erstplatzierten Namen s-
vorschläge sind dann in die Schulkonferenz eingebracht und dort abschließend beraten worden.
Mit Stimmenmehrheit in der Schulkonferenz (10 : 7 Stimmen) möchte die Karl -Wagenfeld-Schule
ihren Namen zum nächsten Schuljahr in Hermann-Landois-Schule ändern.
Ein Auszug aus Wikipedia über das Leben und Werk von Prof. Landois ist als Anlage beigefügt.
Aktuell gibt es keine Schule in Nordrhein-Westfalen, die seinen Namen trägt.
Nach § 21 Nr. 11 der Hauptsatzung der Stadt Münster entscheidet die Bezirksvertretung über die
„Benennung und Umbenennung von Straßen, Wegen und Plätzen, Grün - und Parkanlagen sowie
von Schulen, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hin ausgeht, städtischen Ein-
richtungen und sonstigen städtischen Gebäuden von bezirklicher Bedeutung“.
Die Karl-Wagenfeld-Schule ist jedoch keine bezirksbezogene Schule (vgl. §19 Abs. 1 Ziffer 1 in
Verbindung mit Anlage 2 der Hauptsatzung), so dass die abschl ießende Entscheidung vom Rat
getroffen wird.
I.V.
gez.
Dr. Hanke
Stadträtin
Anlagen:
Auszug aus Wikipedia über das Leben und Werk von Prof. Landois
Hermann-Landois
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Anlage zur Vorlage V/0290/2013 Hermann Landois Stich vom Januar 1896 Hermann Landois (* 19. April 1835 in Münster (Westfalen); † 29. Janua r 1905 ebenda) war ein deutscher Zoologieprofessor und Gründer des Westf älischen Zoologischen Gar- tens zu Münster. Leben und Werk Landois war der Sohn des Beamten Theodor Ferdinand La ndois und dessen Ehefrau An- toinette Josephine Pollack. Der berühmte Physiologe Leona rd Landois war sein Bruder. Landois besuchte das Gymnasium Paulinum in Münster und m achte schließlich als „Ex- terner“ Ostern 1856 das Abi-tur am Gymnasium in Recklingh ausen. Noch im selben Jahr begann er an der Universität Münster Theologie und Nat urwissenschaften zu studieren. 1859 beendete er dieses Studium und wurde auch zum Priester geweiht. Ab 1860 verdiente sich Landois für zwei Jahre seinen Le bensunterhalt als Hauslehrer bei einer ade-ligen Familie. Anschließend war er als Dozen t an der Ackerbauschule in der Burg Botzlar, Selm, tätig. Im darauffolgenden Jahr pr omovierte er an der Universität Greifswald im Fach Zoologie. Dort arbeitete er mit sei nem Bruder zusammen, der eben- falls in Greifswald dozierte. Als katholischer Priester und Lehrer am Gymnasium Paulin um in Münster war er einer der ersten deutschen Pädagogen, der zu Unterrichtszwecken regelmäßig biologische Präpara- te anfertigte und geologische Funde sammelte. 1869 hab ilitierte sich Landois und bekam eine Anstellung als Privat-dozent der Zoologie an der A kademie zu Münster. 1872 wurde Landois zum a.o. Prof. der Zoologie und vier Jahre später, mit Wirkung zum 1. Juli, zum o. Prof. an der Akademie der Wissenschaften in Münster erna nnt. Bedingung für diese Er- nennung war allerdings die Aufgabe seiner Lehrtätigkeit am Paulinum. 1871 war Landois maßgeblich an der Gründung des Westfäl ischen Vereins für Vogel- schutz, Geflü-gel- und Singvogelschutz beteiligt. Außerde m wurde er zum Leiter der zoo- logischen Sektion des neu gegründeten Provinzialvereins fü r Wissenschaft und Kunst, der von seinem Freund Ferdinand von Droste zu Hülshoff gegründet worden war. 1874 wurde der Westfälische Zoologische Garten in Münster gegründet und am 26. Juni 1875 als erster Tiergarten Westfalens eröffnet. Mit krea tiven Finanzierungsideen führte Landois den Aufbau durch, so gab er zum Beispiel Aktien „zu 10 Thalern“ heraus. Allein dadurch erwirtschaftete Lan-dois einen Betrag von 30.000 Talern. Auch die Gründung der Abendgesellschaft Zoologischer Gar-ten half bei der Fina nzierung. Auf einem Grundstück an der Himmelreichallee und der Münsterschen Aa, das Lan dois persönlich erwarb, situ- ierte sich dann der münstersche Tiergarten. Seine Beschäftigung mit den Naturwissenschaften, seine w eltliche Arbeit im Allgemeinen, ent-fremdeten Landois der Kirche immer mehr und führ te 1876 dazu, dass Landois vom Priesteramt suspendiert wurde. In weit über 1000 Publi kationen thematisierte Landois die Naturwissenschaften, besonders die Zoologie. Einige Werke, zum Beispiel das zusammen mit Bernard Altum verfasste „Lehrbuch der Zoologie“ (1870) gelten bis heute als wichtige Meilensteine hin zu einem modernen Biologieunterricht. Auch Belletristisches wie Gedich- te in münsterländischem Dialekt oder seinen humoristischen Roman „Frans Essink“ ver- fasste er, eine Satire auf die Geistlichkeit, von der er spä-ter mehrere Fortsetzungen schrieb. Auch technisch war Landois versiert: Er entwickelte die noch heute gebräuchliche Lan- doisklappe (auch Affenklappe), die erstmals den Tieren ei nen Wechsel zwischen Freige- hege und Käfig durch eine von ihnen selbst zu öffnende u nd selbsttätig schließende Tür ermöglichte. Der heutige Aasee wurde von ihm maßgeblic h propagiert, obwohl erst 1914 italienische Arbeiter mit den Arbeiten an dem Stausee beginnen konnten. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Landois
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zurückgezogen
Zur SitzungBeschluss: zurückgezogen
Zur SitzungOrte (3)
- Robert-Blum-Straße
- Himmelreichallee
- Tiergarten
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0290/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.05.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37